Wünsche Anleitung ZUM Botanisieren Vierte Auflage i ^ Verlagsbuchhandlung Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstr. lo. Vilmorin's Blumengärtnerei. Beschreibung, Kultur und Verwendung des gesamten Pflanzenmaterials für deutsche Gärten. Dritte, neubearbeitete Auflage, unter Mitwirkung von herausgegeben von A. Siebert, Direktor des Palmengartens zu i?"i:»nk- furt a. M. _ \_ A. Voss, in Berlin, früher Institutsgärtner in Göttingen. Verlagsbuchliandlung Paul Parey in Berlin SW., Hedemannstr. lo. Botanische Wandtafeln von L. Kny. In Farbendruck ausgeführte Tafeln auf stärkstem Kartonpapier im Format von 69 zu 85 cm. Neun Abteilungen, deren jede in Mappe nebst einem erläuternden Textheft. Preis 320 M. Erste Abteilung (Tafel I-X). I in '"•e Abteilung (Tafel XU— L). Preis 24 M. I Preis 30 M. Zweite Abteilung (Tafel XI— XX). Sechste Abteilung (Tafel LI— LXV). Preis 24 M, ! Preis 50 M. Dritte Abteilung (Tafel XXI-XXX). I Siebente Abteil. (Taf. LXVI— LXXX). Preis 30 M. ] Preis 50 M. Vierte Abteilung (Tafel XXXI -XL). | Achte Abteilung (Tafel LXXXI— XC). Preis 30 M. 1 Preis 40 M. Neunte Abteilung (Tafel XCI-C). Preis 42 M. Wandtafeln für den Unterricht in der Pflanzenphysiologie von Dr. B. Frank, und Dr. A. Tschirch, Prof. d. Pflanzenphysiologie a. d. Kgl. Professor der Pharmakognosie landwirtschaftl. Hochschule in Berlin. in Bern. In Farbendruck ausgeführte Tafeln auf stärkstem Kartonpapier im Format von 69 zu 85 cm. Sechs Abteilungen, deren jede in Mappe nebst einem erläuternden Textheft. Erste Abteilung (Tafel I— X). Preis 30 M. Zweite Abteilung (Tafel XI -XX). Preis 30 M. Dritte Abteilung (Tafel XXI-XXX). Preis 30 M. Vierte Abteilung (Tafel XXXI— XL). Preis 30 M. Fünfte Abteilung (Tafel LXI— L). Preis 30 M. Sechste Abteilung (Tafel LI— LX). Preis 30 M. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Anleitung Botanisieren und zur Anlegung von Pflanzensammlungen. Nach dem gleichnamigen Buche von E.^chmidlin vollständig neu bearbeitet von Prof. Dr. Otto' Wünsche. Vierte Auflage. VORK Mit 245 Figuren im Text. BERLIN. Verlagsbuchhandlung Paul Parey. Verlag für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwesen. SW., Hedemannstrasse 10. 1901. "übersetzttn'jsrecht vorbehalten. Yorwort zur dritten Auflage. Die Bearbeitung einer dritten Auflage der „Anleitung zum Botanisieren" von E. Seh midiin hat die Verlagsbuchhandlung^ mir übertragen. Da jedoch der Inhalt des Buches unseren gegenwärtigen botanischen Kenntnissen nicht mehr entsprach, so war ich genötigt, dasselbe vollständig neu zu bearbeiten. Die Anordnung der einzelnen Pflanzenarten nach der Blüte- zeit und dem Standort, welche die Haupteigentümlichkeit des Werkes bildete, hätte ich aus Pietät gegen den Verfasser gern beibehalten , wenn dadurch nicht (in Folge der zahl- reichen Wiederholungen) der Umfang des Buches, das ursprünglich in Lexikonformat erschienen war, bei dem handlichen Format der neuen Auflage ein ganz bedeutender geworden wäre. Doch habe ich mich auch zuletzt noch aus pädagogischen Gründen für die in Floren übliche syste- matische Anordnung der Pflanzenarten entschieden, da wohl der Geübtere, nicht aber der Anfänger — und für diesen ist das vorliegende Werkchen zunächst bestimmt — die Zu- sammenstellung der zu einer Gattung gehörigen Arten und der zu einer Familie gehörigen Gattungen entbehren kann. Sämtliche Figuren sind von mir neu gezeichnet worden. Dafs ich auch bemüht gewesen bin, in Bezug auf übersichtliche Darstellung und Auswahl naheliegender, auffälliger Merkmale das Möglichste zu leisten, werden Sachverständige herausfinden. Zwickau, im September 1881. Otto Wünsche. Vorwort zur Tierten Auflage. Die vorliegende vierte Auflage unterscheidet sich von der dritten nicht nur durch die Antiqua -Schrift, sondern auch durch zahlreiche Zusätze und mancherlei Verbesserungen, durch die Neubearbeitung verschiedener Gattungstabellen und die Anordnung und Umgrenzung der Familien nach dem „Syllabus der Pflanzenfamilien" von Adolf Engler (2. Aufl., Berlin 1898). Zwickau, im Dezember 1900. Der Verfasser. Inhaltsübersicht. Einleitung 5 Erläuterung der Teile oder Glieder einer Pflanze und der zur Bezeichnung dieser Teile gebräuchlicheren Ausdrücke 7 Alphabetische Aufzählung der botanischen Ausdrücke . 30 Benennung und Einteilung der Pflanzen 33 Anleitung zur Anlegung eines Herbariums 35 Anleitung zum Einsammeln der Pflanzen für das Herbarium 45 Anleitung zum Gebrauche der in dem Buche enthaltenen Tabellen 49 Übersicht der angenommenen Hauptabteilungen der Pflanzen 52 Tabelle zum Bestimmen der Wasserpflanzen .... 53 Tabelle zum Bestimmen der Gräser und grasähnlichen Gewächse 58 Tabelle zum Bestimmen der Kräuter und Stauden nach den Blüten 61 Tabelle zum Bestimmen der Kräuter und Stauden nach den Blättern 76 Tabelle zum Bestimmen der Bäume und Sträucher nach den Blüten 90 Tabelle zum Bestimmen der Bäume und Sträucher nach den Blättern , 96 Erklärung der abgekürzten Schriftstellernamen . . . 103 Tabellen zum Bestimmen der Gattungen und Arten . i Übersicht der Klassen des natürlichen Systems . .348 Übersicht des Linne'schen Systems 350 Tabellen zum Bestimmen der Familien und Gattungen nach dem Linne'schen System 352 Register 37^ Einleitung. „Durch jahrelanges Unterrichten in der Pflanzenkunde", sagt E. Seh midiin in der Vorrede zur ersten Auflage der Anleitung zum Botanisieren, „sind mir die vielen Schwierig- keiten klar geworden, mit welchen die Anfänger in dieser lieblichen Wissenschaft fast immer zu kämpfen haben, und nicht wenige habe ich kennen gelernt, welche dieselben für unüberwindlich gehalten und sich dadurch haben abschrecken lassen von einem Studium, welches, hat man nur erst über die Anfangsgründe sich hinausgearbeitet, nicht minder an- ziehend, als lehrreich und bildend ist. Würde dadurch auch kein weiterer Vorteil erreicht, als dafs wir lernen, alles, was uns in die Augen fällt, weit genauer nach allen Verhältnissen zu betrachten, dafs wir uns an die im Leben höchst not- wendige Pünktlichkeit und Ordnung gewöhnen, und dafs wir dadurch abgehalten werden von so mancherlei geisttötenden Zerstreuungen, so wäre der Nutzen, welchen uns diese Be- schäftigung gewährt, gewifs schon erheblich genug. Aber die Kenntnis der Pflanzen ist überdies für viele eine der unentbehrlichsten Hilfswissenschaften bei ihrem Studium, und somit notwendig zu ihrem weiteren Fortkommen in der Welt. Dabei bietet namentlich das Sammeln der Pflanzen in Flur und Wald, das sogenannte Botanisieren, so grofse An- " ~ehmlichkeiten, es ist so gesund für Körper und Geist, dafs 'es insbesondere der Jugend nicht genug empfohlen werden -y^kann, und alles aufgeboten werden sollte, um die Lust dazu ,»^immer allgemeiner zu machen." Seit Schmidlin dies schrieb — es war vor 54 Jahren — ^ist in dieser Richtung vieles geschehen. In den meisten *;^uSchulen wird die Pflanzenkunde gelehrt, an botanischen Werken der verschiedensten Art ist kein Mangel, jedes deutsche Land, fast jede Gegend besitzt ein eigenes Werk 6 Einleitung. Über die einheimische Pflanzenwelt. Aber alle diese Werke sind entweder nur für Fachleute bestimmt oder sie setzen einen gröfseren oder geringeren Grad botanischer Kenntnisse oder die Hilfe eines Lehrers voraus; Anfänger, besonders solche, welche keine Vorkenntnisse besitzen und auf sich selbst angewiesen sind, wissen damit in der Regel nichts anzufangen. Für diese ist nun das vorliegende Werkchen geschrieben; ihnen will es die Kenntnis der deutschen Pflanzen ermöglichen, ihnen bei ihren botanischen Wanderungen und bei der An- legung einer Pflanzensammlung oder eines Her- bariums auf eine praktische Weise an die Hand gehen. Zu diesem Zwecke besteht es in der Hauptsache aus verschiedenen Tabellen und Übersichten, welche so ein- fach als möglich gehalten sind und, wie aus der Anleitung zum Gebrauche derselben hervorgehen dürfte, bei einiger Umsicht mit Leichtigkeit auf den Namen jeder im Buche enthaltenen Pflanze führen. Besondere Vorkenntnisse werden nirgends vorausgesetzt. Alle in den Tabellen vorkommenden botanischen Ausdrücke sind in der „Erläuterung der wich- tigeren Teile oder Glieder einer Pflanze und der zur Be- zeichnung dieser Teile gebräuchlichen Ausdrücke" erklärt und durch zahlreiche Fi2:uren veranschaulicht. Mit Hilfe der „alphabetischen Aufzählung der botanischen Ausdrücke" wird auch die Erklärung jedes einzelnen Ausdruckes leicht auf- zufinden sein. Ein besonderer Abschnitt giebt über die „Benennung und Einteilung der Pflanzen" den nötigen Auf- schlufs. Das Sammeln der Pflanzen und die Anlegung einer Pflanzensammlung oder eines Herbariums ist in zwei anderen Abschnitten ausführlich beschrieben. Erläuterung' der Teile oder Glieder einer Pflanze und der zur Bezeichnung dieser Teile gebräuchlicheren Ausdrücke. Um zunächst einen Überblick über die verschiedenen Teile oder Glieder einer Pflanze zu gewinnen, wollen wir diesen Abschnitt mit der Betrachtung einer einzelnen Pflanze beginnen. Wir wählen zu diesem Zwecke aus der grofsen Zahl deutscher Pflanzen das zweiblättrige Schattenblümchen (Fig. i) aus, ein Pflänzchen, das sich im Mai und Juni in unseren Wäldern und Gebüschen häufig findet und vorzugs- weise durch übersichtlichen Bau auszeichnet. Wir erkennen daran so- fort den Stengel oder Stamm (a), die beiden gestielten, herzförmigen Blätter (b) und die Blüten (c); wir sind aber vielleicht in Zweifel, ob wir den unteren, wagerechten und gegliederten Teil (d) der Pflanze für einen Teil des Stengels oder für die Wurzel halten sollen; wir merken uns , dafs derselbe den Namen AV u r z e 1 s t o c k oder Bodenstock führt und als ein unterirdischer Stengel anzusehen ist. Die an dem Bodenstock befindlichen feinen Wurzeln (e) werden Neben wurzeln genannt. Die bleichen, scheidenförmigen Gebilde (f), welche den oberirdischen Stengel am Grunde umhüllen, sind unausge- bildete Blätter, welche zum Unterschiede von den Laubblättern oder den eigentlichen Blättern Niederblätter heifsen. Der obere Teil des Stengels, welcher die Blüten trägt, wird mit diesen zusammen der Blütenstand genannt. Die einzelnen, je eine Blüte tragenden kleinen Zweige heifsen Blütenstiele. Am Grunde der Blütenstiele bemerken wir bei aufmerksamer Betrachtung winzige, schuppenförniige Blättchen (g), M'elche Hochblätter genannt werden. Die Blüten selbst sind ziemlich klein; zur besseren Veranschau- lichung ihrer Teile stellt Fig. 2 eine etwas vergröfserte Blüte dar. Wir unterscheiden an derselben 4 weifse, längliche Blätter, 4 kurze, ein kleines Köpfchen tragende Stielchen und einen stielförmigen, unterwärts verdickten, mittleren Teil. Die 4 weifsen Blätter sind die Blüten- hüllblätter; sie bilden zusammen die Blütenhülle (Perigon). Die 4 köpfchentragenden Stielchen heifsen Staubblätter oder auch Staub- geläfse. Der stielförmige, unterwärts verdickte Teil in der Mitte der Blüte wird Stempel oder Pistill genannt. Das Ende des Blüten- stiels, welches alle diese Teile (Blütenhüllblätter, Staubblätter, Stempel) trägt und immer mehr oder weniger verdickt ist, führt den Namen Blütenboden. Während die Laubblätter vmd Hochblätter in verschiedener Höhe am Stengel stehen, entspringen die Blütenhüllblätter an dem kleinen 8 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Blütenstiel in annähernd gleicher Höhe, wie die Arme eines Quirles; sie sind quirlig angeordnet. Ebenso sind die Blütenhüllblätter am Grunde mit einander verwachsen; man nennt deshalb die Blütenhülle verwachsenblättrig. Die 4 Staubblätter sind ebenfalls quirlig angeordnet. Der untere stielförmige Teil derselben (Fig. 3b) heifst der Staubfaden, der obere köpf förmige Teil (Fig. 3 a) der Staubbeutel. Der wichtigste Teil ist der Staubbeutel. An demselben kann man, wenigstens mit einem Ver- gröfserungsglase oder mit einer Lupe, deutlich 2 Hälften unterscheiden. Jede Hälfte ist vor dem Aufblühen ein geschlossener (genau genommen sogar in 2 Kammern geteilter) Behälter, der mit Blütenstaub erfüllt ist. Der Blütenstaub, welcher dem blofsen Auge als ein feines, meh- liges Pulver erscheint, besteht aus äufserst kleinen kugeligen Körperchen (Zellen), die jedoch nur unter dem Mikroskop deutlich zu erkennen sind. Dafs die Staubblätter trotz ihrer abweichenden Gestalt als Blätter, als umgewandelte Blütenhüllblätter zu betrachten sind, geht aus vielfachen Übergängen herv'or. Bei den gefüllten Rosen z. B. zeigen sich häufig Blütenhüllblätter, die an der Spitze einen verkümmerten Staubbeutel tragen, und in den Blüten der weifsen Seeblume kann man alle mög- lichen Übergänge von Blütenhüllblättern in Staubblätter sehen. An dem Stempel oder Pistill (Fig. 4) unterscheiden wir den unteren, verdickten Teil oder den Fruchtknoten (a), den mittleren, vorzugsweise stielförmigen oder halsförmigen Teil oder den Griffel (b) und den oberen, auch etwas verdickten und seicht zweilappigen Teil oder die Narbe (c). Der wichtigste Teil ist der Fruchtknoten. Wenn wir denselben quer durchschneiden, bemerken wir, dafs er innen hohl und durch eine Scheidewand in zwei Kammern oder Fächer geteilt ist, und dafs jedes Fach ein oder zwei kleine blasse Körperchen einschliefst (Fig. 5), Diese kleinen, blassen Körperchen wachsen später zu Samen der Pflanze heran; es sind also die Anfänge derselben oder die Samenanlagen. Dafs auch der Stempel aus umgebildeten und vollständig mit einander verwachsenen Blättern, den Fruchtblättern, besteht, ist in unserem Falle zwar schwer zu erkennen, doch deuten die Fächer des Frucht- knotens und die Läppchen der Narbe auf die Zahl der Fruchtblätter hin. Bei anderen Pflanzen, wie z. B. beim Veilchen, wo der Stempel aus drei verwachsenen Fruchtblättern gebildet ist, die sich bei der Samen- reife vollständig von einander trennen, wird uns die Blattnatur des Stempels weniger zweifelhaft erscheinen. Wie zahlreiche Untersuchungen gelehrt haben, wachsen aber die Samenknospen nur dann zu Samen heran, wenn der Blütenstaub in be- stimmter Weise auf die Narbe einwirkt, nämlich wenn Körnchen des Blütenstaubes auf die Narbe, die zur Blütezeit etwas feucht oder klebrig ist, gelangen, an derselben haften bleiben und durch den Griffel hin- durch bis zu den Samenanlagen in den Fruchtknoten hinabwachsen. Sobald dies geschehen, vertrocknen Narbe und Griffel, die Staubblätter und die Blätter der Blütenhülle beginnen zu welken und nur der Frucht- Erläuterung der Teile einer Pflanze. 9 knoten vergröfsert sich und wächst allmählich zur Frucht, die Samen- knospen wachsen zu Samen heran. Die Staubblätter und der Stempel sind also diejenigen Blüten teile, welche sich im wesentlichen an der Lösung der eigentlichen Aufgabe der Blüte, an der Erzeugung der Samen beteiligen; sie werden daher auch gegenüber der Blütenhülle, 10 Erläuterung der Teile einer Pflanze. welche diese Teile nur zu umhüllen und vor ungünstigen Einflüssen von aufsen her zu schützen hat, wesentliche Blütenteile genannt. Die Frucht (Fig. 6) des zweiblättrigen Schattenblümchens ist eine kugelige, weifsliche und mit rötlichen Punkten versehene, zuletzt schar- lachrote Beere von der Gröfse einer kleinen Erbse. Von den weifs- lichen Samen ist gewöhnlich nur einer ausgebildet und vollkommen keimfähig. Die Teile einer Pflanze, die wir soeben bei der Betrachtung des Schattenblümchens kennen gelernt haben, nehmen aber bei verschiedenen Pflanzen sehr verschiedene Gestalt an, und es ist nicht immer ganz leicht, sie richtig zu beurteilen. Wir wollen daher diese Teile einzeln noch etwas näher ins Auge fassen. Wir beginnen mit der Betrachtung der Wurzel. Die Wurzel ist der nach unten wachsende (der Schwerkraft folgende) Teil der Pflanze. Sie trägt nie Blätter und ist nie grün. Man unterscheidet Haupt- und Neben wurzeln. Die Hauptwurzel bildet die Verlängerung des Stengels nach unten, die Nebenwurzeln (Fig. i e) wachsen seitlich aus dem Stengel hervor. In der Jugend finden wir bei allen Pflanzen, welche Blüten tragen, auch eine Hauptwurzel, wenigstens gleich nach der Keimung. Bei einer grofsen Klasse der Blütenpflanzen aber (den Streifenblättlern, wozu z. B. die Liliengewächse und alle grasartigen Gewächse gehören) stirbt in der Regel die Hauptwurzel bald nach der Keimung ab und aus dem Stengel treten da, wo derselbe an die Haupt- M'urzel grenzt, zahlreiche Nebenwurzeln hervor, welche häufig einen dichten Kranz oder Büschel bilden. Das Hervortreten der Neben- wurzeln kann man bei vielen Pflanzen, besonders bei vielen Holz- gewächsen, dadurch veranlassen, dals man einen abgeschnittenen Zweig in den Erdboden steckt (Steckhnge). Zu den Nebenwurzeln gehören auch die Klammersvurzeln des Epheu, die Saugwurzeln der Schmarotzer- pflanzen und die Luftwurzeln vieler Pflanzen der heifsen Zone. Ein Irrtum ist es, wenn man alle Teile einer Pflanze, welche sich im Erdboden befinden, für Wurzeln hält, da im Erdboden auch nicht selten Stengelgebilde vorkommen ; diese erkennt man aber daran, dafs sie Blätter, wenn auch sehr unentwickelte, scheiden- oder schuppenförmige Blätter, Niederblätter tragen und dafs sich an ihnen erst die Wurzeln (Neben- wurzeln) befinden. Ein solcher unterirdischer Stengel ist der Vv^urz ei- ste ck oder Bodenstock, wie wir ihn am Schattenblümchen kennen gelernt haben CFig. i d). Ebenso sind die Knollen, wie wir sie an der Kartoffelpflanze kennen*), unterirdische, verdickte Stengelteile, da sie anfangs kleine Schuppenblätter, später Knospen oder Augen tragen. *) Von diesen Knollen (Stengelknollen) sind die knollig ver- dickten Nebenwurzeln oder Wurzelknollen zu unterscheiden (ürchen- gewächse, Scharbockskraut). Erläuterung der Teile einer Pflanze. 11 und auch die Zwiebel mufs als ein sehr verkürzter, von verdickten, schuppenförmigen Blättern verhüllter Stengel angesehen werden. So hätten wir zugleich die bemerkenswertesten unterirdischen Stengelgebilde erwähnt, und wir wollen nun dem oberirdischen Stengel, dem Teile der Pflanze also, der im gewöhnlichen Leben als Stengel be- zeichnet wird, etwas näher treten. Der Stengel oder Stamm hat ein der Wurzel entgegengesetztes Wachstum, trägt Blätter und ist meist grün. Bei den Bäumen und Sträuchern ist er holzig und heifst insbesondere Stamm, bei den Gräsern wird er auch Halm genannt. Der Stengel ist entweder ästig oder einfach, d. h. ohne Aste und Zweige (Fig. i). Zweige werden gewöhnlich die schwächsten, äufsersten Äste genannt, während eigentlich nur die diesjährigen Aste so heifsen sollten. Der Stamm der Sträucher verästelt sich unten (dicht über dem Erdboden), der Stamm der Bäume weiter oben. Ausläufer sind dünne, wagerecht wachsende, unterirdische oder dicht über dem Boden bleibende Äste, welche in einiger Entfernung von der Mutterpflanze Wurzeln schlagen. Nach der Richtung ist der Stengel aufrecht, liegend (am Boden hingestreckt), aufsteigend (am Gnmde liegend, dann aufrecht, besser: sich in einem Bogen erhebend), kriechend (liegend und wurzelnd), überhängend (im oberen Teile bogig nach unten gekrümmt), kletternd (mit Hilfe von Wurzeln, Ranken an anderen Gegenständen sich erhebend), windend (ohne Hilfe von Wurzeln oder Ranken in einer Schrauben- linie an anderen Gegenständen emporsteigend), flutend (im Wasser sich hin und her bewegend). Viel gröfsere Mannigfaltigkeit als Wurzel und Stengel zeigen die Blätter; wir werden uns daher mit ihnen auch etwas länger beschäftigen müssen. Wir richten unser Augenmerk zunächst auf die Form oder die Gestalt (auf den Umrifs) der Blätter. Danach sind die Blätter i) pfriemlich (etwa so breit wie dick, Fig. 7), 2) lineal, linealisch (4 bis mehrmal so lang als breit und mit gleichlaufenden oder parallelen Rändern, Fig. 8), 3) lanzettlich (3 — 4mal so lang als breit, aber mit spitzen Enden, Fig- 9), 4) länglich (3 — 4raal so lang als breit und mit stumpfen Enden, Fig. 10), 5) elliptisch (von der Gestalt einer Ellipse, etwa doppelt so lang als breit, Fig. 11), 6) kreisförmig (ungefähr von der Gestalt eines Kreises, also so lang als breit, Fig. 12), 7) rautenförmig (von der Gestalt einer Raute oder eines Rhombus, Fig. 13), 8) dreieckig (ungefähr wie ein gleichseitiges Dreieck gestaltet, Fig. 14), 12 Erläuterung der Teile einer Pflanze. 9) eiförmig (im oberen Teile schmäler als im unteren und höchstens doppelt so lang als breit, Fig. 15), 10) verkehrt-eiförmig (im oberen Teile breiter als im unteren und mit nach aufsen gebogenen Seitenrändern, Fig. 16), 11) keilförmig, keilig (im oberen Teile breiter als im unteren und mit gradlinigen Seitenrändern, Fig. 17), 12) spateiförmig, spatelig (im oberen Teile als im unteren und mit nach innen gebogenen Seitenwänden Fig. 18), 13) nierenförmig (am Grunde mit einem Einschnitt und breiter als lang, Fig. 19), /h 10 11 12 14) herzförmig (am Grunde mit einem Einschnitt und länger als breit, Fig. 20), 15) verkehrt-herzförmig (verkehrt - eiförmig , aber mit einem Einschnitt im oberen, breiteren Teile, Fig. 21), 16) pfeilförmig (am Grunde mit abwärts gerichteten spitzen Zipfeln, wie ein Pfeil gestaltet, Fig. 22), 17) spie fs förmig (am Grunde mit wagerecht -abstehenden spitzen Zipfeln, Fig. 23). Erläuterung der Teile einer Pflanze. 13 Bei einer genauen Betrachtung der Form der Blätter haben wir aber diese nicht nur im allgemeinen ins Auge zu fassen, sondern wir müssen auch die verschiedene Gestalt des Blattgrundes, der Blattspitze und des Blattrandes berücksichtigen. Der Blattgrund ist herzförmig (Fig. 24), pfeilförmig (Fig. 25), spiefsförmig (Fig. 26), verschmälert (Fig. 27), abgerundet (Fig. 28). Die Blatt spitze ist abgestutzt (durch eine gerade Linie abgeschlossen, Fig. 29), abge- stumpft (durch eine krumme Linie abgeschlossen, Fig. 30), ausge- schnitten (durch einen geradlinigen einspringenden Winkel abge- schlossen, Fig. 31), ausgerandet (durch einen krummlinigen ein- springenden Winkel abgeschlossen, Fig. 32), stumpf (Fig. 33), spitz (Fig. 34), stachelspitzig (mit einem besonderen aufgesetzten Spitz- chen versehen, Fig. 35), zugespitzt (Fig. 36). 38 39 40 41 42 43 Der Blattrand ist ganzrandig (ohne alle Einschnitte, Fig. 37), gesägt (mit kleinen, spitzen Einschnitten und spitzen Hervorragungen oder Zähnen, Fig. 38), gekerbt (mit kleinen, spitzen Einschnitten und abgerundeten Hervor- ragungen, Fig. 39), gezähnt (mit stumpfen Einschnitten und spitzen Hervorragungen oder Zähnen, Fig. 40), bucht ig (mit stumpfen, gerun- 14 Erläuterung der Teile einer Pflanze. deten Einschnitten und ebensolchen Hervorragungen, Fig. 41), gewimpert (mit abstehenden Härchen besetzt, Fig. 42), doppelt-gesägt (Fig. 43). Sehen wir auf die Masse, aus welcher die Blätter bestehen, so lassen sich zwei verschiedenartige Teile deutlich unterscheiden, weichere Teile, welche dem Blatte hauptsächlich die grüne Farbe verleihen und die wir Blattfleisch nennen wollen, und härtere Teile, welche faden- artig das Blattfleisch durchziehen und unterseits oft als erhabene Linien oder Leisten hervortreten; wir nennen sie Nerven. Die Art imd Weise, wie die Nerven in dem Blattfleisch verteilt sind, nennt man die Nervatur des Blattes. Die Nervatur zeigt zahl- reiche Verschiedenheiten, doch dürfte es für unsere Zwecke genügen, wenn wir zwei Hauptformen mit je zwei Nebenformen annehmen. Wir nennen ein Blatt streifennervig, wenn die am Grunde eintretenden, gleichstarken Nerven ohne sich zu verzweigen nebeneinander herlaufen (Fig. 4*4,45), netznervig, wenn der oder die am Grunde eintretenden, stärkeren Nerven absatzweise schwächere Nerven aussenden, die sich im Blattfleisch netzartig verzweigen (Fig. 46. 47). Das streifennervige Blatt heifst parallelnervig, wenn die Nerven desselben parallel (gleichlaufend) sind (Fig. 44), bogennervig, wenn die Nerven nicht parallel sind (Fig. 45). Das netznervige Blatt heifst fingernervig, wenn mehrere starke Nerven vom Ende des Blattstiels strahlenförmig ausgehen (Fig. 46), fiedernervig, wenn nur ein starker Nerv, der als Fortsetzung des Blattstiels erscheint, das Blatt in der Mitte durch- zieht und unter einem bestimmten Winkel jederseits seitliche Nerven aussendet (Fig. 47); ersterer heifst Mittelnerv, letztere Seiten- nerven. Alle bis jetzt betrachteten Formen der Blätter waren sogenannte einfache und ungeteilte Blätter. Von diesen werden die geteilten und zusammengesetzten Blätter unterschieden. Ein Blatt heifst ge- teilt, wenn es durch tiefere Einschnitte in Abteilungen oder Zipfel, die aber noch unter sich zusammenhängen, gesondert ist (Fig. 49 — 51, 54 — 56), zusammengesetzt, wenn es sich in eine Anzahl selbständiger Blättchen aufgelöst hat (Fig. 52, 57). Das fingernervige Blatt nennen wir geteilt, und zwar gelappt. Erläuterung der Teile einer Pflanze. 15 wenn die Einschnitte nicht bis zur Mitte reichen (Fig. 49), gespalten, wenn die Einschnitte etwa bis zur Mitte reichen (Fig. 50), geschnitten oder geteilt (im engeren Sinne), wenn die Einschnitte bis über die Mitte reichen (Fig. 51). Das fingernervige Blatt nennen wir zusammengesetzt und zwar gefingeit, wenn es an der Spitze des Blattstiels drei oder mehrere strahlenförmig angeordnete Blättchen trägt (Fig. 52). Das fiedernervige Blatt nennen wir geteilt und zwar gelappt, wenn die Einschnitte nicht bis zur Mitte der Hälfte eindringen (Fig. 54), gespalten, wenn die Einschnitte etwa bis zur Mitte der Hälfte ein- dringen (Fig. 55), geteilt (im engeren Sinne), wenn die Einschnitte bis über die Mitte der Hälfte eindringen (Fig. 56). Das fiedernervige Blatt nennen wir zusammengesetzt und zwar gefiedert, wenn es auf jeder Seite des Blattsiels i — mehrere Blätt- chen trägt, welche Fiedern genannt werden (Fig. 57). So stellt also, um die erwähnten Formen noch einmal zu über- blicken, Fig. 48 ein ungeteiltes fingernerviges Blatt, Fig. 49 ein fingerlappiges Blatt, Fig. 50 ein f ingerspaltiges Blatt, Fig. 51 ein finger teiliges Blatt, Fig. 52 ein gefingertes Blatt, Fig. 53 ein ungeteiltes fiederner\'iges Blatt, Fig. 54 ein fiederlappiges Blatt, Fig. 55 ein f i ederspal tiges Blatt, Fig. 56 ein fieder- teiliges Blatt, Fig. 57 ein gefiedertes Blatt vor. Das gefingerte Blatt heifst 3 zählig-gefingert, wenn es aus 3 Blättchen besteht (Fig. 58), 5zählig-gefingert, wenn es aus 5 Blättchen besteht (Fig. 59), 7zählig-gefingert, wenn aus 7 Blätt- chen besteht (Fig. 60), 9 zählig -gefingert, wenn es aus 9 Blättchen be- steht (Fig. 61). 16 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Das gefiederte Blatt heifst unpaarig-gefiedert, wenn es an der Spitze des gemeinschaftlichen Blattstiels ein Endblättchen trägt (Fig. 62), paarig-gefiedert, wenn es an der Spitze des gemeinschaft- lichen Blattstiels kein Endblättchen trägt (Fig. 63), unterbreche n- gefiedert, wenn die Blättchen abwechselnd kleiner sind (Fig. 64), doppelt-gefiedert, wenn die Blättchen wieder gefiedert sind (Fig. 65). Aufserdem redet man auch von i-, 2-, 3-, 4-, 5 paarig-gefiederten und 3-, 5-, 7 zählig - gefiederten Blättern. ^0 ^^ 63 66 Von den Fig. 66—68 dargestellten Blättern ist das erste (Fig. 66) ein doppelt-fiederteiliges Blatt, das zweite (Fig. 67) ein leier- förmig-fiederteiliges Blatt (der Endzipfel ist viel gröfser als die Seitenzipfel) und das dritte (Fig. 68) ein fufsförmig-geteiltes Blatt (das Blatt ist in 2 Hälften geteilt, von denen jede wieder 2 oder mehrere Zipfel hat, wodurch es einigermafsen an die Fufsspur eines Vogels erinnert). Erläuterung der Teile einer Pflanze. 17 Bisher haben wir uns in der Hauptsache nur mit dem Teile des Blattes beschäftigt, der vorzugsweise Blatt genannt wird, mit der Blatt- spreite, d. h. mit dem flach ausgebreiteten Teile des Blattes; an vielen Blättern kann man jedoch drei Teile unterscheiden, die Blattspreite, den Blattstiel und die Blattscheide (Fig. 69). Der Blattstiel ist der mittlere, stielartig zusammengezogene Teil, die Blattscheide der untere, den Stengel meist röhrig oder scheidig umschliefsende Teil des Blattes. Die genannten drei Teile des Blattes sind aber selten in gleichem Grade entwickelt, bald überwiegt der eine, bald der andere (meist die Spreite); oft fehlt auch der eine, zuweilen sogar zwei ganz. Die im Erdboden bleibenden, schuppenförmigen Blätter, die sogenannten Nie d er- blätter (Fig. i f), die schuppenförmigen Gebilde, welche die Knospen der Bäume umhüllen (Knospenschuppen), die sogenannten Häute der Zwiebeln sind Blätter, die aufser der Scheide keinen andern Teil ent- wickelt haben. Bei den Doldengewächsen (Seite 227) ist die Blattscheide nicht selten bauchig oder blasig aufgetrieben (Fig. 70), eine bedeutende Länge erreicht sie bei den Gräsern (Fig. 72) und bei den Knöterich- Arten (Fig. 71). Bei den Gräsern geht die Blattscheide (Fig. 72 c) zu- gleich direkt (also ohne sich in den Blattstiel zusammenzuziehen) in die Blattspreite (Fig. 72b) über; auch bildet sie da, wo sie in die Blatt- spreite übergeht , einen häutigen Fortsatz , das sogenannte Blatt- häutchen (Fig. 72a). Am häufigsten fehlt jedoch die Blattscheide (Fig 73); wenn auch der Blattstiel fehlt, so heifst das Blatt sitzend (Fig. 74). Wenn ein sitzendes Blatt mit seinem Grunde den Stengel ganz oder teilweise um- giebt, so heifst es stengelumfassend oder kurz: umfassend (Fig. 75), während es durchwachsen genannt wird, wenn der Stengel durch die Blattspreite hindurchgeht (Fig. 76). Zieht sich die Blattspreite eines sitzenden Blattes streifenartig oder leistenartig am Stengel herab, so heifst das Blatt herablaufend, der Stengel geflügelt. Durch Teilung der Blattscheide entstehen die Nebenblätter, i oder 2 blattartige Gebilde am Grunde des Blattstiels (Fig. 77—80). An den Knospenschuppen der Bäume, z. B. an den Knospenschuppen des Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. b 18 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Kirschbaums kann man alle Übergangsforraen von der scheidenartigen Knospenschuppe bis zum vollkommenen, mit Nebenblättern versehenen Blatt beobachten. Während die Nebenblätter im allgemeinen der Blatt- scheide im Aussehen gleichen, kommen doch auch Fälle vor, wo sie 13 (wie z. B. bei dem Stiefmütterchen) das Ansehen der Laubblätter er- langen. Bei den Knöterich-Arten sind die Nebenblätter zu einer Röhre verwachsen, welche den Stengel noch oberhalb der Blattscheide eine Strecke weit umgiebt (Fig. yi). Nach der Stellung der Blätter am Stengel unterscheidet man grundständige Blätter oder Grundblätter und stengelständige Blätter oder Stengel blätt er; erstere stehen (infolge der Verkürzung der unteren Stengelglieder) am Grunde des Stengels (dicht über dem Erdboden, Fig. 8i), letztere am Stengel entlang. Die Stengelblätter (und auch die Grundblätter) heifsen wechselständig, wenn sie ein- zeln in verschiedener Höhe (Fig. 82), gegenständig, wen^ je zwei (einander gegenüber) in gleicher Höhe (Fig. 83), und quirlständig, wenn 3 oder mehrere in gleicher Höhe stehen (Fig. 84). Der Winkel, den ein Blatt mit dem Stengel, Ast oder Zweig, an dem es sich befindet, über seiner Ansatzstelle bildet, heifst Blatt- achsel (Blattwinkel). Ehe wir zur Blüte übergehen, wollen wir noch denjenigen Pflanzen- teilen einige Beachtung schenken, die durch Umbildung der Zweige oder Erläuterung der Teile einer Pflanze. 19 Blätter entstanden oder Gebilde der Oberhaut sind. Hierher gehören die Ranken, Dornen, Stacheln, Haare, Drüsenhaare. Ranken sind fadenförmige, einfache oder ästige Gebilde, die sich leicht einrollen und so benachbarte Gegenstände umwickeln (Wickel- ranken). Sie sind entweder als umgewandelte Zweige (wie die Ranken des Weinstocks) oder als umgewandelte Blattstiele (wie die Ranken der Erbsen, Bohnen, Wicken, Fig. 80) anzusehen. Dornen sind entweder umgewandelte, in eine stechende .Spitze ausgehende Zweige, wie die Dornen vom Hagedorn (Weifsdorn) und Schwarzdorn, oder umgebildete Blätter, wie die Dornen der Berberitze, oder umgebildete Nebenblätter, wie die Dornen der Robinie, die fälschlicher Weise Akazie genannt wird. Stacheln sind harte, stechende Gebilde der Oberhaut, an deren Bildung aber auch oft tiefere Schichten beteiligt sind (Rose, Brombeere^ Stachelbeere). Haare sind zarte, meist röhrige Auswüchse der Oberhaut. Steife,, stechende Haare nennt man Borsten, sehr starke Borsten Stachel- borsten. Enthalten die Haare einen scharfen, brennenden Saft (der beim Abbrechen der Spitze heraustritt), so heifsen sie Brennhaare (Nessel). Drüsenhaare sind Haare, welche Drüsen (d. h. kleine, rund- liche, mit einer eigentümlichen Flüssigkeit erfüllte Gebilde) tragen. Zu den Oberhautgebilden gehören auch die sogenannten Spreu- schuppen an den Blättern (besonders am Blattstiele) der Farne, welche gleichsam als verbreiterte Haare anzusehen sind. Wir kommen nun zur Blüte- Sie ist uns weniger unbekannt, als es die Blätter waren ; wir wissen, dafs sie die Aufgabe hat, den Samen zu erzeugen; wir kennen bereits ihre Hauptteile, die Blütenhülle, die Staubblätter und den Stempel; wir vermögen an den Staubblättern den Staubfaden und den Staubbeutel mit dem Blütenstaub oder Pollen, am Stempel den Fruchtknoten, den Griffel und die Narbe zu unterscheiden; wir wissen, weshalb die Staubblätter und der Stempel b* "30 Erläuterung der Teile einer Pflanze. wesentliche Blütenteile genannt werden. Jetzt gilt es, diese Kenntnisse nocli zu erweitern. AVir erinnern uns, dafs die Blütenhülle des Schattenblümchens ^on 4 weifsen, quirlig angeordneten Blättern gebildet wird, die sich in Farbe, Gröfse und Gestalt nicht unterscheiden. Eine solche Blütenhülle die aus einem Quirl (oder auch aus 2 Quirlen) gleicher oder nahezu gleicher Blütenhüllblätter besteht, wird einfach genannt. Eine einfache Blütenhülle (Perigon) finden wir bei einem ziemlich kleinen Teile der einheimischen Gewächse; bei den meisten deutschen Pflanzen, soweit sie überhaupt eigentliche Blüten haben, ist die Blütenhülle doppelt, d.h. sie besteht aus 2 dicht übereinander stehenden, verschiedenen Quirlen von Blättern, aus einem äufseren, meist grünen Quirl, der Kelch, und aus einem inneren, meist anders gefärbten, der Krone genannt wird. An einer solchen Blüte, die hergebrachter Weise eine vollständige Blüte heifst, (Fig. 85 stellt eine solche durchschnitten, die Fig. 86 — 89 eine solche zerlegt dar), imterscheidet man demnach von aufsen nach innen den Kelch oder die Kelchblätter (Fig. 85a, 86), die Krone oder die Kronblätter (Fig. 85b, 87) die Staubblätter oder dieStaub- gefäfse (Fig. 85c, 88), den Stempel (Pistill) oder die Frucht- blätter (Fig. 85 d, 89). Was nun zunächst den Stempel betrifft, so kann man an diesem die uns bekannten 3 Teile nicht immer deutlich unterscheiden, be- sonders dann nicht, wenn in ein und derselben Blüte 2 oder mehrere Stempel vorkommen (Fig. 94). Oft fehlt auch der Griffel ganz und gar, und die Narbe (in Fig. 93 eine 3 lappige Narbe) sitzt unmittelbar auf dem Fruchtknoten*). In anderen Fällen ist der eine oder andere Teil doppelt oder mehrfach vorhanden. So trägt der Fruchtknoten nicht selten 2 Narben (Fig. 92) oder 2 oder mehrere Griffel (in Fig. 91 deren 3), oder man kann aufser dem Fruchtknoten und dem Griffel noch 2 Narben unterscheiden (Fig. 90). Auch die Staubblätter zeigen grofse Verschiedenheiten. Zuweilen fehlt der Staubfaden oder er ist sehr kurz und dick; nicht selten ist er ganz oder teilweise mit der Krone verschmolzen. Der Staubbeutel öffnet sich durch Längsrisse oder durch Klappen oder an der Spitze mit zwei Löchern, wie bei der Kartoffelpflanze. Bemerkenswert sind auch die Ver- wachsungen der Staubblätter. Es verwachsen entweder sämtliche Staub- beutel zu einer Röhre (Fig. 99), oder sämtliche Staubfäden verwachsen zu einem Bündel (Fig. 97) oder zu 2 Bündeln oder zu 3 oder mehr Bündeln (Fig. 98). Selten verwachsen die Staubblätter mit dem Stempel. Verschieden ist ferner die Zahl der Staubblätter. Man zählt sie ge- wöhnlich bis zu 10; sind mehr vorhanden, so unterscheidet man die FäUe, in denen 11 — 19 vorhanden sind, von denen, wo sich 20 und mehr *) Bei den Nadelhölzern fehlt sogar ein geschlossener Fruchtknoten, und die Samenanlagen sitzen frei auf einem offenen Fruchtblatte (Fig. 226) oder in der Achsel desselben. Erläuterung der Teile einer Pflanze. 21 finden. Auch die Länge ist verschieden; doch nimmt man darauf nur dann Rücksicht, wenn von 4 Staubblättern 2 deutlich länger (Fig. 95), oder von 6 Staubblättern 4 deutlich länger als die anderen sind (Fig. 96). 83 «Y 91 99 Die Krone ist freiblättrig (getrenntblättrig), wenn ihre Blätter vollständig frei sind (Fig. 87, 105), verwachsenblättrig, wenn ihre Blätter mehr oder weniger miteinander verwachsen sind (so dafs sie aus einem Stücke besteht, Fig. 106). Die verwachsenblättrige Krone heifst geteilt, wenn ihre Blätter nicht bis zur Mitte verwachsen sind, gespalten, wenn sie etwa bis zur Mitte verwachsen sind, gelappt, wenn sie bis über die Mitte ver- wachsen sind, gezähnt, wenn sie bis auf die äufsersten Spitzen ver- wachsen sind. Die freien Teile der Blätter einer verw^achsenblättrigen Krone heifsen Zipfel, die freien Spitzen Zähne. Der untere, verwachsene Teil der versvachsenblättrigen Krone heifst die Kronröhre, der obere, freie Teil der Kronsaum, die Stelle, wo die Kronröhre in den Kronsaum übergeht, der Schlund. 33 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Sind die Zipfel der verwachsenblättrigen Krone oder die einzelnen Blätter der freiblättrigen Krone ungleich (d. h. von verschiedener Gestalt und Gröfse), so wird die Krone unregelmäfsig (zweiseitig, seit- lich-symmetrisch, zygomorph) (Fig. 207,210), im entgegengesetzten Falle regelmäfsig (strahlig, strahlig-symmetrisch, aktino- morph) genannt (Fig. 87). Die regelmäfsige verwachsenblättrige Krone ist der Gestalt nach radförmig, (wenn der Saum flach ausgebreitet imd die Röhre sehr kurz ist), tellerförmig oder stieltellerförmig (wenn der Saum flach ausgebreitet und die Röhre lang ist) walzenförmig oder röhrig (wenn sie überall gleich weit ist), trichterförmig (wenn sie sich all- mählich nach oben erweitert), krugförmig (wenn sie unten bauchig erweitert, oben etwas verengt ist), glockenförmig (wenn sie wie eine Glocke gestaltet ist) u. s. w. Unter den unregelmäfsigen , verwachsenblättrigen Kronen ist die 2lippige Krone oder die Lippenblüte und die zungenf örmige Krone oder die Zungenblüte am bemerkenswertesten. Die Krone ist 2 lippig, wenn sie durch tiefe Einschnitte in 2 gegenüberstehende Zipfel, Oberlippe und Unterlippe, geteilt ist (Fig. iio, 203, 206, 208, 209). Eine 2 lippige Krone, deren Schlund durch eine Wölbung oder Erweiterung der Unterlippe (den Gaumen) geschlossen ist, heifst maskenförmig oder maskiert (Fig. 208). Die Zungenblüte ist eine Krone mit kurzer Röhre und einseitig ausgebildetem, flachem Saum (Fig. 179, 184). Die freiblättrige Krone zeigt im allgemeinen dieselben Formen, wie die versvachsenblättrige Krone. Doch kommt bei ihr noch besonders die Gestalt der Kronblätter, die ebenso wie die der Laubblätter be- zeichnet wird, in Betracht. Besitzt ein Kronblatt einen deutlichen Stiel, so wird derselbe (überflüssiger Weise) Nagel, die Spreite Platte ge- nannt, das ganze Kronblatt aber heifst benagelt. Die wichtigste un- regelmäfsige freiblättrige Krone ist die Schmetterlings förmige Krone oder die Schmetterlingsblüte, so genannt, weil sie einige Ähnlichkeit mit einem sitzenden Schmetterling hat (Fig. 199, 202, Seite 181). Die Krone heifst gespornt, wemi sie mit einem meist hohlen, kegelförmigen, walzenförmigen oder fadenförmigen Fortsatz, dem Sporn, versehen ist (Fig. iii). Während die Krone in der Regel bald nach der Blütezeit abfällt, ist der Kelch häufig von längerer Dauer; oft bleibt er bis zur Frucht- reife, zuweilen vergröfsert er sich sogar noch zu dieser Zeit. Im übrigen gilt von ihm dasselbe, was von der Krone gesagt worden ist; er ist freiblättrig und v erwachenb lättrig, geteilt, gespalten, gelappt und gezähnt, regelmäfsig und unregelmäfsig, 2lippig, röhrig, glockig, trichterförmig u. s. w. Auch die (einfache) Blütenhülle (das Perigon) wird durch dieselben Ausdrücke bezeichnet, die wir bei der Krone keimen gelernt haben. Erläuterung der Teile einer Pflanze. 23 Die Figuren loo — iii veranschaulichen verschiedene Formen der Blütenhülle. In Fig. lOO fehlt die Blütenhülle ganz und gar, in Fig. loi ist sie durch steife Haare oder Borsten angedeutet. In Fig. 102 und 103 ist die Blütenhülle einfach und zwar in Fig. 102 freiblättrig, 6blättrig, in Fig. 103 versvachsenblättrig, 3 lappig. In Fig. 104 — 107 ist die Blütenhülle doppelt. In Fig. 104 und 105 ist die Krone frei- blättrig und zwar in Fig, 104 4 blättrig in Fig 105 5 blättrig. In Fig. 106 und 107 ist die Krone verwachsenblättrig und zwar in Fig. 106 glockig, 5 lappig, in Fig. 107 tellerförmig, mit 4 teiligem Saum. In Fig. 108 — III ist die Blütenhülle unregelmäfsig und zwar in Fig. 108 108 109 die einlache Blütenhülle, in Fig. 109 der Kelch, in Fig. iio und iii die Krone ; in Fig. ii o ist die Krone 2 lippig, der Kelch 5 zähnig, in Fig. III die Krone gespornt, der Kelch 5 teilig. Sehr wichtig ist die Stellung des Fruchtknotens zu den übrigen Blütenteilen für das Erkennen der Pflanzen. Wenn der Fruchtknoten in der Blüte, (Fig. II 2) d. h. frei im Innern der Blüte steht, so dafs Kelch (a), Krone (b) und Staubblätter (c) unter demselben dem Blüten- boden eingefügt sind, so heilst der Fruchtknoten oberständig. Steht dagegen der Fruchtknoten unter der Blüte, d. h. ist der untere Teil des Kelches, der Krone und der Staubblätter mit dem Fruchtknoten verwachsen, (Fig. 113) so dafs es scheint, als entsprängen diese Blüten- teile auf dem Fruchtknoten, so heifst er unterständig. Halb unter- u Erläuterung der Teile einer Pflanze. ständig ist der Fruchtknoten, wenn ein Teil desselben unterhalb des Kelches, der andere Teil innerhalb desselben sich befindet (Fig. 114). 112 Wie es Blüten giebt, die nicht Kelch und Krone, sondern nur eine einfache Blütenhülle besitzen, wie es sogar Blüten giebt, denen die ein- fache Blütenhülle fehlt (Fig. 100), so finden wir auch Blüten, denen der Stempel oder die Staubblätter, seltener beide wesentlichen Blüten- teile fehlen. Blüten, welche nur .Staubblätter, aber keine Stempel ent- halten, heifsen Staubblüten oder männliche Blüten (Fig. 143, 154, 193, 241, 245), Blüten, welche nur einen (oder mehrere) Stempel, aber keine Staubblätter enthalten, heifsen Stempelblüten, Frucht- blüten oder weibliche Blüten (Fig. 144, 155, 194, 242, 244). Eine Blüte ohne Staubblätter und Stempel heifst unfruchtbar. Im Gegensatz zu den Blüten, welche, wie die meisten, Staubblätter und Stempel zugleich enthalten und zwitterig (Zwitterblüten) genannt werden, heifsen die Staubblüten und Stempelblüten eingeschlechtig. Wenn eine Pflanze mit eingeschlechtigen Blüten, wie die Gurke, der Kürbis oder Haselstrauch (Fig. 235), Staubblüten und zugleich Stempel- blüten trägt, so heifst die Pflanze und auch die Blüten (weil diese gleichsam in einem Hause, d. h. auf ein und derselben Pflanze wohnen) einhäusig. Trägt dagegen eine Pflanze, wie die Weide (Fig. 239 bis 242) und Pappel, nur Staubblüten oder nur Stempelblüten, so heifst die Pflanze und die Blüten (die in diesem Falle gleichsam in 2 verschiedenen Häusern wohnen) zweihäusig. Eine Blüte wird als 3zählig, 4zählig oder 5zählig bezeichnet, je nachdem ihre Teile oder Glieder (^die Blütenhüllblätter, Kelchblätter, Kronblätter, Staubblätter etc.) zu 3 oder 2 x 3, 4 oder 2 X 4, 5 oder 2x5 vorhanden sind. Nur selten entstehen die Blüten einzeln an der Spitze des Stengels oder der Äste (endständige Blüten) oder in den Achseln der Laub- blätter (blattachselständige Blüten); meist stehen sie in den Achseln von Blättern, welche in Gestalt, Farbe und Gröfse von den Laubblättern abweichen und Hochblätter heifsen (vergl. Seite 8), zu einer Gruppe vereinigt und bilden einen sogenannten Blütenstand. Der Teil des Stengels, welcher die Blüten trägt, wird die Blüten- spindel oder kurz Spindel, auch Blütens tandachse genannt. Die Zweige der Spindel , welche je eine Blüte tragen , heifsen , wie schon erwähnt, Blütenstiele; ungestielte Blüten nennt man sitzend. Erläuterung der Teile einer Pflanze. Si> Die Hochblätter dürfen übrigens nicht mit den Deckblättern ver- wechselt werden, da jedes Blatt (Niederblatt, Laubblatt, Hochblatt) aus dessen Achsel ein Zweig oder eine Blüte entspringt, als Deckblatt bezeichnet wird. Die Deckblätter der Blüten sind aber meist Hoch- blätter. Zuweilen trägt auch der Blütenstiel ein oder einige kleine Hoch- blätter, wie z. B. beim Veilchen und Stiefmütterchen; diese heifsen Vorblätter. Spreu blättchen werden die kleinen spreuartigen Deck- blätter der einzelnen Blüten auf dem gemeinschaftlichen Blütenboden bei den Kopfblütlern und Kardengewächsen genannt (Fig. 175). Die wichtigsten Blütenstände sind die Ähre, die Traube, die Rispe, der Kopf, die Dolde, die Trugdolde. IZZ Die Ähre ist ein Blütenstand mit verlängerter Spindel und sehr kurz gestielten oder sitzenden Blüten (Fig. 119). Trägt die Spindel statt einzelner Blüten kleine Ähren, so heifst die Ähre zusammen- gesetzt, die kleinen Ähren Ährchen. Ein Kolben ist eine Ähre mit verdickter, fleischiger Spindel (Fig. 133). Unter einem Kätzchen versteht man eine Ähre mit eingeschlechtigen Blüten (^Fig. 325 a). Ein Zapfen ist eine Ähre mit verholzenden Schuppenblättern (Fig. 225). Die Traube ist ein Blutenstand mit verlängerter Spindel und gestielten Blüten (Fig. 120). Die Traube heifst zusammengesetzt, wenn die Spindel statt einzelner Blüten kleine Trauben trägt. AVenn die unteren Blüten stiele einer Traube länger als die oberen sind, so dafs die Blüten ungefähr in gleicher Höhe stehen, so heifst die TrauLe Doldentraube C^ig- 12 1). Die Rispe ist ein Blütenstand mit verlängerter Spindel und ver- zweigten Ästen (Fig. 122). Die Verzweigi;ng der Äste nimmt in der Regel nach oben zu stufenweise ab, so dafs der Blütenstand im ganzen eine pyramidenförmige Gestalt erhält. "26 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Der Kopf ist ein Blütenstand mit sehr verkürzter Spindel und sehr kurzgestielten oder sitzenden Blüten (Fig. 115), wie er z. B. beim Klee vorkommt. Eine besondere Form des Kopfes ist der Kopf (Korb) der Kopfblütler oder Compositen (Gänseblümchen, Kornblume, Distel, Aster, Sonnenblume), bei welchem die Spindel verbreitert und verdickt und sämtliche Blüten von einem Kranze von Deckblättern, der gemeinschaftlichen Hülle, umgeben sind (Fig. 174, 175, 186). Die Dolde ist ein Blütenstand mit sehr verkürzter bis un- kenntlicher Spindel und gestielten Blüten, deren Blütenstiele aus einem Punkte zu kommen scheinen (Fig. 116). Die Dolde heifst zusammen- gesetzt, wenn die Spindel statt einzelner Blüten kleine Dolden trägt (Fig. 117). Die kleinen Dolden nennt man Döldchen, die Stiele derselben Doldenstrahlen. Die kleinen Hochblätter am Grunde der Doldenstrahlen heifsen die Hülle (Fig. 21 la), diejenigen am Grunde der Blütenstiele Hüllchen (Fig. 211b). Die Trugdolde ist ein Blütenstand, dessen Spindel mit einer Blüte abschliefst und sich in 2 oder mehrere Äste teilt, die sich ebenso verhalten, wie die Spindel (Fig. 118). Dadurch, dafs die Blüten oft in ziemlich gleiche Höhe zu stehen kommen, wird die Trugdolde der Dolde ähnlich, wie z. B. beim Holunder. Einseitig entwickelte Trug- dolden (Wickel, Schraubel) sind anfangs meist spiralig eingerollt und einer Traube oder Ähre nicht unähnlich (Vergifsmeinnicht, Tagblume). Genaugenommen sind auch die büscheligen imd knäuelförmigen Blütenstände, wie die Scheinquirle der Lippenblütler (Taubnessel, Gundermann) trugdoldige Blütenstände. Die Frucht ist der Stempel, oder, da Griffel und Narbe oft ab- fallen, der Fruchtknoten zur Zeit der Samenreife. Die Blüte bringt daher soviel PVüchte her\'or, als sie Fruchtknoten enthält. Die von der Frucht gebildete Umhüllung der Samen (die frühere Wandung des Fruchtknotens) heifst die Fruchtschale. Fruchtschale und Samen sind demnach die Hauptteile einer Frucht. Nach dem Verhalten der Fruchtschale und der Ausbildung ihrer Schichten — man kann zuweilen deren 3 unterscheiden — wollen wir die Früchte in Kapselfrüchte, Teilfrüchte, Schliefsf rüchte und Saftfrüchte einteilen. Kapselfrüchte oder S p ri n g fruchte sind trockene, auf- springende Früchte (Fig. 123 — 127). Sie sind meist vielsamig und aus mehreren Fruchtblättern gebildet und springen entweder durch Längsrisse (Fig. 123) oder durch einen Ouerrifs (Fig. 124) oder durch Löcher (Fig. 125) oder ganz unregelmäfsig auf. Wenn die Kapsel- früchte durch Längsrisse aufspringen, so nennt man die sich abtrennen- den Stücke, welche meist den Fruchtblättern entsprechen, Klappen. Je nach der Tiefe der Längsrisse heifst die Frucht geteilt, gespalten, gelappt, gezähnt. Besondere Formen der Kapselfrüchte sind die Schote und das Schötchen (der Kreuzblütler), die Hülse (der Schmetterlingsblütler) und die Balgkapseln (der Dotterblume und anderer Hahnenfufsgewächse). Die Schote (Fig. 220, 221) ist eine Erläuterung der Teile einer Pflanze. •27 aus 2 Fruchtblättern gebildete und durch eine Scheidewand in 2 Fächer geteilte Kapselfrucht. Das Schötchen unterscheidet sich nur dadurch von der Schote (vergl. S. 132), dafs es höchstens 2 mal so lang als breit ist (Fig. 222, 223). Die Hülse (Fig. 127) ist eine einfächerige, aus einem Fruchtblatte gebildete Kapsel, welche an der Vorder- und Hinterkante 2 klappig aufspringt (die Klappen entsprechen also hier nicht den Fruchtblättern). Die Balgkapsel (Fig. 126) besteht ebenfalls mar aus einem Fruchtblatte, springt aber nur durch einen Längsrifs auf. Teilfrüchte oder Spaltfrüchte sind trockene, in Stücke (Teile) zerfallende Flüchte. Sie gehen aus einem mehrfächerigen Frucht- knoten hervor, der bei der Reife in die einzelnen Fächer, welche Teil- früchtchen genannt werden, zerfällt. Teilfrüchte sind z. B. die Früchte der Doldengewächse (Fig. 214, 215), die Früchte der Lippenblütler (Fig. 205), die Früchte der Malvengewächse. Auch die Glieder- schoten und Gliederhülsen gehören hierher. Schliefsfrüchte sind trockene, geschlossen bleibende Früchte. Sie smd meist klein und einsamig. Hierher gehören die Früchte der Gräser, die Früchte der Kopfblütler (Fig. 180, 183, 185), die kleinen Früchte des Fingerkrautes und des Hahnenfufses, die Frucht (Nufs) des Haselstrauchs, etc. Saftfrüchte sind saftige (fleischige), meist geschlossen bleibende Früchte. Hierher gehört die Steinfrucht tind die Beere. Die Steinfriicht ist eine meist einsamige Saftfrucht mit innen verholzter, steinharter Fruchtschale (Fig. 129). Die Beere ist eine i- oder 2 bis mehrfächerige, mehrsamige Saftfrucht mit durch und durch weicher und saftiger Fruchtschale (Fig. 6). Eine besondere Form der Beere ist die Kürbisfrucht. Manche Früchte, wie die Schliefsfrüchte der Ulme (Fig. 131) und die Teilfrüchte des Ahorn (Fig. 132), sind mit einem häutigen Rande oder Fortsatze (Flügel) versehen und werden deshalb Flügelfrüchte genannt. Manche Früchte sind geschnäbelt, d. h. mit einem an der Spitze befindlichen, meist vom Griffel gebildeten Fortsatz (Schnabel) versehen. 28 Erläuterung der Teile einer Pflanze. Von den echten, nur von einem Fruchtknoten gebildeten Früchten sind die sogenannten Scheinfrüchte zu unterscheiden. Scheinfrüchte werden diejenigen Früchte genannt, an deren Bildung aufser dem Frucht- knoten auch noch andere Blütenteile, wie der Blütenboden, die Blüten- hülle, der Kelch beteiligt sind. Eine solche Scheinfrucht ist die Rosen- frucht (Hagebutte, Fig. 128), welche von dem fleischig gewordenen, meist krugförmigen Blütenboden gebildet wird; die von demselben einge- schlossenen kleinen Schliefsfrüchtchen sind die eigentlichen Früchte der Rose. Äpfel und Birnen sind ähnliche Scheinfrüchte, nur ist bei ihnen der fleischige Blütenboden mit dem unterständigen Fruchtknoten ver- wachsen. Die Früchte der Erdbeerpflanze sind kleine (trockene) Schliefs- früchte, welche auf der Oberfläche des fleischig und saftig gewordenen Blütenbodens (Fruchtbodens) sitzen. Die Erdbeere wird daher, wie auch die Brombeere und Himbeere (Fig. 130), welche aus kleinen Stein- früchten zusammengesetzt sind, als Sammelfrucht bezeichnet. Neben den Sammelfrüchten kommen auch Scheinfrüchte vor, die nicht, wie diese, aus mehreren Frvichtknoten derselben Blüte, sondern aus mehreren ge- drängt stehenden Blüten hervorgegangen und deshalb als Frucht- stände zu bezeichnen sind, wie die Maulbeeren und die Zapfen der Nadelhölzer. An dem Samen unterscheiden M'ir die Samenschale und den Keimling. Die Samenschale ist häutig (Wallnufs), lederig (Erbse) oder knochenhart (Weinstock), verschieden gefärbt und oft mit mannig- fachen Anhängseln (Haaren, Flügeln) versehen, welche zur Verbreitung der Samen dienen. Der Keimling, die Anlage der jungen Pflanze, erfüllt entweder den Raum innerhalb der Samenschale ganz allein, oder er ist, wie bei den Samen der Gräser (Getreidearten), von einem festen, oft mehligen, meist weifslichen Körper umgeben, welchen wir den Nähr- körper nennen wollen, da er zur ersten Ernährung der jungen Pflanze dient. Häufig kann man an dem Keimling (z. B. wenn man reife Erbsen oder Bohnen aufweicht und schält) das kleine Wurzelende, die Keim- blätter und zwischen diesen das kleine Stengelende (zuweilen mit den ersten Blättchen) unterscheiden. Von den Keimblättern sind 2 oder nur I, seltener (wie bei vielen Nadelhölzern) mehr als 2 ausgebildet. Wenn der Nälirkörper fehlt, so sind die Keimblätter dick und fleischig und sie liefern dann der jungen Pflanze das Material zur ersten Er- nährung. Von den Blütenpflanzen sind die Farne, Schachtelhalme und Bärlappe dadurch wesentlich verschieden, dafs sie, auch wenn sie noch so alt werden, niemals Blüten tragen. Bei den Farnen treten auf der Unterseite der zierlichen, meist viel- fach zusammengesetzten Blätter (Fig, 162) jedes Jahr bräunliche oder schwärzliche Häufchen auf (Fig. 163, 164), die, wie wir bei genauer Betrachtung meist schon mit dem blofsen Auge erkennen, aus zahl- reichen, kleinen, rundlichen Körnchen bestehen. Diese Kömchen führen Erläuterung der Teile einer Pflanze. 29 den Xamen Sporenbehälter. Sie sind meist nindlich, mit einem kleinen Stielchen versehen (Fig. i66) und reifsen später auf, um ein dunkelbravmes Pulver zu entleeren, das aus noch viel kleineren, nur unter dem Mikroskop erkennbaren Körnchen besteht, welche Keim- körner oder Sporen heifsen. Die Keimkörner keimen zwar auch, wie die Samen, wenn sie auf feuchten Boden ausgesät werden, aber sonst sind sie in keiner Hinsicht den Samen gleichzustellen, da sie weder aus Samenanlagen entstanden sind, noch wie reife Samen einen Keimling enthalten, der nach dem Aussäen nur wächst, d. h. gröfser wird. Aus der Spore geht vielmehr beim Keimen ein Pflänzchen in Gestalt eines kleinen, nierenfömiigen, grünen Blättchens hervor, welches Vor keim genannt wird, und aus diesem erst die eigentliche Farnpflanze. Die Sporenbehäl terhäufchen, wie wir die kleinen Häufchen aiif der Unterseite der Farnblätter nennen \vollen, sind nicht selten mit einem verschieden angehefteten, häutigen Auswuchs (Fig. 165) bedeckt, welcher Schleier genannt wird. Bei manchen Farnen sind auch die Sporenblätter zu einer Rispe oder Ähre vereinigt (Fig. 168, 169), bei einigen anderen in kapselartige Hüllen eingeschlossen. Bei den Schachtelhalmen (Fig. 170), die in ihrer Entwickelung den Farnen gleichen, befinden sich die Sporenbehälter auf der Unterseite schildförmiger Schuppenblätter ( Fig. 171), welche am Ende des vStengels eine Ähre (Fig. 170) bilden, bei den Bärlappen (Fig. 172) stehen sie in den Achseln der kleinen Laubblätter oder ährig angeordneter Hoch- blätter (Fig. 173). Alphabetische Aufzählung der botanischen Ausdrücke, Vorbemerkung. Diese Aufzählung vertritt für alle diejenigen Aus- drücke, deren Erklärung sich aus dem Zusammenhange des vorher- gehenden Abschnittes ergiebt, und auf welche daher hier nur hinge- wiesen zu werden brauchte, zugleich die Stelle eines Registers. Abfällig, leicht und bald ab- 1 blätter 25. Dolde 26. Dol- fallend. Abgerundet 13. Ab- gestumpft 13. Abgestutzt 13. Abstehend, vom Stengel etwa unter einem halben rechten Winkel ausgehend. Ähre 25. Ährchen 25. Äste II. Ästig II. Allseits- wendig, nach allen Seiten ge- richtet. Aufsteigend ii. Auf- recht II. Ausgerandet 13. Ausgeschnitten 13. Ausläu- fer 11. Aufsenkelch, eine dicht unter dem Kelch befindliche und diesem ähnliche Gruppe von Hoch- blättern. Balgkapsel 26. Bärtig, mit einem Büschel von Haaren versehen. Beere 27. Begrannt, mit einer Granne (siehe diese) versehen be- nagelt 22. B e r e i f t , mit meist bläu- lichem, ab wischbaremStaub bedeckt, wie z. B. die Pflaume. Bewehrt, mit Dornen oder Stacheln versehen. Blättern. Blattachsel = Blatt- winkel 18. Blättchen 14. Blatt- fleisch 14. Blatthäutchen 17. Blattscheide 17. Blattspreite 17. Blattstiel 17. Blattwinkel 18. Blattachselständig 24. Blütenboden 7. Blütenhülle7. 20.22. Blütenscheide, einschei- diges Hochblatt, welches einen gan- zen Blütenstand umgiebt. Blüten- spelzen = Spelzen 44. Blüten- stand 24. Blütenstaub 8. Bo- denstock 10. Bogennervig 14. Borsten 19. Brennhaare 19. Buchtig 13. Dachziegelartig, wie Dach- ziegel über einander liegend. D eck- denstrahlen 26. Döldchen 26. Doldentraube 25. Doppelt- gefiedert 16. Doppelt-gesägt 14. Dornen 19. Dreieckig 12. Dreizählig 24. Drüsen 19. Drüsenhaare 19. Durchwach- sen 17. Eiförmig 12. Einfach ii. 14. Eingeschlechtig 24. Einhäu- sig 24, Elliptisch II. Ein- seitswenidig, nach einer Seite gerichtet. Endständig 24. Fahne 181. Fiedern 15. Fie- derlappig 15. Fiedernervig 14. Fiederspaltig 15. Fieder- teilig 15. Filzig, mit dicht ver- webten Haaren bekleidet. Finger- nervig 14. Flaumhaarig, flaumig, mit zarten, zerstreuten Haaren besetzt. Flügel 27. 181. Flügelfrüchte 26. Flutend 11. Fransig, siehe gefranst. Frei, nicht verwachsen. Freiblättrig 21. Frucht 26. Fruchtschale 26. Fruchtstand 28. Frucht- knoten 8, Fünfzählig 24. Fufsförmig 16. Ganzrandig 13. Gaumen 22. Gefärbt, was nicht grün ist. Ge- fiedert 15. Gefingert 15. Ge- flügelt 17. Gefranst, mit Fa- sern (wie mit Fransen) besetzt. G e- furcht, mit gleichlaufenden Rinnen versehen. Gegenständig 18. Ge- gliedert, durch Einschnürungen oder Knoten in Glieder gesondert. Geknäuelt, knäuelartig (siehe Knäuel) gehäuft. Gekerbt 13. Ge- kielt, mit einem Kiel (siehe diesen) Aufzählung; der botanischen Ausdrücke. 31 versehen . Gekniet, knieförmig um- gebogen. Gelappt 14. Geöhrt, an beiden Seiten mit kurzen, ab- genmdeten, abstehenden Läppchen oder Anhängseln (Öhrchen) ver- sehen. Gesägt 13. Geschnäbelt 27. Gespalteni5. Gespornt22. Geteilt 14. Getrenntblättrig 21. Gewimpert 13. Gezähnt 13. Glatt, ohne alle Uneben- heiten, Furchen, Wärzchen, Gruben etc. Gliederhülse 27. Glieder- schote 27. Glockenförmig 22. Granne, eine borstenförmige Spitze. Griffel 9. Grund- blätter, grundständigeBlätter 18. Grundständig 18. Haare 19. Halbstielrund, auf dem Querschnitt halbkreisför- mig. Halb unterständig 23. Halm II. Häutig, dünn und durchscheinend, nicht grün. Haupt- wurzel 10. Herablaufend 17. Herzförmig 12, Hochblätter 7. 24. Hülle 26. Hüllchen 26. Hülse 27. Hüllspelzen 45. Kahl, ohne Behaanmg oder ir- gend einen Überzug. Kamm för- mig, mit sehr schmalen, dicht ge- stellten und nach 2 Seiten gerich- teten Zipfeln. Kapsel 26. Kap- selfrüchte 26. Kätzchen 25. Kegelförmig, kegelig, aus breiter kreisförmiger Grundfläche allmählich spitz zulaufend (wie ein Zuckerhut). Keilförmig, keilig 12. Keimling 28. Keim- blätter 28. Keimkörner 29. Kelch, Kelchblätter 20. Keu- lenförmig, keulig, am Ende schmal verkehrt -eiförmig verdickt (wie eine Keule). Kiel, eine her- vorspringende Längsleiste. Klap- pen26. Kletternd II. Knäuel, eine meist seitenständige Anhäufung von sitzenden oder kurzgestielten Blüten. Knollen 10. Kolben25. Kopf 26. Korb 26. Kreisei- förmig, verkehrt-kegelförmig (wie ein umgekehrter Zuckerhut) . Kreis- förmigi2. Kriechen du. Kro- ne, Kronblätter 20. Kron- saum 21. Krön röhre 21. Krugförmig 22. Länglich 12. Lanzettlich 12. Leierf örmig-f iederteilig (leierfömiig) 16. Liegend 11. Lineal ii. Lippig 22. Lippe 72. Lippenblüte 22. Männliche Blüten 24. Mas- kenförmig, maskiert 22. Mittelnerv 14. Nagel 22. Nährkörper 28. Narbe 9. Nebenblätter 17. Nebenwurzeln 10. Nerven 14. Netznervig 14. Nickend = überhängend. Niederblätter 17. Nierenförmig 12. Oberlippe 22. Oberständig 23. Öhrchen, siehe geöhrt. Paarig-gefiedert 16. Pa- rallel, in gleicher Entfernung ne- ben einander herlaufend. Paral- lelnervig 14. Pfeilförmig 12. Pfriemlich ii. Pistill 9. 20. Platte 22. Quirlig, quirlständig 18. Radförmig 22. Ranken 19. Rautenförmig 12. Regel- mäfsig22. Rispe 25. Röhrig 22. Rosette, eine einer Rose ähnliche Zusammenhäufung von grundständigen Blättern, z. B. bei dem Gänseblümchen. Rosettig, ähnlich wie die Kronblätter einer Rose zusammenstehend. Ruten- förmig, straff- aufgerichtet. Saftfrüchte 27. Sammel- früchte 28. Samen 8. 28. Sa- menanlagen 8. Samenschale 28. Saum ^ Kronsaum. Schein- ähre, eine scheinbare Ähre , in 33 Aufzählung der botanischen Ausdrücke. Wirklichkeit aber irgend ein anderer Blütenstand. Scheinfrüchte 28. Scheinquirl, ein Blütenstand, des- sen Blüten scheinbar quirlig ange- ordnet sind, der aber in Wahrheit aus 2 blattachselständigen Trug- dolden besteht. Schiffchen 208, Schliefsf rüchte 26. Schleier 29. Schlund 21. Schmetter- lingsförmig 22. Schmetter- lingsblüte 22. Schnabel 27. Schote 26, Schötchen 26. Schraubel 26. Schwertför- mig, lineal-lanzettlich und 2 schnei- dig (an den Rändern verdünnt). Schwiele, eine knorpelige, war- zenförmige Erhabenheit. Sitzend 17. 24. Spaltig (gespalten). Spaltfrüch te 27. Sparrigsiehe sperrig. Spateiförmig, spatelig 12. Spelzen 46. Sperrig, nach allen Seiten hin abstehend. Spiralig, in einer Spirallinie angeordnet. Spie fs förmig 12. Spindel 24. Spindelförmig, verlängert - kegelförmig , wie z. B. die Wurzel der Möhre. Spitz 13. Spreuschuppen 19. Spreu- blättchen 25. 309. Spring- früchte 26. Sporen 29. Spo- renbehälter 29. Sporn 22. Stachelborsten 19. Stacheln 19. Stachelspitzig 13. Stamm II. Staubbeutel 8. Staub- blätter (Staubgefäfse) 7. 20. Staubblüten 24. Staubfaden 8. Steinfrucht 2"] . Stempel 9. 20. Stempelblüten 24. Stempelpols ter 227. Stengel II. Stengel umfassend 17. Sternhaarig, mit sternförmig angeordneten oder sternförmig ver- ästelten Haaren (Sternhaaren). Stielrund, auf dem Querschnitt kreisförmig. Stieltellerförmig 22. Strahlen, Strahlblüten, am Rande eines Blütenstandes stehende, durch Gröfse ausgezeich- nete Kronen. Streifennervig 14. Stumpf 13. Teilfrüchte 27. Teilfrücht- chen 27. Teil ig = geteilt. Tel- lerförmig 22. Traube 25. Trichter förmig 22. Trocken- häutig, häutig und steif, raschelnd. Trugdolde 26. Überhängend 11. Umfas- send 17. Unbewehrt, ohne Dor- nen oder Stacheln. Unfruchtbar 24. Ungeteilt 14. Unregel- mäfsig 22. Unpaarig-gefie- dert 16. Unterbrochen-ge- fiedert 16. Unterlippe 22. Unterständig 23. Verkehr t- herzfö rmig 12. Verkehrt-eiförmig 12. Ver- schmälert 13. Vierzählig 24. Verwachsenblättrig 21. Vor- blätter 25. Vorkeim 29. Wechselständig 18. Weib- liche Blüten 24. Wickel 26. Wi ckelr anken 19. Wim- per i g = gewimpert. W i n d e n d II. Wollig, mit gebogenen, weichen Haaren besetzt. Wurzel 10. Wurzelstock 7. 10. Zähne 13. 21. Zapfen 25. Zeilig, z. B. 2 zeilig, in 2 Reihen stehend. Zerschlitzt, unregel- mäfsig geteilt oder gespalten. Zipfel 14. Zottig, mit langen, weichen, abstehenden Haaren be- setzt. Zugespitzt 13. Zungen- blüte 22. Zungenf örm ig, flach und breit (wie eine Zunge gestaltet). Zusammengedrückt, auf dem Querschnitt länglich oder elliptisch. Z weigeschlechtig, siehe zwitterig. Zweihäusig 24. Zweilippig 22. Zwiebel ii. Zweige 10. Zwitterblüten, zwitterig 24. Benennung nnd Einteilung der Pflanzen. "SVenn wir eine möglichst grofse Anzahl von zweiblättrigen Schatten- blümchen miteinander vergleichen, so werden wir finden, dafs sie nicht nur in ihrem äufseren Ansehen, sondern auch in ihrem Bau überein- stimmen. Alle haben einen dünnen, kriechenden Bodenstock, einen auf- rechten, glatten, kahlen Stengel, 2 wechselständige, gestielte herzförmige, Blätter, kleine, traubig angeordnete Blüten mit weifser, verwachsen- blättriger, 4 teiliger Blütenhülle, 4 Staubblätter, i Stempel und eine kugelige Beerenfrucht. Dieselben Merkmale zeigen die zweiblättrigen Schattenblümchen nicht nur an allen Orten der Erde, sondern ihre Nach- kommen sind immer wieder zweiblättrige Schattenblümchen, d. h. Pflanzen, welche dieselben Merkmale darbieten, wie die Mutterpflanzen. Die Ge- samtheit aller Einzelpflanzen, welche in ihren IMerkmalen so überein- stimmen, als ob sie alle von einer einzigen Pflanze abstammten, nennt man eine Art. Alle zweiblättrigen Schattenblümchen bilden also eine Art. Die tägliche Erfahrung lehrt aber, dafs die Übereinstimmung aller ^Merkmale bei den Angehörigen einer Art niemals eine ganz vollständige ist. Kaum jemals sind 2 Schattenblümchen einander so gleich, dafs sie bei genauer Betrachtung nicht von einander unterschieden werden könnten. Das eine ist gröfser, das andere kleiner, das eine trägt einige Blüten mehr als das andere, bei dem einen ist der Fruchtknoten 2 fächerig, bei dem andern vielleicht 3 fächerig, manche Schattenblümchen haben 3 Laub- blätter, bei manchen treibt der Wurzelstock Ausläufer etc. Es treten also einzelne imwesentliche Verschiedenheiten auf. Werden diese Ver- schiedenheiten bleibend, d. h. pflanzen sie sich durch Samen fort, so entstehen Abarten oder Varietäten. So ist z. B. die Blutbuche eine Abart der Rotbuche, von der sie sich nur durch ein unwesentliches Merkmal, die blutrote Färbung der Blätter i;nd Blüten, unterscheidet. Arten, welche einander mehr oder weniger ähnlich sind, nennt man verwandt. Xahe verwandte Arten, welche namentlich in der Blüten- imd Fruchtbildung übereinstimmen, bilden zusammen eine Gattung. So bilden z. B. die weifse Lilie, die Feuer -Lilie und die Türkenbund- Lilie die Gattung Lilie, die einzelnen Rosen-Arten, die Garten-Rose, die Essig-Rose, die Zimmet-Rose, die Hunds-Rose, die Hecken-Rose etc. die Gattung Rose, die einzelnen Klee-Arten die Gattung Klee. Wenn eine Pflanzenart keine nahe Vervv and tschaft mit irgend einer anderen Art zeigt, so bildet dieselbe für sich allein eine Gattung, und die Gattung besteht folglich in diesem Falle aus einer einzigen Art. Seit Linne ist es allgemein üblich, jede Pflanze mit 2 Namen, dem Gattungsnamen und Artnamen zugleich zu benennen, ganz in der Weise, wie man bei Menschen Vornamen und Geschlechtsnamen unter Um- ständen neben einander nennt. Man sagt also: »Weifse Lilie«, »Lilium cändidum«, :^ blaues Leberblümchen <, »Hepätica triloba«;, »Weifs- Birke«, »Betula verrucosa«. Eine grofse Anzahl von Pflanzen ist von Linne in dieser Weise benannt worden. Später aufgefundene oder von ihm ver- kannte Pflanzen haben andere Botaniker in derselben Weise benannt. Schraidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. C 34 Benennung und Einteilung der Pflanzen. Da es in mehrfacher Beziehung wichtig ist, zu wissen, wer der Urheber oder Autor eines lateinischen Pflanzennamens ist, so fügt man in wissen- schaftlichen Werken fast stets den Namen desselben bei; man schreibt also: »Lilium cändidum Linne, Hepätica triloba Gilibert, Betula verru- cosa Ehrhart«. Der Raumersparnis wegen pflegt man die Autoren- namen gewöhnlich abzukürzen, man setzt z. B. statt Linne ein L., statt Gilibert blofs Gilib., statt Ehrhart blofs Ehrh. Die Angabe der latei- nischen Namen bei der Beschreibung der Pflanzen ist insofern notwendig, als ein und dieselbe Pflanze nicht nur in verschiedenen Ländern, sondern selbst in jedem Lande, ja in jeder Provinz oft die verschiedensten Namen führt, und eine allgemeine Verständigung daher unmöglich w^äre. Wie zwischen Arten, so bestehen auch zwischen Gattungen nähere und entferntere Ähnlichkeiten oder Verwandtschaften. Nahe verwandte Gattungen werden als Familie zusammengefafst und unterschieden. Manche dieser Familien sind so übereinstimmend gebaut, dafs die nähere oder entferntere Verwandtschaft der dazu gehörigen Pflanzen auf den ersten Blick in die Augen fällt. So erkennt sofort jeder die Verwandt- schaft zwischen Bohnen, Erbsen, Wicken und Linsen, ebenso zwischen Roggen, Weizen, Gerste und Hafer und auch vielleicht zwischen Tulpen, Lilien, Hyazinthen, Goldstern und Vogelmilch. Die Namen der Familien sind in der Regel aus dem. Namen der Gattung gebildet, welche die Familienmerkmale am deutlichsten zeigt. So heifsen die zuletzt ge- nannten 5 Gattungen nach der Lilie Liliengewächse oder Liliaceen. Im Laufe der Zeit haben manche Arten, Gattungen und Familien verschiedene lateinische Namen erhalten, deren Kenntnis zuweilen von Wichtigkeit ist. Es kann aber natürlich nur ein Name gültig sein; die übrigen Namen nennt man Synonyme. In diesem Werkchen sind die Synonyme, wo deren Angabe nötig erschien, in Klammern gesetzt worden. Um Übersichtlichkeit in die Mannigfaltigkeit des Pflanzemeichs zu bringen, hat man verwandte Familien mit ihren Gattungen wieder zu Ordnungen und Klassen, verwandte Klassen zu gröfseren Ab- teilungen, Kreisen, vereinigt. Eine solche Anordnung der Familien oder Gattungen zu Klassen und Kreisen nennt man ein System und zwar ein natürliches System, Eine Anordnung der Pflanzen nach einzelnen, willkürlich angenommenen Merkmalen, bei welcher keine Rücksicht auf die natürliche Verwandtschaft genommen wird, nennt man ein künstliches System. Von allen künstlichen Systemen, welche aufgestellt worden sind, hat nur das Linne'sche .System, das sich auf die Zahl, Länge und Verwachsung der Staubblätter gründet und Seite 350 und 351 dargestellt ist, allgemeine Geltung und Bedeutung erlangt. Eine Übersicht der Hauptabteilungen und Klassen dfes natürlichen Systems, nach welchem die Pflanzen in dem vorliegenden Werkchen angeordnet sind, finden wir auf Seite 348 und 349. Die Klasse des Linne'schen Systems, zu welcher eine Gattung oder Familie gehört, ist im Hauptteile des Buches durch kleine Ziffern hinter dem lateinischen Namen der betreffenden Gattung oder Familie angegeben. Anleitung zur Anlegung eines Herbariums. '^') »Ein gutes Herbarium geht über alle Abbildungen; kein Botaniker kann dasselbe entbehren«, sagt der grofse Linne, und zwar mit voll- kommenem Recht. Die beste Abbildung giebt uns kein so getreues Bild von einer Pflanze, als wenn wir sie schön und sauber, ihrem eigentümlichen "Wüchse gemäfs, eingelegt und getrocknet haben. Dabei ist eine solche Sammlung getrockneter Pflanzen von jahrhundertelanger Dauer, wenn sie sorgfältig behandelt wird; die Herbarien von Linne, Tournefort und anderen berühmten Botanikern sind noch jetzt ganz im versehrt und alle recht gut erhalten, und doch sind schon manche derselben weit über himdert Jahre alt. Das Verfahren beim Trocknen der Pflanzen, das sogenannte Ein- legen derselben, ist so einfach, dafs es von jedem besorgt werden kann, der sich einiger Sorgfalt befleifsigen mag, und was dazu sonst erfordert wird, kann man sich fast immer ohne Geldauslagen, jedenfalls ohne bedeutende Unkosten anschaffen. Zwei oder vier ebene, glatt- gehobelte, viereckige Brettchen von der Form eines grofsen Papierbogens, wie sie jeder Schreiner liefert; einige Stöfse Papier (wozu sich alte Zeitungen oder sonstige Makulatur eignen), und einige schwere Steine zum Beschweren der Papierstöfse sind alles, was wir dazu nötig haben.**) Was das Papier anbelangt, so soll dasselbe nicht so stark geleimt sein, dafs es nicht alle Feuchtigkeit leicht einziehen läfst, weshalb im allgemeinen einer Papiersorte, wie sie die Buchdrucker brauchen, der Vorzug vor eigentlichem Schreibpapier gegeben wird. ***) Alte Zeitungen *) Aus der zweiten Auflage der Seh midi in sehen »Anleitung zum Botanisieren« abgedruckt und nur hier und da gekürzt. **) Pflanzenpressen nach Art der Buchbinderpressen sind zwar be- quemer, aber der dadurch auf die Pflanzen ausgeübte Druck wird leicht zu stark und die Pflanzen werden zerquetscht. Mit den neuerdings viel- fach empfohlenen Drahtpressen läfst sich aber oft nur ein zu geringer Druck ausüben. ***) Nach Prof. M. Willkomm eignet sich geleimtes Papier zum Trocknen der Pflanzen besser als ungeleimtes, wozu das meiste Druck- papier gehört. Legt man z. B., sagt Willkomm in seinem »Führer ins Reich der deutschen Pflanzen« (Leipzig 1863), Pflanzen in alte Folianten, deren Inhalt auf starkes Schreibpapier gedruckt ist, so kann man fast ."36 Das Trocknen der Pflanzen. thun zu diesem Zwecke treffliche Dienste; nur wähle man möglichst grofses Format. Fliefs- oder Löschpapier hat den Fehler, dafs es die Feuchtigkeit allzulange anhält und nur langsam wieder austrocknet. Doch kann dasselbe, wenn man etwa schon einen gröfseren Vorrat da- von besitzen sollte, zum Trocknen der grünen Pflanzenteile benutzt w^erden, nicht aber zum Trocknen der Blüten und Kronblätter, denn •diese erhalten sich nur zwischen feinem Schreibpapier ganz gut. ]SIan mufs deshalb immer auch eine ziemliche Anzahl einzelner Schreibpapier- blätter vorrätig halten, um die zarteren Pflanzenteile zwischen dieselben zu legen, damit sie nicht unmittelbar auf das ungeleimte Papier zu liegen kommen. Namentlich gilt dies für blau, rosenrot oder gelb ge- färbte Blüten, welche in ungeleimtem Papier auch bei gehörigem Fleifse beim Trocknen gewöhnlich schon in den ersten Tagen fast weifs, die gelben gewöhnlich dunkelgrün werden. Durch das Beschweren und Pressen der eingelegten Pflanzen tritt der Saft aus denselben heraus und zieht sich in das dazwischen gelegte Papier, welches davon feucht wird und zwar stärker, als man gewöhn- lich vermutet. Es müssen deshalb nicht nur Lagen von wenigstens 5 bis 8 Bogen*) zwischen je zwei Pflanzen gebracht werden, wenn man solche einlegt, sondern es ist auch unerläfslich, dafs dieses Papier an- fänglich jeden IMorgen und des Abends wieder gegen anderes trockenes Papier gewechselt werde, was man das Umlegen nennt. Nach einigen Tagen wird das täglich zweimalige Umlegen nicht mehr nötig sein, und es ist nur einmal des Tages vorzunehmen. Noch später soll es etwa alle drei Tage geschehen, bis — gewöhnlich nach einigen Wochen — ■die Pflanzen trocken genug sind, um zwischen einzelne Papierbogen, in welchen sie aufbewahrt werden sollen, gebracht zu werden Aber selbst dann lasse man die Pflanzen in diesen Bogen noch eine Zeit lang an einem Orte liegen, wo sie der Sonnen wärme und dem Luftzuge ausge- setzt sind, aber nie ohne Bedeckung, denn sonst werfen sich die Papier- bogen und die darin befindlichen Pflanzen werden krumm, runzelig und unansehnlich. Auf die angegebene Weise läfst man die Pflanzen, ohne sie weiter umzulegen, liegen, bis sie ganz trocken sind, wovon man sich am sichersten überzeugen kann, wenn man eine oder die andere an die mit Bestimmtheit darauf rechnen, dafs nach einiger Zeit diese Pflanzen, -ohne dafs man sie zwischen andere Blätter gelegt hat, gut getrocknet sind und sowohl die Blätter ihre grüne, als die Blüten ihre bunte oder weifse Farbe vollkommen gut bewahrt haben. Man verwende deshalb geringes Schreibpapier oder beschriebene Papierbogen, oder geleimtes Packpapier vom Fomiat des Schreibpapiers zum Trocknen. Nur sehr saftige Pflanzen (Orchidaceen, Crassulaceen u. a.) müssen in ungeleimtes, in Fliefs- oder Löschpapier gelegt werden. *) Bei Gräsern vmd andern wenig saftigen Gewächsen reichen Lagen von 3 — 4 Bogen hin. Das Trocknen der Pflanzen. 37 Wange hält. Fühlen sie sich dabei noch kühl an, so darf man an- nehmen, dafs sie noch nicht hinreichend ausgetrocknet seien; im anderen Falle wird man keinen grofsen Unterschied von der umgebenden Tem- peratur bemerken können, und dann ist es Zeit, sie in der Art und Weise aufzubewahren, wie weiter unten angegeben werden soll. Auf das Trocknen des feuchtgewordenen Papiers mufs alle Sorg- falt verwendet werden; man richte sich deshalb dasselbe folgendermafsen zu. Nachdem das Papier, welches man zu diesem Zwecke hat auf- bringen können, fleifsig ausgeglättet ist, lege man immer 5 — 6 Bogen (oder 10 halbe Bogen in einen ganzen als Umschlag) zusammen und hefte sofort jede solche Lage am unteren Ende in der Mitte der Breite, etwa einen Zoll vom Rande einwärts, mittelst einer starken Nadel und dünnen Bindfaden zusammen, jedoch so, dafs man die Enden des letzteren auf eine solche Länge abschneidet, dafs, indem man sie zu- sammenknüpft, eine zwei bis drei Zoll weite Schleife entsteht, durch welche ein Holzstab gesteckt werden kann. Der Zweck hiervon ist leicht einzusehen. Es sollen nämlich diese Papierlagen nach einem jedesmaligen Umlegen mittelst dieser Schleifen an Stäbe gereiht und so dem Luftzuge ausgesetzt werden, damit sie schnell wieder aus- trocknen. Wir kommen nunmehr zum Einlegen, welches allerdings mehr Handgeschick erfordert als das Umlegen, aber bei einiger Geduld doch auch bald erlernt werden kann. Haupt regeln dabei sind etwa die folgenden. Die Pflanzen dürfen nicht nafs sein, wenn man sie ein- legen will; denn sonst werden sie gewöhnlich schwarz. Man lasse sie deshalb erst trocknen, wenn man sie betaut oder sonst nafs nach Hause gebracht hat. Wenn man abends spät nach Hause gekommen ist, so ist es am besten, die Pflanzen ins Wasser zu stellen und erst den an- dern Morgen früh einzulegen. Dabei sollte nie versäumt werden, an den Enden ein kleines Stückchen frisch abzuschneiden; die Pflanzen saugen alsdann zwar mehr Feuchtigkeit ein, bleiben aber dabei weit frischer und behalten die natürliche Stellung der Blätter und Blüten besser bei. Wenn die Pflanzen aber trocken sind, ist es immer vorzu- ziehen, dieselben so bald als möglich einzulegen, so dafs man weit besser thut, eine Mappe mit Papier mit sich auf die Wanderungen zu nehmen und die Pflanzen sogleich an Ort und Stelle einzulegen, als dieselben stunden- und tagelang in der Büchse mit sich herumzuschleppen. Dazu kommt, dafs manche Blüten nur wenige Stunden geöffnet sind und sich später oft nicht mehr öffnen, und dafs bei vielen Pflanzen ihre natürliche Gestalt schon verloren geht, wenn sie nur kurze Zeit abge- schnitten oder aus dem Boden sind. Kurz — gar manche Gründe sprechen für das Einlegen an Ort und Stelle. Den einzulegenden Pflanzen mufs man immer die Lage geben, in welcher man sie gewöhnlich in der Natur vorfindet. Man biege also gekrümmte Teile nicht gerade, wenn die Gestalt der 38 Das Trocknen der Pflanzen. Pflanze überhaupt diese Krümmungen mit sich bringt; richte nicht hängende Blumen nach oben und umgekehrt, schräg stehende Blätter nicht horizontal und dergl. mehr, kurz — man bemühe sich sorgfältig, die Tracht oder den Habitus der Pflanze, wie die Botaniker sagen, beizubehalten. Man suche, wenn nur immer möglich, alle Teile einer Pflanze zu bekommen und einzulegen, also nicht allein die Blüten und etwa ein Stück vom Stengel mit einigen Blättern, sondern die ganze Pflanze samt den Wurzeln, Grundblättern und Früchten. Dies hat nun freilich seine Grenzen. Manche Pflanzen sind so grofs, dafs es Unsinn wäre, sie ganz einlegen zu wollen; bei andern ist es nicht wohl thun- lich, die Wurzel ins Papier zu bringen und zu trocknen, wie z. B. bei allen mit holzigen oder sehr grofsen fleischigen Wurzeln. Aber dünne Längs- und Querschnitte davon lassen sich in vielen Fällen doch trocknen und einlegen, und andere Teile, z. B. Blätter, wenn sie zu grofs sind für das angewendete Papierformat, müssen eben in Stücke zerschnitten und so getrocknet werden, dafs sie nachher zu- sammengefügt werden können und alsdann doch die richtige Blattform erkennen lassen. Es mufs dies namentlich bei solchen Pflanzen ge- schehen, wo die Grundblätter, welche oft auffallend grofs sind, eine von den Stengelblättern verschiedene Form haben, Ist eine Pflanze sehr lang, aber der Stengel nicht besonders dick, wie z. B. die Halme der Gräser, so soll die ganze Pflanze eingelegt werden; man schneidet sie in Stücke, wie solche bequem in das Papier gebracht werden können, ■wobei diirch den mehr oder weniger schrägen Schnitt und durch dessen Richtung leicht angezeigt werden kann, Avelche Stücke zusammenge- hören.*) Finden sich bei einer Pflanze Ausläufer, so müssen solche beibehalten werden, wenigstens einer oder einige, Ranken, Dornen und Stacheln nehme man nicht ab, wenn es irgend möglich ist, ihrer beim Pressen Meister zu werden; doch kommt es öfters vor, dafs namenthch die Dornen, je nach ihrer Stellimg, weggeschnitten und be- sonders eingelegt werden müssen. Eine Hauptsache endlich ist es, nicht nur auf die Blüten zu fahnden und diese ins Herbarium zu bringen, sondern auch um die Früchte und Samen sich zu bemühen und diese gleichfalls zu trocknen, wenn es geschehen kann. Letzteres ist überhaupt ein Punkt, worin sich die meisten Anfänger Nachlässigkeit zu schulden kommen lassen. Weil sich nicht immer auch reife Früchte vorfinden, wenn eine Pflanze blüht, so glauben viele schon genug gethan zu haben, wenn sie nur die Blüten einlegen, und kommen sehr schAver dazu, späterhin ein zweites Mal nach derselben Pflanze zu gehen und auch die Früchte einzusammeln. Und doch ist zur genauen Kenntnis einer Pflanze ihre Frucht nicht minder wichtig als die Blüte, ja in manchen Fällen kann die Gattung ohne die genaueste Untersuchung der Früchte gar nicht ausfindig gemacht werden. *) Oder man knickt die Pflanze ein. Das Trocknen der Pflanzen. 39 Beim Einlegen ist alle Sorgfalt darauf zu verwenden, dafs nicht einzelne Blätter über einander oder auf den Stengel, oder Blüten auf Blätter oder andere Blumen etc. zu liegen kommen, ohne dafs man ein besonderes Blatt Papier unter- legt; namentlich gilt dieses von den Kronblättern. Wo dieses Unter- legen versäumt wird, verfärben sich die Teile; die grünen werden schwarz, die Blüten verlieren alle Farbe. Übrigens erfordert dasselbe lange nicht so viele Mühe und Zeit, als man etwa glauben möchte; auch kann es bedeutend vereinfacht werden dadurch, dafs man, wenn die Blätter u. dergl. mehr dicht stehen, einzelne davon und zwar die kleinsten und unvollkommensten ausschneidet, ohne jedoch dem Habitus der Pflanze Eintrag zu thun, und in der Art, dafs die Blattstiele wenigstens zum Teil bleiben, so dafs man erkennen kann, wo Blätter gestanden haben. Fleischige und saflreiche Pflanzen müssen in einen be- sonderen Stofs zusammengelegt werden, weil sie bedeutend mehr Saft enthalten und deshalb viel langsamer trocknen, das Papier feuchter machen und daher leicht die Veranlassung sind, dafs andere mit ihnen eingelegte Exemplare schwarz werden. Auch müssen sie häufiger umgelegt werden und ertragen anfänglich nur einen schwachen Druck, der jedoch nach 14 — 18 Tagen wohl verstärkt werden darf. Überdies müssen sie zwei, drei und mehr Zwischenlagen erhalten. Eigentliche Saftpflanzen, wie die Dickblattgewächse, erfordern dabei noch eine besondere Behandlung, damit sie schneller trocknen. Bei den gewöhnlichen Verfahren leben nämlich manche Arten der- selben oft noch lange fort, wachsen sogar noch im Papier unter der Presse, und deshalb sucht man solchen zuvor das Leben zu nehmen, entweder indem man sie erst in siedend heifses Wasser etwa einige ^Minuten lang eintaucht, oder sie mit einem glühend heifsen Plattstahl wiederholt überfährt. Es gehört jedoch einige Vorsicht und Gewandt- heit dazu. Einmal müssen die Blüten verschont bleiben, weil sie sonst alle Farbe verlieren, und dann dürfen die Pflanzen nicht wirklich weich gesotten werden, weil sie sonst faulen. Will man solche Pflanzen abbrühen, so hält man sie am besten mit einer starken Pincette bis an die Blüten ins Wasser und läfst sie nachher etliche Stunden lang auf FUefspapier abtrocknen. Beim Bügeln müssen sie in mehrere Bogen Fliefspapier gelegt werden, damit der Saft schnell einziehen kann; dabei wird es nötig, die Unterlagen oft zu wechseln, weil sie ganz nafs werden, und begreiflicherweise müssen die Blüten daraus hervorsehen, denn das Bügeln würde ihnen so wenig gut bekommen, als das Abbrühen. End- lich ist bei solchen Pflanzen ein recht fleifsiges und lange fortgesetztes Umlegen ganz unerläfslich ; sie brauchen in der Regel einige Monate zum völligen Trocknen. Das gleiche A^erfahren mufs auch mit Knollen, Zwiebeln und ähn- lichen fleischigen Pflanzenteilen vorgenommen werden. Holzige oder sonst sperrige und steife Pflanzen müssen ebenfals besonders eingelegt und namentlich anfangs weit stärker 44) Das Trocknen der Pflanzen. geprefst werden als andere, so dafs sie schon aus diesem Grunde einen eigenen Stofs bilden sollten. Sie würden aber auch starke Eindmcke in den Zwischenlagen machen,*) dafs diese an anderen weicheren Pflanzen deutlich sichtbar wären, was nicht sein soll. Hierher gehören blühende Zweige von unseren Holzarten, die Disteln und andere verwandte Arten, die Sonnenblumen und ähnliche.**) Die Wasserpflanzen bedürfen auch einer besonderen Behandlung, wenn sie schön und leicht erkennbar sollen eingelegt werden; denn so- bald solche aus dem- Wasser genommen werden, legen sie sich in der Regel zusammen, schrumpfen auch wohl ein und sind nicht mehr ordent- lich auseinander zu bringen. Bei solchen bleibt nichts übrig, als sie so- gleich an Ort und Stelle einzulegen; nur die weniger zierlichen Arten mit breiteren Blättern entfalten diese auch wohl wieder, wenn man sie zu Hause angekommen in ein flaches Gefäfs mit Wasser legt. Um mit den Wasserpflanzen zurecht zu kommen, ist es am kürzesten, dieselben an ihrem Standorte mit einem starken, steifen Papiere zu unterfangen, sie auf demselben flach ausgebreitet herauszuheben und alsdann zwischen starken Lagen von Fliefspapier, die häufig gewechselt werden, zu trocknen, ohne sie von dem steifen Papiere wegzunehmen oder sonst zu berühren, bis sie ganz trocken sind. Bei anderen sehr zierlichen und hinfälligen Landpflan- zen gilt dieselbe Regel. Diese dürfen ebenfalls beim Umlegen gar nicht berührt werden; sie lassen sich am besten in Briefpapierbogen, welche zwischen andere Papierbogen oder noch besser in dicke Folianten oder andere Bücher eingelegt werden, trocknen. Man versuche ja nicht diese Bogen zu öffnen, ehe mindestens 2 — 3 Wochen vergangen sind, sonst schrumpfen dergleichen Pflänzchen zusammen. Endlich giebt es verschiedene Pflanzenarten, welche einen klebrigen Saft besitzen und deshalb beim Einlegen am Papier kleben bleiben., wie z. B. die jungen Triebe der Erle, der Balsam -Pappel, die Pech- blume u. a. m. Auch hier ist bald geholfen; man bestreue die klebrigen Teile mit Bärlappsporen oder sogenanntem Hexenmehl, so hängen sie sich nicht mehr an, und das Mehl läfst sich leicht wieder abblasen, wenn die Pflanzen trocken sind. Mit den Pilzen dagegen läfst sich fast nichts anfangen; sie lassen sich nicht auf gewöhnliche Weise trocknen, weil sie immer schnell in Fäulnis übergehen; man thut daher besser daran, mit solchen Versuchen die Zeit nicht zu verlieren, sondern sich die Exemplare zu zeichnen, was bei der sehr einfachen Form in der Regel weder grofse Übung im *) Zu starke Eindrücke kann man leicht durch starke Papptafeln verhindern. **) Zu starke, holzige Zweige oder Pflanzen mit sehr dickem, fleischigem Stengel kann man der Länge nach zerspalten, wodurch das Trocknen erleichtert wird und man zugleich 2 Exemplare erhält. Das Trocknen der Pflanzen. 41 Zeichnen, noch vielen Zeitaufwand erfordert, zugleich aber eine herrliche Nachhülfe für das Gedächtnis ist. Nach diesen Bemerkungen wollen wir nun zu den Handgriffen beim Einlegen übergehen. Vor allen Dingen suche man sich ein vollkommenes Exemplar von der Pflanzenart aus, welche in die Sammlung aufgenommen werden soll. Dazu gehört, dafs nicht allein die Blüten zahlreich und schön geöffnet, sondern auch, dafs die Blätter nicht von Insekten zerfressen sind; sie sollen auch nicht teilweise fehlen, und insbesondere achte man darauf, dafs die unteren grundständigen Blätter nicht mangelhaft seien. Dann sehen wir, ob wir nicht da oder dort, wo Blüten oder Blätter zu dicht beisammen stehen, eines oder das andere wegnehmen können, ohne den natürlichen Bau der Pflanze Eintrag zu thun. Je weniger ge- drängt dergleichen Teile auf einander zu liegen kommen, desto leichter ist die Pflanze einzulegen, desto geschmackvoller wird sie später aus- sehen und desto schöner wird sie sich trocknen. Aber dieses "Wegnehmen mufs mit Vorbedacht geschehen ; da ist oft bald zu viel gethan, und es entstehen leicht Lücken, w^elche dem Exemplare ein schlechtes, unwahres Aussehen geben. Jedenfalls sollen auch dergleichen Teile immer nur so abgeschnitten werden, dafs ein kleiner Blatt- oder Blütenstielrest stehen bleibt, damit man erkennen kann, dafs an dieser Stelle etwas weggenommen worden ist. Am sichersten wird man immer beurteilen können, ob da oder dort etwas weggenommen werden darf, wenn man die Pflanze auf das Papier legt und versuchsweise mit den Fingern aus- breitet. Je weniger ihr hierbei Zwang angethan wird, desto eher wird sie ihre natürliche Tracht beibehalten. Sind wir nun im reinen, wie die Pflanze eingelegt werden soll, was freilich, wenn wir ihre Tracht gehörig im Gedächtnis haben, schneller geht, als wir es hier lesen und bei gröfserer Übung das Werk eines Ge- dankens ist, so nehmen wir eine der oben beschriebenen Papierlagen her, legen die Pflanze darauf, bringen ilire Teile in die ihnen zuständige Lage und bedecken sie mit einer zweiten Papierlage. Ist die eine unserer Pflanzen eingelegt, so kommt die Reihe an die zweite. Diese wird auf die Papierlage gelegt, mit der wir soeben die erste bedeckt haben, ganz so behandelt, wie soeben gezeigt wurde, und ebenfalls auch wieder mit einer Papierlage bedeckt. Nun folgt die dritte, die vierte, die fünfte u. s. f., bis alle gefundenen Pflanzen in einem Stofs eingelegt sind. Anfänglich geht es freilich etwas langsam, aber in kurzer Zeit wird jeder, der sich Mühe geben will, eine solche Übung erlangt haben, dafs er in einer Stunde wohl 30 und mehr Exemplare einlegen und mehr als 100 in einer zweiten Stunde umlegen kann. Nachdem das Einlegen beendigt ist, wird zuerst eines der oben be- schriebenen Brettchen, die immerhin einen halben bis einen Zoll stark sein sollten, zu unterst gelegt an der Stelle, wo man die Pflanzen pressen will, sodann der Papierstofs darauf, auf diesen wieder eines der Brettchen, 43 Das Trocknen der Pflanzen. und auf solches kommen dann erst einer oder zwei oder mehr Steine zu liegen, bis der Stofs nahezu auf zwei Dritteile seiner anfänglichen Höhe zusammengeprefst ist. Allzustarkes Pressen, zumal gleich von An- fang an, ist nicht anzuraten, namentlich nicht bei sehr saftigen Pflanzen, weil solche dadurch zerquetscht weiden könnten. Noch ist zu bemerken, dafs der Ort, wo man Pflanzen trocknen will, nicht feucht sein darf, weil es sonst unmöglich Avird, dieselben schön zu erhalten, und dafs es unumgänglich nötig ist, das vorrätige Papier an einem ganz trockenen Orte aufzubewahren. Mit nur einem Stofs eingelegter Pflanzen wird man, wie schon weiter oben bemerkt worden, schon nach der zweiten oder dritten Ex- kursion nicht mehr zurecht kommen; er wird zu hoch, und dann müssen die saftreicheren Exemplare, welche das Papier stark durchfeuchten und weit langsamer trocknen, sowie solche mit dicken harten Stengeln, wo- durch beim Pressen Eindrücke auf die ihm zunächst liegenden Pflanzen entstehen, jedenfalls abgesondert für sich getrocknet werden. Auch ist es nicht zweckmäfsig, frisch eingelegte Pflanzen in denselben Stofs mit anderen zu bringen, welche sich schon acht Tage und länger unter der Presse befinden und schon anfangen zu trocknen; die Feuchtigkeit aus den neu hinzugekommenen durchdringt leicht auch die älteren wieder und verzögert das schnelle Trocknen. Anfänglich kann eigentlich nie zu oft umgelegt werden; je öfter es geschieht, desto schöner trocknen die Pflanzen. Doch kann es, wenn man besonders sperrige Exemplare unter der Presse hat, für das erste Mal geraten sein, vierundzwanzig Stunden zu warten, um nicht Gefahr zu laufen, dafs beim ersten Umlegen dieselben aus ihrer Lage kommen. Es aber länger anstehen zu lassen, ist nicht ratsam; die zartgefärbten Blüten leiden durch die umgebende Feuchtigkeit nur gar zu schell. Die Stöfse mit frisch eingelegten Pflanzen lege man deshalb anfangs jeden Tag einmal, wo nicht zweimal um; ältere Stöfse lege man alle zwei bis drei Tage um, bis endlich die Pflanzen soweit trocken sind, dafs sie aus der Presse genommen werden können. Damit aber sei man ja nicht voreilig; die Pflanzen müssen wirklich völlig trocken sein, sonst schrumpfen sie auch bei gehöriger Bedeckung in den einzelnen Bogen zusammen und werden unscheinbar, was durch ein bis zwei Wochen längeres Pressen leicht vermieden wird. Der Anfänger kann es meist kaum erwarten, bis er eine Anzahl getrockneter Pflanzen aufzuweisen hat, und so läfst er sich in seiner Ungeduld leicht verführen, diese zu früh aus der Presse zu nehmen. Man soll überhaupt das Einlegen und Sammeln der Pflanzen nicht zur Hauptsache machen. Was hilft eine Sammlung von Dingen, von welchen wir weiter gar nichts wissen, als höchstens den Namen, welchen uns andere gesagt haben, in deren Kenntnisse unbedingtes Vertrauen zu setzen wir vielleicht am Ende nicht einmal Grund haben? Die Pflanzensammlungen sollen uns nur als sicheres Mittel dienen zum Zwecke der genauen Bekanntschaft mit dem Pflanzenreich. Der Das Trocknen der Pflanzen. 4S allererste Anfang dazu aber ist das Kennenlernen der uns umgebenden Pflanzen dem Namen und ihren äufseren Merkmalen nach, und deshalb sollen wir keine Pflanze einlegen und trocknen, welche wir nicht nach allen ihren Teilen genau untersucht und hier- nach ihren Namen ausfindig gemacht haben. Die Sammlung hilft alsdann imserem Gedächtnis nach, wenn es bei der Menge der Pflanzen irre zu werden droht oder uns untreu wird im Verlaufe der Zeit. Über die Einrichtung des Herbariums giebt Prof. M. Willkomm {Führer ins Reich der deutschen Pflanzen) folgende Ratschläge. Man lege die Pflanzen einer jeden einzelnen Art in einen zu- sammengebrochenen Bogen Papier, welcher so liegen mufs, dafs er sich von rechts nach links aufschlagen läfst, die Rückenkante folglich zur linken, der Schnitt zur rechten Seite sich befindet. Das Format darf nicht zu klein sein, damit auch grofse Pflanzen in dem Bogen voll- kommen Platz finden und nicht etwa die Zweig- und Blattspitzen der- selben aus dem Bogen herausstehen. In ungeleimtem, weifsem Druck- papier halten sich die Pflanzen beinahe am besten, weil sie in diesem, welches sich wegen seiner weichen Beschaffenheit den Pflanzen innig anschmiegt und an den Rändern fest zusammenschliefst, am meisten gegen Staub und Insekten geschützt sind. Dagegen empfiehlt sich Schreibpapier insofern, als es wegen gröfserer Steifheit das Aufschlagen der Bogen beim Aufsuchen einer Pflanze im Herbarium erleichtert. Sind in einem Bogen viele Pflanzenexemplare enthalten (z. B. von verschiedenen Standorten oder von verschiedenen Formen und Abarten ein und derselben Art), so wird man wohlthun, zwischen die einzelnen Exemplare halbe Papierbogen zu legen, damit sie sich nicht gegenseitig drücken und nicht unter einander kommen. Da die Pflanzen beim Durchsehen eines Herbariumpakets, wenn man nicht vorsichtig ist, aus ihrem Umhüllungsbogen herausfallen können, so kann man sie, hat man dazu Zeit, mittels schmaler Streifen von Papier, das auf einer Seite mit Gummiauflösung oder russischem Leim bestrichen ist (und nur an- gefeuchtet zu werden braucht), auf halbe Bogen festkleben, die man dann in Umschlagbogen legt. Jede Pflanzenart, wie jede Abart mufs mit einem Zettel (einer Etikette) versehen sein, welcher den wissen- schaftlichen (lateinischen) Namen derselben, eine möglichst genaue An- gabe des Fundorts (Standorts) und der Fundzeit (des Tages, an welchem man die Pflanze sammelte) enthält. Den Artnamen schreibt man auch aufsen auf den Umschlagbogen und zwar in die untere linke Ecke. Sämtliche Arten ein und derselben Gattung oder vielmehr deren Umschlagsbogen werden in einen Bogen gelegt, welcher in der entgegen- gesetzten Weise zusammengebrochen ist, so dafs er sich von links nach rechts aufschlagen läfst. Auf diesem gemeinschaftlichen Umschlags- bogen (Gattungsbogen) wird der Name der betreffenden Gattung in die 44 Das Trocknen der Pflanzen. untere rechte Ecke geschrieben. Die zu einer Familie gehörigen Gat- tungen werden nach dem vorliegenden Buche geordnet, in zwei mit Bändern versehene Pappendeckel, wovon der eine den Namen der Familie trägt, gelegt und fest zugebunden. Dafs die Pflanzenpakete an einem trockenen Orte aufzubewahren und vor Nässe zu schützen sind, versteht sich von selbst. Ebenso mufs man darauf bedacht sein, Insekten davon fern zu halten. Gegen letztere ist öfteres Durchsehen das sicherste Mittel, indem man dabei die etwa vorhandenen Feinde bemerken und vernichten kann. Auch das feste Zubinden der einzelnen Pakete wird vorteilhaft sein. Sehr zweckmäfsig ist es nach Willkomm, in jedes Pflanzenpaket einige getrocknete Exemplare des blauen Steinklees (Melilötus coenileus) zu legen. Das Kraut hat im trockenen Zustande einen sehr starken Geruch, welcher den meisten Insekten zuwider zu sein scheint. Schmidlin rät, Papier- streifen mit Tinctüra öpii crocäta zu bestreichen und diese zwischen die Pflanzen zu legen. Ein auf diese Weise angerichtetes, aus gut getrockneten und richtig bestimmten Pflanzen bestehendes Herbarium hat nicht nur einen wissen- schaftlichen Wert, sondern wird seinem Besitzer auch manchen Genufs der Erinnenmg an die damit verknüpften Ausflüge ge\vähren und eine Quelle unaufhörlicher Belehrung und P>eude sein. Das Einsammeln der Pflanzen für das Herbarium.*) Um die Pflanzen unserer Umgebung kennen zu lernen , ist es notwendig, dafs wir dieselben an Ort und Stelle, wo sie wachsen, auf- suchen, auf das Genaueste betrachten und mit ähnlichen vergleichen. Im AValde wachsen andere Arten als auf dem Ackerfeld, auf der Wiese andere als am Wege, im Frühling andere als im Sommer oder Herbst. Wir werden nie zu einer gröfseren Sammlung von Pflanzen gelangen, wenn wir nicht hinauswandem in Feld und Flur, in den Wald und auf die Heide imd sammeln, was aufzufinden ist. Ausflüge dieser Art nennt man botanische Ausflüge oder botanische Exkursionen. Wie förderlich dieselben für Körper und Geist sind, braucht einsichts- vollen Lesern gegenüber nicht auseinandergesetzt zu werden. Keine Gegend in unserem schönen Deutschland ist so arm an Ge- wächsen, dafs nicht namentlich der Anfänger in seiner nächsten Nähe und zu allen Jahreszeiten, den Winter ausgenommen, Pflanzen genug fände, wert, um sie in die Sammlung aufzunehmen. Es ist deshalb nicht nötig, dafs man sogleich Wanderungen auf einen ganzen Tag aus- dehnt. Man lerne nur erst seine nächste Nähe kennen; die Pflanzen in derselben sind gewifs nicht minder merkwürdig gebaut, als solche, welche an entfernteren Orten wachsen, und Gewandtheit im Auffinden der äufseren Merkmale und Sicherheit in deren Beurteilung , wonach der Antänger zuerst streben mufs, lassen sich an denselben ebensogut erwerben, ja noch besser, als wenn man weit geht und von der Reise ermüdet zu nichts mehr aufgelegt ist. Unser grofser Meister L i n n e sagt in dieser Beziehung sehr treffend: > Bewundere alles, selbst das Gemeinste, was dir von Naturprodukten aufstöfst, und du wirst unwill- kürlich auf Erscheinungen und Eigenschaften an Pflanzen, Tieren etc. aufmerksam werden, welche du sonst übersehen hättest, und die dir nicht nur oft die reinste Freude imd hohen Genufs gewähren, sondern auch selbst auf für die Wissenschaft oder das Leben wichtige Ent- deckungen führen können.« Gut und bequem ist es, wenn man beim Sammeln der Pflanzen im Besitze einer Blechkapsel, einer sogenannnten Botanisierbüchse ist, wie man sie jetzt überall haben kann. Die Pflanzen welken darin lange nicht so schnell, als wenn wir sie in der Hand tragen, zumal im *) Aus der zweiten Auflage der Schmidlin' sehen »Anleitung zum Botanisieren« abgedruckt und nur hier und da gekürzt. 46 Das Pflanzensammeln oder Botanisieren. heifsen Sommer. Aber unumgänglich nötig ist sie nicht. Nach kurzer Zeit wird man soviel Übung erlangt haben, dafs man seine Pflanzen an Ort und Stelle einlegen und untersuchen kann, und dabei thut eine starke Mappe, welche einige Buch Papier enthält, ganz dieselben Dienste, ja noch bessere als die Büchse. Aber ein starkes Messer kann man nicht wohl entbehren, eben- so bedarf man eines starken Stockes mit einem Haken zum Heraus- fischen der Wasserpflanzen oder Herunterholen von hochhängenden Blüten an Bäumen und Sträuchern. Ein kleiner Handspaten zum Ausgraben von Wurzelknollen etc. ist entbehrlich, wenn man ein starkes Messer besitzt. Ferner ist, insbesondere für den Anfänger, im Unter- suchen ein scharfes, spitziges Federmesser oder eine starke Nadel notwendig, sowie eine sogenannte Haarzange (Pincette), mit der er feine Teile an den Pflanzen leichter fassen kann, als mit den anfänglich besonders ungeschickten Fingern. Ohne eine gefafste Glaslinse (Lupe oder Vergröfserungsglas) wird man anfangs zurecht kommen, ein gutes Auge entbehrt sie nicht so sehr; wer keine hat, kommt nicht in Versuchung, sie bei jeder Gelegenheit anwenden zu wollen, was jungen Augen leicht Schaden bringt. Ausgerüstet mit den eben angeführten Utensilien kann man nichts besseres thun, als Tag für Tag, wenn es immer die Witterung und un- sere sonstige Beschäftigung erlaubt, hinausgehen und, wenn man eine blühende Pflanze findet, dieselbe nach allen ihren Teilen genau be- trachten, bis man gleichsam an ihr alles auswendig weifs. Man mache es sich zum Gesetz, von keiner Pflanze wegzugehen oder sie zum Zwecke des Einlegens mit sich zu nehmen, ehe man sich eine ganz klare Vorstellung von allen ihren einzelnen Teilen, sowohl den Blütenteilen als den Blättern etc., verschafft hat. Wenn wir nur zwei Arten täglich kennen lernen, aber von Grund aus, so dafs uns kein einziger Ausdruck in der Beschreibung mehr unklar ist und wir über keinen mehr im Zweifel sind, dafs er auf die von uns aufgefundene Pflanze richtig passe, so werden wir in vier Wochen sicherlich viel weiter sein und mehr Pflanzen kennen, als andere, welche in ihrer Oberflächlichkeit nur sammeln und trocknen, ohne die gesammelten Exemplare zu studieren. Befinden wir uns in der Nähe unserer Wohnung, so ist es jeden- falls praktischer, mehrere Exemplare von jeder Art, die wir finden, ein- zusammeln und damit nach Hause zu eilen, um sie dort genauer zu be- trachten und zu untersuchen. Hat man sich aber einmal die nötige Übung im Auffinden der einzelnen Organe verschafft, so ist es immer besser, die Pflanzen sogleich an ihrem Standorte zu untersuchen, und lieber nur wenige, aber genau bestimmte schöne Exemplare nach Hause zu bringen, als eine ganze Botanisierbüchse voll, wovon die eine Hälfte verdorben, die andere Hälfte aber sich in einem solchen Zustande be- findet, dafs es kaum der Mühe wert ist, sie einzulegen. Auch entsteht daraus der Nachteil, das man oft nicht mehr die nötige Zeit zum ge- Das Pflanzen sammeln oder Botanisieren. 47 nauen Untersuchen und Bestimmen der Pflanzen findet, oder wohl auch sich die Zeit dazu nicht nehmen mag. So werden denn dieselben ununter- sucht eingelegt, man läfst sich später von einem Freunde oder Bekannten ihre Namen sagen, nur um sie mit dem Namen in das Herbarium ein- reihen zu können, weifs aber auf diese Weise auch gar nichts weiter davon, so dafs in kurzer Zeit mit dem Namen auch die Vorstellung von ihnen aus unserem Gedächtnis verschwindet und die darauf verwendete Zeit also rein verloren ist. Man übergehe keine blühende Pflanze in dem Gedanken, dafs es noch lange Zeit genug sei, sie kennen zu lernen; sie werde noch "Wochen hindurch in der Blüte zu finden sein. Dieselben gehen oft nur gar zu schnell vorüber, und man hat am Ende des Jahres den Verdrufs, bisweilen die bekanntesten Arten versäumt zu haben. Man suche ferner vom ersten Frühlinge an abwechsekingsweise die verschiedenartigsten Standorte auf, sei aber darauf bedacht, wenigstens alle 2 — 3 Wochen dieselben wieder oder ganz ähnliche Plätze zu be- gehen, weil innerhalb dieser Zeit, im hohen Sommer wohl noch früher, an denselben gewifs immer wieder neue Gattungen und Arten aufgeblüht sein werden. Aber auch um reife Früchte (und Samen) zu den schon früher eingelegten blühenden Pflanzen zu erhalten, ist der wieder- holte Besuch ein und desselben Standortes notwendig, denn in den wenigsten Fällen wird man Blüten und reife Früchte zugleich finden. Merkwürdig verschieden sind einzelne Pflanzenarten auch in Bezu? auf ihr Vorkommen. Während die eine Art einer Gattung oft ganze Strecken Landes überdeckt und zu Hunderten beisammen angetroffen wird, kommt eine andere Art derselben Gattung immer nur vereinzelt vor. Dies hat sich der Anfänger vor allem wohl zu merken und dabei vor dem Barbarismus zu hüten, den gar manche in Bezug auf dergleichen seltene Pflanzen begehen, wenn sie in der Freude über den seltenen Fund, oder um Exemplare zum Vertauschen zu bekommen, oder aus noch viel unedleren Beweggründen von denselben zusammenraffen und mitnehmen, was sie nur finden können. Schon häufig sind auf solche Weise Pflanzen, welche in einer Gegend selten und ihr eigentümlich waren, ganz ausgerottet worden. Da mufs man gewissenhaft sein und eher alles aufbieten, um solche Seltenheiten in einer Gegend zu erhalten, als 'sich die Mitschuld an ihrem gänz- lichen Verschwinden aufladen. Stöfst man auf eine solche vereinzelte Pflanze, und dafs sie dies sei, drängt sich uns in der Regel aus ihrer ganzen Erscheinung und aus der Eigentümlichkeit des Standortes auf, so schaue man sich vorher, ehe man sie heraussticht oder gar echt schülermäfsig nur geradezu abbricht, in ihrer nächsten Nähe gehörig um, ob nicht noch mehrere Exemplare zu erblicken sind. Wo nicht, so wird jeder echte Botaniker auch dieses einzige stehen lassen, es allenthalben genau betrachten und höchstens 48 Das Pflanzensammeln oder Botanisieren. eine oder zwei Blüten davon abnehmen zur näheren Untersuchung, falls er nicht schon aus dem ganzen übrigen Bau der Pflanze die Gattung vermuten kann, zu der sie gehören mag. Viele angehende Pflanzensammler haben die Untugend, von der- selben Art, insbesondere wenn sie eine auffallende Blüte hat, fünf, sechs und noch mehr Exemplare mitzunehmen und einzulegen. Wozu das ? Um sie gegen andere avistauschen zvi können? Bei wirklich seltenen Pflanzen, welche dessen ungeachtet aber doch in einer Gegend bisweilen in ziemlicher Anzahl wachsen können und daher für entfernter Wohnende von Wert sein können, will ich diesen Grund gelten lassen; aber auch nur in diesem Fall. Sonst ist dieses Einlegen von mehrfachen Exemplaren zwecklos und raubt nur Zeit und Raum, die beide besser benutzt werden könnten. Wer seiner Sache beim Einlegen gewifs ist, was jeder sein kann, wenn er genau dabei zu Werke geht, hat an einem, höchstens zwei Exemplaren genug; dann mag er sich noch ein drittes mit nach Hause nehmen, um an demselben die Untersuchung an Ort und Stelle noch einmal zu Hause nachholen zu können, zumal wenn er über einige Teile noch in Ungewifsheit geblieben wäre. Dafs Pflanzen, welche so grofs sind, dafs sie nicht in ihrer ganzen Länge in der Botanisierbüchse untergebracht werden können, geknickt oder zerschnitten und zusammengebunden werden müssen, dafs man Sämereien u. dergl. kleinere Teile in Kapseln von Papier u. a. m. auf- bewahren soll und nicht zu den Pflanzen in die Kapsel bringen darf, dafs man besonders hinfällige stets an Ort und Stelle einzulegen hat u. s. w., sind Regeln, die sich alle von selbst verstehen. Wenn der Anfänger eine ziemliche Übung im Untersuchen erlangt und sich mit der ihn zunächst umgebenden Pflanzenwelt vertraut gemacht hat, wozu ihm namentlich auch die Bekanntschaft mit erfahreneren Sammlern sehr dienlich sein wird, so mag er auch an Exkursionen von weiterer Ausdehnung denken, an Exkursionen in die seiner Heimat nahe gelegenen Gebirgswälder , in Moorgegenden, Heiden u. dergl., wo dann natürlich, wenn er zwei oder mehrere Tage darauf verwenden will, immer nur an Ort und Stelle untersucht und eingelegt werden mufs. Auf gröfseren Wanderungen sind die Mappe mit Papier, das Messer und der Stock unerläfslich. Endlich ist auch dem jungen Botaniker, der solche Wanderungen unternehmen will, Beharrlichkeit, Ausdauer und Sparsamkeit zu empfehlen. Nur der nüchterne, emsige Sammler wird es weit bringen in dieser schönen Wissenschaft. Allleitung- zum Gebrauche der in dem Buche enthaltenen Tabellen und Übersichten. Da jedes System dem Anfänger mehr oder weniger Schwierigkeiten darbietet, so wurde den nachfolgenden Tabellen weder das natürliche, noch irgend ein künstliches System zu Grunde gelegt. Zur Bildung der Hauptabteilungen diente vielmehr die jedermann geläufige Einteilung der Pflanzen in Wasserpflanzen, Gräser und grasähnliche Ge- wächse, Kräuter und Stauden, Bäume und Sträucher, und zur Begrenzung der Unterabteilungen und der kleineren Abteilungen, in welche die Unterabteilungen wieder nach und nach gespalten wurden, sind nur leicht bemerkbare und auffällige Merkmale benutzt worden. Wer sich daher mit dem Inhalt der vorhergehenden Abschnitte genügend vertraut gemacht hat, dem wird es nicht schwer fallen, mit Hilfe dieser Tabellen eine unbekannte Pflanze durch eigene Untersuchung zu be- stimmen, d. h. den Namen derselben aufzufinden. Den einzuschlagenden Weg werden am besten einige Beispiele erläutern. Wollten wir z. B. die weifse Seeblume bestimmen, so würden wir, da dieselbe eine ausgesprochene Wasserpflanze ist, die Tabelle zum Be- stimmen der Wasserpflanzen Seite 53 aufschlagen. Hier lesen wir nun zuerst die mit römischen Ziffern (I, II, III, IV) bezeichneten Merkmale. Auf unsere Pflanze pafst das mit IV bezeichnete Merkmal, die Blätter sind einfach und ungeteilt. Jetzt lesen wir die unter IV mit grofsen lateinischen Buchstaben (A, B, C) bezeichneten, etwas eingerückten Merkmale. Auf unsere Pflanze pafst A, denn die Blätter der Seeblume sind herzförmig-rundlich. Lesen wir endlich unter A die mit deutschen Ziffern (i, 2, 3) bezeichneten, etwas weiter eingerückten Merkmale, so finden wir, dafs das Merkmal imter i auf unsere Pflanze pafst, denn die Blätter sind schwimmend, handgrofs und gröfser, die Blüten grofs, einzeln, langgestielt u. s. w. Hinter den mit i bezeichneten Merk- malen ist der Name Seeblumengewächse und hinter diesem die Zahl 116 angegeben ; ersterer bezeichnet die Familie , zu welcher unsere Pflanze gehört, letztere die Seite, auf welcher wir diese Familie aufgeführt finden. AVir schlagen also Seite 116 auf. Hier sehen wir, dafs die Familie der Seeblumengewächse nur 2 deutsche Gattungen umfafst, und dafs unsere Pflanze, weil die unter i ange- gebenen Merkmale auf sie passen, zu der Gattung Seeblume gehört und die weifse Seeblume, Nymphaea alba, ist. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. d 50 Anleitung. Ebenso, wie bei der Bestimmung einer Wasserpflanze, verfährt man bei der Bestimmung der Gräser und grasähnlichen Gewächse. Bei den zu den Kräutern und Stauden oder Bäumen und Sträuchern gehörigen Pflanzen hat man jedoch, ehe man zur Bestimmung der Familie oder Gattung schreiten kann, aufser der Hauptabteilung auch die Unter- abteilung zu ermitteln. Angenommen, wir wollten das zweiblättrige Schattenblümchen be- stimmen. Dieses gehört zu den Kräutern imd Stauden und nach der Übersicht auf Seite 61 zu den Kräutern und Stauden mit einfacher Blütenhülle auf Seite 66, da die Blüten nicht in einem Kopfe stehen, nur I Fruchtknoten und i — lo Staubblätter enthalten und eine einfache Blütenhülle besitzen. Um die Familie oder Gattung des Pflänzchens festzustellen, untei suchen war, welche von den hier angegebenen Merk- malen aufserdem auf dasselbe passen. Es werden dies die mit V, D, 3, a bezeichneten Merkmale sein. Hinter den letzteren Merkmalen finden wir auch schon den Gattungsnamen Schattenblümchen, die einzige Art aber auf Seite 69. Das wohlriechende Veilchen gehört ebenfalls zu der Hauptabteilung der Kräuter und Stauden, aber nach der Übersicht auf Seite 61 zu einer anderen Unterabteilung, nämlich zu den Kräutern und Stauden mit unregelmäfsiger Krone auf Seite 70. Hier passen die mit II, A, 4 bezeichneten Merkmale auf dasselbe. Hinter den Merkmalen unter 4 finden wir den Namen der Gattung und auf Seite 217 führen uns die Merkmale I, B, i, auf die Art. Wir sind bei der Bestimmung des zweiblättrigen Schattenblümchens und des wohlriechenden Veilchens von den Blüten ausgegangen; wir kommen jedoch auch zum Ziele, wenn wir die Tabelle auf Seite 76 benutzen. Nach der Übersicht der Unterabteilungen gehört das Schatten- blümchen zu den Kräutern mit wechselständigen Blättern Seite 86. Die hier mit IV, A, 3 bezeichneten Merkmale führen uns auf die Familie der Liliengewächse auf Seite 62. Auf Seite 62 finden wir die Gattung Schattenblümchen sogleich unter I, und die Zahl hinter dem Gattungsnamen weist uns auf die Art. Das wohlriechende Veilchen gehört nach der Übersicht auf Seite 76 zu den Kräutern und Stauden mit grundständigen Blättern Seite 81- Bei der weiteren Bestimmung führen ims die Merkmale unter III, C, i auf die Gattung Veilchen. Um die Vogel- oder Süfs- Kirsche nach den Blüten zu bestimmen, müssen wir folgenden Weg einschlagen: Bäume und Sträucher mit dop- pelter Blütenhülle Seite 90 und 94, IV, A, i, Rosengewächse Seite 157, II, B, 2, Kirsche Seite 180, B, i, a. Bei der Bestimmung der Vogel- Kirsche nach den Blättern ist der Weg folgender: Bäume und Sträucher mit ungeteilten, wechselständigen Blättern Seite 96, 98, II, B, 2, b, bb, Seite 180 etc. Bei der Bestimmung des welschen Nufsbaumes nach den Blättern ist folgender Weg zurückzulegen: Bäume und Sträucher mit zusammen- gesetzten, gefingerten oder gefiederten Blättern Seite 102, III, B, 4, Seite 80. Anleitung. 51 Zur Abwechselung können wir auch das anhangsweise aufgeführte Linne'sche System (Seite 350, 351) und die nach demselben ausgearbeiteten Tabellen (Seite 352 — 371) zum Bestimmen benutzen. Nach dem Linne'schen System gehört das zweiblättrige Schattenblümchen in die 4. Klasse (Seite 350, A, I, A, i, d, Seite 354, III, D, 3, a, Seite 69), das wohlriechende Veilchen in die 5. Klasse (Seite 350, A, I, A, i, e, Seite 356, III, C, i, a, Seite 217). die Vogel- Kirsche in die 12. Klasse (Seite 350, A, I, A, i. m, aa, Seite 364, II, Seite 157), der welsche Nufsbaum in die 21. Klasse (Seite 350, A, II, A, Seite 366, IV, C, I, a, Seite 80). — Als allgemeine Regeln für den Gebrauch des Buches und die Be- stimmung der Pflanzen sind besonders die folgenden der Beachtung des Anfängers zu empfehlen. Man wähle zur Untersuchung nur solche Pflanzen, an denen alle Teile deutlich entwickelt sind. Einzelne abgerissene Stücke einer Pflanze werden nur selten dazu ausreichen. Bei manchen Pflanzen mufs man neben den Blüten auch zugleich Früchte vor sich haben. Man lese immer alle mit gleichen Ziffern oder Buchstaben bezeich- neten Merkmale durch, ehe man sich für eins entscheidet und von diesem aus weiter geht. Gelangt man mit Hilfe einer Tabelle nicht zum Ziele, so versuche man die Bestimmung einer Pflanze mit Hilfe einer andern Tabelle. Gelingt z. B. die Bestimmung nicht nach den Blüten, so versuche man sie nach den Blättern. Auch die Benutzung des Linne'schen Systems wird oft von Vorteil sein. Nahe verwandte Pflanzenarten, welche sich oft nicht durch scharfe und beständige Merkmale unterscheiden lassen, mufs man, um sie genau kennen zu lernen, öfter und womöglich in gröfserer Anzahl beobachten. Ein einzelnes Exemplar und eine einmalige Beobachtung reicht zur Bestimmung nicht immer aus. Es ist vorteilhaft, den Anfang im Bestimmen mit solchen Pflanzen zu machen, die man bereits kennt. Übersicht der angenommenen Hauptabteilungen der Pflanzen. L Wasserpflanzen. Im "Wasser untergetauchte, flutende, schwim- mende oder über den Wasserspiegel sich erhebende Gewächse . Seite 53. II. Gräser und grasähnliche Gewächse. Land- oder Sumpf- pflanzen mit streifennervigen, linealen bis lineal- lanzettlichen oder pfriemlichen, stielrunden Blättern und meist unscheinbaren Blüten Seite 58. III. Kräuter und Stauden. Holzlose Land- oder Sumpfpflanzen mit netz- oder streifennervigen Blättern oder ohne grüne Blätter, welche entweder nur einmal blühen und dann absterben (Kräuter) oder wiederholt oder nie blühen (Stauden) . . Seite 61 76. IV. Bäume und Sträucher. Gröfsere oder kleinere Holzgewächse mit schuppen- oder nadeiförmigen Blättern oder gröfseren und breiteren, netznervigen Blättern, deTen Stengel (Stamm) sich ent- weder unten, dicht über dem Erdboden (Sträucher) oder weiter oben (Bäume) verästelt Seite 90 96. Tabelle zum Bestimmen der Wasserpflanzen. I. Blätter fehlend. Äste fehlend. Frei schwimmende oder etwas untergetauchte sehr kleine Pflänzchen mit blattartig verbreitertem Stengel (Fig. 137). "Wasserlinse 58. II. Blätter fehlend. Äste quirlständig, seltener fehlend. A. Im Wasser aufrecht wachsende und sich über den Wasser- spiegel erhebende Pflanzen. Stengel gegliedert, an den Knoten mit gezähnten Scheiden (verwachsenen Blättern). Sporenbehälter in endständiger Ähre. (Fig. 170.) Schachtelhalm 9. B. Im Wasser untergetauchte, meist zarte Pflanzen. Stengel ohne gezähnte Scheiden. Befruchtungswerkzeuge (die männlichen rot) an den Zweigen. Armleuchtergewächse*). III. Blätter geteilt oder zusammengesetzt. A. Blätter mit rundlichen, häutigen Blasen zwischen den Blatt- zipfeln, untergetaucht. Blüten gelb, 2 lippig. Wasserhelm 291. B. Blätter 3 zählig oder 4 zählig, meist aufrecht. 1. Blätter 3 zählig. Blüten in langgestieltef Traube. Krone rötlich oder weifs. Dreiblatt 255. 2. Blätter 4 zählig. Blüten fehlend. Sporenfrüchte über dem Grunde des Blattstiels. (Fig. 135.) Kleefarn 8. C. Blätter gabelig oder fiederig geteilt. 1. Blätter quirlständig. a. Blätter wiederholt -gabelteilig, mit borstlichen , weichen, oder linealen und starren Zipfeln. Blüten einzeln in den Blattachseln, klein und unscheinbar. Hornblatt II 7. b. Blätter tief kammartig - fiederteilig. Blüten in unter- brochenen, quirligen Ähren, klein. Tausendblatt 226. 2. Blätter wechselständig, entfernt oder fast rosettig. a. Blätter doppelt - fiederteilig, obere gefiedert. Blüten 2strah- ligen Dolden. Scheiberich 253. b. Blätter kammförmig- fiederteilig, sehr genähert, alle unter- getaucht. Blüten in endständiger, unterbrochener Traube. Wasserfeder 249. *) Die Armleuchtergewächse (Characeen) bilden eine Ab- teilung der Klasse der Algen und sind in dem vorliegenden Werkchen nicht enthalten. 54 "W asserpflanzen. c. Blätter nicht fiederteilig, alle untergetaucht oder die obersten schwimmend und gelappt bis geteilt. Blüten einzeln. Hahnenfufs 123. IV. Blätter einfach, ungeteilt. A. Blätter tief -herz -eiförmig, herzförmig -rundlich oder tief-pfeil- förmig. I. Blätter schwimmend, handgrofs und gröfser. Blüten grofs, einzeln, langgestielt. Krone weifs oder gelb, vielblättrig, Staubblätter zahlreich. Seeblum enge wachse 116. 140 139 142 Fig. 133. Kolben von Kalmus. Fig. 134. Einzelne Blüte von Kalmus. Fig. 135. Blatt und Frucht von Kleefarn. Fig. 136. Pillenfarn. Fig. 137. Wasserlinse, blühend. Fig. 138. Blütenstand einer Wasserlinse. Fig. 139. Büschelfarn. Fig. 140. Tannwedel (Stengelstück). Fig. 141. Blüte vom Tannwedel. Fig. 142. Büngel (oberes Stengelstück). Fig. 143. Staubblüte vom Büngel. Fig. 144. Stempelblüte vom Büngel. 2. Blätter schwimmend, kleiner. a. Blüten 2 häusig. Krone weifs, 3 blättrig. Staubblätter 9 bis 12. Froschbifs 21. b. Blüten zwitterig. Krone goldgelb, 5 spaltig. Staubblätter 5. Tauche 255. 3. Blätter aufrecht. a. Blätter herzförmig. Blüten in endständigem Kolben, mit flach ausgebreiteter, innen weifser Blütenscheide. Schlangen würz 58. b. Blätter pfeilförmig. Blüten traubig, in 3 blutigen Quirlen, weifs. Pfeilkraut 20. "Wasserpflanzen. 55 Blätter elliptisch oder eiförmig bis länglich - lanzettlich oder förmig. . 1. Blätter 2 zeilig, elliptisch oder länglich, kurzgestielt. Kleine, frei schwimmende Pflanzen mit kugeligen oder eiförmigen Sporenfrüchten (Fig. 139). Büschelfarn 8. 2. Blätter rosettig, gezähnt, schwimmend oder untergetaucht. a. Blätter lineal- lanzettlich (schwertfönnig), dornig -gezähnt, eine aufrechte, meist gröfstenteils untergetauchte Rosette bildend. Krebsschere 21. b. Blätter rautenförmig, gezähnt, eine dem Wasserspiegel flach aufliegende Rosette bildend. Wassernufs 226. 3. Blätter gegenständig, höchstens die obersten rosettig. a. Blüten einzeln in den Blattachseln, ohne deutliche Blüten- hülle (Fig. 142—144). Blätter klein, verkehrt -eiförmig bis lineal, die obersten rosettig oder doch gedrängt. Büngel 207. b. Blüten zu 3—5 in den Blattachseln, gestielt, weifs. Blätter klein, spatelig bis lineal -länglich. Stengel flutend. Greusel 103. c. Blüten in blattwinkelständigen Trauben, blau oder bläu- lich. Blätter elUptisch bis länglich -lanzettlich. Stengel aufrecht. Ehrenpreis 284. d. Blüten in kurzen, wenigblütigen gestielten Ähren, grün- lich. Blätter eiförmig bis lanzettlich, halbstengelum fassend, untergetaucht, Stengel flutend. Laichkraut 16. 4. Blätter grundständig oder wechselständig, nicht rosettig. a. Blüten grünlich, 4 blättrig, in meist langgestieltea , end- oder blattachselständigen, walzlichen Ähren. Stengel flutend. Laichkraut 16. b. Blüten weifs, mit 3 blättrigem Kelch und 3 blättriger Krone, quirhg oder rispig. Stengel aufrecht oder flutend. Froschlöffel 19. c. Blüten röthchweifs oder rot. Steilig, in dichter Ähre. Stengel flutend. Knöterich 94. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich bis fadenförmig oder borsten- förmig. I. Blätter gegenständig. a. Blätter lang-lineal, fast fadenförmig, bis 8 cm lang. Blüten büschelig in den Blattachseln. fJalde 19. b. Blätter spatelig bis lineal -länglich. Blüten zu 3—5 in den Blattachseln, gestielt. Greusel 103. c. Blätter verkehrt -eiförmig bis lineal, die obersten rosettig oder doch gedrängt. Blüten einzeln in den Blattachseln. (Fig. 142—144.) Büngel 207. 56 Wasserpflanzen. 2. Blätter quirlständig. a. Blattquirle 8 — 1 2 blättrig. Blätter lineal , ganzrandig. Blüten einzeln in den Blattachseln» Stengel meist auf- recht. (Fig, 140, 141.) Tann w edel 227. b. Blattquirle 8 — 12 blättrig, oberste 3 blättrig. Untere Blätter lineal-lanzettlich, obere eiförmig, alle ganzrandig. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Tännel 215. c. Blattquirle 3 — 4 blättrig. Blätter länglich bis lineal-lan- zettlich, fein gesägt, etwa i cm lang. Stengel flutend, untergetaucht. Wasserpest 20. d. Blattquirle 3 blättrig. Blätter lang-lineal, fast fadenförmig, ganzrandig, bis 8 cm lang. Stengel flutend. Halde 19. 3. Blätter wechselständig, giiindständig oder büschelig. a. Blüten fehlend. Blätter pfriemlich, aufrecht. Stengel fadenförmig, kriechend. Blätter 5 — 10 cm lang nicht fächerig, jung spiralig eingerollt, an ihrem Grunde kugelige Sporenfrüchte (Fig. 136). Pillenfarn 9, b. Blüten lebhaft gefärbt, gelb, rötlichweifs oder blauweifs. Stengel aufrecht. aa. Blüten einzeln, gelb, mit einfacher Blütenhülle, 6blättrig. Blätter breit schwertförmig, lang. Stengel zusammen- gedrückt. Schwertblume 71. bb. Blüten doldig, rötlichweifs, mit Kelch und Krone. Staubblätter 9. Blätter lineal, lang, Stengel stielnmd, Wasserliesch 20. cc. Blüten traubig, bläulichweifs, mit Kelch und Krone. Blätter lineal, hohl, 2 fächerig, rosettig. Spleifse 309. c. Blüten klein und unscheinbar, in kugeligen bis walzen- förmigen (Fig. 133) Blütenständen. Stengel aufrecht, seltener flutend. Blätter lang-lineal. aa. Blüten in (scheinbar) seitenständigem Kolben (Fig. 133). Stengel blattartig. Von aromatischem Geruch. Kalmus 58. bb. Blüten in endständigen, über einander stehenden, gelb- lichen bis braunen Kolben. Rohrkolben 15. cc. Blüten in kugelig-kopfigen, gestielten, traubig angeord- neten Kolben. Igelskolben 15. dd. Blüten in kleineren oder gröfseren, einzelnen oder rispig, büschelig oder kopfig angeordneten Ähren, Blätter lineal-lanzettlich. Gräser 45 und Cypergräser 44. d. Blüten klein und unscheinbar. Stengel flutend, meist untergetaucht. aa. Blätter lang-lineal, an der Spitze gerundet, 10 bis 30 cm lang. Blüten kleine, eingeschlossene Ähren (Kolben) bildend. Nur im Meerwasser. Wier 16. AVa SS er pflanzen. 57 bb. Blätter lineal bis borstenförmig. Blüten in end- und blattachselständigen, länger oder kürzer gestielten Ähren Blütenhülle 4 blättrig. Laichkraut 16. cc. Blätter fast borstenförmig, wechselständig. Blüten in kleinen endständigen Ährchen. Blüten ohne Blüten- hülle. Binse 45. dd. Blätter fast borstenförmig, gebüschelt. Blüten büschelig- trugdoldig, mit 6 blättriger Blütenhülle. Simse 59. Tabelle zum Bestimmen der Gräser und grasähnlichen Gewächse. I. Blüten fehJend. Stengel fadenförmig, kriechend. Blätter pfriemlich, aufrecht, an ihrem Gmnde kugelige Sporenfrüchte (Fig. 136). Pillenfarn 9. II. Blüten teils in .seitenständigen Kolben (die Stempelblüten), teils in rispig angeordneten Ähren (die Staubblüten). Gebautes riesiges Gras mit markigem Stengel. Staubblätter 3. Griffel sehr lang mit langen 2 spaltigen Narben. Mais 27. III. Blüten sämtlich in dicken, meist fleischigen, walzenförmigen oder kugeligen Ähren oder Kolben dicht zusammengedrängt. Sumpf- pflanzen mit langen und ziemlich breiten Schilfblättern. A. Kolben (scheinbar) seitenständig, walzenförmig, etwas gekrümmt, gelblichgrün (Fig. 133). Stengel blattartig flach. Kalmus 58. B. Kolben endständig, walzenförmig, zu 2 über einander stehend, gelblich bis braun. Stengel stielrund. Rohrkolben 15. C. Kolben endständig, kugelig, zu mehreren traubig oder rispig angeordnet, die obersten gelb und nur aus Staubblüten, die un- teren grünlich und nur aus Stempelblüten bestehend. Igelskolben 15. IV. Blüten nicht in Kolben. A. Blüten in den Achseln kahnförmiger Deckblättchen oder Spelzen zu Ähren oder Ährchen vereinigt, welche meist wieder ver- schiedenartig angeordnet sind. Staubblätter 3. Narben 2 oder 3. (Fig 145 — 159.) 1. Jede Blüte ist von 2 Spelzen eingeschlossen. Blütenhülle durch 2 zarte Schüppchen angedeutet (Fig. 150 — 152). Stengel knotig gegliedert, hohl. Gräser 21. 2. Jede Blüte nur mit einer Spelze versehen. Blütenhülle schlauchförmig oder aus Borsten gebildet oder ganz fehlend (Fig. 154 — 157 u. 159). Stengel knotenlos, nicht hohl. Cypergräser 44. B. Blüten mit 6 blättriger Blütenhülle (Fig. 160, 161). I. Blütenhülle kelchartig, grünlich, bräunlich oder gelblich, a. Blütenhülle krautig oder dünnhäutig, meist grünlich. Fruchtknoten 3 — 6, mehr oder weniger verwachsen, jeder mit einer sitzenden Narbe. Blüten traubig. Dreizackgewächse 19. Gräser und grasähnliche Gewächse. \ • 59 145 Fig. 145. Zusammengesetzte Ähre mit 11 Ährchen. Eig. 146. Rispe. Fig. 147. Fünfblütiges Ährchen (Spelzen unbegrannt). Fig. 148. Zweiblütiges Ährchen mit fädlichem Ansatz zu einer dritten Blüte (a Hüllspelzen, b Spelzen, c Grannen). Fig. 149. Einblütiges Ährchen. Fig. 150. Blüte mit geschlossenen Spelzen. Fig. 151. Blüte mit geöffneten Spelzen. Fig. 152. Blüte mit Stempel, 3 Staubblättern und 2 Schüppchen. Fig. 153. Oberster Stengelteil eines Rietgrases (a männliches Ährchen, b weibliches Ährchen. Fig. 154. Staubblüte mit Deckblatt (Spelze). Fig. 155. Stempelblüte mit Deckblatt (Spelze). Fig. 156. Stempelblüte ohne Spelze (die schlauchförmige Hülle autgeschnitten). Fig. 157. Stempel ohne Hülle. Fig. 15X. Blütenstand vom Wollgras. Fig. 159. Eine Blüte desselben mit borstenförmiger Blütenhülle. Fig. 160. Blüte einer Simse (Blütenhülle 6 blättrig). Fig. 161. Kapsel- frucht (in der Blütenhülle) einei Simse. 60 Gräser und grasähnliche Gewächse. b. Blütenhülle trockenhäutig. Fruchtknoten i. Griffel i mit 3 Narben (Fig. i6o). Blüten nicht in Trauben. Simsengewächse 59. 2. Blütenhülle kronartig. a. Fruchtknoten I. Griffel i oder 3. Staubblätter 6. Blüten- hülle einfach. Liliengewächse 62. b. Fruchtknoten 6. Staubblätter 9. Blütenhülle doppelt. Kelch und Krone 3 blättrig. Wasserliesch 20. Tabelle zum Bestimmen der Kräuter und Stauden nach den Blüten. Übersicht der Unterabteilungen. I. Blüten fehlend. Kräuter und Stauden ohne eigentliche Blüten 61. II. Blüten in Köpfen. Kräuter und Stauden, deren Blüten in Köpfen stehen 63. m. Blüten nicht in Köpfen. A. Fruchtknoten 2 — viele. Kräuter und Stauden mit 2 — vielen Fruchtknoten 65. B. Fruchtknoten i. Staubblätter zahheich (ii — viele). Kräuter und Stauden mit zahlreichen Staubblättern 66. C. Fruchtknoten i. Staubblätter i — lO. 1. Blütenhülle einfach, kelch- oder kronenartig. Kräuter und Stauden mit einfacher Blütenhülle 66. 2. Blütenhülle doppelt. Krone unregelmäfsig. Kräuter u. Stauden mit unregelmäfsiger Krone 70. 3. Blütenhülle doppelt. Krone regelmäfsig, freiblättrig. Kräuter u. Stauden mit freiblättriger Krone 72. 4. Blütenhülle doppelt. Krone regelmäfsig, verwachsenblättrig. Kräuter und Stauden mit verwachsenblättriger Krone 73. A. Kräuter und Stauden ohne eigentliche Blüten. I. Blätter im Verhältnis zum Stamm grofs, meist mehr oder weniger zusammengesetzt. Stamm fast immer unterirdisch. Farne. A. Sporenbehälter klein (mit dem blofsen Auge kaum unterscheid- bar), auf der Unterseite der Blätter (wenn auch zuw^eilen dem Rande sehr genähert) zu bräunlichen, rundlichen oder streifen- förmigen Häufchen vereinigt, anfangs oft mit einem verschieden angehefteten, häutigen Auswuchs, dem Schleier, bedeckt. Blätter im Knospenzustande schneckenförmig eingerollt. (Fig. 162 — 167.) , Tüpfelfarne i. B. Sporenbehälter grofs (mit dem blofsen Auge deutlich wahrnehm- bar), an stark zusammengezogenen Blattteilen eine Rispe oder Ähre darstellend. Kräuter und Stauden. Fig. 162. Süfslicher Tüpfelfarn (a Bodenstock, b unentwickeltes Blatt, c ent- wickeltes Blatt mit Sporenbehälterhäutchen). Fig. 163. Ein Blattzipfel (vergröfeert) . Fig. 164. Fiederblättchen vom Streifenfarn (Sporenbehälterhäufchen streifenförmig). Fig. 165. Fiederbiättchen vom Schildfarn (Sporenbehälterhäuichen mit einem Schleier- chen versehen). Fig. 166. Ein Sporenbehälter. Fig. 167. Nördlicher Streifentarn. Fig. 168. Mond -Rautenfarn. Fig. 169. Ahriger Natternfarn. Fig. 170, Sumpf- Schacntelhalm (Stengelende), Fig. 171. Ährenschuppe mit den Sporenbehältern, tig. 172. Keulen-Bärlapp (Stengelstück). Fig. 173. Deckblatt mit einem Sporenbehälter. Kräuter und Stauden. 63 1 . Blätter im oberen Teile fruchtbar , im Knospenzustande schneckenförmig eingerollt. Sporenbehälter eine Rispe dar- stellend. Pflanzen bis 1,5 m hoch. Rispenfarn 7. 2. Blätter in einen fruchtbaren und unfruchtbaren Blattteil ge- schieden, im Knospenzustande nicht eingerollt. Sporenbehälter eine Ähre oder Rispe darstellend. Niedrige, höchstens 20 cm hohe Pflanzen. Natternfarn 7. II. Blätter im Verhältnis zum Stamm klein oder scheinbar fehlend. A. Blätter quirlständig, zu gezähnten Scheiden verwachsen. Stengel gegliedert. Sporenbehälter zu mehreren auf der Unterseite schildfönniger, zu einer endständigen Ähre angeordneter Blätter. (Fig. 170, 171). Schachtelhalm 9. B. Blätter nicht verwachsen, meist spiralig angeordnet: Stengel un- gegliedert, dicht mit Blättern besetzt. Sporenbehälter in den Achseln der Laubblätter oder zu Ähren vereinigter Hochblätter. (Fig. 172, 173). 1 . Sporenbehälter und Sporen von einerlei Art , auf dem Grunde besonders gestalteter Blätter zu endständigen Ähren vereinigt, seltener auf dem Grunde unveränderter Blätter. Pflanzen mit meist weithin kriechendem Stengel. Bärlapp 10. 2. Sporenbehälter und Sporen von zweierlei Art, Klein sporen- behälter mit zahlreichen Kleinsporen , Grofssporenbehälter mit meist 4 Grofssporen, alle auf dem Grunde der Blätter zu endständigen Ähren vereinigt. Zarte Kräuter mit kriechen- dem Stengel. Mooskraut 12. B. Kräuter und Stauden, deren Blüten in Köpfen stehen. I. Staubblätter 5. Staubbeutel zu einer Röhre verwachsen (Fig. I76d, 177, 178). Krone röhrig, 5 zähnig oder 5 spaltig, oder zungen- förmig. Kelch meist zu einer Haarkrone ausgebildet. Frucht- knoten unterständig. (Fig. 174 — 186). Kopfblütler 309. II. Staubblätter 4. Staubbeutel frei. A. Köpfe von Blättchen umhüllt. 1. Blätter grundständig oder wechselständig. Krone unregel- mäfsig. Fruchtknoten oberständig, einfach. Kugelblume 294. 2. Blätter gegenständig. Krone regelmäfsig oder unregel- mäfsig. Kelch doppelt. Fruchtknoten unterständig, einfach (Fig. 188). Kardengewächse 309. 3. Blätter gegenständig. Krone meist 2 lippig. Kelch einfach. Fruchtknoten oberständig, 4 teilig. Lippenblütler 263. B. Köpfe ohne Hülle. I. Blätter grundständig oder gegenständig, einfach, ungeteilt. Kelch und Krone vorhanden. Staubblätter weit hervorragend. Wegerich 294. 04 Kräuter und Stauden. 3. Blätter wechselständig, gefiedert. Staubblätter nicht hervor- ragend. Kelch 4 zipfelig. Krone fehlend. K öl bei 174. III. Staubblätter 5 und mehr. Staubbeutel frei (oder nur am Grunde schwach verbunden). A. Blüten i häusig. 1. Blüten von einer gemeinschaftlichen Hülle umgeben, die weiblichen zu je 2, die männlichen zu mehreren. Staub- blätter 5. (Fig. 189, 190). Klisse 321. 2. Blüten ohne gemeinschaftliche Hülle. Staubblätter zahlreich. Blätter gefiedert. Kölbel 174. 189 Fig. 174. Kopf (Korb) der Kopfblütler oder Compositen mit Zungenblüten < Strahlblüten) und Röhrenblüten (Scheibenblüten). Vergl. Seite 309. Fig. 175. Ein Kopf durchschnitten (a Zungenblüten, b Röhrenblüten mit Spreublättchen am Grunde). Fig. 176. Eine Röhrenblüte (c Fruchtknoten, b Haarkelch ausgebildet, c Krone, d Staubbeutelröhre, e Narben). Fig. 177. btaubbeutelröhre mit den fieien Staub- fäden. Fig. 178. Dieselbe vergrölsert. Fig. 179. Zungenblüte, nur aus Krone und Stempel bestehend (Staubblätter und Kelch fehlen). Fig. 180. Frucht mit Kelch aus Haaren (Haare einfach). Fig. 181. Röhrenblüte der Sonnenblume (Kelch aus 2 Blättchen bestehend). Fig. 182. Röhrenblüte einer Distel. Fig. 183. Frucht mit Kelch aus Haaren (Haare gefiedert). Fig. 184. Zungenblüte der Kettenblume. Fig. '85 Frucht mit gestieltem Haarkelch (= Frucht geschnäbelt). Fig. 186. Blüten- boden der Kettenblume (ohne Borsten oder Spreublättchen, Hülle zurückgeschlagen), Fig. 187. Blüte der Rapunzel mit verbundenen Kronzipteln. Fig. 188 Fruchtknoten mit doppelter Krone (Wittwenblume). Fig. 189. Kopf mit Staubblüten (männliche Blüten) der Klisse (senkrecht durchschnitten). Fig. 190. EüUe der Küsse mit 2 Stempelblüten (weibl. Blüten). Kräuter und Stauden. 65 B. Blüten zwitterig. Staubblätter 8 — lo. 1. Blüten regelmäfsig. Krone griinlich , 4- oder 5 blättrig. Köpfchen klein, oft fast würfelförmig. Blätter gegenständig. Moschusblümchen 302. 2. Blüten unregelmäfsig. Krone schmetterlingsfömiig , nicht grünlich. Blätter meist zusammengesetzt. Hülsenfrüchtler 181. C. Blüten zwitterig. Staubblätter 5. 1. Stengel windend. Blätter fehlend. Blüten weifslich oder rötlich. Seide 256. 2. Stengel kriechend. Blätter kreisförmig, in der Mitte gestielt. Blüten weifslich oder rötlich. Nabelkraut 232. 3. Stengel aufrecht. Blätter grundständig, lineal. Blüten rötlich. Pinke 250. 4. Stengel aufrecht. Blätter geteilt, stachelig - gezähnt. Pflanze distelartig. Mannstreu 232. 5. Stengel aufrecht. Blätter breit bis lineal, ungeteilt. Zipfel der Krone oft anfangs verbunden (Fig. 187). Krone blau, violett oder gelblichweifs. Glockengewächse 300. C. Kräuter und Stauden mit 2— vielen Fruchtknoten. I. Krone freiblättrig oder fehlend. A. Kelch verwachsenblättrig. Blätter mit Nebenblättern, krautig bis lederig. Staubblätter 15 — \äele, dem Kelch eingefügt. Krone 4- oder 5 blättrig. Kelch 5- oder 8 — lozipfelig. Rosengewächse 157. B. Kelch freiblättrig oder tief geteilt. Blätter ohne Nebenblätter. 1. Staubblätter 10 — 20, dem Grunde des Kelchs eingefügt. Krone 5- oder 6 — 2oblättrig. Blätter dick und fleischig. Dickblattgewächse 153. 2. Staubblätter 5 — viele, dem Blütenboden eingefügt. Krone 3 — 6- oder mehrblättrig. Blätter krautig oder lederig. Hahnenfufsgewächse 117. Vergleiche auch Froschlöffelgewächse Seite 19. II. Krone verwachsenblättrig. A. Fruchtknoten 4 teilig, in (i — ) 4 einsamige Nüfschen zerfallend. 1. Staubblätter 4, 2 längere und 2 kürzere, seltener nur 2. Krone meist unregelmäfsig, 2 lippig. Blätter gegenständig. Lippenblütler 263. 2, Staubblätter 5. Krone 5 spaltig, zuweilen etwas unregel- mäfsig. Blätter wechselständig. Boretschgewächse 257. B. Fruchtknoten 2 (zuweilen mit 2 Driisen abwechselnd und dann scheinbar 4). Staubblätter 5. Blätter meist gegenständig. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. C 66 Kräuter und Stauden. 1. Krone radfömiig. Staubfäden verwachsen. Blüten doldig. Stengel aufrecht. Seiden pflanzenge wachse 255, 2. Krone trichterförmig. Staubfäden frei. Blüten einzeln in den Blattachseln. Stengel liegend. Immergrünge wachse 255, D. Kräuter und Stauden mit zahlreichen (II — vielen) Staubblättern. I. Krone fehlend. Blüten 2 häusig, grünhch (Fig. 193, 194). Kelch 3 - oder 4 blättrig. Staubblätter 8 — mehrere. Blätter ungeteilt. Bingelkraut 205. II. Krone unregelmäfsig. Kronblätter zum Teil unregelmäfsig zer- schlitzt. Staubblätter 10 — 30. Fruchtknoten zeitig offen. Blätter geteilt oder ungeteilt. Resede 152. III. Krone regelmäfsig. A. Staubblätter mehr oder weniger unter sich verwachsen, Blätter geteilt oder ungeteilt. 1. Staubblätter in i Bündel (eine Röhre) verwachsen. Frucht in zahlreiche Teilfrüchtchen zerfallend. Blätter gelappt bis ge- teilt, wechselständig. Malv enge wachse 212. 2. Staubblätter in 3 Bündel verwachsen. Frucht eine 3 fächerige Kapsel. Blätter ungeteilt, gegen- oder quirlständig. Hartheu 214. B. Staubblätter frei. Blätter ungeteilt, 1. Kelch verwachsenblättrig. Krone 6 blättrig, rot oder rötlich. Staubblätter 6 — 12. AVeiderichgewächse 222. 2. Kelch freiblättrig. Krone 5 blättrig, gelb. Staubblätter zahl- reich. Sonnenröschen 216. C. Staubblätter frei. Blätter geteilt oder zusammengesetzt. 1. Kronblätter 4. Kelch leicht abfällig. a. Pflanzen mit Milchsaft. Kelch i- oder 2 blättrig. Frucht eine Kapsel. ]SIohngewäch se 128, b. Pflanzen ohne Milchsaft. Kelch 4 blättrig. Frucht eine Beere. Christofskraut 120, 2, Kronblätter 5 — 10. a. Fruchtknoten i, unterständig. Krone gelb, 5 blättrig. Blätter gefiedert. Odermennig 174. b. Fruchtknoten 5 — 10, unten verwachsen. Krone klein, meist 8 blättrig. Blätter fiederteüig. Xigelle 120. E. Kräuter und Stauden mit einfacher Blütenhülle. I. Blätter fehlend. Blütenhülle unregelmäfsig, 6 blättrig. Staub- blätter mit dem Stempel verwachsen. Fnichtknoten unterständig. Orch enge wachse 72. Kräuter und Stauden. 67 II. Blätter grundständig. A. Fruchtknoten an einem endständigen, fleischigen Kolben (Fig. 195, 196). Kolben mit einer grofsen Blütenscheide versehen. Blätter spiefs-pfeilförmig oder herzförmig, langgestielt. Aronge wachse 58. B. Fruchtknoten oberständig (Fig. 112). 1. Blütenhülle unscheinbar, kelchartig. Fruchtknoten 3 — 6, ver- wachsen. Blätter grasartig. Dreizackgewächse 19. 2. Blütenhülle kronartig. Fruchtknoten 1, zuweilen mit ^ Griffeln. Blätter breiter oder schmäler. Liliengewächse 62. C. Fruchtknoten unterständig (Fig. 113). 1. Staubblätter 6. Narbe einfach oder 3 lappig. Narzissengewächse 70. 2. Staubblätter 3. Narben 3, verbreitert, zuweilen blütenblatt- artig. Schwertblumengewächse 71. III. Blätter quirlständig. A. Staubblätter 4 oder 8. 1. Stengel 4 blättrig. Blüte einzeln, endständig. Staubblätter 8. Einbeere 70. 2. Stengel mehrblättrig. Blüten nicht einzeln, klein. Staub- blätter 4. Rötegewächse 295. B. Staubblätter 6. 1. Blütenhülle freiblättrig, 6 blättrig, fleischfarben, braun punk- tiert, grofs. Lilie 67. 2. Blütenhülle verwachsenblättrig, röhrig, 6 zähnig, weifslich. Weifswurz 69. IV. Blätter gegenständig. A. Pflanzen mit Milchsaft. Blüten i häusig, mit glockigen Hüllen (Fig. 197, 198), doldig angeordnet. Wolfsmilch 205. B. Pflanzen mit Brennhaaren. Blüten i- oder 2 häusig, einzeln oder geknäuelt und in Rispen. Staubblätter 4. Blätter ungeteilt. Nessel 90. C. Pflanzen ohne Milchsaft und ohne Brennhaare. Blüten i- oder 2 häusig. 1 . Blätter gelappt oder geteilt. Männliche Blüten rispig. Staub- blätter 5. Nesselgewächse 89. 2. Blätter imge teilt. Männliche Blüten ährig. Staubblätter 8 bis mehrere. (Fig. 193, 194). Bingelkraut 205. D. Pflanzen ohne ISIilchsaft und ohne Brennhaare. Blüten zwitterig. 1. Blätter nierenförmig. a. Blüten einzeln, bräunlich, glockig, 3 spaltig (Fig. 103). Stengel kriechend. Haselwurz 91. b. Blüten in flachen Trugdolden, flach, gelblich. Stengel auf- recht. Milzkraut 155. «8 Kräuter und Stauden. 2. Blätter nicht nierenförmig. a. Fruchtknoten unterständig. Blütenhülle unregelmäfsig , 6- blättrig. Staubblätter mit dem Stempel verwachsen. (Fig. 191, 192.) Orchengewächse 72. b. Fruchtknoten unterständig. Krone ver^'achsen blättrig. Kelch undeutlich. Staubblätter i — 3. Baldriangewächse 302. c. Fruchtknoten oberständig. Krone freiblättrig oder fehlend. Kelch glockig, 8 — I2zähnig. Staubblätter meist 6. Griffel i. Burgel 222. d. Fruchtknoten oberständig. Krone freiblättrig oder fehlend. Kelch 4- oder 5 spaltig oder 4- oder 5 blättrig. Staub- blätter 4 — 10. Griffel i — 5. Nelkengewächse 104. a a a Fig. TQ'. Blüte einer Orche (a die 3 äufseren Blütenhüllblätter, b und c die 3 inneren Blütenhüllblätter (c die Lippe, d der Sporn, e der unterständige Fruchtknoten, f ein Deckblatt). Fig. 192. ßlüte vom Wiesen -Stendelwurz (die Blüten teile haben dieselbe Bezeichnung wie in voriger Figur). Fig. 193. Eine Staubblüte. Fig. 194. Eine Stempelbiüte von Bingelkraut. Fig. 195. Von der Blütenscheide eingeschlossene Kolben vom Aronstab (nur das obere keulentörmige Ende ragt hervor). Fig. 196. Der Kolben ohne Blütenscheide (a Fruchtknoten, b Staubblätter, c keulenförmiges Ende. Fig. 197. 198. l'eile eines Blütenstandes der Wolfsmilch (Fig. 197 mit rund- lichen, Fig. 198 mit halbmondförmigen Randdrüsen). V. Blätter wechselständig. A. Pflanzen mit Milchsaft. Blüten i häusig, (i weibliche und mehrere männliche) von einer glockigen, kelchartigen Hülle umgeben, doldig, meist grünlichgelb oder bräunlich (Fig. 197, 198). Wolfsmilch 205. B. Blätter mit häutigen, umfassenden Scheiden (Fig. 71). Blüten- hülle weifslich, rötlich oder grünlich. Staubblätter 5 — 8. Griffel oder Narben 2 — ^. Knöterichgewächse 92. Kräuter und Stauden. 6^ C. Blätter mit Nebenblättern (Fig. 77—79)- 1. Nebenblätter dem Blattstiel angewachsen. Blätter fingerig- gelappt oder gefiedert. Rosengewächse 157. 2. Nebenblätter frei, abfällig. Blätter einfach, ungeteilt, ganz- randig. Griffel i, mit kopfiger Narbe. Treuf kraut 90. D. Blätter ohne Scheiden und ohne Nebenblätter. 1. Staubblätter mit dem Stempel verwachsen. Blütenhülle un- regelmäfsig. a. Staubbeutel i oder 2. Blütenhülle 6 blättrig oder 6 teilig (Fig. 191, 192). Blätter streifennervig. Orchenge wachse 72. b. Staubbeutel 6. Blütenhülle röhrig, gelblich. Blätter netz- nervig. Osterluzei 91. 2. Staubblätter 8 — 10. a. Blüten grünlich, blattachselständig. Griffel i, sehr kurz. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich. Spatzenzunge 221. b. Blüten gelb, in flachen Trugdolden. Griffel 2. Blätter nierenförmig. Milzkraut 155. c. Blüten rötlich, in Trauben. Griffel 5. Blätter eiförmig. Kermes 103, 3. Staubblätter 3, 4, oder 6, frei. Blätter streifennervig. a. Fruchtknoten oberständig. Staubblätter 4. Blütenhülle kronartig, weifs. Schattenblümchen 69. b. Fruchtknoten oberständig. Staubblätter 6. Blütenhülle kronartig. Liliengewächse 62. c. Fruchtknoten unterständig. Staubblätter 3. Narben 3, verbreitert, zuweilen blütenblattartig. Schwertblumengewächse 71. 4. Staubblätter 3 — 5. Blätter nicht streifennervig. a. Fruchtknoten unterständig oder halbunterständig. aa. Blätter einfach, schmal. Blüten traubig oder rispig» weifs, röhrig bis glockig. Griffel i. Vermeinkraut 90. bb. Blätter meist zusammengesetzt oder geteilt. Blüten doldig, weifs oder gelb, flach, 5 blättrig. Griffel 2. (Fig. 211 — 215) Doldengewächse 227. b. Fruchtknoten oberständig. aa. Blütenhülle glockig, 5 teilig, rötlichweifs. Griffel r^ mit stumpfer Narbe. Staubblätter 5. Sermel 247. bb. Blütenhülle trockenhäutig, meist gefärbt, 3 — 5 blättrig. Staubblätter dem Blütenboden eingefügt. Amarantgewächse I02. cc. Blütenliülle krautig, meist grün, 3 — 5 teil ig oder 3 — 5- blättrig, seltener 2 teilig. Staubblätter dem Grunde der Blütenhülle eingefügt. Gänsefufsge wachse 96. 70 Kräuter und Stauden. F. Kräuter und Stauden mit unregelmärsiger Krone. I. Krone verwachsenblättrig. A. Blätter fehlend. 1. Blütenstand einseits wendig, nickend. Schuppenblätter gegen- ständig. Schupp enwurz 294. 2. Blütenstand allseits wendig, aufrecht. Schuppenblätter wechsel- ständig. Sommerwurz 2q2. Fig. 199. Schmetterlingsblüte (a Fahne, b Flügel, c SchifiFchen). Fig. 200. Stanb- Tjlätter einer Schmetterlingsblüte (9 verwachsen, i Irei). Fig. 201. Stempel (mit Kelch) einer Schmetterlingsblüte. Fig. 202. Eine andere Schmetierlingsblüte (a Fahne, "b Flügel, c Schiftchen). Fig. 203. Lippenblüte (a Oberlippe, b Unterlippe, c Kron- röhre). Flg. 204. Eine aufgeschnittene Eippenblüte, 2 lange und 2 kurze Staubblätter zeigend (a Oberlippe, b Unterlippe, c Kronröhre). Fig. 205. Stempel einer Lippen- blüte (Fruchtknoten 4 teilig). Fig. 206. Eine scheinbar i üppige Blüte (a die kleinere Oberlippe, b Unterlippe, c Kronröhre). Fig. 207. Vierteilige, unregelmäfsige Blüte. Fig. 208. Maskeniörmige, gespornte Blüte. Fig. 209. Zweilippige Blüte mit 3 lappiger Unterlippe und 2lappiger Oberlippe. Fig. 210. Unregelmäfsige, freiblättrige Blüte. B. Blätter grundständig. 1. Krone gespornt, violett oder weifs. Blätter eiförmig bis ellip- tisch, gelbgrün, klebrig. Fettkraut 291. 2, Krone angespornt, weifslich oder rötlichweifs. Blätter lang gestielt, lineal-spatelförmig oder länglich. Schlammkraut 283. Kräuter und Stauden. 71 C. Blätter gegenständig oder wechselständig. I. Krone 2 lippig oder ungleich - 4zipfelig (Fig. 203 — 209). a. P'ruchtknoten 4 teilig. Krone 2 lippig. Blätter gegenständig. Lippenblütler 263. b. Fruchtknoten i fach. Krone 2 lippig oder ungleich -4zipfelig. Blätter gegen- oder wechselständig. Braun Wurzgewächse 279. 220 h f 221 2Z2 Fig. 211. Zusammengesetzte Dolde mit 5 Döldchen und angedeuteten Blüten (a Hülle, b Hüllcben, c Doldenstrahlen). Fig. 21?. Eine Doldenbiüte (2 Griifel. 5 Staubblätter, 5 Kronblätter). Fig. 213. Stempel einer Doldenblüte (2 Griffel mit dem Griffelpolster, kleiner 5 zähniger Kelch, unterständiger Fruchtknoten). Fig. 214. Doldenlrucht. P'ig. 215. Doldenfrucht in 2 Teilfrüchtchen zerfallend. Fig. 216. Kreuzblüte mit 4 Kronblättern. Fig. 217. Kronblatt derselben (a Nagel, b Platte). Fig. 218, 219, Staubblätter und Stempel von Kreuzblüten. Fig. 220. Schote mit ge- schlossenen, Fig. 221, mit aufgesprungenen Klappen (die Scheidewand zeigend). Fig. 222, 223. Schötchen. Blüten in dünnen end- Eisenkraut 262. -5). Blüten in den Greusel 103. 2. Krone etwas ungleich - 5 zipfelig. a. Kelch 5 zähnig. Staubblätter 4. 'ständigen Ähren. b. Kelch tief -2 spaltig. Staubblätter 3 Blattachseln. II. Krone freiblättrig. A. Blüten mit Sporn oder Höcker. 1. Blätter zusammengesetzt. Staubblätter 6, in 2 Bündel ver- wachsen. Mohngew^ächse 128. 2. Blätter einfach, kreisförmig, in der Mitte gestielt. Staub- blätter 8. Tropaeolum 202. 72 Kräuter und Stauden. 3. Blätter einfach, ungeteilt. Kelchblätter gefärbt, das gröfsere gespornt. Staubblätter 5. B alsaminengewächse 210. 4. Blätter einfach, ungeteilt. Kelchblätter grün, am Grunde mit Anhängseln. Ein Kronblatt gespornt. Veilchen 217. B. Blüten ohne Sporn oder Höcker. 1. Kelch freiblättrig, a. Staubblätter 6, 4 längere und 2 kürzere. Kronblätter 4, 2 gröfsere. Kelch 4 blättrig. (Fig. 216 — 223.) Kreuzblütler 132. b. Staubblätter 8, in 2 Bündel verwachsen. Kelch 5 blättrig. Krone röhrig. Ramsei 204. 2. Kelch venvachsenblättrig. a. Staubblätter 10, alle verwachsen oder i frei. Krone schmetterlingsförmig. Griffel i. (Fig. 199 — 202.) Hülsenfrüchtler 181. b. Staubblätter 11 — 30. Kronblätter zum Teil unregelmäfsig zerschlitzt. Fruchtknoten zeitig offen. Resede 152. G. Kräuter und Stauden mit freiblättriger Krone. I. Fruchtknoten unterständig oder halbunterständig (Fig. 113, 114). A. Griffel i. 1. Kelch freiblättrig. Kronblätter 2 oder 4. Staubblätter 2, 4 oder 8. Weinblumengewächse 222. 2. Kelch verwachsenblättrig. Kronblätter meist 6. Staubblätter 6 — 12. Weiderich gewächse 222. B. Griffel 2. 1. Staubblätter 5. Kronblätter 5. Kelch 5 zähnig oder un- deutlich. Blüten doldig (Fig. 211 — 215). Blätter meist zusammengesetzt. Doldengewächse 227 2. Staubblätter 8 — 10. Kronblätter meist 5. Kelchzipfel 4 oder 5 Blätter ungeteilt oder geteilt. Steinbrechgewächse 154 3. Staubblätter 10 — 20, Kronblätter 5, gelb. Kelchzipfel 5 Blätter unterbrochen -gefiedert. Odermennig 174 n. Fruchtknoten oberständig (Fig. 112). • A. Griffel i, mit meist einfacher Narbe. I. Kelch freiblättrig. a. Staubblätter 4. Kronblätter 4 , am Grunde spomartig gehöhlt. Blätter doppelt -3 zählig. Sockenblume 128. b. Staubblätter meist 6, 4 längere und 2 kürzere, seltener nur 4 oder 2. Kronblätter 4, meist lang benagelt. Kelch- blätter 4. (Fig. 216—223.) Kreuzblütler 132. c. Staubblätter 8 — 10. Kelch- und Kronblätter 4 oder 5. Pflanze ohne grüne Blätter. Ohnblatt 244. Kräuter und Stauden. 73 2. Kelch verwachsenblättrig. a. Staubblätter 5 — 7. Krone 5 — 7 teilig, radförmig. Blätter einfach, migeteilt, gegen- oder quirlständig. Primelgewächse 247. b. Staubblätter 10. Krone Steilig bis 5 blättrig, weifs oder grünlich, Blätter einfach, ungeteilt. Birnkraut 243. c. Staubblätter 8 — 10. Krone 4- oder 5 blättrig. Blätter gefiedert. Rautengewächse 203. d. Staubblätter 6 — 12. Krone 4 — 6blättrig. Kelch 8 — 12- zähnig. Blätter einfach, ungeteilt. We i de rieh ge wachse 222. B. Griffel oder Narben 2 — mehrere. 1. Blätter geteilt oder zusammengesetzt. a. Blätter gelappt bis geteilt oder gefiedert. Staubblätter 5 bis 10. Griffel 5, Früchtchen 5. Storchschnabelgewächse 199. b. Blätter 3 zählig , mit verkehrt - herzförmigen Blättchen. Staubblätter 10. Frucht eine 5 klappige Kapsel. Sauer 201. 2. Blätter einfach, ungeteilt. a. Blätter wechselständig, seltener gegenständig. Kelch 4- oder 5 zipfelig. Griffel 4 oder 5. Lein 202. b. Blätter gegen- oder quirlständig. aa. Kelch 2 — 4 teilig. Kronblätter 3 oder 4. Staub- blätter 3, 6 oder 8. Wasser- oder Uferpflanzen. Tännel 215. bb. Kelch 4- oder 5 zähnig oder 4- oder 5 blättrig. Kron- blätter 4 oder 5. Staubblätter meist 10. Nelkengewächse 104. c. Blätter alle oder bis auf eins gnmdständig. aa. Blätter rot -drüsig -gefranst, alle grundständig. Blüten traubig. Griffel 3 — 5. Sonntau 152. bb. Blätter kahl, herzförmig, bis auf eins grundständig. Blüte einzeln. Narben 4. Herzblatt 155. H. Kräuter und Stauden mit verwachsenblättriger Krone. I. Fruchtknoten unterständig oder halb unterständig (Fig. 113, 114). Staubblätter i — 10. A. Blätter quirlständig. Blüten klein. Krone 3- oder 4 spaltig. Staubblätter 4. Rötegewächse 295. B. Blätter gegenständig. 1. Blüten zu 5- — 9 in einem endständigen Köpfchen, giäinlich. Staubblätter 8 — 10. Bisamkraut 203. 2. Blüten trugdoldig. Staubblätter i — 3. Krone 5 spaltig. Baldriangewächse 302. 74 Kräuter und Staviden. C. Blätter Wechsels tändig oder grundständig. 1. Kräuter mit Ranken. Blüten i- oder 2liäusig. Krone gelb oder weifslich. Narbe ungeteilt oder 2 spaltig. Kürbisgewächse 305. 2. Kräuter ohne Ranken. Krone blau bis violett, seltener weifs. Griffel an der Spitze in 2 oder 3 Narben geteilt. Glockenblumengewächse 306. 3. Kräuter ohne Ranken. Blüten traubig, klein, w^eils. Griffel einfach, mit kopfiger Narbe. Bunge 249. n. Fruchtknoten oberständig (Fig. 112). Staubblätter 2 — 4. A. Blätter wechselständig oder fehlend. 1. Stengel windend. Blätter fehlend. Blüten kopfig gehäuft. Seide 256. 2. Stengel aufrecht, 2 — 8 cm hoch. Blätter wechselständig. Blüten einzeln in den Blattachseln. Kleinling 247. B. Blätter grundständig oder gegenständig. 1 . Blüten in kugeligen oder walzenförmigen Ähren , klein, trockenhäutig. Staubblätter weit hervorragend. Blätter grund-, seltener gegenständig. Wegerich 294. 2. Blüten einzeln oder traubig. Staubblätter nicht hervorragend. Blätter gegenständig. Enzian 251. 3. Blüten quirhg, in den Blattachseln, klein. Blätter gegen- ständig. Minze 265. III. Fruchtknoten oberständig (Fig. 112). Staubblätter 5 — lO. A. Fruchtknoten 4 teilig, in (i — )4 einsamige Nüfschen zerfallend. Krone 5 spaltig, zuweilen etwas unregelmäfsig. Staubblätter 5. Blätter wechselständig. Boretschgewächse 257. B. Fruchtknoten 2 (zuweilen mit 2 Drüsen abwechselnd imd dann scheinbar 4). Blätter meist gegenständig. 1. Krone radförmig. Staubfäden verwachsen. Blüten doldig. Stengel aufrecht. Seidenpf lanzengewächse 255. 2. Krone trichterförmig. Staubfäden frei. Blüten einzeln in den Blattachseln. Stengel liegend. Immergrün 255. C. Fruchtknoten i, einfach. Griffel oder Narben 2 — 5. 1. Blätter wechselständig oder fehlend. Stengel windend. Griffel oder Narben 2. Windengewächse 256. 2. Blätter wechselständig. Stengel aufrecht. Narben 3. Sp errkrautgewäehse 257. 3. Blätter gegenständig, einfach, ungeteilt. Griffel oder Narben 2. Enziangewächse 251. 4. Blätter grundständig, ungeteilt. Blüten in einseitswendigen Ähren. Griffel 5. Widerstofs 250. D. Fruchtknoten i, einfach. Griffel i, mit einfacher Narbe. I. Staubblätter 8 — 10. Staubbeutel oft 2hömig. Kräuter oder kleine Sträuchlein. Heidegewächse 244. Kräuter und Stauden. 75 Staubblätter 5. Staubfäden mit weifser oder violetter Wolle besetzt. Blätter wechselständig. Wollkraut 280. Staubblätter 5. Staubfäden kahl. Krone trichterig bis rad- fömiig. Blätter wechselständig. Nachtschattengewächse 276. Staubblätter 4 oder 5, mit den Kronzipfeln abwechselnd. Krone trichterig, gelb oder rosa. Blätter gegenständig. Enziangewächse 251. Staubblätter 5, vor den Kronzipfeln. Blätter meist grund- oder gegenständig. Primelgewächse 247. Tabelle zum Bestimmen der Kräuter und Stauden nach den Blättern. Übersicht der Unterabteilungen. I. Blätter (d. h. grüne Laubblätter) fehlend. Kräuter und Stauden ohne grüne Blätter 76. II. Blätter mehr oder weniger tief geteilt oder zusammengesetzt. Kräuter und Stauden mit mehr oder weniger tief ge- teilten oder zusammengesetzten Blättern 77, III. Blätter einfach, ungeteilt. A. Blätter grundständig. Kräuter und Stauden mit grundständigen Blät- tern 81. B. Blätter gegenständig oder quirlständig. Kräuter und Stauden mit gegenständigen oder quirl- ständigen Blättern 83. C. Blätter wechselständig oder zerstreut. Kräuter und Stauden mit wechselständigen Blät- tern 86. A. Kräuter und Stauden ohne grüne Blätter. I. Stengel fehlend. Eine grundständige Blüte mit einfacher , 6 teiliger Blütenhülle. Staubblätter 6. Griffel 3. Blätter im nächsten Frühjahr er- scheinend. Zeitlose 63. II. Stengel vorhanden, nebst den Ästen grün. A. Äste quirlständig, seltener fehlend. Stengel und Äste gegliedert, an den Knoten mit geschlossenen, gezähnten Scheiden (ver- wachsenen Blättern). Statt der Blüten eine endständige Ähre mit Sporenbehältern. (Fig. 170, 171.) Schachtelhalm 9. B. Äste gegenständig. Stengel und Äste gegliedert, ohne ge- zähnte Scheiden. Blüten unscheinbar, in die Vertiefungen der ährenförmigen Zweigenden eingesenkt. Glasschmalz loi. C. Äste wechselständig. Stengel und Äste nicht gegliedert, mit borstlichen , (fälschlich für Blätter gehaltenen) büscheligen Zweigen. Blätter sehr klein, schuppenförmig. Blüten glockig, 6teilig. Spargel 69. Kräuter und Stauden. 77 III. Stengel vorhanden, nicht grün. A. Stengel windend. Blüten klein, knäuelartig -gehäuft, 4- oder 5 spaltig. Auf Weiden, Hopfen, Klee, Lein und anderen Kräu- tern schmarotzend. Seide 256. B. Stengel aufrecht oder aufsteigend. 1. Blüten fehlend. Stengel knotig -gegliedert, an den Kjioten mit geschlossenen, gezähnten Scheiden (verwachsenen Blät- tern), am Ende mit einer die Sporenbehälter tragenden Ähre. Schachtelhalm 9. 2. Blüten in Köpfen. a. Stengel i köpfig. Kronen gelb. Randblüten nur mit Stempeln, mittlere Blüten zwitterig. Lattich 316. b. Stengel vielköpfig. Köpfe traubig. Kronen purpurn oder weifs. Blüten fast 2 häusig. Pestwurz 316. 3. Blüten in Ähren oder Trauben. a. Fruchtknoten unterständig (Fig. 113, 191, 192). Blüten- hülle 6 blättrig, unregelmäfsig. aa. Blüten gespornt. Sporn aufrecht , kurz. Frucht- knotenstiel nicht gedreht. Traube wenigblütig. Widerbart 78. bb. Blüten ungespornt. Fruchtknoten auf gedrehtem Stiele. Traube vielblütig. Nestwurz 79. cc. Blüten ungespornt. Fruchtknoten auf gedrehtem Stiele. Traube wenigblütig. Korallenwurz 80. b. Fruchtknoten oberständig (Fig. 1 1 2). Blütenhülle doppelt, mit Kelch imd Krone. aa. Traube einseitswendig. Blütenhülle regelmäfsig. Kelch und Krone 4- oder 5 blättrig. Staubblätter 8 — 10. Ganze Pflanze gelblich. Ohnblatt 244. bb. Traube einseitswendig, nickend. Blütenhülle unregel- mäfsig, 2 lippig. Staubblätter 4, 2 lange und 2 kurze. Ganze Pflanze rötlich. Schuppenwurz 294. cc. Ähre allseitswendig, aufrecht. Blütenhülle unregel- mäfsig, 2 lippig, verschieden gefärbt. Staubblätter 4, 2 lange und 2 kurze. Sommerwurz 292. B. Kräuter und Stauden mit mehr oder weniger tief geteilten oder zusammengesetzten Blättern. I. Eigentliche Blüten fehlend. A. Auf der Unterseite der Blätter (wenn auch zuweilen dem Rande sehr genähert) befinden sich bräunliche, nmdliche oder streifen- förmige Häufchen von kleinen, kaum mit dem blofsen Auge unterscheidbaren Sporenbehältern. (Pig. 162 — 165.) Tüpfelfarne i. 78 Kräuter und Stauden. B. An stark zusammengezogenen Blattteilen stellen die mit dem blofsen Auge deutlich erkennbaren Sporenbehälter eine Rispe oder Ähre. 1. Blätter grofs, 30 — lOO cm lang, im oberen Teile fruchtbar, doppelt -gefiedert. Rispe grofs. Rispenfarn 7, 2. Blätter kleiner, höchstens 25 cm lang, in einen fruchtbaren und einen imfruchtbaren Blattstiel geschieden. Rispe oder Ähre klein. Natternfarn 7. II. Blüten in zusammengesetzten Dolden, klein. Krone 5 blätttrig, meist weifs oder gelb. Staubblätter 5. Griffel 2. Frucht eine Spaltfrucht. (Fig. 211 — 215.) Doldengewächse 227. III. Blüten in Köpfen, meist klein. A. Stachelige, distelartige Pflanzen. Blüten meist von einer gemein- schaftlichen Hülle umgeben. 1. Blüten grünlich. Stempelblüten zu 2 in stacheliger Hülle, Staubblüten zahlreich, in Köpfen. (Fig. 189, 190). Blätter meist 3 lappig, mit verlängertem Mittelklappen. Klisse 321. 2. Blüten röhrig , 5 zähnig oder 5 spaltig, oder zungenförmig. Staubblätter 5, zu einer Röhre verwachsen (Fig. I76d, 177), Kelch zu einer Haarkrone ausgebildet (Fig. 180, 183). Kopfblütler 309. 3. Blüten weifslich. Krone 4- oder 5 spaltig. Staubblätter 4. Staubbeutel frei. Kelch beckenfömiig. Karde 304. 4. Blüten weifslich, grünlich oder bläulich. Krone 5 blättrig. Staubblätter 5. Kelch 5 zähnig. Mannstreu 232. B. Stachellose Pflanzen. 1. Blüten unregelmäfsig. Krone schmetterlingsförmig, 5 blättrig. Staubblätter 10, verwachsen. (Fig. 199 — 202.) Hülsenfrüchtler 181. 2. Blüten von einer gemeinschaftlichen Hülle umgeben. a. Staubblätter 4. Staubbeutel frei. Kelch doppelt, der eine oberständig, der andere unterständig. Kardengewächse 303. b. Staubblätter 5. Staubbeutel zu einer Röhre verwachsen. (Fig. I76d, 177.) Krone röhrig, 5 zähnig oder 5 spaltig, oder zungenförmig. Kelch meist zu einer Haarkrone ausgebildet (Fig. 174 — i8b). Kopfblütler 309. 3. Blüten nicht von einer gemeinschaftlichen Hülle umgeben. a. Kleines, 7 — 15 cm hohes Kraut mit grünlichen Blüten. Staubblätter 8 oder 10. Griffel 4 oder 5. Bisamkraut 302. b. Stengel windend. Blätter gelappt oder gespalten. Blüten 2 häusig. Nur die Stempelblüten in kopfigen (zapfen- förmigen) Ähren. Hopfen 89. c. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 30 — 150 cm hoch. Blüten grünlich oder rötlich. Blätter gefiedert. Kölbel 174. Kräuter und Stauden. 79 IV. Blüten weder in zusammengesetzten Dolden noch in Köpfen. A. Blätter grundständig oder quirlständig, 1. Blätter 3 lappig. Blüten einzeln. Dicht unter der Blüte eine 3 blättrige (scheinbar den Kelch darstellende) Hülle. Kelch blau (oder rot). Krone fehlend. Leberblümchen 122. 2. Blätter 3 zählig (gefingert). a. Blättchen verkehrt -eiförmig. Blüten traubig. Krone ver- M'achsenblättrig. Sumpfpflanze. Dreiblatt 255. b. Blättchen verkehrt -herzförmig. Blüten einzeln. Krone freiblättrig. In Wäldern und Gebüschen. Sauer 201. 3. Blätter weder 3 lappig noch 3 zählig (gefingert). a. Blüten einzeln oder zu 3, weifs oder gelb. Staubblätter zahlreich. Fiiichtknoten mehrere. Hall nenf ufsgewächse 117. b. Blüten traubig, weifs. Staubblätter 6. Kronblätter 4, un- gleich. Rahle 149. c. Blüten ährig, weifslich. Staubblätter 4. Krone ver- wachsenblättrig, 4 teilig. Wegerich 294. B. Blätter gegenständig. 1. Blätter gefingert oder fingerförmig gelappt oder gespalten. Blüten klein und unscheinbar, 2 häusig. Nesselgewächse 89. 2. Blätter geteilt oder gespalten. Blüten in Scheinquirlen, seltener einzeln, unregelmäfsig, 2 lippig oder i lippig. Staub- blätter 2 oder 4, Fruchtknoten 4 teilig. (Fig. 203 — 206.) Lippenblütler 263. 3. Blätter deutlich gefiedert. Blüten in Trugdolden. Staub- blätter 5. a. Krone trichterig. Staubblätter 3. Kelchsaum eingerollt, zu einem Haarkrönchen auswachsend. Baldrian 303. b. Krone radförmig, mit kurzer Röhre. Staubblätter 5. Frucht eine Beere. Holunder 300. C. Blätter Avechselständig. 1. Blütenhülle einfach. Blüten meist klein und unansehnlich. a. Staubblätter viele. Fruchtknoten mehrere. Blätter zu- sammengesetzt. Hahnenfufsge wachse 117. b. Staubblätter 4. Fruchtknoten i — 3. Kelch 4- oder 8 zipfelig. Krone fehlend. Blätter gefiedert, oder hand- förmig gelappt oder gespalten. Rosenge wachse 157. c. Staubblätter 3 — 5. Fruchtknoten i. Blütenhülle einfach, 5 teilig oder 5 spaltig. Blätter gelappt. Gänsefufsgewächse 96. 2. Blütenhülle doppelt. Krone unregelmäfsig oder gespornt. .■80 Kräuter und Stauden. a. Fruchtknoten 2 — mehrere. Krone freiblättrig, oft klein und eigentümlich gestaltet. Staubblätter zahlreich. Hahnen fufsge wachse 117. b. Fruchtknoten i. Krone verwachsenblättrig. aa. Krone am Grunde mit einem Sporn (Fig. 208). Blätter eckig- 5lappig. Stengel kriechend. Leinkraut 282. bb. Krone ohne Sporn. Blätter fiederteilig. Stengel aufrecht. Rodel 290. c. Fruchtknoten i. Krone freiblättrig. aa. Kelch und Krone 4 blättrig. Staubblätter 4. Blätter doppelt- 3 zählig. Blättchen schief -ei -herzförmig. Sockenblume 128. bb. Kelch- und Kronblätter 4 oder 6, Staubblätter mehrere. Blätter 3 spaltig oder doppelt -3 spaltig. Resede 152. cc. Kelchblätter 2, bald abfallend. Kronblätter 4, i oder 2 derselben gespornt. Staubblätter 6, in 2 Bündel verwachsen. Blätter zusammengesetzt. Mohngewächse 128. dd. Kelch verwachsenblättrig, 5 zähnig bis 5 teilig oder 2lippig. Krone schmetterlingsförmig. Staubblätter lo, alle verwachsen oder i frei. Blätter 3zählig oder gefiedert. (Fig. 199 — 202.) Hülsenfrüchtler 181. 3. Blütenhülle doppelt. Krone regelmäfsig, ungespornt. a. Krone vervvachsenblättrig, 5 zipfelig. Staubblätter 5. aa. Kräuter mit Ranken. Blüten i - oder 2 häusig. Frucht- knoten unterständig. Kürbisgewächse 305. bb. Kräuter ohne Ranken. Blüten zwitterig. Narbe i, einfach. Blüten doldig. Nachtschattengewächse 276. cc. Kräuter ohne Ranken. Blüten zwitterig. Narben 3. Blüten rispig. Sperrkraut 257. b. Krone freiblättrig, 4 blättrig. Kelch 4 blättrig. aa. Staubblätter meist 6, 4 längere und 2 kürzere. Kron- blätter meist lang benagelt. Kelch abfällig. (Fig. 216 bis 223.) Kreuzblütler 132. bb. Staubblätter 4. Kronblätter am Gnmde spornartig ausgehöhlt. Kelch abfällig. Socken blume 128. cc. Staubblätter 6 — 10. Kelch 4 teilig, bleibend. Blüten gelb. Raute 203. dd. Staubblätter mehr als 10. Kelch abfällig. Blüten gelblichweifs. Christofskraut 120. c. Krone freiblättrig, 5 blättrig. Staubblätter 5 — 10. aa. Griffel i. Krone rötlich. Blätter gefiedert, Diptam 203. Kräuter und Stauden. 81 bb. Griffel 2. Krone weifs. Blätter gelappt oder ge- spalten. Steinbrech 155. cc. Griffel 5. Krone nie gelb. Blätter gelappt bis ge- fiedert. Storchschnabelgewächse 199. dd. Griffel 5. Krone gelb. Blätter 3 zählig, mit ver- kehrt-herzförmigen Blättchen, Sauer 201. d. Krone freiblättrig, 5 blättrig. Staubblätter mehr als lO. aa. Pflanzen mit Milchsaft. Mohngewächse 128. bb. Kronblätter 5. Fruchtknoten i. Staubblätter ver- wachsen. Kelch blühend. Malvengewächse 212. cc. Kronblätter 5. Fruchtknoten mehrere. Staubblätter dem Blütenboden eingefügt. Blätter ohne Neben- blätter. Hahnenfufsge wachse 117. dd. Kronblätter 5. Fruchtknoten mehrere. Staubblätter dem Kelch eingefügt. Blätter meist mit Neben- blättern. Rosengewächse 157. C. Kräuter und Stauden mit grundständigen Blättern. I. Blüten in Kolben (Fig. 195). Blätter herz- oder pfeilförmig. Kolben von einer grofsen, bleiben- den Blütenscheide umgeben. Arongewächse 58. II. Blüten in Köpfen, klein. A. Blüten ohne gemeinschaftliche Hülle. 1. Blätter kreisrund, langgestielt. Stengel kriechend. Blätter in kopfiger, wenigblütiger Dolde. Nabelkraut 232. 2. Blätter lanzettlich, rosettig. Blüten in eiförmigen Ähren. Wegerichgewächse 294. B. Blüten von einer gemeinschaftlichen Hülle umgeben, 1. Blätter verkehrt - eiförmig. Krone blau. Staubblätter 4. Griffel i. Kugelblume 294. 2. Blätter lineal. Krone rosa oder lila. Staubblätter 5, frei. Griffel 5. Pinke 250. 3. Blätter nicht lineal. Krone röhrig, 5 zähnig bis 5 spaltig, oder zungenförmig. Staubbeutel 5 , zu einer Röhre ver- wachsen. Kelch als Haarkrone ausgebildet. (Fig. 174 — 186). Kopfblütler 309. III. Blüten weder in Kolben noch in Köpfen. A. Blätter rot-drüsig-gefranst. Krone gleichmäfsig freiblättrig. Blüten traubig, weifs. Griffel 3 — 5. Kleinere Sumpfpflanzen. Sonntau 152. B. Blätter streif ennervig, ganzrandig. Blütenhülle einfach, nicht in Kelch und Krone geschieden. I. Blütenhülle ungleichmäfsig , 2 lippig. Fruchtknoten unter- ständig. Staubblätter i oder 2, mit dem Griffel verwachsen. Orchengewächse 72. Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. f ^ Kräuter und Stauden. 2. Blütenhülle gleichmäfsig, kronenartig. Fruchtknoten ober- ständig. Stavibblätter 6. Liliengewächse 62. 3. Blütenhülle gleichmäfsig, kronenartig. Fruchtknoten unter- ständig. Staubblätter 6. Narcissenge wachse 70. 4. Blütenhülle gleichmäfsig , kronenartig. Fruchtknoten unter- ständig. Staubblätter 3. Schwertblumengewächse 71. Vergleiche auch Wegerich unter D, i. C. Blätter weder drüsig noch streifennervig. Blütenhülle doppelt. Krone ungleichmäfsig, gespornt, blau, lila oder violett. 1 . Krone freiblättrig, 5 blättrig, ein Kronblatt gespornt. Staub- blätter 5. Veilchen 217. 2. Krone verwachsenblättrig, 2 lippig. Staubblätter 2. Blätter rosettig, gelbgrün. Fettkraut 291, D. Blätter weder drüsig noch streifennervig, Blütenhülle doppelt. Krone gleichmäfsig, angespornt. 1. Blüten in Ähren. a. Stengel ästig. Blüten in einseitswendigen Ähren. Krone violett. Staubblätter 5. Widers tofs 250. b. Stengel einfach. Blüten in allseitswendigen , walzen- förmigen oder eiförmigen Ähren. Staubblätter 4, weit hervorragend. Wegerich 294. c. Stengel einfach. Blütenboden später walzenförmig ver- längert und durch die vielen Fruchtknoten einer Ähre ähnlich. Blätter lineal. Mäuseschwanz 123. 2. Blüten nicht in Ähren. Blätter breit, rundlich bis lanzettlich. a. Blüten einzeln, grofs. Staubblätter 5, mit 5 drüsig- ge- wimperten Gebilden abwechselnd. Blätter bis auf i grund- ständig, herzförmig. Herzblatt 155, b. Blüten einzeln oder in Trauben. Staubblätter 10. Blätter rundlich bis eiförmig. Birnkrautgewächse 243. c. Blüten trugdoldig. Staubblätter 12 bis viele. Blätter dick und fleischig. Hauswurz 154. d. Blüten doldig oder rispig. Staubblätter 6. Blätter ellip- tisch bis lanzettlich. Froschlöffel 19. 3. Blüten nicht in Ähren. Kleine 2 — 10 cm hohe Pflänzchen mit schmalen Blättern. a. Blüten traubig. Krone weifs, 4 blättrig. Staubblätter 4 bis 6. Blätter lanzettlich. Hungerblümchen 147. b. Blüten in 3 blutigen Blütenständen. Krone weifslich, röhrig. Staubblätter 4. Blätter lineal-pfriemlich. Strandling 295. c. Blüten einzeln. Krone lila oder weifslich, 5 spaltig. Staub- blätter 4. Blätter langgestielt, hneal-länglich. Schlammkraut 283. d. Blüten einzeln. Krone gelb, 5 blättrig. Staubblätter 5. Fruchtknoten mehrere. Blütenboden später walzenförmig verlängert. Mäuseschwanz 123. Kräuter und Stauden, S^ D. Kräuter und Stauden mit gegenständigen oder quirlständigen Blättern. I. Pflanzen mit Milchsaft. Blätter gegenständig, länglich-lanzettlich. Blüten doldig, einhäusig. (Fig. 197, 198.) Dolde 4strahlig. Wolfsmilch 205. II. Pflanzen mit Brennhaaren. Blätter länglich bis eiförmig, gesägt. Blüten einzeln oder geknäuelt und in Rispen. Nessel 90. ni. Pflanzen mit dicken, fleischigen Blättern. A. Fruchtknoten 5 — 20. Kronblätter 5 — 20. Kelch 5 — 2oteiUg. Dickblattgewächse 153. B. Fruchtknoten i. Krone 5 teilig oder 5 blättrig, Kelch 2 spaltig. Portulakgewächse 103. IV. Pflanze ohne Milchsaft und ohne Brennhaare. Blätter nicht dick und fleischig, A. Blüten fehlend oder sehr undeutlich. Blätter oder Äste quirlständig. 1. Blätter quirlständig, lineal oder fast lanzettlich. Blüten ein- zeln in den Blattwinkeln, zwitterig, mit nur i Staubblatt, (Fig. 140, 141.) Tannwedel 227. 2, Blätter zu gezähnten Scheiden verwachsen. Äste quirlständig, Blüten fehlend. Sporenbehälter in endständiger Ähre (Fig. 170). Schachtelhalm 9. B. Blüten quirlig. Blätter gegenständig oder zu 3 quirl- ständig. 1. Krone verwachsenblättrig, ungleichmäfsig , 2 lippig. Staub- blätter 2, oder 4 und dann 2 länger. Lippenblütler 263. 2. Krone freiblättrig, gleichmälsig, 4 — 6 blättrig. Staubblätter 6 — 12. Weiderichgewächse 222. C. Blüten in Köpfen. Blätter gegenständig. 1. Köpfe (oder Ähren) ohne Hülle. Krone mit 4teiligem Saum und 4 weit hervorragenden Staubblättern. Wegerich 294. 2. Köpfe von einer Hülle umgeben. Krone 4 — 5spaltig. Staub- blätter 4, frei. Kelch doppelt. Kardengewächse 303. 3. Köpfe von einer Hülle umgeben. Krone röhrig, 5 zähnig oder 5 spaltig , oder zungenf örmig. Kelch meist zu einer Haarkrone ausgebildet. (Fig, 174- — 186.) Kopfblütler 309. D. Blüten weder quirlig noch in Köpfen. I. Blätter quirlständig (zu 3 bis mehreren). a. Stengel i blutig, seltener 2 blutig. aa, Blüte grünlich. Staubblätter meist 8. Griffel meist 4. Stengel meist 4 blättrig. Einbeere 70. bb. Blüte weifs. Staubblätter meist 7. Griffel i. Siebenstern 248. f * 84 Kräuter und Stauden. b. Stengel mehrblütig. Blüten sehr klein. aa. Blätter zu 3 (oder 4). Blüten grünlich, einzeln in den Blattachseln. Staubblätter 8. Sumpfpflanze. Tännel 215. bb. Blätter zu 3 (oder 4). Blüten rötlich. Staubblätter 8. Ouellige Orte höherer Gebirge. Weidenröschen 222. cc. Blätter zu 4 — 12. Blüten meist weifs. Krone ver- wachsenblättrig, 4 spaltig. Staubblätter 4. Rötegewächse 295. c. Stengel mehrblütig. Blüten mittelgrofs oder grofs. aa. Blüten gelb, traubig. Staubblätter 5, Felberich 248. bb. Blüten weifslichgrün, röhrig, hängend. Staubblätter 6. Weifswurz 69. cc. Blüten fleischfarben, braun punktiert, traubig, grofs. Staubblätter 6. Lilie 67. dd. Blüten weifs oder hellrosa, doldig oder doldentraubig. Staubblätter 10. Birnkrautgewächse 243, 2. Blätter gegenständig. Blütenhülle einfach. a. Blätter deutlich streifennervig. Blüten ährig oder traubig. Blütenhülle ungleichmäfsig, 6 blättrig, Orchengewächse 72. b. Blätter halbkreisförmig oder nierenförraig. aa. Blüten einzeln, nickend, glockig, 3 spaltig, bräunlich. Blätter nierenförmig. Stengel sehr kurz, kriechend. Haselwurz 91. bb, Blüten trugdoldig, flach, grünlichgelb. Blätter halb- kreisförmig. Stengel aufrecht. Milzkraut 155. c. Blätter eiförmig oder eiförmig - lanzettlich, grofs. aa. Blüten klein, grünlich, 2 häusig. Staubblätter 8 bis mehrere. (Fig. 193, 194.) Bingelkraut 205. bb. Blüten grofs, violeltblau, zwitterig. Staubblätter zahl- reich. Waldrebe 122, d. Blätter klein, eiförmig oder elliptisch bis lineal. Blüten klein. Meist kleine Kräuter. aa. Blüten sehr klein, bläulich. Kelch ein gezähnter Rand, zur Blütezeit kaum merklich. Staubblätter 3. Stengel gabelästig, Rapünzchen 303. bb. Blüten klein, grünlich, gelblich oder weifslich. Krone sehr klein oder fehlend. Staubblätter 4 oder 5. Xelkengewächse 104. cc. Blüten hellrosa, einzeln, blattachselständig. Staub- blätter 5, Stengel dicht beblättert. Sermel 247. dd. Blüten grünlich, einzeln, blattachselständig. Staub- blätter 6. Stengel liegend. ' Burgel 222. Kräuter und Stauden. 85 3. Blätter gegenständig. Blutenhülle doppelt. Krone verwachsen blättrig. a. Krone ungleichmäfsig, 2 lippig oder ungleich- 4- oder 5- zipfelig. aa. Krone ungleich - 5 spaltig , blafslila. Staubblätter 4. Blüten in dünnen Ähren. Blätter meist 3 spaltig. Eisenkraut 262. bb. Krone 2 lippig oder ungleichmälsig- 4 zipfelig. Staub- blätter 2 oder 4. Fruchtknoten 1 fach. Bravmwurzgewächse 279 cc. Krone 2 lippig oder i lippig. Staubblätter 2 oder 4 Fruchtknoten 2 — 4 teilig. (Fig. 203 — 206). Lippenblütler 263 b. Krone gleichmäfsig, blau, bläulich oder lila. aa. Stengel kriechend. Blüten einzeln in den Blattachseln Staubblätter 5. Blätter lederig. Immergrün 255 bb. Stengel aufrecht. Blüten endständig. Staubblätter 5 bis 10. Enziangewächse 251 cc. Stengel aufrecht. Blüten endständig, sehr klein, lila Staubblätter 3. Rapünzchen 303 c. Krone gleichmäfsig, gelb, weifs, rot oder rötlich. aa. Stengel aufrecht, 30 — 150 cm hoch. Blüten in Trug- dolden, weifs oder fleischfarben. Staubblätter 5. ' Seiden pflanzengewächse 255. bb. Stengel liegend. Krone weifs, klein. Staubblätter 5 bis 5. Kleines Kraut. Greusel 103. cc. Stengel aufrecht. Krone gelb oder rot. Staubblätter 4 — 8, mit den Kronzipfeln abwechselnd. Enziangewächse 251. dd. Stengel aufrecht oder liegend. Krone gelb, rot oder blau. Staubblätter 5, vor den Kronzipfeln. Primelgewächse 247. 4. Blätter gegenständig. Blütenhülle doppelt. Krone freiblättrig. a. Krone gelb. aa. Krone 4 blättrig. Staubblätter 8. Fruchtknoten unter- ständig. Weinblume 225. bb. Krone 5 blättrig. Staubblätter zahlreich, frei. Griffel I. Sonnenröschen 216. cc. Krone 5 blättrig. Staubblätter zahlreich, am Grunde in 3 Bündel verwachsen. Griffel 3. Hartheu 214^ b. Klrone weifs, rot oder rötlich. aa. Fruchtknoten unterständig. Griffel i. Staubblätter 2, 4 oder 8. Weinblumengewächse 222. bb. Fruchtknoten oberständig. Griffel 1. Staubblätter 6 bis 12. Kronblätter (4 — )6. Weiderichge wachse 222. Sß Kräuter und Stauden. cc. Fruchtknoten oberständig. Griffel 4 oder 5. Staub- blätter und Kronblätter 4 oder 5, letztere weifs, ' am Grunde gelb, Stengel aufrecht, fadenförmig. Lein 202. dd. Fruchtknoten oberständig. Griffel 3 — 5. Kelch 2 bis 4 teilig. Kronblätter 3 oder 4. Kleine Ufer- pflanzen. Tännel 215. ee. Fruchtknoten oberständig. Griffel 2 — 5. Kelch 5- zähnig oder 5 blättrig. Kronblätter 4 oder 5. Staula- blätter meist 10. Nelken gewächse 104. E. Kräuter und Stauden mit wechselständigen Blättern. I. Pflanzen mit ^Milchsaft. Blüten unscheinbar, meist grünlichgelb, i häusig, (je eine weibliche und mehrere männliche Blüten) von einer glockigen, kelchartigen Hülle umgeben, doldig. (Fig. 197, 198.) Wolfsmilch 205. II. Blüten in zusammengesetzten Dolden. Blüten klein, gelb. Staubblätter 5. Griffel 2. Blätter rundlich bis lineal. Hasenohr 235. III. Blüten in Köpfen. A. Blüten in kleinen, 3 — 5 blutigen Köpfen (kopfigen Dolden), weifs- lich oder rötlich. Blätter kreisrund, in der Mitte gestielt. Stengel kriechend. Nabelkraut 232. B. Blüten kopfig oder knäuelartig-gehäuft, blau oder violett, Staub- blätter 5. Staubbeutel frei oder nur am Grunde leicht zu- sammenhängend. Glockengewächse 306. C. Blüten in gröfseren oder kleineren, von einer gemeinschaftlichen Hülle umgebenen Köpfen. Krone röhrig, 5zähnig oder 5spaltig, oder zungenförmig. Staubblätter 5, ihre Staubbeutel zu einer Röhre ausgebildet. (Fig. 174 — 186.) Kopfblütler 309. IV. Blüten weder in Köpfen, noch in zusammengesetzten Dolden. Pflanzen ohne Milchsaft. A. Blütenhülle einfach, meist kronartig. Blätter deut- lich streifennervig. 1. Blütenhülle ungleichmäfsig, 2 lippig. Staubblätter i oder 2, mit dem Stempel verwachsen. Fruchtknoten unterständig. (Fig. 191, 192.) Orchenge wachse 72. 2. Blütenhülle gleichmäfsig oder ziemlich gleichmäfsig. Staub- blätter 3. Xarben 3, zuweilen blattartig. Fruchtknoten unter- ständig. Schwertblumengewächse 71. 3. Blüten gleichmälsig. Staubblätter 6, selten 4. Griffel i oder 3. Fruchtknoten oberständig. Liliengewächse 62. B. Blütenhülle einfach. Blätter nicht streifennervig, stumpf, grofs oder ziemlich grofs. I. Blüten gelb, gelblich oder bräunlich. a, Blätter herz - eiförmig. Blütenhülle verwachsenblättrig, un- gleichmäfsig, gelb oder bräunlich. Osterluzei 91. Kräuter und Stauden. S7 b. Blätter rundlich -nierenförmig. Kelch 4 teilig, gelblich. Krone fehlend. Staubblätter 8. Griffel 2. Milzkraut 155. c. Blätter herz-eiförraig bis nierenförmig. Kelch 5 — Sblättrig, gelb. Krone fehlend. Staubblätter zahlreich. Dotterblume 119. 2. Blätter grünlich, weifslich, rot oder rötlich. a. Blätter nmdlich-eiförmig bis elliptisch-lanzettlich. Blüten grünlich, meist i häusig. Treuf kraut 90. b. Blätter 3 eckig oder eiförmig bis lanzettlich, am Gninde mit häutigen, umfassenden Scheiden (Fig. 71). Blüten grünlich, weifslich oder rötlich. Knöterichgewächse 92. c. Blätter 3 eckig oder eiförmig bis lanzettlich, am Grunde ohne häutige Scheiden. Blütenhülle grünlich, krautig. Gänsefufsgewächse 96. d. Blätter eiförmig oder länglich-eiförmig. Blütenhülle trocken- häutig, rot oder grünhch, Blüten i häusig, in Scheinähren. Amarant 102. Blütenhülle einfach. Blätter nicht streifennervig, schmal oder doch klein, eiförmig bis pfriemlich. 1. Stengel (und Äste) liegend oder aufsteigend. a. Blätter lineal-pfriemlich, stachelspitzig. Blüten einzeln in den Blattwinkeln. Staubblätter 3. Geferkraut 102. b. Blätter lineal-länglich, vorn breiter. Blüten end- und seiten- ständig, weifslich. Staubblätter 5. Hirschspriing 115. c. Blätter elliptisch bis lineal- lanzettlich, am Grunde mit häutigen, umfassenden Scheiden (Fig. 71). Blüten in Scheinähren oder in den Blattwmkeln, rötlich oder weifslich. Knöterich 94. 2. Stengel aufrecht. Blüten einzeln oder zu zweien in den Blattachseln. a. Stengel 2 — 8 cm hoch. Blätter eiförmig. Kelch 4 teilig. Krone 4 spaltig, weifslich oder rötlich. Staubblätter 4, Kleinling 247. b. Stengel 5 — 15 cm hoch, dicht beblättert. Blätter länglich. Kelch 5 spaltig, hellrosa. Krone fehlend. Staubblätter 5. Sermel 247. c. Stengel 10 — 25 cm hoch. Blätter lanzettlich bis lineal. Krone rötlichlila, 6blättrig, hinfällig. Staubblätter meist 6. Weiderich 222, d. Stengel 10 — 40 cm hoch. Blätter lineal bis pfriemlich. Blütenhülle 5 blättrig oder 5 spaltig , grünlich. Staub- blätter 5. Gänsefufsgewächse 96. Kräuter und Stauden. e. Stengel lo — 45 cm hoch. Blätter lineal oder lanzettlich. Blütenhülle innen weifs, aufsen grünlich. Staubblätter 3 bis 5. Vermeinkraut 90. f. Stengel 15 — 45 cm hoch. Blätter lineal -lanzettlich oder lineal. Blütenhülle mit 4 teiligem Saum, grünlich. Staub- blätter 8. Spatzenzunge 221. D. Blütenhülle doppelt. Krone unregelmäfsig. 1. Krone verwachsenblättrig. Blüten gespornt oder ungespornt. a. Krone ungleich-5lappig, anfangs rötlich, dann blau. Staub- blätter 5. Fruchtknoten 4 teilig. Natternkopf 260. b. Krone 2 lippig oder ungleich - 4 lappig. Staubblätter 4, 2 längere und 2 kürzere. Fruchtknoten einfach. Braunwurzgewächse 279. 2. Krone freiblättrig. Blüten gespornt. a. Krone orange. Staubblätter 8. Blätter kreisrund, in der Mitte gestielt. Stengel klimmend. Tropaeolum 202. b. Krone blau oder violett, gelb oder 3 farbig. Staubblätter 5. Blätter rundlich bis lanzettlich. Stengel liegend bis aufrecht. Veilchen 217. c. Krone gelb. Staubblätter 5. Blüten traubig. Blätter ei- förmig-länglich. Stengel aufrecht. Springkraut 210. 3. Krone freiblättrig. Blüten ungespornt. a. Krone blau oder rötlich, seltener gelb. Kelch freiblättrig, gefärbt. Staubblätter 8, in 2 Bündel verwachsen. Ramsei 204. b. Krone gelb, schmetterlingsförmig. Kelch verwachsen- blättrig, 2 lippig. Staubblätter 10, alle verwachsen. (Fig. 199 — 202.) Hülsenfrüchtler 181. c. Krone gelblich, ihre Blätter zum Teil unregelmäfsig zer- schlitzt. Kelch 4 — 6 teilig. Staubblätter zahlreich. Resede 152. E. Blütenhülle doppelt. Krone regelmäfsig. I, Krone deutlich verwachsenblättrig. a. Staubblätter 4, 2 längere und 2 kürzere. Krone gelb oder rot, mit 4 lappigem Saum. Fruchtknoten einfach. Fingerhut 283. b. Staubblätter 5 , alle oder 3 mit weifser oder violetter Wolle. Klrone radförmig, 5 spaltig, gelb oder violett. Blätter meist filzig Wollkraut 280. c. Staubblätter 5, ohne Wolle. aa. Stengel windend. Krone weifs oder rötlich. Blätter am Gnmde spiefsförmig oder pfeilförmig. Winde 256, bb. Stengel aufrecht, 2 — 30 cm hoch. Blüten sehr klein, einzeln oder trai;big. Krone weifs oder rötlich. Primelgewächse 247. Kräuter und Stauden. , 89 cc. Stengel aufrecht, seltener kletternd. Fruchtknoten ein- fach, oberständig. Krone verschieden gefärbt, seltener blafs oder violett. Nachtschattengewächse 276. dd. Stengel liegend bis aufrecht. Fruchtknoten (2 — )4teilig, oberständig. Krone verschieden gefärbt, meist blau oder violett. Blätter meist rauhhaarig. Boretschgewächse 257. ee. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Fruchtknoten halb- unterständig. Kj-one meist blau oder violett. Glockengewächse 306. Krone getrenntblättrig oder tief geteilt. a. Fruchtknoten mehrere. Staubblätter 10 und mehr. aa. Blätter dick und fleischig. Staubblätter dem Grunde des Kelchs eingefügt. Krone gelb, weifs oder rot. Dickblattgewächse 153. bb. Blätter krautig. Staubblätter dem Blütenboden ein- gefügt, Krone (Kelch) gelb. Hahnenfufsgewächse 117. b. Fruchtknoten i. Staubblätter 10 bis mehrere. Krone 5 blättrig oder 5 teilig. aa. Krone gelb. Staubblätter 2ahlreich. Griffel i. Blätter lanzettlich bis lineal. Sonnenröschen 216 bb. Krone weifs oder weifslich. Staubblätter 10. Griffel i Blätter länglich bis nmdlich. In Wäldern und Ge büschen. Birnkrautgewächse 243 cc. Krone weifs oder gelb. Staubblätter 10. Griffel 2 Blätter nierenförmig bis lanzettlich. Steinbrech 155 c. Frtichtknoten i. Staubblätter 5 — 8. aa. Krone meist 7 teilig, weifs. Staubblätter meist 7 Blätter oft fast quirlständig. Siebenstern 248 bb. Krone 6 blättrig, rötlichlila, hinfällig. Staubblätter meistö. Blätter lanzettlich bis lineal. Weiderich 222 cc. Krone 5 blättrig, weifs. Staubblätter 5. Narben 4 Das einzige Stengelblatt herzförmig. Herzblatt 155 dd. Krone 5 blättrig, blau oder weifs. Staubblätter 5 Griffel 5. Blätter lanzettlich. Lein 202 ee. Krone 4 blättrig, rötlich oder gelb. Staubblätter 8 Blätter eiförmig bis lanzettlich. Weinbltimengewächse 222 Tabelle zum Bestimmen der Bäume und Sträucher nach den Blüten. Übersicht der Unterabteilungen. I. Blüten vor den Blättern erscheinend oder vorläufig. Bäume und Sträucher mit vorläufigen Blüten 90. II. Blüten mit oder nach den Blättern erscheinend. A. Blütenhülle einfach oder fehlend. Bäume und Sträucher mit einfacher oder fehlender Blütenhülle 93. B. Blütenhülle doppelt, in Kelch und Krone geschieden. Bäume und Sträucher mit doppelter Blütenhülle 94. A. Bäume und Sträucher mit vorläufigen Blüten. I. Blüteu völlig ohne Blütenhülle (Fig. loo), rispig. Knospen schwarz. Jede Blüte aus einem Stempel und 2 Staubblättern, oder nur aus 2 Staubblättern, oder nur aus einem Stempel bestehend. Esche 250. II. Blüten ohne deutliche Blütenhülle, zu eiförmigen oder walzen- förmigen Blütenständen, sogenannten Kätzchen vereinigt. (Fig. 235, 239, 240, 243.) A. Blüten i häusig. Staubblütenkätzchen lang walzenförmig, Stempel- blütenkätzchen klein, walzlich oder knospenförmig. Kätzchen- schuppen meist kahl. Narben fadenförmig, oft rot. Buchengewächse 87. B. Blüten 2 häusig. 1. Staubblütenkätzchen und Stempelblütenkätzchen ziemlich gleichgrofs. Kätzchenschuppen meist behaart. Narben meist kurz, zuweilen gespalten. Weid enge wachse 81. 2. Staubblütenkätzchen bis i cm lang, Stempelblütenkätzchen kleiner. Kätzchenschuppen kahl, glänzend. Narben faden- förmig. Kleiner, mit gelben Harzpünktchen besetzter Strauch. Gagelstrauch 81. III. Blüten mit deutlicher, verwachsenblättriger oder freiblättriger Blüten- hülle. A. Blüten weifs oder rosa, ziemlich grofs. I. Blüten rosa, in seitlichen, meist 3 blutigen Blütenständen. Staubblätter 8. Frucht eine Beere. Kellerhals 220. Bäume und Sträucher. 91 2. Blüten weifs. einzeln oder zu 2. Staubblätter zahlreicii. Wild- wachsend und kultiviert. Aprikose. Kirsche, Pflaume, Ahle 180. B, Blüten gelb, grünlich oder bräunlich, meist klein. I. Blüten doldig, gelb, von einer 4 blättrigen Hülle umgeben, klein. Staubblätter 4. Fruchtknoten unterständig (Fig. 113). Hornstrauch 242. Fig. 224. Männlicher Blütenstand, Fig. 225 weiblicher Blütenstand (Zapfen) der Kiefer, Fig. 226. Fruchtschuppe (Fruchtblatt) der Kiefer mit 2 Samenanlagen. Fig. 227. Geflügelter Same der Kiefer. Fig, 228. Zweigspitze vom Wacholder. Fig. 229. Männlicher Blütenstand, Fig. 230 weiblicher Blütenstand des Wacholder. Fig. 231. Scheinbeere des Wacholder. Fig. 232. Weiblicher Blütenstand der Eibe. Fig, 233. Derselbe durchschnitten. Fig. 234. Scheinbeere der Eibe. Fig. 235. Zweig vom Haselstrauch (a männliches, b weibliches Kätzchen). Fig. 236. Kätzchen- schuppe eines männlichen Kätzchens. Fig. 237, Stempelblüte. Fig. 238, Stempel- blüte mit ausgebreiteter Hülle vom Haselstrauch. Fig. 239. Männliches Kätzchen. Fig. 240, weibliches Kätzchen, Fig. 241. Staubblüte, Fig. 242, Stempelblüte der Mandel - W^eide. Fig. 243. Zweigstück der Eiche mit 3 männlichen Kätzchen. Fig. 245. Eine Stempelblüte, Fig. 245 eine Staubblüte der Eiche. 92 Bäume und Sträucher. 2. Blüten kopfig oder büschelig, mit glockiger, 5 spaltiger Blüten- hülle, klein. Staubblätter 5 (3 — 8). Frucht geflügelt (Fig. 131). Ulme 88. 3. Blüten in aufrechten Doldentrauben, gelbgrün. Staubblätter meist 8. Frucht geflügelt (Fig. 132). Ahorn 209. ß. Bäume und Sträucher mit einfacher oder fehlender Blütenhülle. I. Blüten I- oder 2 häusig. A. Blätter nadel- oder schuppen förmig. Blüten ohne Blütenhülle. Staubblüten (männliche Blüten) aus ährenförmig angeordneten Staubblättern bestehend (Fig. 244). Samenanlagen nicht in einen Fruchtknoten eingeschlossen. Nadelhölzer. 1 . Blüten 2 häusig. Weibliche Blüten (bei unserer Gattung) nur aus einer nackten, endständigen, aufrechten Samenanlage be- stehend. Männliche Blüten kugelig. Samen steinfruchtartig. Blätter wechselständig (spiralig). Eibengewächse 12. 2. Blüten I- oder 2 häusig. Weibliche Blüten aus mehr oder weniger zahlreichen Fruchtblättern bestehend, welche die aufsen nicht saftigen Samen überragen und bedecken, meist ährig. Männliche Blüten meist eiförmig oder walzlich. a. Blätter wechselständig (spiralig), öfter an seitlichen Kurz- trieben büschelig. Weibliche Blüten aus spiralig ange- ordneten Fruchtblättern (Fruchtschuppen) bestehend, welche je 2 abwärts gerichtete Samenanlagen tragen. Frucht ein holziger Zapfen. Tannengewächse 12. b, Blätter gegen- oder zu 3 quirlständig. Weibliche Blüten aus gegen- oder quirlständigen Fruchtblättern bestehend, welche die aufrechten Samenanlagen tragen. Frucht ein holziger oder beerenartiger Zapfen. Cy pr ess engewächse 14. B. Blätter nicht nadel- oder schuppenförmig. Staubblüten und meist auch die Stempelblüten in ährigen oder kopfigen Blütenständen, sogenannten Kätzchen. (Fig. 235, 239, 240, 243). 1. Nur die Staubblüten in Kätzchen. a. Stempelblüten einzeln oder zu 2 — 5 von einer bleibenden, später sich vergröfsernden Hülle umschlossen. Staubblüten in walzenförmigen, oder kugeligen und dann lang gestielten Kätzchen. Buchengewächse 87. b. Stempelblüten einzeln oder zu 2 oder 3 an der Spitze der Ästchen. Staubblüten in walzenförmigen , ungestielten Kätzchen. Nufsbaum 80. 2. Staubblüten und Stempelblüten in Kätzchen. a. Staubblüten und Stempelblüten in kugeligen Kätzchen, perlschnurförmig hängend. Staubblätter zahheich. Griffel pfriemlich. Blütenhülle fehlend. Platane 156. Bäume und Sträucher. 93 b. Staubblüten in länglichen, Stempelblüten in fast kugeligen, später zu einer saftigen Beere auswachsenden Kätzchen. Staubblätter 4. Narben 2. Blütenhülle 4 blättrig. Maulbeerbaum 89. c. Staubblüten und Stempelblüten in eifönnigen oder walzen- förmigen Kätzchen. aa. Blüten I häusig. Hinter jeder Deckschuppe i — 3 Frucht- knoten. Narben fadenförmig. Frucht eine i sämige Nufs. Birkengewächse 86. bb. Blüten 2 häusig. (Fig. 239, 240.) Hinter jeder Deck- schuppe I Fruchtknoten (Fig. 242). Narben meist kurz, zuweilen gespalten. Frucht eine Kapsel. Samen mit Haarschopf. Weidengewächse 81. IL Blüten zwitterig, seltener i- oder 2häusig (und dann die Blüten niemals in ährigen oder kopfigen Blütenständen). A. Blätter lederartig, immergrün. Meist kleine Sträuchlein. 1. Aul Bäumen schmarotzender, kleiner Strauch. Blüten i- oder 2 häusig, unscheinbar, Staubblätter 4. Mistel 90. 2. Heidekrautähnliches, liegendes Sträuchlein. Blüten 2 häusig. Staubblätter 3. Krähenbeere 208. 3. Kletternder Strauch mit 3 — 5 lappigen Blättern, Blüten zwit- terig. Staubblätter 5 — 10. Epheu227. 4. Aufrechter Strauch oder kleiner Baum mit elliptischen Blät- tern, Blüten I häusig. Staubblätter 4, Buchsbaum 208. 5. Aufrechter, kleiner Strauch mit lanzettlichen oder linealen Blättern. Blüten zwittrig. Staubblätter 8. Kellerhals 220. B. Blätter krautig, sommergrün. Blüten mit oder nach den Blättern erscheinend. 1. AVindende oder kletternde Sträucher. a. Blätter gegenständig, meist zusammengesetzt. Staubblätter und Stempel zahlreich. Krone fehlend. Kletternd. Waldrebe 122. b. Blätter wechselständig, herzförmig. Blütenhülle einfach, röhrig, unregelmäfsig. Windend. Osterluzei 91, 2. Aufrechte Sträucher oder Bäume mit gegenständigen Blättern. a. Blüten in Trugdolden, weifs. Staubblätter 4. Blätter un- geteilt. Hornstrauch 242. b. Blüten in kleinen, blattwinkelständigen Trugdolden, gelb- lich oder grünlich. Staubblätter 4. Blätter ungeteilt. Kreuzdorn 211. c. Blüten in Trauben oder Trugdolden, grünlich oder gelblich. Staubblätter meist 8. Blätter gelappt. Ahorn 209, 3. Aufrechte Sträucher und Bäume mit wechselständigen Blättern, a. Blätter ungeteilt, silbergrau - schülferig. Staubblätter 4. Oleaster 221. 94 Bäume und Sträucher. b. Blätter ungeteilt, grün. Staubblätter 5. Griffel i, ein- fach. Faulbaum 211. c. Blätter gelappt oder gespalten. Blüten traubig. Staub- blätter 5. Stachelbeere, Johannisbeere 155. d. Blätter gefiedert, 3 zählig oder ungeteilt. Blüten rispig. Staubblätter 5. Griffel 3. Sumach2o8. C Bäume und Sträucher mit doppelter Blütenhülle- I. Fruchtknoten unterständig (Fig. 113). Blätter wechselständig, freiblättrig, 5 blättrig. A. Staubblätter 5. Blüten traubig. Blätter krautig, sommergrün. Aufrechte Sträucher. Stachelbeere, Johannisbeere 155. B. Staubblätter 5 — 10. Blüten doldig. Blätter lederig, immer- grün. Kletternder Strauch. Epheu 227. C. Staubblätter zahlreich. Blätter mit Nebenblättern, ungeteilt, ge- teilt oder zusammengesetzt. Rosengewächse 157. II. Fruchtknoten unterständig (Fig. 113). Blätter gegenständig. A. Krone freiblättrig. Staubblätter 4. Frucht eine Steinbeere. Hornstrauch 242. B. Krone freiblättrig. Staubblätter 10 oder zahlreich. Griffel 3 bis 5. Frucht eine Kapsel. Pfeifenstrauch 155. C. Krone verwachsenblättrig. Staubblätter 5. Frucht eine Beere. Geifsblattgewächse 299. D. Krone verwachsenblättrig. Staubblätter 8( — 10). Frucht eine Beere. Kleine Sträuchlem. Vaccinium 245. III. Fruchtknoten oberständig (Fig. 112), Kronblätter ungleich. A. Staubblätter 10, alle verwachsen oder i frei. Krone schmetter- lingsförmig (Fig. 199, 202). Kelch verwachsenblättrig, Hülsenfrüchtler 181. B. Staubblätter meist 7 (6 — 8), frei. Kronblätter etwas ungleich. Kelch verwachsenblättrig. Sperwe 210. C. Staubblätter 8, in 2 Bündel verwachsen. Blüten gelb. Kelch- blätter 5, die seitlichen gröfser. Ramsei 204. IV, Fruchtknoten oberständig (Fig. 1 1 2). Kronblätter oder (bei ver- wachsenblättriger Krone die) Kronzipfel gleich. A. Staubblätter 12 bis viele. Krone freiblättrig. 1. Kelch verwachsenblättrig, 5- oder 10 zipfelig. Krone meist rot oder weifs. Fruchtknoten i oder viele. Blätter oft mit Nebenblättern. Rosengewächse 157. 2. Kelch freiblättrig. Krone gelblich. Fruchtknoten i. Blätter herzförniig. Bäume. Linde 2 12. 3. Kelch freiblättrig. Krone gelb. Fruchtknoten i. Blätter lineal bis eiförmig. Sehr kleine Sträuchlein. Sonnenröschen 216. Bäume iiud Sträucher. 95 B. Staubblätter 6 — lo. 1. Blätter gelappt, grofs, gegenständig. Krone gelblichgrün. Staubblätter meist 8. Frucht geflügelt (Fig. 132). Ahorn 209. 2. Blätter ungeteilt, mittelgrofs. Kelch und Krone gelb, 6 blättrig. Staubblätter 6. Frucht eine Beere. Berberitze 128. 3. Blätter ungeteilt, sehr klein. Kelch freiblättrig. Krone hell- rot. Staubblätter 10. Birzstrauch2i6. 4. Blätter ungeteilt, klein. Kelch verwachsenblättrig. Staub- blätter 8 — 10. Kleine Sträuchlein. Heidegewächse 244. C. Staubblätter 2 — 5. 1. Blätter geteilt oder zusammengesetzt, oder lederartig und meist stachelig -gezähnt. Staubblätter 4 oder 5. a. Blätter stachelig-gezähnt, lederartig, starr. Staubblätter 4. Krone weifs. Hülsstrauch 209. b. Blätter gelappt bis gefingert. Staubblätter 5. Narbe ein- fach. Rebengewächse 211. c. Blätter gefiedert, wechselständig. Staubblätter 5. Griffel 3. Sumach 208. d. Blätter gefiedert, gegenständig. Staubblätter 5. Narben 2 oder 3. 2. Blätter einfach, ungeteilt, nicht stachelig -gezähnt. Staub- blätter 2 — 5, a. Staubblätter 2. Krone verwachsenblättrig, 4 teilig. Auf- rechte Sträucher oder kleine Bäume. Ölbaumgewächse 250. b. Staubblätter 3. Krone und Kelch 3 blättrig (blafsrot). Blätter nadeiförmig. Kleines liegendes Sträuchlein. Krähenbeere 208. c. Staubblätter 4 oder 5, vor den 4 oder 5 Kronblättern. Griffel einfach oder 2 — 4 spaltig- Kreuzdorngewächse 211. d. Staubblätter 4 oder 5, mit den 4 oder 5 Kronblättern abwechselnd. Griffel einfach. Spindelbaum 209. e. Staubblätter 5. Krone verwachsenblättrig, hellrot oder violett. Nachtschattengewächse 276. Tabelle zum Bestimmen der Bäume und Sträucher nach den Blättern. Übersicht der Unterabteilungen. I. Blätter schuppenförmig oder nadeiförmig (klein oder sehr klein). Bäume und Sträucher mit schuppenf örmigen oder nadei- förmigen Blättern 96. II. Blätter nicht schuppen- oder nadeiförmig. A. Blätter ungeteilt, gegenständig. Bäume und Sträucher mit gegenständigen, ungeteilten ^ Blättern 97. B. Blätter ungeteilt, wechselständig. Bäume und Sträucher mit wechselständigen, unge- teilten Blättern 98. C. Blätter gelappt oder gespalten. Bäume und Sträucher mit gelappten oder gespal- tenen, einfachen Blättern 101. D. Blätter zusammengesetzt (gefiedert oder gefingert). Bäume und Sträucher mit zusammengesetzten, ge- fingerten oder gefiederten Blättern 102. A. Bäume und Sträucher mit scbuppenförmigen oder nadeiförmigen Blättern. I. Sommergrüne, aufrechte Sträucher. A. Dorniger Strauch. Blätter lineal - pfriemlich , steif, stechend, behaart. Hecksame 185. B. Wehrloser Strauch. Blätter schuppenförmig, lanzettlich, dach- ziegelartig über einander liegend. Birzstrauch 216. II. Immergrüne, niederliegende oder aufrechte Kleinsträucher. A. Niederliegender Strauch. Blätter zerstreut , quirlig genähert, lineal -länglich, unterseits weifs gekielt, hohl, kahl. Krähenbeere 208. B. Aufsteigender oder aufrechter Strauch. Blätter sehr klein, 4 reihig, dachziegelartig - gedrängt, lineal - lanzettlich, am Grunde pfeilförmig. Heide (Callüna) 246. C. Aufsteigender oder aufrechter Strauch. Blätter zu 3 oder 4 quirlständig, lineal - länglich bis lineal, kahl oder steifhaarig. Heide (Erica) 246. III. Immergrüne, gröfsere Sträucher oder Bäume (Nadelhölzer). A, Blätter sehr klein, schuppenförmig, oder verlängert (aber dann kaum I cm lang). Bäume und Sträuchei. 9i 1. Blätter schuppenförmig, breit - eiförmig, dachziegelartig über einander liegend. Zweige flachgedrückt. Lebensbaum 14. 2. Blätter schuppenförmig und anliegend oder verlängert und abstehend, gegenständig oder quirlständig. Zweige nicht flachgedrückt. Sadebaum 15, B. Blätter gröfser, nadeiförmig. 1. Blätter zu 3 quirlständig, weit abstehend, oberseits flach- rinnig, unterseits stumpf, gekielt. Wacholder 15 2. Blätter büschelig (nur an den jüngeren Jahrestrieben einzeln), weich, im Herbst abfallend. Lärche 13. 3. Blätter zu 2 — 5 in einer Hautscheide, lang, immergrün. Kiefer 13. 4. Blätter einzeln. a. Blätter stumpf -4kantig, spitz, beiderseits grün, nach oben und nach den Seiten gerichtet. Fichte 14. b. Blätter flach, an der Spitze ausgerandet, unterseits mit 2 weifslichen Längsstreifen, nur nach 2 Seiten gerichtet. Tanne 14. c. Blätter flach, spitz, unterseits hellgrün, matt, ohne Längs- streifen, nach 2 Seiten gerichtet. Eibe 12. B. Bäume und Sträucher mit gegenständigen, ungeteilten Blättern. I. Auf Bäumen schmarotzender, kleiner Strauch. Blätter länglich oder lanzettlich -spateiförmig, ganzrandig, lederig. Stengel gabelig ver- zweigt. Mistel 90. IL Liegende, kriechende oder windende Sträucher. A. Gröfserer, windender Strauch. Blätter kahl, ganzrandig, ellip- tisch, rundlich - eiförmig oder verkehrt - eiförmig, die obersten sitzend oder verwachsen. Geifsblatt 301. B. Kleine, niederliegende oder kriechende Sträucher. 1. Blätter gekerbt, kahl, rundlich -eiförmig. Stengel fadenförmig. Rande 302. 2. Blätter ganzrandig, mehr oder weniger behaart. Stengel liegend. Sonnenröschen 216. 3. Blätter ganzrandig, kahl. Stengel kriechend. Immergrün255. ni. Aufrechte, nicht schmarotzende Sträucher. A. Blätter gesägt oder gezähnt. 1. Blätter unterseits sternhaarig-filzig, grauweifs, oberseits locker- sternhaarig, elliptisch oder eUiptisch - länglich, spitz. Schneeball 300. 2. Blätter kahl oder doch nur wenig behaart. a. Seitennen-en bogenförmig, nach der Blattspitze verlaufend. aa. Blätter fein-, aber dicht-kerbig-gesägt, eiförmig-elliptisch oder elliptisch. Dorniger Strauch. Kreuzdorn 211. bb. Blätter entfernt - klein - gesägt , elliptisch, zugespitzt. Dornenloser Strauch. Pfeifenstrauch 155. Schmidlin-Wünsche. Anleitung. 4. Auflage. g 98 Bäume und Sträucher. b. Seitennerven gegen den Rand verlaufend. aa. Äste 4 kantig oder warzig. Blätter länglich bis eiförmig, zugespitzt, stachelspitzig - klein - gesägt. Spindelbaum 209. bb. Äste stielrund, glatt. Blätter lanzettlich, zugespitzt, gesägt, kahl oder unterseits fein-kurzhaarig. W e i d e 8 2 . B. Blätter ganzrandig. 1. Blätter mehr oder weniger lederartig, kahl. a. Blätter elliptisch, stumpf, steif, höchstens 2 cm lang. Buchsbaum 208. b. Blätter länglich - lanzettlich bis lanzettlich, spitz, länger. Liguster 251. 2. Blätter krautartig. a. Blätter am Grunde herzförmig - rundlich bis eiförmig, zuge- spitzt, kahl. Flieder 250. b. Blätter am Grunde nicht herzförmig, elliptisch bis länglich, spitz. Seitennerven gegen den Blattrand verlaufend. Heckenkirsche 301. c. Blätter am Grunde nicht herzförmig, eiförmig bis ellip- tisch, zugespitzt. Die aus dem Mittelnerv entspringenden stärksten Seitennerven in der Blattspitze bogig zusammen- laufend. Hornstrauch 242. C. Bäume und Staucher mit wechselständigen, ungeteilten Blättern. I. Kleine oder sehr kleine Sträucher. A. Zweige grün, krautartig, meist lang. 1. Stengel geflügelt, niederliegend, mit aufrechten oder aufsteigen- den Ästen. Blätter länglich, rauhhaarig. Goldregen 185. 2. Stengel ungeflügelt, niederliegend bis aufrecht. Blätter be- haart oder kahl. Ginster 184. B. Zweige mehr oder weniger holzig. 1. Blätter mit Nebenblättern, lineal - lanzettlich bis verkehrt- eiförmig oder elliptisch. Weide 82. 2. Blätter ohne Nebenblätter, stachelspitzig. a. Blätter elliptisch, die oberen beiderseits verschmälert. Stengel aufsteigend. R am sei 204. b. Blätter lineal, fein stachelspitzig, gewimpert. Stengel nieder- liegend. Sonnenröschen 216. 3. Blätter ohne Nebenblätter spitz oder stumpf, nicht stachelspitzig. a. Blätter 3 — 7 cm lang, lanzettlich oder lineal - keilförmig. Aufrechter Sttauch. Kellerhals 221. b. Blätter bis etwa 3 cm lang, lineal - lanzettlich bis ellip- tisch, am Rande oft umgerollt. Heidegewächse 244. II. Gröfsere Sträucher oder Bäume. A. Blätter so lang oder wenig länger als breit, 3 eckig, rautenförmig, rundlich, verkehrt -eiförmig- rundlich , herzförmig - rundlich oder herz -eiförmig, nie ganzrandig. Bäume und Sträucher. 99 1. Die dem Mittelnerv entspringenden, starken Seitennerven gehen in geradem Verlauf bis an den Blattrand. a. Blätter am Grunde herzförmig, rundlich -verkehrt -eiförmig, zugespitzt, doppelt -gesägt, schwach gelappt, kurzhaarig. Hasel 86. b. Blätter am Grande nicht herzförmig, 3 eckig bis rautenförmig, zugespitzt, doppelt -gesägt, kahl oder behaart. Birke 86. c. Blätter am Grunde nicht herzförmig, nmdlich oder rund- lich-verkehrt-eiförmig, meist gestutzt oder ausgerandet, ausgeschweift -gesägt, kahl. Erle 87. 2. Die dem Mittelnerv entspringenden Seitennerven erreichen nicht den Blattrand, sondern lösen sich vor demselben in feine Zweige auf. a. Blätter am Gnmde herzförmig. aa. Blätter zugespitzt, schief -herzförmig, gesägt, unterseits kahl oder kurzhaarig. Linde 212. bb. Blätter stumpfhch oder spitzlich, kerbig- gesägt, kahl. Kirsche 180. b. Blätter am Grunde nicht oder nicht deutlich herzförmig, aa. Blätter 3 eckig oder rautenförmig, kerbig - gesägt , zu- gespitzt, am Grunde meist gestutzt oder keilförmig. Pappel 81. bb. Blätter fast kreisrund, ausgeschweift, stumpf-gezähnt, kahl. Blattstiel von der Seite zusammengedrückt. Pappel 81. cc. Blätter rundlich bis elliptisch oder eiförmig, klein -ge- sägt , kurz zugespitzt. Blattstiel nicht zusammen- gedrückt. Birnbaum 159. Blätter etwa doppelt so lang als breit, elliptisch, eiförmig, ver- kehrt-eiförmig oder länglich - eiförmig. 1. Die dem ]\Iittelnerv entspringenden, starken Seitenner\en gehen in geradem Verlauf bis an den Blattrand. a. Blätter am Grunde schief oder ungleichseitig, doppelt-gesägt. aa. Blätter am Grande meist auffallend ungleichseitig, unterseits kurzhaarig oder kahl und nur in den Nerven- winkeln bärtig, oft rauh. Ulme 88, bb. Blätter am Grande nur schief, nur an den Nerven unterseits sparsam - zottig, etwas faltig. Heister 86. b. Blätter am Grunde nicht schief oder ungleichseitig. aa. Blätter am Rande wellig, undeuthch gezähnt, gewim- pert, unterseits in den Aderwinkeln mit Haarbüscheln. Buche 88. bb. Blätter meist doppelt-gesägt, meist kurzhaarig. Erle 87. cc. Blätter doppelt-gesägt oder klein - gelappt , unterseits grau- oder weifsfilzig, Eberesche 160. 2. Die dem Mittelnerv entspringenden Seitennerven erreichen den Blattrand nicht, sondern lösen sich vor demselben in feine Zweige auf. 100 Bäume und Strauch er. a. Blätter klein -gesägt, meist behaart. Blattstiel so lang oder halb so lang als die Blattspreite. Apfeltraum, Birnbaum 159. b. Blätter gesägt oder gekerbt. Blattstiel kürzer. aa. Blätter anfangs unterseits filzig, beiderseits abgerundet oder vorn abgestutzt, kerbig - gesägt. Blattstiel nie drüsig. Quantelstrauch 160. bb. Blätter unterseits kahl oder behaart, stumpf, spitzlich oder zugespitzt, gesägt bis doppelt -gesägt. Blattstiel an der Spitze zuweilen drüsig. Kirsche, Pf laume 180. cc. Blätter kahl, oberseits glänzend, drüsig -gesägt, eiförmig- elliptisch. Blattstiel drüsig. AVeide 82. c. Blätter ganzrandig oder fast ganzrandig. aa. Blätter unterseits weifs- oder graufilzig, i — 3 cm breit. Nebenblätter lanzettlich. Kutte 159. bb. Blätter unterseits weifs- oder graufilzig, 4 — 7 cm breit. • Nebenblätter eiförmig - rundlich, drüsig -gezähnelt. Quitte 159. cc. Blätter kahl oder nur an den Nen'en behaart, an be- haarten Stielen. Faulbaum 211. Vergleiche auch Weide Seite 82. C. Blätter länger als doppelt so lang wie breit, länglich, lanzettlich bis lineal- lanzettlich. 1. Blätter ganzrandig oder fast ganzrandig. a. Blätter kahl. aa. Zweige herabgebogen oder überhängend. Blätter läng- lich-lanzettlich. Bocksdorn 276, bb. Zweige nicht überhängend, kurz. Blätter lanzettlich, am Grunde keilförmig verschmälert. Kellerhals 221. cc. Zweige aufrecht. Blätter länglich- verkehrt -eiförmig bis keilförmig -lanzettlich, an der Spitze entfernt -ge- sägt, unterseits dünnfilzig. Gage Istrauch 81. b. Blätter nicht kahl. aa. Blätter fast sitzend, unterseits weifs- oder grau-schül- ferig, lineal -lanzettlich. Dorniger Strauch. Sanddorn 221. bb. Blätter gestielt , länglich - lanzettlich , unterseits filzig. Dornig oder dornenlos. Mispel 160. cc. Blätter gestielt, schmal -lanzettlich bis elliptisch-lanzett- lich, unterseits seidenhaarig oder filzig, mit Neben- blättern. Dornenlos. Weide 82. 2. Blätter gesägt, gezähnt oder gekerbt. a. Blätter mehr oder weniger lederig. aa. Blätter länglich -lanzettlich, 3 — 4 mal so lang als breit, verflacht, lang -zugespitzt -gesägt. Kastanie 88. bb. Blätter eiförmig -länglich, wenig über doppelt so lang als breit, wellig, stachelig-gezähnt. Hüls Strauch 209. Bäume und Sträucher. 101 b. Blätter krautig, kahl. aa. Blätter nach dem Grunde zu ganzrandig, länglich - lan- zettlich, kahl. Zweige braun, kantig, gerieft. Spierstrauch 158. bb. Blätter wimperig - gesägt , länglich - verkehrt -eiförmig. Nebenblätter durch Stacheln vertreten. Berberitze r28. cc. Blätter stachelspitzig -gesägt, lanzettlich, in den Blatt- stiel verschmälert. Pfirsich 180. dd. Blätter meist klein -gesägt, mit Nebenblättern, länglich bis lineal - lanzettlich, kahl, unterseits seidenhaarig oder filzig. Knospen von einer kappenförmigen Hülle um- schlossen. Weide 82. D. Bäume und Sträucher mit gelappten oder gespaltenen, einfachen Blättern. I. Klimmende Sträucher. Blätter wechselständig. A. Blätter lederig, immergrün, 5 eckig -gelappt. Blattlappen ganz- randig. Epheu 227. B. Blätter krautig, 3 — 5 lappig. Blattlappen grob-gezähnt. Weinrebe 212. II. Aufrechte Sträucher oder Bäume. Blätter gegenständig. A. Blattstiel oberwärts mit höckerförmigen Drüsen. Blätter 3 lappig, grob-gezähnt. Schneeball 300. B. Blattstiel ohne Drüsen. Blätter 3 — 5 lappig, mit ganzrandigen, grob-kerbig-gesägten oder gezähnten Lappen. Ahorn 209. III. Aufrechte Sträucher oder Bäume. Blätter wechselständig. A. Blätter auf demselben Baume (oder .Strauch), teils ungeteilt, teils durch stumpfe Buchten 3 — 5 lappig, oder -spaltig, alle un- gleich - gesägt, am Grunde etwas ungleich, die oberen deutlich herzfönnig. Maulbeerbaum 89. B. Blätter fiederförmig gelappt oder gespalten. 1. Blattlappen ganzrandig. Blätter buchtig -gelappt, im Umrifs verkehrt-eiförmig oder länglich-verkehrt-eiförmig. Eiche 88. 2. Blattlappen gesägt oder gezähnt. Blätter im Umrifs breit- eiförmig oder länglich-elliptisch bis länglich. Eberesche 160. C. Blätter fingerförmig (handfönuig) gelappt oder gespalten. 1. Blätter sehr gi'ofs (10 — 20 cm im Durchmesser haltend), nur unterseits weifsfilzig. a. Blätter unterseits weifsfilzig, buchtig-gelappt. Pappel 81. b. Blätter unterseits kahl oder kurzhaarig, grofs. Platane 156. 2. Blätter kleiner, unterseits nicht weifsfilzig. a. Blätter am Grunde keilförmig in den Blattstiel ver- schmälert, mit Nebenblättern. Hagedorn 160. b. Blätter am Gnmde gestutzt oder herzförmig, ohne Neben- blätter, Johannisbeere, Stachelbeere 155. lO'^ Bäume und Sträucher. E. Bäume und Staucher mit zusammengesetzten, gefingerten oder gefiederten Blättern. I. Blätter gefingert, 3 zählig, die oberen einfach, ungeteilt. A. Blättchen ganzrandig. Äste rutenförmig, kantig. Stengel auf- recht. Besenstrauch 185. B. Blättchen gesägt oder vorn gezähnelt. Äste kurz, meist zottig. Stengel niederliegend bis aufrecht. Hauhechel 186. II. Blätter gefingert, alle 3 — 7 zählig. A. Blätter wechselständig, 3 zählig. Blättchen ganzrandig. Auf- rechter bis niederliegender Strauch. Goldregen 185. B. Blätter wechselständig, 3 — 5 zählig. Blättchen kahl, glänzend. Klimmender Strauch. Zaunrebe 212. C. Blätter wechselständig, 3 — 5zählig. Blättchen meist behaart. Auf- rechte bis niederliegende, stachelige Sträucher. Brombeere 161. D. Blätter gegenständig, 5— 7 zählig. Blättchen keilförmig- verkehrt- eiförmig, gezähnelt. Bäume. Sperwe 210. III. Blätter gefiedert, wechselständig, A. Blättchen deutlich gesägt. 1. Nebenblätter bleibend, zur grcifseren Hälfte mit dem Blatt- stiel verwachsen. Stengel und meist auch der Blattstiel mit Stachelchen besetzt. Rose 175. 2. Nebenblätter meist zeitig abfallend, wenig oder gar nicht mit dem Blattstiel verwachsen. Eberesche 160. 3. Nebenblätter klein, fädlich, vom Blattstiel entspringend. Stengel klein-stachelig. Blätter3— 5— 7 zählig-gefingert. Himbeere 161. B. Blättchen ganzrandig oder fast ganzrandig. 1 . Blätter paarig-gefiedert. Blättchen verkehrt-eiförmig oder keilför- mig-länglich, ganzrandig, stachelspitzig. Erbsenstrauch 192. 2. Blätter unpaarig -gefiedert. Blättchen elliptisch bis länglich- eiförmig, stumpf oder ausgerandet, bis 3 cm lang. Neben- blätter zu starken Stacheln umgebildet. Robinie 191. 3. Blätter unpaarig-gefiedert. Blättchen elliptisch bis länglich-eiför- mig, kaum 2 cm lang. Nebenblätter klein. Blasenstrauch 192. 4. Blätter unpaarig -gefiedert. Blättchen länglich oder länglich- eiförmig, spitz oder zugespitzt, fast ganzrandig. Nebenblätter fehlend. Nufsbaum 80. IV. Blätter gefiedert, gegenständig. A. Klimmender Strauch. Blätter einfach- bis doppelt-gefiedert, mit ganzrandigen oder gekerbten Blättchen. Waldrebe 122. B. Aufrechter Strauch. Jedes Fiederblättchen am Grunde mit sehr kleinen linealenNebenblättchen. Zweige holzig. Klappe rnufs209. C. Auf(echter Strauch oder Baum. Fiederblättchen ohne Neben- blättchen, mehr oder weniger deutlich gestielt. Zweige markig, gerieft. Holunder 300. D. Aufrechter Strauch oder Baum. Fiederblättchen sitzend, viel- paarig. Zweige holzig. Knospen schwarz, Esche 250. Erklärung der abgekürzten Sehriftstellernamen. A. Br. Alexander Braun. Ehrh. Ehrhart. Adans. Adanson. Fl. \Vett. Flora derWetterau. Ait. Alton. Fr. Fries. All. Allioni. Gaertn. Gaertner. Andrzj. Andrzejowsky. Gaud. Gaudin. Aschsr. Ascherson. Gilib. Gilibcrt. Babingt. Babington. Gmel. Gmelin. Balb. Balbis. Godr. Godron. Barth Bartling. Good, Goodenough. Bauh. Bauhin. Grcke. Garcke. Bechst. Bechstein. Gren, Grenier. Benth. Bentham. Hall. A. V. Haller. Bernh. Bernhard!. Hartm. Hartmann. Bertol. Bertoloni. Heist. Heister. Bess. Besser. L'Herit. L'Heritier. Bl. et Fing. Bluff u. Fingerhut. St. Hil. Saint Hilaire. Boenngh. V. Boenninghausen. Hoffm. HofFmann. Boerh. Boerhaave. Hörnern. Hornemann. Borkh. Borkhausen. Host. Host. Britt. Brit tinger. Huds. Hudson. Brot. Brotero. Jacq. von Jacquin, Cambess. Cambessedes. Kit. Kitaibel. Casp. Caspar}-. Kl. et Grcke. Klotzsch u. Garcke. Cass. Cassini. Koel. Koeler. Cav. Cavanilles. Kth. Kunth. Cham, et Schld) . Chamisso und von Lap. Lapeyrouse. Schlechtendal. Lmk. Lamarck. Clairv. Clairv ille. Ledeb. Ledebour. Coss. et Germ. Cosson u. Cermain. L'Herit. L'Heritier. Coult. Coulter. Lej. Lejeune. Curt. Curtis. Lestib. Lestiboudois. Cuss. Cusson. Levss. von Leysser. DC. de Candolle. Lghtf. Lightfoot. Delarb. Delarbre. Liljeb. Liljeblad. Desf. Desfontaines. Lindl. Lindley. Desp. Desportes. Lk. Link. Desr. Desrousseaux. L. Carl von Linne. Desv. Desvaux. Loisl. Loiseleur-Deslong Dill. Dillen ins. champs. Dougl, Douglas. Lumn, Lumnitzer. Drej. Drej er. M. B. Marschall von Bie Dchsne. Duchesne. berstein. Dumort. Dumortier. Med. Medicus. lOJ: Erklärung der abgekürzten Schrif ts tellernamen. M. et K. Mertens und Koch. Scholl. Scholler. E. Meyer. Ernst Meyer. Schrad. Schrader. G. Meyer. G. F. W. Meyer. Schreb. von Schreber. Mchx. Michaux. Schult. Schuhes. Mich. Micheli. Schurach . Schumacher. Mik. Mikan. Schwgg. et K. Schweigger und Mill. Müler. Körte. Mol. Molina. Scop. Scopoli. JSIurr. Murray. Ser. • Seringe. Naeg. Naegeli. Sibth. Sibthorp. N. V. E. Nees vonEsenbeck. Sm, Smith. N. u. P. Naegeli u. Peter. Spr. Sprengel. Nestl. Nestler. St. Hil. Saint Hilaire. Nutt. Nuttall Sutt. Sutton. P. B. Pauset deBeauvois. Sw. Swartz. Pall. Pallas. Ten. Tenore. Patr. Br. Patrick Browne. Thuill. Thuillier. Pers. Persoon. Torr, et Gray Torrey und Gray. Peterm. Petermann. Trin. Trinius. Poir. Poiret. VaiU. Vaillant, Poll. Pollich. Vent. Ventenat. P. M. E. Patze, Meyer u. vm. Villars. Elkan. Vis. Visiani. R. Br. Robert Brown. Wahlb. Wahlberg. Rchb. Ludwig Reichen- Wahlnb. Wahlenberg. bach. W. u. K. Graf von Waldstein Rchb. fil. Gustav Reichen- und Kitaibel. bach. W. u. N. Weihe u. Nees von Rebent. Rebentisch. Esenbeck. Retz. Retzius. Wahr. Wallroth. Rieh. L. C. Richard. Web. Weber. Riv. Rivinus (Bach- Weig. Weigel. mann). Wigg. Wiggers. R. et. Seh. Roemeru. Schuhes. Willd. AVilldenow. Roz. Rozier. W. et Grab. Wimmer u. Gra- R. et Pav. Ruiz und Pavon. bowsky. Salisb. Salisbury. Wimm. Wimm er. Schk. Schkuhr. Wirtg. Wirtgen. Schldl. von Schlechtendal. With. Withering. Schleich. Schleicher. Wulf. V. Wulfen. Berichtigung. Seite 16, Z. 8 v. u. lies: IV statt VI. Seite 304 muls es Witwenblvime heifsen. Seite 333 mufs es heifsen Flockenwurz. A. Farnpflanzen, Pteridophyten. I. Klasse. Farne, Filicinen. I. Familie. Tüpfelfarne, Polypodiaceen. I. Fruchtbare Blätter von den unfruchtbaren auffallend verschieden. A. Blätter tief-fiederteilig, mit linealen oder lineal- lanzettlichen Fiedern, die unfruchtbaren auf dem Boden ausgebreitet, die fruchtbaren aufrecht. Rippenfarn 5. B. Blätter gefiedert, mit fiederteiligen Fiedern, alle aufrecht, die unfruchtbaren einen trichterförmigen Busch bildend und die kürzeren (straufsfederartigen) fruchtbaren umschliefsend, Straussfarn 5. IL Alle Blätter gleich gestaltet. A. Blätter einfach, ungeteilt. Blätter länglich-lanzettlich, am Grunde herzförmig. Sporenbehälter- häufchen lineal, zu je 2 genähert, später zusammenfliefsend. Zungenfarn 5. B. Blätter fiederteilig. 1. Blätter klein (5 — 10 cm lang), unterseits dicht mit Spreu- schuppen bekleidet. Sporenbehälterhäufchen zwischen den Spreuschuppen versteckt. Milzfarn 6. 2. Blätter grösser (7 — 50 cm lang), unterseits ohne Spreuschuppen. Sporenbehälterhäufchen grofs, kreisrund, ohne Schleier. Tüpfelfarn 7. Vergl. auch den Rippenfarn S. 5. C. Blätter einfach -gefiedert mit ungeteilten Fiedern. 1. Blätter klein (5 — 15 cm lang). Fiedern lineal, länglich, eiförmig oder iTindlich, nicht stachelspitzig - gesägt. Sporen- behäherhäufchen lineal (streifenförmig). Streifenfarn 6, 2. Blätter gröfser (15 — 50 cm lang). Fiedern breit - lanzettlich, sichelförmig gekrümmt, stachelspitzig -gesägt. Sporenbehälter- häufchen rundlich. Schildfarn 3. D. Blätter einfach -gefiedert mit fiederspaltigen bis fiederteiligen Fiedern, oder doppelt- bis 3 fach -gefiedert. I. Blätter grofs oder sehr grofs (50 — 150 cm lang), im Umrifs 3 eckig, 3 — 4 fach - gefiedert. Sc hmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. I Tüpfelfarne. Fiederchen letzter Ordnung am Rande umgerollt, stumpf, Sporenbehälter in ununterbrochener Linie, vom umgerollten Blattrande bedeckt, Saumfarn 7. Blätter gross (30 — 80 cm lang), doppelt- bis 3 fach - gefiedert. Fiederchen letzter Ordnung am Rande nicht umgerollt. a. Sporenbehälterhäufchen rundlich. Blattstiel mehr oder weniger spreuschuppig. Fiederchen meist breit. Blätter im Umrifs länglich - lanzettlich oder 3 eckig. Schild farn 3. b. Sporenbehälterhäufchen länglich oder hufeisenförmig. Blatt- stiel kahl oder fast kahl. Fiederchen schmal. Blätter im Umrifs länglich -lanzettlich. Frauenfarn 2, Blätter klein oder mittelgrofs (5 — 30 cm lang). a. Sporenbehälterhäufchen hneal oder länglich (streifenförmig), wenigstens in der Jugend mit einem häutigen Schleier be- deckt, zuletzt meist zusammenfliefseud, Streifen farn 6. b. Sporenbehälterhäufchen rundlich, mit unterständigem (dem Grunde des Sporenbehälterhäufchens angewachsenen), halb- seitigem Schleier. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert. Blasenfarn 2. c. Sporenbehälterhäufchen rundlich, ohne Schleier, randständig oder fast randständig. Fiedern gegenständig oder fast gegen- ständig. Buchen farn 3. 1. Frauenfarn, Athyrium. Blätter im Umrifs länglich -lanzettlich. Fiedern Uneal-lanzettiicb, fein zugespitzt. Fiederchen eingeschnitten-gesägt bis fiederteilig, mit läng- lichen. 2 — 3 zähnigen Zipfeln. Sporenbehälterhäufchen mit deutlichem, dauerndem Schleier. Ändert vielfach ab. 30 — 100 cm. Feuchte, schattige Wälder, Gebüsche. Häufig. Juli bis Sept. Wald-F., A. filix femina Roth. Blätter im Umrifs länglich. Fiedern breit -lanzettlich. Fiederchen fiederspaltig, mit eiförmig -länglichen, gesägten Zipfeln. Sporenbehälter- häufchen nur in der ersten Jugend mit einem kleinen Schleier, 50 bis 100 cm. Schattige Abhänge der höheren Gebirge. Juli, Aug. Gebirgs-F., A. alpestre Milde. 2. Blasenfarn, Cystöpteris. Blätter büschelig, im Umrifs länglich -eiförmig oder länglich -lanzettlich, doppelt -gefiedert. Blattstiel meist kürzer als die Spreite. Unterstes Fiedernpaar fast stets kürzer als das folgende. Fiederchen eiförmig bis länglich, stumpf, fiederlappig bis fiederspaltig, mit meist stumpf- Tüpfelfarne. ^ gezähnten Zipfeln. Wurzelstock dick, kurz. lo — 30 cm. Schattige Abhänge, Felsen, Mauern. Juli, Aug. Zerbrechlicher E., C. frägihs Beruh. 2 . Blätter entfernt, im Umriss 3 eckig, 3 fach - gefiedert. Blattstiel meist länger als die Spreite. Unterstes Fiedernpaar länger als die folgenden. Wurzelstock dünn, kriechend. 15 — 30 cm. Schattige, feuchte Plätze in Wäldern oder an Felsen, fast stets auf Kalk. Schwäbischer Jura, Alpen. Juli, Aug. Berg -EX., C. montäna Beruh. 3. Buchenfarn, Phegöpteris Fee. 1. Blätter im Umrifs breit - 3 eckig, 3 zählig -doppelt -gefiedert, kahl oder drüsig. a. Blätter völlig kahl, zart, lebhaft grün, auf dem Blattstiel fast wagerecht ausgebreitet. Blattstiel 2 — 3 mal so lang als die Blatt- spreite. Wurzelstock schwarzbraun, glänzend. 10 — 40 cm. Schattige Wälder, Felsen, Mauern. Verbreitet. JuH. Aug. Breiter B., Ph. drj-öpteris Fee. b. Blätter unterseits wie der Blattstiel mit kurzen Drüsenhaaren be- setzt, etwas derb, mehr gelbgrün, aufrecht. Blattstiel etwa iV^mal so lang als die Blattspreite. Wurzelstock braun, matt. 10 — 40 cm. Mauern, Kalkfelsen. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Storchschnabel -B., Ph. Robertiäna A. Br. 2. Blätter im Umrifs eilörmig-3eckig, lang zugespitzt, gefiedert, mit fiederspaltigen Fiedern, behaart. Fiedern lanzettlich, die beiden untersten meist abwärts gerichtet, von den übrigen entfernt. 15 — 30 cm. Schattige Wälder. Verbreitet. Juli, Aug. Schmaler B., Ph. polypodioides Fee. 4. Schildfarn, Aspidium Sw. I. Schleier mehr oder weniger nierenlörmig, in der Bucht (seitlich) an- geheftet. '- a. Blätter einfach - gefiedert, mit fiederspaltigen oder fiederteiligen Fiedern. Fiederchen ganzrandig oder etwas ausgeschweift, am Rande meist ungerollt. Schleier fransig- gezähnelt, sehr hinfällig. aa. Blätter lang gestielt, drüsenlos. Fiederchen länglich, spitzlich^ die fruchtbaren am Rande stark zurückgerollt und dadurch mehr oder weniger 3 eckig und sichelförmig. Sporenbehälter- häufchen 2 reihig, randständig, zusammenfliefsend. Wurzel- stock dünn, kriechend. 30 — 60 cm. Torfige Wiesen, Wald- sümpfe. Zerstreut. Juli, Aug. Sumpf -Seh., A. thelypteris Sw. bb. Blätter kurz gestielt, beiderseits verschmälert, unterseits mit zerstreuten, goldgelben Drüsen besetzt. Fiederchen länglich, stumpf, schwach zurückgerollt oder fast flach. Sporenbehälter- Tüpfelfarne. häufchen meist in fast ununterbrochener, randständiger Linie. Wurzelstock dick, schief oder wagerecht. 50 — 80 cm. Wälder, besonders in Gebirgsgegenden. Juli, Aug. Berg -Seh., A. montänum Aschrs. b. Blätter einfach - gefiedert , mit fiederspaltigen oder fiederteiligen Fiedern. Fiederchen gesägt. Schleier lange bleibend, ziemlich grofs. aa. Blätter im Umrifs längHch • lanzettlich. Fiedern genähert, verlängert - lanzettlich , zugespitzt. Fiederchen meist genähert, länglich, stumpf, kerbig - gesägt, seltener eingeschnitten - gekerbt bis fast fiederspaltig. Blattstiel und Spindel mit Spreu- schuppen dicht besetzt. 50 — 100 cm. Wälder, Gebüsche, steinige Orte. Häufig, Juli — Sept. Männlicher Seh., A. filix mas L. bb. Blätter im Umrifs schmal, länglich, zugespitzt. Fiedern ent- fernt , eiförmig - lanzettlich , stumpf hch , die untersten 3 eckig- eiförmig, fiederteilig mit sehr genäherten, länglichen, stumpfen Fiederchen, obere länglich, fiederspaltig. Fiederchen stachel- spitzig-gezähnt. Blattstiel spärlich spreuschuppig. Spindel kahl. 30 — 100 cm. Sehr zerstreut. Juli — Sept. Kammiger Seh., A. cristätum Sw. ■c. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert, im Umrifs eiförmig -länglich bis 3 eckig -eiförmig. Fiedern zugespitzt, die unteren eiförmig bis eiförmig -lanzettlich, die oberen länglich -lanzettlich. Fiederchen fiederspaltig bis fiederteilig, mit länglichen oder eiförmigen, stachel- spitzig-gesägten Zipfeln. 30 — 80 cm. Wälder, Gebüsche. Häufig, Juli, Aug. Dorniger Seh., A. spinulösum Sw, Blätter aufrecht, hell- oder gelblichgrün, etwas derb, 50 — 80 cm lang. Stiel etwa so lang als die Spreite, Spreite länglich, am Grunde doppelt gefiedert, kurz zugespitzt. Häufig. A. sp. euspinulosum Aschrs. Blätter schlaff übergebogen, dunkelgrün, bis i m lang. Stiel kürzer als die Spreite. Spreite im Umrifs eiförmig -länglich bis 3 eckig, am Grunde 3 fach gefiedert, lang zugespitzt. Weniger häufig. A, sp, dilatätum Sm. Schleier kreisförmig, im Mittelpunkt angeheftet. Blätter kurz - gestielt, spreuschuppig. Fiedern oder Fiederchen stachelspitzig - gesägt. a, Blätter einfach gefiedert. Blätter im Umrifs lanzettlich, lederartig, starr, dunkelgrün. Fiedern genähert, wagerecht - abstehend, breit- lanzettlich, sichelförmig aufwärts gekrümmt, vorn mit 3 eckigen, nach oben gerichteten Öhrchen. 15 — 50 cm. Schattige Gebirgs- abhänge. Selten, Aug., Sept. Seharfer Seh., A. lonchitis Sw. b. Blätter doppelt -gefiedert oder fast doppelt -gefiedert aa. Blätter mehr oder weniger derb, dunkelgrün, meist über- winternd, bis 100 cm lang. Blattstiel nebst der Spindel mit Tüpfelfarne. c dunkelbraunen oder rotbraunen Spreuhaaren besetzt. Fiedern länglich- bis lineal - lanzettlich, zugespitzt. Fiederchen iederseits bis 20, am Grund oft geöhrt. Juli — Okt. Stacheliger Seh., A. aculeätura Doell. Blätter nach dem Grunde deutlich verschmälert, oberseits etwas glänzend , derb. Fiederchen vorwärts geneigt , meist sitzend , spitz , das unterste vordere deutlich gröfser als das folgende. Gebirgswälder, gerne an steinigen Abhängen. Ver- breitet. A. ac. lobatum Sw. Blätter nach dem Grunde weniger verschmälert, glanzlos, weniger derb. Fiederchen rechtwinklig abstehend, alle kurz gestielt, das unterste vordere (in der unteren Blatthälfte) nicht oder wenig gröfser als das folgende. Bergwälder im westlichen und südlichen Gebiet. "Wenig verbreitet. A. ac. angulare A. Br. bb. Blätter dünn, weich, hellgrün oder blafsgrün, nicht über- winternd, bis 60 cm lang, nach dem Grunde stark verschmälert. Blattstiel nebst der Spiindel mit helleren Spreuhaaren. Fiedem länglich, die unteren stumpf lieh, die oberen kurz zugespitzt. Fiederchen iederseits bis zu 15, stumpf, das unterste vordere (besonders in der unteren Blatthälfte) nicht oder wenig gröfser als das folgende. Gebirgswälder, steinige Abhänge. Wenig verbreitet. Juli, Aug. Braunscher Seh., A. Braunii Spenn. 5. Straursfarn, Onoclea. Unfruchtbare Blätter im Umrifs breit -länghch- lanzettlich, mit lanzett- lichen, zugespitzten Fiedern. Fruchtbare Blätter gefiedert, lanzettlich, mit linealen, fast walzenförmig zusammengerollten Fiedern. 40 bis 120 cm. Bachufer, feuchte Waldstellen. Sehr zerstreut. Aug., Sept. Deutscher Str., O. struthöpteris Hoffm» 6. Ripi)enfarii, Blechnum. Blätter im Umrifs länglich- oder lineal -lanzettlich, lederartig, kahl, die unfruchtbaren mit lineal -lanzettlichen, die fruchtbaren mit schmal- linealen Fiedern. 15 — 50 cm, Feuchte Wälder, moorige Wald- stellen. Zerstreut. Juli — Sept. Nördlicher R., B. spicant Roth. 7. Zungenfarn, Scolopendrium. Blätter büschelig, ganzrandig, oft am Rande etwas wellig, kahl. Blatt- stiel kurz, mit braunen, fast haarähnlichen Schuppen besetzt. 15 — 50 cm. Schattige Felsen, Mauern. In Gebirgsgegenden. Zerstreut. Hie und da auch angepflanzt. Juli, Aug. Hirsch- Z., Bürsehzunge, Sc. vulgare Sm. ■5 Tüpfelfarne. 8. 3Iilzfaru, Schriftfarn, Ceterach. Blätter büschelig, kurzgestielt, lederartig, lanzettlich, unterseits dicht mit erst silberweifsen, später rotbraunen Streuschuppen bekleidet. Fiedern eiförmig, meist ganzrandig. 5 — 15 cm. Felsen, Mauern, besonders in den Rheingegenden. Juni — Okt. Schuppiger M., B. officinärum Willd. 9. Streifenfarn, Asplenum. 1. Blattstiel kürzer als das Blatt. Blätter einfach - gefiedert , im Umrifs lineal. a. Blattstiel und Spindel glänzend schwarzbraun bis fast schwarz, elastisch, schmal - geflügelt. Spreuschuppen mit einem dunkeln Scheinnerv. Fiedern unterseits mit zerstreuten Haaren bekleidet, abfallend. Blätter dunkelgrün. 5 — 15 cm. An Felsen, Baum- wurzeln , schattigen Abhängen , selten an Mauern. Nicht selten. Juli, Aug. Brauner St., A. trichömanes L. b. Blattstiel unten rotbraun, oben meist grün. Spindel grün, weich. Spreuschuppen ohne Scheinnerv. Fiedern unterseits kahl, bleibend und mit der Spindel verwelkend. Blätter hellgrün. 5 — 15 cm. Felsen, schattige Bergabhänge. Selten. Juli, Aug. Grüner St., A. viride Huds. 2. Blattstiel so lang oder länger als das Blatt. a. Blätter aus 2 — 4 gestielten, lineal -lanzettlichen, am Grunde keil- förmigen, an der Spitze 2 — 3 zähnigen Blättchen bestehend, Frucht- häufchen sehr lang, fast gleichlaufend, später zusammenfliefsend. Schleier ganzrandig. 5 — 12 cm. An Felsen. In gebirgigen Gegenden häufig, selten in der Ebene. Juli, Aug. Nördlicher St., A. septentrionäle Hoffm. b. Blätter am Grunde meist doppelt-, seltener nur einfach - gefiedert, im Umrifs länglich - lanzettlich. Blattstiel ungefähr so lang als das Blatt, unterwärts glänzend dunkelbraun. Fiedern sehr entfernt, keilförmig, an der Spitze eingeschnitten oder gezähnt. Schleier ganzrandig. Bastard zwischen A. trichömanes und A. septentrionäle. 5 — 12 cm. Felsen. Zerstreut. Juli, Aug. Deutscher St., A. Germänicum Weis. c. Blätter doppelt- bis 3 fach - gefiedert , im Umrifs 3 eckig- eiförmig bis eiförmig - lanzettlich. Blattstiel meist länger als das Blatt. aa. Blattstiel grün, nur am Grunde schwarzbraun. Blätter 5 — 15 cm, meist graugrün, glanzlos. Fiederchen rundlich, rautenförmig, keilig-verkehrt-eiförmig bis lineal-keilförmig, gezähnelt. Schleier gefranst. IMauerc. Felsen (Kalkfelsen). Häufig. Juli — Sept. Mauer -St., Mauerraute, A. ruta muräria L. bb. Blattstiel wenigstens bis zur Mitte glänzend -schwarzbraun. Blätter 15 — 30 cm, lang zugespitzt, lederartig, etwas glänzend. Fiederchen verkehrt - eiförmig bis keilig, vorn spitz gezähnt. Rispenfarne. Natternfarne. ^ Schleier ganzrandig oder geschweift. Felsen, steinige, schattige Orte. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Schwarzer St., A. adiäntum nigrum L. 10. Saumfaru, Pteridium. Blätter einzeln, steif, fast lederartig, kahl oder unterseits behaart. Blatt- stiel am verdickten Grunde schief durchschnitten (infolge der An- ordnung der Gefäfsbündel) , die Gestalt eines Doppeladlers zeigend. Meist 50 — 150 cm. Trockene Wälder, Heiden, oft weite Strecken überziehend. Häufig. Juli — Sept. Adler-S., Adlerfarn, P. aquilinum L. II. Tüpfelfarn, Polypödium. Blätter im Umrifs länglich -lanzettüch oder länglich, kahl, überwinternd. Fiedern länglich, fast ganzrandig, stumpllich. 7 — 25 cm. Schattige Abhänge. Felsen, Baumstrünke. Häufig. Aug. — Dezbr. Süfslieher T,, Engelsüfs, P. vulgare L. 2. Familie. ßisi)eilfarne5 Osmundaceen. I. Rispenfarn, Osmünda. Blätter langgestielt, kahl, hell-, oft gelbgrün. Fiedern fast gegenständig. Fiederchen meist schwach gekerbt. 30 — 120 cm. Feuchte Wälder, Gebüsche, torfige Heiden. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Königs -R., O. regälis L. 3. Familie. Natternfarne, Ophioglossaceen. I. Fruchtbarer Blattteil ährenförmig, lineal, in 2 Reihen die Sporen- behälter tragend. Unfruchtbarer Blattteil ungeteilt. Natternfarn 7. II. Fruchtbarer Blattteil rispig, seltener fast ährig. Unfruchtbarer Blatt- teil fiederspaltig bis doppelt- gefiedert. Rauten farn 7. I. Natternfarn, Ophioglössum. Unfruchtbarer Blattteil eiförmig oder länglich -eiförmig, ganzrandig, gelb- grün, von dem meist längeren fruchtbaren in oder über der Mitte sich trennend. 5 — 25 cm. Etwas feuchte Wiesen, Triften. Sehr zer- streut. Juni, Juli. Ähriger N., iDfatternztuige, O. vulgätum L. 2. Rautenfarn, Botrychium Sw. I. Unfruchtbarer Blattteil (im vollständig entwickelten Zustande) stets gestielt, nahe über dem Grunde abgehend. Unfruchtbarer Blattteil weifslich behaart, im Umrifs 3 eckig, mit etwas vorgezogener Spitze, meist abnehmend -doppelt -gefiedert. 8 Büschelfarne. Kleefarne, Pflanze hellgrün. 7 — 25 cm. Grasige, lichte "Waldplätze, etwas feuchte Triften. Selten. Juli, Aug. Kamillen-R., B. matricäriae Spr. 2. Unfruchtbarer Blattteil sitzend, etwa in der Mitte oder über der Mitte der Pflanze. a. Unfruchtbarer Blattteil etwa in der Mitte der Pflanze, im Umrifs länglich, gefiedert. Fiedern aus breit -keilförmigem Grunde halb- mondförmig, ungeteilt, ganzrandig, selten gekerbt bis gelappt. Pflanze geibgrün. 5 — 20 cm. Trockene Wiesen, grasige Triften, lichte Waldstellen, Hügel. Zerstreut. Juni, Juli. Mond-R., Mondraute, B. lunäria Sw. b. Unfruchtbarer Blattteil über der Mitte der Pflanze, im Umrifs eiförmig oder länglich, doppelt-fiederteilig oder fiederteilig. Fiedern länglich, fiederspaltig , selten nur schwach eingeschnitten, mit 2- oder 3 kerbigen Zipfeln. 7 — 20 cm. Wald wiesen, sonnige Hügel, Triften. Sehr zerstreut. Mai, Juni. (B. rutaceum Willd.) Ästiger R., B. ramösum Achrs. 4. Familie. BÜSChelfariie, Salviniaceen. Spärlich verästelte Pflanzen mit ungeteilten Schwimmblättern, von denen je 2 mit einem untergetauchten, wurzelähnlich geteilten Wasserblatte einen ßzähhgen Quirl bilden, Wurzeln fehlend. Sporenbehälter- hüllen am Grunde des Wasserblattes geknäuelt. Salvinia 8. I. Büschelfarn, Salvinia. Blätter kurzgestielt, am Grunde meist schwach - herzförmig , oberseits hellgrün, mit behaarten Wärzchen, unterseits dunkler, oft bräunlich oder rötlich. Sporenfrüchte geknäuelt. 2 — 7 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Sehr zerstreut. Sept., Okt. Schwimmender B., S. natans Willd. 5. Familie. Kleefarne, Marsiliaceen. I. Blätter mit 4 zähliger (kleeblattähnlicher) Blattspreite. Sporen- behälterhüllen zu 2 oder 3 über dem Grunde des Blattstiels, läng- lich (bohnenförmig). Kleefarn 8. n. Blätter pfriemlich (Blattstiele ohne Blattspreite}. Sporenbehälter- hüllen einzeln am Grunde der Blätter, kugelig. Pillenfarn 9. I. Kleefai'D, Marsilia. Blätter langgestielt. Blättchen verkehrt -eiförmig -keilig, ganzrandig, kahl, mattgrün, im Alter oft bläulichgrün. Sporenfrüchte meist paarweis, 10 — 15 cm. Schlammige Ufer der Sümpfe, Teiche, Gräben, nasse Tiiften. Selten. In Süddeutschland, sonst nur in Schlesien. Sept., Okt. Vierzähliger K., M. quadriföha L. Schachtelhalmgewächse. q. 2. Pillenfaru, Piluläria. Stengel fadenförmig, kriechend. Blätter lebhaftgrün, aufrecht, 5 — 10 cm lang, Sporenfrüchte erbsengrofs, braunschwarz, kurzfilzig, 4 klappig. 3 — 12 cm. Schlammige Uler an Seen, Teichen, Sümpfen, in Gräben,^ auf sumpfigen Wiesen. Sehr zerstreut. Aug., Sept. Grasartiger P., P, globulilera L. IL Klasse. Schachtelhalme, Equisetinen. I. Familie. Schachtellialmgewächse, Equisetaceen. I. Schachtelhaliu, Equisetum. Fruchtbare und unfruchtbare Stengel verschieden gestaltet (der frucht- bare wenigstens anfangs nie grün). a. Fruchtbare Stengel gleichzeitig mit den unfruchtbaren erscheinend, später wie die letzteren grün werdend und Äste treibend. aa. Scheiden der fruchtbaren Stengel fast glockig, oberwärts rot- braun, in 3 — 6 stumpfliche, aus je 3 — 4 verwachsenen Zähnen bestehende Zipfel gespalten. Unfruchtbare Stengel hellgrün, mit zahlreichen, verzweigten , bogig herabhängenden , dünnen Ästen. 15 — 60 cm. Feuchte Wälder, Gebüsche, Tritten, Äcker. Häufig. Mai, Juni. Wald-Seh., E. silväticum L. bb. Scheiden der fruchtbaren Stengel trichterförmig, bläulichgrün, 10 — 15 zähnig. Unfruchtbare Stengel graugrün, mit wenigen, meist unverzweigten Ästen. 10 — 40 cm. An ähnlichen Orten wie vorige Art, aber viel seltener. Am meisten im östlichen Teile der nördlichen Ebene verbreitet. April, Mai. Wiesen-Sch., E. pratense Ehrh, b. Fruchtbare Stengel früher als die unfruchtbaren erscheinend, astlos, nicht grün, nach der Reife absterbend. aa. Scheiden der fruchtbaren Stengel meist entfernt, 8 — 12 zähnig, mit lanzettlichen, meist dunkelbraunen Zähnen. Unfruchtbare Stengel grün oder grünlichweifs. 15 — 30 cm, die unfruchtbaren 15 — 50 cm. Ändert vielfach ab. Sandige und lehmige Äcker, Wegränder. Häufig. März, April, die imfruchtbaren im Sommer. Aeker-Seh., E. arvense L. bb. Scheiden der fruchtbaren Stengel genähert, 20 — 30 zähnig, mit pfriemlichen Zähnen. Unfruchtbare Stengel elfenbeinweifs, bis fast kleinfingerdick. 15 — 30 cm, die unfruchtbaren 50 bis 150 cm. Feuchte schattige Orte, Waldbäche. Sehr zerstreut. April, Mai. (E. telmateja Ehrh.) Riesen-Sch., E. maximum Lmk. lO Bärlappgewächse. 2. Fruchtbare und unfruchtbare Stengel gleichgestaltet, von Anfang an grün. a. Ähre stumpf. Stengel glatt oder kaum rauh, nicht überwinternd, aa. Stengel dünn (bis 3 mm dick), tief gefurcht, etwas rauh, meist ästig, bis 50 cm hoch. Scheiden oberwärts trichterförmig, mit 3 eckig-lanzettlichen, breit-häutig-berandeten Zähnen. Sumpfige Wiesen, Gräben, Ufer. Meist häufig. Juni — Sept. Sumpf-Sch., E. palüstre L. bb. Stengel ziemlich dick (bis 8 mm), glatt, nur gestreift, oft ast- los, bis 150 cm hoch. Scheiden eng anliegend, glänzend, mit 3 eckig-pfriemlichen, schwarzen, sehr schmal- häutig-berandeten Zähnen. Teiche, Sümpfe, Gräben, Ufer, Meist gemein. Mai, Juni. (E. limösum Willd.) Teich-Sch.. E. heleöcharis Ehrh. b. Ähre spitz. Stengel sehr rauh und hart, aa. Stengel mit gewölbten Rippen, sommergrün, oft ästig, liegend bis aufrecht, selten bis über 150 cm lang und bis 9 mm dick. Scheiden oberwärts erweitert, grün, ihre Zähne mit 3 eckigem, schwarzbraunem, meist weifs berandetem und stehen bleiben- dem Grundteil. Sandige Orte. Ufer, Kiefernwälder. Längs des Rheins bis Duisburg, selten an der Elbe, Oder, Weichsel. Juli. Ästiger Seh., E. ramosissimum Dest. bb, Stengel mit 2 kantigen, zwischen den Kanten flachen oder wenig vertieften Rippen, meist überwinternd, fast immer astlos, meist aufrecht, 30 — 100 cm hoch, bis 6 mm dick. Scheiden walzlich, meist eng anliegend , durch den Grundteil der frühzeitig ab- fallenden Zähne meist kurz und stumpf gekerbt, ihre Röhre etwa so lang als breit, meist 2 farbig. Sandige, schattige Abhänge, etwas feuchte Wälder. Waldwiesen. Zerstreut, stellen- weise häufig, oft gesellig, Mai, Juni und Juli, Aug. Winter-Sch., E. hiemäle L. III. Klasse. Bärlappe, Lycopodinen. I. Familie. Bärlai)pgewächse. Lycopodiaceen. I. Bärlapp, Lycopodium. I. Sporenbehälter am Grunde unveränderter Blätter, keine Ähren bildend, Stengel aufsteigend, mit gleichhohen, genäherten, oft dichte Büschel bildenden Ästen. Blätter lineal lanzettlich, ganzrandig oder sparsam gezähnelt, aufrecht oder wagerecht abstehend oder abwärts gerichtet. 2|j Schattige, etwas feuchte Wälder, gern an Abhängen, Baum- stümpfen, Felsen. Zerstreut, Juli bis Okt. Tannen-B., L, selägo L. Bärlappgewächse. II 2. Sporenbehälter auf dem Grunde besonders gestalteter Blätter zu end- ständigen Ähren vereinigt, a. Unfruchtbare Blätter spiralig angeordnet, alle gleichgestaltet. aa. Stengel bis über i m lang, mit zahlreichen Ästen, spärlich be- wurzelt. Fruchtbare Blätter kürzer als die unfruchtbaren. a. Ähren sitzend, einzeln. Unfruchtbare Blätter in eine stechende Spitze verschmälert (doch ohne Haarspitze), wagerecht abstehend oder abwärts gerichtet, meist fein ge- sägt. Schattige, feuchte Waldstellen. Zerstreut. Aug., Sept. Sprossender B., L, annötinum L. ß. Ähren auf langem, locker beblättertem Stiele, meist zu 2 oder 3. Unfruchtbare Blätter in ein langes, weifsliches Haar auslaufend, aufwärts gekrümmt, dicht anliegend, ge- zähnelt oder ganzrandig. Trockene Wälder, Heiden. Meist nicht selten. Juli, Aug. Keulen-B., L. clavcätum L. bb. Stengel bis 10 cm lang, wenigästig, mit zahlreichen Wurzeln, brüchig. Unfruchtbare Blätter lineal - pfriemlich , stumpflich, ganzrandig. abstehend. Ähre einzeln, endständig. Fruchtbare Blätter so lang oder länger als die unfruchtbaren. Auf feuchtem, sandigem Moorboden. Zerstreut. Aug. — Okt. Surapf-B., L. inundatum L. h. Unfruchtbare Blätter an den mehr oder weniger zusammen- gedrückten Zweigen 4 reihig, die kantenständigen gekielt, die flächenständigen nicht. aa. Ähren zu 2 — 6 auf langen, locker beblätterten Stielen. Frucht- bare Blätter eiförmig, scharf abgesetzt-kurz-zugespitzt. nur i^/^mal so lang als der Sporenbehälter. Stengel meist unterirdisch kriechend, bis über i m lang. Wälder, besonders Nadelwälder, Heiden. Zerstreut. Aug. — Sept. Flacher B., L. complanätum L. Pflanze gröfser und stärker, grasgrün. Der mittlere Trieb jedes Astes unfruchtbar, nur die seitlichen Ähren tragend. Laubzweige fächerartig abstehend. Gekielte Blätter breiter als die ungekielten. Im Nordosten verbreiteter als die folgende Unterart. L. c. anceps Wallr. Pflanze kleiner und dünner, besonders die jüngeren Zweige bläulichgrün. Der mittlere Trieb der Äste ährentragend. Laub- zweige gedrängt, gleichhoch. Alle Blätter gleichbreit. Im östlichen Gebiet seltener, sonst verbreiteter. L. c. chamaecyparissus A. Br, bb. Ähren einzeln, sitzend. Fruchtbare Blätter allmählich in eine stumpfliche Spitze verschmälert, mehr als doppelt so lang als der Sporenbehälter. Aufrechte Äste büschelig verzweigt. Stengel meist oberirdisch kriechend, bis 60 cm lang. Pflanze gelb- oder graugrün. Grasige und steinige Triften der Gebirge. Aug., Sept. Alpen -B., L. alpinum L. 12 Mooskrautgewächse. — Tannengewächse. 2. Familie. Mooskr an tg^e wachse, Selaginellaceen. I. Mooskraut, Selaginella. 1. Blätter allseitig abstehend, spiralig angeordnet, gleichgestaltet, lanzett- lich bis eiförmig-janzettlich, spitz, entfernt und spärlich fransig-gezähnt, dunkelgrün, an heurigen Ährentrieben gelblich. Ähre einzeln, sitzend. Stengel kurz, höchstens 5 cm weit kriechend. Grasige, steinige und felsige Abhänge der höheren Gebirge. In die bayrische Hochebene bis München und Augsburg herabsteigend. Juli, Aug. (S. spinu- losa A. Br.) Gezähntes M., S. selaginoides Lk 2. Blätter nach zwei Seiten gerichtet, 4 i'cihig, sehr fein gezähnelt, zwei- gestaltig, die unteren abstehend, eiförmig-länglich, stumpflich, die oberen nur halb so grofs, angedrückt, eiförmig, nicht selten rot an- gelaufen. Ähre auf stielförmigen Ästen, zuweilen gegabelt. Stengel bis 20 cm weit kriechend, in einer Ebene reich verzweigt. "Wiesen, Felsen, Mauern. An der südöstlichsten Grenze Schlesiens. In der bayrischen Hochebene und bei Passau. Juli, Aug. SchTveizerisches M., S. Helvetica Lk. B. Blütenpflanzen, Phanerogamen, Siphonogamen. I. Klasse. Nadelhölzer, Coniferen. I. Familie. Eibengewäclise, Taxaceen. I. Eibe, Taxus, xxn. Strauch oder mäfsiger Baum. Blätter flach, spitz, oberseits dunkel- grün , unterseits hellgrün , nach 2 entgegengesetzten Seiten gerichtet. Scheinbeeren scharlachrot. "Wälder. Sehr zerstreut. Zuweilen ange- pflanzt. März, April. Giftig! Beeren -E., T. baccäta L. 2. Familie. Tannenge"VVächse9 Abietaceen. I. Blätter alle oder doch teilweise zu 2 — mehreren an Kurztrieben. Zapfen ganz herabfallend. A. Blätter im Herbste abfallend (sommergrün), an den diesjährigen Langtrieben einzeln, an seitlichen Kurztrieben büschelig. Zapfen- schuppen flach Lärche 13 Tannengewächse. I^; B. Blätter mehrjährig (immergrün), zu 2 — 5 an seitlichen Kurz- trieben. Zapfenschuppeu an der Spitze mit verdicktem, rhom- bischem Feld. Kiefer 13 II. Blätter einzeln an den Zweigen (Langtrieben), mehrjährig (immer- grün). A. Zapfen hängend, ganz abfallend. Nadeln vierkantig. Fichte 14 B. Zapfen aufrecht, mit abfälligen Schuppen. Nadeln flach. Tanne 14 1. Lärche, Larix. XXI. Blätter weich, hellgrün. Zapien eiförmig, an den Kurztrieben, auf- recht. Rinde anfangs gelbbraun , später grau. Als AVald- und Zier- baum häufig angepflanzt. In den Alpen und Voralpen einheimisch. April, Mai. Sommer - L., L. decidua Mill. 2. Kiefer, Pinus. xxi. 1. Blätter zu 2. Fruchtschuppen mit deutlich entwickeltem, meist rauten- förmigem, genabeltem Schilde. a, Blätter 2 — 7 cm lang. aa. Blätter bläulichgrün, 4 — 7 cm lang. Zapfen deutlich gestielt, gleich nach der Blütezeit hakentörmig herabgebogen, reif kegel- förmig, glanzlos oder fast glanzlos, grau. Fruchtschuppen mit ziemlich flachem oder erhabenem bis hakenförmigem Schilde. Nabel nicht schwärzlich umrandet. Flügel 3 mal so lang als der Same. Rinde anfangs gelbrot, später graubraun und rissig. 15 — 30 m. Auf sandigem Boden Wälder bildend. Mai. Sand-K., P. silvestris L. bb. Blätter dunkel-grasgrün, kürzer, 2 — 5 cm lang. Zapfen sitzend oder sehr kurz gestielt, später wagerecht-abstehend oder schief abwärts gerichtet, reif glänzend. Flügel 2 mal so lang als der Same. Rinde braungrau. Stamm schief aufsteigend bis auf- recht oder niederliegend. Moore und feuchte Abhänge der Gebirge (Riesengebirge, Erzgebirge, Fichtelgebirge. Schwarz- wald, Alpen). Auch angepflanzt. Juni, Juli. Berg-K., P. montäna Mill. b. Blätter 8 — 15 cm lang, schwärzhchgrün, steif, mit gelblicher, fast stechender Spitze. Zapfen fast sitzend, gleichseitig, glänzend, gelb- braun, 4 — q cm lang. Rinde schwarzgrau. Winterknospen harzig. 15 — 30 cm. Hie und da als Waldbaum angepflanzt. Zunächst in Nieder-Österreich einheimisch. Mai. (P. laricio Poir.) Schwarz -K., P. nigra Arnold. 2. Blätter zu (3 — 5). Fruchtschuppen mit wenig entwickeltem Schilde, a. Junge Triebe rotbraun-filzig. Blätter zu (3 — )5, steif. Zapfen auf- recht, sitzend, eiförmig oder eiförmig-länglich, stumpf, 5 — 7 cm 1/1 Cypressenge wachse. lang. Samen ungeflügelt, fast haselnufsgrofs, efsbar. Rinde grau- schwärzlich, gefurcht und rissig, 12 — 15 m. Zuweilen angepflanzt. Aus den Alpen. Juni. Zürbel-K., Arve, P. cembra L. b. Junge Triebe kahl. Blätter zu 5, dünn, schlaft. Zapfen hängend, gestielt, walzlich -spindelförmig, spitz, 10 — 12 cm lang. Samen geflügelt. Rinde grau, lange glatt bleibend. 15 — 20 m. Als "Wald- und Zierbaum nicht selten angepflanzt. Aus Nordamerika. Mai. Weimuts-K., P. strobus L. 3. Fichte, Picea. XXI. Blätter (an den Nebenzweigen) nach oben und den Seiten gerichtet, spitz, beiderseits grün. Zapfen walzlich, an der Spitze der Zweige hängend. Rinde graubraun. Allein oder mit Tannen gemischt ansehn- liche Wälder bildend. Die zapfenähnlichen, vielkammerigen AnscliM'el- lungen an den Zweigen junger Bäume werden von einer Blattlaus (Chermes) hervorgebracht. Mai. Rot -F., P. excelsa Lk. 4. Tanne, Abies. xxi. Blätter an den Nebenzweigen nach 2 entgegengesetzten Seiten ge- richtet, an der Spitze ausgerandet. unterseits mit 2 weifslichen Längs- streifen, Zapfen Avalzlich, auf dem Rücken der Zweige aufrecht, Rinde weifsgrau. Mit Fichten gemischt, selten allein Wälder bildend. Mai. Edel-T., A. alba Mill. 3. Familie. Cypresseilgewäclise, Cupressaceen. I. Blüten I häusig. Frucht ein holziger Zapfen. Blätter schuppenförmig, gegenständig (in 2zähligen Quirlen). Thuja 14 IL Blüten 2 häusig. Frucht ein beerenartiger Zapfen (Scheinbeere). A. Blätter stets in 3 zähligen Quirlen, nadeiförmig, am Grunde ge- gliedert. Beerenzapfen aus 3 verwachsenen Fruchtblättern ge- bildet. Juniperus 15 B. Blätter in 3 zähligen Quirlen oder gegenständig, anliegend uad schuppenförmig oder abstehend und verlängert. Beerenzapfen aus mehr als 3 (meist 4) verwachsenen Fruchtblättern gebildet. Sabina 15 I. Lebensbaum, Thuja, xxi. I. Äste senkrecht verzweigt. Blätter sämtlich auf dem Rücken mit einer Längsfurche. Zapfen kugelig-eiförmig oder eiförmig. Frucht- schuppen 6 — 8, bläulich bereift, unter der Spitze mit einem rück- wärts gekrümmten Anhängsel. Samen ungeflügelt. Häufig an- gepflanzt. Aus China. April, Mai. Morgenländiseher L., T. Orientähs L, Rohrkolbengewächse. Igelskolbengewächse. i^ 2. Äste wagerecht verzweigt. Blätter zum Teil auf dem Rücken mit einem Drüsenhöcker. Zapfen länglich, kleiner. Fruchtschuppen lO bis 12, ohne Anhängsel, die unteren an der Spitze abstehend. Samen ringsum geflügelt. Angepflanzt. Aus Nordamerika. April, Mai. Abendländischer L., T. Occidentülis L. 2. Wachholder, Juniperus, xxii. Strauch, seltener baumartig, i — 3 m hoch. Blätter weit abstehend^ pfriemenförmig, stechend, oberseits flachrinnig, bläulichgrün, unterseits stumpf -gekielt, der Kiel mit einer Längsfurche. Scheinbeere (erst im zweiten Jahre reifend) schwarz, blau bereift. Sonnige Hügel, Triften, Waldränder, lichte Waldplätze. Häufig. April, Mai. Heide - W., J. communis L. 3= Sadebaum, Sabina. xxii. 1. Stamm liegend. Äste aufrecht. Anhegende Blätter stumpf. Schein- beeren kugelig, auf kürzeren, zurückgebogenen Stielen, schwarz, blau- bereift. Zuweilen angepflanzt. Aus den Alpen. April, Mai. Giftig! (Juniperus sabina L.) Alpen -S., S. officinälis Garcke. 2. Stamm aufrecht. Äste abstehend. Anliegende Blätter stachelspitzig, Scheinbeeren eiförmig, auf ebenso langen Stielen, aufrecht. Sonst wie vorige Art. Zierstrauch aus Nordamerika. April, Mai. (Juni- perus Virginiana L.) Virginischer S., S. Virginidna Aschrs, IL Klasse. Streifenblättler, Monocotylen. I. Familie. Rohl'kolbengewächse, Typhaceen. I. Rohrkolben, Typha. xxi. 1. Blätter breit-lineal (lo — 15 mm breit), flach, blaugrün. Weibliche Ähre dicht unter der männlichen stehend. Weibliche Ähre (zuletzt) schwarzbraun. 100 — 150 cm. Teiche, Sümpfe, Gräben. Verbreitet. Juli, Aug. Breitblättriger E,., T. latifölia L. 2. Blätter schmal-lineal (4 — 8 mm breit), etwas rinnig, meist grasgrün. Männliche Ähre von der weiblichen meist etwas entfernt. Weibliche Ähre rotbraun. 100 — 150 cm. Teiche, Sümpfe, Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Schmalblättriger R., T. angustiföha L.. 2. Familie. Igelskolbeilg'CWächse, Sparganiaceen. I. Ig^elskolben, Spargänium. xxi. I. Stengel (meist) aufrecht. Blätter am Grunde 3 kantig. Männliche Ähren zahlreich. l5 Laichkrautgewächse. a. Stengel oben verästelt. Seitenflächen der Blätter rinnig. Frucht sitzend, 30 — 60 cm. Teiche, Sümpfe, Gräben. Häufig. Juli, Aug. Ästiger J., Sp. ramösum Huds. b, Stengel einfach, nicht verästelt. Seitenflächen der Blätter eben. Frucht gestielt. 30 — 45 cm. Teiche, Sümpfe, Gräben. Verbreitet. Juli, Aug. Einfacher J., Sp. simplex Huds. 2. Stengel flutend oder liegend. Blätter flach, meist schwimmend. Meist nur I männliche Ähre. Frucht fast sitzend. 15 — 30 cm. Sümpfe, Teiche. Zerstreut. Juli, Aug. SchMrimmeiider J., Sp. minimum Fr. 3. Familie. Laichkrauts'ewäclise, Potamogetonaceen. I. Blüten in die Scheide des obersten Blattes eingeschlossen, ährig, ohne Blütenhülle, aus i zweiteiligen Staubblatt und 1 Stempel be- stehend. Blätter (oft bis 30 cm) lang, grasartig. Pflanzen des Meeresgrundes. Seegras 16 n. Blüten nicht in eine Scheide eingeschlossen. Stempel (Fruchtknoten) meist 4. A. Blüten in mehr- bis vielblütigen, aus dem Wasser hervorragenden Ähren, zwitterig. Staubblätter 4, auf dem Rücken mit grofsen, bliitenblattähnlichen Anhängseln. Blätter elliptisch bis lineal. Laichkraut 16 B. Blüten in den Achseln der fadenförmigen Blätter, i häusig, stets im Wasser eingesenkt, die männlichen mit i oder 2 Staubblättern, ohne Blütenhülle, die weiblichen mit 4 Stempeln und becher- förmiger Blütenhülle. Halde 19 I. Wier, Zostera. xxi. Stengel flutend. Blätter an der fruchtbaren Pflanze viel kürzer und schmäler als an der unfruchtbaren, 3 — "nervig, breit- oder schmal- lineal (3 — 9 mm breit). Stiel der Blütenscheide oberwärts verbreitert. 30 — IOC cm. An den Küsten der Ost- und Nordsee. Mai, Juni. See-W., Seegras, Z. marina L. 2. Laichkraut, Potamogeton. VI. A. Blätter sämtlich gegenständig, ungestielt, halbstengelumfassend, ohne häutige Scheide. Blätter eiförmig bis lineal-lanzettlich. Ähren gabel- ständig, kurzgestielt, wenigblütig. Seichte, fliefsende Gewässer, Sehr zerstreut. Juni— Sept. Dichtes L., P. densus L. B. Blätter wechselständig, nur die obersten gegenständig, am oberen Ende der durchscheinenden Scheide entspringend. Ähre unter- brochen, langgestielt. Lai ch k r au tge wachse. jy 1 . Stengel nur am Grunde ästig. Blätter haarförmig , i nervig. Früchte grünlich, schief-ellipsoidisch. Seen mit Sandgrund in Xorddeutschland. Juni, Juli. Meer-L., P. marinus L. 2. Stengel meist sehr ästig. Blätter schmal-lineal, deutlich quernervig. Früchte gelbbraun, fast halbkugelig. Flüsse, Seen. Gräben. Juni bis Aug. Kammartiges L., P. pectinätus L. C. Blätter wechselständig, nur die obersten gegenständig, am Grunde der durchschemenden Scheide entspringend. 1. Blätter schmal-lineal bis borstenförmig. a. Stengel flach- (2schneidig-) zusammengedrückt. Blätter vielnervig, aa. Blätter am Grunde ohne Höcker, meist stumpflich, stachel- spitzig, Ähren lO — 15 blutig, auf 2 — 3 mal so langem Stiele. Stehende und fliefsende Gewässer. Zerstreut. Juli, Aug. Flachstengliges L., P. compressus L. bb. Blätter am Grunde mit i — 2 schwärzlichen Höckern, meist lang und fein zugespitzt. Ähren 4 — 6 blutig, auf eben so langem Stiele. Juni — Aug. Spitzblättriges L., P. acutifölius Lk. b. Stengel zusammengedrückt, mit abgerundeten Kanten. Blätter 3— 5 nervig. aa. Ähre dicht, 6 — 8 blutig, auf eben so langem oder kaum längerem Stiele. Blätter stumpf, mit einem kaum bemerk- baren Stachelspitzchen. Flüsse, Gräben, Teiche. Sehr zer- streut. Juli. Äug. Stumpf blättriges L., P. obtusifülius M. et K. bb. Ähre (zur Fruchtzeit; locker, auf 2 — 3 mal so langem, ober- wärts etwas verdicktem Stiele. Blätter stumpf oder spitz- lich. Gräben, Flüsse, Teiche. Sehr zerstreut. JuH, Äug. Stachelspitziges L., P. mucronätus Schrad. c. Stengel wenig zusammengedrückt oder fast stielrund. Blätter sehr schmal, i — 3 nervig. aa. Blätter meist 3 nervig. Keine Blätterbüschel in den Blatt- achseln. Früchtchen am Innenrande ohne Höcker. Juni bis Sept. Gräben, Flüsse, Teiche. Verbreitet. Kleines L., P. pusillus L. bb. Blätter meist i nervig. Blätterbüschel in den Blattachseln. Früchtchen am Innenrande mit einem spitzen Höcker, meist nur eins in jeder Blüte sich ausbildend. Stehende Ge- wässer. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Haarfeines-L , P. trichoides Cham. u. Schlecht. 2. Blätter elliptisch bis lineal-lanzettlich, nie lineal, oft am Rande kraus." a. Alle Blätter kurzgestielt, untergetaucht. Blätter eiförmig bis breit-lanzettlich in den kurzen Blattstiel verschmälert, stachel- spitzig, am Rande fein gesägt, oft am Grunde wellig, glänzend. Ährenstiele oberwärts verdickt. Stehende Gewässer. Nicht selten. Juli, Aug. Spiegelndes L., P. lücens L. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 2 Laichkrautgewächse. b. Alle Blätter sitzend, halbumfassend, untergetaucht. aa. Stengel stielrund. Blätter flach, länglich-lanzettlich, an der Spitze kappenförmig zusammengezogen, am Grunde nicht oder seicht-herzförmig. Ährenstiele 6 — lomal so lang als die Ähre. Flüsse, Seen, Kanäle. Hier nur selten. Juli, Aug. Gestrecktes L., P. praelöngus Wulf, bb. Stengel stielrund. Blätter flach, rundlich-eiförmig bis läng- lich, am Grunde tief-herzförmig. Ährenstiele i — i ^ „mal so lang als die Ähre. Gräben und Flüsse. Zerstreut, JuH, Aug. Durchv/achsenes L , P. perfoUätus L. cc. Stengel zusammeTigedrückt-4 kantig. Blätter am Rande wellig-kraus, klein-gesägt, breit-lineal bis lanzettlich. Ähre kurz, wenigblütig, Früchtchen geschnäbelt Stehende Ge- wässer. Verbreitet. Juni — Sept. Xrauses L., P. crispus L. c. Schwimmende Blätter (fehlen oft !) gestielt, untergetaucht sitzend, aa. Stengel einfach. Untergetauchte Blätter am Grunde ver- schmälert, lanzettlich oder länglich-lanzettlich, am Rande glatt, meist rötlich, schwimmende Blätter länglich oder ver- kehrt-eitörmig, grofs, 7 — 15 cm lang. Ährenstiele ober- wärts nicht verdickt, Bäche tmd stehende Gewässer. Zer- streut. Juli, Aug. Rötliches L., P. alpinus Balbis. bb. Stengel ästig. Untergetauchte Blätter am Grunde ver- schmälert, schmal-lanzeltlich, am Rande rauh, etwas starr, obere schwimmend, länglich, elliptisch oder eiförmig, meist lang gestielt, lederartig, oder alle Blätter untergetaucht, schlaff, lineal-lanzettlich. Ährenstiele oberwärts verdickt. Eine sehr veränderliche Pflanze. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Zerstreut. Juni — Aug. Grasartiges L., P. gramineus L. cc. Stengel äbtig. Untergetauchte Blätter mit abgerundetem Grunde halbstengelumfassend, länglich-lanzettiich bis lanzett- lich, am Rande rauh. Ährenstiele oberwärts nicht verdickt. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Selten, Juli. Aug. Glänzendes L., P. nitens "Web. d. Alle Blätter langgestielt. Stengel astlos. aa. Ährenstiele oberwärts verdickt. Blattstiele oberseits etwas gewölbt. Schwimmende Blätter elliptisch bis länglich-lan- zettlich, am Grunde abgerundet oder verschmälert, unter- getaucht verlängert-lauzettlich oder lineal. Flüsse, Gräben, Sehr zerstreut. Juni, Juli. Flutendes L., P. flüitans Roth, bb. Ährenstiele überall gleich dick. Blattstiele oberseits flach- rinnig. Schwimmende Blätter elliptisch oder länglich, am Grunde meist schwach-herzförmig, untergetauchte (zur Blüte- zeit nicht mehr vorhanden) lineal oder lineal-lanzettlich. Teiche, Sümpfe, Flüsse. Gemein. Juni — Aug. Schwimmendes L , P. nätans L. Dreizackgewächse. Frosclilöffelge wachse. iq cc, Ährenstiele überall gleich dick. Blattstiele oberseits flach. Schwimmende Blätter elliptisch-lanzettlich, am Grunde ver- schmälert oder nur die oberen schwach -herzförmig. In allen Teilen kleiner als vorige Art. Sümpfe, Torfbrüche im nordwestlichen Deutschland. Juni, Juli. Knöterich-L., polygonifolius Pourr. 3. Halde, Zannichellia. xxi. Stengel fadenförmig, kriechend oder flutend. Blätter fadenförmig, am Grunde einer durchscheinenden Scheide entspringend. Früchte kurz gestielt oder fast sitzend, doppelt so lang als der Griftel. 10 — 40 cm. Stehende und fliefsende Gewässer. Zerstreut. Mai — Herbst. Sumpf- H., Z. palustris L. 4. Familie. Droizackgewäclise. Scheuchzeriaceen. I. Stengel beblättert. Blüten in wenigblütiger Traube, die unteren langgestielt. Blütenhülle bleibend. Spinnling 19. IL Stengel blattlos. Blüten in reichblütiger Traube, kurzgestielt. Blütenhülle abfallend. Dreizack 19. I. Spinnling*, Scheuchzeria. vi. Blätter schmal - lineal , rinnig, am Grunde scheidig. Blüten zu 3 — 6 in lockerer Traube. Blüten gelblichgrün. 10 — 20 cm, Torfsümpfe. Zerstreut. Juni, Juli. Moor-Sp., Seh. palustris L. 2. Dreizacli, Triglöchin. VI. 1. Traube dicht. Blütenstiele aufrecht -abstehend, Fnicht eiförmig^ unter der Spitze eingeschnürt, aus 6 Teilen bestehend. Blüten grün, oben rötlich. 15 — 45 cm. Sumpfige, besonders salzhaltige Wiesen. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Strand. -D., T. maritima L. 2, Traube locker. Blütenstiele angedrückt. Frucht lineal -keulenförmig,, am Grunde verschmälert, aus 3 Teilen bestehend. Blüten gelbgrün,, oben oft violett. 15 — 45 cm. Sumpfige Wiesen, Ufer. Zerstreut, Juni — Aug. Sumpf- D., T, palustris L. 5. Familie. Frosclllöffelg-ewäclise, Alismaceen. I. Blüten zwitterig. Staubblätter meist 6. Blätter eiförmig bis lineal. Froschlöffel 19. II, Blüten 1 häusig, die männlichen über den weiblichen. Staubblätter zahlreich. Blätter tief - pf eilf örmig. Pfeilkraut 20. I. Froschlöffel; Alisma. Yi. I. Stengel beblättert, im Wasser flutend. Die untersten Blätter lineal, sitzend, die oberen eiförmig bis länglich, schwimmend. Blüten einzeln 20 Wasserlieschgewächse. Froschbifsgewächse. oder zu 3 — 5 an den Gelenken des Stengels. Krone schneeweifs, am Nagel gelb. 10 — 45 cm. Stehende Gewässer. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Sch'wirQm ender F., A. nätans L. 2. Stengel blattlos, aufrecht. Blätter grimds tändig. a. Blutenstand eine endständige Dolde, seltener noch i — 2 Quirle darunter. Blätter lanzettlich. Früchtchen ein kugliges Köpfchen bildend. Krone weifs oder rötlich, am Nagel gelb. 10 — 30 cm. Sümpfe, überschwemmt gewesene Stellen. Im nordwestlichen Deutschland. Juli — Sept. Hahnenfufs -F., A. ranunculoides L. b. Blüten in quirlästiger Rispe. Blätter eiförmig bis elliptisch, zu- gespitzt, am Gnmde abgerundet, schwach - herzförmig oder ver- schmälert, seltener lanzettlich oder lineal und dann flutend. Früchtchen im Kreise stehend. Krone weifs oder rötlich, am Nagel gelb. 15 — 120 cm. Teiche, Sümpfe, Gräben. Gemein. Juni — Aug. Wegerich - F., A. plantago L. 2. Pfeilkraut, Sagittäria. XXI. Blätter grundständig. Blüten in 3 blutigen Quirlen, traubig. Krone weifs, mit violettem Nagel. 30 — 80 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Ziemlich verbreitet. Juni — Aug. Spitzblättriges Pf., S. sagittifölia L. 6. Familie. Wasserliescllg-ewächse, Butomaceen. I. Wasserliesch, Schwancnblame, Bütomus. ix. Blätter grundständig, steif -aufrecht. Blüten eine endständige Scheindolde bildend. Kelch und Krone rötlichweifs, dunkler geädert. 50 — 180 cm. In stehenden und langsam fliefsenden Gewässern in der Nähe des Ufers. Nicht selten. Juni — Aug. Doldiger W., B. umbellätus L. 7. Familie. Froschbifsgewächse, Hydrocharitaceen. I. Blätter tmtergetaucht, lineal bis lineal -lanzettlich, A. Blätter klein, zu 3 — 4 quirlständig. Blüten klein, Staubblätter 3 — 9. Narben 3. "Wasserpest 20. B. Blätter grofs, in dichter Rosette, ungestielt, Blüten grofs. Staubblätter zahlreich. Narben 6. Krebsscheere 21. II. Blätter schwimmend, gestielt, kreisnmd, am Gninde tief -herzförmig. Staubblätter 12 (meist nur q mit Staubbeuteln). Narben 6. Froschbifs 21. I. Wasserpest, Helodea, m. (xxm.) -Stengel verzweigt, untergetaucht, Blätter kleingesägt. Blüten klein, rötlich, bei uns nur weibliche. 30 — 100 cm. In Flüssen, Kanälen, Gräben eingebürgert. Aus den Flüssen Nordamerikas. Juni — Aug. Canadisehe W., H. Canadensis Casp. Gräser, Süfsgräser. 21 2. Krebsschcere, Stratiötes. xxii. Blätter dornig gezähnt, dvinkelgrün. Blüten weifs, über den Wasser- spiegel hervorragend, die männlichen gestielt, die weiblichen fast sitzend. 15 — 45 cm. Teiche, Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Aloe-K., St. aloides L. 3. Froschbifs, Hydröcharis. xxil. Blätter mit 2 grofsen, durchscheinenden Nebenblättern. Blüten weifs, die männlichen gröfser als die weiblichen. 15 — 30 cm. Teiche, tiefe Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Sch^wimmender F.. H. morsus ranae L. 8. Familie. Gräser, Sttl*SgTäsei*, Gramineen, in. Der Blütenstand (Ähre, Rispe) der Gräser ist aus kleinen Blütenständen, welche Ähr chen heifsen , zusammengesetzt. Jedes Ährchen besteht aus 2 oder mehreren, nicht selten aber auch nur aus einer einzigen entwickelten Blüte. Jede Blüte ist von 2 kleinen, meist kahnförmigen Blättchen (Deckblättern) eingeschlossen, welche Spelzen (untere oder äufsere und obere oder innere Spelze) heifsen, und besteht aus ^ Staubblättern, einem Fruchtknoten mit 2 federigen oder behaarten Narben und meist 2 zarten Schüppchen, welche die Blütenhülle dar- stellen. Die 2 ( — 4) untersten Spelzen eines Ährchens, welche keine Blüten einschliefsen , heifsen Hüllspelzen. — Unter dem Blatt- häutchen versteht man den häutigen Fortsatz an der Grenze zwischen der Blattscheide und der Blattspreite. I. Ährchen in endständiger Rispe und zugleich in dichter selten- ständiger Ähre (Kolben) auf derselben Pflanze. Ährchen der Rispe 2 blutig, männlich. Ährchen der Ähre i blutig, weibHch. Griffel sehr lang. Riesiges Gras. Blätter über 4 cm breit. _ Mais 27. II. Ährchen eine einzige endständige Ähre bildend (Ährchen sitzend . oder auf sehr kurzen einfachen Stielen). A. Ährchen zu 2 — 4 den Ausschnitten der Spindel eingefügt, i- oder 2mehrblütig. 1. Ährchen 2 — mehrblütig. zu 2 — 4 den Ausschnitten der Spindel eingefügt, alle zwitterig. Ähre mit Gipfelährchen. Haargras 43, 2. Ährchen i blutig, zu 3 den Ausschnitten der Spindel ein- gefügt, die beiden seitUchen oft männlich oder geschlechtslos Ähre ohne Gipfelährchen. Gerste 43. B. Ährchen einzeln den Ausschnitten der Spindel eingefügt, i blutig» Ähre einseitswendig. I. Ährchen lineal-pfriemlich. Hüllspelzen fehlend. Nur i Narbe. Stengel 15 — 30 cm hoch. Borstengras 29. 22 Gräser, Süfsgräser. 2. Ährchen elliptisch, vorn abgerundet. Hüllspelzen vorhanden. Narben 2. Stengel 3 — 8 cm hoch. Zwerggras 29. C. Ährchen einzeln den Ausschnitten der Spindel eingefügt, 2 — mehr- blütig. 1, Ährchen mit der schmalen Seite (mit dem Rücken) gegen die Spindel gestellt, 3 — 20 blutig, das endständige mit 2, die übrigen nur mit i Hüllspelze. Lolch 43. 2. Ährchen mit der breiten Seite gegen die Spindel gestellt, alle mit 2 Hüllspelzen. a. Ährchen sitzend, meist 3 — mehrblütig. Hüllspelzen ei- förmig oder lanzettlich. Weizen 41. b. Ährchen sitzend, 2 blutig, meist mit einem fädlichen An- satz zu einer dritten Blüte, seltener 3 blutig. Hüllspelzen pfriemlich. Roggen 42. c. Ährchen kurzgestielt, vielblütig. Hüllspelzen ungleich. Untere Spelze begrannt, obere am Kiel steif-kammförmig- gewimpert. Zwenke 41, III. Ährchen mehrere fingerartig oder traubig zusammengestellte Ähren bildend (Ährchen sitzend oder auf sehr kurzen einfachen Stielen). A. Ährchen einzeln, alle kurzgestielt, i blutig, mit einem Ansatz zu einer oberen Blüte. Hüllspelzen sehr ungleich. Ähren genau fingeraitig angeordnet. Hundszahn 28. B. Ährchen zu 2, eins gestielt, das andere sitzend oder kurzgestielti I blutig. 1. Ährchen zottig-behaart, das sitzende zwitterig, begrannt, das gestielte männlich, unbegrannt. Hüllspelzen fast gleichgrofs. Ährenachse gegliedert. Ähren fingerartig gruppiert. Bartgras 27. 2. Ährchen kahl oder nur kurzhaarig, grannenlos. Hüllspelzen 3, die unterste sehr kurz, oft ganz verkümmert. Ährenachse un- " gegliedert. Ähren fingerarlig bis traubig gruppiert. Hirse 27. IV. Ährchen in endständiger, ährenförmig zusammengezogener Rispe oder Scheinähre (Ährchen an kurzen verästelten Stielchen, welche oft erst beim Umbiegen der Scheinähre sichtbar werden). A. Ährchen 1 blutig, oft mit einem Ansatz zu i oberen oder 2 un- teren Blüten. 1. Ähre borstig (Ährchen von langen, an ihrem Grunde stehenden Borsten überragt, welche stehen bleiben, wenn man die Ähr- chen entfernt). Ährchen grannenlos. Hüllspelzen 3, sehr ungleich. Fenn ich 28. 2. Ähre lockerblütig, länglich -lanzettlich. Blüten mit nur 2 Staubblättern, am Grunde mit 2 begrannten, spelzenartigen Ansätzen zu unteren Blüten. Untere Hüllspelze halb so lang als die obere. Ruchgras 27. Gräser, Süfsgräser. 2^ 3. Ähre eiförmig oder kugelig-eiförmig, dichtblütig. Blüten am Gninde mit i oder 2 kleinen, schuppenförmigen Ansätzen. Hüllspelzen auf dem Rücken häutig-geflügelt. Glanzgras 26. 4. Ähre walzenförmig, dichtblütig, ohne Borsten. a. Blüten am Grunde von Haaren umgeben. Ein behaartes Stielchen als Ansatz zu einer zweiten Blüte. Spelzen grannenlos, wenig kürzer als die Hüllspelzen. Sandhalm 31. b. Blüten am Grunde ohne Haare. Hüllspelzen am Grunde verwachsen. Gewcihnlich nur eine einzige, schlauchförmige, am Rücken begrannte Spelze. Fuchsschwanz 29. c. Blüten am Grunde ohne Haare. Hüllspelzen am Grunde nicht verwachsen. Spelzen zu 2, grannenlos, kürzer als die Hüllspelzen. Lieschgras 30. B. Ährchen 2 — vielblütig, 1. Scheinähre einseitig. a. Ährchen ohne kammförmig-gefiederte Hülle, von der Seite zusammengedrückt. Untere Spelze auf dem Rücken ge- kielt, grannenlos. Hartgras 35. b. Jedes Ährchen am Grunde von einer kammförmig- ge- fiederten Hülle (einem unfruchtbaren Ährchen) gestützt. Untere Spelze am Rücken abgerundet, aus der aus- gerandeten Spitze begrannt. Kammgras 39. 2. Scheinähre allseitig. a. Hüllspelzen kürzer als das Ährchen. aa. Obere Spelze am Rande kaum sichtbar gewimpert, die untere an der Spitze mit sehr langer Granne. Stengel 15 — 30 cm hoch. Schwingel 37. bb. Obere Spelze am Rande steif-kammförmig-gewimpert. Stengel 60 — 120 hoch. Zwenke 41. b. Hüllspelzen so lang oder fast so lang als das Ährchen, aa. Scheinähre eiförmig oder kugelig-eiförmig, meist bläu- lich angelaufen, dicht. Untere Spelze an der Spitze stachelspitzig — 3 — 5zähnig. Narben fadenförmig. Gilzgras 34. bb. Scheinähre walzenförmig, dicht, zottig behaart. Untere Spelze spitzlich, grannenlos, gewölbt, knorpelig, am Rande dicht zottig-gewimpert. Perlgras 34. cc. Scheinähre länglich, etwas gelappt, am Grunde unter- brochen. Untere Spelze an der ungeteilten oder aus- gerandeten Spitze stachelspitzig oder begrannt, am Rücken kurzgewimpert. Ritschgras 35. dd. Scheinähre länglich. Untere Spelze an der Spitze 2 grannig, meist mit geknieter Rückengranne, kahl. Stengel 5 — 15 cm hoch. Schmiele 33. 24 Gräser, Süfsgräser. V. Ährchen in endständiger, mehr oder weniger ausgebreiteter Rispe oder Traube (Ährchen gestielt, ihre Stiele meist verästelt, so lang oder länger als die Ährchen). A. Ährchen i blutig, oft mit einem Ansatz zu i oberen oder 2 imteren Blüten. 1. Blüten mit weit hervortretender Granne (Granne viel länger als die Spelzen). a. Granne etwa 3 mal so lang als das Ährchen, unter der Spitze der Spelze eingefügt. Ährchen von der Seite her zu- sammengedrückt. Hüllspelzen ungleich. Straufsgras 30. b. Granne vielmal länger als die Spelze (10 — 25 cm lang), gedreht, am Grunde gegliedert, endständig. Ährchen stiel- rund. Hüllspelzen gleich. Pfriemgras 29. 2. Blüten grannenlos. Ährchen stielrund oder vom Rücken her zusammengedrückt (Hüllspelzen daher flach oder gewölbt). a. Rispe zusammengezogen, vielfach verästelt, überhängend. Hüllspelzen 3, die unterste sehr kurz. Blattscheiden rauh- haarig. Gebautes Gras. Hirse 27. b. Rispe weitschweifig, mit fast wagerecht-abstehenden Ästen. Hüllspelzen 2. Blattscheiden kahl. Hohes Waldgras. Millgras 29. c. Rispe oder Traube schlaff, einseitswendig, aus nur etwa 4 — 8 Ährchen bestehend. Hüllspelzen 2. Blattscheiden kahl. Waldgras. Perlgras 34. 3. Blüten kurzbegrannt oder grannenlos. Ährchen von der Seite her zusammengedrückt (Hüllspelzen daher mit deutlichem Kiel). a. Hüllspelzen (bei unserer Art) verkümmert oder fehlend. Spelzen grannenlos. Rispe weitschweifig, selten voll- ständig entwickelt. Reis 26. b. Hüllspelzen 4, die äufseren 2 fast gleichlang, länger als die Spelzen, die inneren 2 viel kleiner, schuppenförmig. Spelzen grannenlos, lederartig. Glanzgras 26. e. Hüllspelzen 2, ungleich, die untere länger. aa. Ährchenachse am Grunde der Blüten mit Haaren be- setzt, die länger als die Spelzen breit sind. Hüll- spelzen kaum länger als die Spelzen.' Reitgras 31. bb. Ährenachse kahl oder am Grunde der Blüten mit sehr kurzen Haaren. Hüllspelzen länger als die Spelzen. Rispe locker. Ährchen sehr klein, Straufsgras 30. B. Ährchen 2 — vielblütig, die obersten oft verkümmert. I. Hüllspelzen so lang oder fast so lang als das ganze Ährchen. Blüten grannenlos. a. Ährchen 3 — Sblütig. Blüten zwitterig. Hüllspelzen krautig- lederig, fast gleichlang. Untere Spelze an der Spitze 2 zähnig, zwischen den Zähnen stachelspitzig oder 3 zähnig. Dreizahn 34. Gräser, Süfsgräser. 25 b. Ahrchen (i oder) 2 blutig, mit einem keulenförmigen An- satz zu einer oberen Blüte. Hüllspelzen häutig, ungleich. Untere Spelze ganzrandig, stumpf, gewölbt. Perlgras 34. Hüllspelzen so lang oder fast so lang als das ganze Ahrchen. Blüten alle (oder zum Teil) begraunt (Granne oft kaum her- vortretend). a. Ahrchen 2 — mehrblütig, grofs oder mittelgrofs. Untere Blütenspelze an der Spitze 2 spaltig oder 2 zähnig, meist mit langer, geknieter, am Grunde meist gedrehter Rücken- granne. Hafer 32. b. Ahrchen 2- oder 3 blutig, klein, nur eine Blüte zwitterig und diese meist grannenlos. aa. Ahrchen 3 blutig, fast glockig, die 2 unteren Blüten männlich, mit rückensländiger Granne, die obere (mitt- lere) zwitterig, mit nur 2 Staubblättern, grannenlos. Narben an der Spitze der Blüten hervortretend. Darrgras 27. bb. Ahrchen 2 blutig, obere Blüte meist männlich, unter der Spitze mit oft kaum hervortretender Granne, untere Blüte zwitterig, grannenlos. Narben an der Seite der Blüten hervortretend. Honiggras 32. c. Ahrchen 2 blutig, klein oder sehr klein, beide Blüten zwitterig. aa. Untere Spelze 2 spitzig oder an der Spitze 4 zähnig, mit grund- oder rückenständiger, zuweilen schwach gedrehter und geknieter Granne. Schmiele 33. bb. Untere Spelze spitz, an der Spitze ganzrandig, mit grundständiger, in der Mitte geknieter, oberwärts keu- liger Granne. Silbergras 34. Hüllspelzen kürzer als die zunächststehenden Blüten. a. Wasser- oder Ufergräser. Blüten unbegrannt. aa. Ahrchenachse mit langen, später hervorwachsenden Haaren. Ahrchen meist 5 blutig (3 — /blutig), lan- zettlich, lang. Narben purpurn. Riesiges Gras. Rohr 34. bb. Ahrchenachse ohne Haare. Ahrchen meist 2 blutig, von der Seite her zusammengedrückt. Untere Spelze er- haben-3nervig. Blattscheiden bis zur Hälfte geschlossen. Zartes Gras. Quellgras 37. cc. Ahrchenachse ohne Haare. xÄ.hrchen mehrblütig, stiel- rundlich oder von der Seite zusammengedrückt. Untere Spelze 5 — 7 nervig. Blattscheiden geschlossen. Süfsgras 37. b. Wald- und AViesengräser. Untere Spelze (und die Hüll- spelzen) auf dem Rücken gekielt. 20 Gräser, Süfs grase r. aa. Ährchen 8 — 20 blutig. Rispe ausgebreitet, eiförmig- Untere Spelze stumpf, unbegrannt. Statt des Blatt- häutchens I Haarbüschel, Flittergras 35. bb. Ährchen 2 — 8 blutig. Rispe ausgebreitet. Rispenäste 2 zeilig. Untere Spelze unbegrannt. , Blätter mit einem Blatthäutchen. Rispelgras 36. cc. Ährchen 3 — 4 blutig, in knäuelartig -gelappter, ein- seitiger Rispe. Untere Spelze an der Spitze stachel- spitzig oder begrannt, Knäuelgras 35. Vergleiche auch Ritschgras S. 35. c, Wald- und Wiesengräser. Untere Spelze auf dem Rücken abgerundet. aa. Spelzen grannenlos, stumpf. Ährchen rundhch- herz- förmig, nickend oder hängend, 5 — 9 blutig. Rispe ausgebreitet. Zittergras 35. bb. Spelzen spitz, unbegrannt. Ährchen lanzettlich, meist aufrecht, meist 3 blutig (2 — 5 blutig). Narben purpurn. Rispe meist schmal, zusammengezogen nnd violett. Blaugras 34. cc. Spelzen begrannt oder zugespitzt. Rispenäste einseits- wendig. Narben auf dem Gipfel des Fruchtknotens. Obere Spelze den Kielen anliegend- fein -gewimpert. Schwingel 37. dd. Spelzen begrannt oder zugespitzt. Rispenäste 2seits- wendig. Narben unterhalb des Gipfels den Frucht- knoten eingefügt. Obere Spelze an den Kielen meist steif- kämm förmig gewimpert. Trespe 39. I. Reis, Oryza. Gelbgrün. Blattscheiden und Blätter sehr rauh. Rispe locker, meist nur zum Teil aus der oberen Blattscheide hervorragend. Rispenäste am Grunde meist schlängelig. 50 — 100 cm. Gräben, Ufer. Sehr zerstreut. Aug., Sept. Wilder R., O. clandestina A. Br. 2. Glanzgras. Phälaris. 1. Ährchen in dichter, eiförmiger, ähriger Rispe (Ährenrispe), weifslich, beiderseits mit 2 grünen Streifen. Hüllspelzen am Rücken geflügelt (flügelig -gekielt). Stengel glatt, geknickt - aufsteigend. Blattscheiden etwas rauh, die oberste aufgeblasen. 15 — 50 cm. Gebaut (als Vogel- futter) und verwildert. Aus Südeuropa. Juli — Sept. Kanarien - GL, Ph. Canariensis L. 2. Ährchen in einer zur Blütezeit ausgebreiteten, eiuseitswendigen , ge- lappten Rispe, meist rötlich überlaufen. Hüllspelzen ungeflügelt, die oberen rauhhaarig. Stengel und Blattscheiden glatt. Blätter am Rande vorwärtsrauh, i — 2 m, Gräben, Ufer, nasse Wiesen. Häufig. Gräser, Süfsgräser. 27 In Gärten wird eine Form mit weifs gestreiften Blättern (Ph. a. picta L., Bandgras) angepflanzt. Juni, Juli. (Digraphis arundinäcea Tri.) Rohr -Gl., Ph. arundinäcea L. 3. Ruchgras, Anthoxänthum. 11. Dicht rasenförmig. Blätter kahl oder behaart. Ahrenrispe länglich, am Grunde verschmälert, locker. Ahrchen meist bräunlichgelb. Die 2 unteren Hüllspelzen zugespitzt, die oberen wenig länger als die untere Spelze. Besonders trocken sehr wohlriechend. 20 — 50 cm. Wiesen, Triften, Grasplätze, Raine. Gemein. Mai, Juni. "Wiesen -R., A. odorätum L. 4. Darrgras, Hieröchloa. 1. Ahrchenstiele glatt, kahl. Männliche Blüten unter der Spitze mit kurzer, gerader Granne oder grannenlos. Ahrchen bräunlichgelb. Wurzelstock kriechend, Ausläufer treibend. Hat den Wohlgeruch des Ruchgrases. 30 — 50 cm. Sumpfige, moorige Wiesen, lichte Gebüsche in Nord- und Ostdeutschland. Mai, Juni. "Wohlriechendes D.. H. odoräta Whlnb. 2. Ährchenstiele unter dem Ahrchen mit einem Haarbüschel. Obere männliche Blüte auf dem Rücken mit einer mäfsig langen, geknieten Granne. Ahrchen grünlichbraun, silberig glänzend. 15 — 45 cm. Schattige Wälder im östlichen und südösthchen Deutschland. April, Mai. Südliches D., H. austrähs R. et Seh. 5. 3Iais, Zea. Stengel mit Mark erfüllt. Blätter breit, Rispe ausgebreitet. Kolben in den Achseln der mittleren Stengelblätter, von zahlreichen Blatt- scheiden umhüllt. Früchte meist gelb. 100 — 200 cm. Zuweilen gebaut. Aus Amerika. Juni — Aug. "Welscher M., türkischer "Weizen, Z. mays L. 6. Bartgras, Andropogon, Blätter schmal, rinnig, am Rande rauh. x\hren zu 3 — 8 fingerig zu- sammengestellt. Ahrchen hellviolett. 20 — 40 cm. Trockene An- höhen, steinige Wegränder in Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. Juli — Sept. Finger -B., A. ischaemum L. 7. Hirse, Pänicum. I. Ahrchen in zusammengesetzter Rispe, langgestielt. Hüllspelzen stachelspitzig. Hellgrün. Stengel aufrecht. Blätter breit, oft wellig. Blattscheiden dicht -rauhhaarig. Rispe grofs, ihre Aste zuletzt über- hängend. 30 — 80 cm. Häufig gebaut, besonders auf Sandboden. Aus Ostindien. Juni — Aug. Mill-H*, P. miliäceum L. 2 8 Gräser, Süfsgräser, 2. Ährchen in einseitswendigen , mehr oder weniger traubig gestellten Ährchen. Hüllspelzen begrannt. Stengel aufrecht oder gekniet -auf- steigend. Blätter oft etwas wellig. Ährchen Wechsel- oder scheinbar gegenständig. Ährchen eiförmig- elliptisch, oft violett überlaufen. 30 — 80 cm. Feuchte Äcker, Gartenland. Nicht selten. Juli — Okt. Hühner- H., P. crus galli L. 3. Ährchen in fingerartig genäherten Scheinähren, grannenlos. a. Stengel aufsteigend bis aufrecht. Blattscheiden und Blätter be- haart. Scheinähren meist zu 5 (4 — 6). Ährchen länglich - lanzett- lich, meist violett überlaufen. 15 — 50 cm. Bebauter Boden. Nicht selten. Juli— Okt. Blut-H., P. sanguinäle L. b. Stengel niederliegend, seltener aufsteigend. Blattscheiden und Blätter kahl. Scheinähren meist zu 3 (2 — 4). Ährchen elliptisch- eiförmig, meist violett überlaufen. 8 — 30 cm. Äcker, Sandwege. Zerstreut. Juli — Okt. Faden -H., P. lineare Krock. 8. Fennich, Setdria. 1. Hüllborsten durch rückwärts gerichtete Zähnchen (also beim Auf- wärtsstreichen) rauh, grün. Scheinähre schmal- walzenförmig, am Grunde oft unterbrochen. Spelzen der Zwitterblüten ziemlich glatt. Blätter hellgrün, sehr rauh. 30 — 50 cm. Bebaute Orte. Ziemlich zerstreut. Juli. Aug. Quirliger F., S. verticilläta P. B. 2. Hüllborsten durch vorwärts gerichtete Zähnchen rauh (beim Auf- wärtsstreichen glatt), a. Graugrün. Hüllborsten gelbrot (fuchsrot). Spelzen der Zwitter- blüten querrunzelig. Scheinähre eiförmig oder- walzlich, dicht. Stengel unter der Scheinähre fast glatt. 10 — 50 cm. Sandige Äcker, Meist häufig. Juli — Sept. Graugrüner F., S. glauca P, B. b. Grasgrün. Hüllborsten grün oder (an der Sonnenseite) rötlich. Spelzen der Zwitterblüten ziemlich glatt (nur unter der Lupe fein- querrunzelig). Scheinähre eiförmig bis walzenförmig, dicht, nicht gelappt, aufrecht. Stengel unter der Scheinähre rauh. 15 — 50 cm. Äcker, Gaitenland, wüste Plätze. Häufig. Juli — Sept. Grüner F., S. viridis P. B. c. Grasgrün. Hüllborsten gelblich (oder schwarz). Spelzen der Zwitterblüten ziemlich glatt. Scheinähre grofs, fingerdick, gelappt, zur Fruchtzeit nickend. Achse der Scheinähre dicht (meist zottig) behaart. 30 — 80 cm. Hie und da gebaut. Angeblich aus Indien. JuH— Sept. Welscher F., S. Itälica P. B. 9. Hundszahn, Cynodon. Graugrün. Wurzelstock kriechend, Ausläufer treibend. Stengel auf- steigend. Blätter schmal, unterwärts etwas behaart. 30 — 45 cm. Gräser, Süfsgräser. 2g Sandige Hügel. Wegränder. Triften in Süddeutschland und den Rhein- gegenden. Juli, Aug. Finger -H., C. däctylon Pers. 10. MillgraS, Milium. Grasgrün. Stengel und Blatlscheiden glatt. Blätter am Rande rauh. Blatthäutchen lang, an der Spitze zerschhtzt. Rispe grofs, sehr locker, mit abstehenden, später abwärts gebogenen, schlängeligen Asten. 5o — 100 cm. Schattige Laubwälder. Häufig. Mai. Juni. Flatter-M., M. effüsum L. 11. Pfrienigras, Stipa. 1. Granne durch abstehende, weiche Haare federartig, überhängend, sehr (20 — 30 cm) lang. Rispe am Grunde von der Blattscheide einge- schlossen. Blätter borstlich. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Abhänge, trockene Wälder. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Feder-Pf., S. pennäta L. 2. Granne kahl, vorwärts rauh, kürzer (10 — 15 cm lang), gewunden. Sonst wie vorige Art. 40 — 80 cm. Sonnige Anhcihen, Hügel, Weg- ränder. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Haar -Pf., S. capillata L. 12. Borstengras, Nardus. Graugrün, dichte Rasen bildend. Stengel dünn, nur am Grunde be- blättert. Blätter borstenförmig , steif. Ähre locker. 15 — 25 cm. Moorige Triften, Wiesen, Heiden. Zerstreut. Mai, Juni. Steifes B., N. stricta L. 13. Zwerggras, Chamagröstis. Winziges, in kleinen Rasen wachsendes Pflänzchen. Stengel borstlich, aufrecht. Ähre lineal. Ährchen sehr klein, meist purpurviolett. 3 — 8 cm. Sandige Felder in den Rheingegenden und in Holstein. April, Mai. Rötliches Z., C. minima Borkh. 14. Fuchsschwanz, Alopecürus. I. Halm am Grunde liegend, gekniet -aufsteigend, oder im Wasser flutend. Hüllspelzen stumpflich, nur am Grunde verwachsen. 15 bis 30 cm. a. Ährchen verkehrt -eiförmig. Spelze unter der Mitte begrannt, Granne gekniet, fast doppelt so lang als die Spelze. Staubbeutel gelblich, zuletzt bräunlich. Ganze Pflanze graugrün. Feuchte Wiesen, Gräben. Häufig. Mai. Juni. Geknieter F., A. geniculätus L, b. Ährchen länglich-elliptisch. Spelze aus der Mitte begrannt. Granne kaum lY^nial so lang als die Spelze. Staubbeutel rotgelb, später bischer. Ganze Pflanze bläulich beduftet. Mit voriger Art. Juni bis August. Rotgelber F., A. fulvus L. 30 Gräser, Süfs grase r. 2. Halm aufrecht, Hüllspelzen spitz. Stengel 30 — 120 cm hoch. a. Scheinähre an beiden Enden verschmälert. Ährchen zu je I — 2 an einem Astchen. Hüllspelzen bis zur Mitte verwachsen, am Kiel schmal geflügelt, sehr kurz gewimpert. 30 — 45 cm. Äcker, Wegränder. Zerstreut. Juni, Juli. Acker-F., A. agrestis L. b. Scheinähre walzenförmig, stumpf. Ährchen zu 4 — 6 an einem Ästchen. Hüllspelzen nicht ganz bis zur Mitte verwachsen, an dem nicht geflügelten Kiel zottig-gewimpert. Spelze über dem Grunde begrannt. Ährchen bleichgriin oder (nach der Blütezeit) schwärz- lich. Wurzelstock schief, kurz oder oft ein wenig kriechend, 30 bis 80 cm. Wiesen. Gemein. Mai, Juni, Wiesen- F,, A, pratensis L. 15. Lieschgras, Phleum, 1, Hüllspelzen lanzettlich, kurz zugespitzt, am Kiel steifhaarig gewimpert, Wurzelstock nur Stengel, keine unfruchtbaren Blätterbüschel treibend. 5 — 20 cm. Sandige Felder, besonders am Meere von Ostfriesland bis Mecklenburg. Mai, Juni, Sand-L., Ph. arenärium L. 2. Hüllspelzen gestutzt, länglich oder lineal-länglich, randhäutig. a. Hüllspelzen länglich, gerade abgestutzt, mit aufgesetzter Grannen- spitze, am Kiel steifhaarig-gewimpert. Ährchen ohne stielförmige Achsenverlängening. Stengel nicht selten am Grunde knollig ver- dickt. 30 — 80 cm. Wiesen, Raine. Häufig. Auch gebaut. Juni, Juli. Wiesen -L., Timotheusgras, Ph. pratense L. b. Hüllspelzen lineal-länglich, schief -abgestutzt, stachelspitzig -zuge- spitzt, am Kiel meist nur rauh. Ährchen mit stielartiger Achsen- verlängerung. 30 — 50 cm. Trockene Wiesen, Raine, Hügel. Zerstreut. Mai — ^Juli. Glanz- L-, Ph. Boehmeri Wib. 16. Straufsgras, Agiöstis. 1. Untere Ährchenspelze kürzer und schmäler als die obere. Granne 3 mal so lang als das Ährchen. Stengel mehrere. Blätter flach, schmal, rauh. Blatthäutchen grofs, länglich, geschlitzt. Rispe aufrecht oder überhängend. Gramie oft etwas schlängelig. 40 — 80 cm. Äcker, Gartenland. Gemein. Juni, Juli. Wind- St., Windhalm., A. spica venti L. 2. Untere Ährchenspelze länger als die obere. Granne fehlend oder kurz. a. Graugrün, Blätter, wenigstens die grundständigen, borstenförmig, Blatthäutchen länglich, gezähnelt, Rispe nach der Blütezeit zu- sammengezogen. Obere Spelze verkümmert. Granne vorhanden. 30 — 50 cm. Moorige Wiesen. Nicht selten. Juni, Juli. Hunds -St,, A. canina L. b. Grasgrün, Blätter alle flach, jung gefaltet. Obere Saelze vor- handen. Granne meist fehlend. Gräser, Süfsgräser. oj aa. Blatthäutchen sehr kurz, abgestutzt. Rispe auch nach dem Verblühen ausgebreitet, fast glattästig, gewöhnlich violett über- laufen. 30 — 80 cm. Wiesen, Triften, Grasplätze, feuchte Gebüsche. Gemein. Juni, Juli. Rotes St., A. vulgaris AVitli. bb. Blatthäutchen, lang, spitz. Rispe nach dem Verblühen zu- sammengezogen, rauhästig, in der Farbe sehr veränderlich. 30 — 80 cm. "Wiesen, Gräben, Ufer. Häufig. Juni, Juli. Weilses St., A. alba L. 17. Reitgras, Calamagröstis. 1. Granne rückenständig, gekniet. Ein stielförmiger Ansatz zu einer zweiten Blüte. Rispe locker. a. Granne die Hüllspelzen kaum überragend. Haare am Gninde der Blüten so lang oder wenig kürzer als die Spelzen. 30 — 100 cm. Bergwälder. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Berg-R., C. varia Lk. b. Granne die Hüllspelzen weit überragend. Haare am Grunde der Blüten ^/^mal so lang als die Spelzen. Rispe schmal, bleichgrün, oft rötlich überlaufen. 60 — 120 cm. Schattige Wälder. Nicht selten. Juni, Juli. Rohr-R., C. anmdinacea Roth. 2. Granne gerade, kurz, nicht oder sehr wenig aus dem Ahrchen her- vorragend. Haare so lang oder länger als die Spelzen. Ansatz zu einer zweiten Blüte fehlend. a. Granne rückenständig, bisweilen fehlend. aa. Rispe dichtblütig, knäuelig-gelappt, straff-aufrecht, 15 — 30 cm lang. Granne aus der Mitte des Rückens hervortretend. Ähr- chen hellgrün, mehr oder weniger violett überlaufen. 60 bis 150 cm. Wälder, sandige Flufsufer, Hügel. Verbreitet. Juli, Aug. Land-R., C. epigeios Roth. bb. Rispe zerstreut -blutig, ausgebreitet, schlaff, 8 — 15 cm lang. Granne unter der Mitte des Rückens eingefügt. Ahrchen glän- zend-dunkelviolett, selten grünlich. 60 — 100 cm. Steinige Bergabhänge. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Hain-R., C. Halleriäna DC. b. Granne endständig , aus einer Ausrandung der Spelze herv'or- tretend. Rispe schlaff. Granne sehr kurz, die Ausrandung der Spelze kaum überragend. Hüllspelzen lanzettlich-zugespitzt. Blätter schmal, grasgrün. Ahrchen violett oder schmutzig -purpurn. 60 bis 120 cm. Feuchte Wiesen, Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Wiesen-R., C. lanceoläta Roth. 18. Sandhalni, Ammophila. Wurzelstock weit umherkriechend. Blätter graugrün, am Rande ein- gerollt, in dichten Büscheln. Scheinähre dicht, grünlichweifs, später gelblich. Haare etwa ^/gUial so lang als die untere Spelze. 60 bis 100 cm. An der Nord- und Ostsee. Juli, Aug. Kriechender S., A. arenaria Lk, -2 2 Gräser, Süfs grase r. 19. Honig-gras, Holcus. 1. Granne der männlichen Blüte kaum oder gar nicht hervortretend, zu- letzt hakenförmig - zurückgekrümmt. Rispe weifslich, meist rötlich oder violett angelaufen. Blattscheiden zottig-weichhaarig. 30 — 45 cm. AViesen, Raine. Gemein. Juni — Aug. Wolliges H., H. lanätus L. 2. Granne der männlichen Blüte die Hüllspelzen überragend, gekniet. Rispe gelblichweifs, oft violett angelaufen. Blattscheiden sehr fein be- haart oder kahl. 45 — 60 cm. Gebüsche. Waldränder. Zerstreut. Juli, August. "Weiches H., H. mollis L. 20. Hafer, Avena. A. Ährchen (wenigstens nach der Blütezeit) hängend, grofs (15 — 30 mm). Hüllspelzen 7 — 1 1 ners-ig. 1. Blüten von der Ährenachse abgegliedert, bei der Reife sogleich abfallend. Ährchen 3 blutig. Ährchenachse sowie die untere Spelze vom Grunde bis zur Mitte von meist rotbraunen Haaren zottig. 60 — 120 cm. Unter der Saat. Juni — Aug. Bart-H., A. fätua L. 2. Blüten nicht von der Ährenachse abgegliedert, bleibend. Ährchen- achse kahl oder nur am Grunde der Blüten behaart. a. Ährchen meist 3blütig. Hüllspelzen kürzer als die Blüten. Rispe fast einseitswendig. Untere Spelze vom Grunde bis zur Spitze von starken Nen-en durchzogen. 50 — 80 cm. Selten gebaut. Juni — Aug. G-rütz-H., A. nuda L. b. Ährchen meist 2 blutig. Hüllspelzen etwa so lang als die Blüten. Untere Spelze 2 spitzig, die Spitzen in 2 gerade Grannen auslaufend (aufserdem beide Blüten mit geknieter Rückengranne). Rispe fast einseitswendig. 50 — 80 cm. Ge- baut und oft verwildert. Juni — Aug. Spitz -H., A. strigösa Schreb. c. Ährchen meist 2 blutig. Hüllspelzen länger als die Blüten, aa. Rispe allseitswendig, mit abstehenden Ästen. Untere Spelze 2 spaltig, mit unbegrannten Spitzen (aufsen öfter mit einem Seitenzähnchen). Nur die untere Blüte am Rücken begrannt oder beide grannenlos. 60 — 120 cm. Überall gebaut. Juni — Aug. Rispen -H., A. sativa L. bb. Rispe einseitswendig, mit anliegenden Ästen (zusammen- gezogen). Sonst wie vorige Art. 50 — 80 cm. Selten gebaut, einzeln unter A. sativa. Juni — Aug. Fahnen -H., A. Orienlälis Schreb. B. Ästchen aufrecht, kleiner. Hüllspelzen i — 3ner\-ig. I. Untere Blüte des 2 blutigen Ährchens männlich, mit geknieter Rückengranne, obere Blüte zwitterig, grannenlos oder unter der Spitze begrannt. Stengel, Blattscheiden und Blätter kahl. Blätter Gräser, Süfs grase r. 23 flach. Rispe aufrecht, verlängert, während der Blütezeit aus- gebreitet. Ährchen hellgrünlich , zuweilen violett überlaufen, mittelgrofs (8 — lo mm). 60 — 120 cm. Wiesen, Triften. Weg- ränder. Häufig. Juni, Juli. G-latt-H., französisches Raygras, A. elätior L. 2. Alle Blüten zwitterig, meist mit geknieter Rückengranne. Stengel 30 — 80 cm hoch. a. Ährchen klein (etwa 5 mm), meist 3blütig, grünlichgelb, zahl- reich. Rispe ausgebreitet. Längere Äste der Rispe 5 — 8 Ährchen tragend. Blätter flach. Blattscheiden nicht zottig. Wiesen. Verbreitet. Juni, Juli. Gold-H., A. flavescens L. b. Ährchen mittelgrofs (15 — 20 mm), 2 — 3 blutig. Rispe ziemlich ausgebreitet. Untere Rispenäste zu 4 oder 5. Blätter flach, glatt, die unteren nebst den Blattscheiden behaart, seltener kahl. Wiesen, Triften. Häufig. Mai, Jimi. Flaum -H., A. pubescens Huds. c. Ährchen mittelgrofs (10 — 20 mm), 4- oder 5 blutig. Rispe zusammengezogen, schmal. Untere Rispenäste zu i oder 2. Blätter, wenigstens die unteren, zusammengefaltet, oberseits sehr rauh, nebst den Blattscheiden kahl. Trockene Wiesen, Hügel, Abhänge, besonders in Süd- und Westdeutschland. Juni, JuH. Wiesen -H., A. pratensis L. 21. Schmiele, Aera. Ährchenachse nicht über die obere Blüte verlängert. Untere Spelze meist mit geknieter Rückengranne und 2 spitzig. Ährchen sehr klein (höchstens 3 mm lang). Zarte, 5 — 20 cm hohe Arten. a. Rispe ausgebreitet, rundlich-eiförmig. Ährchenstiele so lang oder länger als die Ährchen. Hüllspelzen viel länger als die Blüten. Ährchen meist rötlich angelaufen. Sandige Triften, Brachen, Waldplätze. Nicht selten. Juni, Juli. Nelken- Sch., A. carj^ophyllea Web. b. Rispe ährenförmig-zusammengezogen, länglich. Ährchenstiele kürzer als die Ährchen. Hüllspelzen wenig länger als die Blüten. Ährchen anfangs hellgi-ün, später bräunlich weifs. Sandige Anhöhen, Brachen, Heiden. Meist nicht selten. April. Mai. Frühe Seh., A. praecox P. B. Ährchenachse über die obere Blüte verlängert. Untere Spelze an der gestutzten Spitze gezähnelt, nahe über dem Grunde begrannt. Schlanke, 30 — 120 cm hohe Arten, a. Blätter fast borstenförmig. Rispe ausgebreitet - überhängend , mit meist schlängelig-gebogenen Ästen. Granne deutlich gelaiiet, etwa doppelt so lang als die Spelze, hervorragend, am Grunde bräunlich. Ährchen meist violett angelaufen. 30 — 60 cm. Wälder. Häufig. Juni bis Aug. Schlängelige Seh., A. flexuösa L. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 3 -iA Gräser, Süfsgräser. b. Blätter flach. Rispe weitschweifig, gleichmäfsig ausgebreitet. Hüllspelzen kürzer als die Blüten. Granne wenig gebogen, meist so lang als die Spelze, nicht hervorragend, weifslich. Ährchen violett, gefleckt oder einfarbig, bleichgrün oder gelblichweifs. 60 — 120 cm. Wiesen, Wälder. Häufig. Juni, Juli. Rasige Seh., A. caespitösa L. 22. Silbergras, Weingaertneria. Dichte Rasen bildend. Blätter pfriemlich -eingerollt, graugrün. Rispe gedrängt, vor und nach der Blütezeit zusammengezogen, silberfarbig- grau. 15 — 30 cm. Sandboden. Meist häufig. Juli, Aug. (Corynephorus canescens P. B.) Saud-S., W. canescens Bernh. 23. Dreizahn, Siegllngia. Dichtrasig. Stengel niederliegend oder aufsteigend. Blätter und Blatt- scheiden gewimpert. Rispe schmal, traubig. Älirchen hellgrün, seltener violett überlaufen. 15 — 45 cm. Waldränder, Wiesen, Triften. Häufig. Juni, Juli. Liegender. D., S. decümbens Bernh. 24. Gilzgras, Sesleria. Blätter starr, schmal, flach, am Rande rauh, plötzlich zugespitzt. Ährchen meist 2 blutig, gelblichweifs, fast stets oberwärts bläulich überlaufen. 8 — 40 cm. Sonnige Kalkhügel. Sehr zerstreut. März — Mai. Blaues G., S. caerulea Ard. 25. Rohr, Arimdo. Wurzelstock weit umherkriechend. Blätter breit, lanzettlich, starr. Rispe ausgebreitet, später fast einseitig-überhängend, meist rotbraun. 150 bis 250 cm. Ufer. Häufig. Aug., Sept. Schilf-R., A. phragmites L. 26. Blaug^ras, Moünia. Halm aufrecht, dicht über der Wurzel mit i — 3 genäherten Knoten, sonst ganz knotenlos, nur am Grunde beblättert. Rispe meist schmal zusammengezogen. Ährchen meist blau, violett oder blafsgrün. 25 bis 50 oder (Waldform) 50 — 100 cm. Sumpfige Wiesen, Wälder. Häufig. Aug., Sept. "Wiesen -BL, M. caenilea Mnch. 27. Perlgras, Melica. 1. Ährchen in dichter Scheinähre. Untere Spelze lang-zottig-gewimpert. Blätter zuletzt zusammengerollt. Blatthäutchen länglich, spitz. 30 bis 60 cm. Trockene, steinige Orte in Mitteldeutschland. Zerstreut. Juni, Juli. Wimper -F., M. ciliäta L. 2. Ährchen in einseitswendiger Traube oder Rispe. Untere Spelze kahl. Blätter flach. Gräser, Süfsgräser. -ic a. Ährchen nickend, an kurzhaarigen Stielen, mit 2 Zwitterblüten. Hüllspelzen stumpf. Blatthäutchen kaum bemerkbar, blattachsel- ständig. 30 — 60 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Häufig. Mai, Juni. Nickendes P., M. nutans L. b. Ährchen aufrecht, an kahlen Stielen, mit i Zwitterblüte. Hüll- spelzen kurz-zugespitzt. Blatthäutchen der Blattfläche gegenüber mit einem lanzettlichen Anhängsel. 30 — 45 cm. Schattige Laub- wälder. Zerstreut. Mai, Juni. Einblütiges P., M. uniflöra Retz. 28. RitSChgraS, Koeleria. 1. Blätter grasgrün, flach, am Rande rauh, alle oder nur die unteren mit ihren Scheiden kurzzottig. Rispe länglich, etwas gelappt, am Grunde meist unterbrochen. Untere Spelze zugespitzt. Ährchen gelblichweifs , glänzend. 30 — 45 cm. Trockene Wiesen, Triften, Hügel. Nicht selten. Juni, Juli. Kanun-R., K. cristäta Pers. 2. Blätter graugrün, rinnig, kahl. Untere Spelze stumpflich. Ährchen grünlich- oder bräunlichweifs. 30 — 60 cm. Hügel, Sandfelder, Kiefernwälder. Seltener als vorige Art. Juni, Juli. Lauch -E,., K. glauca DC. 29. FlittergraS, Eragröstis. Stengel aufsteigend. Blattscheiden besonders an den Rändern zottig. Rispe ausgebreitet, eiförmig. Ährchen meist schwarzviolett. 10 — 30 cm. Sandboden. Selten. Aus Südeuropa. Juli, Aug. Elleines F., E. minor Host. 30. Zittergras, Briza. Stengel meist aufrecht. Blätter schmal, rauh. Rispe aufrecht, offen. Ährchen nickend, stark zusammengedrückt, zuletzt so breit als lang. 30 — 45 cm. Trockene Wiesen. Häufig. Mai — ^Juli. Mittleres Z., B. media L. 31. Bartgras, Scleröchloa. Graugrün. Stengel meist niederliegend, glatt. Blattscheiden am Rücken gekielt. Rispe kiu-z. Rispenachse starr, geschlängelt. Ährchen auf sehr kurzen, dicken Stielchen. 5 — 15 cm. Wege, Triften, besonders auf lehmigem Boden in Mittel- vmd Süddeutschland. Mai, Juni. Grraues H., S. dvua P. B. 32. Knäuelgras, Däctylis. Stengel aufrecht, ziemlich glatt. Blattscheiden rückwärts rauh, Blatt- häutchen länglich, spitz. Rispenäste ziemlich dick, steif, rauh. 30 bis 120 cm. Wiesen, Wälder. Gemein. Juni, Juli. Rauhes K., D. glomerata L. 3* ■35 Gräser, Süfsgräser. 33. Rispeli^ras, Poa. A. Stengel am Grunde zwiebeiförmig verdickt. Blatthäutchen aller Blätter länglich, spitz. Ahrchen 4 — 6blütig, gewöhnlich in beblätterte Knospen auswachsend. Untere Rispenäste meist zu 2 oder 3. 15 bis 45 cm. Hügel, Triften, Grasplätze. Zerstreut. ]SIai, Juni. Knolliges R., P. bulbösa L. B. Stengel und Blattscheiden 2 schneidig-flachgedrückt. 1. Stengel 20 — 40 cm hoch, lange Ausläufer treibend. Blätter etwa I mm breit. Ährchen 5 — Sblütig. Untere Rispenäste oft zu i oder 2. Wiesen. Triften, Hügel, Wegränder. Häufig. Juni. Juli. Zusaramengedrücktes R., P. com.pressa L. 2. Stengel 60 — 120 cm hoch, ohne lange Ausläufer. Blätter 5 bis 10 mm breit, an der Spitze plötzlich kappenförmig zusammen- gezogen. Ahrchen 4 — 5blütig. Untere Rispenäste meist zu 5. Schattige Bergwälder. Zerstreut. Juni, Juli. Sudeten -R., P. Sudetica Haenke. C. Stengel weder am Grunde verdickt, noch 2 schneidig -flachgedrückt. 1. Untere Rispenäste einzeln oder zu 2. Pflanze ohne Ausläufer. Stengel 5 — 25 cm hoch, aufsteigend. Blatthäutchen der oberen Blätter länglich, spitz. Rispe meist einseitswendig, locker. Rispen- äste wagerecht - abstehend , zuletzt herabgeschlagen. Grasplätze, Wegränder. Gemein. Blüht fast das ganze Jahr. Jähriges R., P. ännua L. 2. Untere Rispenäste meist zu 4 oder 5. Pflanze lange Ausläufer treibend. Stengel 30 — 80 cm hoch. Blatthäutchen kurz, gestutzt. Blätter meist etwas schmal, die unteren auch borstenfömiig zu- sammengerollt. Ährchen 3— 5 blutig. Wiesen, Triften, Wald- ränder. Gemein. Mai, Juni. Wiesen -R., P. pratensis L. 3. Rispenäste meist zu 4 oder 5. Pflanze ohne lange Ausläufer. a. Blatthäutchen sehr kurz, gestutzt, fast fehlend. Blattscheiden rauh, oberste kürzer als ihr Blatt. Spelzen undeutlich nervig. Sehr veränderlich. 30 — 80 cm. Wälder, Gebüsche. Häufig. Juni, Juli. Hain-R., P., nemorälis L. b. Blatthäutchen länglich, meist spitz. aa. Blattscheiden meist rauh, die oberste länger als ihr Blatt. Spelzen deutlich nervig, ohne Fleck. Stengel an der Spitze rauh. 50 — 80 cm. Feuchte Wiesen, Gräben. Häufig. Juni, Juli. Haken- R, P. triviälis L. bb. Blattscheiden meist glatt, die oberste so lang oder meist kürzer als ihr Blatt. Spelzen schwachnervig, mit einem gelbbräunlichen Fleck. Stengel an der Spitze glatt. 30 bis 80 cm. Feuchte Wiesen, Ufer. Häufig. Juni, Juli. Sumpf- R., P. palustris Roth. Gräser, Süfsgräser. ßy 34. QaellgraS, Catabrösa. Grasgrün. Stengel aufsteigend, schlaff, nebst den Blättern und Blatt- scheiden glatt. Rispe ausgebreitet, ihre Äste dünn, weit abstehend. Ährchen sehr klein, meist violett überlaufen. 30 — 60 cm. Quellen, Gräben, stehende Gewässer. Zerstreut. Juli, Aug. Zartes -Q,., C. aquatica P. B, 35. Sttfsgras, Glyceria. 1. Untere Spelze undeutlich 5ner\ig. Ährchen vor dem Aufblühen stiel- rund. a. Ohne kriechende Ausläufer. Rispe sehr locker, ihre Äste dünn, rauh, zur Blütezeit abstehend, nach derselben zurückgeschlagen, die unteren meist zu 4. Ährchen klein. 15 — 50 cm. Gräben,^ Düngerstellen, besonders auf Salzboden. Juni-Sept. Salz-S., G. distans Whlnbg. b. Nichtblühende Stengel (im Spätherbst) zu kriechenden Ausläufern auswachsend. Rispe meist schmäler, ihre Äste fast stets glatt, aufrecht -abstehend oder angedrückt, nach der Blütezeit nicht zurückgeschlagen, die unteren meist zu 2. Ährchen mittelgrofs. 30 — 120 cm. Am Meeresstrande von Ostfriesland bis Pommern. Juli — Sept. Meer-S., G. maritima M. et Koch. 2. Untere Blütenspelze erhaben-7ner\-ig. a. Blattscheiden walzlich. Blatthäutchen sehr kurz, gestutzt. Rispe grofs, gleichmäfsig ausgebreitet. Ährchen mittelgrofs, von der Seite her zusammengedriickt, 5 — Sblütig. Untere Spelze längHch, stumpf. Pflanze gelbgrün. 100 — 150 cm. Gräben, Teiche, Sümpfe. Häufig. Juli, Aug. "Wasser -S., G. spectäbilis M. et Koch. b. Blattscheiden 2 schneidig -zusammengedrückt. Blatthäutchen lang, zerschlitzt. Ährchen ziemlich grofs, vor dem Aufblühen stielrund, aa. Rispe sehr lang imd schmal, oft unterbrochen, einseitswendig, ihre Äste vor und nach der Blütezeit angedrückt, während der- selben abstehend, die unteren meist zu 2. Untere Spelze spitzlich. 30 — 80 cm. Gräben, Teiche, Sümpfe. Häufig. Juli, Aug. Manna -S., G. flüitans R. Br. bb. Rispe breiter, nicht unterbrochen, fast allseitswendig, ihre Äste abstehend, die unteren zu 3 — 5. Ährchen kleiner als bei voriger Art. Untere Spelze stumpf. 30 — 60 cm. Gräben, Bäche, gern an Quellen. Seltener als vorige Art. Juni, Juli. Faltiges S., G. pHcata Fr. 36. Schwing^el, Festüca. A. Blätter alle flach. Blatthäutchen ohne Öhrchen. I. Untere Blütenspelze lang begrannt (die Granne meist länger als die Spelze.) Blatthäutchen gestutzt, kurz. Ährchen meist 5 (3 bis ■23 Gräser, Süfsgräser. 9 blutig). Granne weisslich, geschlängelt. Rispe gross, ilire Äste zuletzt überhängend. Blätter breit, am Rande sehr rauh, am Grunde stark geöhrt. 60 — 150 cm. Schattige Laubwälder, Ge- büsche. Häufig. Juni, Juli. Riesen- Sch., F. gigantea Vill. 2. Untere Blütenspelze grannenlos, zugespitzt. Blatthäutchen länglich, abgerundet. Blätter breit lineal, oberseits graugrün. Ährchen ziemlich klein, 3 — 5 blutig. Untere Spelze zugespitzt, unbegrannt. Fruchtknoten an der Spitze behaart. 60 — 120 cm. Schattige Bergwälder. Zerstreut. Juni, Juli. Wald-Seh., F. silvätica Vill. 3. Untere Blütenspelze grannenlos oder kurz begrannt (Granne viel kürzer als die Spelze). Blatthäutchen kurz, gestutzt. a. Blätter oberseits wie die unteren Blattscheiden rauh. Rispe ausgebreitet, ihre Äste 5 — 15 Ährchen tragend. Ährchen 4 bis 5 blutig. 60 — 150 cm. Ufer, feuchte Wiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juni. Juli. Rohr- Sch., F. arundinäcea Schreb. b. Blätter ziemlich glatt. Blattscheiden alle glatt. Rispe einseits- wendig, zusammengezogen, nur während des Blühens offen, ihre Äste meist 2 — 5 Ährchen tragend. Ährchen 5 — 12 blutig. 30 — 80 cm. Wiesen, Grasplätze. Meist gemein. Juni, Juli. Wiesen- Sch., F. elatior L. B. Blätter alle oder wenigstens die grundständigen borstenförmig- zu- sammengefaltet. Blatthäutchen mit 2 den Stengel umfassenden Öhrchen. 1. Ährchenstiele dick oder an der Spitze verdickt. Granne länger als ihre Spelze. Meist nur i Staubblatt. a. Stengel bis zur Spitze von Blattscheiden eingehüllt. Rispe ährenförmig zusammengezogen, einseitswendig, oberwärts über- hängend, der unterste Ast mehrmal kürzer als dieselbe. Obere Hüllspelze 3 mal so lang als die untere. 15 — 30 cm, Trockene, sandige Orte. Zerstreut. Mai, Jimi. Mäuse -Sch., F. myüros Ehrh. b. Stengel oberwärts ohne Blattscheiden, glänzend. Rispe kürzer, aufrecht, grösstenteils traubig, der unterste Ast halb so lang als dieselbe. Obere Hüllspelze doppelt so lang als die untere. IG — 30 cm. Sandiger Boden. Seltener. Mai, Juni. Eichhörnchen- Sch., F. sciuroides Roth. 2. Ährchenstiele dünn, nicht oder kaum verdickt. Granne kürzer als ihre Spelze. Staubblätter 3. a. Pflanze Ausläufer treibend, meist graugrün, steif. Stengel- blätter meist flach. Untere Äste der Rispe meist mit einem grundständigen Nebenast. Ährchen rötlich, violett oder bräun- lich überlaufen. 30 — 60 cm. Trockene Wiesen, Raine, Wälder. Nicht selten. Juni, Juli. Roter -Sch., F. rubra L. b. Pflanze ohne Ausläufer, dicht-rasenförmig. Ährchen meist grün, aa. Alle Blätter borstig -zusammengefaltet. Rispe zusammen- gezogen, der erste Nebenast bei den untersten Ästen meist Gräser, Süfsgräser. 29 etwas über dem Grunde abgehend. Pflanze gras- oder graugrün, sehr veränderlich. lo — 30 cm. Sandige Triften, Hügel, Wegränder, Wälder. Häufig. INIai, Juni. Schaf- Seh., F. ovina L. bb. Nur die grundständigen Blätter borstig -zusammengefaltet, die Stengelblätter flach. Rispe schlaff, ziemlich locker, die unstersten Äste meist mit einem grundständigen Nebenast. Pflanze grasgrün. 40 — 80 cm. Wälder, Gebüsche, Hecken. Zerstreut. Juni, Juli. Borsten-Sch., F. heterophylla Lmk. 37. Kammgras, Cynosürus. Stengel aus aufsteigendem Grunde steif -aufrecht, nebst den Blattscheiden glatt. Blätter schmal, flach. Scheinähre lineal, gednmgen, gelappt. Unfruchtbare Ährchen stachelspitzig. 30 — 60 cm. Wiesen, Triften. Häufig. Juni, Juli. Wiesen -K., C. cristätus L. 38. Trespe, Bromus. I. Untere Hüllspelze i ner\-ig, obere 3 nervig. A. Grarme so lang oder länger als die Spelze. Ährchen gegen die Spitze verbreitert. 1. Stengel ganz kahl. Rispe sehr gross und locker, aufrecht, zu- letzt überhängend, ihre Äste rückwärts sehr rauh. Grannen länger als die lineal -pfriemliche, starknervige Spelze. 30 bis 45 cm. Zäune, Wegränder, Mauern. Häufig. Mai, Juni. Taube T., B. sterilis L. 2. Stengel unter der Rispe kurzhaarig. Rispe etwas dicht, über- hängend, ihre Äste glatt, kurzhaarig. Granne etwa so lang als die lanzettliche, undeutlich - nen-ige Spelze. 30 — 45 cm. Schutt, Mauern, Wegränder, Hügel. Meist häufig. Mai, Juni. Dach-T., B. tectönmi L. B. Granne fehlend oder doch kürzer als die Spelze. Ährchen (auch nach dem Verblühen) gegen die Spitze verschmälert. I. Rispe schlaff, locker, überhängend. Dichtrasig. a. Stengel und obere Blattscheiden kurzhaarig oder kahl, untere Blattscheiden rückwärts - rauhhaarig. Rispenäste mit I — 5 Ährchen, aufrecht -abstehend, die unteren zu 3 — 6. Ährchen lanzettlich, 7 — 9 blutig. 60 — 80 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. Juni, Juli. Hauhe T., B. asper Mun-. b. Obere Blattscheiden rauhhaarig. Untere Rispenäste 5 bis 9 Ährchen tragend, weit abstehend, zu 2. Ährchen etwas grösser. 80 — 150 cm. Bergige Laubwälder. Selten. Juli, Aug. Späte T., B. serötinus Benek. AQ Gräser, Süfsgräser. 2. Rispe dicht, aufrecht. a. Pflanze dicht - rasenförmig. Untere Blattscheiden behaart. Blätter entfernt -gewimpert, die unteren schmal, meist borsten- förmig- gefaltet. Grannen halb so lang als die Spelze. 30 — 80 cm. Sonnige Abhänge, Hügel, trockene Wiesen. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Berg-T-, B. erectus Huds. b. Pflanze Ausläufer treibend. Blätter wie die Blattscheiden kahl, alle flach, etwas rauh. Grannen sehr kurz oder fehlend. 30 — 80 cm. Trockene Hügel, Raine, Wiesen, Waldränder. Verbreitet. . Juni, Juli. Quecken -T., B. inermis Leyss. n. Untere Ährchenspelze 3 — 5-, obere 7 — 9 nervig. A. Blattscheiden kahl, seltener mit einzelnen Haaren, gefurcht. Untere Spelzen zur Fruchtzeit an den Seitenrändern eingerollt, daher stielnind, sich nicht dachziegelförmig deckend. Rispe gross, nach der Blütezeit überhängend. Ährchen gross (15 — 30 mm). Untere Spelze stumpf, mit bogenförmigen Seitenrändern. Granne kurz oder schlängelig. 40^ — 80 cm. Unter der Saat. Xicht selten. Juni, Juli. Roggen -T., B. secälinus L. B. Blattscheiden, wenigstens die unteren, behaart. Blüten auch zur Fruchtzeit wenigstens am Grunde sich dachziegelartig deckend. 1. Untere Spelze genau so lang als die obere. Rispe langästig, fast allseitig überhängend. Ährchen schmal, lanzettlich, meist violettbräunlich. 30 — 80 cm. Äcker, Wegränder. Zerstreut. Juni, Juli. Acker -T., B. arvensis L. 2. Untere Spelze etwas länger als die obere. Rispe nach dem Verblühen einseitig überhängend. Ährchen lanzettlich, mehr zusammengedrückt als bei voriger Art. 15 — 60 cm. Äcker. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Flatter-T-, B. pätulus M. et K. 3. Untere Spelze länger als die obere. a. Rispe nach dem Verblühen locker, zuletzt überhängend, ihre Äste dünn, rauh. Ährchen länglich - lanzettlich. Untere Spelze mit oberhalb der Mitte einen stumpfen Winkel bil- denden Seitenrändem. Untere Blattscheiden zottig, obere kurzhaarig. 30 — 60 cm. Feuchte Äcker, Wiesen. Ziem- lich selten. INIai, Juni. Anger- T., B. commutätus Schrad. b. Rispe nach dem Verblühen zusammengezogen. Ährchen länglich - eiförmig. aa. Stengel oberwärts kahl. Rispe schmal, aufrecht, nach dem Verblühen etwas nickend, ihre Äste kurz, rauh. Ährchen kahl. Untere Spelze mit bogenförmigen Seiten- rändern. 30 — 60 cm. Wiesen, Triften. Zerstreut. Mai, Juni. Trauben -T., B. racemosus L. bb. Stengel oberwärts mit abwärts gerichteten Haaren. Rispe aufrecht, meist schon während der Blütezeit Gräser, Süfsgräser. 4I etwas dicht. Aste weichhaarig. Ährchen meist weich- haarig. Untere Spelze mit oberhalb der Mitte einen stumpfen Wmkel bildenden Seitenrändern. 15 — 60 cm. Wegränder, Zäune, Wiesen, Äcker. Gemein. Mai, Jmii. Sammt-T., B. mollis L. 39. Zwenke, Brachypödimn. 1. Pflanze meist dunkelgrün. Stengel und Blätter schlaff. Ähre (Traube) meist locker, überhängend. Grannen der oberen Blüten meist länger als ihre Spelzen, dünn, oft geschlängelt. 60 — 100 cm. Schattige Wälder, Gebüsche. Zerstreut. Juli, Aug. Wald-Z., B. silväticum P. B. 2. Pflanze hellgrün. Stengel und Blätter steif. Ähren meist dicht, auf- recht. Grannen kürzer als ihre Spelzen, steif. 60 — 100 cm. Wälder, Gebüsche, Hügel. Zerstreut. Juni, Juli. Fieder -Z., B. pinnätum P. B. 40. Weizen, Trlticum. I. Wildwachsene Arten. Hüllspelzen lanzettlich. Ährchen nicht bauchig aufgetrieben. A. Wurzelstock nicht kriechend. Blätter flach, auf beiden Seiten rauh. Ähre mit zäher Spindel, nickend. Hüllspelzen in eine kurze Granne zugespitzt. Blüten mit langer, etwas geschlängelter Granne. 60 — 150 cm. Wälder, Gebüsche. Zerstreut. Juni, Juli. Hunds -W., T. caninum L. B. Wurzelstock weit umher kriechend. Blätter unterseits glatt. 1. Blätter zusammengerollt, stechend, oberseits von kurzen Härchen sammetartig. Ährenspindel leicht zerbrechlich. Hüll- spelzen stumpf. Blüten grannenlos. 10 — 45 cm. Am Strande der Nord- und Ostsee. Juni, Juli. Binsen -W., T. jünceum L. 2. Blätter meist flach, oberseits rauh. Ährenspindel zähe. Hüll- spelzen zugespitzt. Blüten begrannt oder grannenlos. 60 bis 100 cm. Äcker, Wegränder, Zäune. Gemein. Juni, Juli. Quecken -"W., Quecke, T. repens L. II. Gebaute Arten. Hüllspelzen eiförmig oder länglich. Ährchen mehr oder weniger bauchig gedunsen. A. Spindel der Ähre aus birnförmigen, bei der Reife stückweise mit den Ährchen abfallenden Gliedern bestehend. Frucht von den Spelzen eng umschlossen.*) I. Ähre fast gleichmäfsig - 4 kantig , vom Rücken her ein wenig zusammengedrückt, locker. Ährchen meist 4 blutig. Hüll- spelzen breit - eiförmig , abgestutzt, der Kiel in eine kurze ") Die Körner fallen also beim Dreschen nicht aus. A2 Gräser, Süfsgräser. gerade Spitze ausgehend. 60 — 120 cm. Besonders in Süd- und Westdeutschland gebaut. Juni, JuH. Spelt -W., T. spelta L. 2. Ähre von der Seite zusammengedrückt, dicht. Hüllspelzen mit oberwärts flügelartig hervorspringendem Kiel. a. Ährchen innen flach, 4 blutig, die 2 unteren Blüten frucht- bar, meist begrannt. Hüllspelzen länglich, schief abgestutzt, der Kiel in eine einwärts gebogene Stachelspitze ausgehend. 60 — 120 cm. Besonders im westlichen Deutschland gebaut. Emmer-W., T. dicöccum Schrank. b. Ährchen innen vertieft, 3 blutig, nur die unterste Blüte fruchtbar und begrannt. Hüllspelzen länglich-lanzettlich, der Kiel in eine gerade Stachelspitze ausgehend. 45 — 75 cm. Auf magerem Boden, besonders in Thüringen gebaut. Juni, Juli. Einkorn -W., T. monocöccum L. B. Spindel der Ähre gleichbreit, zähe, nicht gegliedert. Frucht frei. 1. Ähre locker, undeutlich - 4 kantig , nickend. Ährchen meist 3 blutig. Hüllspelzen länglich - lanzettlich , deutlich vielnervig, so lang als die untere Spelze. 60 — 120 cm. Seltener gebaut. Juni, Juli. Polnischer W., T. Polönicum L. 2. Ähre dicht, deutlich 4 kantig. a. Hüllspelzen länglich, stachelspitzig zugespitzt, ihrer ganzen Länge nach fast flügeiförmig gekielt, so lang als die untere Spelze. 60 — 100 cm. Bisweilen gebaut. Juni, JuU. Hart-W., T. durum Desf. b. Hüllspelzen breit - eiförmig, gestutzt, stachelspitzig. aa. Hüllspelzen auf dem Rücken abgerundet, nach der Spitze hin zusammengedrückt - gekielt, ungefähr so lang als die untere Spelze. Untere Spelze grannenlos oder begrannt. 60 — 120 cm. Häufig gebaut. Juni, Juli. Saat-W., T. vulgäre Vill. bb. Hüllspelzen ihrer ganzen Länge nach fast flügeiförmig gekielt, halb so lang als die untere Spelze. Untere Spelze meist lang begrannt. 60 — 120 cm. Gebaut. Eine Abart mit untersvärts ästiger Ähre ist der Wunder- AVeizen. Juni, Juli. Englischer W., T. türgidum L. 41. Rog'gCn, Secäle. Kahl, graugrün. Ähre dicht, nickend. Hüllspelzen kürzer als die Blüten. Untere Spelze lanzettlich, 3ner\ng, sehr ungleichseitig gekielt, am Kiele steif-borstig-gewimpert. Spindel bleibend, zähe. 50 — 150 cm. Überall gebaut. Mai, Juni. Saat-B.-, S. cereäle L. Gräser, Süfsgräser. a^ 42. Haargras, Elymus. 1. Grasgrün, rasig. Blätter flach, kahl. Untere Blattscheiden durch ab- wärts gerichtete Haare zottig, die oberen schärflich. Ähre dicht, schmal, aufrecht. Ährchen meist 2 blutig. Spelzen begrannt. 60 bis 120 cm. Gebirgswälder. Zerstreut. Juni. Aug. "Wald-H., E. Europa^us L. 2. Grasgrün, weit umher kriechend. Blätter später eingerollt, starr und stechend. Blattscheiden glatt, kahl. Ährchen meist 3 blutig. Spelzen unbegrannt. 60 — 100 cm. An der Nord- und Ostsee einheimisch, anderwärts angesäet. Juli, Aug. Strand -H., E. arenärius L. 43. Gerste, Hördeum. 1. Spelzen lanzettlich. Grannen haardünn. Seitenährchen männlich, kurzgestielt. Alle Ährchen begrannt. Wildwachsende Arten. a. Hüllspelzen der seitlichen Ährchen borstlich, scharf, meist wimper- los, die der mittleren lineal-lanzettlich, gewimpert. Oberste Blatt- scheide etwas bauchig, der Ähre meist genähert. 15 — 30 cm. Schutt, Mauern, Wegränder. Meist häufig. Juni — Sept. Mäuse -G., H. murinum L. b. .Hüllspelzen aller Ährchen borstlich und scharf, nicht gewimpert. Oberste Blattscheide nicht bauchig, meist weit von der Ähre ent- fernt. 30 — 60 cm. Wiesen, gern auf Salzboden. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Roggen- Q., H. secalinum Schreb. 2. Spelzen, wenigstens die der mittleren Ährchen, breit-elliptisch. Gran- nen flach verbreitert. Angebaute Arten. a. Alle Ährchen zwitterig, begrannt, sitzend. aa. Mittlere Ährchen weniger gedrängt, anliegend, die seitlichen gedrängt, abstehend, die Ähre daher fast 4 kantig. Grannen 6 — 8 cm lang. 50 — 80 cm. Allgemein angebaut. Juni, Juli. Frühe Gr., H. vulgäre L. bb. Alle Ährchen gedrängt, abstehend, die Ähre daher regelmäfsig 6 kantig. Grannen kürzer. 50 — 80 cm. Gebaut. Juni, Juli. "Winter -G., H. hexästichon L. b. Seitliche Ährchen männlich, grannenlos, kurzgestielt. Ähre 2 zeilig. aa. Mittlere Ährcheu aufrecht, mit aufrechten, sehr langen Grannen. Ähren schlaff. 50 — 80 cm. Gebaut. Juni, Juli. Sommer- G., H. distichum L. bb. Mittlere Ährchen abstehend, mit auswärts gebogenen, zuletzt fächerförmig abstehenden Grannen. Ähre kurz. 40 — 60 cm. Selten gebaut. Juni, Juli. Bart-G-, H. zeocrithon L. 44. Lolch, Lölium. I. Stengel am Grunde mit Blätterbüscheln, aufsteigend, zusammen- gedrückt. Ährchen lanzettlich. 44 Cypergräser, Sauergräser. a. Stengel glatt. Junge Blätter gefaltet. Ährchen 3 — 12 blutig, nicht doppelt so lang als die Hüllspelze. Spelzen grannenlos, stumpf oder spitzlich. 30 — 60 cm. Grasplätze, trockene Wiesen, Weg- ränder. Gemein. Juni — Okt. Ausdauernder L., englisches Raygras, L. perenne L. b. Stengel oberwärts rauh. Junge Blätter zusammengerollt. Ährchen 3 — 20blütig, wenigstens doppelt so lang als die Hüllspelze. Spelzen meist begrannt. 30 — 80 cm. Auf AVieseri, Grasplätzen als Futtergras angesäet. Juni — Okt. WälscherL., L. multiflörumLmk. 2. Stengel ohne Blätterbüschel am Grunde, aufrecht, stielrund. Ährchen elliptisch. a. Hüllspelzen so lang oder länger als das Ährchen. Spelzen meist mit langer Granne. Stengel kräftig. 30 — 80 cm. Feuchte Äcker^ besonders unter Hafer. Nicht selten. Juni, Juli. Taumel -L., L. temulentum L. b. Hüllspelzen kürzer als das Ährchen. Spelzen meist grannenlos. Stengel schwächer. 30 — 60 cm. Auf Äckern unter Lein. Zer- streut. Juni — Aug. Acker -L., L. remötum Schrank. 9. Familie. CypergTäser, Sauergrtlser, Cyperaceen. I. Blüten zwitterig. Blütenhülle fehlend oder aus Borsten gebildet. A. Spelzen der Ährchen 2 reihig. 1. Ährchen vielblütig, Spelzen meist alle Blüten tragend. Blüten- hülle fehlend. Blütenstand zusammengesetzt, doldenartig. Cypergras 45. 2. Ährchen wenigblütig. Die unteren 3 — 6 Spelzen ohne Blüten in ihren Achseln. Blütenhülle borstlich oder fehlend. Blüten- stand kopfförmig-gedrängt. Schmerle 45. B. Spelzen der Ährchen spiralig gestellt. 1. Ährchen wenigblütig, die 3 — 4 untersten Spelzen kleiner, ohne Blüten in ihren Achseln. a. Blütenborsten sehr kurz. Griffel schwach gegliedert, der untere Teil auf der zusammengedrückten Frucht stehen bleibend. Zarte Pflanzen. Sem de 45. b. Blütenborsten fehlend. Griffel ungegliedert, gröfstenteils von der nicht zusammengedrückten Frucht abfallend. Riesige Pflanze. Schneidegras 45. 2. Ährchen mehrblütig. Die unteren Spelzen so grofs oder gröfser als die übrigen, nur i — 2 derselben ohne Blüten. a. Blütenborsten meist 6, kurz, rauh, die Spelzen nicht über- ragend, öfter fehlend. Binse 45. b. Blütenborsten zahlreich, lang, nach der Blütezeit die Spelzen weit überragend und als seidig-wolliger Schopf die Frucht einhüllend. Wollgras 47. Cypergräser, Sauergräser. az II. Blüten eingeschlechtig, i- oder 2 häusig. Männliche Blüten ohne Blütenhülle. Weibliche Blüten mit einer schlauchförmigen, den Fruchtknoten umschliefsenden und mit ihm zur Scheinfrucht aus- wachsenden Hülle. Stengel oft 3 kantig. Rietgras 48. 1. Cypergras, Cypems. iii. 1. Stengel stumpf-3 kantig. Ahrchen lanzettlich, gelblich. Narben 2. 3 — 15 cm. Ufer, Sumpfränder, ausgetrocknete Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Gelbes C, C. flavescens L. 2. Stengel scharf-3 kantig. Ährchen lineal, schwarzbraun. Narben 3. 2 — 12 cm. Ufer, feuchte Stellen. Zerstreut. Juli, Aug. Braunes C, C. fuscus L. 2. Schmerle. Schoenus. m. 1. Köpfchen aus 5 — 10 schwarzbraunen Ährchen zusammengesetzt. Blätter halb so lang als der blattlose Stengel oder länger, pfriemlich. 15 — 45 cm. Moorige Wiesen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Schwarze Seh., S. nigricans L. 2. Köpfchen aus 2 ( — 3) schwarzbraunen Ahrchen zusammengesetzt. Blätter viel kürzer als der blattlose Stengel. 15 — 30 cm. Moorige Wiesen. Seltener. Mai, Juni. Rost- Seh., S. fernigineus L. 3. Seinde, Rhynchöspora. m. 1. Wurzelstock faserig. Ahrchenknäuel etwa so lang als die Deck- blätter. Ahrchen weifslich, später oft etwas rötlich. Blütenborsten kurz. 15 — 30 cm. Torfsümpfe, moorige Wiesen. Zerstreut. Juli, Aug. Weifse S., R. alba Vahl. 2. Wurzelstock kriechend. Ahrchenknäuel viel kürzer als die Deck- blätter. Ahrchen braun. Blütenborsten lang hervorragend. 8 — 15 cm. Torfsümpfe, moorige Wiesen. Seltener. Juni, Juli. Braune S., R. fusca R. et Seh. 4. Schneidegras, Cladium. m. Graugrün. Stengel stielnmd, beblättert, hohl. Blätter rinnig, an den Rändern und am Kiele scharf-sägezähnig. 80 — 125 cm. Seen, Torf- sümpfe. Zerstreut. Juni, Juli. Rohr- Seh., C. mariscus R. Br. 5. Binse, Scirpus. m. I. Stengel nur (oder dessen Aste) ein einziges endständiges Ährchen tragend. A. Stengel beblättert, flutend (oder auf Schlammboden) niederliegend, oft gabelig verzweigt, i^hrchen rundlich - eifönnig , 3 — 5blütig, grünlich, an der Spitze der blattachselständigen Äste (Blüten- stengel). Staubgefäfse 3. Narben 2. 15 — 30 cm. Sümpfe, Teiche, Gräben im nordwestlichen Deutschland. Juli — Sept. Flut-B., Sc. flüitans L. a() Cypergräser, Sauergräser. B. Stengel blattlos, aufrecht, 4kantig. borstenförmig, 2 — lo cm hoch. Ährchen länglich-eiförmig, spitz, 4 — II blutig. Spelzen eiförmig, stumpf, die untersten nicht gröfser. Narben 3. Frucht längs- rippig. 2 — 15 cm. Ufer, Gräben. Nicht selten. Juni — Sept. Nadel -B., Sc. aciculäris L. C. Stengel blattlos, aufrecht, stielrund. 1. Ährchen 3 — 7 blutig. Narben 3. a. Dichtrasig. Oberste Blattscheide mit kurzer Blattspreite. Spelzen stachelspitzig. Blütenborsten länger als die Frucht, glatt. 10 — 30 cm. Torfmoore. Zerstreut. Mai, Juni. Hasen -B., Sc. caespitösus L. b. Ausläufer treibend. Blattscheiden ohne Blattfläche. Spelzen ohne Stachelspitze. Blütenborsten so lang als die Frucht oder kürzer, rückwärts rauh. 5 — 20 cm. Sumpfige, torfige Wiesen. Zerstreut. Juni, Juli. Karge B., Sc. pauciflörus Lightf. 2. Ährchen mehrblütig. Narben 2. a. Ausdauernd, mit kriechendem Wurzelstock. Stengel derb, fast glanzlos, bläulichgrün. Spelzen spitzlich, die unterste (leere) den Grund des Ährchens kaum halb umfassend. 15 — 60 cm. Sümpfe, Gräben, sumpfige Wiesen. Gemein. Juni — Aug. Sumpf-B., Sc. palustris L. b. Ausdauernd, mit kriechendem Wurzelstock. Stengel derb, glänzend, grasgrün (trocken leicht, gelb werdend). Spelzen spitzlich, unterste Spelze das Ährchen ganz umfassend. 15 — 30 cm. Torfige Wiesen, Gräben, Ufer. Nicht selten. Juni — Aug. Schlaiike B., Sc. uniglümis Lk. c. Einjährig, mit faseriger Wurzel. Stengel weich. Spelzen stumpf, die unterste das Ährchen halbumfassend. 10 — 20 cm. Ufer, Sümpfe, überschwemmte Orte. Sehr zerstreut. Eiförmige B., Sc. ovätus Roth. IL Stengel mehrere Ährchen tragend. A. Ährchen meist zu 2 (i — 4) nahe unter der Spitze des Stengels. Stengel dünn, fadenförmig, 2 — 15 cm hoch. Ährchen klein. Spelzen stumpf. Frucht längsrippig, stachelspitzig. Narben 3. Feuchter Sandboden, Gräben, Ufer. Zerstreut. Juli — Sept. Borsten -B., Sc. setäceus L. B. Ährchen zu mehreren einen zusammengesetzten, scheinbar seiten- ständigen (weil von einem grünen Deckblatt überragten) rispen- artigen Blütenstand bildend. Spelzen an der Spitze ausgerandet, mit einer Stachelspitze. i. Stengel meist grasgrün. Spelzen glatt, ohne erhabene Punkte. Narben 3. i — 3 m. Stehende und fliefsende Gewässer. Häufig. Juni, Juli. Teich -B., Sc. lacüstris L. Cypergräser, Sauergräser. 47- 2. Stengel blaugrün. Spelzen von zahlreichen erhabenen Punkten rauh. Narben 2. 30 — 80 cm. Gräben, Teichränder, Seen, gern auf Salzboden. Zerstreut. Juni, Juli. Raulie B., Sc. Tabernaemontäni Gmel. C. Ährchen zu mehreren einen endständigen Blütenstand bildend. 1. Blütenstand eine 2 zeilige, endständige Ähre. Narben 2. a. Stengel rundlich - zusammengedrückt , oberw^ärts 3 kantig. Blätter gekielt. Ährchen 6 — 8 blutig. Blütenborsten rück- wärts -rauh. 15 — 30 cm. Sumpfige Wiesen, Triften, Weg- ränder. Zerstreut. Juni, Juli. Zusammengedrückte B., Sc. compressus Pers. b. Stengel stielrundlich. Blätter ungekielt, rirmig. Ährchen 2 — 5 blutig. Blütenborsten fehlend, seltener einige (vor- wärts - rauhe) vorhanden. 8 — 30 cm. Am ?*Ieeresstrande und an salzhaltigen Orten. Wenig verbreitet. Mai, Juni. Rote B., Sc. rufus Schrad. 2. Blütenstand rispenartig. Narben 3. a. Stengel scharf - 3kantig. Blätter schmal -lineal. Blütenstand einfach, köpfchenartig oder doch einfach - zusammengesetzt, kürzer als die Deckblätter. Ährchen grofs (etwa 8 — 15 mm lang), rostbraun. Spelzen ausgerandet, in der Ausrandung stachelspitzig. 30 — 80 cm. Gräben, Ufer, Sümpfe, be- sonders auf Salzboden häufig. Meer-B., Sc. maritimus L. b. Stengel sttmipf -3 kantig. Blütenstand mehrfach zusammen- gesetzt. Ährchen klein (3 — 6 mm lang), grau oder grünlich. Spelzen stumpf, nicht ausgerandet. aa. Ährchen meist zu 3 — 6 gehäuft, eiförmig, sitzend, nur wenige gestielt. Spelzen schwach gekielt, mit kleiner Stachelspitze. Blütenborsten gerade, so lang als die Frucht. 30 — 80 cm. Feuchte Wiesen, Sümpfe, Ge- büsche. Häufig. Juni, Juli. Wald-B., Sc. silväticus L. bb. Ährchen meist einzeln, seltener zu 2, länglich - rauten- förmig, mit Ausnahme der mittelständigen alle lang- gestielt. Spelzen nicht gekielt, ohne Stachelspitze. Blütenborsten geschlängelt, länger als die Frucht. 60- bis 90 cm. Ufer, sumpfige Wiesen. Zerstreut. Juli, Aug. Wurzel -B., Sc. radicans Schk. 6. Wollgras, Eriöphomm. m. Ährchen einzeln, endständig. a. Stengel 3kantig, rauh, 5—25 cm hoch. Blattscheiden mit kurzen, pfriemUchen Blättern. Blütenborsten 4 — 6. Wollhaare gekräuselt. Moorige, torfige Wiesen der Gebirge und in Norddeutschland. April, MaL Alpen -W., E. alpinum L- ^.8 Cypergräser, Sauergräser- b. Stengel nur oberwärts ßkantig, 30—50 cm. Blätter etwa so lang als der Stengel, oberste Scheide blattlos, aufgeblasen. Blüten- borsten zahlreich. Wollhaare gerade. Torf- und Moorboden. Zerstreut. April, ]SIai. Scheidiges "W., E. vaginätum L. 2. Ährchen mehrere, zuletzt meist überhängend. a. Stengel nmdlich. Blätter lineal, rinnig, nach der Spitze hin 3kantig. Ährchen 3 — 6, ihre Stiele glatt. 30 — 60 cm. Sumpfige Wiesen, Gräben. Häufig. April, ]Mai. Schmalblättriges "W., E. angustifölium Roth. b. Stengel stumpf -3 kantig. Ährchenstiele fein -rückwärts -rauh. aa. Blätter flach, an der Spitze 3kantig, lineal-lanzettlich, zugespitzt. Ährchen 5 — 12, zur Fruchtzeit überhängend. 30 — 60 cm. Torfige Wiesen. Häufig. April, Mai. Breitblättriges "W., E. latifölium L. bb. Blätter vom Grunde an 3kantig, kaum rinnig. Ährchen 3 oder 4, fast aufrecht. 15 — 45 cm. Moorige Wiesen, Torfsümpfe. Ziemlich selten. April, Mai. Schlankes W., E. gracile Koch. 7. Riedgras, Segg-e, Cärex. xxi. I. Ein einziges endständiges Ährchen. Narben 2 oder 3, A. Ährchen 2 häusig (doch befinden sich zuweilen am Grunde des männlichen Ährchens einige weibliche, oder an der Spitze des weiblichen einige männliche Blüten). Narben 2. 1. Wurzelstock kriechend, Ausläufer treibend. Stengel nebst den Blättern glatt. Scheinfrüchte eiförmig, zuletzt abstehend oder ziemlich aufrecht, wie die Spelzen rostbraun. 5 — 20 cm. Torfige Wiesen. Sehr zerstreut. April, ]Mai. Z-weihäusiges R., C. dioeca L. 2. Wurzel faserig, ohne Ausläufer. Stengel nebst den Blättern am Rande rauh. Scheinfrüchte länglich - lanzettlich, zuletzt ab- wärts gerichtet, wie die Spelzen rostbraun. 10 — 30 cm. Torfige Wiesen. Sehr zerstreut. April, Mai. Torf-R., C. Davalliäna Sm. B. Ährchen am Gnmde weiblich, oben männlich. Scheinfrüchte zuletzt zurückgeschlagen. 1. Narben 2. Ährchen 6 — mehrblütig. Scheinfrüchte länglich- lanzettlich, an beiden Enden verschmälert, glänzend dunkel- braun. Spelzen rostbraun. 5 — 20 cm. Torfige Wiesen und Triften. Zerstreut. jNIai, Juni. Floh-R., C. pulicäris L. 2. Narben 3. Ährchen meist 4 blutig. Scheinfrüchte lanzettlich- pfriemlich, stielrund, wie die Spelzen strohgelb. 5 — 15 cm. Torfmoore, besonders in den höheren Gebirgen. Juni, Juli. ■Wenigblütiges R., C. pauciflöra Lightf. Cypergräser, Sauergräser. 49 II. Mehrere Ährchen. Ährchen ein kugeliges oder eiförmiges, end- ständiges Köpfchen bildend, männliche und weibliche Blüten zu- gleich enthaltend. Xarben 2. A. Köpfchen kugelig, hell- oder gelblichgrün, von 2 — 4 laubblatt- artigen Deckblättern überragt. Ährchen vielblütig, am Grunde männlich, Wurzelstock rasig, ohne Ausläufer. 10 — 30 cm. Sümpfe, Teichränder, überschwemmt gewesene Orte. Zerstreut. Juni— Sept. Cyper-R., C. cyperoides L. B. Köpfchen eiförmig, bräunlich, nicht von Deckblättern üben-agt. Ährchen wenigblütig, an der Spitze männlich. Wurzelstock kriechend, Ausläufer treibend. 10 — 30 cm. Torfsümpfe. Wenig verbreitet. Mai, Juni, Strick -R., C. chordorrhiza Ehrh. III. Mehrere Ährchen. Ährchen eine oft unterbrochene, zusammen- gesetzte Ähre, seltener eine Rispe bildend, alle oder doch der gröfste Teil derselben männliche und weibliche Blüten zugleich ent- haltend. Xarben 2. A. Wurzelstock kriechend, Ausläufer treibend. 1. Ährchen 3 — 6, alle am Grunde männlich, an der Spitze weiblich. a. Ährchen braun, meist gerade, etwas gedrängt stehend. Scheinfrüchte aufrecht, so lang als die Spelzen. 15 bis 60 cm. Sonnige Hügel. Wegränder. Triften. Häufig. April, Mai. (C. Schreberi Schrk.) Wege- II , C. praecox Schreb. b. Ährchen bleichgelb, meist etwas gekrümmt, ziemlich locker. Scheinfrüchte abstehend, etwas länger als die Spelzen. 15 — 60 cm. Schattige Wälder, Gebüsche. Nicht selten. Mai. Juni. 2ütter-R., C. brizoides L. 2. Ährchen 5 — 20, bräunlich. a. Obere und untere Ährchen meist ganz weiblich, mittlere ganz männlich, alle rotbraun, in länglicher, gelappter, zu- weilen doppelt zusammengesetzter Ähre. Stengel länger als die Blätter, oberwärts rauh. 30 — 80 cm. Feuchte Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Zweizeiliges R., C. disticha Huds. b. Obere Ährchen männlich, untere weiblich, mittlere an der Spitze männlich, alle hellbraun. Stengel etwa so lang als die starren Blätter. 15 — 30 cm. Sandige Felder, Wälder, Wegränder. Im nördlichen Deutschland verbreitet, an der Meeresküste gemein. Mai, Juni. Sand - R., C. arenaria L. c. Ährchen meist alle an der Spitze weiblich, am Grunde männlich, seltener die untersten ganz weiblich. Stengel schlanker, Blätter schmäler als bei voriger Art. 15 bis 30 cm. Auf sandigem Boden in Norddeutschland häufig. Mai, Juni. Französisches R., C. Ligerica Gay. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 2. Auflage. 4 CQ Cypergräser, vSauergräser. B. Wurzelstock rasig, ohne Ausläufer. I. Ährchen an der Spitze männlich (daher die obersten Spelzen zur Fiaichtzeit leer). a. Scheinfrüchte abstehend, flach -gewölbt (platt- convex), länger als die Spelzen. Ährchen mehr oder M^eniger gründlich, aa. Stengel sehr scharf 3 kantig, mit vertieften Seiten- flächen, oben plötzlich in die Ährenachse abgesetzt. Blätter über 5 mm breit. Ähre am Gnmde meist doppelt zusammengesetzt, dicht. Scheinfrüchte deut- lich längsnervig. Pflanze sehr kräftig. 30 — 75 cm. Feuchte "Wiesen, Gräben, Sümpfe. Häufig. Mai, Juni. Fuchs- E,., C. vulpina L. bb. Stengel 3 kantig, mit ebenen Seitenflächen, nur ober- wärts rauh, allmählich in die Ährenachse verschmälert. Blätter nicht über 3 mm breit. Ähre i fach zusammen- gesetzt. Scheinfrüchte nicht oder schwach längsnerv'ig. Frucht (im Schlauch) gestielt. Pflanze weniger kräftig. 30 — 60 cm. Trockene Gebüsche, Wiesen, Wege. Häufig, Mai, Juni. Stachel -K,., C. muricäta L, cc. Stengel 3 kantig, mit ebenen Seitenflächen, nur ober- wärts rauh. Blätter nicht über 3 mm breit. Ähre verlängert , zuletzt etwas übergebogen. Ährchen ent- fernt, die untersten meist mit 2 Seitenährchen. Schein- früchte nervenlos oder am Grunde undeutlich nervig. Frucht (im Schlauch) fast sitzend. 30 — 60 cm. Ge- büsche, grasige Stellen. Seltener. Mai, Juni. (C. divülsa Good.) Grünes E,., C. virens Lmk. b. Scheinfrüchte aufrecht, beiderseits geM'ölbt, so lang oder kürzer als die Spelzen. Ährchen braun. aa. Ährchenstand eine dichte, am Grunde oft etwas rispige Ähre, nicht grauschimmernd. Scheinfrüchte fast nerv-en- • los, glänzend, Blätter so breit als der Stengel. Stengel schwach, mit schwach gewölbten Seitenflächen, ohne Faserschopf, 30 — 60 cm. Gräben, Ufer. Zerstreut. Mai, Juni. Rundliches E,., C. teretiüscula Good. bb. Ährchenstand eine lockere, grauschimmernde Rispe. Scheinfrüchte fast nervenlos, glänzend. Blätter 3 mal so breit als der Stengel. Stengel kräftig, mit ebenen Seitenflächen, ohne Faserschopf. 40 — 90 cm, Feuchte Orte, Ufer, Waldränder Zerstreut. Mai, Juni. Eispiges E., C. paniculäta L. cc. Ährchenstand eine rispige Ähre. Scheinfrüchte beider- seits deutlich nervig, glanzlos. Blätter schmal, Stengel stark, am Grunde von einem dichten Faserschopf um- geben, mit etwas gewölbten Seitenflächen. 30 — 60 cm. Cypergräser, Sauergräser. ir I Torfige Wiesen, Sümpfe, Gräben. Sehr zerstreut. ISIai, Juni. Seltsames R., C. paradöxa Willd. 2. Ährchen am Grunde männHch, a. Stengel bis zur Ähre beblättert, schlaff, zuletzt meist übergebogen. Ährchen wenigblülig, grünlich, die untersten weit von einander entfernt, jedes mit einem laubblatt- artigen, die Ähre überragenden Deckblatt gestützt. Schein- früchte ungeflügelt, eiförmig, aufrecht. 30 — 60 cm Feuchte Wälder, Gebüsche. Häufig. ^Slai, Juni. Winkel- R., C. remöta L. b. Stengel nur unterwärts beblättert, länger als die starren Laubblätter. Ährchen dicht neben einander stehend, ver- kehrteiförmig oder elliptisch, graulich braun , meist 6. Scheinfrüchte mit einem Flügelrand, eiförmig, aufrecht. 15 — 40 cm. Wegränder, Grasplätze, Triften. Häufig. Juni, Juli. Hasen -R., C. leporina L. c. Stengel nur unterwärts beblättert. Ährchen meist etwas entfernt. Scheinfrüchte ohne Flügelrand. aa. Ährchen meist 4 (3 — 5), rundlich, grünlichgelb. Schein- früchte sperrig, fast sternförmig abstehend, eiförmig, mit ■ ziemlich langem , deutlich 2 zähnigem Schnabel. Blätter starr, kürzer als der Stengel. 15 — 30 cm. Sumpfige Wiesen und Waldplätze. Verbreitet. ^Mai, Juni. Igelstachliges R., C. echinäta Murr. bb. Ährchen 4 — 7, eiförmig- länglich, grünlichweifs. Schein- früchteaufrecht-abstehend, eiförmig, mit kurzem, kaum ausgerandetem Schnabel. Blätter fast so lang als der Stengel. Stengel oben rauh. 20 — 40 cm. Sumpfige Wiesen, moorige Stellen. Häufig. Mai, Juni. Weissgraues R., C. canescens L. cc. Ährchen 8 — 12, walzlich, bräunlich. Scheinfrüchte lan- zettlich, zuletzt abstehend, mit sehr kurz - 2 zähnigem Schnabel. Blätter fast so lang als der Stengel. Stengel rauh, scharf - 3 kantig. Anfangs 15 cm, später 30 bis 60 cm. Sumpfige Wiesen, Gräben, ^Nloore. Verbreitet. Verlängertes R., C. elongäta L. IV. Ährchen mehrere. Das endständige oder die obersten Ährchen männlich, die übrigen weiblich, selten das endständige auch an der Spitze weiblich. Narben 2 oder 3. A. Narben 2. Früchte schnabellos oder sehr kurzgeschnäbelt. I. Stengel am Grunde blattlose Scheiden und darüber erst einige Blätter tragend. Wurzelstock dichte Rasen bildend. iSIännliche Ähren meist einzeln. a. Blätter graugrün. Blattscheiden alle netzfaserig, hellgelb- braun. Weibliche Ährchen 2 — 3, 2 — 3 cm lang. Schein- 4* 1^2 Cypergräser, Saiiergräser. fruchte flach, mit deutlichen Nerven. Stengel steif, 40 bis 100 cm hoch. Sümpfe, Gräben, Ufer. Zerstreut. April, Mai, Steifes R., C. stricta Good. b. Blätter hell- (fast gelb-) grün. Untere Blattscheiden netz- faserig, schwarzpurpurn. "Weibliche Ährchen meist 2, i bis 2 cm lang. Scheinfrüchte beiderseits etwas gewölbt, nervenlos. Stengel schlaff, 20 — 40 cm. Feuchte Wiesen, besonders in Norddeutschland. April, Mai. Hasiges R., C. caespitösa L. 2. Pflanzen lockerrasig, meist mit kriechenden Ausläufern. Stengel schon am Grunde mit Blättern besetzt. Blattscheiden (meist) nicht netzfaserig. a. Männliche Ährchen meist 2 — 4, weibliche 3 — 5, schlank- walzenfömiig , zuletzt nickend. Deckblatt des untersten Ährchens die Spitze des obersten männlichen Ährchens meist überragend. Scheinfrüchte beiderseits gewölbt. Blätter meist grasgrün, breit (4 — 8 mm). 30 — 100 cm. Feuchte Wiesen, Gräben, Ufer. Häufig. April, Mai. Scharfes R., C. acuta L. b. Männliche Ährchen meist einzeln, weibliche 2 — 3, läng- lich-walzenförmig, aufrecht. Deckblatt des untersten Ähr- chens die Spitze des (obersten) männlichen Ährchens nicht überragend. Scheinfrüchte aufsen gewölbt, innen flach. Blätter meist graugrün. 10 — 30 cm. Feuchte Wiesen, Triften. Gemein. April, Mai. Wiesen- R., C. vulgaris Fr. B. Narben 3. Scheinfrüchte schnabellos oder kurz geschnäbelt. I. Weibliche Ährchen sitzend oder fast sitzend. Deckblätter der Ährchen laubartig oder trockenhäutig. a. Deckblätter am Grunde trockenhäutig. Stengel 5 — 15 cm hoch. Grasgrün. Weibliche Ährchen meist 2 , wenig- blütig, kugelig. Scheinfrüchte grofs, kugelig -ellipsoidisch, 3 kantig, kahl. Sonnige Hügel, trockener Waldboden. Sehr zerstreut. April, J\Iai. Stumpfes R., C. obtusäta Liljeb. b. Deckblätter alle ganz trockenhäutig. Stengel 10 — 30 cm. aa, Wurzelstock kurze Ausläufer treibend. Stengel zur Fruchtzeit ziarückgebogen. Weibliche Ährchen i — 2. Scheinfrüchte flaumig. Spelzen mit breitem, besonders vorn fransig -zerschlitztem, weifsem Hautrand, sehr stumpf. 10 — 20 cm. Waldi'änder, Heiden, sonnige Hügel. Zerstreut. April, ISIai. Heide -R., C. ericetörum Poll. bb. Wurzelstock rasig. Stengel aufrecht. Weibliche Ährchen 2. Scheinfrüchte filzig. Spelzen stumpf oder Cypergräser, Sauergräser. c^ gestutzt, stachelspitzig, ohne weifsen Hautrand. lo bis 30 cm. "Wälder, Gebüsche. Zerstreut. April,. Mai. Berg-E,., C. montäna L. c. Das unterste Deckblatt laubartig (öfter auch die übrigen). Stengel 10 — 30 cm hoch. aa. Wurzelstock rasig. Stengel zur Fruchtzeit abwärts ge- krümmt. Untere Blattscheiden gelbbräunlich. Deck- blatt des untersten Ährchens aufrecht-abstehend. Weib- liche Ährchen 3 (selten 4 — 5), genähert. Scheinfrüchte kurzhaarig. 10 — 30 cm. Hügel, Gebüsche, lichte Waldstellen. Häufig. April. Mai. Pillen -R., C. pilulifera L. bb. Wurzelstock Ausläufer treibend. Stengel aufrecht. Untere Blattscheiden purpurrot. Deckblatt des untersten Ährchens meist wagerecht -abstehend. Weibliche Ährchen i — 2, entfernt. Scheinfrüchte filzig-kurzhaarig.. 15 — 30 cm. Fevichte Wiesen, Triften, Waldränder. Zerstreut. Mai, Juni. Filziges R., C. tomentösa L. 2. Weibliche Ährchen deutlich gestielt, wenigstens das unterste. Deckblätter der Ährchen trockenliäutig , zuweilen mit laub- artiger Spitze. a. Deckblätter nicht oder kurzscheidig. Scheinfrüchte behaart, aa. Wurzelstock kurze Ausläufer treibend. Stengel länger als die etwas steifen Blätter. Spelzen lanzettlich, länger als die flaumhaarigen, allmählich in den kurzen Schnabel verschmälerten Scheinfrüchte. 5 — 20 cm. Trockene Grasplätze, Raine, Wegränder. Gemein. März, April. (C. praecox Jacq.) Frühes R., C. verna VilL bb. Wurzelstock rasig. Stengel kürzer als die ausgewach- senen, schmal-linealen, etwas schlaffen Blätter. Spelzen elliptisch, so lang oder kürzer als die zerstreut -rauh- haarigen, plötzlich in den kurzen Schnabel ver- schmälerten Scheinfrüchte. 15 — 40 cm. Waldränder, Waldwiesen, Hchte Waldstellen in ]SIittel- und Süd- deutschland. Mai, Juni. Langblättriges R., C. longifölia Host. b. Deckblätter scheidig (d. h. ringsum geschlossen), weifslich. Stengel mittelständig. aa. Weibliche Ährchen nicht von den Deckblättern ein- geschlossen, 4 — 6 blutig. Scheinfrüchte kahl, Stengel 7 — 30 cm hoch, rückwärts rauh. Ausläufer treibend. Gebirgswälder in Süddeutschland, besonders auf Kalk. Mai. Weifses R., C. alba Scop. CA Cypergräser, Sauergräser. bb. Weibliclie Ährchen fast ganz von den weifshäutigen Deckblättern eingeschlossen, meist 3 blutig. Schein- früchte behaart. Stengel 3 — lO cm hoch, zuletzt viel kürzer als die rinnigen, starren Blätter. Ohne Aus- läufer. Sonnige Hügel, Abhänge, besonders auf Kalk. April, Mai. Niedriges R., C. hümilis Leyss. c. Deckblätter scheidig. Stengel seitenständig, etwa so lang als die Blätter. Weibliche Ährchen aus den rostbraunen Deckblättern kaum her\-orragend. aa. Weibliche Ährchen etwas entfernt, 5 — loblütig, das oberste das männliche Ährchen überragend. Schein- früchte 3kantig- verkehrt -eiförmig, so lang oder etwas länger als die meist rotbraunen Spelzen. 15 — 30 cm. Schattige Laubwälder. Sehr zerstreut. April, Mai. Finger -R., C. digitäta L. bb. Weibliche Ährchen kürzer, sehr genähert, 3 — 4blütig. Alle Ährchen fingerartig neben einander gestellt. Scheinfrüchte elliptisch, fast doppelt so lang als die gelbbraunen Spelzen. 7 — 15 cm. Sonnige, grasige Anhöhen, Waldränder. Sehr zerstreut. April, Mai. Vogelfufs-R., C. ornithöpoda Willd. 3. Weibliche Ährchen deutlich gestielt. Deckblätter, wenigstens die unteren, laubartig. a. Unteres Deckblatt langscheidig. aa. Weibliche Ährchen i oder 2, stets aufrecht, ziemlich lockerblütig. Scheinfrüchte grofs, kugelig - eiförmig. Spelzen dunkelbraun, mit hellerem oder grünem Mittel- streif. Ausläufer treibend, blaugrün. 10 — 30 cm. Feuchte Wiesen, Sumpfränder. Gemein. Mai. Hirse -R., C. panicea L. bb. Weibliche Ährchen meist 4 (3 — 6), nickend, sehr dünn und lockerblütig. Scheinfrüchte länglich-lanzettlich, schnabellos, nervig. Spelzen weifshäutig mit grünem Mittelstreif. Ausläufer treibend, grasgrün. 40 — 80 cm. Feuchte Wälder, an Bächen. Zerstreut. Mai, Juni. Schlankes R., C. strigösa Huds. cc. Weibliche Ährchen meist 4 (3 — 6), zuletzt (wie auch das männliche Ährchen) überhängend , dichtblütig. Scheinfrüchte elliptisch, mit kurzem Schnabel, glatt. Spelzen rotbraun, mit grünem Mittelstreif. Dichtrasig, etwas blaugrün. 60 — 120 cm. Quellige Waldstellen, an Waldbächen. Zerstreut. Mai, Juni. Grofses R., C. pendula Huds. b. Unteres Deckblatt nicht oder kurzscheidig. Cypergräser. Saiiergräser. sc aa. Blätter ixnd Blattscheiden behaart, gelbgrün. Das end- ständige Ährchen ganz männlich. Weibliche Ährchen 2 oder 3, genähert, aufrecht oder nickend, das Deck- blatt des untersten meist das männliche Ährchen überragend. Scheinfrüchte schnabellos. 20 — 30 cm. Lichte Waldstellen, Gebüsche. Häufig. Mai, Juni. Bleiches R.. C. pallescens L. bb. Blätter und Blattscheiden kahl, graugrün. Das end- ständige Ährchen an der Spitze weiblich, am Grunde männlich, die seitlichen 2 bis 4 ganz weibhch, alle aufrecht, das unterste oft etwas entfernt. Scheinfrüchte 3kantig, sehr kurz geschnäbelt. Mit verlängerten Aus- läufern. 25 — 50 cm. Sumpfige Wiesen. Sehr zer- streut. Juni. Sumpf- R., C. Buxbaümii Whlnbg. cc. Blätter und Blattscheiden kahl, graugrün. Das end- ständige Ährchen ganz männlich, die übrigen I oder 2 weiblich, elliptisch, langgestielt, meist hängend. Scheinfrüchte linsenförmig, zusammengedrückt, ellip- tisch, mehrnervig. Blätter zusammengefaltet. Stengel rauh, am Grunde ohne Blätter. Ausläufer treibend. 15 — 30 cm. Torfsümpfe. Zerstreut. Mai, Juni. Schlamm - R. , C. limösa L. dd. Blätter und Blattscheiden kahl, giaugrün. Das end- ständige Ährchen und meist das diesem zunächst- stehende männlich, die übrigen 2 oder 3 weiblich, walzenförmig, zuletzt nickend oder hängend. Schein- früchte zusammengedrückt, ners-enlos. Stengel glatt, am Grunde mit zahlreichen flachen Blättern. 30 — 40 cm. Feuchte Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Lauch -R.. C. flacca Schreb. C. Narben 3. Scheinfrüchte in einen deutlichen, 2 spaltigen oder 2 zähnigen Schnabel verschmälert. I. Männliches Ährchen i. Weibliche Ährchen hängend, 3 — 6, langgestielt. Wenigstens das unterste Deckblatt scheidig. a. Stengel glatt, schlaff. Deckblätter langscheidig. Weibliche ^Ährchen dünn, lockerblütig. Scheinfrüchte länglich - ellip- soidisch, ner^-enlos. Spelzen lanzettlich, durchsichtig-weifs- häutig, mit grünem Mittelstreif, ganzrandig. 30 — 60 cm. Feuchte, schattige Laubwälder und Gebüsche. Häufig. Mai, Juni. "Wald-R., C. silvätica Huds. b. Stengel scharf- 3 jkantig, rauh. Deckblätter kurzscheidig. Weibliche Ährchen walzlich, dichtblütig. Scheinfi-üchte länglich-lanzettlich, starknervig, weit abstehend. Spelzen lineal-pfriemlich, vorn gesägt-schärflich, hellgrün, am Grunde Cypergräser, Sauergräser. mit trockenhäutigera Rande. 40 — 100 cm. Teichränder, Sümpfe. Zerstreut. Mai, Juni. Bastard -R., C. pseudo-Cyperus L. INIännliches Ährchen i. Weibliche Ährchen aufrecht, meist- 2 oder 3. a. Deckblätter kurzscheidig oder das unterste bei entferntem Ährchen längerscheidig, das männliche Ährchen weit über- ragend, zuletzt weit abstehend oder zurückgeschlagen. Weibliche Ährchen (zur Fruchtzeit) kugelig -eiförmig oder kugelig, alle oder doch die oberen genähert. Schein- früchte sperrig abstehend, die unteren abwärts gerichtet. Blattscheiden ohne Anhängsel. Dicht -rasig, gelbgrün. 2 — 50 cm hoch. Torfige Wiesen, feuchte Waldplätze. Verbreitet. Mai, Juni. Gelbes R., C. flava L. b. Deckblätter langscheidig, höchstens das männliche Ährchen erreichend oder überragend, aufrecht oder aufrecht ab- stehend. Blattscheiden mit Anhängsel. aa. Graugrün, dicht -rasig. Stengel glatt. Weibliche Ährchen weit von einander entfernt, längs der oberen Hälfte des Stengels verteilt, das unterste oft weit nach unten gerückt. Spelzen stachelspitzig. Zähne des Fruchtschnabels auf der Innenseite mit kleinen Stachelchen besetzt. 30 — 60 cm. Feuchte Wiesen. Zerstreut. ]SIai, Juni. Lücken -R., C. distans L. bb. Grasgrün, lockerrasig, oft mit Ausläufern. Stengel glatt oder oberwärts rauh. AVeibliche Ährchen meist im obern Viertel des Stengels, nur das unterste zu- weilen weit herabgerückt. Unterstes Deckblatt das männliche Ährchen nicht erreichend. Spelzen nicht stachelspitzig. Zähne des Fruchtschnabels innen glatt. 30 — 45 cm. Feuchte Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Braunes R., C. Hornschuchiäna Hoppe. cc. Gelblichgi-ün, lockerrasig, oft mit Ausläufern. Stengel meist rauh. Unterstes Deckblatt das männliche Ährchen erreichend oder überragend. Scheinfrüchte aufgeblasen, meist leer, die untersten fast wagerecht- abstehend. 30 — 45 cm. Feuchte Wiesen. Zerstreut. INIai, Juni. Gelblichgrünes R., C. fulva Good. Männliche Ährchen meist 2 oder mehrere. Weibliche Ährchen 2 — 5, aufrecht, die untersten auch überhängend. Deckblätter nicht scheidig. Scheinfrüchte kahl, a. Scheinfrüchte aufgeblasen. Männliche Ähren hellbraun, dünn - walzenförmig. aa. Stengel stumpf -3 kantig, glatt. Blätter schmal - lineal (meist 2 — 4 mm breit), graugrün, ihre Scheiden nicht Cypergräser, Sauergräser. z^n deutlich netzfaserig. Scheinfrüchte fast M'agerecht- abstehend, kuglig - eiförmig , plötzlich in den Schnabel verschmälert. 40 — 70 cm. Teichränder, Sümpfe. Verbreitet. Mai, Juni. Flaschen -R., C. rosträta With. bb. Stengel scharf -3 kantig, an den Kanten meist rauh. Blätter lineal (6 — 8 mm breit) , grasgrün. Untere Blattscheiden am Rande in ein deutliches Fasernetz sich auflösend. Scheinfrüchte schief -aufrecht, ei -kegel- förmig , allmählich in den Schnabel verschmälert. 30 — 60 cm. An Teichen, Sümpfen, Gräben. Häufig. Mai, Juni. Blasen -R., C. vesicäria L. b. Scheinfrüchte nicht aufgeblasen. Männliche Ährchen dunkelbraun, dicker.. Stengel scharfkantig (wenigstens zwischen den Ähren), rauh. Blätter breit -lineal. aa. Männliche Ährchen 2 — 3, ihre unteren Spelzen stumpf. Weibliche Ährchen 2 — 3 , sitzend oder das unterste kurzgestielt. Scheinfrüchte eiförmig oder eiförmig- länglich, zusammengedrückt. 40 — 80 cm. Gräben, Sümpfe, Ufer. Verbreitet. Mai, Juni. Sumpf- R., C. acutiförmis Ehrh. bb. Männliche ^ilrrchen 3 — 5, mit haarspitzigen Spelzen, weibliche Ährchen 3 — 4, die unteren gestielt, oft nickend. Scheinfrüchte ei- oder länglich - kegelförmig, abgenmdet - 3 seitig. 60 — 120 cm. Gräben, Sümpfe, Teichränder. Verbreitet. Mai, Juni. Ufer-R., C. ripäria Curt. Männliche Ährchen meist 2 (i — 3). Weibliche Ährchen 2 — 4, aufrecht. Scheinfrüchte behaart. Wurzelstock kriechend. a. Graugrün. Stengel obenvärts nicht beblättert. Blätter rinnig oder zusammengefaltet, kahl. Deckblätter nicht oder sehr kurzscheidig. Weibliche Ährchen sitzend oder kurz- gestielt. Spelzen braun, zugespitzt. Scheinfrüchte länglich- eiförmig, aufgeblasen, kurzgeschnäbelt. 30 — 80 cm. Sümpfe, Torfmoore. Zerstreut. Mai, Juni. Faden -R., C. filiförmis L. b. Grasgrün. Stengel beblättert. Blätter flach, nebst den Blattscheiden behaart. Deckblätter langscheidig. Untere Ährchen langgestielt. Spelzen bleich, stachelspitzig. Scheinfrtichte ei -kegelförmig, langgeschnäbelt. 15 — 60 cm. Sandige Stellen, Ufer. Ziemlich häufig. ]SIai, Juni. Behaartes R., C. liirta L. cg Arongewächse. Wasserlinsengewächse. lo. Familie. Aroilgewäclise, Araceen. I. Hüllblatt flacli. Kolben bis zur Spitze mit Zwitterblüten besetzt. A. Hüllblatt dem Stengel ähnlich und scheinbar seine P'ortsetzung bildend, daher der Blütenkolben scheinbar seitenständig. Blüten- hülle 6 blättrig. Frucht eine saftlose (bei uns nie reifende) Beere. Kalmus 58. B. Hüllblatt ausgebreitet , innen gefärbt. . Blütenkolben endständig, an der Spitze mit männlichen Blüten. Blütenhülle fehlend. Frucht eine Beere. Schlangenwurz 58. II. Hüllblatt am Grunde zusammengerollt, die Blüten verbergend. Blütenkolben unten mit weiblichen Blüten (Fruchtknoten), in der Mitte mit männlichen Blüten (Staubblättern), über den Blüten in einen nackten, keulenförmigen Fortsatz verlängert. Frucht eine Beere. Aronstab 58. r I. Kalmus, Acorus. TV. Stengel blattartig zusammengedrückt, auf der einen Seite scharfkantig, auf der anderen mit einer Rinne, aus welcher der Kolben hervortritt. "Wurzelstock kriechend. Von aromatischem Geruch. Teiche, Sümpfe, Gräben. Verbreitet. Juni, Juli. Echter K., A. cälamus L. 2. Schlangenwurz. Calla, xxi. Blätter herzförmig, zugespitzt. Hüllblatt aufsen grün, innen weifs. Kolben länglich - walzlich, stumpf. Beere rot. Wurzelstock kriechend. Scheint hauptsächlich durch Schnecken befruchtet zu werden. Sumpfige moorige Ufer, Torfbrüche. Zerstreut. jSIai — ^Juli. Giftig! Sumpf- Seh., C. palustris L. 3. Aron, Aronstab, Amm. xxi. Blätter spiefs-pfeilförmig, oft braun gefleckt. Hüllblatt gelblichgrün, doppelt so lang als die keulenförmige, violette Verlängerung des Kolbens. Beere rot. Wurzelstock nach der Blütezeit knollig an- schwellend. Schattige Laubwälder. Zerstreut. Mai, Juni. Giftig! Gefleckter A., A. maculätum L. II. Familie. Wasserliliseilgewächse, Lemnaceen. I. Wasserlinse, Lemna. xxi. Stengelglieder seicht untergetaucht, längUch- lanzettlich, an einem Ende stielartig verschmälert, mit je i Wurzelfaser, meist viele kreuz- weise zusammenhängend, 7 — 10 mm lang. Teiche, Sümpfe, Gräben. Zerstreut. April, Mai. Untergetauchte "W"., L. trisülca L. S i m s e n 2 e w ä ch s e. 59 2. Stengelglieder schwimmend, mndlicli, einzeln oder wenige zusammen- hängend. a. Stengelglieder beiderseits flach, nur mit je einer "Wurzelfaser, 2 — 3 mm. Gräben, Teiche, oft dieselben ganz überziehend. Mai, Juni. Kleine W., L. minor L. b. Stengelglieder beiderseits flach, unterseits meist rötlich, mit mehreren Wurzelfasern, 3 — 5 mm. Sümpfe, Teiche, meist mit voriger Art. Verbreitet. Mai, Juni. Grofse W., L. polyrrhiza L. c. Stengelglieder oberseits flach, unterseits kugelig gewölbt, nur mit je einer Wurzelfaser, 2 — 3 mm. Gräben, Teiche, meist mit anderen Arten gemischt. Zerstreut. Mai, Juni. Buckelige W., L. gibba L. 12. Familie. Simseil^ewäclise, Juncaceen. 1. Blätter meist pfriemenförmig, kahl. Kapsel 3 fächerig, mit mehr- samigen Fächern. Simse 59. 2. Blätter flach, am Rande meist behaart. Kapsel i fächerig, 3 sämig. Marbel 61. I. Simse, Juncus. VI. A. Stengel blattlos. Blütenstand scheinbar seitenständig (von einem auf- rechten, den Stengel scheinbar fortsetzenden Deckblatt überragt). 1. Blütenstand 3 — 7 blutig, fast in der Mitte des Stengels. Stengel grasgrün, dünn, fein gestreift. Staubblätter 6. Sumpfige Wiesen, Triften. Zerstreut. Juni, Juli. Faden -S., J. filiförmis L. 2. Blütenstand vielblütig. a. Stengel mattgrün, deutlich erhaben gestreift, mit zusammen- hängendem Mark, am Grunde mit hellbraunen, glanzlosen Scheiden. Blütenstand meist dicht geknäuelt. Staubblätter 3. Griß'el auf einem aus der Vertiefung der Kapsel sich erheben- den warzenförmigen Höcker sitzend, Gräben, feuchte Orte. Häufig. Mai, Juni. Knäuel -S., J. conglomerätus L. b. Stengel lebhaft grün, sehr zart (und nur im trockenen Zustande erhaben-) gestreift, mit zusammenhängendem Mark, am Grunde mit hellbraunen Scheiden. Blütenstand meist locker. Staub- blätter 3. Griftel in einer Vertiefung der Kapsel sitzend. Gräben, Ufer, feuchte Orte. Nicht selten. Juni, Juli. Flatter-S., J. effüsus L. c. Stengel graugrün, stark gefurcht mit fächerig - unterbrochenem Mark, am Grunde mit schwarzbraunen, lebhaft glänzenden Scheiden. Blütenstand meist locker. Staubblätter 6. Feuchte Wegränder, Triften. Juni — Aug. G-raugrüne S., J. glaucus Ehrh. 5o Simsengewächse. B. Stengel blattlos. Blütenstand endständig. 1. Blütenstand zu einem endständigen, 4 — 10 blutigen Köpfchen zu- sammengezogen oder noch i oder 2 seitliche bildend. Blüten- hüllblätter länger als die Kapsel. Staubblätter 3. 2 — 10 cm. Auf feuchtem, sandigem Boden. Zerstreut. Juni — Aug. Kopf-S., J. capitätus Weig. 2. Blütenstand nicht kopfig zusammengezogen, rispig. a. Blätter abstehend, starr. Blütenhüllblätter so lang als die Kapsel. Staubfäden viel kürzer als die Beutel. 15 — 30 cm. Torfige Triften, Heiden, Sumpfränder. Verbreitet. Juni — Aug. Sparrige S., J. squarrösus L. b. Blätter aufrecht. Blütenhüllblätter etwas länger als die Kapsel. Staubfäden länger als die Beutel. 15 — 25 cm. Triften, Weg- ränder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Zarte S., tenuis Willd. C. Stengel beblättert. Blütenstand aus einzelnen Blüten bestehend. Blätter nicht durch Querwände fächerig. 1. Blütenhüllblätter stumpf. Mehrjährige Pflanzen mit kurzkriechen- dem Wurzelstock. a. Blütenhüllblätter etwa halb so lang als die fast kugelige Kapsel. Griffel etwa halb so lang als der Fruchtknoten. Narbe rosa. Feuchte Wiesen, Triften. Verbreitet. Juli, Aug. Gedrückte S., J. compressus Jacq. b. Blütenhüllblätter fast so lang als die längliche Kapsel. Griffel fast so lang als der Fruchtknoten. Narben purpurn. Auf sumpfigem, salzhaltigem Boden und am Seestrande. Juni, Juli. Botten-S., J. Gerärdi Loisl. 2. Blütenhüllblätter spitz oder spitzlich. Einjährige Pflanzen. a. Äste des Blütenstandes fast aufrecht. Blütenhüllblätter un- gleich lang, bleich, länger als die längliche Kapsel. Blüten einzeln oder gedrängt. Feuchte Orte. Gemein. Juni — Sept. Kröten -S., J. bufönius L. b. Äste des Blütenstandes abstehend. Blütenhüllblätter fast gleich lang, kaum länger als die kugelige Kapsel. Blüten stets ent- fernt. Feuchte, sandige Orte. Juni, Juli. Teich- S., J. tenagea Ehrh. D. Stengel beblättert, 2 — 4 blättrig. Blütenstand mit köpfchenartig-zu- sammen gedrängten Verzweigungen. Blätter durch Quer^vände fächerig. 1. Staubblätter 3. Blütenstand wenigköpfig, nicht selten mit Laub- trieben in der Mitte der Köpfe. Stengel aufrecht oder nieder- liegend und wurzelnd, auch im Wasser flutend imd oft sehr ver- längert, 5 — 25 cm lang. Eine sehr veränderliche Pflanze. Feuchte Orte, Gräben, Sümpfe. Juli, Aug. Rasen- S-, J. supinus Mönch. 2. Staubblätter 6. Blütenhüllblätter alle stumpf. a. Blütenhüllblätter weifslich. Kapsel gelblich. Äste des Blüten- Simsengewächse. 6l Standes ausgespreitzt. 50 — 100 cm. Sümpfe, Torfstiche. Gräben. Sehr zerstreut. Jmii — Aug. Sumpf- S. J. obtusiflörus Ehrh. b. Blütenhülle braun. Kapsel schwarzbraun. Äste, des Blüten- standes aufrecht. 20 — 40 cm. Moorige Wiesen, Feuchter Sandboden. Zerstreut. Juli, Aug. Alpen -S., J. alpifius Vill. 3. Staubblätter 6. Äufsere Blütenhüllblätter wenigstens spitz. a. Blütenhüllblätter gleich lang, die inneren stumpf, kürzer als die eiförmig-längliche, dunkelbraune Kapsel, alle stachelspitzig. Stengel meist aufsteigend. 15 — 60 cm. Feuchte "Wiesen, Triften, Gräben. Gemein. Juli, Aug. Glanz- S., J. lamprocarpus Ehrh. b. Innere Blütenhüllblätter länger als die äufseren, alle zugespitzt, kürzer als die längliche, zugespitzte Kapsel , dunkelbraun. Stengel aufrecht. 30 — 80 cm. Waldsümpfe, ]SIoore, feuchte Triften. Verbreitet. Juni — Aug. Wald-S., J. silväticus Richard. c. Innere Blütenhüllblätter länger als die äufseren, alle zugespitzt, so lang als die Kapsel, glänzend schwarz. Stengel aufrecht. Blätter mit aufsen nicht deutlichen Querwänden. 30— 80 cm. Sumpfränder, feuchte Triften, Gräben. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Sch-warze S., J. aträtus Krock. 2. Marbel, Lüzula. vi. 1. Blüten einzeln an den einfachen oder wenig verzweigten Ästen des fast doldigen Blütenstandes. a. Grundständige Blätter lineal-lanzettlich (5—10 mm breit). Äste des Blütenstandes nach der Blütezeit abstehend oder zurück- geschlagen. Wälder, Gebüsche. Häufig. April, Mai. Behaarte M., L. pilösa Willd. b. Grundständige Blätter lineal (2 — 3 mm breit). Äste des Blüten- standes auch nach dem Verblühen aufrecht. Sonnige Bergabhänge, begraste Waldplätze in den Rheingegenden. Juni, Juli. Schlanke M., L. Forsteri DC. 2. Blüten zu 2 — 5 büschelig an den Ästen des mehrfach-zusammengesetzten Blütenstandes. a. Blätter lineal. Unterste Deckblätter den Blütenstand überragend. Büschel meist 4 blutig. Blütenhülle weifslich, selten rötlich oder schw^arzbraun. 30 — 60 cm. Gebüsche, Wälder. Mai, Juni. Silber -M., L. nemorosa E. ISIey. b. Blätter lineal-lanzettlich (5 — 10 mm breit). Unterste Deckblätter den Blütenstand nicht erreichend. Büschel meist 3 blutig. Blüten- hülle gelbbraun. 30 — 80 cm. Gebirgswälder. Mai, Juni. "Wald-M., L. silvätica Gaud. 62 Liliengewächse. 3. Blüten in eiförmigen oder kugeligen Ähren an den Ästen des Blüten- standes. a. Ähren 2 — 5, die seitlichen zuletzt nickend. Staubbeutel 2 — 6 mal so lang als der Staubfaden. Stengel einzeln oder wenige. Wurzel Ausläufer treibend. 5 — 20 cm. Raine, Triften, Hügel, Wald- ränder. Gemein. April, Mai. Feld-M., L. campestris DC. b. Ähren 5 — 10, alle aufrecht. Staubbeutel etwa so lang als der Staubfaden. Stengel meist zahlreich. Wurzelstock ausläuferlos. 20—50 cm. Laub- und Nadelwälder, mooriger Heideboden. Ver- breitet. Mai, Juni. Vielblütige M., L. multiflöra Ehrh. c. Ähren zahlreich (bis 20), vielblütig, bleich, aufrecht oder die seit- lichen zuletzt abstehend. Blüten klein. Staubbeutel kaum so lang als der Staubfaden. Stengel schlank. 8 — 30 cm. Lichte Wälder (Kiefernwälder), Heiden. Besonders im nordöstlichen Deutschland. April, ]SLai. Bleiche M., L. pallescens Bess. 13. Familie. Liliengewächse, Liliaceen. I. Staubblätter 4. Griffel i. Blütenhülle 4 teilig, ausgebreitet, weifs. Griffel kurz. Fnicht eine Beere. Kriechender Wurzelstock. Schattenblümchen 69. II. Staubblätter 8 (oder 10). Griffel 4 (oder 5). Blütenhülle 8- (oder 10-) blättrig. Staubblätter mit langer Granne. Frucht eine Beere. Kriechender Wurzelstock. Einbeere 70. III. Staubblätter 6. Griffel 3. Frucht eine Kapsel. A. Blütenhülle verwachsenblättrig, glockig- trichterig, mit langer Röhre. Griffel sehr lang. Blätter erst nächsten Frühling (mit der Frucht) erscheinend. Zeitlose 63. B. Blütenhülle freiblättrig, b blättrig. Blütenstand rispig. Blätter elliptisch. Germer 63. C. Blütenhülle freiblättrig, 6 blättrig. Blüten klein, in einfacher Traube. Blätter lineal-lanzettlich. Kelke 64. IV. Staubblätter 6. Griffel i oder i sitzende Narbe. A. Blütenhülle freiblättrig. Blüten grofs (Blütenhüllblätter über 3 cm lang, aufsen nie grün). Frucht eine Kapsel. 1. Griffel fehlend. Narbe 3 lappig, sitzend. Blütenhüllblätter am Grunde ohne Honiggrube. Blüten einzeln. Tulpe 67. 2. Griffel vorhanden. Narben 3. Blütenhüllblätter am Grunde mit einer länglichen oder rundlichen Honiggrube. Kaiserkrone 67. 3. Griffel vorhanden. Blütenhüllblätter am Grunde mit rin-' nigem Honigbehälter. Staubbeutel quer aufliegend, am Rücken befestigt. Lilie 67. B. Blütenhülle freiblättrig. Blüten klein oder mittelgrofs. Frucht eine Kapsel. Liliengewächse. 63. 1. Blütenhüllblätter innen gelb, aufsen grün, ausgebreitet. Staub- fäden kahl. Blüten meist doldig. Goldstern 64. 2. Blütenhüllblätter weifs, aufsen grün, bleibend. Staubfäden kahl. Blüten in Trauben oder Doldentrauben. Vogelmilch 68. 3. Blütenhülle weifs, lila oder rötlich. Blüten klein, doldig,, vor dem Aufblühen in einer häutigen Scheide eingeschlossen. Mit Lauchgervich. Lauch 65. 4. Blütenhülle weifs, ausgebreitet. Blütenstiele gegliedert. Blüten in Trauben oder Rispen. Silling 64. 5. Blütenhülle himmelblau. Blüten in wenigblütigen, lockeren Trauben. Zille 68. C. Blütenhülle verwachsenblättrig, blau oder gelb. Frucht eine Kapsel. 1. Blütenhülle regelmäfsig, röhrig-glockig, blau, seltener rot oder weifs. Griffel kurz. Narbe imgeteilt. Hyacinthe 68. 2. Blütenhülle regelmäfsig, krugfönnig, blau. Griffel faden- förmig. Xarbe 3 lappig. Träubel 68, 3. Blütenhülle etwas unregelmäfsig, trichterförmig, mit schmaler Röhre, gelb oder rotgelb. Tagblume 64. D. Blütenhülle verwachsenblättrig, weifs, grünlichgelb oder grünlich. Frucht eine Beere. 1 . Blütenhülle glockig, tief-6 teilig. Blätter klein, schuppenförmig. Stengel vielfach verästelt, mit borstlichen Ästchen. =^) Spargel 69. 2. Blütenhülle glockig, tief - 6 teilig. Blüten blattachselständig. Blätter breit, aus herzförmigem Grunde eiförmig bis lan- zettlich. Knotenfufs 69. 3. Blütenhülle glockig, 6 spaltig. Griffel kurz, dick. Blüten in endständiger Traube. Zauke 70. 4. Blütenhülle röhrig, 6 zähnig. Griffel iädlich. Blütenstände in den Blattachseln. Weifswuiz 69. I. Zeitlose, Colchicum, vi. Blüten einzeln oder zu 2. Blätter länglich -lanzettlich, nach der Blüte im folgenden Frühjahr mit der Kapsel erscheinend. Blütenhülle lila- rosa, selten weifs. 5 — 20 cm, die fnichttragende Pflanze bis 40 cm. Feuchte ^Viesen. Verbreitet. Giftig! Sept.. Okt. Herbst -Z., C. auctumnale L. 2. Germer, Verätnmi. VI. I. Blütenhüllblätter gezähnelt, viel länger als die Blütenstiele. Blüten- hülle aufsen grün, innen weifslich oder auch iimen grünlich. 60 bis 1 20 cm. Feuchte Wiesen der Alpen, Voralpen und höheren Gebirge. In Gärten zuweilen angepflanzt. Giftig! Juli. Aug. "Weifser a., V. album L. *) Die Ästchen werden fälschlich für Blätter gehalten. ^A Liliengewächse. 2. Blütenhüllblätter ganzrandig, so lang als die Blütenstiele. Blütenhülle dunkelpurpurn. 60 — 120 cm. Zierpflanze aus Südeuropa. Giftig! Juli, Aug. Schwarzer G-., V. nigrum L. 3. Kelcke, Tofieldia. \i. Blütenstiele kürzer als die Blüten, am Grunde der Blüte ein 3 lappiges Deckblatt tragend. Blütenhülle gelblichweifs. 15 — 30 cm. Moorige Wiesen, Triften. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Behüllte K., T. cah-culäta Wahlnb. 4. Silling', Anthericum. YI. 1. Stengel einfach. Blüten traubig. Griffel bogig - gekrümmt , so lang als die Blütenhülle. Blütenhülle weifs. 30 — 60 cm. Trockene Wälder, Hügel, Weinberge. Zerstreut, in Norddeutschland selten. Mai, Juni. Lilien -S., A. liliago L. 2. Stengel ästig. Blüten rispig. Griffel gerade, länger als die Blüten- hülle. Blütenhülle weifs. 30 — 80 cm. __ Trockene Wälder, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juni, Juli. Ästiger S., A. ramösum L. 5. Tag^bllline, Hemerocallis. vi. 1. Zipfel der Blütenhülle flach, spitz. Narbe fast 3 lappig. Blütenhülle hellgelb, wohlriechend. 60 — 80 cm. Sumpfige, schattige Waldplätze im südöstlichen Deutschland. Auch als Zierpflanze kultiviert. Juni, Juli. Gelbe T., H. flava L. 2. Innere Zipfel der Blütenhülle am Rande wellig, stumpf. Narbe kuglig. Blütenhülle rotgelb. 60 — 120 cm. Zierpflanze aus den süd- lichen Alpen. Juli, Aug. Rotgelbe T-, H. fulva L. 6. Goldstern, Gägea. vi. 1. Blütenstiele zottig -behaart. Grundständige Blätter 2. Zwiebeln 2, in gemeinschaftlicher Hülle. a. Grundständige Blätter lineal, rinnig, stumpf gekielt. Blüten meist 5 — 10. Blütenhüllblätter lanzettlich, zugespitzt. 6 — 15 cm. Äcker, Grasplätze, Hügel. Verbreitet. März — Mai. Acker- G., G. arvensis Schult. b. Grundständige Blätter fadenförmig. Blüten meist einzeln. Blüten- hüllblätter länglich - lanzettlich , stumpf lich. 3 — 7 cm. Feuchte Felsen, steinige Hügel, kiesige Wege. In den Rheingegenden und in Thüringen. ISIärz, April. Felsen- G., G. saxätilis Koch. 2. Blütenstiele kal^l oder ziemlich kahl. a. Grundständige Blätter 2, lineal - fadeiiförmig. Zwiebeln 2, in ge- meinschaftlicher Hülle. Blütenhüllblätter länglich - lanzettlich, stumpf. 5 — 15 cm. Wiesen, fevichte Laubwälder, Gebüsche in Nord- und Mitteldeutschland. Zerstreut. April, Mai. * Scheiden- G.. G. spathäcea Saltsb. L i 1 i e n o[ e w ä ch s e. 65 b. Grundständiges Blatt i. aa. Zwiebel i. Gnindständiges Blatt lineal- lanzettlich, flach, an der Spitze plötzlich kappenfömiig zusammengezogen. Blüten- hüllblätter länglich, stmnpflich. 10 — 20 cm. Gebüsche, Laub- wälder, Grasgärten. Zerstreut. (G. lutea Schult.) iSIärz, April. Wald- Gr., G. silvätica Loud. bb. Zwiebeln 2, in gemeinschaftlicher Hülle. Grundständiges Blatt schmal -lineal, rinnig, nicht gekielt. Blülenhüllblätter lineal- lanzettlich, zugespitzt, an der Spitze zurückgebogen. 5 — 10 cm. Gebüsche, Waldwiesen. Zerstreut, in "Westfalen und in der Rheinprovinz fehlend. April, jNIai. Zwerg -G-.. G. minima Schult. cc. Zwiebeln gewöhnlich 3 , ohne Hülle. Grundständiges Blatt lineal, allmählich zugespitzt. Blütenhüllblätter länglich. 10 bis 15 cm. Triften, Grasplätze, Äcker. Verbreitet. April, Mai. Wiesen- Gr., G. pratensis Schult. 7. Lauch, Allium. VI. A. Blätter lanzettlich oder elliptisch, flach. 1. Stengel beblättert. Blätter kurz -gestielt. Dolde kugelig. Blüten- hülle grünlichweifs. Zwiebel mit netzfaserigen Hüllen. 30 bis 50 cm. INIoosige Waldplätze höherer Gebirge (z. B. Riesen- gebirge). Juli, Aug. Sieg-L., A. victorälis L. 2. Stengel blattlos. Blätter langgestielt. 2. Dolde last flach. Blüten- hülle schneeweifs, mit starkem Lauchgeruch. 15 — 40 cm. Schattige Laubwälder. Zerstreut. Mai, Juni. Bären -L.. A. ursinum L. B. Blätter vollkommen röhrig, stielrund. Dolde kuirelie. 1. Stengel und Blätter nicht aufgeblasen. a. Staubblätter kürzer als die Blütenhülle. Staubfäden zahnlos, pfriemlich. Dolde ohne Zwiebeln. Blütenhülle lilarosa. 10 bis 30 cm. Ufer, feuchte, sandige Orte. Grasplätze. Häufig gebaut. Juh, Aug. Schnitt -L., A. schoenöprasum L. b. Staubblätter so lang oder etwas länger als die Blütenhülle. Die 3 inneren Staubfäden am Grunde stark verbreitert, beider- seits mit einem kurzen Zahn. Dolde oft mit Zwiebeln. Blüten- hülle lila. Blüht selten. 15 — 20 cm. Gebaut. Aus dem Orient. Juni, Juli. Aschen -L-, A. Ascalönicum L. 2. Stengel und Blätter unterhalb der Mitte bauchig aufgeblasen. a. Innere Staubfäden am Grunde stark verbreitert, beiderseits mit einem kurzen Zahn. Blütenstiele etwa 8 mal so lang als die Blüten. Blütenhülle grünlichweifs. 60 — 120 cm. Überall ge- baut. Vaterland unbekannt. Juni — Aug. Zwiebel -li., A. cepa L. Scbmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 5 56 Liliengewächse. b. Innere Staubfäden am Grunde wenig verbreitert, alle zahnlos. Blütenstiele nur 3 — 4 mal so lang als die Blüten, 30—60 cm. Zuweilen gebaut. Aus Sibirien. Juli, Aug. IIohl-L., A. fistulosum L. C. Blätter lineal, flach oder rinnig, aber nicht röhrig -hohl. 1. Keine eigentliche ZAviebel. Staubfäden einfach. Stengel ober- A\-ärts kantig, blattlos. a. Blätter unterseits (durch den stärkeren INIittelnerv) gekielt. Staubblätter so lang als die Blütenhülle. Blütenhülle lilahell- pur]3urn. 20 — 40 cm. Feuchte Wiesen, Dämme. Zerstreut. Juni — Aug. Kanten -L., A. acutängulum Schrad. b. Blätter nicht gekielt (der Mittelnerv nicht stärker als die üb- rigen). Staubblätter länger als die Blütenhülle. Blütenhülle lila -hellpurpurn. 15 — 30 cm. Sonnige Hügel, Abhänge, trockene Wälder. Zerstreut, in der Rheinprovinz und West- falen fehlend. Juli, Aug. Trug-L., A. fallax Schult. 2. Eine echte Zwiebel. Staubfäden einfach. Dolde Zwiebeln tragend. a. Blätter schmal - lineal, deutlich - rinnig. Staubblätter ungefähr so lang als die Blütenhülle. Blutenhülle grünlich, rot überlaufen, seltener hellpurpurn. 30 — 60 cm. Weg- und Waldränder, Gebüsche. Ziemlich häufig. Juli, August. Kohl-L., A. oleräceum L. b. Blätter ziemlich breit -lineal, flach, kaum rinnig. Staubblätter länger als die Blütenhülle. Blütenhülle lila -purpurn. 30 bis 60 cm. Gebüsche, Waldränder in Süddeutschland, sonst sehr selten. Juni, Juli. Berg-L., A. carinätum L. 3. Eine echte Zwiebel. Innere Staubfäden am Grunde jederseits mit einem kurzen, stumpfen Zahn. Blätter lineal, flach. Blütendolde Zwiebeln tragend, mit langgeschnäbelter Blütenscheide. Blüten- hülle rötlichweifs. Mit zahlreichen, länglich -eiförmigen oder rund- lich - eifönirigen Nebenzwiebeln. 30—60 cm. Angebaut. Aus dem Orient. Juli, Aug. Knob-L., A. sativum L. 4. Eine echte Zwiebel. Innere Staubfäden jederseits mit einem fadenföniiigen, oft gedrehten Zahn. a. Blätter halbstielrund oder fast stielrund. Blütenhülle kürzer als die Staubblätter. aa. Blätter obersei ts schmal -rinnig. Dolde wenig -blutig, oft nur Zwiebeln tragend. Blütenhülle purpurn. 30 — 60 cm. Sandige Äcker, Hügel, Weinberge. Zerstreut. Juni, Juli. Hunds -li., A. vineäle L. bb. Blätter weit -rinnig, Dolde vielblütig, ohne Zwiebeln. Blüten- hülle hellpurpurn. 30 — 60 cm. Äcker, sonnige Anhöhen in Mittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Kopf-L., A. sphaerocephalum L. Liliengewächse. 5? b. Blätter flach. aa. Dolde Zwiebeln tragend. Staubblätter kürzer als die Blüten- hülle. Blätter breit - lineal , am Rande rauh. Zahheiche gestielte Xebenzwiebeln. Blütenliülle dunkelpurpurn. 60 bis 80 cm. Gebüsche, Waldränder. Zerstreut. Juni, Juli. Gras-L., A. scorodöprasum L. bb. Dolde ohne Zwiebeln. Staubblätter so lang oder etwas kürzer als die Blütenhülle. Äufsere Staubfäden lineal. Blütenhülle purpurn. Mehrere langgestielte Nebenzwiebeln. Blätter schmal -lineal. 30 — 60 cm. Äcker, Weinberge. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Riind-L., A. rotündum L. cc. Dolde ohne Zwiebeln. Keine gestielten Xebenzwiebeln. Blätter länglich -lanzettlich. Staubblätter länger als die Blütenhülle. Äufsere Staubfäden länglich. 40 — 80 cm. Gebaut. Aus Südeuropa? Juni — Aug. Borree-L., A. pormm L. 8. Lilie, Lilium. vi. 1. Blütenhüllblätter zurückgerollt, fleischfarben, braun punktiert. Blüten traubig, nickend. Blätter fast quirlständig. 60 — 120 cm. Gebüsche, Laubwälder, Waldwiesen. Zerstreut. Juni, Juli. Türkenbund -L., L. märtagon L. 2. Blütenhülle glockig -trichterförmig. Blätter wechselständig. a. Blütenhüllblätter orange, braunrot gefleckt, innen am Grunde warzig-rauh. Blüten doldig, aufrecht. Obere Blätter oft mit Brut- zwiebeln in den Blattachseln. 45 — 80 cm. Bergwiesen in Süd- und Mitteldeutschland. Juni, Juli. Feuer -L., L. bulbiferum L. b. Blütenhüllblätter wei/s, innen glatt. Blüten traubig, zuletzt nickend. 60 — 120 cm. Häufige Zierpflanze aus Südeuropa. Juni, Juli. Weisse L., L. cändidum L. 9. Kaiserlirone, Fritilläria. vi. 1. Stengel wenig beblättert, i oder 2 blutig. Blüten end- und blatt- achselständig, nickend. Blütenhülle fleischfarben oder gelblich, durch dunkelrote Würfelflecken schachbrettähnlich. 15 — 30 cm. Feuchte Wiesen. Sehr zerstreut. Auch als Zierpflanze kultiviert. April, Mai. Gefleckte K., Schachblume, F. meleägris L. 2. Stengel dicht beblättert, mehrblütig. Blüten quirlartig-doldig, hängend, von einem Blätterschopf überragt. Blütenhülle gelbbraun, mit schar- lachroten Nerven. 50 — 100 cm. Zierpflanze aus Persien. Giftig! April, Mai. Garten -K., F. imperiälis L. 10. Tulpe, Tülipa. VI. I. Blüten vor dem Aufblühen nickend. Blütenhüllblätter zugespitzt, gelb. Staubfäden am Grunde behaart. 25 — 50 cm. Waldwiesen, Grasgärten. Sehr zerstreut. Mai, Juni. "Wilde T., T. silvestris L. 5* 58 Liliengewächse. 2. Blüten aufreclit. Blütenhüllblätter stumpf, verschieden gefärbt. Staub- fäden kahl. 25 — 50 cm. In Gärten häufig angepflanzt. Aus Süd- europa. April, ]yiai. G-arten-T., T. Gesneriäna L. II. Zille, Scilla. VI. 1. Stengel stielrund. Grundständige Blätter meist 2. Deckblätter fehlend. Blüten in 2 — 6 blutiger Traube, aufrecht -abstehend. Lichte Gebüsche, Grasplätze, Dämme. Zerstreut. Ivlärz. April. Zweiblättrige Z., Sc. bifölia L. 2. Stengel kantig. Deckblätter vorhanden, kurz. a. Blüten aufrecht-abstehend, in 2 — 6 blutiger Traube. Grundständige Blätter 4 — 7. Zierpflanze aus Südeuropa. Hie und da auf Gras- plätzen verwildert. April, Mai. Mehrblättrige Z., Sc. amoena L. b. Blüten nickend, in i — 3 blutiger Traube. Grundständige Blätter 2 — 4. Häufige Zierpflanze aus Rufsland und Sibirien. März, April. Sibirische Z., Sc. Sibirica Andrews. 12. Vogelmilch, Omithögalum. vi. i. Blüten doldentraubig, aufrecht. Blütenstiele länger als die Deck- blätter, die unteren zur PVuchtzeit wagerecht -abstehend. Staubfäden lanzettlich, zahnlos. Blütenhülle weifs, mit grünem Rückenstreif. 10 — 25 cm. Äcker, Wiesen. Zerstreut. April. Mai. Doldige V., O. umbellatum L. 2. Blüten in langer Traube hängend. Blütenstiele kürzer als die Deck- blätter. a. Blätter aufrecht. Staubfäden neben dem Staubbeutel mit 2 Zähnen. Blütenhüllblätter innen weifs, aufsen grünlich. 20 — 40 cm. In Grasgärten, auf Äckern, in Weinbergen verwildert. Im Orient einheimisch. April, Mai. Nickende V., O. nutans L. b. Blätter schlaff am Boden liegend. Staubfäden mit 3 Zähnen. Blütenhüllblätter innen weifs, mit durchscheinenden, grünlichen Streifen, aufsen lauchgrün. 20 — 40 cm. In Gärten als Unkraut. Seltener als vorige. April, Mai. Wellige V., O. undulätum Bouche. 13. Hyacinthe, Hyacinthus. VI. Blüten in vielblütiger Traube, viel länger als ihr Stiel. Blütenhülle am Grimde bauchig, blau, auch rosa, weifs, gelb. 30 — 45 cm. Häufige Zierpflanze aus Südeuropa. April, Mai. Garten- H., H. Orientälis L. 14. Träubel, Muscari. VI. I. Traube locker, verlängert. Untere Blüten wagerecht-abstehend, frucht- bar, olivenbraun, am Grunde und an der Spitze gelbgrün, obere Liliengewächse. 6(> Blüten aufrecht, genähert, langgestielt, unfruchtbar, amethystblau. 40 — 60 cm. Äcker, Weinberge, Hügel in ^Mittel- und Süddeutsch- land. Zerstreut. Mai, Jimi. Schopf- Tr., M. comösum L. 2. Traube (wenigstens anfangs) dicht. Blüten hängend. a. Blätter schmal -lineal (etwa 0,2 cm breit), schlaff, zuletzt bogen- förmig ausgebreitet. Blütenhülle eiförmig, dunkelblau mit weifsem Saum. 15 — 30 cm. Äcker, lichte Bergwälder in Mittel- und Süddeutschland. Zerstreut. In Gärten nicht selten angepflanzt und verwildert. April, ]Mai. Grofses Tr., M. racemösum ISIilL b. Blätter breit -lineal, nach dem Grunde verschmälert, aufrecht -ab- stehend. Blütenhülle kugelig-eiförmig, himmelblau mit weifsem Saum. 8 — 15 cm. Bergwälder in JNIittel- und Süddeutschland- In Gärten angepflanzt und verwildert. April, Mai. Kleines Tr., M. botryoides Mill, 15. Spargel, Aspäragus. VI. Wurzelstock fleischige Sprossen treibend. Ästchen zum Teil büschelig, Blüten klein, zuletzt hängend. Blütenhülle grünlichgelb. Beere rot. 60 — 125 cm. Grasplätze, Hügel, Weinberge, Ufer. Zerstreut. Häufig gebaut. Juni, Juli. Gemüse -Sp., A. officinälis L. 16. SchatteiibKimchen, Majänthemum. vi. Stengel 2blättrig. Blätter wechselständig, tief-herzeiförmig, spitz. Blüten klein, traubig. Blütenhülle weifs. Beere weifslich, später rot. 7 — 15 cm. Wälder, Gebüsche. Häufig. Mai, Juni. Zweiblättriges Seh., M. bifölium Schmidt. 17. Knotenfufs, Streptopus. vi. Blätter wechselständig, stengelumfassend. Blüten an geknieten Stielen. Blütenhülle grünlichweifs , oft mit blafsviolettem Anflug. Beere rot. 40 — 100 cm. Schattige Gebirgswälder in Mittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Stengelumfas Sender K., S. amplexifölius DC. 18. Weifswiirz, Polygönatum. vi. 1. Blätter quirlständig, schmal -lanzettlich. Blütenstände i — 3 blutig. Blütenhülle walzenförmig, weifs, vorn grün, wie bei den übrigen Arten. Beere rot. 30 — 80 cm. Gebirgswälder, selten in der Ebene. ]Mai, Juni. Quirlblättrige W., P. verticillätum AlL 2. Blätter wechselständig, halbstengelumfassend. Beere schwarzblau. a. Stengel kantig. Blütenstände i- oder 2 blutig. Staubfäden kahl. 15 — 45 cm. Gebüsche, Laubwälder. Nicht selten. jNIai, Juni. Wenigblütige W., Salomonssiegel, P. officinäle iSIcench. jQ Narcissengewächse. b. Stengel stielrund. Blütenstände 3 — 5 blutig. Staubfäden behaart. 30 — 60 cm. Schattige Gebüsche, Laubwälder. Häufig. Mai, Juni. Vielblütige W., P. multiflörum All. 19. Zauke, Convalläria. vi. Stengel blattlos. Blätter meist 2, elliptisch bis lanzettlich, langgestielt. Blüten in einseitswendiger Traube. Blütenhülle weifs. Beere rot. 15 — 20 cm. Wälder, Gebüsche. Häufig. Mai — Anfang Juni. Mai-Z., C. majälis L. 20. Einbeere, Paris, vm. Stengel mit meist 4 quirlständigen, elliptisch -verkehrt -eiförmigen, kurz zugespitzten, fast sitzenden Blättern. Blüte grünlich. Beere schwarz. 15 — 30 cm. Schattige Laubwälder und Gebüsche. Zerstreut.*) Mai, Juni. Vierblättrige E., P. quadrifölia L. 14. Familie. Narcisseilgewächse, Amaryllidaceen. I. Blütenhülle glockig, bis auf den Gnmd 6 teilig. Blüten nickend. A. Innere Zipfel der Blütenhülle viel kürzer als die äufseren , aus- gerandet, aufrecht. Schneeglöckchen 70. B. Innere Zipfel der Blütenhülle kaum kürzer als die äufseren, an der ganzrandigen Spitze verdickt. Sporkelblume 70. IL Blütenhülle mit walzlicher Röhre, tellerförmigem, 6 teiligem Saum und verschiedengestaltetem Schlundkranz. Blüten aufrecht oder nickend. Narcisse 70. I. Schneeglöckchen, Galänthus. vi. Stengel i blutig, rundlich. Blütenhülle weifs, innere Zipfel aufsen mit einem halbmondförmigen, gelbgrünen Fleck. 8 — 20 cm. Gebüsche, feuchte Wiesen. Zerstreut. In Gärten häufig angepflanzt und ver- wildert. Februar, März. Kleines Sch., G. nivalis L. 2. Sporkelblume, Leucöium. vi. Stengel i-, selten 2 blutig, zusammengedrückt. Blütenhülle weifs, die Spitzen der Zipfel grün. 10 — 30 cm. Gebüsche, Laubwälder. Zer- streut, in Norddeutschland selten. In Gärten zuweilen angepflanzt. Febr., März. Frühlings -Sp., L. vernum L, 3. Narcisse, Narclssus. VI. I. Blütenhülle weifs. Schlundkranz gelb, mit meist rotem Rand, kürzer als die Zipfel der Blütenhülle. 15 — 45 cm. Wiesen in Süddeutsch- land. Häufige Zierpflanze. April, Mai. Weifse N., N. poeticus L. *) Die sehr verbreitete Ansicht, dafs diese Pflanze giftig sei, ist durch keine sichere Beobachtung erwiesen. ScliAvertblumengewächse. 71 2. Blütenhülle gelb. Schlundkranz dottergelb, so lang als die Zipfel der Blütenhülle. 15 — 30 cm. Bergwiesen, Gebüsche, Grasgärten. Zer- streut. Häufige Zierpflanze. März. April. Gelbe N., X. pseudonarcissus L. 15. Familie. Scliwcrtblumeilgewäclise, Iridaceen. I. Blütenhülle regelmäfsig. A. Blütenhülle glockig, mit sehr langer Röhre. Narben oberwärts verbreitert, keilförmig. Safran 71. B. Äufsere Zipfel der Blütenhülle zurückgeschlagen oder abstehend, die inneren aufrecht oder einwärts gebogen. Griffel kurz. Narben kronblattartig, die Staubblätter verdeckend. Schwertblume 71. II. Blütenhülle unregelmäfsig, fast 2 lippig, mit aufrechten Zipfeln. Narben oberwärts verbreitert. Siegwurz 71. I. Safran, Crocus. iii. 1 . Stengel meist i blutig. Blütenscheide i blättrig. Schlund der Blüten- hülle bärtig. Blütenhülle violett, lila oder weifs. 8 — 15 cm. Ge- birgstriften in Süddeutschland. Häufige Ziei-pflanze. März. April. Frühlings -S.. C. vernus All. 2. Stengel meist 2 blutig. Blütenscheide 2 blättrig. Schlund der Blüten- hülle kahl. Blütenhülle gelb. 8 — 15 cm. Häufige Zierpflanze aus dem Orient. März. April. Gelber S., C. lüteus Lmk. 2. Siegwurz, Gladiolus. III. 1. Fasern der Knollenhülle netzartig verbunden, stark. Ähre wenig- (2 — 5) blutig. Kapsel oben abgerundet, schwach-6 furchig. Blüten- hülle piirpurn. 30 — 45 cm. Fruchtbare Wiesen. Zerstreut. Juni, Juli. Sumpf- S., G. palüster Gaud. 2. Fasern der Knollenhülle parallel, nur oberwärts netzartig verbunden. Ähre vielblütig. Kapsel oben eingedrückt. a. Fasern der Knollenhülle stark. Deckblätter abgesetzt-stachelspitzig. Kapsel tief 3 furchig. Blütenhülle puipurn. 30 — 60 cm. Auf Wiesen bei Frankfurt a. d. O. In Gärten häufig angepflanzt. Juni. "Wiesen- S., G. communis L. b. Fasern der Knochenhülle fein. Deckblätter nur zugespitzt. Kapsel flach-gefurcht. Blütenhülle purpurn. 30 — 60 cm. Wiesen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Ziegel- S-, G. imbricätus L. 3. Scbwertblunie, Sehwertel, Iris. m. A. Äufsere Zipfel der Blütenhülle bartlos (nicht behaart). I. Blütenhülle gelb. Äufsere Zipfel der Blütenhülle eiförmig, innere lineal, kürzer und schmäler als die Narben. Blätter breit-schwert- 72 OrchengeAvächse. fömiig, etwa so lang als der mehrblütige Stengel. 60 — lOO cm. Sümpfe, Gräben. Ufer. Häutig. ]Mai. Juni. Wasser -Sehw.. I. pseudäcon;s L. 2. Blutenhülle hellviolett. Äufsere Zipfel der Blütenhülle länglich- verkehrt-eiförmig, am Grunde weifslich, violett geädert. Stengel hohl. Blätter kürzer als der Stengel. 30 — 70 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Sehr zerstreut. Mai, Juni, Sibirische Schw., I. Sibirica L. 3. Blütenhülle hellviolett. Aufsere Zipfel der Blütenhülle rundlich, Meifsgelblich. Stengel markig. Blätter kürzer als der Stengel. 30 — 60 cm. Feuchte "Wiesen. Am Rhein. Juni. Bastard -Schw., I. spüria L. B. Aufsere Zipfel der Blütenhülle innen am Grunde durch einen Längs- streifen dichter Haare bärtig. 1. Stengel i blutig, Deckblätter an der Spitze trockenhäutig. Blüten- hüllblätter violett, seltener hellblau oder weils. 8—15 cm. In Gärten und auf Lehmmauern nicht selten angepflanzt. Aus dem südöstlichen Europa. April, Mai. Zwerg- Schw., I. pümila L. 2. Stengel mehrblütig. a. Deckblätter vom Grunde an trockenhäutig. Staubfäden länger als die Staubbeutel. Blütenhülle hellviolett, die Zipfel am Grunde braun geädert. Blüten M'ohlriechend. 30 — 60 cm. Zierpflanze aus Italien und Istrien. Juni. Blasse Schw., I. pällida Lmk. b. Deckblätter etwa von der jSIitte an trockenhäutig. aa. Staubfäden so lang als der Staubbeutel. Lappen der Narbe auseinander tretend. Blütenhülle violett. Narben blafsblau, am Grunde gelblichweifs mit braunen Adern. 30 — 60 cm. Felsen, bergige Orte in Süddeutschland. Häufig angepflanzt. Mai, Juni. Deutsche Schw., I. Germanica L. bb. Staubfäden länger als der Staubbeutel. Lappen der Narbe mit ihrem inneren Rande zusammenschliefsend. Äufsere Zipfel der Blütenhülle violett, innere bläulichgrau. Narben gelblichweifs. 30 — 60 cm. Felsen, Bergwiesen. Kamn ursprünglich einheimisch. Mai, Juni. Holunder- Schw., I. sambücina L. 16. Familie. Orcliengewäclise, Orchidaceen. xx. Die Blütenhülle der Orchengewächse besteht aus 6 (3 inneren und 3 äufseren) Blättern, von denen eins gi'öfser und anders gestaltet ist als die übrigen 5, und Lippe genannt wird. Ursprünglich ist die Lippe nach oben gerichtet, durch Drehung des unterständigen Fntchtknotens oder des Blütenstiels aber kommt sie meist nach unten zu stehen. Orchengewächse. r-t Der Griftelsäule ist meist ein Staubblatt aufgewachsen, dessen beide Staubmassen durch Insekten in andere Blüten übertragen werden. I. Pflanzen ohne grüne Blätter. A. Lippe gespornt, aufrecht, 3 lappig. Sporn aufrecht, kurz, dick.- Traube i — 6blütig. Widerbart 78. B. Lippe nicht gespornt, abwärts gerichtet, 2 spaltig, länger als die übrigen Blütenhüllblätter. Traube vielblütig. Nestwurz 7g. C. Lippe nicht gespornt, abwärts gerichtet, seicht -3 lappig, kürzer als die äufseren Blütenhüllblätter. Traube wenigblütig. Korallenwurz 80. IL Pflanzen mit grünen Blättern. A. Lippe bauchig (holzschuhartig) aufgeblasen, ungespornt. Stengel i- oder 2 blutig. Blüten grofs. Staubbeutel 2. Griffel- säule kurz, 3 spaltig. Frauenschuh 74. B. Lippe gegliedert (aus 2 deutlich abgesetzten Gliedern bestehend), ungespomt. 1. Fruchtknoten gedreht, sitzend, aufrecht, zur Blütezeit unteix und oben gleich dick. Blütenhüllblätter zusammenneigend. Orant 78, 2. Fruchtknoten nicht gedreht, aber auf gedrehtem Stiele, nickend, schon zur Blütezeit oben stark verdickt. Blütenhüllblätter glockig zusammenneigend. Sit t er 78. C. Lippe gespornt, ungegliedert. 1. Lippe ungeteilt, ganzrandig, hängend. Sporn fadenförmig, länger als der Fruchtknoten. Blüten weifs. Stendelwurz ']']. 2. Lippe an der Spitze 3 zähnig, der mittlere Zahn kürzer, hän- gend. Sporn kegelförmig, viel kürzer als der Fruchtknoten. Blüten grünlich. Hohlzüngel 78. 3. Lippe 3 klappig bis 3 teilig. a. Sporn walzlich oder kegelförmig, dick. Lippe 3 lappig bis 3 teilig, nicht gewunden. Orche 74. b. Sporn kegelförmig. Lippe gewunden, 3 teilig, mit verlän- gerten, linealen Zipfeln. Blüten grofs. Riemenzunge 76. c. Sporn fadenförmig oder beutelfönnig (und dann die Blüten- hülle weifslich). Lippe 3 spaltig oder 3 lappig. Knollen handförmig geteilt. Händel würz 77. d. Sporn fadenförmig. Lippe 3 spaltig, nicht gewunden. Blüten ziemlich klein. Knollen ungeteilt. Hunds würz 76. D. Lippe ungespornt, ungegliedert, nicht aufgeblasen. 1. Blütenhüllblätter abstehend (ausgebreitet). Lippe abwärts ge- richtet. Lippe ungeteilt oder 3 — 5 spaltig, meist oberseits sammetartig. Fruchtknoten nicht oder nur wenig gedreht. Ragwurz 76. 2. Blütenhüllblätter abstehend (ausgebreitet). Lippe aufgerichtet, ungeteilt. Stengel am Grunde knollig verdickt. Blüten klein. *i A Orchengewächse. a. Lippe stumpf, so lang als die übrigen Blütenhüllblätter. Traube 3 — 8 blutig. Glanz \vurz 80. b. Lippe zugespitzt, kürzer als die äufseren Blütenhüllblätter. Traube vielblütig. Weich würz 80. 3. Blütenhüllblätter aufrecht oder glockig zusammenneigend, höch- stens die 2 seitlichen abstehend. a. Lippe 4 teilig (eigentlich 3 teilig, der Mittelzipfel 2 spaltig), herabhängend. Fruchtknoten gedreht. Stengel mit rund- lichen Knollen. Ohnhorn 78. b. Lippe spiefsförmig - 3 spaltig, vorgestreckt, am Grunde seicht beutelfönnig ausgehöhlt. Stengel mit 2 ungleich grofsen Knollen. Hünge 78. c. Lippe an der Spitze 2 spaltig, herabhängend, mit 2 fast gegen- ständigen Blättern. Stengel ohne Knollen. Zweiblatt 79. d. Lippe ungeteilt. Blüten klein. Ähre vielblütig. aa. Ähre schraubenförmig gedreht. Blätter neben dem Blütenstengel. Wurzelstock knollig verdickt. Dreh würz 79. bb. Ähre nicht schraubenförmig gedreht. Blätter rosettig am Blütenstengel. Wurzelstock kriechend. Moos würz 79. I. Frauenschuh, Cypripedium. Stengel meist 3 — 5 blättrig, kurzhaarig. Blätter elliptisch bis eiförmig- lanzettlich. Blüten rotbraun, Lippe hellgelb, am Grunde rot punktiert. 15 — 45 cm. Mai, Juni. Schattige Laubwälder, buschige Bergabhänge, gern auf Kalk. Zerstreut. Braungelber Fr., C. calceolus L. 2. Orche, Kuckucksblume, Orchis. A. Äufsere Blütenhüllblätter helmartig zusammenneigend. Knollen un- geteilt. I . Lippe 3 lappig oder 3 spaltig, der Mittelzipfel ungeteilt oder höch- stens ausgerandet. a. Lippe 3 spaltig, vorgestreckt. Sporn gekrümmt, absteigend. Blütenhüllblätter in eine spatelig verbreiterte Spitze ausgehend. Ähre dicht, fast kugelig oder kurz - pyramidenförmig. Blüten blafsfleischfarben. 30 — 45 cm. Gebirgswiesen. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Kugel -O-, O. globösa L. b. Lippen 3 spaltig, abwärts gerichtet. Sporn abwärts gerichtet. Blütenhüllblätter kurz gespitzt. Ähre ziemlich dicht, walzlich. Blüten schmutzig -braunrot, nach AVanzen riechend. 15 — 30 cm. Wiesen. Zerstreut. Juni, Juli. "Wanzen- O., O. coriöphora L. c. Lippe kurz - 3 lappig. Sporn wagerecht -abstehend oder auf- steigend. Blütenhüllblätter stumpf. Ähre locker, 5 — 10 blutig. Blüten purpurn, grün geädert, seltener rosa oder weifs. 10 bis 25 cm. Trockene Wiesen, Triften, Raine. Häufig. Mai, Juni. Salep-O., O. morio L. Orche nee wachse. 75 2. Lippe 3 teilig. der Mittelzipfel 2 spaltig oder 2lappig. meist mit einem Zähnchen in der Bucht. a. Deckblätter höchstens ^/^mal so lang als der Fruchtknoten. Blüten grofs. aa. Mittelzipfel der Lippe vom Grunde an allmählich ver- breitert. Helm aufsen braunrot (dunkler als die Lippe). 30 — 70 cm. Wälder, gern auf Kalk. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Braune O., O. purpürea Huds. bb. Mittelzipfel der Lippe vom Grunde an lineal, an der Spitze plötzlich verbreitert. Helm aufsen rötlichgrau (heller als die Lippe). 20 — 40 cm. AViesen, Bergabhänge. Zerstreut. Mai, Juni. Soldaten- O., O. militäris L. b. Deckblätter wenigstens halb so lang als der Fruchtknoten. aa. Blüten klein (8 — 10 mm lang). Lippe weifs, rot punktiert. Helm schwarzpurpurn (Ähre daher vor dem Aufblühen schwärzlich, wie angebrannt). Sporn ^ ^ — ' ^mal so lang als der Fruchtknoten. 20 — 30 cm. Bergabhänge, trockene Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Brand -O., O. ustuldta L. bb. Blüten gröfser. Lippen blafslila. rot punktiert. Sporn min- destens halb so lang als der Fruchtknoten. 15 — 25 cm. Sonnige Hügel, Waldränder, Weinberge. Ziemlich selten. Mai, Juni. Bunte O., O. tridentäta Scop. B. Seitliche äufsere Blütenhüllblätter zuletzt abstehend oder zurückge- schlagen. 1. Knollen an der Spitze kurz -2 — 3 lappig, walzlich (bisweilen auch ungeteilt). Sporn so lang oder länger als der Fruchtknoten. Blütenhülle gelblich, seltener purpurn. Ähre kurz, dicht. Blätter nach vorn verbreitert, 4 — 6. Stengel hohl. 15 — 25 cm. Trockene Wiesen, Abhänge, lichte Waldstellen. Zerstreut, in Norddeutsch- land selten. Mai, Juni. Holunder- O., O. sambücina L. 2. Knollen handförmig geteilt, zusammengedrückt. Sporn meist kürzer als der Fruchtknoten. a. Stengel markig, 6^ 10 blättrig. Blätter meist gefleckt, das oberste sehr klein, von der Ähre meist entfernt. ^Mittlere Deckblätter so lang oder kürzer als die Blüten. Blüten hell- purpurn bis fast weifs. 30 — 60 cm. Wiesen, lichte Gebüsche. Häufig. Juni. G-efleckte O., O. maculäta L. b. Stengel hohl, 4 — 6 blättrig. Blätter vom Stengel schief ab- stehend, meist braun gefleckt, das oberste meist die Ähre er- reichend, die eiförmig -länglich, etwa in der Mitte am breitesten. Untere \md mittlere Deckblätter länger als die Blüten. Blüten rot, nicht selten weifs. 15 — 30 cm. Feuchte Wiesen. Meist häufig. Mai, Juni. Breitblättrige O., O. latifolia L. c. Stengel hohl, 4 — 6 blättrig. Blätter aufrecht, meist ungefleckt, lang - lanzettlich , aus breitem Grunde allmählich verschmälert, -■5 Orchengewächse. an der Spitze kapuzenföimig zusammengezogen. Untere und mittlere Deckblätter länger als die Blüten. 15 — 45 cm. Blüten meist hellpurpum. Moorige Wiesen. Juni. Fleischfarbige O.. O. incarnäta L. 3. Knollen ungeteilt. a. Deckblätter i nerv-ig. Sporn so lang als der Fruchtknoten. Lippe seicht - 3 lappig. Blüten blafsgelb, nach Holunder duftend. Ähre dicht, eiförmig. Blätter länglich - verkehrt - eiförmig, ungefleckt. Stengel obervvärts blattlos. 20 — 30 cm. BergAviesen, lichte Wälder in Mittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. April. Mai. Bleiche O., O. pallens L. b. Deckblätter i ner\-ig. Sporn so lang als der Fruchtknoten. Lippe tief - 3 lappig. Blüten purpurn, meist genichlos. Ähre locker, verlängert. Blätter länglich bis lanzettlich, oft purpurn gefleckt. Stengel oberwärts blattlos. 20 — 40 cm. ÄViesen. Triften, Waldränder. Mai, Juni. Manns -O., O. mdscula L. c. Deckblätter 3 — 5nersäg. Sporn kürzer als der Fruchtknoten. Blüten lila -purpurn. Ähre locker, verlängert. Blätter lineal- lanzettlich. Stengel mehr gleichmäfsig beblättert. 30—50 cm. Sumpfige Wiesen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Sumpf- O.. O. palustris Jacq. 3. HundSWUrz, Anacämptis. Ähre vielblütig, dicht, anfangs kegelförmig. Lippe 3 spaltig, am Grunde oberseits mit 2 aufrechten Blättchen. Blüten lebhaft purpurn, seltener fleischfarben. 30—60 cm. Wiesen, lichte Gebüsche, gern auf Kalk. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Pyramidenförmige H., A. pyramidalis Rieh. 4. Riemenzunge, Himantoglössum. Ähre walzlich , vielblütig. Lippe 3 teilig , der mittlere Zipfel sehr ver- längert, die seitlichen viel kürzer. Helm grünlichweifs, purpiun punktiert und gestreift. Blüten von unangenehmem Geruch. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Waldränder, lichte Gebüsche in ]SIittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Stinkende R., H. hircinum Spr. 5. Ragwurz, Ophrys. I. Äufsere Blütenhüllblätter grünlich. Lippe an der Spitze ohne Anhängsel. a. Lippe ziemlich flach, purpurbraun, sammetartig, 3 spaltig, der ]Mittel- zipfel 2 lappig, am Gnmde mit einem fast 4 eckigen, kahlen, hell- bläulichen Fleck. Innere Blütenhüllblätter schmal - lineal, sammet- artig, braun. 15 — 30 cm. Trockene Wiesen, lichte Wälder, Berg- abhänge. Zerstreut. Mai, Juni. Fliegen -R., O. muscifera Huds. b. Lippe gewölbt, ungeteilt, rotbraun, am Rande gelblich, an der Spitze stumpf oder schwach ausgerandet, behaart, in der Mitte mit Orchengewächse. 77 2 — 4 kahlen Längsstreifen. Innere Blütenhüllblätter länglich, kahl, grünlich. 15 — 30 cm. Sonnige Hügel, trockene Wiesen in Mittel- und Süddeutschland. Selten. ^Mai, Juni. Spinnen -R.. O. aranifera Huds. 2. Äufsere Blütenhüllblätter weifs oder rötlich. Lippe an der Spitze mit einem grünen oder gelblichen Anhängsel. a. Lippe rundlich - verkehrt - eiförmig , ungeteilt, purpurbraun, in der Mitte mit einer kahlen, gelblichen Zeichnung, an der Spitze mit einem vorwärts gebogenen, meist 3 lappigen Anhängsel. 15— 30 cm. Buschige Hügel, Bergabhänge auf Kalk. Sehr zerstreut. Juni. Sammet-R., O. fuciflöra Rchb. b. Lippe länglich - verkehrt - eifömiig, braun mit gelblichen Zeichnungen. 5 spaltig, die 2 hinteren Zipfel abstehend, die 3 vorderen zurück- gekrümmt, der mittlere in ein ungeteiltes Anhängsel endigend. 20 — 40 cm. Sonnige Hügel, lichte Gebüsche auf Kalk. Ziemlich selten. Juni, Juli. Bienen -R., O. apifera Huds. 6. Ohuhoru, Aceras. Ähre walzenförmig, etwas locker. Zipfel der 4 teiligen Lippe lineal. Blüten grünlichgelb. 20—30 cm. Bergige Wälder, sonnige Hügel. Raine. Im Rhein- und Moselthal. Mai, Juni. Menschen- O., A. anthropöphora R. Br. 7. Händelwurz, Gymnadenia. 1. Blüten purpurn, selten weifs. Sporn fadenförmig. a. Sporn fast doppelt so lang als der Fruchtknoten. Lippe 3spaltig, mit ungefähr gleichlangen Zipfeln. Blätter lanzettlich -lineal. Blüten wohlriechend. 30 — 60 cm. Wiesen, Waldränder. Ver- breitet. Juni, Juli. Grofse H., G. conopea R. Br. b. Sporn kaum so lang als der Fruchtknoten. Lippe seicht 3spaltig, der mittlere Lappen gröfser als die seitlichen. Blätter lineal. Blüten klein. 15 — 30 cm. Feuchte Wiesen, Triften. In Süd- deutschland zerstreut, in Nord- und ^Mitteldeutschland selten. Juni, Juli. Kleine H.. G. odoratissima Rieh. 2. Blüten weifslich. klein. Sporn walzlich, ^/gmal so lang als der Frucht- knoten. Blätter länglich - verkehrt - eiförmig. lO — 30 cm. Gebirgs- wiesen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Weifsliche H., G. älbida Rieh. 8. Stendelwurz, Piatanthera. I. Staubbeiitelfächer gleichlaufend, genähert. Sporn fadenförmig. Blätter meist 2. Blüten weifs, sehr wohlriechend. 30 — 45 cm. Wiesen, lichte Waldstellen. Verbreitet. Jimi, Juli. Wiesen -St., P. bifölia Rchb. y8 Orchenge wachse. 2. Staubbeutelfächer nach unten auseinander tretend, entfernt. Sporn meist etwas keulenförmig und bogig gekrümmt. Blüten ziemlich weifs, fast geruchlos. 40 — 60 cm. Schattige Laubwälder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Berg- St., P. montäna Rchb. fiL 9. Hoblzüng'el, Coeloglössrnn. Blätter 2 — 4, allmählich in Deckblätter übergehend. Deckblätter so lang oder länger als die Blüten. Blüten hell- oder bräunlichgrün. 10 bis 15 cm. AViesen, Raine. Zerstreut. ÜNIai. Juni. G-rünes H., C. viride Hartm. 10. Hilng'e, Herminium. Ähre verlängert, vielblütig, ziemlich dicht. Deckblätter ungefähr so lang als die Blüten. Blüten klein, hellgelb. 10 — 20 cm. "Wiesen, Berg- abhänge. Zerstreut. Mai, Juni. Einknollige H., H. monörchis R. Br. II. Widerbart Epipögon. Wurzelstock korallenartig verzweigt. Stengel weifslich, mit 5 — Sgelblichen Schuppenblättern. Blüten grofs, hängend, gelblichweifs, rötlich über- laufen. IG — 20 cm. Feuchte, schattige Wälder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Blattloser W., E. aphyllus SW. 12. Orant, Cephalanthera. 1. Blüten weifs oder gelblichweifs. Ganze Pflanze (auch der Frucht- knoten) kahl. a. Blätter länglich-eiförmig, spitz oder stumpflich. Deckblätter länger als der Fruchtknoten. Blüten gelblichweifs. Lippe innen gelb. 30 — 45 cm. Lichte Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. Mai, Juni. Grofsblütiger O., C. grandiflöra Babgt. b. Blätter lanzettlich, zugespitzt, die oberen lineal-lanzettlich. Deck- blätter viel kürzer als der Fruchtknoten. Blüten weifs, Lippe innen mit gelbem Fleck. 15 — 45 cm. Schattige Wälder. Zer- streut. Mai, Juni. Schwert -O., C. xiphophyllum Rchb. fil. 2. Blüten hellpurpurn oder rosa. Stengel oberwärts nebst den Frucht- knoten kurzhaarig. Untere Blätter länglich, obere lanzettlich, spitz. Deckblätter so lang oder länger als der P>uchtknoten. 30 — 45 cm. Wälder, buschige Hügel, gern awi Kalk. Zerstreut. Juni, Juli. Hoter 0., C. rubra Rieh. 13. Sitter, Epipäctis. I. Vorderes Glied der Lippe rundlich, stumpf, flach, am Grunde mit gelben, hers'orragenden Längsleisten. Blätter länger als die Stengel- glieder, lanzettlich. Lippe weifslich, rot gestreift. Äufsere Blüten- hüllblätter bräunlichgrün, innere weifs, am Grunde rötlich. 30 bis 45 cm. Sumpfige Wiesen. Juni, Juli. Sumpf- S., Sumpfwurz, E. palustris Crantz. O r c h e n er e w ä c h s e. 79 2. Vorderes Glied der Lippe zugespitzt, an der Spitze zurückgebogen, am Grunde meist mit 2 Höckern. a. Blätter kürzer als die Stengelglieder, klein, eiförmig - lanzettlich,, auch auf den Nerven fast kahl. Höcker am Grunde des vorderen Lippengliedes kerbig. Blüten grünlich, am Rande rötlich. Lippe am Rande Meifslich. 20 — 40 cm. Schattige Berg-wälder im nord- westlichen Deutschland, in Thüringen, Juni — Aug. Kleinblättrige S., E. microphylla Sw. b. Blätter länger als die Stengelglieder, eifömiig- lanzettlich bis lan- zettlich, auf den Nerven flaumig -rauh. Höcker am Grunde des vorderen Lippengliedes faltig -kraus. Blüten dunkel-rotbraun. 30 bis 60 cm. Kalkhügel, am Seestrande. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Bote S., E. rubiginösa Gaud. c. Blätter länger als die Stengelglieder, eiförmig oder länglich- eiförmig, auf den Nerven flaumig -rauh. Höcker am Grunde des vorderen Lippengliedes glatt, oft fast verschwindend. Blüten grün- lich, rotbraun überlaufen, oder grünlichgelb. 30 — 80 cm. Schattige Wälder, Gebüsche. Verbreitet. Juni — Aug. Breitblättrige S., E. latifölia All. 14. Nestwurz, Neöttia. Wurzelstock aus vielen, dicht an einander liegenden Fasern bestehend, oft vogelnestartig. Stengel mit 4 — 5 scheidigen Schtippenblättern. Blüten mittelgrofs, ganze Pflanze gelbbräunlich. 30 — 45 cm. Laub- und Nadelwälder. Zerstreut. ^Lai, Juni. Braune N., N. nidus avis L. 15. Zweiblatt, Listera. r. Stengel kräftig. Blätter elliptisch oder elliptisch - eiförmig. Traube vielblütig. Lippe einfach 2 spaltig. Blüten grün, Lippe fast gelblich, 20 — 50 cm. Feuchte Laubwälder, Gebüsche, Wiesen, Grasplätze. Nicht selten. ^Mai, Juni. Grofses Z., L. oväta R. Br. 2. Stengel zart. Blätter herzförmig -3 eckig. Traube 6 — gblütig. Lippe am Grvmde jederseits mit einem Zähnchen. Blüten klein, grünlich, innen purpurn. 8 — 15 cm. Schattige, moosige Stellen in Laub- und Nadelwäldern, Torfbrüche. Seltener. Mai, Juni. Kleines Z., L. cordata R. Br. 16. MooSWUrz, Goodyera. Stengel oberwärts nebst den Blättern kurzhaarig. Blätter rosettig, ge- stielt, übenvinternd. Ähre vielblütig, dicht. Blüten grünlich, innen weifslich. 10 — 25 cm. Feuchte, moosige Wälder. Zerstreut. Juli^ Aug. Kriechende M., G. repens R. Br. 17. Dreh würz, Drehähre, Spiränthes. Blätter rosettig, spitz. Stengel seitenständig, nur mit einigen Scheiden besetzt, oberwärts kurzhaarig. Blüten giünlich, innen weifs. Lippe 30 Orchengewächse. Nufsbaumgewächse. vorn wellig-gekerbt. lo — 20 cm. Triften, Raine, Waldränder. Zer- streut. Aug. — Okt. Herbst -D., S. auctumnälis Rieh. i8. Korallenwurz, Corralliorrhiza. Wurzelstock korallenartig verzweigt. Stengel mit meist 3, etwas bauchi- gen Scheiden. Blüten ziemlich klein. Pflanze gelbgrünlich. Lippe weifslich, rot punktiert. 8 — 25 cm. Feuchte Wälder, Torfbrüche. Zerstreut. Mai, Juni. Bleiche K., C. innäta R. Br. 19. GlanZWUrz, Liparis. Pflanze gelbgiün. Stengel am Grunde 2 blättrig. Lippe länglich, klein- gekerbt. Blüten grünlichgelb. 8 — 20 cm. Moorige Wiesen, Torf- sümpfe. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Sumpf- GL, L. Loeselii Rieh. 20. Weichwurz, Maläxis. 1. Stengel unterv\'ärts meist 3 blättrig. Innere Blütenhüllblätter eiförmig- länglich. Blüten gelblichgrün. 5 — 15 cm. Torf brüche, torfige Wiesen. In Xorddeutschland und den Rheingegenden zerstreut, sonst selten. Juli. Aug. Dreiblättrige W., INI. paludösa Sw. 2. Stengel unterwärts meist I blättrig. Innere Blütenhüllblätter lineal. Sonst wie vorige Art. 8 — 15 cm. Feuchte Triften, Torf brüche, moorige Gebüsche. In Nord- und Ostdeutschland; im südlichen Ge- biet nur in der bayrischen Hochebene und in den Alpen. Selten. Juli. Einblättrige W., M. monophyllos Sw. III. Klasse. Netzblättler, Dicotylen. A. Freikronblättrige Netzblätter, Choripetalen. *) I. Familie. Nufsbaiimgewäclise, Juglandaceen. I. Nufsbaum, Juglans. xxi. Blättchen 7 — 9, länglich oder länglich-eiförmig, spitz oder zugespitzt, fast ganzrandig, gerieben von aromatischem Geruch. Blüten grünlich. Häufig der Frucht wegen angepflanzt. Stammt aus dem Orient. Mai. Welscher N., J. regia L. *) Da in derselben Familie Pflanzen mit und ohne Krone vor- kommen, werden die kronlosen mit den freikronblättrigen Netz- .blättlern vereinist. Gagelstrauchgewäclise. AVeidengewächse. 3l 2. Familie, (jagelstraucllgewächse, Myricaceen. I. Gagelstrauch, ^Nlyrica. xxn. Blätter länglich - verkehrt - eiförmig bis lanzettlich, vorn entfernt -gesägt, mit Harzpiinkten bestreut. Kätzchen vor den Blättern erscheinend. 50 — 150 cm. Moorige Waldwiesen, Sümpfe. In Norddeutschland. Aprü, Mai. Torf-G., M. gale L. 3. Familie. Weideilg-ewächse, Salicaceen. I. Deckschuppen gekerbt bis zerschlitzt. Blütenhülle becherförmig, schräg abgestutzt. Staubbeutel 8 — 12. Griffel 2, sehr kurz. Pappel 81. II. Deckschuppen der Kätzchen ganz. Blütenhülle diirch i oder 2 Drüsen vertreten. Staubblätter 2 oder mehrere. Griffel i. Narben 2. Weide 82. I. Pappel, Pöpulus. XXII. A. Deckschuppen gewimpert. Staubblätter 8. Rinde lange glatt bleibend. 1. Jüngere Aste und Knospen weifsfilzig. Blätter herzförmig - rund- lich, (besonders die jüngeren) buchtig -gelappt, unterseits schnee- weifs-filzig. Kätzchenschuppen nicht oder schvN-ach eingeschnitten, spärlich - gewimpert. Narben gelb. Wälder in Süddeutschland. Angepflanzt. Älärz, April. Silber -P,, F. alba L. 2. Jüngere Äste schwach behaart oder kahl. Knospen kahl, klebrig. Blätter fast kreisnmd, ausgeschweift -stumpf -gezähnt, anfangs seidenhaarig, zuletzt ganz kahl, die der Stockausschläge grofs, eiförmig, zugespitzt, kurzhaarig. Kätzchenschuppen handfönnig- zerschlitzt, lang- zottig -gewimpert. Narben purpurn. Wälder, Gebüsche. Häutig. März, April. Zitter-P., Espe, P. tremula L. 3. Jüngere Aste und Knospen dünn - graufilzig. Blätter nmdlich, ausgeschweift, grob gezähnt, am Giimde meist etwas herzförmig, unterseits dünn - graufilzig. Bastard zwischen der Silber - Pappel und Zitter- Pappel. Hie und da angepflanzt. April. Grau-P., P. canescens Sm. B. Deckschuppen kahl. Staubblätter 12 — 20. Rinde rissig. 1. Aste kurz, dick, die jüngeren braunrot, nicht auffallend kantig. Blätter meist eiföniiig, unterseits grauweifs, braungelb - netznervig. Knospen gi-ofs, klebrig, balsamisch duftend. Zierbaimi aus Nord- amerika. April. Balsam -P., P. balsamifera L. 2. Aste schlank, ledergelb. Blätter 3 eckig oder rautenförmig, beider- seits grün. a. Jüngere Aste von 'Korkrippen kantig. Blätter deltaförmig, am Rande weichhaarig. Angepflanzt (aber fast nur der männliche Baum). Aus Nordamerika. (P. Canadensis Moench) April. Canadische P., P. monilifera Ait. Schmidlia^Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 6 §2 Weidengewächse. b. Jüngere Äste rundlich, ohne Korkrippen. aa. Äste nach allen Seiten hin gleichmäfsig ausgebreitet, eine breite Laubkrone bildend. Blätter meist länger als breit. "Wälder. Angepflanzt. April. Schwarz -P., P. nigra L. bb. Äste aufrecht, eine schmale, lange Laubkrone bildend. Blätter meist breiter als lang. Angepflanzt, besonders an Strafsen (aber nur männliche Bäume). Abart der vorigen. Aus dem Orient. April. (P. pyramidalis Rozier). Italienische P., P. Itälica Moench. 2. Weide, Salix. XXII. I. Deckschuppen der Kätzchen einfarbig, gelbgrün oder grün. Kätzchen mit den Blättern zugleich erscheinend. Zweige schlank, meist kahl. A. Deckschuppen der Kätzchen vor der Fruchtreife abfallend. 1 . Blätter wenigstens unterseits seidenhaarig - filzig, blaugrün, ober- seits wenig glänzend, nicht klebrig, länglich - lanzettlich , zu- gespitzt, klein -gesägt. Nebenblätter lanzettlich. Staubgefäfse 2. Fruchtknotenstiel kürzer als die einzige Drüse. Z^-eige nicht leicht abbrechend, grünlichgi-au , bei einer Abart (der Dotter- weide, S. vitellina L.) dottergelb oder rotgelb. 6 — 18 cm. Wege, Dörfer, feuchte Wälder. Häufig angepflanzt. April, Mai. Silber -W., S. alba L. 2. Blätter kahl, oberseits glänzend, anfangs klebrig. Blattstiel obervvärts drüsig. Zweige leicht abbrechend. a. Nebenblätter eifönnig - länglich , gerade. Blätter eiförmig- elliptisch, kurz - zugespitzt , drüsig -gesägt. Blattstiel ober- wärts vieldrüsig. Staubgefäfse 5 — 12. Fruchtknotenstiel doppelt so lang als die Drüse, i — 12 m. Feuchte Wälder, Waldwiesen, Ufer. Zerstreut. ]Mai, Juni. Lorbeer -W., S. pentandra L. b. Nebenblätter halbherz- oder nierenförmig. Blätter länglich- lanzettlich, lang zugespitzt, gesägt, die der Kätzchenstiele alle ganzrandig. Staubgefäfse 2. Fruchtknotenstiel 2 — 3 mal so lang als die hintere Drüse. 6 — 12 m. Ufer, feuchte Wälder. Häufig. Oft angepflanzt. April, Mai. Bruch -W., S. frägilis L. B. Deckschuppen bis zur Fruchtreife bleibend. Weibliche Blüten nur mit I Drüse. Blätter kahl, gesägt, nicht klebrig, oberseits glänzend. I. Nebenblätter halbherzfönnig. Blätter länglich bis lanzettlich, beiderseits gleichfarbig oder unterseits blafsgrün oder bläulich- grün oder fast weifslich, die der Kätzchenstiele gesägt oder ganzrandig. Kätzchen dünn. Staubgefäfse 3. Fruchtknoten- stiel 3 — 5 mal so lang als die Drüse. Zweige aufrecht. Strauch. 1,5 — 3 m. Ufer, Gräben, feuchte Wiesen. Häufig. April, Mai. Mandel -W., S. amygdalina L. V\" e i d e n or e w ä c h s e. 83 2. Zweige bogenförmig überhängend. Nebenblätter schief - läng- lich - lanzettlich oder sichelförmig. Blätter schmal - lanzettlich, unterseits blaugrün. Fnichtknotenstiel kürzer als die Drüse. Baum. 3 — 6 m. Oft angepflanzt. Aus dem Orient.*) April, Mai. Trauer -W., S. Babylönica L. II. Deckschuppen an der Spitze schwärzlich oder rotbraun. Blüten nur mit I Drüse. Staubblätter 2. Kätzchen meist vor den Blättern er- scheinend. A. Staubfäden verwachsen. Staubbeutel rötlich, nach dem Verblühen schwärzlich. Fruchtknoten sitzend oder kurz gestielt. Sträucher mit schlanken Zweigen. 1. Staubfäden bis zur Spitze verwachsen. Griffel sehr kurz oder fehlend. Narben eifönnig (gelb oder purpurn). Blätter lanzett- lich, vom breiter, zugespitzt, zuletzt ganz kahl, unterseits blau- grün, matt, die Seitennerven beiderseits sehr schwach her\'or- tretend. Nebenblätter meist nicht ausgebildet, i — 3 m. Ufer, Gräben, feuchte "Wiesen. Verbreitet. März, April. Purpur -W., S. purpürea L. 2. Staubfäden etwa bis zur Mitte verwachsen. Griffel mehr oder weniger verlängert. Narbe lineal- länglich. Blätter lanzettlich, vorn verschmälert, am Rande etwas umgerollt, anfangs seiden- haarig-zottig, später meist ganz kahl, dunkelgrün, glanzlos, die Seitenner\-en beiderseits mehr oder weniger hervorragend. Nebenblätter lanzettlich bis lineal. Äste kahl. 1,50 — 5 m, Ufer, feuchte Gebüsche. Sehr zerstreut. Mai. Bach-W., S. rubra Huds. B. Staubfäden frei. Fnichtkncten sitzend oder kurz gestielt. Auf- rechte Sträucher oder Bäume mit schlanken Zweigen. I. Zweige meist blau bereift, glatt. Innere Rinde (im Sommer) gelb. Blätter zuletzt ganz kahl, oberseits glänzend. Frucht- knoten kahl. a. Äste dünn, rotbraun. Blätter schmal -lanzettlich, lang zu- gespitzt, nebst den jüngeren Ästen von Anfang an kahl. Nebenblätter lanzettlich. Kätzchen kleiner, meist von ein- ander entfernt. 3 — 9 m. Ufer. Sehr zerstreut und überall nur angepflanzt. März, April. Reif -W., S. acutifölia Willd. b. Äste dick. Blätter länglich - lanzettlich, anfangs gesägt und nebst den jüngeren Ästen sparsam zottig. Nebenblätter halbherzförmig. Kätzchen grofs, meist genähert. 3 — 9 m. *) Bei uns existieren nur weibliche Bäume, welche sämtlich von einer Rute abstammen sollen, die der englische Dichter Alexander Pope zu Anfang des 18. Jahrhunderts, in einen Korb geflochten, aus Smyrna erhielt, und die er, da sie noch Leben zeigte, einpflanzte. 6* S4 Weidengewächse. Sandige Flufsufer, am Seestrande. Ziemlich selten. Zu- weilen in Parkanlagen angepflanzt. März, April. Am frühesten von allen Arten. Keller hals -W., S. daphnoides Vill. 2. Zweige nicht blau bereift. Innere Rinde grün. Blätter ober- seits nicht glänzend, unterseits filzig. a. Fruchtknoten seidenhaarig -filzig, fast sitzend, sein Stiel kürzer als die Drüse. Kätzchen grofs (gegen 3 cm lang). Deckschuppen oberwärts schwärzlich. Staubfäden nicht ver- wachsen. Blätter schmal - lanzettlich, zugespitzt, fast ganz- randig, am Rande etwas imigerollt, oberseits trübgrün, unter- seits glänzend - seidenhaarig - filzig. Nebenblätter vorhanden, schmal -lanzettlich. 1,50 — 3 m. Ufer, Gebüsche. Häufig. März, April. Korb-W., S. viminalis L. b. Fruchtknoten kahl, gestielt, sein Stiel doppelt so lang als die Drüse. Kätzchen klein, meist bogig. Deckschuppen gelblichgi'ün , an der Spitze etwas rostfarben. Staubfäden bis zur Hälfte verwachsen. Blätter lanzettlich - lineal , aus- geschweift-gezähnt, am Rande anfangs umgerollt, später meist flach, unterseits weifsgrau - filzig, mit starkem, gelb- lichem Mittelner\\ 3 — 6 m. An Ufern der Alpenflüsse Süddeutschlands und im südöstlichen Schlesien. In Park- anlagen nicht selten angepflanzt. April. Oleaster -W., S. incana Schrank. Staubfäden frei. Fruchtknoten deutlich (oft lang) gestielt, sein Stiel 2 — 6 mal so lang als die Drüse. Sträucher oder Bäume ab- stehend- und kurzästig. I. Niedrige Sträuchlein mit unterirdisch - kriechendem oder auf- steigendem Hauptstamm. Griffel kurz. Fruchtknotenstiel 2 bis 4 mal so lang als die Drüse. a. Blätter klein, elliptisch oder lanzettlich, anfangs beiderseits, zuletzt nur unterseits seidenhaarig, schwachnen'ig. Neben- blätter lanzettlich. Ändert (Rosmarin - Weide, S. rosmarini- fölia Koch.) mit linealen Blättern und fast kugeligen Kätz- chen ab. 20 — 60 cm. Moorige Wiesen, Torfmoore. Nicht selten. April, Mai. Kriechende W., S. repens L. b. Blätter gröfser, verkehrt - eiförmig oder verkehrt - eiförmig- lanzettlich, unterseits etwas schimmemd-filzig, aderig-runzelig. Nebenblätter eiförmig. Bastard zwischen der Erd- und Ohr- weide. Von letzterer durch meist kleinere und unterseits etwas seidenartig behaarte Blätter unterschieden. 20 — 60 cm. Torfige Wiesen, Moore. Zerstreut. April, Mai. Zweideutige W., S. ambigua Ehrh. Vergl. auch die Ohr- Weide, Seite 85. Weidengewächse. 3^ Aufrechte Sträucher oder Bäume. Griffel verlängert. Frucht- knotenstiel 2 — 3 mal so lang als die Drüse. Nebenblätter halb- herzförmig. Blätter anfangs unterseits weichliaarig (aber nicht filzig), später kahl oder fast kahl, unterseits gi'au- oder bläu- lichgrün. a. Zweige und Knospen kurzhaarig. Blätter gesägt oder wellig- gesägt, länglich - elliptisch , spitz, oberseits mit vertieften, unterseits mit hervorspringenden Ner\'en, grau, mit meist grüner Spitze, getrocknet schwarz werdend. Nebenblätter mit gerader Spitze. Fruchtknoten meist kahl. 1,50 — 6 m. Feuchte Wiesen, AValdsümpfe. In Süddeutschland, sonst selten. April, ISIai. Schwarzwerdende W., S. nigricans Sm, b. Zweige kahl. Blätter fast ganzrandig, seltener entfernt- kleingesägt, elliptisch, oberseits mit schwach - hervorragenden Seitennerven, unterseits bläulichgrün, zuletzt ganz kahl, ge- trocknet nicht schwarz werdend. Nebenblätter mit schiefer Spitze. Fruchtknoten meist seidenhaarig -filzig, i — 3 m. Selten angepflanzt und verwildernd. In den Alpen und im schlesischen Gebirge einheimisch. Mai, Juni. Zweifarbige W., S. phylicifölia L. Aufrechte Sträucher oder Bäume, Griffel kurz. Fruchtknoten- stiel 3 — 6 mal so lang als die Drüse. Nebenblätter nieren- föniaig. Blätter unterseits graufilzig. a. Zweige und Knospen graufilzig. Blätter länglich - verkehrt- eiförmig, zuletzt oberseits trübgrün, kurzhaarig, glanzlos. Deckschuppen dicht - zottig. Fruchtknotenstiel 3 — 5 mal so lang als die Drüse. Narben aufrecht - abstehend. 50 bis 150 cm. Wiesen, Gräben, feuchte Waldränder. Häufig. März, April. Werft -W., S. cinerea L. b. Zweige und Knospen kahl oder kurzhaarig. aa. Blätter nxndlich bis elliptisch, flach, zuletzt oberseits reingrün und kahl, etwas glänzend. Kätzchen grofs. Deck- schuppen dicht - zottig. Fruchtknotenstiel 4 — 6 mal so lang als die Drüse. Narben meist zusammemieigend. 3 — 9 m. Gräben, Gebüsche, Laubwälder. Gemein. März, April. Sahl-W., S. cäprea L. bb. Blätter verkehrt - eiförmig oder länglich - verkehrt - eiförmig, mit kurzer, zurückgekrümmter Spitze, nxnzelig, zuletzt oberseits trübgrün, kurzhaarig, glanzlos. Kätzchen klein. Deckschuppen behaart. Fruchtknotenstiel 2 — 4 mal so lang als die Drüse. Narben meist aufrecht - abstehend. 50 — 250 cm. Feuchte Wiesen, Gräben, Waldränder. Häufig. April, Mai. Ohr-W., S. aurita L. So Birkengewächse. 4. Familie. Birkeilgewächse, Betulaceen. I. Männliche Blüten in walzenförmigen, weibliche Blüten in lockeren oder knospenfönnigen Blütenständen (Kätzchen). Staubbeutel an der Spitze mit einem Haarbüschel. A. Weibliche Blütenstände locker. Fn;cht von einer blattartigen, 3 teiligen Hülle einseitig bedeckt. Heister 86. B. Weibliche Blütenstände knospenförmig. Frucht von einer laub- artigen, becherförmigen, zerschlitzten Hülle umschlossen. Haselstrauch 86. II. Männliche und weibliche Blüten in walzenfönnigen oder länglichen Blütenständen (sogenannten Kätzchen). Staubbeutel kahl. Früchte ohne Hülle. A. Weibliche Blütenstände einzeln. Deckschuppen der weiblichen Blüten nicht holzig werdend, abfallend. Birke 86. B. Weibliche Blütenstände zu 3 — 5 traubenförmig (an gemeinschaft- lichem Stiele). Deckschuppen der weiblichen Blüten holzig werdend, bleibend. ■ Erle 87. I. Heister, Hornbauni, Carpinus. xxi. ■Blätter länglich - eiförmig, zugespitzt, am Grunde schief, doppelt - gesägt, etwas faltig, fast kahl. Früchte dichte, hängende Büschel bildend. Rinde aschgrau, glatt. Wälder. Häufig. Oft auch (strauchartig zu Hecken) angepflanzt. April, Mai. Birken- H., Weifsbuche, C. betulus L, 2. Hasel, Cör^dus. XXI. 1. Fruchthülle glockig, offen, so lang oder kürzer als die Fnicht. Blätter rundlich - verkehrt - eiförmig, zugespitzt, am Grunde herzförmig, schwach- eckig-gelappt, doppelt - gesägt. Staubbeutel gelb. Zweige grau. Ge- büsche, Wälder. Häufig. Febr., März. Wald-H., C. Avelläna L. 2. Fruchthülle röhrig, oberwärts verengt, länger, meist doppelt so lang als die Frucht. Staubbeutel meist rot. Sonst wie vorige Art. Häufig in Gärten angepflanzt. Aus Südeuropa. Febr. — April. Blut-H., LambertsnuXs, C. tubulösa Willd. 3. Birke, Beuüa. xxi. 1. Blätter ziemlich langgestielt, undeutlich netzadrig. Männliche Kätz- chen hängend. a. Blätter nebst den Zweigen kahl, rautenfönnig-3 eckig, lang -zu- gespitzt, doppelt - gesägt , oberseits (wenigstens die älteren) mit weifsen Harzpunkten. Zweige oft hängend. Wälder, Gebüsche, seltener eigene Bestände bildend. April, Mai. Weifs-B., B. verrucosa Ehrh. B u c h e n g e w ä c h s e. 3 7 b. Blätter anfänglich nebst den jungen Z\veigen weichhaarig, später kahl oder unterseits in den Xervenwinkeln bärtig, eiförmig oder herz- eiförmig, selten rautenfönnig, kurz - zugespitzt , ohne Harzpunkte. Wälder, Torfrnoore. Zerstreut. April, Mai. Moor-B., B. pubescens Ehrh. 2. Blätter kurzgestielt, fast sitzend, deutlich und erhaben netzadrig. Alle Kätzchen aufrecht. a. Blätter rundlich - eiförmig oder eiförmig, kerb ig - gesägt, stumpf oder stumpflich, kahl. Weibliche Kätzchen sehr kurzgestielt. Kätzchen- schuppen 3 spaltig. 6o — 120 cm. Torfbrüche, moorige Wiesen. Sehr zerstreut. April, Mai. Niedrige B., B. hümilis Schrank. b. Blätter rundlich, breiter als lang, tief gekerbt. Weibliche Kätz- chen sitzend. Sonst wie vorige Art. 30 — 80 cm. Torfbrüche der höheren Gebirge. Mai, Juni. Zwerg- B., B. nana L. 4. Erle, Alnus. XXI. 1. Blätter beiderseits kahl, oberseits klebrig, verkehrt- eiförmig -nmdlich, meist stumpf, ungleich - gesägt oder ausgeschweift- klein -gezähnelt, unterseits in den Nervenwinli;eln bärtig. Weibliche Kätzchen deutlich gestielt. Rinde schwarzbraun - rissig. Ufer, Sümpfe, feuchte AVälder. Häufig. März, April. Schwarz -E., A. glutinösa Gaertn. 2. Blätter unterseits weichhaarig oder etwas kurzfilzig und graugrün, oberseits nicht klebrig, eiförmig, kurz - zugespitzt, scharf - doppelt - ge- sägt. Weibliche Kätzchen kurzgestielt oder fast sitzend. Rinde glatt, grau. Sumpfige Ufer, feuchte Gebirgswälder. Seltener. Häufig an- gepflanzt. Febr., März. Grau-E., A. incana DC. 3. Blätter rundlich- oder verkehrt - eiförmig, stumpf, zuweilen die obersten spitz, doppelt -kerbig- gesägt, beiderseits grün, unterseits weichhaarig oder schwach - filzig. Weibliche Kätzchen deutlich gestielt. Rinde graubraun. Bastard zwischen der Schwarz-E. und Grau-E. Sehr zerstreut. Weichhaarige E., A. pubescens Tausch. 5. Familie. Buclieilgewäclise, Fagaceen. I. Männliche Kätzchen eiförmig oder fast kugelig, hängend, langgestielt. Früchte 3 kantig, meist zu 2 in einer 4 klappig sich öffnenden, borstigen Hülle eingeschlossen. Blüten mit den Blättern erscheinend. Buche 88. II. Männliche Kätzchen verlängert. A. Blüten nach den Blättern erscheinend, die männlichen Kätzchen verlängert - walzenförmig, steif -aufrecht. Früchte zu 2 oder 3 in einer 4 klappig sich öffnenden, stacheligen Hülle. Kastanie 88. B. Blüten mit den Blättern erscheinend. ^Männliche Kätzchen faden- förmig, unterbrochen, schlaff überhängend. Frucht einzeln am Grunde von einer napfförmigen, schuppigen Hülle umgeben. Eiche 88. 38 Rüstergewächse. I. Buche, Fagiis. XXI. Blätter eiförmig oder elliptisch, undeutlich gezähnt oder ausgeschweift, zottig-gewimpert, sonst kahl. Rinde weifsgrün, ziemlich glatt. 20 bis 30 m. Einzeln und Wälder bildend. In Parkanlagen findet sich nicht selten die in Südtirol einheimische Form mit braunroten Blättern (Blut-Buche) angepflanzt. Mai. Rot-B., F. silvätica L. 2. Kastanie, Castänea. XXI. Blätter länglich-lanzettlich, lang-zugespitzt-gesägt, etwas lederartig, ober- seits dunkelgrün, glänzend, unterseits blafsgrün. Rinde rissig. 15 bis 30 m. In Süddeutschland als "Waldbaum, bei uns meist als Zierbaum angepflanzt. Aus Südeuropa. Juni. Echte K., C. sativa Mill. 3. Eiche, Quercus. xxi. 1. Blätter sehr kurz gestielt, fast sitzend (ihr Stiel nicht länger als die halbe Breite des Blattgrundes), längiich-verkehrt-eifömiig, am Grunde meist gestutzt oder etwas herzförmig. Weibliche Blüten und Früchte an gemeinsamem, die Blattstiele an Länge übertreffendem Stiele. 20 — 40 m. Einzeln in Laub- und Nadelwäldern, selten Bestände bildend. Mai; etwas früher blühend als die folgende. Sommer -E., Q. robur L. 2. Blätter lang gestielt (ihr Stiel länger als die halbe Breite des Blatt- grundes), verkehrt - eiförmig, mit meist keilig zulaufendem Grunde. Weibliche Blüten und Früchte sitzend oder an gemeinsamem, die Blattstiele an Länge nicht übertreffendem Stiele. 20 — 30 m. Wälder. Mai. Winter -E., O. sessiliflöra Sm. 6. Familie. Kttstergewäclise, Ulmaceen. I. Rüster, Ulme, Ulmus. v. Blüten sehr kurz gestielt, fast sitzend. Staubblätter 3 — 6. Frucht- flügel kahl. a. Staubblätter meist 3 oder 4. Same unmittelbar unter der Aus- randung der Frucht. Blätter unterseits in den Xervenwinkeln bärtig, oberseits glatt oder fast glatt, spitz oder kurz zugespitzt. Junge Äste kahl. Bei einer strauchartigen Abart (suberösa Ehrli.) sind die Äste korkig -geflügelt. 10 — 30 m. Wälder, Gebüsche. Angepflanzt. März, April. Feld-U., U. campestris L. b. Staubblätter 5 oder 6. Same von der Ausrandung der Frucht entfernt (etwa in der Mitte der Frucht). Blätter unterseits kurz- haarig, oberseits rauh, meist plötzlich und lang zugespitzt, gröfser. Junge Äste behaart. 10 — 30 m. Gebirgswälder. Auch angepflanzt. März, April. Berg-U., U. montäna With. ISIaulbeergewächse. Nesselgewächse. 3q 2. Blüten lang gestielt, hängend. Staubblätter 6 — 8. Fnichtflügel zottig- gewimpert. Blätter unterseits kurzhaarig, oberseits glatt, spitz oder kurz zugespitzt. 10 — 30 m. Wälder, Gebtische. Zerstreut. ISIärz, April. Flatter-U., U. effüsa AVilld. 7. Familie. Maulbeergewäclise, Moraceen. I. Bäume. Blüten wechselständig, ungeteilt oder unregelmäfsig geteilt. Blüten meist 2 häusig. Weibliche Kätzchen zu einer fleischig-saftigen (brombeerähnlichen) Scheinbeere auswachsend. Maulbeerbaum 89. II. Kräuter. Blätter gegenständig. Blüten 2 häusig. A. Staubbeutel aufrecht. Weibliche Blüten in zapfenförmigen Ähren. Stengel (rechts) windend. Hopfen 89. B. Staubbeutel hängend. Weibliche Blüten in ährigen Knäueln, Stengel aufrecht. Hanf 89. I. 31aiilbeerbauui, isioms. xxi. 1. Blätter oberseits glatt. Weibliche Kätzchen meist so lang als ihr Stiel. Narben kahl. Scheinbeere vveils. 6 — 12 m. Für den Seiden- bau und als Zierbaum angepflanzt. Aus China. ^lai. Weifser M., I\I. alba L. 2. Blätter oberseits sehr rauh. Weibliche Kätzchen sitzend oder doch viel länger als ihr Stiel. Narben rauhhaarig. Scheinbeere schwarz- violett. 6 — 12 m. Seltener angepflanzt. Aus ^littelasien. Mai. Schwarzer M., M. nigra L. 2. Hopfeu, Hümulus. XXII. Stengel höckerig-rauh. Blätter lang gestielt, 3 — 5 lappig oder -spaltig bis ungeteilt, am Grunde herzförmig, stachelspitzig -gezähnt -gesägt, oberseits rauh. Die Früchte und der Grund der Deckblätter sind mit goldgelben Körnchen (Lupulin) bestreut, welche den wirksamen Bitterstoff enthalten, 2 — 6 m. Ufer, feuchte Gebüsche, Zäune. Nicht selten. Auch angebaut. Juli, Aug. Zaun-H., H. lüpulus L. 3. Hanf, Cannabis. xxn. Stengel kurzhaarig - rauh. Blätter gestielt, 5' — 7 ( — 9) zählig -gefingert. Blättchen lanzettlich, gesägt. Oberste Blätter 3 zählig oder ungeteilt. Nebenblätter frei. 507—150 cm. Angebaut und verwildert. Stammt aus Indien. Juli, Aug. Saat-H., C. sativa L. 8. Familie. Nesselgewächse, Urticaceen. I. Pflanzen mit Brennhaaren. Blätter gegenständig, gesägt. Blüten I- oder 2 häusig. Nessel 90. IL Pflanzen ohne Brennhaare. Blätter wechselständig, ganzrandig. Blüten meist I häusig. Treufkraut 90. Oo Mistelgewäclise. Sandelgewächse. I. Nessel, Urtica, xxi. r. Blütenzweige mit männliclien und mit weibliclien Blüten. Blätter eiförmig oder elliptiscli, spitz, die tmteren kürzer als ihr Stiel. Blüten- zweige meist kürzer als die Blattstiele, aufrecht oder wagerecht, rispig. Blüten I häusig. 15 — 45 cm. Bebauter Boden, Schutt, Wege. Gemein. Juli — Sept. Kleine N., U. ürens L. 2. Blütenzweige entweder nur mit männlichen oder nur mit weiblichen Blüten. a. Meist 2 häusig. Blätter länglich, zugespitzt, länger als ihr Stiel. Männliche Blütenzweige mit kurzen, weibliche mit längeren Seiten- ästen, zuletzt hängend, alle ährig-rispig, länger als die Blattstiele. 60 — 150 cm. Wälder, Gebüsche, Hecken. Gemein. Juli — Herbst. Grofse N., U. dideca L. b. Einhäusig. Blätter länglich - eiförmig, zugespitzt, meist länger als ihr Stiel. ]SIännliche Blütenzweige aufrecht, weibliche Blütenstände kugelig, langgestielt. 30 — 60 cm. Auf Schutt und bebautem Boden. Selten und unbeständig. Stammt aus dem südlichen Europa. Juni — Herbst. Pillen -N., U. piluHfera L. 2. Treufkraut, Parietäria. ^^. (xxm.) 1. Stengel aufrecht, meist einfach, 30 — 80 cm hoch. Blätter eiförmig bis elliptisch-lanzettlich, glasartig -glänzend, durchscheinend punktiert. Blütenhülle der Blüten mit Staubblättern so lang als die Staubblätter. Schutt, Zäune, Mauern. Zerstreut. Juli — Okt. Aufrechtes T., P. officinälis L. 2. Stengel ausgebreitet, meist ästig, 15 — 45 cm hoch. Blätter klein, rundlich-eiförmig bis elliptisch-lanzettlich. Blütenhülle der Blüten mit Staubblättern nach der Blütezeit verlängert, doppelt so lang als die Staubblätter. Schattige Mauern im westlichen Deutschland. Juli — Okt. Liegendes T., P. ramiflöra Moench. 9. Familie. MistelgeTTächse, Loranthaceen. I. Mistel, Viscum. xxn. Stengel gabelästig. Blätter länglich oder lanzettlich - spateiförmig, leder- artig, immergrün. Blüten endständig, sitzend, kopfig. Blütenhülle gelblichgrün. Beere weifs, glänzend, mit schleimigem Fleisch. 30 bis 80 cm. Auf verschiedenen Bäumen schmarotzend. Zerstreut. März, April. Weifse M., V. album L. 10. Familie. Sandelgewächse, Santalaceen. I. Vermeinkraut, Thesium. v. I. Jede Blüte nur durch i Deckblatt gestützt. Oberste Deckblätter ohne Blüten, einen Schopf bildend. Blütenhülle fast 3 mal so kurz als die Osterluzeigewächse. gi trockene Frucht. Wurzelstock krierhend, Ausläufer treibend. 7 bis 30 cm. Grasige Hügel, Waldplätze. Sehr zerstreut. Mai — ^Juni. Schopf -V., T. ebracteatum Hayne. 2. Jede Blüte von 3 Deckblättern gestützt. a. Blütenhülle zur Fruchtzeit bis auf den Grund eingerollt, viel kürzer als die Frucht. aa. Wurzelstock kurz, nicht kriechend, ohne Ausläufer. Blätter lanzettlich, lang -zugespitzt, meist 5 nervig. Pflanze dunkel- bläulichgrün. 30 — 60 cm. Bergwälder, Waldwiesen in Mittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Berg-V., T. montanum Ehrh. bb. Wurzelstock kriechend, zerbrechliche Ausläufer treibend. Blätter lineal, spitz, undeutlich 3 nervig. Pflanze gelblichgrün. 1 5 bis 30 cm. Raine, Bergwiesen, Waldränder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Mittleres V., T. intennedium Schrad. b. Blütenhülle zur Fruchtzeit nur an der Spitze eingerollt, röhrig, so lang oder etwas länger als die Frucht. Wurzelstock ohne Aus- läufer. aa. Blätter schwach 3 nervig. Blütenstand traubig. Blütenhülle 5 zipfelig. Fruchttragende Ästchen wagerecht - abstehend , all- seitswendig (Spindel zickzackförmig gebogen). 15 — 45 cm. Bergwiesen in Mittel- und Süddeutschland. Zerstreut. Juni, Juli. Wiesen -V., T. pratense Ehrh. bb. Blätter i nervig. Blütenstand rispig. Blütenhülle meist 4 zipfe- lig. Fruchttragende Ästchen aufrecht -abstehend, einseitswendig. 10 — 20 cm. Grasige Hügel, Bergabhänge. Ziemlich selten. Juni, Juli. Alpen -V., T. alpinum L. II. Familie. Osterluzei gewäclise, Aristolochiaceen. I. Blütenhülle glockig, 3 spaltig. Staubblätter 12, auf dem Frucht- knoten stehend, frei. Haselwurz 91. II. Blütenhülle röhrig, am Grunde bauchig, i lippig oder 3 lappig. Staub- beutel 6, dem Griffel unter der Narbe angewachsen. OsterluzeiQi. I. Haselwurz, Asamm. XI. Wurzelstock dünn, kriechend. Stengel kurz, an der Spitze 2 gestielte, nierenförmige Blätter imd eine kurz gestielte, nickende Blüte tragend. Blütenhülle aufsen bräunlich, innen dunkelpurpurn. 2 — 6cm Von aroma- tischem Geruch. Schattige Gebüsche, Laubwälder. Zerstreut. April, Mai. Braune H., A. Europaeum L. 2. Osterluzei, Aristolöchia. XX. T. Stengel aufrecht, 30 — 60 cm hoch. Blätter herz - eiförmig , stumpf. Blüten büschelig, in den Blattachseln. Blütenhülle gerade, mit schief- Q2 Knöterichgewächse. abgestutzt- 1 lippigem Saum, hellgelb. Zäune, Hecken, Weinberge. Zerstreut. Mai, Juni. Aufrechte O., A. clematitis L. 2. Stengel windend, 3 — 6 m lang. Blätter sehr grofs, herz - eiförmig, kurz zugespitzt, sparsam behaart. Blüten einzeln. Blütenliülle ge- krümmt, mit 3 lappigem, flachem Saum, bräunlich bis purpurn. Häufig angepflanzt. Aus Nordamerika. Juli, Aug. Pfeifen -O., A. sipho L'Herit. 12. Familie. Knötericllgewäclise, Polygonaceen. I. Blütenhülle 6 teilig, meist grünlich. Staubblätter 6 oder 9. A. Innere Zipfel der Blütenhülle zur Fruchtzeit vergröfsert, die 3kantige Frucht einschliefsend. Staubblätter 6. Narben pinselförmig. Ampfer 92. B. Zipfel der Blütenhülle gleich. Frucht frei, 2 flügelig. Staub- blätter 9. Rhabarber 94. II. Blütenhülle 4- oder 5 spaltig, wenigstens innen gefärbt. Staubblätter 5 bis 8. Narben köpf ig. A. Frucht von der Blütenhülle eingeschlossen. Blätter lineal bis herz - pf eilf örmig oder herzf(>rmig-3eckig. Knöterich 94. B. Frucht weit aus der Blütenhülle hervorragend. Blätter 3 eckig- herz- oder pf eilf örmig. Stengel aufrecht. Heidekorn 94. I. Ampfer, Rumex. vi. I. Blätter spiefs- oder pfeilförmig (und von saurem Geschmack). A. Äufsere Zipfel der Blütenhülle zur Fruchtzeit aufrecht. Stengel 10 — 50 cm hoch. 1. Blüten zwitterig und männlich (auf derselben Pflanze). Blätter meist nmdlich - spiefsf örmig (etwa so lang als breit), graugrün. Stengel niederliegend oder aufsteigend. Steinige Orte, JSIauern. In Süddeutschland. Juni, Juli. Schild -A., R. scutätus L. 2. Blüten 2 häusig. Blätter lanzettlich bis lineal (zuweilen ohne Spiefsecken). Stengel aufsteigend oder aufrecht. "Wegränder, Triften, Brachen, Wälder. Gemein. Mai— Juli. Kleiner A., R. acetosella L. B. Äufsere Zipfel der Blütenhülle zur Fiiichtzeit zurückgeschlagen. Blüten 2 häusig. Nebenblätter (Tuten) geschlitzt -gezähnt. Stengel aufrecht, 30 — 80 cm hoch. Wiesen, Grasplätze, Wälder. Gemein. Mai, Juni. Sauer -A., R. acetosa L. IL Blätter am Grunde verschmälert, abgenandet oder herzförmig. Blüten zMÜtterig. A. Innere Zipfel der Blütenhülle zur Fruchtzeit gezähnt. I. Blätter alle, auch die unteren, in den Blattstiel verschmälert. Blütenstände dicht, nur unterwärts unterbrochen, bis zur Spitze beblättert. Innere Zipfel der Blütenhülle rautenförmig -länglich, Knöterichgewächse. q-2 jederseits meist nur mit 2 Zähnen. Pflanze zur Fruchtzeit oberAvärts gelb, lo — 40 cm hoch, i jährig. Ufer, Sumpfränder, Gräben. Ziemlich verbreitet. Juli — Sept. Strand- A., R. maritimus L. 2. Untere Blätter herz - eiförmig, stumpf, mittlere herzfömiig-läng- lich, spitz, oberste lanzettlich. Blütenstände oberwärts blattlos. Innere Zipfel der Blütenhülle länglich - 3 eckig, meist am Gnmde jederseits mit 3 — 5 Zähnen. Pflanze 60 — 120 cm hoch, mehrjährig. Wiesen, Wege, feuchte Gebüsche. Häufig. Juli, Aug. Stumpfblättriger A., R. obtusifölius L. B. Innere Zipfel der Blütenhülle schwach -gezähnt oder ganzrandig. 1. Innere Zipfel der Blütenhülle lineal- länglich (fast doppelt so lang als breit), stumpf. Blütenstände zur Fruchtzeit unter- brochen. Stengel 30 — 80 cm hoch. a. Blütenstände fast bis zur Spitze beblättert. Innere Zipfel der Blütenhülle meist alle schwielentragend. Blütenstiele etwas unter der INIitte gegliedert. Meist abstehend -ästig. Feuchte Wegränder, Gebüsche, Ufer. Häufig. Juli, Aug. Knäuel -A.. R. conglomerätus Murr. b. Blütenstände nur am Gnmde beblättert. Nur i oder 2 der inneren Zipfel der Blütenhülle mit Schwielen. Blütenstiele ganz nahe am Grunde gegliedert. Einfach oder aufrecht - ästig. Stengel, Blattstiele und Blattrippen zuweilen blutrot. Feuchte, schattige Gebüsche und Waldstellen. Verbreitet. Juli, Aug. (R. nemorösus Schrad.) Blut-A., R. sanguineus L. 2. Innere Zipfel dei Blütenhülle 3 eckig - eiförmig , herzförmig- rundlich oder rundlich (so breit oder fast so breit als lang). a. Innere Zipfel der Blütenhülle 3 eckig -eiförmig, alle schwielen- tragend. Blätter länglich - lanzettlich, in den Blattstiel ver- schmälert, ganzrandig, die unteren sehr grofs. Stengel i bis 1,5 m hoch. Ufer, Gräben, sumpfige Wiesen. Nicht selten. Juli, Aug. Flufs-A., R. hydroläpathum Huds. b. Innere Zipfel der Blütenliülle rundlich oder herzförmig- rundlich. aa. Blätter etwas dicklich, am Rande wellig - kraus, lanzett- lich oder länglich - lanzettlich. Innere Zipfel der Blüten- hülle alle schwielentragend, 2 Schwielen jedoch öfter kleiner und undeutlich. Stengel 30 — 80 cm hoch. Gräben, sumpfige Wiesen. Gemein. Juni — Aug. Krauser A., R. crispus L. bb. Blätter dünner und gröfser, am Rande flach, eiförmig- lanzettlich. Nur I innerer Zipfel der Blütenhülle schwielentragend. Stengel 80 — 120 cm hoch. Als Ge- müsepflanze gebaut. Aus Südeuropa. Juli, Aug. Garten -A., R. patientia L. 94 K n ö t e r i c h ucht ganz bedeckend. 20 — 100 cm. Wegränder, Schutt, Acker- und Gartenland. Gemein. Jidi— Okt. Weifser G., Ch. album L. b, Blätter tief - eingeschnitten , mehr oder weniger deutlich 3 lappig. aa. Untere Blätter rundlich- oder ei - rautenförmig , seicht 3 lappig, der jNlittellappen wenig länger als die Seiten- lappen, obere Blätter elliptisch-lanzettlich. Samen glatt. 30 — 80 cm. Äcker, Gartenland, Wege. Zerstreut. Juli — Sept. Schneeballblättriger G., Ch. opulifölium Schrad. bb. Untere Blätter fast spiefsföimig-3lappig, der Mittel- lappen mehrmal länger als die Seitenlappen, mit fast parallelen Seitenrändern, obere Blätter lineal-lanzettlich. Samen grubig -punktiert, 30 — 80 cm, Feuchte Äcker (Kartoffeläcker), Wegränder. Selten und oft unbeständig, Juli— Sept. Feigenblättriger G., Ch, ficifölium L. 3- Spinat, Spinacia, xxn. Stengel einfach oder ästig. Blätter langgestielt, untere und mittlere 3eckig-pfeilfürmig oder länglich - eiförmig , obere länglich. Blüten in Knäueln, bei der männlichen Pflanze achselständig, bei der weibhchen in unbebiätterten, end- und achselständigen Scheinähren, Blütenhülle zur Fruchtzeit oft mit stechenden Zähnen. 30 — 45 cm. Als Gemüse gebaut. Aus dem Orient. Juni— Sept, Gemüse - Sp,, Sp. oleräcea L, joo Gänsefufsge wachse. 4. Salme, Obiöne. XXI. 1 . Stengel krautig. Blätter länglich bis lanzettlich-spatelf örmig, stumpf. Deckblätter 3 eckig- verkehrt -herzförmig, ohne Stacheln, gestielt. 15 bis 30 cm. Aug. — Okt. Am Meeresufer und an sehr salzreichen Stellen in Thüringen. Stiel -S., O. pedunculäta Moq. Tand. 2. Stengel halbstrauchig. Blätter länglich-verkehrt-eiförmig. Deckblätter verkehrt- 3 eckig, 3 lappig, weichstachlig, sitzend. 50 — 150 cm. Ufer der Nordsee. Juli, Aug. Portulak -S., O. portulacoides Moq. Tand. 5. 3Iel(le, Atriplex. xxi. I. Stengel weifslich. Obere Blätter sitzend. Vorblätter der weiblichen Blüten bis zur JNIitte verwachsen , bei der Fruchtreife knorpelig, weifslich. Pflanze mehr oder weniger weifs - schülferig. Stengel meist ausgespreizt -ästig. Blätter eiförmig, fast rautenförmig, ungleich -ge- zähnt, die oberen länglich. Scheinähren unterbrochen, beblättert. Vorblätter breit -eiförmig -"3 eckig, meist gezähnt. 20 — 80 cm. Weg- ränder, Schutt. Zerstreut. Juli — Sept. Rosen -M., A. röseum L. II. Stengel grün und weifs gestreift. Blätter alle gestielt. Vorblätter der weiblichen Blüten nur am Grunde verbunden. A. "Weibliche Blüten von zweierlei Art (auf derselben Pflanze), einige ohne Vorblätter, aber mit 3 — 5 teiliger Blütenhülle, die meisten mit netznervigen Vorblättern, aber ohne Blütenhülle. 1. Blätter glanzlos, beiderseits fast gleichfarbig, die unteren herz- förmig - 3 eckig, spitzlich, ganzrandig oder schwach gezähnt, die mittleren aus spiefs förmigem Grunde länglich. Vorblätter der Frucht nmdlich - eiförmig, ganzrandig, ohne Stacheln. Ganze Pflanze zuweilen blutrot. 60 — 150 cm. Gebaut und ver- wildert. Aus Mittelasien? Juli — Sept. Garten -M., A. hortense L. 2. Blätter oberseits glänzend, unterseits giau- oder weifs - schülfe- rig, 3 eckig - eiförmig oder länglich, zugespitzt, am Grunde ge- stutzt oder fast spiefsförmig- herzförmig, buchtig gezähnt oder ganzrandig, die obersten länglich -lanzettlich, meist ganzrandig. A^orblätter rauten - eiförmig, ganzrandig. 50 — 120 cm. Weg- ränder, Schutt, Mauern. Sehr zerstreut. Juli — Sept. G-lanz-M., A. nitens Schkuhr. B. Weibliche Blüten alle mit nervenlosen Vorblättern und ohne Blütenhülle. I. Blätter lineal- lanzettlich bis lineal, scharf gezähnt oder ganz- randig. Scheinähren steif -aufrecht. Vorblätter zur Fruchtzeit rautenförmig - eiföiTnig, gezähnelt, am Rücken von erhabenen Punkten rauh. 30 — 60 cm. Am Strande der Ost- und Nord- see. Im Binnenlande seltea eingeschleppt. Juli — Sept. Strand -M., A. litoräle L. Gänsefufsgewächse. lOl 2. Untere Blätter eiförmig -lanzettlich bis rhombisch -eiförmig oder fast spiefsförmig. a. Untere Blätter wechselständig, undeutlich spiefsförmig. Vor- blätter zur Fruchtzeit ei - rautenföniiig oder spiefsförmig- rautenfömiig. aa. Äste aufrecht -abstehend. Scheinähren locker, an der Spitze überhängend. Vorblätter ei - rautenförmig, ganz- randig, meist ohne Stacheln. Untere Blätter eiförmig- lanzettlich oder 3 eckig -lanzettlich, am Gnmde spiefs- förmig, oft gezähnt, die oberen lanzettlich, meist ganz- randig. 30 — 100 cm. Wegränder, Zäune. Selten. Juli — Sept. Längliche M., A. oblongifölium W. u. K. bb. Untere Aste spreizend. Scheinähren meist aufrecht. Vorblätter rautenförmig, mit spiefsförmig ausgezogenen Seitenecken, ganzrandig oder gezähnelt. Untere Blätter lanzettlich, oft gezähnt, fast spiefsförmig, obere lineal- lanzettlich, ganzrandig. 30 — 100 cm. Schutt, Weg- ränder, unbebaute Orte. Gemein. Juli — Sept. Ausgebreitete M., A. pätulum L. b. Untere Blätter oft gegenständig , 3 eckig - spiefsförmig, mit abstehenden oder etwas abwärts gerichteten Spiefsecken, ganzrandig oder gezähnt, die oberen mit spiefsförmigem Grunde lanzettlich, die obersten lanzettlich -ganzrandig. Vor- blätter zur Fruchtzeit fast 3 eckig, gezähnelt oder ganzrandig. Stengel meist gespreizt -ästig. 30 — 100 cm. Wege, Zäune,. Schutt. Häufig. Juli — Sept. Spiefsblättrige M., A. hastatum L, 6. Staudich, Köchia. v. Stengel meist aufrecht und ästig. Blätter fadenförmig -pfriemlich, etwa«» fleischig. Blüten blattachselständig, meist zu 3. Anhängsel der Frucht- hülle fast rautenförmig, ungleich. 15 — 30 cm. Sandige Felder am Mittelrhein. Juli — Sept. Sand -St., K. arenaria Rth. 7. Glasschmalz, Salicörnia. ii. Stengel meist ästig, aufsteigend. Stengelglieder oberwärts verdickt. Ähren 3 blutig. Mittlere Blüten höher stehend als die seitlichen, die 3 Blüten daher ein Dreieck bildend. 5 — 30 cm. Auf kahlem, salz- haltigem Boden und am ISIeeresstrande. Aug. — Sept. Krautiges G-., S. herbäcea L. 8. Sode, Suaeda. v. Pflanze fleischig, blaugrün, oft rot überlaufen. Blätter lineal, halbwalz- lieh, obere spitzlich. Blüten meist zu 3, blattachselständig. 10 bis 30 cm. Auf kahlem, salzhaltigem Boden und am Meeresstrande. Juli — Sept. Meer-S., S. maritima Dum. JQ2 Amarantge wachse. 9. Salzkraut, Sälsola. v. Pflanze giaugiün. Stengel ästig. Blätter sitzend, lineal - pfriemlich. Blüten einzeln, blattachselständig. Blütenhülle zur Fruchtzeit unten pergamentartig, oben dünnhäutig. 10 — 40 cm. Sandige Äcker, Weg- ränder. Zerstreut; am Meeresstrande häufig. Juli — Sept. Kali-S., S. Kali L. 14. Familie. Amarantge wächse, Amarantaceen. 1. Blüten I häusig, in Scheinähren. Blütenliülle 3- oder 5 blättrig. Staub- blätter 3 oder 5. Narben 3. Amarant 102. 2. Blüten ZAvitterig, einzeln in den Blattachseln. Blütenhülle 5 blättrig. Staubblätter 3. Griffel sehr kurz. Geferkraut 102. I. Amarant, Amarantus. xxi. 1 . Stengel liegend oder aufsteigend. Blüten 3 zählig. Stengel kahl, glänzend. Blätter langgestielt, eiförmig, vorn ausgerandet, in der Aus- randung stachelspitzig. Scheinähren sehr kurz, die meisten blatt- achselständig. Blüten grünlich. 15 — 45 cm. Wege, Dorfplätze, be- bauter Boden. Zerstreut. Juli — Okt. Schmirbel- A., A. bUtum L. 2. Stengel aufrecht. Blüten 5 zählig. a. Blüten halb so lang als die Vorblätter, grün. Scheinähren kurz, die oberen zu einer dichten, endständigen Rispe zusammengedrängt. Blätter eiförmig, langgestielt. Stengel kurzhaarig. Pflanze hell- grün. 15 — 80 cm. Äcker, Gartenland, Schutt. Zerstreut. Juli bis Sept. Bogiger A-, A. retroflexus L. b. Blüten fast so lang als die Yorblätter, meist dunkel purpurrot (amarantrot). Blätter eiförmig oder länglich - eiförmig , beiderseits verschmälert. aa. Endständige Scheinähren aufrecht, meist nur etwa doppelt so lang als die zahlreichen seitenständigen, alle spitzlich. Blüten- hüllblätter lanzettlich, selten grün. Stengel oft rot gestreift. 15 — 100 cm. Zierfianze aus Ostindien. Nicht selten ver- wildert. Juni — Okt. Rispiger A., A. paniculätus L. bb. Endständige Scheinähren sehr lang, hängend, vielmehr länger als die kurzen seitenständigen, alle stumpf. Blütenhüllblätter länglich -eiförmig. 60 — 120 cm. Häufige Zierpflanze aus Ost- indien. Juni — Sept. Roter A., Fuchsschwanz, A. caudätus L. 2. Geferkraut, Polycnemum. III. I. Äste dünn und schlank, niederliegend oder aufsteigend. Blätter lineal- pfriemhch, fast 3 kantig, stachelspitzig. Deckblätter so lang als die Blütenhülle, 5 — 25 cm. Sandige Äcker. Zerstreut und unbeständig. Juli — Okt. Acker- G., P. arvense L. Kermesgewächse. Portulakgewäclise. lO^ 2. Äste ziemlich dick, steif. Blätter und Blüten gröfser. Deckblätter länger als die Blütenhülle. 5 — 15 cm. Äcker, Hügel, gern auf Kalk. Sehr zertreut. Juli — Okt. G-rosefs Gr., P. majus A. Br. 15. Familie. Kermesgewächse, Phytolaccaceen. I. Kermes, Phytolacca. X. Stengel am Grunde oft über 2 cm dick, i — 2 m hoch. Blätter gestielt, eiförmig -lanzettlich. Blüten in langgestielten Trauben, rötlich. Beeren schwarz. Hier und da angebaut und verwildert. Aus Nordamerika. Juli, Aug. Wein-K., Ph. decandra L. 16. Familie. Portlllakgewächse, Portulacaceen. I. Blätter wechselständig. Kronblätter 5 (4 — 6). Staubblätter 8 — 15, am Grunde oft verwachsen. Kapsel ringsum aufspringend (gedeckelt), vielsamig. Portulak 103. II. Blätter gegenständig. Krone trichterförmig, der Saum ungleich - 5 teilig, die Röhre an einer Seite aufgeschlitzt. Staubblätter 3 ( — 5). Kapsel 3 klappig aufspringend. 2 — 3 sämig. Greusel 103. I. Portulak, Portuläca. XI. 1. Stengel und Äste niedergestreckt. Blätter länglich, keilförmig. Kelch- zipfel am Rücken stumpf -gekielt. Krone gelb. 10 — 30 cm. San- diger Boden, Äcker, AVege. Sehr zerstreut. Aus Südeuropa ein- geschleppt. Juni — Sept. Kohl-P., P. oleräcea L. 2. Stengel aufrecht. Äste aufsteigend. Blätter verkehrt - eiförmig. Kelch- zipfel am Rücken geflügelt -gekielt. Krone gelb. 30 — 50 cm. In Gemüsegärten gebaut. In Südeuropa einheimisch. Juni — Sept. Garten -P., P. sativa Haw. 2. Greusel, Möntia. m. 1. Stengel ausgebreitet, gabelästig. Blüten in end- und seitenständigen Trugdolden. Samen fast glanzlos. Blätter gelbgrün. 2 — 10 cm. Feuchte Äcker, Sandplätze, Ufer. Zerstreut. ^Nlai. Kleine G-., ^SI. minor Gmel. 2. Stengel flutend oder liegend. Blüten in seitenständigen Trugdolden. Samen glänzend. Blätter dunkelgrün. Krone weifs. lO — 50 cm. Quellen, seichte Bäche, Gräben. Sehr zerstreut. Mai — Sept. Quellen -G., M. rivuläris Gmel, I04 N e 1 k e n g e Av ä ch s e. 17. Familie. Nelkeng'ewächse. Caryophylleen. x. I. Blätter mit häutigen Nebenblättern. A. Fmcht eine vielsamige Kapsel. Griffel 3 oder 5, Kelch 5blättrig. 1. Griffel 5. Staubblätter 5 — 10. Kapsel mit 5 Klappen auf- springend. Blätter scheinbar quirlständig. Spark 114. 2. Griffel 3. Staubblätter 10. Kapsel mit 3 Klappen auf- springend. Blätter gegenständig. Spärkling 115. B. Frucht eine i sämige Schliefsfrucht. Narben 3 oder 2. Kelch 5 teilig. Blüten sehr klein. 1. Blätter wechselständig, blaugrün. Kronblätter so grofs als die Kelchzipfel. Narben 3. Hirschsprung 115. 2. Blätter gegenständig. Narben 2. Kronblätter fädlich oder fehlend. a. Kelchzipfel krautig, grün, etwas vertieft, unbegrannt. Frucht kugelig. Tausendkorn 115. b. Kelchzipfel knorpelig verdickt, weifs, von der Seite her zusammengedrückt, begrannt. Frvicht länglich. Knorpelkraut 115. IL Blätter ohne häutige Nebenblätter. A. Griffel (i oder) 2. 1 . Krone fehlend. Kelch verwachsenblättrig. Kelch 5 spaltig, grünlich. Blätter lineal, gegenständig. Knäuel 116. 2. Krone vorhanden. Kelch verwachsenblättrig. a. Kelch am Grunde von Hochblättern (Hüllschuppen) um- geben. aa. Kelch mit trockenhäutigen Streifen, kurz, weit. Kron- blätter allmählich in den Nagel verschmälert. Frieslein 109. bb. Kelch ganz krautig, walzlich. Kronblätter plötzlich in einen langen Nagel verschmälert. Nelke 109. b. Kelch am Grunde ohne Hochblätter (Hüllschuppen). aa. Kelch mit trockenhäutigen Streifen, kurz, weit. Kron- blätter allmählich in den kielfönuigen Nagel verschmälert. Gipskraut 108. bb. Kelch ganz krautig, bauchig, scharf - 5 kantig. Kron- blätter ohne Schlundkranz. Kuhkraut 109. cc. Kelch ganz krautig, walzlich, kantenlos. Kronblätter mit Schlundkranz. Seifenkraut iio. B. Griffel (2 oder) 3. I. Kelch verwachsenblättrig. a. Stengel kletternd. Kronblätter 2 spaltig, grünlichweifs. Fruchtknoten i fächerig. Frucht eine Beere. Hühnerbifs 108. Nelk enge wachse. T05 b. Stengel nicht kletternd. Frucht eine Kapsel, aa. Kapsel (Fruchtknoten) am Grunde 3 fächerig. Leimkraut 106. bb. Kapsel (Fruchtknoten) 1 fächerig, ohne Scheidewände am Grunde. Lichte (Meländryum) 108. 2. Kelch freiblättrig. a. Kronblätter gezähnt oder 2 spaltig bis 2 teilig. Kapsel 6 klappig aufspringend. aa. Kronblätter gezähnt. Staubblätter 3 — 5. Spurre 113. bb. Kronblätter 2 spaltig bis 2 teilig. Staubblätter 10. Miere iii. b. Kronblätter ganz oder nicht ausgerandet. aa. Blätter pfriemlich, mit breiterem Grunde sitzend. Kapsel 3klappig aufspringend. Meirich 114. bb. Blätter dick und fleischig, eiförmig. Kapsel 3 klappig aufspringend. Strandpflanze. Porselein 114. cc, Blätter nicht fleischig, eifömiig, wenigstens i cm lang, Kelch wenig länger als die Krone. Kapsel 6 klappig aufspringend. Spelle 114. dd. Blätter nicht fleischig, eiförmig, kaum 0,5 cm lang. Kelch ^/., mal so lang als die Krone. Kapsel 6klappig aufspringend. Sandkraut 114. C. Griffel 4 oder 5. 1. Kelch verwachsenblättrig. a. Krone kürzer als der Kelch, ohne Krönchen. Kronblätter ungeteilt. Kapsel i fächerig, mit 5 Klappen aufspringend. Rade 106. b. Krone länger als der Kelch, mit Krönchen. aa. Kronblätter ungeteilt, rot. Kapsel am Grunde unvoll- ständig -5 fächerig, mit 5 Zähnen aufspringend. Pechblvime 106. bb. Kronblätter 2 spaltig, weifs oder rot. Blüten 2 häusig. Kapsel I fächerig, mit lo Zähnen aufspringend. Lichte (Meländryum) 108. cc. Kronblätter (2 — ) 4spaltig (selten ungeteilt), rot. Blüten zwitterig. Kapsel i fächerig, mit 5 Zähnen aufspringend. Lichte (Lychnis) 108. 2. Kelch freiblättrig. a. Kronblätter ausgerandet bis 2teihg. GriflFel 5. aa. Kronblätter bis auf den Grund 2 teihg. Kapsel 5klappig. Blätter am Grunde meist herzförmig. Weich kraut iii. bb. Kronblätter nicht bis über die Mitte 2 spaltig. Kapsel an der Spitze 10 klappig. Blätter am Gnmde nicht herzförmig. Hornkraut 112. jo6 Xelk enge wachse. b. Kronblätter ganz, nicht ausgerandet. aa. Stengel liegend oder aufsteigend. Kelch- und Kron- blätter 4 oder 5, letztere zuweilen fehlend. Staubblätter 4, 5, IG. Griffel 4 oder 5. Knebel 113. bb. Stengel aufrecht. Kelch- und Kronblätter 4. Staub- blätter 4. Griffel 4. Kapsel an der Spitze 8 klappig. Vierling 113. I. Rade, Agrostemma. Ganze Pflanze graufilzig und zottig. Blätter lineal, spitz. Blüten lang- gestielt, einzeln. Kelch lederartig, rauhhaarig. Kronblätter kürzer als die Kelchzipfel, seicht ausgerandet, trübpurpurn, gestreift. 50 bis 100 cm. Unter der Saat. Häufig. Juni. Juli. Korn-R., A. githago L. 2. Peehblame, Viscäria. Stengel kahl, unter den oberen Knoten klebrig. Blätter kahl, untere verkehrt -eiförmig -lanzettlich, obere lanzettlich. Blütenstand traubig- rispig, fast quirlig. Krone purpurn, gestreift, selten weifs. 30 bis 60 cm. Felsen, Abhänge, trockene Wiesen. Meist häufig. Mai, Juni. (Lychnis viscäria L.) Rote F., V. vulgaris Roehl. 3. Leimkraut, Silene. A. Kelch aufgeblasen, 20 — 30 nervig. 1. Kelch mit 20 netzartig verbundenen Ner%'en, eiförmig, aufgeblasen, weit offen, kahl. Krone ohne deutliches Kjönchen. Kronblätter 2 spaltig, weifs. Blüten meist 2 häusig. Blütenstand locker -trug- doldig. Blätter eiförmig oder lanzettlich, spitz, kahl, seltener lineal oder lineal -lanzettlich. Stengel meist kahl. 30 — 50 cm. Trockene Wiesen, Hügel, Wegränder. Häufig. Juni — Sept. (S. vulgaris Garke, S. infläta Sm.) Aufgeblasenes L., S. venösa Aschrs. 2. Kelch mit 30 einfachen Nerven, kegelförmig, oben verengt, kurz- haarig. Krone mit Krönchen. Kronblätter ausgerandet, hell- purpurn, selten weifs. Blüten zwitterig. Blätter lineal-lanzettlich. Stengel wie die ganze Pflanze zottig. 15 — 45 cm. Sandige Äcker in Süddeutschland. Juni, Juli. Kegeliges L., S. cönica L. B. Kelch nicht aufgeblasen, 10 nervig. I. Kronblätter am Schlünde ohne Schuppen. Blüten 2 häusig. Elron- blätter ungeteilt, lineal, grünlichgelb. Blüten in quirlig - traubiger Rispe. Quirle reichblütig. Kelch glockig. Kapsel fast sitzend. Gnmdblätter spateiförmig, Stengelblätter lineal, alle spitz, kurz- haarig. Stengel einfach, etwas klebrig. 20 — 50 cm. Sonnige Hügel, Waldränder. Zerstreut. Juli — Sept. Ohrlöffel-L., S. otites Sm. X e 1 k e n g e w ä c h s e. 107 Kronblätter am Schlünde mit Schuppen oder kleinen Zähnen (mit Krönchen). a. Kronblätter 2 spaltig. aa. Stengel und Blätter kahl. Grundblätter lanzettlich -spatei- förmig, obere Blätter lineal. Blütenstand oft traubig, mit I — 3 blutigen Ästchen, überhängend. Kelchzipfel stumpf. Krone grünlich. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel , Kiefern- wälder im nordöstlichen Deutschland. Juni, Juli. Grünliches L., S. chloräntha Ehrh. bb. Stengel nebst den Blättern weichhaarig, oberwärts drüsig- klebrig, einfach. Grundblätter spateiförmig, langgestielt, Stengelblätter länglich bis lanzettlich. Blütenstand rispig, überhängend, mit 3 — /blutigen Ästchen. Krone weifs. 30 — 60 cm. Trockene Plügel, Waldränder. Ziemlich ver- breitet. Mai, Juni. Nickendes L., S. nutans L. cc. Stengel nebst den Blättern kurz - rauhhaarig , gabelästig. Untere Blätter elliptisch, obere lanzettlich. Blüten sehr kurz gestielt, in gepaarten Trauben am Ende des Stengels und der Äste und einzeln in den Gabeln. Kronblätter am Schlünde mit sehr kleinen Zähnen, weifs. 30 — 70 cm. Auf Äckern. Aus Südosteuropa eingeschleppt. Mai, Juni. Gabelästiges L., S. dichötoma Ehrh. b. Kronblätter ungeteilt, nur ausgerandet oder gezähnelt. aa. Blütenstand traubig oder ährig, einseitswendig. Kelch walzlich, später eifönnig, mit lanzettlich-pfriemlichen Zipfeln. Untere Blätter verkehrt-eiförmig -länglich, obere lanzettlich. Pflanze behaart, oberwärts drüsig. Kronblätter weifslich oder rötlich oder in der Mitte mit blutrotem Fleck. 15 bis 45 cm. Äcker, besonders in West- und Süddeutsch- land. Juni, Juli. Fränkisches L., S. Gällica L. bb. Blüten zahlreich, in dichten Trugdolden. Kelch schmal- keulenförmig, mit eiförmigen Zipfeln. Blätter eiförmig, sitzend. Stengel unter den oberen Knoten klebrig. Ganze Pflanze kahl, blaugrün. Krone blafspurpurn, seltener weifs. 15 — 45 cm. Felsige, buschige Orte in den Rheingegenden. Auch häufig kultiviert und verwildert. Juni — Aug. Garten -L., S. aniieria L. cc. Blüten wenig zahlreich, locker -tnigdoldig. Kelch keulen- förmig, später fast kuglig. Kelchzipfel lanzettlich-länglich. Blätter lanzettlich. Pflanze von kurzen Haaren etwas rauh. Krone rötlichweifs. 15 — 45 cm. Leinäcker in Bayern, Württemberg und Baden. Juni, Juli, Flachs -L., S. linicola L. Io8 Xelkenge wachse. 4. Lichte, Lichtnelke, Lychnis. Stengel von rückwärts angedrückten Haaren rauh, Grundblätter läng- lich -spateiförmig, obere schmal -lauzettlich, alle spitz, etwas rauh. Blütenstand locker - trugdoldig. Kronblätter 4 spaltig. Krone rosen- rot, selten weifs. 30 — 80 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Gemein. Mai, Juni. Kuckucks -L., L, flos cucüli A. Br. 5. Lichte, Lichtlielke, Meländryum. 1 . Blüten 2 häusig, locker trugdoldig. Griffel 5 . a. Krone weifs. Stengel oberwärts nebst den Blütenstielen drüsig- weichhaarig. Blätter spitz, untere länglich, obere lanzettlich. Zähne der Kapsel aufrecht. 30 — 80 cm. "Wegränder, Hügeln Gebüsche. Verbreitet. Juni — Sept. Weifse L., Abend -L., M. aibum Garcke, b. Krone hellpurpurn. Stengel zottig- weichharig. ohne Drüsen. Blätter zugespitzt, untere eiförmig, obere länglich. Zähne der Kapsel zurückgerollt. 30 — 80 cm. Laubwälder, Gebüsche, Ufer. Verbreitet. Mai — Sept. Rote L., Tag-L., M. rubrum Garcke. 2. Blüten zwitterig, einzeln oder in wenigblütigen Trugdolden. Griffel 3. Krone weifs oder blafsrosa. Stengel unterwärts rauhhaarig, oberwärts drüsig - weichhaarig. Blätter kurzhaarig, untere länglich -verkehrt -ei- förmig, obere lanzettlich bis lanzettlich -lineal, 15 — 45 cm. Acker. Zerstreut. Juni — Sept. (Silene noctiflöra L.) Wacht -L., M. noctiflörum L. 6. flähnerbifs, Cucübalus. Stengel sehr ästig, kletternd, wie die Blätter kurzhaarig, 60 — 120 cm hoch. Blätter eiförmig oder länglich, spitz. Blüten einzeln. Krone grünlich weifs. Beere kugelig, schwarz. 60 — 120 cm. Ufergebüsche,^ feuchte Waldstellen. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Beerentragender H., C. bäccifer L. 7. Gipskraut, Gypsöphila. I. Stengel aus niedergestrecktem oder aufsteigendem Grunde aufrecht, a. Stengel oberwärts locker- doldentraubig, nebst den Asten kahl. Staubblätter und Griffel kürzer als die Krone. Krone weifs oder rötlich. 8 — 15 cm. Steinige Plätze, Felsen in den Alpen und auch im Harz; zuweilen durch Wasser herabgeführt. Juni — Aug. Kriechendes G., G. repens L. b. Stengel am Gipfel gedrungen - doldentraubig , oberwärts nebst den Ästen drüsig -weichhaarig. Staubblätter und Griffel länger als die Krone. Krone weifs oder rötlich. 15 — 40 cm. Sandige Felder, Kiefernwälder, Gipshügel. Zerstreut. Juni — Aug. Doldentraubiges G., G. fastigiata L. Nelkengewächse. 109 2. Stengel aufrecht, fast vom Grunde an gabelästig, oberwärts kahl, unten kurzhaarig. Äste i blutig. Kronblätter gekerbt oder aus- gerandet, rosa, dunkler geädert. 5 — 12 cm. iVcker, Triften, Mauern. Juli, Aug. Mauer - G., G. murälis L. 8. Frieslein, Tünica. 1. Stengel niederliegend, ästig. Blüten in rispenförmigeu Trugdolden, je I von Hüllschuppen umschlossen. Krone klein, rosa oder lila. 15 — 30 cm. Steinige Hügel und Abhänge in Süddeutschland. Juli, Aug. Steinbrech -Fr., T. saxifraga Scop. 2. Stengel aufrecht, meist einfach. Blüten köpfig, zu je 3 — 8 von Hüll- schuppen umschlossen, selten (bei verkümmerten Exemplaren) einzeln. Krone klein, rötlichlila. 15 — 45 cm. Sandige Hügel. Zerstreut. Juli, Aug. Sprossendes Fr., T. prolifera Scop. 9. Kuhkraut, Yaccäria. Stengel oben ästig, ganz kahl. Blätter eiförmig oder lanzettlich, spitz, am Grunde verwachsen, blaugiün. Blüten einzeln. Krone hellpurpurn oder fleischfarben. 30 — 60 cm. Äcker, besonders auf Thon- und Kalkboden. Zerstreut. Juni, Juli. Saat-K., V. segetaHs Garcke. 10. Nelke, Dianthus. A. Blüten sehr kurz gestielt, kopfig oder büschelig -gehäuft, Kronblätter mehr oder weniger gezähnt. 1. Blattscheiden über 4 mal so lang als die Breite des Blattes. Blüten in köpfchenartigen Büscheln. Hüllschuppen braun, trocken- häutig, verkehrt -eiförmig, die obersten pfriemlich zugespitzt. Krone purpurn, selten weifs. 15 — 45 cm. Sonnige Abhänge, Felsen, Triften. Verbreitet. Juni — Sept. Karthäuser-N., D. Carthusianorum L. 2. Blattscheiden so lang als die Breite des Blattes oder kürzer. Blüten zu 2 oder büschelig. Hüllschuppen nur am Rande trocken- häutig, eiförmig. Deckblätter lanzettlich -pfriemlich. Krone pur- purn. 25 — 50 cm. Gebüsche, Waldwiesen, Hügel. In Mittel- und Süddeutschland. Ziemlich selten. Juni — Aug. Busch -N., D. Seguierii Vill. 3. Blattscheideu so lang als die Breite des Blattes oder kürzer. Hüllschuppen (Kelchschuppen) ganz krautig. a. Stengel kahl. Blätter breit - lanzettlich oder länglich. Deck- blätter lineal, zurückgebogen. Hüllschuppen eiförmig. Krone purpurn oder rosa. 30 — 50 cm. Bergwiesen, Wälder in Süd- deutschland. Auch häufige Zierpflanze. Juni — Aug. Bart-N., D. barbätus L. b. Stengel nebst den linealen Blättern behaart. Deckblätter auf- recht, wie die Hüllschuppen lanzettlich -pfriemlich und rauh- j j O X e 1 k e n g e w ä eil s e. haarig. Krone klein, hellkarminrot. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Gebüsche, Waldränder. Zerstreut. Juli, Aug. Rauhe N., D. armeria L. B. Blüten länger gestielt, einzeln oder in lockeren Trugdolden. 1. Kronblätter fingerförmig -eingeschnitten, mit verkehrt - eiförmigem Mittelfeld. Blätter giaugrün. Stengel 2 — 5 blutig. Blätter lineal- pfriemlich. Hüllschuppen eiförmig, kurz -stachelspitzig. 15 — 30 cm. Felsige, buschige Orte. Hügel in Österreich, Mähren. Häufig in Gärten angepflanzt. Juli, August. Feder -N., D. plumärius L. 2. Kronblätter fiederspaltig- eingeschnitten, mit länglichem Mittelfeld. Blätter grasgrün. a. Stengel meist i blutig. Hüllschuppen eiförmig, abgestützt, kurz bespitzt. Krone weifs, am Grunde der Platte mit grünlichem Fleck und von weifsen oder roten Haaren bärtig, wohlriechend. 15 — 30 cm. Sandboden im nordöstlichen Deutschland. Juli bis Sept. Sand-N., D. arenärius L. b. Stengel 2 — mehrblütig. Hüllschuppen eiförmig, bespitzt oder kurz begrannt. Krone lila, am Gnmde mit grünlichem Flecke und rotbärtig, selten weifs, wohlriechend. 30 — 60 cm. Trockene AViesen, Gebüsche, Laubwälder. ]Meist nicht selten. Juni bis Aug. Pracht -N., D. superbus L. 3. Kronblätter mehr oder v.eniger gezähnt. a. Hüllschuppen meist 2, elliptisch, lang begrannt, mit der' Granne halb so lang als die Kelchröhre. Blätter nebst dem Stengel rauhhaarig. Krone karminrot, mit dunklerem Ring und helleren Punkten. 15 — 40 cm. Trockene AViesen, Hügel, "Waldränder. Häufig. Juni — Sept. Stein -N., D. deltoides L. b, Hüllschuppen 4 — 6 , kurzgespitzt und stumpf. Stengel und Blätter graugrün. aa. Stengel meist i blutig. Blätter stumpflich, am Rande rauh, zurückgerollt. Hüllschuppen eiförmig, die oberen stumpf. Krone rosa, wohlriechend. 7 — 20 cm. Sonnige Felsen, Hügel. Sehr zerstreut. Auch ku tiviert. Mai, Juni. Pfingst-N., D. caesius Sm. bb. Stengel mehrblütig. Blätter spitz, am Rande glatt. Hüll- schuppen fast rautenförmig, spitz oder stachelspitzig. ICrone sehr verschieden gefärbt, meist gefüllt, wohlriechend, 40 bis 80 cm. Bekannte Zierpflanze aus Südeuropa. Juli, Aug. Garten -N., D. car\^ophyllus L. II. Seifenkraut, Saponäria. Stengel aufrecht, etwas rauh. Blätter elliptisch oder länglich, spitz, kahl, 3ner\-ig. Blüten büschelig - gehäuf t. Krone weifs oder rötlich, etwas wohlriechend. 45 — 80 cm. Flufsufer, Zäune. Auch angepflanzt und verwildert. Juli — Sept. Echtes S-, S. officinälis L. X e 1 k e n g e w ä c h s e. III 12. Miere, Stelläria. A. Kelch am Grunde trichterförmig. Kronblätter 2 teilig. Blätter läng- lich-lanzettlich, sitzend. Stengel 4 kantig, kahl. 1. Stengel meist niederliegend. Blätter am Gninde etwas gewimpert. Deckblätter trockenhäutig. Krone kürzer als der Kelch, weifs. 15 — 30 cm. Quellige Orte, sumpfiger "VValdboden. Verbreitet. Juni — Sept. Sumpf- M., S. uliginösa Murr. 2. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Blätter kahl, etwas fleischig. Deckblätter krautig. Krone länger als der Kelch, weifs. 5 bis 20 cm. Sumpfige, torfige Wiesen in Norddeutschland. Mai — ^Juli. Diekblättrige M., S. crassiföHa Ehrh. B. Kelch am Grunde abgenindet. 1. Stengel stielnmd. Untere Blätter gestielt. a. Stengel drüsig- weichhaarig. Blätter herz -eiförmig, zugespitzt, zart. Kelchblätter viel kürzer als die Krone. Staubblätter 10. Krone weifs. 30 — 60 cm. Schattige Laubwälder und Gebüsche. Verbreitet. Mai, Juni. Hain-M., S. nemonim L. b. Stengel l reihig -behaart. Blätter eiförmig, kurz -zugespitzt. Kelchblätter so lang oder länger als die Krone. Staubblätter meist 3 — 5. Krone weifs. 7 — 30 cm. Fast das ganze Jahr hindurch blühend. Bebauter Boden, Schutt, Wege. Gemein. Vogel -M., S. media DilL 2. Stengel 4 kantig, besonders unten. Blätter sämtlich sitzend. a. Kronblätter bis zur Mitte 2 spaltig, doppelt so lang als der Kelch. Deckblätter krautartig. Blätter steif, lineal- lanzettlich,, vom Grunde an verschmälert, rauh. Krone weifs. 15 — 30 cm. Laubwälder, Gebüsche, Hecken. Häufig. April, Mai. Stern -M., S. holöstea L. b. Kronblätter bis auf den Grund 2 teilig. Deckblätter trocken- häutig. Blätter lineal -lanzettlich. aa. Stengel aufrecht, meist i fach. Blätter meist graugrün, etwas fleischig, kahl. Deckblätter am Rande kahl. Krone meist doppelt so lang als der Kelch, weifs. 20 — 45 cm. Sumpfige Wiesen, Gräben. Zerstreut. Mai, Juni. Graugrüne M., S. glauca With. bb. Stengel schlaff, aufsteigend, meist ästig. Blätter grasgrün, am Gnmde gewimpert. Deckblätter gewimpert. Krone meist so lang als der Kelch, weifs. 15—45 cm. Wiesen, Grasplätze, Ackerränder. Häufig. Mai — Juli. Gras-M., S. giaminea L. 13. Weichkraut, INIalächium. Stengel schlaff, liegend oder klimmend. Blätter herz-eiförmig oder läng- lich, zugespitzt, sitzend, unterste gestielt. Blütenstand locker-trugdoldig. 112 Xelk enge wachse. Deckblätter und Kelchblätter krautig. Griffel 5. Krone weifs. 30 bis 120 cm. Gräben, Ufer, feuchte Gebüsche. Gemein. Juni — Aug. Wasser-'W., M. aquäticum L. 14. Uorilkraut, Cerästium. X. (v.) A. Kronblätter doppelt so lang als der Kelch. 1. Deckblätter breit- trockenhäutig -berandet. Blätter lanzettlich bis lineal-lanzettlich. Haare gerade. Stengel 5 — 15 blutig. Blüten- stiele nach dem Verblühen aufrecht. Krone weifs. 7 — 20 cm. Raine, trockene Wiesen, Wegränder. Gemein. April, Mai. Acker- H., C. arvense L 2. Deckblätter nur an der Spitze schmal -trockenhäutig -berandet. Blätter elliptisch-lanzettlich. Haare lang, geschlängelt. Stengel i bis 5 blutig. Blütenstiele nach dem Verblühen schief -abstehend. Krone weifs. 30 — 50 cm. Gebirgskämme. Im südlichen Bayern (mit den Alpenflü.ssen in die Ebene hinabsteigend). Juli, Aug. Alpen -H., C. alpinum L. B. Krone kaum länger als der Kelch. 1. Deckblätter krautig, vorn am Rande behaart. Kelchblätter bis zur Spitze behaart. a. Blafs- oder fast gelbgrün, Blätter sehr zart, rundlich-eiförmig, Blütenstand geknäuelt, trugdoldig. Krone so lang als der Kelch, weifs. Blütenstiele zur Fruchtzeit etwa so lang als der Kelch. 7 — 30 cm. Feuchte Gebüsche, Gräben, Weg- und Ackerränder, Verbreitet, Mai — Aug. Knäuel -H., C. glomerätum Thuill. b. Graugrün. Blätter länglich-eifömiig. Blütenstand locker, tiTig- doldig. Krone kürzer als der Kelch, weifs. Blütenstiele zur Fruchtzeit 2 — 3 mal so lang als der Kelch. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel, Abhänge. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Kleinblütiges H., C. brachypetalum Desp. 2. Deckblätter alle oder doch die oberen, wie die Kelchblätter am Rande trockenhäutig, an der Spitze kahl. a. Stengel 10 — 40 cm, meist drüsenlos, die seitlichen am Grunde wurzelnd, nicht blühend. Deckblätter (und Kelchblätter) alle am Rande trockenhäutig. Fruchtstiele meist gebogen, Blüten gröfser als an den 2 vorhergehenden und 2 folgenden Arten. Krone weifs. Acker, Raine, Triften, AVegräuder. Gemein. April — Sept. (C. caespitösum Gil.) Rasiges H., C. triviale Lk. b. Stengel 5 — 15 cm, meist drüsig-klebrig, nie wurzelnd. aa. Alle Deckblätter breit-trockenhäutig-berandet. Fruchtstiele herabgeschlagen. Krone weifs. Wegränder. Grasplätze, Hügel. Verbreitet, März — >Iai. Sand-H., C. semidecändrura L. Nelkenge wachse. I I :> bb. Untere Deckblätter krautig oder kaum trockenhäutig-berandet, obere schmal-trockenhäutig-berandet. Fruchtstiele aufrecht- oder wagerecht-abstehend. Krone weifs. AVegränder. Triften, Brachäcker. Zerstreut. ^lärz — ^Mai. Klebriges H., C. glutinösum Fr. 15. Spurre, Holösteum. V. Pflanze bläulichgrün. Stengel oberwärts drüsenhaarig. Blätter länglich, spitz. Blütenstiele doldig, nach dem Verblühen zurückgeschlagen, später wieder aufrecht. Krone weifs, oft rötlich. 5 — 20 cm. Acker, Grasplätze, Wegränder. Verbreitet. März — Mai. Doldige Sp., H. umbellätum L. 16. Vierling, Mcenchia. IV. Pflanze blaugrün. kahl. Stengel i — 2blütig. Blätter lineal- lanzettlich. Kelchblätter lanzettlich, weifshäutig-berandet. länger als die Kronblätter. Staubblätter 4. Krone weifs. 2 — 10 cm. Sonnige Hügel, Brach- äcker. Zerstreut. April, Mai. Aufrechter V., M. erecta Fl. Wett. 17. Knebel, Sagina. IV. 1. Kelch und Krone 4 blättrig. Staubblätter 4. a. Stengel am Gn;nde wurzelnd, niederliegend oder aufsteigend, Blätter lineal, stachelspitzig, kahl. Blütenstiele nach dem Ver- blühen hakenförmig zurückgekriimmt, zuletzt wieder aufrecht. Kelch- blätter ohne Stachelspitze. Krone weifs, 2 — 7 cm. Feuchte Stellen. Gemein. ISlai — Sept. Liegender K., S. procümbens L. b. Stengel nicht wurzelnd, aufsteigend oder aufrecht. aa. Blätter am Grunde gewimpert. stachelspitzig. Blütenstiele nach dem Verblühen stets aufrecht. Die beiden äufseren Kelchblätter stachelspitzig. Krone weifs, sehr klein, bald verschwindend. 2 — 7 cm. Feuchte Acker, Gräben. Zerstreut. Mai — Juli. Kronloser K., S. apetala L. bb. Blätter kahl, dicklich, stumpf oder mit einem ganz kleinen Spitzchen. Blütenstiele nach dem Verblühen stets aufrecht. Kelchblätter stimipf. Krone fehlend. 5 — 10 cm. Strandwiesen längs der Seeküste. Juni — Sept. Strand -K., S. maritima Don. 2. Kelch und Krone 5 blättrig. Staubblätter 10. a. Kelchblätter so lang als die Kronblätter. Blütenstiele nach dem Verblühen nickend, zuletzt wieder aufrecht. Blätter lineal, mit langer grannenförmiger Stachelspitze. Krone weifs. 5 — 10 cm. Sandige Acker. Sehr zerstreut. Juli. Aug. Pfriemlicher K.. S. subuläta Torr, et Gray. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Aut5age. o IIA X elkengewächse. b. Kelchblätter halb so lang als die Kronblätter. Blütenstiele stets aufrecht. Blätter fadenfönnig, kurz - stachelspitzig. Krone weifs. 7 — 15 cm. ISIoorige AViesen, Gräben. Ufer. Zerstreut. Juli, Aug. Knotiger K., S. nodosa Barth 18. Meirich, Alslne. x. 1. Kelchblätter kürzer als die Kronblätter, eiförmig-lanzettlich, 3 nervig, spitz, am Rande häutig. Kronblätter aus fast herzförmigem Grunde benagelt, weifs. Pflanze zahlreiche blühende und kurze, nichtblühende Stengel treibend. 5 — 12 cm. Steinige Orte, besonders an Kupfer- schieferhalden. Ziemlich selten. Mai — Sept. Frühlings -M., A. verna Barth 2. Kelchblätter länger als die Kronblätter. Stengel einzeln. a. Meist kahl. Stengel aufsteigend, locker-ästig. Kelchblätter eiförmig- lanzettlich, mit schmalem Hautrande, kürzer als die Kapsel. Krone weifs. 5 — 12 cm. Sandige Äcker. Zerstreut, Juni, Juli. Zarter M.. A. tenuifölia \Vhlnbg. b. Drüsig-behaart. Stengel aufrecht, dicht-ästig. Kelchblätter schmal- lanzettlich, länger als die Kapsel. Krone weifs. 3 — lO cm. San- dige Äcker, Triften, Hügel. Zerstreut. Mai — Juli. Klebriger M., A. viscösa Schreb. 19. Porselein, Honkenya. x. Stengel niederliegend, mit aufrechten Ästen. Blätter eiförmig, spitz, kahl, fleischig, meist gelblichgiün. Blüten einzeln in den Blattachseln. Krone weifs. 15 — 30 cm. Am Seestrande. Juni — Aug. Strand -P., H. peploides Ehrh. 20. Sandkraut, Arenaria. X. Stengel sehr ästig. Blätter eiförmig, zugespitzt, sitzend. Blüten locker- trugdoldig. Kelchblätter lanzettlich, länger als die Kronblätter, Krone weifs. 5 — 12 cm. Äcker, Hügel, "Wegränder. Gemein. Mai — Sept. Quendel -S., A. serpyllifölia L. 21. Spelle, ^Sloehringia. x. Stengel aufsteigend oder aufrecht. Blätter eiförmig, spitz, 3! — 5)nervüg. Kelchblätter spitz, länger als die Kronblätter. Krone weifs. 15 bis 30 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Hecken. Häufig. Mai, Juni. Dreinervige Sp., M. trinervia Clairv. 22. Spark. Spergula. x. (v.) I. Blätter unterseits mit einer Längsfurche. Samen sehr stark gewölbt, linsenförmig, mit sehr schmalem, glattem Flügelrand. Krone weifs. 10 — 50 cm. Äcker, Wege, Schutt. Gemein. Juni — Sept. Acker -Sp., S. arvensis L. NelkengCAvächse. Ijr 2. Blätter unterseits ohne Längsfurche, Samen zusammengedrückt-linsen- förmig, von einem strahlig - gerieften Flügelrand umgeben. a. Staubblätter 5. Kronblätter lanzettlich, sich nicht deckend. Flügelrand der Samen weifs, zuweilen schwach bräunlich an- gehaucht, breit. Krone weifs. 5 — 15 cm. Sandige, trockene Orte. Selten. April, Mai. Füntmänniger Sp., S. pentändra L. b. Staubblätter 10 (seltener bis 6 herab). Kronblätter eiförmig, sich gegenseitig deckend. Flügelrand der Samen mehr oder weniger bräunlich angehaucht, schmal. Krone weifs. 8 — 20 cm. Trockene, sandige Hügel, Heiden, Nadelwälder. Zerstreut. April. Mai. (S. ]Morisönii Boreau). Frühlings - Sp., S. verncälis Willd. 23. Spärklillg", Spergularia. x. 1. Blätter fadenförmig, beiderseits flach, stachelspitzig. Nebenblätter silberglänzend, meist zerschhtzt. Deckblätter meist nicht kleiner als die Laubblätter. Krone rosa. 5 — 15 cm. Sandige Weg- und Acker- ränder. Häufig. Mai — Sept. Roter Sp., S. rubra Presl. 2. Blätter fleischig, beiderseits gewölbt, stumpflich. Nebenblätter wenig glänzend, meist ganz. Deckblätter oft kurz und unentwickelt. Blüten- stiele und Kelch drüsig-behaart. Krone rosa oder weifslich. 7 bis 25 cm. Feuchte "Wegränder und Triften auf salzhaltigem Boden und am Meeresufer. Mai — Sept. Salz-Sp., S. salina Presl. 24. Hirschsprung". Corrigiola. v, Stengel mit zahlreichen, niederliegenden Zweigen. Blätter lineal-länglich, vorn breiter. Krone weifs. 5 — 20 cm. Feuchte, sandige Plätze^ Wegränder, Ufer. Sehr zerstreut. Juli — Sept. Strand -H., C. litorälis L. 25. Tausendkorn, Hemiäria. Y. 1. Stengel fein kurzhaarig-flaumig. Blätter länglich oder elliptisch, kahl, ungewimpert oder nur am Grunde kurzgewimpert. Kelch kahl oder nur am Grunde spSrIich behaart. Kelchblätter grannenlos. Hell- oder gelbgrün. 5 — 15 cm. Sandige Äcker, Triften, Wegränder, Ufer, Verbreitet. Juni — Herbst. Kahles T., H. glabra L. 2. Stengel abstehend -steifhaarig. Blätter steifhaarig und gewimpert. Kelch steifhaarig. Kelchblätter begrannt. Dunkler grün, fast grau- lich-grün. 5 — 15 cm. Sandige Acker. Ufer, besonders in Süd- und Westdeutschland. Juli — Sept. Behaartes T., H. hirsüta L. 26. Knorpelkraut, Illecebrum. v. Stengel niederliegend, fadenförmig, meist rötlich. Blätter verkehrt -ei- förmig. Blüten zu 3 — 4 in blattachselständigen Knäueln, schneeweifs. 5 — 25 cm. Sandige Acker, Gräben, Wege, besonders in Xorddeutsch- land. Juli — Okt. Quirliges K., I. verticillätum L. I 1 5 S e e b 1 u m e n g e w ä c h s e. 27. Knäuel. Scleranthus. 1. Trugdolden end- und blattachselständig. Kelchzipfel spitzlich, schmal- trockenhäutig -berandet, zur Fruchtzeit abstehend. Blüten grün. 6 bis 20 cm. Äcker, Triften, Wegränder. Gemein. Juni — Okt. Jähriger K., S. ännuus L. 2. Trugdolden meist nur endständig. Kelchzipfel stumpf, breit-trocken- häutig -berandet, zur Fruchtzeit zusamraenneigend. Blüten grün. 6 bis 20 cm. Äcker, Triften, Abhänge. Etwas seltener als vorige Art. Mai — Okt. Ausdauernder K., S. perennis L. 18. Familie. Seeblumeilgewäclise, Nymphaeaceen. I. Kelch 4blättrig. Kronblätter ohne Honiggrübchen. Staubblätter am Grunde mit dem Fruchtknoten verwachsen. Seeblume 116. IL Kelch 5 blättrig. Kronblätter auf den Rücken mit einem Honig- grübchen versehen. Staubblätter frei. Xixblume 116. I. Seeblume. Xymphsea. xni. > I. Innerste Staubfäden kaum so breit als ihre Staubbeutel. Narben- strahlen zahlreich (8 — 24), meist i spitzig, gelb. Fruchtknoten kugelig, bis unter die Narbe mit Staubblättern besetzt. Ansatzkanten der Kelchblätter gerundet. Blüten grofs (8 — 14 cm im Durchm,), etwas wohlriechend, Krone weifs. Blätter rundlich, am Grunde tief-herz- förmig, ganzrandig. lederig. Xer\en der Blattlappen auseinander- tretend. Blatt- und Blütenstiele in der Mitte mit 4 gröfseren Luft- lücken. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Verbreitet. Juni bis Aug. 'Weifse S., N. alba L. -2. Innerste Staubfäden breiter als ihre Staubbeutel. Xarbenstrahlen weniger zahlreich (6 — 14), meist 3 spitzig, meist rot. Fruchtknoten eiförmig, unter der Xarbenscheibe verschmälert und daselbst ohne Staubblätter. Ansatzkanten der Kelchblätter vorspringend. Blüten meist kleiner (5 — 9 cm im Durchm.), ganz oder halb geöffnet. Xerven der Blattlappen in der Verlängerung sich schneidend. Sonst wie vorige Art. Stehende Gewässer in Xordostdeutschland und auf den Gebirgen. Juni — Aug. Kleine S., X". Candida Presl. 2. Nixblume, Nüphar. xin. Blätter eiförmig, tief -herzförmig, ganzrandig. Nebenblätter fehlend. Blattstiele am Grunde beiderseits häutig erweitert, wie die Blüten- stiele mit zahlreichen kleineren Luftlücken. Blüten 3 — 5 cra im Durchm., von imangenehmem Geruch. Kelch und Krone dottergelb. Narbenscheibe trichterförmig vertieft, ganzrandig, 10 — 20strahlig, mit vor dem Rande verschwindenden Strahlen. Stehende und langsam fliefsende GeAvässer. Im Niederlande zerstreut, in den höheren Gegenden fehlend. Juni — Aug. Gelbe N., X. luteum Sm. Hornblattgewächse. Hahnenf ufsgewächse. 117 19. Familie. Hornblatt gewächse, Ceratophyllaneen. I. Hornblatt, Ceratophyllum. xxi. 1. Blätter 3facli-gabelteilig, mit 5 — 8 borstlichen, weichen, kaum stachelig- gezähnten Zipfeln. Früchte ohne grundständige Stacheln. Pflanze meist hellgrün. 30 — 60 cm. Stehende Gewässer, Gräben. Sehr zer- streut. Juli — Sept. Glattes H., C. submersum L. 2. Blätter i- oder 2 fach-gab elteilig, mit 2 — 4 linealen, starren, dicht- stachelig-gezähnten Zipfeln. Früchte am Grunde mit 2 gekrümmten Domen. Zuweilen sind die beiden Dornen zu kurzen Höckerchen verkürzt oder die Frucht beiderseits zwischen den Dornen geflügelt. Pflanze dunkelgrün. 50 — 80 cm. Seen, Teiche, Gräben. Nicht selten. Juli — Sept. Rauhes H., C. demersum L. 20. Familie. HalinenfuCsgewächse, Ranunculaceen. xm. I. Blätter gegenständig. Blätter einfach- bis doppelt -gefiedert oder ungeteilt. Kelch 4- oder 5 blättrig, weifslich oder blau bis purpurn. Krone fehlend. AValdrebe 122. n. Blätter grundständig oder scheinbar quirlständig. A. Blüten blau. Blätter gnmdständig. Blätter 3 lappig, langgestielt. , Dicht unter dem Kelch (Kelch blau, Krone fehlend!) eme 3 blättrige (scheinbar den Kelch darstellende) Hülle. Staubblätter zahlreich. Leberblümchen 122. B. Blüten violett, weifs oder gelb. Unter der Blüte eine quirlige, aus geteilten Blättern bestehende Hülle. Kelch 5 — 6 blättrig, Krone fehlend. 1. Hüllblätter sitzend, fingerförmig -vielteilig, am Grunde scheidig, zottig -behaart. Kelch violett oder weifs. Schelle 122. 2. Hüllblätter gestielt, den oft fehlenden grundständigen Blättern gleichgestaltet. Kelch weifs oder gelb. Windröschen 121. C. Blüten gelb, gelblich oder weifs. Blätter grundständig. 1. Blätter ungeteilt, lineal. Kelch und Krone 5 blättrig. Staub- blätter meist 5. Blütenboden später walzenförmig verlängert. Mäuseschwanz 123. 2. Blätter geteilt. Kelch kleiner als die Krone. Kelch und Krone 5 blättrig. Staubblätter 5—15. Hornköpfchen 123. 3. Blätter geteilt. Kelch gröfser als die Krone, 5 — 8 blättrig, gelb. Kronblätter röhrig, 2 lippig. Staubblätter zahlreich. Blüten von einer vielteiligen Hülle umgeben. Winterling 119. 4. Blätter fufsförmig- geteilt. Kelch gröfser als die Krone, weifs. Kronblätter röhrig, 2 lippig. Staubblätter zahheich. Nieswurz iig. Il8 Hahnenfufsge wachse. III. Blätter wechselständig. A. Blüten klein und unansehnlich, gelblich oder weifslich. Blätter zusammengesetzt. 1. Fruchtknoten mehrere, Kelch 4— 5 blättrig, gelblich. Krone fehlend. Staubfäden gelb oder lila. Amstel 126. 2. Fruchtknoten i. Kelch und Krone 4 blättrig. Staubfäden weifslich. Christophskraut 120. B. Blüten gespornt oder ungleichmäfsig, mittelgrofs. Blätter geteilt oder zusammengesetzt. 1. Blüten gleichmäfsig. Kronblätter trichterförmig, gespornt. Kelchblätter 5, flach, eiförmig, gefärbt. Akelei 120. 2. Blüten ungleichmäfsig. Oberes Kelchblatt gespornt, i — 2 ge- spornte Kronblätter einschliefsend. Rittersporn 120. 3. Blüten ungleichmäfsig. Oberes Kelchblatt helmförmig ge- wölbt, 2 langgestielte, kappenföiTnige, gespornte Kronblätter einschliefsend. Eisenhut 121. C. Blüten gelb, meist mittelgrofs. Blätter ungeteilt, geteilt oder zusammengesetzt. 1. Kelch 5 — 8 blättrig, kronartig. Krone fehlend. Blätter ein- fach, ungeteilt. Dotterblume 119. 2. Kelch 3 — 5 blättrig, kleiner als die Krone. Kronblätter 5 bis 10, am Grunde mit einem Honiggrübchen. Blätter ungeteilt, geteilt oder zusammengesetzt. Hahnenfufs 123. 3. Kelch 5 blättrig, kleiner als die Krone. Krone 5 — 15 blättrig. Blütenboden verlängert. Adonisröschen 127. 4. Kelch 5 — 15 blättrig, fast kugelig zusammenneigend, gröfser als die Krone. Kronblätter klein, flach, fast zungenförmig. Trollblume 119. D. Blüten weifs, rot, bläulich oder grün, mittelgrofs oder grofs. 1. Kelch kleiner als die Krone. a. Krone weifs, 5 blättrig. Kelch 5 blättrig, abfallend. Land- oder "Wasserpflanzen. Hahnenfufs 123. b. Krone rot, 5 — 8 blättrig. Kelch 5blättrig, abfallend. Blüten- boden verlängert. Landpflanze. Adonisröschen 127. c. Krone rot oder weifs, 5 — mehrblättrig, sehr grofs. Kelch 5 blättrig, bleibend. Fruchtknoten 2 — 5. Päonie 119. 2. Kelch gröfser als die Krone. Kronblätter klein, eigentüm- lich gestaltet. a. Kelchblätter weifs oder grün, bleibend. Kronblätter röhrig, mit 2 lippiger Mündung. Früchtchen 3 — 10. Nieswurz 119. b. Kelchblätter weifs, abfallend. Kronblätter kurzröhrig, I lippig. Früchtchen i — 3. Muschelblümchen 120. c. Kelchblätter blau oder bläulich - weifs , abfallend. Kron- blätter knieförmig gebogen. Früchtchen 3 — 10, ganz oder doch bis zur Mitte verwachsen. N ig eile 120. H a h n e n f u f s 2 e Av ä c h s e. 119 I. Päonie, Pfingstbluine, Paeönia. Wurzelfasern zu gestielten, stellenweise dünneren Knollen angeschwollen. Stengelblätter doppelt - 3 zählig, unterseits etwas glänzend, mit herab- laufenden, 3 spaltigen oder 3 teiligen ^Slittelblättchen und länglich - lan- zettlichen Zipfeln. Blüten meist einzeln, sehr grofs, einfach oder ge- füllt. Krone purpurn. 30 — lOO cm. Zierpflanze aus dem südöst- lichen Europa. Mai, Juni. Garten -P., P. officiuälis L. 2. Dotterblume, Caltha. Stengel aufsteigend. Blätter herz - eiförmig bis nierenförmig, gekerbt. Blüten grofs. Kelch dottergelb. 15 — 30 cm. Sumpfige Wiesen, Gräben, Ufer. Gemein. April, Mai. Sumpf-D., C. palustris L. 3. Trollblume, Tröllius. Stengel aufrecht, i blutig. Blätter bandförmig -geteilt , mit 3 spaltigen, ungleich -eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Kelch hellgelb. Krone dottergelb. 30 — 60 cm. ^Släfsig feuchte Wiesen. Zerstreut. ]Mai, Juni. Kugelige T., T. Europ^eus L. 4. Nieswurz, Helleboms. 1. Stengel einfach, blattlos, nur mit 2 — 3 eiförmigen Deckblättern be- setzt, i( — 2) blutig. Gn.indblätter fufsförmig, mit länglich - lanzettlichen oder keilförmigen, vorn gesägten Blättchen. Kelchblätter weifs oder rötlich, ausgebreitet. 15 — 30 cm. BergAvälder Süddeutschlands. Auch zuweilen kultiviert. Giftig! Dez. — März. Schwarze N., Schneerose, H. niger L 2. Stengel ästig, beblättert, 2 — mehrblütig. a. Stengel nur am Grunde der Äste und Blütenstiele beblättert. Blättchen der Grundblätter breit -lanzettlich, mit vorspringenden Nerven. Kelchblätter ziemHch flach, grünlich. 20 — 40 cm. Ge- birgswälder in Süd- und ]Mitteldeutschland. Giftig! März, April. Grüne N., H. viridis L. b. Stengel von unten an beblättert. Blättchen der Grundblätter schmal - lanzettiich, mit nicht vorspringenden Nerven. Kelchblätter gewölbt, glockenförmig -zusammenneigend, grünlich, purpurn be- randet. 20 — 30 cm. Bergwälder in den Rhein- und Maingegenden und in Süddeutschland. Giftig! ISIärz, April. Stinkende N., H. foetidus L. 5. Winterling, Eranthis. Stengel i blutig. Blätter langgestielt, herzförmig -rundlich, 5 — 7 teilig mit linealen Zipfeln. Kelchblätter länglich, gelb. 8 — 10 cm. Schattige Gebüsche. Selten. In der Ebene wohl nur verwildert, Febr., März. Stern -W., E. hiemälis Salisb. I20 Hahn enfufsge wachse. 6. Nig-elle, Xigella. 1. Blüten von einer vielteiligen Hülle umgeben. Kelchblätter zugespitzt, kurz benagelt, heilblau , an der Spitze und an den Adern unterseits grün. Kapseln bis zur Spitze verwachsen. 15 — 30 cm. Zierpflanze aus Südeuropa. Juni — Aug. Türkische K"., Braut in Haaren., N. Damascena L. 2. Blüten ohne Hülle. a. Stengel fast kahl. Kelchblätter zugespitzt, mit langem Nagel, weifs, vorn bläulich, unterseits grün gestreift. Kapseln bis zur Mitte ver- wachsen. 10 — 30 cm. Äcker, besonders auf Lehm- und Kalk- boden. Zerstreut. Juli — Sept. Acker -N., X. arvensis L. b. Stengel rauhhaarig. Kelchblätter stumpf, mit sehr kurzem Xagel, bläulichweifs. Kapseln bis zur Spitze verwachsen. 20 — 40 cm. Seltener gebaut und verwildert. Südeuropa, Juni, Juli. Garten -N., Schwarzkümmel, X, sativa L. 7. MiLSclielblüiiichen, Isopjmm. Blätter doppelt-, die oberen einfach - 3 zählig. Blättchen ungleich - 3 teilig oder 3 lappig, vorn eingeschnitten - gekerbt. Blüten einzeln in den Blattachseln. Kelch zart, w ei fs. 15 — 30 cm. Lichte Gebüsche, Wald- wiesen im östlichen Deutschland. Sehr zerstreut. April, Mai. Amstelähnliches M., I. thalictroides L. 8. Christophskraut, Actaea. Blätter grofs, 3 zählig -doppelt -gefiedert. Blüten in eiförmigen Trauben^ klein. Kronblätter so lang als die Staubblätter. Kelch und Krone gelblichweifs. Beere schwarz. 30 — 60 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Verbreitet. Mai, Juni. Ähriges Ch., A. spicäta L. 9. Akelei, Aquilegia. Untere Blätter doppelt -3 zählig, mittlere 3 zählig, obere 3 teilig. Sporn der Kronblätter an der Spitze hakenförmig. Kelch und Krone violett, seltener rosa. 40 — 80 cm. Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. Häufig kultiviert. In den Wäldern der Voralpen kommt eine Abart mit kleineren, purpurbraunen oder schwärzlichvioletten Blüten vor. ISIai, Juni. Wald-A., A. vulgaris L. 10. Rittersporn, Delphinium. I. Blätter tief - 5 spaltig, mit 3 spaltigen, eingeschnitten - gesägten Zipfeln. Fruchtknoten 3 — 5 , in den langen Griffel zugespitzt. Traube sehr lang, locker. Kelch blau. 100 — 150 cm. Gebirgswälder in Schlesien, Mähren, Steiermark. Häufige Zierpflanze. Juni, Juli. Hoher R., D. elätum L. Hahne nfufsge wachse. 121 2. Blätter zusammengesetzt, mit linealen Zipfeln. Fruchtknoten i, selten 2 oder 3- a. Traube wenigblütjg. Blütenstiele fadenförmig, länger als das Deck- blatt. Früchtchen kahl, plötzlich in den langen Griffel zugespitzt. Kelch dunkelblau, selten rosa oder weifs. 15 — 30 cm. Äcker. Verbreitet. Feld-E-., D. consolida L. b. Traube vielblütig, locker. Blütenstiele kurz, abstehend. Früchtchen behaart, allmählich in den Griffel zugespitzt. Kelch blau, rosen- rot oder weifs. 30 — 80 cm. Zierpflanze, zuweilen verwildert. Aus Südeuropa. Juni — Aug. Garten -R., D. Ajäcis L. II. Eisenhut, Aconitum. 1. Blüten gelblich. Blütenstiele abstehend. Oberes Kelchblatt (Helm) etwa 3 mal so lang als breit. Obere Kronblätter auf geradem Nagel aufrecht, mit fädlichem, eingerolltem Sporn. 50 — 125 cm. Berg- wälder. Zerstreut. Giftig! Juni — Aug. Wolfs -E., A. lycöctonum L. 2. Blüten blau oder violett, seltener weifs. a. Traube dicht, meist einfach. Blütenstiele aufrecht. Jüngere Frücht- chen spreizend. Obere Kronblätter auf gekrümmtem Nagel wage- recht -nickend, mit etwas gekrümmtem Sporn. Kelch blauviolett. 60 — 150 cm. Bergwälder in Süd- und Mitteldeutschland. Auch angepflanzt. Giftig! Juni — Aug. Blauer E., A. napellus L. b. Traube locker, einfach ästig. Blütenstiele aufrecht- abstehend. Jüngere Früchtchen nicht spreizend. aa. Obere Kronblätter auf schwachgekrümmtem Xagel schief -ge- neigt. Staubblätter behaart. Jüngere Früchtchen zusammen- neigend. Kelch violett, zuweilen Aveifs gestreift oder gefleckt. 60 — 120 cm. Bergwälder -Mittel- und Süddeutschlands. Häufig kultiviert. Giftig! Juli — Aug. Garten -E., A. Stoerkednum Rchb. bb. Obere Kronblätter auf geradem Nagel aufrecht oder schief -ge- neigt. Staubblätter kahl. Jüngere Früchtchen gleichlaufend. Kelch blauviolett, seltener weifs gefleckt. 75 — 150 cm. Berg- wälder. Zerstreut. Giftig! Juli — Sept. Bunter E., B. variegatum L. 12. Windröschen, Anemone. 1. Wurzelstock kurz. Grundständige Blätter 5 teilig, mit länglichen oder fast rautenförmigen, 3 spaltigen Zipfeln. Kelchblätter weifs, aufsen nebst dem oberen Teil des Stengels und der Aufsenseite der Frücht- chen weifswollig. 15 — 30 cm. Lichte Bergwälder, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Mai, Juni. Wald-W., A. silvestris L. 2. "Wurzelstock verlängert, kriechend. a. Kelchblätter weifs, aufsen oft rötlich, seltener purpurn, meist 6, kahl. Hüllblätter doppelt so lang als ihr Stiel. Blättchen nebst 122 Hahn enfufsge wachse. dem Blütenstiel behaart. Blüten meist einzeln. lo — 25 cm. Ge- büsche, Laubwälder, Wiesen. Gemein. März — Mai. "Weifses W., A. nemorösa L. b. Kelchblätter goldgelb, meist 5, aufsen nebst dem Blütenstiele be- haart. Hüllblätter mehrmal länger als ihr Stiel. Blättchen kahl. Blüten oft zi; 2. 15 — 25 cm. Gebüsche, Laubwälder. Ziemlich verbreitet. April, Mai. Gelbes W., A. ranunculoides L. 13. Leberblümchen, Hepätica. Blätter langgestielt, 3 lappig, am Gmnde herzförmig. Blütenstiele ab- stehend behaart. Kelchblätter etwa 8 — 10, blau, seltener rosa oder weifs. 7 — 15 cm. Gebüsche, Laubwälder. Zerstreut. IMäiz, April. Blaues L., H. triloba Gil. 14. Sehelle, Pulsatilla. 1. Grundblätter einfach -gefiedert oder gefingert. a. Grundblätter überwinternd, gefiedert, mit 3 — 5 meist 2 — 3 spaltigen Blättchen. Blüten meist etwas nickend. Kelch glockig, weifs, aufsen rosa bis violett. 8 — 15, später bis 30 cm. Trockene Hügel, Triften, Heiden. Zerstreut. Giftig! April, Mai. Frühlings -Seh., P. vemalis Mill. b. Gnindblätter im Herbst absterbend, 3 zählig, mit fingerig - geteilten Blättchen. Blüten aufrecht. Kelch ziemlich ausgebreitet, mehr- mal länger als die Staubblätter, hellviolett. 7 — 15, später 40 cm. Sonnige Hügel, Heiden im östlichen Deutschland. März, April. Finger- Seh., P. patens Mill. 2. Grundblätter doppelt -gefiedert, mit fiederteiligen Blättchen. a. Blüten ziemlich aufrecht, etwas ausgebreitet. Kelchblätter an der Spitze gerade, doppelt so lang als die Staubblätter, hellviolett. 5 — 20, später 30 cm. Trockene Wälder, sonnige Hügel. Zerstreut, ^lärz— Mai. Kiih-Sch., P. vulgaris Mill. b. Blüten nickend, geschlossen - glockig. Kelchblätter an der Spitze nach aufsen umgebogen, wenig länger als die Staubblätter, dvmkel- violett, selten rötlich. 8 — 20, später 40 cm. Trockene Wälder, sonnige Hügel, Triften, besonders in Nord- und Mitteldeutschland. Giftig! April — ^Juni. Wiesen -Sch., P. pratensis Mill. 15. Waldrebe, Clematis. I. Stengel kletternd, strauchig. a. Blüten in Trugdolden, aufrecht, mittelgrofs. Kelchblätter weifslich. Griffel der reifen Früchtchen verlängert, bärtig. Blätter einfach- gefiedert. 1,5- — 5 m. Gebüsche, Hecken, besonders in Süd- und ^litteldeutschland. Auch als Laubenpflanze kultiviert. Juni — Aug. Deutsche W., Cl. vitalba L. H a h n e n f u f s e e w ä c h s e. 123 b. Blüten einzeln, nickend, grofs. Kelchblätter blau bis purpurn. Griffel der Früchtchen nicht verlängert und bärtig. Blätter einfach- bis doppelt -gefiedert. 2 — 3 m. Gebüsche, Hecken in Österreich, Häufig als Laubenpflanze kultiviert. Juli, Aug. Italienische W., C\. viticella L. 2. Stengel aufrecht, krautig. a. Blätter einfach - gefiedert. Blüten in rispigen Trugdolden. Kelch- blätter weifs. 50 — 125 cm. Trockene Wiesen, Gebüsche. In den Donau-, ]Main- und Eibgegenden zerstreut. Auch als Zier- pflanze kultiviert. Juni, Juli. Steife W., Cl. recta L. b. Blätter einfach, ungeteilt, eifönnig oder eiförmig -lanzettlich, ganz- randig. Blüten endständig, nickend, grofs. Kelchblätter violettblau, aufsen am Rande weifsfilzig. 50 — 80 cm. Häufige Zierpflanze in Gärten. Auf sumpfigen Wiesen in Bayern einheimisch. Blaue W., Cl. integrifölia L. 16. 3Iiiuseschwanz, ^Niyosürus. v. Blätter grundständig, schmal - lineal , kürzer als der i blutige Stengel. Krone klein, gelblichgrün. 3 — 10 cm. Feuchte, lehmige Äcker, Dämme, Lehmmauern. Verbreitet. Mai, Juni. Zwerg -M., M. minimus L. 17. Hornköpfchen, Ceratocephalus. Blätter grundständig, geteilt, mit linealen Zipfeln. Früchtchen mit ge- krümmtem Schnabel, auf dem Rücken rinnig. Krone gelb. 2 — 10 cm. Lehmige Acker in Thüringen und Bayern. Selten. März, April. Sichel -H., C. falcätus Pers. 18. Hahnenfufs, Ranünculus. I. Krone weifs. A. Wasserpflanzen. Kronblätter meist mit gelbem Nagel. Honig- grübchen unbedeckt. 1. Stengel kriechend, an den Knoten wurzelnd. Blätter sämt- lich nierenförmig, stumpf -3 — 5 lappig. Blüten klein. Quellen, Bäche, Teichränder im Avestlichen und nordwestlichen Deutsch- land. Mai — Aug. Epheublättriger H., R. hederäceus L. 2. Stengel aufrecht oder flutend. Untergetauchte Blätter borst- lich - vielteilig. a. Schwimmende Blätter nierenförmig, gelappt oder gespalten, untergetauchte borstenförmig- vielteilig, mit allseitig -ab- stehenden, aufser dem Wasser meist pinselfönuig zu- sammenfallenden Zipfeln. Eine sehr veränderliche Pflanze. Stehende und fliefsende Gewässer. Häufig. Mai — Aug. Wasser -H., R. aquätilis L. 124 Hahn enfufsge wachse. b. Blätter sämtlich untergetaucht und borstenförmig-vielteilig^ mit kurzen, starren, in eine kreisförmige ebene Fläche aus- gebreiteten, auch aufser dem Wasser nicht zusammen- fallenden Zipfeln. Stehende Gewässer. Zerstreut. Juli, Aug. Starrer H., R. divaricätus Schrank. c. Blätter meist sämtlich untergetaucht und borstenförmig- vielteilig, mit sehr verlängerten, fast gleichlaufenden, flutenden Zipfeln. Fliefsende Gewässer. Zerstreut. Juni bis Aug. Flutender H., R. flüitans Lmk. B. Landpflanze. Honiggiübchen am oberen Rande in eine häutige Schuppe vorgezogen. Krone reinweifs. Stengel aufrecht, ästig, reichblütig. Blätter handförmig, 3 — 7 teilig, mit 3 spaltigen, ein- geschnitten -gesägten Zipfeln. Früchtchen kahl, aderig - runzelig, mit hakenförmigem Schnabel. 60 — 120 cm. Gebirgswälder in Süd- und Mitteldeutschland. Juni — Aug. Eisenhutblättriger H., R. aconitifölius L. IL Krone gelb. Blätter alle ungeteilt. Honiggrübchen von einem Schüppchen bedeckt. A. Kelchblätter 3 (selten mehr). Kronblätter 8 oder mehr. (Ficaria.) Stengel liegend oder aufsteigend. Wurzelfasern gröfstenteils knollig verdickt. Blätter rundlich -herzförmig, geschweift -gezähnt oder stumpf eckig, glänzend, oft Knöllchen in ihren Achseln tragend. Kronblätter schmal, länglich, goldgelb. 5 — 15 cm. Schattige Gebüsche, Hecken, Grasplätze. Häufig. März — Mai. (F. verna Huds.) Warzen- H., Scharbockskraut, R. ficaria L. B. Kelch imd Kronblätter 5, seltener weniger. 1. Stengel aufsteigend oder niederliegend. Früchtchen mit einem kurzen Spitzchen. a. Stengel aufsteigend oder mit geraden Gliedern nieder- liegend und wurzelnd. Untere Blätter elliptisch, obere lanzettlich bis lineal- lanzettlich. Spitzchen der Früchtchen gerade. Krone hellgelb. 15 — 45 cm. Gräben, feuchte Wiesen, Ufer. Häufig. Juni — Okt. Brennender H., R. flämmula L. b. Stengel niederliegend, kriechend, fadenförmig, mit bogig- gekrümmten Gliedern. Blätter lineal. Spitzchen der Früchtchen zurückgekrümmt. Krone hellgelb. 5 — 15 cm. Sandige oder schlammige Ufer von Flüssen und Teichen, besonders in Norddeutschland. Juli, Aug. Erd-H., R. reptans L. 2. Stengel aufrecht. Blätter lineal -lanzettlich, zugespitzt. Friicht- chen mit einem breiten, sichelförmig -gekrümmten Schnabel. Krone goldgelb, grofs (bis 2 cm im Durchmesser). 60 bis 150 cm. Sümpfe, Ufer, Gräben. Zerstreut. Juni — Aug. Zungen- H., R., lingua L. Hahnenfufsge wachse. 125 III. Krone gelb. Blätter geteilt oder gespalten. Honiggrübchen von einem Schüppchen bedeckt. A. Früchtchen 4— 8, sehr grofs, meist stachelig, mit langem, etwas gekrümmtem Schnabel. Blütenstiele stielrmid. Kelch locker, anliegend. Blüten klein. Krone blafsgelb. 25 — 60 cm. Äcker. Ziemlich häufig. Mai — ^Jnli. Acker -H., R. arvensis L. B. Früchtchen zahlreich, ein länglich -walzenförmiges, die Staub- blätter überragendes Köpfchen bildend. Stengel hohl, nebst den Blättern kahl. Blütenstiele behaart. Kelch zurück- geschlagen. Früchtchen sehr zahlreich, sehr klein. 15 — 60 cm. Gräben, Sümpfe, feuchte Stellen. Verbreitet. Sehr giftig! ^Mai bis Okt. Gift-H., R. sceleratus L. C. Früchtchen zahlreich, ein fast kugeliges Köpfchen bildend. 1. Blütenstiele gefurcht. Kelch zurückgeschlagen. a. Stengel am Grunde knollig -verdickt, unterwärts nebst den Blattstielen abstehend-, oberwärts anliegend-behaart. Frücht- chen mit gekrümmtem Schnabel, glatt. Krone goldgelb. JO — 30 cm. Hügel, Wegränder, trockene Grasplätze. Häufig. ]Mai, Juni. Knolliger H., R. bulbösus L. b. Stengel am Grunde nicht verdickt, nebst den Blättern und Blattstielen abstehend - behaart. Früchtchen mit geradem Schnabel. Krone goldgelb. 10 — 40 cm. Feuchte Äcker, besonders auf Lehmboden. Zerstreut. Mai — Aug. Rauher H., R. Särdous Crantz. 2. Blütenstiele gefurcht. Kelch nicht zurückgeschlagen. a. Grundständige Blätter 3 zählig oder doppelt -3 zählig. Mit Ausläufern. Schnabel der Früchtchen kurz, gerade. Krone goldgelb. 20 — 50 cm. Äcker, "Wiesen, feuchte Gebüsche, Grabenränder. Häufig. Mai — Juli. Kriechender H., R. repens L. b. Grundständige Blätter handfönnig- geteilt. Blattzipfel 3 bis 5 teilig, eingeschnitten, mit linealen Zipfeln. Schnabel der Früchtchen kurz, gekrümmt. Krone goldgelb, oft mehr als 5 blättrig. Ohne Ausläufer. 30 — 80 cm. Lichte Waldstellen, Triften. Zerstreut. ISIai, Juni. Vielblütiger H., R. polyänthemus L. c. Grundständige Blätter handförmig- geteilt. Blattzipfel breit- verkehrt-eiförmig, 3 spaltig, gezähnt. Schnabel der Frücht- chen lang, an der Spitze eingerollt. Krone goldgelb. Ohne Ausläufer. 30 — 80 cm. Wälder. Zerstreut. Mai, Juni. Hain-H., R. nemorösus DC. 3. Blütenstiele stielrund. Kelch nicht zurückgeschlagen. a. Früchtchen behaart. Gnmdständige Blätter mndlich- nierenf örmig , ungeteilt und gekerbt oder 3 — 5 spaltig. Stengelblätter handförmig geteilt, mit meist linealen und J26 H ah nenf 11 fsge wachse. ganzrandigen Zipfehi. *) Krone goldgelb, oft teilweise ver- kümmert. 15 — 45 cm. Wiesen, Hecken, Gebüsche. Häufig. April, Mai. Gold-H., R. auricomus L. b. Früchtchen kahl. Grundständige Blätter (im Umrifs mehr oder weniger eckig) handförmig- geteilt oder gespalten, aa. Blütenboden kahl. Stengel meist mehrblütig, nebst den Blattstielen und Blättern angedrückt -behaart. Untere Blätter mit tief-eingeschnittenen Zipfeln, obere 3 teilig,, mit lineal- lanzettlichen Zipfeln. Schnabel der Frücht- chen kurz , gerade. Krone goldgelb. 30 — 80 cm. Wiesen, Grasplätze, Gebüsche. Gemein. Mai — Sept. Scharfer H., R. acer L. bb. Blütenboden kahl. Stengel meist mehrblütig, nebst den Blatt- und Blütenstielen von wagerecht - abstehenden Haaren rauh. Untere Blätter mit vorn kerb ig - einge- schnittenen Zipfeln , obere 3 teilig , mit verkehrt - ei- förmigen Zipfeln. Schnabel der Früchtchen lang, haken- förmig. Krone dottergelb. 40 — 80 cm. Schattige Laubwälder und Gebüsche. Verbreitet. Mai, Juni. "Wolliger H., R. lanuginösus L. cc. Blütenboden behaart. Stengel i — 3 blutig, nebst den Blatt- und Blütenstielen angedrückt- oder abstehend- behaart. Stengelblätter mit länglich - linealen Zipfeln. Früchtchen mit kurzem, gekrümmtem Schnabel. Krone grofs, goldgelb. 5 — 30 cm. Triften der Alpen und Voralpen. April, Mai. Berg-H., R. montänus Willd. 19. Amstel, Wielandskraut, Thalictmm. 1. Staubfäden obersvärts verdickt. Früchtchen gestielt, glatt, über- hängend, 3 kantig -geflügelt. Blüten blafslila, aufrecht, in Trugdolden. Verzweigungen des Blattstiels mit nmdlichen, häutigen Nebenblättchen. Blättchen rundlich oder verkehrt -eiförmig, eingeschnitten -gekerbt. 60 — 120 cm. Feuchte Waldwiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juni, Juli. Akelei -A., Th. aquilegifölium L. 2. Staubfäden kaum verdickt. Früchtchen sitzend, längsrippig. Blüten gelblich oder grünlich, in Rispen. a. Rispe pyramidenförmig. Blüten entfernt, nebst den Staubfäden aufrecht. Blättchen rundlich oder keilig - verkehrt - eiförmig , ein- geschnitten oder gekerbt. aa. Stengel am Grunde mit einigen blattlosen Scheiden, ungefähr in der Mitte beblättert, nebst den Blättern mehr oder weniger bereift. Blätter oberwärts meist plötzlich an Gröfse abnehmend. *) Die Stengelblätter machen fast den Eindruck quirlständiger Blätter. Hahnenfufsgewächse. 127 Blättchen mit unterseits hervortretenden Xerven, meist derb, ihre Stiele meist in vorspringenden Kanten, ohne Xebenblätt- chen. Rispenäste mehr oder weniger wagerecht abstehend. Blüten gelblichgrün. 30 — 60 cm. Steinige Abhänge, trockene Wiesen, Raine. Sehr zerstreut. Mai. Juni. Kleine A., Th. minus L. bb. Stengel vom Gnmde an beblättert, unbereift, meist hin- und hergebogen. Blätter allmählich an Gröfse abnehmend. Blätt- chen mit unterseits wenig hervortretenden Nerven, ihre Stiele mit hervorspringenden Kanten, mit oder ohne Xebenblättchen. Rispenäste aufrecht -abstehend. Blüten grünlich. Stengel oft rot überlaufen. 50 — 120 cm. Trockene Wälder, Hügel, Wiesen. Zerstreut. Juni — Aug. Bogige A., Th. flexuösum Bernh. b. Rispe doldentraubig, mit fast gleichhohen Ästen. Blüten gehäuft, nebst den Staubfäden aufrecht, gelblich, wohlriechend. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert. aa. Wurzelstock kurz, nicht kriechend. Blättchen länglich - keil- förmig bis lineal, meist ungeteilt, unterseits gi'augrün. Ver- zweigimgen des Blattstiels ohne Xebenblättchen. Früchtchen länglich. 40 — 80 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Im nord- östlichen Deutschland. Juni, Juli. Wiesen- A., Wiesenraute, Th. angustifölium Jacq. bb. Wurzelstock kriechend. Blättchen keilig -verkehrt -eiförmig oder keilförmig -länglich, meist 3 spaltig, unterseits grasgrün. Ver- zweigungen des Blattstiels meist mit häutigen Xebenblättern. Früchtchen rundlich. 40 — 100 cm. Feuchte Wiesen, Ufer. Zerstreut. Juni, Juli. Gold-A., Th. flavum L, 20. Adonisröschen, Adönis. I. Kronblätter 12 — 15, länglich, ausgebreitet, glänzend, hellgelb, grofs. Kelch weichhaarig. Früchtchen behaart. Griffel hakenförmig, zurück- gekrümmt. 15 — 45 cm. Sonnige Hügel, besonders auf Kalk. Zer- streut. April — Juni. Frühlings- A., A. vernälis L. H. Kronblätter 5 — 8. Früchtchen kahl. A. Kelch behaart. Kronblätter länglich, scharlachrot, zuweilen am Gnmde schwarz gefleckt. Kelch der Krone angedrückt. Frücht- chen an der oberen Kante mit einem abgerundeten Höcker. 25 bis 50 cm. Äcker, besonders auf Kalk. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Flammendes A., A. fiämmeus Jacq. B. Kelch kahl. Kj-onblätter verkehrt - eiförmig. I , Kelch von den halbkugelig - zusammenneigenden Kronblättern abstehend. Früchtchen zahnlos. Kronblätter blutrot, am Gnmde mit schwarzem Fleck. 15 — 30 cm. Zierpflanze aus Südeuropa, zuweilen verwildert. Juni — Sept. Herbst -A., A. auctumnälis L. J28 BerberitzengeAvächse. ]\Iohnge wachse. 2. Kelch den ausgebreiteten Kronblättern angedrückt. Fiüchtchen unten mit einem spitzen Zahn, an der oberen Kante mit einem spitzen Höcker. Kronblätter scharlachrot, mit oder ohne schwarzen Fleck, seltener hellgelb, am Grunde dunkel- braun gefleckt. 25 — 50 cm. Äcker, auf Lehm- und Kalk- boden. Zerstreut. ]Mai, Juni. Sommer -A., A. aestivälis L. 2 1. Familie. Berberitzeilgewächse, Berberidaceen. I. Kraut. Blätter doppelt-ßzählig. Kelch 4blättrig. Kionblätter 4, am Grunde spornartig ausgehöhlt. Staubblätter 4. Frucht eine schoten- artige Kapsel. Sockenblume 128. IL Strauch. Blätter einfach, ungeteilt. Kelch 6 blättrig. Kronblätter 6, am Grunde mit 2 Drüsen. Staubblätter 6. Frucht eine Beere. Berberitze 128. I. Sockeilblunie, Epimedium. IV. Blätter doppelt-3zählig. Blättchen gestielt, schief-herz-eiförmig, wimperig- gesägt. Blüten in ästiger, lockerer Traube. Krone blutrot, mit gelb- lichem .Sporn. 15 — 30 cm. Gebirgswälder im südöstlichen Deutsch- land. Häufig kultiviert imd versvildert. April, M^i. Alpen -S., E. alpinum L. 2. Berberitze, Berberis. VI. Blätter verkehrt -eiförmig, wimperig -gesägt, an ihrem Grunde meist 3 teilige , die Nebenblätter vertretende Stacheln. Blütentrauben hän- gend. Krone gelb.'^) Beere länglich, scharlachrot. 1,50 — 3 m. Hügel, Gebüsche, Hecken, besonders in Süddeutschland. Häufig angepflanzt. Mai, Juni. Hecken-B., B. vulgaris L. 22. Familie. MohllgCTVäcllse. Papaveraceen. ,1., Kronblätter gleich, ungespornt. Staubblätter 12 — viele. A. ]NLlchsaft gelb. Kapsel verlängert, schotenförmig, 2klappig. Kapsel- klappen vom Grunde gegen die Spitze hin aufspringend. Schellkraut 129. B. Milchsaft weifs. 1. Kapsel verlängert, schotenförmig, 2 klappig. Kapselklappen von der Spitze gegen den Grund aufspringend. Hornmohn 129. 2. Kapsel kugel- bis keulenförmig, vielfächerig, unter der viel- strahligen Xarbe mit Löchern sich öffnend. Mohn 129. *) Staubblätter bei der Berührung (z. B. durch eine Nadel) dem Stempel sich anlegend. Mohngewächse. 12g II. Kronblätter ungleich, i oder 2 gespornt oder mit Höcker. Staub- blätter 6, in 2 Bündel verwachsen. A. Die äufseren Kronblätter beide am Grunde mit einem höcker- artigen, kurzen Sporn, diese dadurch mehr oder weniger herz- förmig. Frucht eine 2 klappige Kapsel. Herzblume 130. B. Nur eins der beiden äufseren Kronblätter am Grunde gespornt. 1. Frucht länglich, 2 klappig, aufspringend, vielsamig. Blätter 3 zählig oder doppelt -3 zählig. Lerchensporn 130. 2. Frucht kugelförmig, nufsartig, nicht aufspringend, i sämig. Blätter doppelt-gefiedert. Erdrauch 131. I. Unterfamilie. Mohngewächse, Papaveroideen. I. Schellkraut, Chelidönium. xni. Blätter zart, unterseits blaugrün, untere buchtig-fiederteilig, obere fieder- spaltig. Blattzipfel eiförmig oder rundlich, eingeschnitten - gekerbt. Blüten doldig. Krone gelb. 30 — 120 cm. Schutt, Mauern, Zäune. Gemein. Mai — Okt. G-rofses Seh., Ch, majus L. 2. Horninohn, Glaücium. xin. 1. Stengel fast kahl. Blätter am Grunde tief -herzförmig, im Umrifs fast kreisförmig. Kapsel warzig- rauh. Krone grofs, citrongelb. 30 bis 60 cm. Sandplätze, Hügel. Zerstreut und selten. Juni — Aug. Gelber H., G. fla%aim Crantz. 2. Stengel und Blätter behaart. Blätter am Grunde abgestutzt, im Um- rifs eiförmig. Kapsel steifhaarig. Kronblätter rot, mit oder ohne schwarzen Fleck am Grunde. 15 — 50 cm. Äcker, Weinberge, Schutt. Sehr zerstreut und selten. Juni — Aug. Roter H., G. comiculätum Curt. 3. Mohn, Papäver. xm. 1. Stengel und Blätter kahl. Obere Blätter umfassend. Staubfäden oberw'ärts verbreitert. Kapsel kahl. Pflanze blaugrün. Blütenstiele mit wagerecht-abstehenden, steifen Haaren besetzt. Kapsel fast kugelig oder eiförmig. Narbe vielstrahlig. Krone weifs, lila oder violett. 60 — 120 cm. Allgemein angebaut. Aus dem Orient. Juli, Aug. Garten-M., P. somniferum L. 2. Stengel und Blätter steifhaarig. Staubfäden oberwärts verbreitert. Kapsel borstig. a. Kapsel keulenförmig, mit zerstreuten, aufrechten Borsten besetzt. Narbe 4 — 5 strahlig. Kronblätter dunkel-scharlachrot, am Grunde schwarz. 15 — 30 cm. Äcker, Schutt. Häufig. ISIai — ^Juli. Sand-M., P. argemöne L. b. Kapsel kurz-kreiselförmig, mit abstehenden, gekrümmten Borsten besetzt. Narbe 6 — 8 strahlig. Kronblätter scharlachrot, am Gnmde schwarz gefleckt. 20 — 40 cm. Sandige Äcker. Selten. Mai — Juli. Bastard -M., P. hybridum L. Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 9 jTQ Mohngewächse. 3. Stengel und Blätter borstig. Staubfäden oberwärts nicht verbreitert, pfriemlich. Kapsel kahl. a. Stengel, Blätter und Blütenstiele mit wagerecht-abstehenden Borsten besetzt. Kapsel verkehrt-eiförmig, am Grunde abgenmdet. Narben- strahlen 8 — 12, schwarzviolett, sich teilweise deckend. Kronblätter scharlachrot, am Grunde oft schwarz gefleckt. 30 — 80 cm. Äcker. Meist häufig. In Gärten mit weifsen oder weifsgerandeten, bläu- lichen, aschgrauen, hellroten und gefüllten Blüten. Mai, Juni. Feuer -M., Klatschrose, P. rhoeas L. b. Stengel und Blätter mit abstehenden, Blütenstiele mit anliegenden Borsten besetzt. Kapsel länglich - keulenförmig, am Grunde ver- schmälert. Narbenstrahlen 6 — 8, braun, sich nicht deckend. Kron- blätter blafs - scharlachrot. 30 — 60 cm. Äcker. Weniger häufig als vorige Art. Juni, Juli. Saat-M., P. dübium L. 2. Unterfamilie. Erdrauchgewächse, Fumarioideen. 4. Herzblume, Dicentra. xvn. Stengel aufrecht. Blätter doppelt - 3 zählig. Blättchen verkehrt-eiförmig, 3 spaltig, graugrün. Blüten in end- und achselständigen, einseits- wendigen Trauben, nickend, grofs. Kronblätter purpurn, die inneren weifs. 50 — 80 cm. Häufige Gartenzierpflanze aus Japan. Mai, Juni. Z"weifarbige H., D. spectabilis Borkh. 5. Lerchensporn, Corydalis. xvn. 1. Krone gelb oder gelblichweifs, Stengel nicht knollig. a. Stengel aufrecht. Blätter ohne Ranken. Deckblätter haarspitzig, kürzer als die Blütenstielchen. Krone goldgelb. 20 — 30 cm. Fels- spalten, Mauern in Südtirol, anderwärts verwildert und eingebürgert. Mai — Sept. Gelber L., C. lutea DC. b. Stengel fadenförmig, kriechend und kletternd. Blattstiele in Wickel- ranken endigend. Deckblätter zugespitzt, länger als die Blüten- stielchen. Krone klein, gelblichweifs. 30 — loo cm. Gebüsche, Wälder von Schleswig bis Westfalen. Juni — Sept. Raiikender L., C. claviculata Pers. 2. Krone purpurn oder weifs. Traube vielblütig, zur Fruchtzeit aufrecht. Stengel am Grunde knollig. a. Knollen meist hohl, Stengel unten ohne Schuppe. Deckblätter ganzrandig. Blütenstielchen ^/^mal so lang als die Kapsel. Krone purpurn oder weifs. 15 — 30 cm. Laubwälder, Gebüsche. Ziemlich verbreitet. April, Mai. Hohler L., C. cava Schw. et K. b. Knollen nicht hohl. Stengel unten mit rinnenförmiger Schuppe. Deckblätter fingerförmig geteilt. Blütenstielchen so lang als die Kapsel. Krone purpurn. lO — 20 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. April, Mai. G-efingerter L., C. söHda Sm. Molingewächse. Ißl 3. Krone hellpurpurn oder bleichlila. Traube wenigblütig, zur Frucht- zeit überhängend. Stengel am Grunde knollig. a. Deckblätter grofs, fingerförmig eingeschnitten, so lang oder ^[^mal so lang als die kurzgestielte Kapsel. Kapsel breit-elliptisch. Krone bleichlila. 7 — 20 cm. Gebüsche, waldige Abhänge. Ziemlich selten. März, April. Zwerg -L., C. pümila Rchb. b. Deckblätter ganzrandig, selten vom 2 — 3 spaltig, nur höchstens ^/gmal so lang als die Kapsel. Kapsel länglich-lanzettlich. KJrone hellpurpurn. 5 — 15 cm. Lichte Gebüsche. Zerstreut. April,. Mai. Bohnen -Ij., C. intermedia P. M. E. 6. Erdrauch, Fumäria. xvn. A. Frucht zur Reifezeit glatt (wie poliert). Fruchtstiele zurückgekrümmt. Stengel niederliegend, oft kletternd. Blattstiele oft in Ranken aus- gehend. Kelchblätter*) halb so lapg als die Krone. Krone weifs. oder gelblichweifs, an der Spitze schwärzlich purpurn, gröfser als beim gebräuchlichen E. 30 — 80 cm. Auf Gartenland. In Süd- deutschland einheimisch. Juni — Sept. Rankender E., F. capreolätaL. B. Frucht zur Reifezeit höckerig-runzelig. Fruchtstiele aufrecht-abstehend. 1. Kelchblätter*) rundlich-eiförmig, kurz-zugespitzt, gezähnelt, etwa halb so lang als die Krone, breiter als dieselbe. Frucht kugelig, kurz-bespitzt, oben mit 2 länglichen Grübchen. Blattzipfel länglich bis lanzettlich. Krone purpurn, an der Spitze schwärzlich. 15 bis 45 cm. Auf bebautem Boden. Zerstreut. Juni — Sept. Geschnäbelter E., F. rostellata Kjiaf. 2. Kelchblätter eiförmig-lanzettlich, gezähnt, etwa ^/gmal so lang als die Krone. a. Frucht eingedrückt - kugelig, quer breiter, oben abgestutzt und ausgerandet. Blattzipfel meist lanzettlich. Stengel meist auf- recht, ästig. Kronblätter purpurn, an der Spitze dunkelrot, fast schwärzlich. 15 — 45 cm. Auf Gartenland, Äckern, Schutt. Häufig. Mai — Herbst. Gebräuchlicher E., F. officinäHs L, b. Frucht kuglig, so breit als lang, nicht ausgerandet, stumpf, mit einem kleinen, aufgesetzten Spitzchen. Blattzipfel lineal. Krone blafsrot. 15 — 30 cm. Auf bebautem Boden. Sehr zer- streut. Juni — Sept. Wenigblütiger E-, F. tenuiflöra Fr. 3. Kelchblätter eiförmig, gezähnt, sehr klein, ^/g bis ^/j^^mal so lang als die Krone. a. Fruchtstiele wenig länger als die Deckblätter. Kelchblätter so breit oder breiter als das Blütenstielchen. Blattzipfel schmal- lineal, rinnig. Kj-one meist weifs. Frucht kugeUg - eiförmig. *) Die Kelchblätter sind bei allen Arten, da sie leicht abfallen, an noch nicht vollkommen entfalteten Blüten zu untersuchen. Q* j-12 Kreuzblütler. bleibend bespitzt. lO — 30 cm. Auf bebautem Boden in den Rhein-, JNIain- und Moselgegenden. Juni — Sept. Kleinblütiger E., F. parviflöra Lmk, b. Fruchtstiele wenig länger als die Deckblätter. Kelchblätter schmäler als das Blütenstielchen. Blattzipfel länglich - lineal, flach. Krone blafsrosenrot. Frucht kugelig, stumpf, anfangs spitz. 7 — 25 cm. Äcker, Weinberge. Sehr zerstreut. Juni bis Sept. Buschiger E., F. Vailäntii Loisl. c. Fruchtstiele 2 — 3 mal so lang als die Deckblätter. Kelchblätter schmäler als das Blütenstielchen. Blattzipfel länglich - lineal, flach. Krone dunkelrosenrot oder dunkelviolett. Frucht kugelig, bleibend bespitzt. 15 — 30 cm. Äcker, Weinberge, Gärten. In Mittel- und Süddeutschland verbreitet. Juni — Sept. Dunkler E., F. Schleicheri S.-W. 23. Familie. Kreuzblütler, Cmciferen. xv. Die meist 2 fächerigen, aus 2 Fruchtblättern gebildeten Früchte der Kreuz- blütler heifsen Schoten, wenn sie mehrmal länger als breit, Schöt- chen, wenn sie höchstens 2 mal so lang als breit sind. Im ersten Falle ist der Fruchtknoten lang und schmal, im letzten kurz und breit. I. Kronblätter gespalten, weifs. Frucht ein Schötchen. A. Blätter am Stengel verteilt. Staubblätter am Grunde mit zahn- förmigem Anhängsel. Germsel 146. B. Blätter in grundständiger Rosette. Staubblätter ohne Anhängsel. Hungerblümchen 147. IL Kronblätter ungleich, die äufseren gröfser, purpurn, violett oder weifs. Frucht ein Schötchen. A. Blätter am Stengel verteilt. Stengel ästig. Staubblätter ohne Anhängsel. Fächer des Schötchens i sämig. Schleifenblume 149. B. Blätter alle oder bis auf i — 2 in gnmdständiger Rosette. Stengel einfach. Längere Staubblätter am Grunde mit häutigem An- hängsel. Fächer des Schötchens 2 sämig. Rahle 149. III. Kronblätter weder gespalten noch ungleich, höchstens schwach ausgerandet, weifs, rötlich, lila oder violett. A. Obere Blätter einfach, ungeteilt, mit herz- oder pfeilförmigem Grunde sitzend imd stengelumfassend. Fruchtknoten viel länger als breit. Frucht eine Schote. 1. Blätter nebst dem Stengel behaart. Schoten aufrecht oder etwas abstehend. Krone weifs. Gänsekraut 139. 2. Blätter kahl, nur die zur Blütezeit oft fehlenden grundstän- digen rauhhaarig, buchtig - gezähnt bis fiederspaltig. Krone gelblichweifs. Schoten der Traubenachse angedrückt. Turmkraut 139. Kreuzblütler. jo:? 3. Blätter sämtlicli kahl, ganzrandig, die stengelständigen länglich- lanzettlich, zugespitzt. Krone weifs. Schoten abstehend. Gänsekraut 139. 4. Blätter sämtlich kahl, ganzrandig, eiförmig - elliptisch, sehr stumpf. Krone gelblichweifs. Schoten abstehend. Conringie 144. B. Obere Blätter einfach, ungeteilt, mit herz- oder pfeilförmigem Grunde sitzend und stengekunfassend. Fruchtknoten etwa so lang als breit. Frucht ein Schötchen. 1. Pflanze kahl. a. Alle Blätter ungeteilt. Schötchen gedunsen, fast kugelig. Grundblätter rundlich, nierenförmig oder eiförmig, gestielt. Löffelkraut 147. b. Alle Blätter ungeteilt. Schötchen mehr oder weniger flach gedrückt, besonders an der Spitze geflügelt. Grundblätter verkehrt-eiförmig oder länglich. Klasper 148. c. Grundblätter buchtig -fiederspaltig. Schötchen gedunsen, rundlich -eiförmig, kurz zugespitzt, runzelig, nicht auf- springend. Wen dich 151. 2. Pflanze mehr oder weniger behaart. Schötchen flach. a. Stengelblätter mit pfeilförmigem Grunde stengelumfassend. Fächer des Schötchens i sämig. Kresse (Lepidium) 149. b. Stengelblätter mit pfeilfönnigem Grunde stengelumfassend. Schötchen 3 eckig-verkehrt-herzförmig. Täschelkraut 150. c. Stengelblätter mit herzförmigem Grunde stengelumfassend. Schötchen elliptisch, an der Spitze nicht ausgerandet. Hungerblümchen 147. C. Obere Blätter einfach, ungeteilt, nicht herz- oder pfeilförmig- stengelumfassend. 1. Blätter am Grunde herzförmig, gestielt. Frucht ein Schötchen oder eine Schote. a. Krone lila oder violett. Schötchen sehr grofs, flach. Silberblatt 146. b. Krone weifs. Schoten lang, lineal. Pflanze gerieben nach Knob- Lauch riechend, Lauchkraut 143. 2. Blätter am Grunde nicht herzförmig. Krone grofs. Frucht eine Schote. a. Mittlere Blätter 3 zählig, untere gefiedert. In den oberen Blattachseln schwärzHche Zwiebelknospen. Blüten ge- ruchlos. Zahnwurz 141. b. Alle Blätter ungeteilt, lanzettlich, graufilzig. Blüten wohl- riechend. Levkoj 137. c. Alle Blätter ungeteilt, eiförmig bis lanzettlich, grün. Blüten (besonders abends) wohlriechend. Kilte 142. 3. Blätter am Grunde nicht herzförmig. Krone klein oder ziemlich klein, geruchlos. 1^4 Kreuzblütler. a. Fruchtknoten etwa so lang als breit. Frucht ein Schötchen. Krone weifs, klein. aa. Mittlere Blätter fiederspaltig. Schötchen gediinsen, kugelig. Stengel 60 — 120 cm hoch. Löffelkraut 147. bb. Mittlere und untere Blätter fiederspaltig bis doppelt- gefiedert. Seltener alle ungeteilt. Schötchen flach. Kresse (Lepidium) 149. b. Fruchtknoten mehrmal länger als breit. Frucht eine Schote. Krone weifs oder lila. Stengel 5 — 45 cm hoch, aa. Stengelblätter sitzend. Stengel und Blätter kahl. Krone weifs, Schoten fast flach. Gänsekraut 139, bb. Stengelblätter kurz - gestielt. Stengel und Blätter be- haart oder kahl. Krone weifs oder lila. Schoten fast flach oder gedunsen. Gänsekraut 139. cc. Stengelblätter sitzend. Stengel und Blätter behaart. Kj-one weifs. Schoten fast stielrund. Krefsling 143. D. Blätter fiederspaltig bis gefiedert. 1. Stengel niederliegend oder ausgebreitet, nebst den fleischigen, fiederteiligen Blättern kahl, 5 — 30 cm. a. Krone lila oder violett, ziemlich grofs. Frucht 2 gliederig, das obere Glied schwertförmig. Am Meeresstrande. Rocket 151. b. Krone weifs, klein. Frucht 2 knopfig, fast nierenförmig, nm^elig, Wege. Krähenfufs 150. 2. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Fruchtknoten etwa so lang als breit. Frucht ein Schötchen. Kjone weifs oder weifslich. a. Stengel 3 — 10 cm hoch, ästig, beblättert. Blätter gefiedert. Schötchen flach, elliptisch, stumpf, 4 sämig. Remse 150. b. Stengel 10 — 60 cm hoch und höher. Blätter tief -fieder- spaltig bis doppelt -gefiedert. Schötchen flach. Kresse (Lepidium) 149. c. Stengel 60 — 120 cm hoch. Blätter grofs, meist ungeteilt. Schötchen kugelig. Löffelkraut 147. 3. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Fruchtknoten mehrmal länger als breit. Frucht eine Schote. a. Blätter leierförmig - fiederspaltig , rauhhaarig. Schote 2- gliederig oder nicht gegliedert. Gebaut und verwildert. Rettich 151. b. Blätter gefiedert. Krone klein, weifs. Staubbeutel gelb. Üferpflanze. Kresse (Nastürtium) 137. c. Blätter gefiedert. Krone klein oder ziemlich grofs, weifs bis lila. Staubbeutel gelb oder rot. Schaumkraut 141. d. Blätter 3zähUg, quirlständig. Stengel 3 blättrig. Z a h n w u r z 141. Kreuzblütler. 135 IV. Krone gelb oder gelblichweifs, zuweilen weifs ver- bleichend. A. Alle Blätter ungeteilt. Stengelblätter mit herz- oder pfeil- förmigem Grunde sitzend und stengelumfassend. 1. Fruchtknoten höchstens doppelt so lang als breit. Frucht ein Schötchen. a. Krone heU- oder bleichgelb. Schötchen kugelig oder birn- förmig, 2fächerig, mit mehrsamigen Fächern. Dotter 147. b. Krone goldgelb. Schötchen kugelig, i fächerig, i sämig, ' abstehend. Pflanze von ästigen Haaren rauh. Finkensame 150. c. Krone goldgelb. Schötchen hängend, länglich, geflügelt, nicht aufspringend. Pflanze kahl, blaugrün. Waid 150. 2. Fruchtknoten mehrmal länger als breit. Frucht eine Schote. Krone gelblichweifs. a. Schoten der Traubenachse angedrückt. Blätter am Grunde tief-pfeilförmig, die untersten buchtig -gezähnt bis schrot- sägeförmig, kurz - rauhhaarig. Turmkraut 139. b. Schoten auf aufrechten Stielen abwärts gekrümmt, flach. Blätter gezähnt, länglich, feinfilzig, graugrün. Gänsekraut 139. c. Schoten abstehend, 4 kantig. Blätter am Grunde herz- förmig, ganzrandig, kahl. Schöterich 143. B. Alle Blätter ungeteilt. Stengelblätter am Grunde nicht herz- oder pfeilf örmig - stengelumfassend. 1. Fruchtknoten etwa so lang oder nicht so lang als breit. Frucht ein Schötchen. a. Blätter sternhaarig-grau oder weifsfilzig, länglich bis verkehrt- eiförmig. Schötchen nmdlich oder eiförmig. Steinkrau 1 146. b. Blätter steifhaarig, länglich bis lineal, ganzrandig bis buchtig- gezähnt. Schötchen brillenförmig, kahl. Brillenkraut 149 c. Blätter kahl, ungeteilt bis fiederspaltig. Schötchen kugelig oder ellipsoidisch. Uferpflanze. Kresse (Nastürtium) 137. 2. Fruchtknoten mehrmal länger als breit. Frucht eine Schote, a. Blätter lanzettlich, meist ganzrandig. Schoten 4 kantig. Narbe tief -2 lappig. Lack i/ b. Blätter länglich - lanzettlich bis lineal. Schoten unge- schnäbelt, 4 kantig, mit i nervigen Klappen. Narbe nicht 2lappig. Schöterich 143. c. Blätter eiförmig oder länglich, die untersten fast leier- förmig- fiederspaltig. Schoten geschnäbelt, stielrund, holperig, mit 3 nervigen Klappen. Kelch wagerecht -ab- stehend. Senf 145. d. Blätter buchtig -gezähnt bis fiederspaltig. Schoten ge- schnäbelt, zusammengedrückt -4 kantig, mit iner\-igen Klappen. Doppelsame 146. 125 Kreuzblütler. C. Nur die oberen Blätter ungeteilt. 1. Fruchtknoten wenig länger als breit. Frucht ein Schötchen. Blätter borstig, steif- oder rauhhaarig. a. Schötchen 2gliedrig, das untere Glied walzlich, stielartig, das obere kuglig, in den Griffel zugespitzt. Blätter fieder- spaltig oder leierförmig. Reps 151. b. Schötchen igliedrig, schief - eiförmig , 2fächrig, warzig. Untere Blätter leierförmig, mittlere am Grunde meist spiefsförmig, länglich - lanzettlich, rauhhaarig. Zackenkraut 151. 2. Fruchtknoten mehrmal länger als breit. Frucht eine Schote. a. Stengelblätter sitzend, mit herz- oder pfeilförmigem Grunde stengelumfassend. aa. Stengelblätter am Grunde pfeilförmig, grasgrün. Schoten durch einen kurzen Griffel geschnäbelt. Kreifsig 138. bb. Stengelblätter am Grunde herzförmig, blaugrün. Schoten langgeschnäbelt. Kohl 144. b. Stengelblätter gestielt oder doch am Grunde verschmälert, nicht stengelumfassend. aa. Untere Blätter buchtig -gezähnt bis fiederspaltig, nicht leierförmig. Schoten zusammengedrückt - 4 kantig, nicht gegliedert. Stengel und Blätter kahl oder fast kahl. Doppelsame 146. bb. Untere Blätter leierförmig (mit grofsem Endzipfel). Schoten der Quere nach eingeschnürt, gegliedert. Kelch aufrecht. Blätter steif haarig. Hederich 151 cc. Untere Blätter leierförmig (mit grofsem Endzipfel) Schoten nicht gegliedert, mit 3 nervigen Klappen Kelch wagerecht -abstehend. Stengel meist kurzborstig, Senf 145 dd. Untere Blätter leierförmig (mit grofsem Endzipfel) Schoten nicht gegliedert, mit i nervigen Klappen Stengel kahl oder zerstreut - behaart. Kohl 144 D. Alle Blätter tief - fiederspaltig bis gefiedert oder 3 zählig. Frucht eine Schote. I. Stengel, wenigstens unten, nebst den Blättern behaart oder borstig. a. Blüten traube unten beblättert. Schoten zusammengedrückt- 4 kantig, geschnäbelt, Blätter fiederteilig, die unteren ge- fiedert. Rempe 145. b. Blütentraube nicht beblättert. Schoten stielrund, unge- schnäbelt oder kurz - geschnäbelt. Blätter fiederteilig oder 2 — 3 fach -gefiedert, nebst dem Stengel kurz- oder rauh- haarig. Rauke 142. Kreuzblütler. 137 c. Blütentraube nicht beblättert. Schoten stielrund, ge- schnäbelt. Blätter fiederspaltig bis gefiedert. Stengel, wenigstens unten, nebst den Blättern borstig. Senf 145. 2. Stengel und Blätter kahl oder fast kahl. a. Blätter 3 zählig, quirlständig. Schoten lanzettlich -lineal. Krone gelblichweifs. Frühlingspflanze. Zahnwurz 141. b. Blätter gefiedert, unten leierfömiig. Schoten abgenindet- 4 kantig, geschnäbelt, mit i nersigen Klappen. Stengel meist kräftig. Kreifsig 138. c. Blätter fiederspaltig bis gefiedert. Schoten stielrund, ellip- soidisch bis lineal, ungeschnäbelt, mit nervenlosen Klappen, Kresse (Nastürtium) 137. d. Blätter fiederspaltig bis fiederteilig. Schoten zusammen- gedrückt-4kantig, lineal, geschnäbelt, mit i nervigen Klappen. Doppelsame 145. 1. Levkoj, Matthiola. Blätter stumpf, wie der Stengel graufilzig. Schoten auf ebenso dicken Stielen aufrecht -abstehend. Krone violett, lila, rot etc., einfach oder gefüllt, wohlriechend. 30 — 45 cm. Beliebte Zierpflanze aus Süd- europa. Juni — Sept. Sommer -L., M. ännua Sweet. 2. Lack, Cheiränthus. Blätter angedrückt - behaart , spitz, obere vorn breiter. Krone goldgelb bis orangegelb, bei der kultivierten Pflanze braungelb bis fast purpurn, wohlriechend, zuweilen gefüllt. 30 — 70 cm. Auf altem Gemäuer, Preisen in Süddeutschland, besonders längs des Rheines. Auch hävifig kultiviert. Mai, Juni. Gold-L., Cli. cheiri L. 3. Kresse, Nastürtium. I. Krone weifs. Blätter unpaarig -gefiedert. Blättchen elliptisch, sitzend, das endständige eiförmig, gestielt. Schoten lineal - länglich, meist ge- krümmt, so lang als ihr Stiel. Staubbeutel gelb. 30 — 80 cm. Gräben, Bäche, Quellen. Verbreitet. Juni— Aug. Brunnen- K., N. officinale R. Br. II. Krone gelb. A. Krone so lang oder kaum so lang als der Kelch, blafsgelb. Schoten länglich, etwas gedunsen, etwa so lang als ihr Stiel. Blätter fiederspaltig, die unteren fast leierfömiig. Stengel ästig, aufrecht, aufsteigend oder niedergestreckt. 20 — 50 cm. Ufer, überschwemmt gewesener Boden, feuchte x\cker, Gräben. Häufig. Juni — Sept. Smnpf-K., N. palüstre DC. B. Krone länger als der Kelch, hochgelb. a. Schoten ellipsoidisch oder kugelig, nicht halb so lang als ihr Stiel. Blätter alle oder doch die oberen ungeteilt. 1^8 Kreuzblütler. aa. Stengel am Grunde kriechend, wurzelnd, meist hohl. Blätter länglich oder lanzettlich, gezähnt oder gesägt, sitzend, untere gestielt, oft kammförmig- oder leierförmig- fiederspaltig. Schoten ellipsoidisch oder fast kugelig, 3 bis 4 mal so kurz als ihr Stiel. 30 — loo cm. Gräben, Teiche, Sümpfe. Verbreitet. Juni — Sept. Wasser -K., N. amphibium R. Br. bb. Stengel aufrecht, derb. Blätter länglich - spatelig , meist stumpf, gezähnt, mit tief -herzförmigem Grunde sitzend, unterste in den geehrten Blattstiel verschmälert. Schoten sehr klein, kugelig, vielmal kürzer als ihr Stiel. 30 bis 80 cm. Feuchte Wiesen, Ufer. An der Elbe in Böhmen, Sachsen, in Schlesien an der Oder. Juni — Aug. Österreichische K., N. Austriacum Crantz, b. Schoten länglich oder lineal, so lang oder doch halb so lang als ihr Stiel. Blätter fiederspaltig bis gefiedert. aa. Schoten lineal, etwa so lang als ihr Stiel. Griffel sehr kurz. Blätter alle fiederteilig bis gefiedert, meist mit linealen Zipfeln. Stengel sehr ästig, ausgebreitet. 15 bis 50 cm. Feuchte Äcker, Wegränder, Wiesen, Gräben, Sandplätze. Häufig. Juni — Aug. Wilde K., N. silv6stre R. Br. bb. Schoten länglich - ellipsoidisch , länglich oder lanzettlich, etwa halb so lang als ihr Stiel. Griffel meist ziemlich lang. Blätter fiederspaltig oder die unteren leierförmig- fiederteilig, obere keilförmig -länglich, nach unten mehr oder weniger tief eingeschnitten. Stengel aufrecht. 1 5 bis 50 cm. Feuchte Orte, Ufer. Juni — Aug. N. amphibium x silvestre = N. anceps Rchb 4. Kreirsig, Barbarakraut, Barbarsea. 1. Untere Blätter gefiedert, obere tief - fiederspaltig, mit linealen Seiten- zipfeln und lineal - länglichem oder ei-lanzettlichem Endzipfel. Krone fast doppelt so lang als der Kelch, hellgelb. Fruchtstiel etwa so dick als die reife Schote. Schoten abstehend. 15 — 45 cm. Brachfelder, Wegränder, Gräben. Zerstreut. April, Mai. Früher K., B. praecox R. Br. 2. Untere Blätter leierförmig - gefiedert, mittlere leierförmig- fiederspaltig, obere ungeteilt. Fruchtstiel dünner als die reife Schote. a. Krone wenig länger als der Kelch, hellgelb. Schoten aufrecht, der Traubenspindel angedrückt. Untere Blätter mit 2 — 3 paarigen, kleinen Seitenzipfeln und länglich - eiförmigem, sehr grofsem End- zipfel. 60 — 100 cm. Feuchte Gebüsche, Flufsufer, besonders in Norddeutschland. Mai, Juni. Steifer K., B. stricta Andrzj. Kreuzblütler. 139 b. Krone fast doppelt so lang als der Kelch, goldgelb. Schoten auf- recht - abstehend. aa. Blütentrauben während des Aufblühens gedrungen. Jüngere Schoten schräg - auf recht, auf gebogenen, aufsteigenden Stielen, reife Schoten aufrecht. Endzipfel der unteren Blätter meist rundlich, am Grunde etwas herzförmig. 30 — 60 cm. Gräben, Ufer, feuchte Äcker, Wegränder. Verbreitet. Mai, Juni. Wilder K., B. vulgaris R. Br. bb. Blütentrauben während des Aufblühens locker. Jüngere Schoten auf fast wagerechten Stielen bogig -aufsteigend, nach allen Seiten abstehend, reife Schoten ziemlich gerade. End- zipfel der unteren Blätter keilförmig oder rautenförmig. 30 bis 100 cm. Gräben, Ufer, feuchte Äcker. Zerstreut. Mai, Jvmi. Bogen- K., B. arcuäta Rchb. 5. Turmkraut, Turritis. Stengel steif -aufrecht, unterwärts, wie die zur Blütezeit oft fehlenden Grundblätter, von ästigen Haaren rauh. Stengelblätter graugrün, ei- förmig-lanzettlich, ganzrandig, mit tief - herz - pfeilförmigem Grunde stengelumfassend. Krone gelb lieh weifs. 50 — 125 cm. Hügel, Zäune, Steinhaufen. Häufig. Juni, Juli. Kahles T., T. glabra L. 6. Gänsekraut, Gönne, Arabis. I. Krone gelblichweifs. Stengel und Blätter fein -filzig, graugrün. Blätter gezähnt, die grundständigen elliptisch, die stengelständigen längHch, mit tief -herzförmigem Grunde stengelumfassend. Schoten auf aufrechten Stielen abwärts gekrümmt, flach. 30 — 60 cm. An Felsenabhängen des Rheinthals. April, Mai. Tlirm-G., A. turrita L. II. Kjone weifs oder lila. A. Stengelblätter mit verschmälertem Grunde sitzend oder kurzgestielt. Kronblätter mittelgrofs. Schoten abstehend. 1. Stengelblätter sitzend, länglich -lineal, ganzrandig, kahl. Gnmd- ständige Blätter länglich oder länglich - verkehrt - eiförmig, ganz- randig oder beiderseits 3 — 4 zähnig, auch leierförmig - fieder- lappig. Stengel kahl. Schoten schmal -lineal, fast flach. Krone weifs. 15 cm. Felsen im südwestlichen Harz, in Bayern (fränk. Jura). Felsen -G., A. petrsea Lrak. 2. Stengelblätter kurzgestielt. a. Stengel von einfachen Haaren rauh. Blätter gabelhaarig, die grundständigen und die unteren Stengelblätter leier- förmig - fiederspaltig , leierförmig - schrotsägig oder fieder- spaltig, mit 6-^9 Läppchen auf jeder Seite, die oberen länglich -lanzettlich, geschweift -gezähnt bis ganzrandig. Schoten fast flach. Krone weifs oder lila. 15 — 45 cm. Saudige und steinige Orte. Zerstreut. Juni, Juli. Sand -Gr., A. arenosa Scop. 140 Kreuzblütler. b. Stengel nebst den Blättern kahl oder zerstreut -behaart. Grundständige Blätter und untere Stengelblätter langgestielt, rundlich oder elliptisch, zuweilen leierf örmig - f iederteilig, ganzrandig oder geschweift - gezähnt, die mittleren eiförmig, obere lanzettlich. Schoten gedunsen. Krone weifs. 30 bis 45 cm. Feuchte, quellige Orte, Ufer, schattige Grasplätze in Süd- und Mitteldeutschland. Mai, Juni. Hallersches G-., A. Halleri L. B. Stengelblätter am Grunde herz- oder pfeilförmig-stengelumfassend. Kronblätter klein, weifs. 1. Stengel und Blätter kahl, etwas bereift. Grundblätter lang- gestielt, nmdlich oder eiförmig, meist lederartig, wie die Stengelblätter ganzrandig. Schoten auf abstehenden Stielen fast aufrecht. 30 — 40 cm. Steinige, buschige Bergabhänge, Holzschläge in Mittel- und Süddeutschland. Mai, Juni. Wenigblütiges G., A. pauciflöra Garcke. 2. Stengel und Blätter behaart. a. Schoten etwas abstehend, lineal, kaum dicker als ihre Stielchen. Stengel und Blätter von ästigen Haaren rauh. Grundblätter fast sitzend, länglich, meist ganzrandig. Stengel- blätter gezähnt. 10 — 20 cm. Sonnige, trockene Berg- abhänge, Kalkhügel. Sehr zerstreut. April, Mai. G-eöhrtes G., A. auriculäta Lmk. b. Schoten aufrecht. aa. Stengel nebst den Blättern von angedrückten, meist ästigen Haaren rauh, dichtbeblättert. Stengelblätter vom Gnmde bis zur Mitte dem Stengel angedrückt, mit anliegenden Öhrchen, am Grunde tief - herz - pfeilförmig. 40 — 100 cm. Waldränder, lichte Gebüsche, Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Hain-G., A. Gerardi Bess. bb. Stengel, besonders unterwärts, von abstehenden, meist einfachen Haaren rauh. Blätter gabelhaarig. Stengel- blätter aufrecht- abstehend, mit abstehenden Öhrchen, am Grunde kurz-pfeilförmig, seltener abgestutzt. 30 bis 50 cm. Wälder, Hügel, Gebüsche, Grasplätze. Ver- breitet. Mai, Juni. Rauhaariges G., A. hirsüta Scop. 7. Schaumkraut, Cardämine. Kronblätter verkehrt - eiförmig , ausgebreitet, mittelgrofs (etwa 3 mal so lang als der Kelch). I. Stengel stielrund, hohl. Blättchen der Stengelblätter lineal oder länglich, ganzrandig. Staubbeutel gelb. Griffel kurz, stumpf, Krone lila bis weifs. 15 — 45 cm. Wiesen, feuchte Gebüsche. Gemein. April — Juni. Wiesen -Seh., C. pratensis L. Kreuzblütler. I^I 2. Stengel kantig, markig. Blättchen der Stengelblätter rundlich oder länglich, eckig -gezähnt, Staubbeutel purpurn. Griffel lang, spitz. Krone weifs. Von scharfem Geschmack. 20 — 40 cm. Quellen, Bäche, feuchte Waldplätze. Verbreitet. jSIai, Juni. Scharfes Seh., unechte Brunnenkresse, C. amära L. B. Kronblätter länglich, aufrecht, klein, weifslich. 1. Blattstiel am Grunde mit 2 kleinen, pfeilförmigen Öhrchen. Blättchen der unteren Blätter eiförmig, 3 — 5spaltig, gestielt, die der oberen lanzettlich, sitzend. Schoten auf fast wagerechten Stielen abstehend. Krone oft fehlend. 20 — 50 cm. Feuchte Laubwälder. Zerstreut. Mai, Juni. Spring - Sch., C. impatiens L. 2. Blattstiel ohne Öhrchen. a. Stengel kahl, nebst der Traubenachse hin- und hergebogen. Blättchen sitzend, oder sehr kurz gestielt, ganzrandig, die der unteren Blätter länglich, die der oberen lineal. Schoten auf weit abstehenden Stielen aufrecht. 7 — 30 cm. Feuchter Sand- boden, Ufer im östlichen und nordöstlichen Deutschland. Mai bis Juli. Kleinblütiges Seh., C. parviflöra L. b. Stengel behaart, seltener kahl, gerade, aufrecht. Blättchen der unteren Blätter rundlich, gestielt. aa. Stengel meist mehrere, wenig beblättert. Grundständige Blätter eine Rosette bildend. Staubblätter meist 4. Schoten auf aufrechten Stielen aufrecht, die Blüten weit überragend. Griffel kürzer als die Breite der Schote. 7 — 20 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche, Ufer. Sehr zerstreut. April — ^Juni. Rauhhaariges Seh., C. hirsüta L. bb, Stengel meist einzeln, reich beblättert. Staubblätter meist 6. Schoten auf abstehenden Stielen aufrecht, die Blüten wenig überragend. Griffel so lang als die Breite der Schote. 10 — 40 cm. Schattige Gebüsche, Laubwälder, an Wald- bächen. Zerstreut. April, Mai, zuweilen Juli, Aug. wieder. Wald-Sch., C. silvätica Lk. 8. Zahnwurz, Dentaria. 1. Stengel mehrblättrig, in den Blattachseln mit schwärzlichen oder bräunlichen Zwiebelknospen. Blätter wechselständig, untere gefiedert, obere 3zählig, oberste ungeteilt. Krone rosa, lila, weifs. 30 — 60 cm. Schattige Laubwälder. Zerstreut. Mai, Juni. Zwiebel -Z., D. bulbifera L. 2. Stengel 3 blättrig. Blätter quirlständig, 3 zählig. a. Krone gelblich weifs. Staubblätter so lang als die Krone. Blättchen ungleich -gesägt. 18 — 30 cm. Schattige Gebirgs Wälder in Süd- und Mitteldeutschland, April, Mai. JSTeunblättrige Z,, D. enneaphyUos L. IA2 Kreuzblütler. b. Krone purpurn. Staubblätter halb so lang als die Krone. Sonst wie vorige Art. 20 —30 cm. Bergwälder in Schlesien. April, Mai. Drüsige Z., D. glandulösa W. K. 9. Kilte, Kiltblumc, Hesperis. Blätter eiförmig bis lanzettlich, zugespitzt, gezähnt. Kronblätter verkehrt- eiförmig, sehr stumpf, meist mit einem Spitzchen. Schoten ziemlich stielrund, holperig. Krone grofs, lila, selten weifs. 40 — 100 cm. Gebüsche, "Waldränder, Hügel in Süddeutschland. In Gärten häufig angepflanzt und verw^ildert. Mai — ^Juli. Frauen -K., Nachtviole, H. matronalis L. 10. Rauke, Sisymbrium. 1. Blätter ungeteilt, länglich - lanzettlich , meist gezähnt. Stengel dicht beblättert, obenvärts rutenförmig - ästig, nebst den Blättern weich- haarig. Kelch zuletzt wagerecht-abstehend. Schoten auf abstehenden Stielen aufrecht, gebogen. Kjone goldgelb, mittelgrofs. 50 — 125 cm. Gebüsche, felsige Abhänge, Flufsufer. In Süd- und Mitteldeutsch- land zerstreut. Juni, Juli. Steife R., S. strictissimum L. 2. Blätter 2 — 3 fach - gefiedert , mit lanzettlichen bis linealen Zipfeln. Schoten dünn, auf abstehenden Stielen aufsteigend. Krone blafsgelb, sehr klein. 30 — 100 cm. Wegränder, Schutt, Felder. Meist häufig. Mai — Sept. Sophien -R., S. söphia L. 3. Blätter fiederteilig, mit gröfserem Endzipfel. a. Schoten nach der Spitze verschmälert (pfriemenförmig) , kurz- gestielt, dem Stengel angedrückt. Blätter mit länglichen, gezähnten Seitenzipfeln und spiefsförmigem Endzipfel, wie der sperrig-ästige Stengel kurzhaarig. Krone blafsgelb, klein. 30 — 60 cm. Weg- ränder, Schutthaufen, Dorfplätze. Gemein. Mai — Okt. Wege-R., S. officinäle Scop. b. Schoten gleichdick, mehr oder weniger abstehend. Blütenstiele kurz, dick (fast so dick als die Schoten). Stengel unterwärts nebst den untersten Blüten rauhhaarig, oberwärts kahl und bereift. Untere Blätter mit länglichen, am unteren Rande mit einem auf- strebenden Öhrchen versehenen Zipfeln, obere gefiedert, mit schmal- linealen Blättchen. Schoten weit abstehend. Krone blafsgelb, mittelgrofs. 40 — 60 cm. An Wegrändern , Zäunen , wüsten Plätzen. Vielfach verschleppt. Mai — ^Juli. (S. altissimum der Schriftsteller, S. Pannönicum Jacq.) Ungarische R., S. sinapistrum Crantz. c. Schoten gleichdick, mehr oder weniger abstehend. Blütenstiele schlank, dünn (dünner als die Schoten). Blattzipfel ohne Öhrchen, aa. Stengel und Blätter kahl. Blattzipfel aus breiterem Grunde dreieckig-spitz oder lanzettlich-verschmälert. Schoten 3 — 4 mal Kreuzblütler. 143 so lang als ihr Stiel, genähert, etwas abstehend. Krone gold- gelb. 30 — 60 cm. Steinige Hügel, Felsen, Mauern. Selten. Mai, Juni. Österreichischer R., S. Austriacum Jacq. bb. Stengel und Blätter rauhhaarig. Blattzipfel gezähnt, länglich, die der oberen Blätter lanzettlich, der endständige spiefsförmig. Schoten doppelt so lang als die abstehenden Stiele, bogig- aufstrebend, die jüngeren die Blüten nicht überragend. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Wege, Schutt, Mauern. Zerstreut, Mai — Sept. Barben- R., S. Loeselii L. II. Krefsling, Stenophrägma. Stengel wenigblättrig, unterwärts rauhhaarig, 7 — 30 cm hoch. Blätter eiförmig bis länglich -lanzettlich, gewimpert und zerstreut -gabelhaarig, die grundständigen rosettig. Äcker, Triften, Sandplätze. Gemem. April, Mai und Herbst. Gänse -K., S. Thaliänum Celak. 12. Lauehkraat, Alliäria. Blätter herzförmig, untere nierenförmig- rundlich. Schoten an kurzen, abstehenden Stielen ziemlich aufrecht. Krone weifs. Blätter gerieben nach Knoblauch riechend. 30 — 100 cm. Hecken, Gebüsche, Laub- wälder. Meist häufig. Mai, Juni. Weifses L., A. officinalis Andrzj. 13. SchSterich, Sehotendotter, Erysimum. 1. Blütenstielchen länger als der Kelch. Blätter länglich - lanzettlich, spitz, geschweift-gezähnt bis ganzrandig, von 3spaltigen Haaren rauh. Schoten aufrecht-abstehend, fast kahl. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Äcker, Schutt, "Wegränder. Gemein. Lack-Sch., E. cheiranthoides L. 2. Blütenstielchen etwa so lang als der Kelch. Schoten aufrecht, der Traubenspindel angedrückt, rauh. a. Blätter geschweift-gezähnt, grasgrün, lanzettlich, die grundständigen lanzettlich - länglich , fast spatelig, in den kurzen Blattstiel ver- schmälert. Schoten der Spindel locker anliegend, verlängert. Krone goldgelb. 30 — 120 cm. Mauern, Schutt, Ufer. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Steifer Seh., E. hieraciföHum L, b. Blätter ganzrandig, graugrün, lineal- lanzettlich, die grundständigen lanzettlich, lang in den Blattstiel verschmälert. Schoten aufrecht, der Spindel steif angedrückt. Krone schwefelgelb. 30 — 100 cm. Mauern, Schutt, Wegränder in Süd- und Mitteldeutschland. Zer- streut. Juni, Juli. Ruten -Seh., E. virgätum Roth. 3. Blütenstielchen kürzer als der Kelch. a. Schoten scharf-4kantig, auf bedeutend dünneren Stielen, graufilzig, mit grünen Kanten, aufrecht, der Traubenspindel locker anliegend oder schief abstehend. Blütenstielchen etwa halb so lang als der IAA Kreuzblütler. graubehaarte Kelch. Platte der Kronblätter rundlich - verkehrt- eiförmig. Blätter länglich - lanzettlich , graulich - behaart. Krone citrongelb, schwach wohlriechend. 30 — 80 cm. Buschige Ab- hänge, Waldränder, besonders auf Kalkboden in Süd- und Mittel- deutschland. Juni — Aug. "Wohlriechender Seh., E. odorätum Ehrh. b. Schoten zusammengedrückt - stumpf - 4 kantig. Blätter und Schoten von vorherrschend angedrückten, 2scheukeligen (scheinbar einfachen) Haaren etwas rauh. aa. Blütenstielchen etwa halb so lang als der Kelch. Kelch am Grunde nicht höckerig. Platte der Kronblätter keilig in den Nagel verschmälert. Schoten grün , holperig , auf fast gleich- dicken, wagerecht - abstehenden Stielen gerade oder aufwärts gekrümmt. Blätter lineal - länglich , zugespitzt, grün. Krone citrongelb. 10 — 30 cm. Äcker, Mauern, Wegränder. Sehr zerstreut. Mai — ^Juli. Ausgespreizter Seh., E. repändum L. bb. Blütenstielchen ^/g — ^,'2 mal so lang als der Kelch. Seitliche Kelchblätter am Grunde höckerig. Platte der Kronblätter ver- kehrt-eiförmig in den Nagel zugeschweift. Schoten etwas grau, glatt, steif, auf dünneren Stielen aufsteigend. Blätter länglich- lanzettlich, obere lineal, an der Spitze oft zurückgebogen. Krone schwefelgelb. Blüten geruchlos. 30 — 60 cm. Abhänge, Wege, wüste Plätze. Sehr zerstreut. Giftig (,, Gänsesterbe'')! Mai, Juni. Feste Seh., E. crepidifölium Rchb. 14. Conringie, Conringia. Pflanze kahl, blaugrün. Blätter tief - herzförmig - umfassend , eiförmig- elliptisch, ganzrandig, sehr stumpf. Blütenstiele so lang als der Kelch. Schoten abstehend, viel länger als die dicken Stiele. Krone gelblich- weifs. Äcker, auf Lehm- und Kalkboden. Zerstreut. Mai — ^Juli. (Erysimum Orientale R. Br.) Morgenländische C, C. Orientälis Andrzj. 15. Kohl, Brassica. 1. Alle Blätter gestielt. Fruchtstiele (und Schoten) aufrecht. Blätter grasgrün, obere lanzettlich, ganzrandig. Kelchblätter zuletzt wage- recht-abstehend. Krone klein, goldgelb. 60 — 120 cm. Flufsufer. Bisweilen gebaut und verwildert. Juni — Aug. Sch^warz-K., B. nigra Koch. 2. Obere Blätter sitzend. Fruchtstiele abstehend. a. Kelch aufrecht (anliegend). Staubfäden alle aufrecht. Blüten- trauben schon während des Aufblühens locker, verlängert (Knospen über den offenen Blüten stehend). Krone hellgelb. 60 — 120 cm. Kreuzblütler. 145 In vielen Formen (Kopfkohl, Welschkohl, Rosenkohl, Blattkohl, Blumenkohl, Kohlrabi) gebaut; wild an den Küsten Westeuropas. Mai, Juni. Juli — Sept. Gemüse -K., B. oleräcea L. b. Kelch abstehend. Kürzere Staubfäden abstehend. aa, Blütentrauben während des Aufblühens flach (die geöffneten Blüten die gedrängt stehenden Knospen überragend). Kelch zuletzt wagerecht- abstehend. Untere Blätter grasgrün, beider- seits zerstreut- steifhaarig, obere blaugrün. Krone goldgelb. 30 — 80 cm. Gebaut (Sommerrübsen, Winterrübsen, weifse Rübe) und verwildert. Aus Südeuropa? Rüben -K., Rübsen, B. rapa L. bb. Blütentrauben schon während des Aufblühens locker, verlängert (Knospen über den geöffneten Blüten stehend). Kelch zidetzt aufrecht- abstehend. Blätter blaugiün, kahl oder die untersten zerstreut - steifhaarig. Krone goldgelb. 60 — 120 cm. Häufig gebavit (Sommerraps, Winterraps, Kohlrübe). Aus .Südeuropa? Raps-K., Raps, B. napus L. 16. Senf, Sinäpis. 1. Kelch aufrecht. Blätter fiederteilig oder fiederspaltig, die grundstän- digen rosettig, mit länglichen, buchtig -gekerbten Zipfeln. Schoten kahl, mit meist kurzem Schnabel. Krone scliAvefelgelb. 15 — 45 cm. Sandige Felder, Felsen, Bergabhänge in den Rheingegenden. Juni bis Sept. Lack-S., S. cheiränthus Koch. 2. Kelch wagerecht -abstehend. Schoten walzlich, holperig. a. Blätter ungleich -buchtig-gezähnt, die unteren fast leierförmig, am Grunde meist geöhrt, die oberen sitzend. Schoten kahl oder zu- weilen steifhaarig. Schnabel 2 — 4kantig, gerade, meist kürzer als die Schote. Samen schwarz. Krone goldgelb. 30 — 80 cm. Be- baute Orte, Schuttplätze, Wegränder. Meist häufig. Juni, Juli. Acker -S., S. arvensis L. b. Blätter fiederteilig, mit ungleich-gezähnten Zipfeln. Schoten steif- haarig. Schnabel zusammengedrückt, gebogen, wenigstens so lang als die Schote. Samen gelblich. Krone gelb. 30 — 50 cm. Unter der Saat im südöstlichen Deutschland, auch gebaut und verwildert. Tuni, Juli. Weifser S., S. alba L. 17. Rempe, Emcästrum. Stengel und Blätter kurzhaarig. Unterste Blätter gefiedert, obere fieder- teilig, mit imgleich - buchtig- , fast fiederspaltig -gezähnten Zipfeln. Untere Blütenstiele blattachselständig, Schoten aufrecht -abstehend. Krone hellgelb, mit grünen Adern. 30 — 60 cm. Äcker, Mauern in Süddeutschland und am Rhein. April — Okt. Acker -R., E. Pollichii Seh. et Sp. Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. .10 jA^ Kreuzblütler. i8. Doppelsanie, Diplotäxis. 1. Stengel beblättert. Blütenstiele etwa 2 — 3mal so lang als die Blüte. Schoten über dem Kelchansatz kurzgestielt. Krone citrongelb, beim Verwelken bräunlich, wohlriechend. 30 — 60 cm. Mauern, Schutt, "Wege in Süd- und Westdeutschland. Jimi — Herbst. Schmaler D., D. tenuifölia DC. 2. Stengel meist nur am Grunde beblättert. Blütenstiele so lang oder etwas länger als die eben geöffnete Blüte. Schoten über dem Kelch- ansatz nicht gestielt. Krone wie bei voriger Art. 15 — 30 cm. Sandige Acker, Ufer, Mauern, Wege in Süddeutschland und am Rhein. Juni— Herbst. Mauer -D., D. murälis DC. 19. Steinkraut, Aljssum. 1. Blüten hellgelb, weifs verbleichend, klein. Längere Staubfäden zahn- los, kürzere beiderseits am Grunde mit einem borstenförmigen Zahne. Kelch zur Fruchtzeit bleibend. Äste, Blätter und Schötchen von Sternhaaren grau. 5 — 25 cm. Sonnige Hügel, Wegländer. Meist gemein. Mai — Aug. Kelch -St., A. calycinum L. 2. Blüten goldgelb, mittelgrofs. a. Stengel holzig. Grundblätter länglich - spatelig, stumpf, Aveich- grau- filzig. Alle Staubfäden inwendig mit einem kurzen Zahn. Frucht- trauben kurz. Schötchen kahl. 10 — 30 cm. Felsen in Mittel- deutschland. Auch kultiviert. April, Mai. Felsen -St., A. saxätile L. b. Stengel krautig, am Grunde fast holzig, wie die Blätter und Schötchen grau. Blätter lanzettlich. Längere Staubfäden geflügelt, kürzere am Grunde mit flügelföniiigem Anhängsel. Fruchttrauben verlängert. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel, Felsen, Äcker in Süd- und Mitteldeutschland. Mai — Sept. Berg -St., A. montänum L. 20. Germsel, Berteroa. Stengel nebst den Blättern und Schötchen von Sternhaaren grau. Blätter lanzettlich, spitz. Kronblätter 2 spaltig, weifs. Längere Staubfäden am Gnmde geflügelt, kürzere gezähnt. 25 — 45 cm. Hügel, sandige Felder, Wegränder. Verbreitet. Juni — Sept. G-raue G-., B. incäna DC. 21. Silberblatt,*) Lunaria. I. Schötchen elliptisch -lanzettlich, an beiden Enden spitz. Samen nieren- förmig, breiter als lang. Blätter grofs, herzförmig, ungleich -gezähnt. Krone lila, wohlriechend. 30 — 120 cm. Schattige, feuchte Laub- wälder in Süd- und ^litteldeutschland. Zerstreut. Mai — Juli. Ausdauerndes S., L. rediviva L. *) Der Name bezieht sich auf die silberglänzenden Scheidewände der Schötchen. Kreuzblütler. 147 2. Schötchen rundlich bis elliptisch, an beiden Enden stumpf. Samen herzförmig, so breit als lang. Krone violett, geruchlos. 30 — lOO cm. Beliebte Gartenzierpflanze aus Westeuropa. Mai, Juni. Zweijähriges S., L. biennis Moench. 22. Hungerblümchen, Draba. 1. Stengel beblättert. Grundständige Blätter rosettig, verkehrt -eiförmig, kurzgestielt. Stengelblätter sitzend, rundlich - eiförmig, spitz, stengel- umfassend, gezähnt. Kronblätter seicht ausgerandet, weifs. 15 bis 45 cm. Felsen, steinige Abhänge, Mauern. Zerstreut. April, Mai. Mauer -H., D. murälis L. 2. Stengel blattlos. Blätter in grundständiger Rosette, lanzettlich, ganz- randig oder gezähnt. Kronblätter 2 spaltig, weifs. 2 — 10 cm. Sandige Äcker, Hügel, Triften, Grasplätze. Gemein. März — Mai. Frühlings -H., D. verna L. 23. Löffelkraut, Cochleäria. 1. Schötchen mit einem Mittelner\- auf den Klappen. Pflanzen 10 bis 40 cm hoch. a. Blätter sämtlich deutlich gestielt, die unteren herzförmig, aus- geschweift-eckig, mittlere 3- oder 5 lappig, obere eiförmig -lanzett- lich, kurzgestielt. Krone weifs. 10 — 20 cm. Am Seestrande von Oldenburg bis Pommern. Mai, Juni. Dänisches L-, C. Danica L. b. Obere Blätter mit tief -herzförmigem Gnmde stengelumfassend, aa. Untere Blätter breit -eiförmig, ausgeschweift, am Grunde schwach - herzförmig, mittlere eiförmig, stumpf -gezähnt. Krone weifs. 15 — 30 cm. An der Meeresküste und an Salzquellen. Bisweilen auch gebaut. Mai, Juni. Echtes L., C. offirinälis L. bb. Untere Blätter eiförmig oder eiförmig -länglich, am Grunde ab- gerundet oder in den Blattstiel vorgezogen, mittlere länglich, gezähnt oder ganzrandig. Krone weifs. 10 — -20 cm. Am Meeresufer. Mai, Juni. Englisches L., C. Anglica L.. 2. Schötchen ohne Mittelnerv. Pflanzen 50 — 125 cm hoch. Armoracia. Rupp. Kahl. Grundblätter sehr grofs, länglich, gekerbt, untere Stengel- blätter fiederspaltig , obere eiförmig - lanzettlich bis lineal, stumpf, mit verschmälertem Grunde sitzend. Krone weifs. 60 — 120 cm.. Ufer, Gräben. Gebaut und häufig verwildert. Juni. Juli. (A. rusti- cana Fl. AVett.) Ufer-L., Meerrettich, C. armoracia L. 24. Dotter, Camelina. I. Schötchen bimförmig, oben abgenmdet, mit stark hervortretendem Rande, schon anfangs derbschalig. Griffel halb so lang als das reife Schötchen. Schötchenstiele aufrecht-abstehend. Frvichttraube meist sehr verlängert. Blätter länglich - lanzettlich , mit pfeilförmigem Grunde 10* 148 Kreuzblütler. sitzend, kaum gezähnelt, aufrecht. Stengel unterwärts nebst den Blättern von Gabelhaaren rauh. Krone hellgelb, klein. 30 — 60 cm. Äcker, Wegränder, Schutt. Meist nicht selten. Mai — Juli. Kleinfrüchtiger D., C. microcärpa Andrz. Schötchen doppelt so grofs , länglich , mit weniger her\-ortretendem Rande. Griffel kürzer. Fruchttraube weniger verlängert. Blätter öfter gezähnt, nebst dem Stengel weniger rauh, oberwärts mit kurzen, abstehenden Ästen. Hie und da der Ölfrucht wegen gebaut. C. m. glabräta DC. 2. Schötchen kugelig -birnförmig, oben abgestutzt (Scheidewand rundlich- verkehrt-herzförmig), mit kaum hervortretendem Rande, anfangs dünn- schalig. Griffel ^3 oder ^/^mal so lang als das reife Schötchen. Schötchenstiele fast wagerecht -abstehend. Fruchttraube kurz. Blätter abstehend, lanzettlich, am Grunde pfeilförmig, die unteren gestielt mit geöhrtem Blattstiel, leicht welkend, ganzrandig oder entfernt - gezähnt oder (C. s. dentäta Pers.) buchtig -gezähnt oder fast fiederspaltig. Krone hellgelb. 30 — 90 cm. Äcker, besonders Leinäcker. Juni, Juli. Lein-D., C. sativa Fr. 25. Klasper, Thlaspi. 1. Griffel sehr kixrz, viel kürzer als die Ausrandnng des Schötchens. a. Schötchen fast kreisrund, breit geflügelt, mit etwa 6 sämigen Fächern. Obere Blätter kurz -pfeilförmig, länglich, meist buchtig- gezähnt. Pflanze gelbgrün. Krone weifs. 10 — 40 cm. Äcker, Schutt, Wegränder. Gemein. Mai — Okt. Acker -K.. T. ar\-ense L. b. Schötchen keilig -verkehrt -herzförmig, nur nach vorn zu geflügelt, mit etwa 4 sämigen Fächern. Obere Blätter tief - pfeilförmig - ei- förmig, ganzrandig oder entfernt - gezähnelt. Pflanze blaugrün, Krone weifs. 7 — 30 cm. Sonnige Hügel, Äcker. Zerstreut, in Norddeutschland sehr selten. April, Mai. Durchvtrachsener K., T. perfoliätum L. 2. Griffel deutlich, so lang oder länger als die Ausrandung des Schöt- chens. Stengelblätter am Grunde herz -pfeilförmig, sitzend. a. Staubbeutel violett, später schwärzlich. Kronblätter meist wenig länger als der Kelch, weifs, zuletzt etwas rötlich. Griffel kaum die Ausrandung des Schötchens überragend. Schötchen keilig- verkehrt - herzförmig , mit 4 ( — 8) sämigen Fächern. 7 — 30 cm. Hügel, Wiesen, Grasgärten, Ufer. Sehr zerstreut. April, ]Slai. Gebii^s-K., T. alpestre L. b. Staubbeutel gelb. Kronblätter 2 mal so lang als der Kelch, weifs. Griffel die Ausrandung des Schötchens weit überragend. Schötchen rundlich- verkehrt -herzförmig, mit 2 sämigen Fächern. 7 — 20 cm. Hügel, Felsen, besonders auf Kalk. Sehr zerstreut. April, Mai. Berg-K., T. montdnum L. Kreuzblütler. 149 26. Rahle, Teesdalea. Blätter grundständig, rosettig, leierförmig-fiederspaltig, mit stumpflicliem Endzipfel, seltener ungeteilt. Griffel sehr kurz. Krone weifs, klein. 5 — 15 cm. Sandige Hügel, Äcker, Heiden. Ziemlich verbreitet. April, Mai. Sand-R., T. nudicaülis R. Br, 27. Schleifenblame, Iberis. 1. Blätter keilförmig -länglich, stumpf, beiderseits 2 — 3 zähnig. Frucht- stand locker, traubig, Schötchen fast kreisrund, schwach ausgerandet. Krone weifs, seltener blafsviolett. 7 — 20 cm. Äcker, Weinberge, besonders in Süddeutschland, sonst kultiviert und verwildert. Juni bis Aug. Bittere Seh., I. amara L. 2. Blätter lanzettlich, spitz, ganzrandig, die unteren schwach - gezähnt. Blüten- und Fruchtstand doldentraubig. Schötchen 2 spaltig. Krone hellpurpurn. 15 — 30 cm. Als Zierpflanze kultiviert und verwildert. Aus Südeuropa. Juni — Aug. Doldige Seh., I. umbelläta L, 28. Brillenkraut, Biscutella. Stengel unterwärts nebst den Blättern steifhaarig. Grundständige Blätter keilförmig -länglich, in den Blattstiel verschmälert, obere länglich - lan- zettlich bis lineal, sitzend. Krone hellgelb. 10 — 30 cm. Sonnige Abhänge, Hügel, Felsen. Sehr zerstreut. ISIai, Juni. Rauhes B., B. lacvigäta L. 29. Kresse, Lepldium. 1. Stengelblätter mit pfeilförmigem Grunde umfassend. a. Schötchen herz - eiförmig, spitzlich, ungeflügelt. Griffel so lang als die Scheidewand. Blätter länglich, geschweift - gezähnt, die untersten in den Stiel verschmälert. Krone weifs. 30 — 60 cm. Weg- ränder, Äcker, Schutt. Zerstreut und oft unbeständig. Mai, Juni. Pfeil -K., L. draba L. b. Schötchen eifömiig- elliptisch, nach oben breit -geflügelt. Griffel sehr kurz. Grundständige Blätter gestielt, verkehrt - eiförmig , zu- weilen leierförmig - eingeschnitten, obere länglich, gezähnt. Krone weifs. 15 — 30 cm. Äcker, Wegränder, auf Lehm- und Kalk- boden. Zerstreut. Juni, Juli. Feld-K., L. campestre R. Br,. 2. Stengelblätter nicht pfeilförmig- stengelumfassend, a. Schötchen deutlich ausgerandet, rundlich. aa. Schötchen auf aufrechten Stielen, der Traubenachse angedrückt, breit -geflügelt. Untere Blätter f iederteilig , mittlere 3 teilig. Staubbeutel zuletzt violett. Krone weifs. Pflanze kahl, blau- grün. 30 — 60 cm. Als Gemüsepflanze gebaut und verwildert. Aus dem Orient? Garten- K., L. sativum L. bb. Schötchen auf abstehenden Stielen, nicht oder sehr schmal ge- flügelt. Staubbeutel gelb, meist 2. Untere Blätter f iederteilig i.=^o Kreuzblütler. bis doppelt - fiederteilig. Krone gelblichweifs , meist fehlend. Von widrigem Geruch. 12 — 30 cm. Schutt, Zäune, Weg- ränder. Verbreitet. Mai — Okt. Schutt -K., L. ruderäle L. b. Schötchen sehr schwach ausgerandet, ungeflügelt. aa. Schötchen spitzlich, kahl. Grundständige Blätter länglich- spatelig, gesägt oder am Grunde fiederspaltig, obere lineal. Krone w.eifs. 30 — 60 cm. Hügel, Felsen, Wegränder in den Rhein-, Main- und ISIoselgegenden. Juli — Sept. Gras-K., L. graminifölium L. bb. Schötchen abgerundet, weichhaarig. Grundständige Blätter ei- förmig, gekerbt, obere eiförmig -lanzettlich bis lanzettlich, alle etwas lederartig, graugrün. Krone weifs. 40 — lOO cm. Am Seestrande und an salzhaltigen Orten. Juli, Aug. Breit -K., L. latifolium L. 30. Remse, Hutchinsia. Stengel ästig, beblättert. Blätter gefiedert. Kronblätter wenig länger als der Kelch. Krone weifs. 3 — 10 cm. Sonnige Kalkfelsen, Hügel auf Kalk- und Gipsboden. Sehr zerstreut. April, Mai. Stein -E.., H. petraea R. Br. 31. Täschelkraut, Capsella. Grundständige Blätter rosettig, gestielt, meist buchtig -gezähnt oder fieder- spaltig, obere kleiner, sitzend. Krone weifs. 8 — 60 cm. Äcker, Wege, Schutt. Sehr gemein. März — Okt. Hirten -T., C. bursa pastöris Moench, 32. Krähenfurs, Corönopus. Stengel niederliegend, ästig. Blätter fiederteilig, mit linealen oder keilig- linealen Zipfeln. Blütenstielchen kürzer als die Blüten. Krone weifs. 5 — 20 cm. Triften, Wege, Strafsenpflaster. Sehr zerstreut. Juni bis Aug. Liegender Kr., C. RuelUi All. 33. Waid, Isatis. Blätter bläulichgrün, untere länglich -lanzettUch, gestielt, obere pfeilförmig, umfassend. Krone gelb. 60—120 cm. Hügel, Abhänge, Felsen in Süd- und Mitteldeutschland. Auch als Farbepflanze gebaut.. Mai, Juni. Färber -W., I. tinctoria L. 34. Finkensauie, Neslea. Stengel nebst den Blättern von ästigen Haaren rauh. Blätter länglich bis lanzettlich, mit pfeilförmigem Grunde sitzend. Griffel lang. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Äcker, Wegränder. Mai — ^Juli. Rispiger F., N. paniculata Desv. Kreuzblütler. 151 35. Wendich, Calepina. Ganze Pflanze kahl. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Grundständige Blätter rosettig, buchtig -fiederspaltig, obere länglich, pfeilfömiig. Schötchen runzelig, auf aufwärts gebogenen Stielen. Krone weifs. 30 — 45 cm. Äcker, Wege am Mittel- und Niederrhein. April, ^Mai. Pfeil -W., C. Corvini Desv. 36. Zackeilkraut, Bünias. Stengel von drüsigen Höckern rauh. Blätter rauhhaarig, die unteren leierförmig, mit rückwärts gerichteten Seiten- und sehr gi-ofsen End- blättchen, mittlere am Grunde meist spiefsfönuig. Krone goldgelb. 40 — 100 cm. Aitf wüsten Plätzen, an Flufsufern. Aus Osteuropa eingewandert. ]SIai, Juni. Orientalisches Z., B. OrientäHs L. 37. Rocket, Cäkile. Stengel ästig, dick und saftig. Blätter fleischig, fiederteilig, bisweilen unge- teilt. Früchte korkartig -hart, auf kurzen, dicken Stielen. Krone grofs, lila oder hellviolett. 15 — 30 cm. Am Seestrande, besonders in den Dünen. Juli — Okt. See^H., C. maritima Scop. 38. Reps, Windsboek, Rapistnim. 1. Untere Blätter ungleich - fiederspaltig, mit ungleich - gezähnten, zuweilen eingeschnittenen Zipfeln. Schötchen kahl. Griffel kegelförmig, kürzer als das obere Glied des Schötchens. Krone goldgelb. 60 — 100 cm. Äcker, Hügel, "Wegränder. Zerstreut. Juni, Juli. Dauer -R,, R. perenne All. 2. Untere Blätter leierf önnig , mit sehr grofsem Endzipfel. Schötchen kurz - borstig. Griffel fadenförmig, so lang oder länger als das obere Glied des Schötchens. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Auf Äckern der Rheinfläche vom Elsafs bis Bingen. Juni, Juli. Runzel -R.. R. mgösum All. 39. Hederich, Raphanistrum. Stengel vmtervvärts nebst den Blättern steifhaarig. Untere Blätter leier- förmig, obere lanzettlich. Kelch aufrecht. Griffel 3 — 4 mal so lang als die oberste Anschwellung der aufrecht -abstehenden Schoten. Kj-one hellgelb, geädert. 30 — 45 cm. Äcker. Gemein. Juni — Aug. Acker -H., R. silvestre Aschrs. 40. Rettich, Räphanus. Stengel nebst den Blättern zerstreut -steifhaarig. Blätter gestielt, leier- förmig, oberste ungeteilt -länglich. Kelch aufrecht. Krone weifs oder lila. Schoten gedunsen, mit langem Griffel. 40 — 70 cm. Als Gemüse- pflanze in einigen Spielarten (Rettich, Radieschen) nicht selten ange- baut. Stammt aus Asien. Mai, Juni. Garten -R,, R. sativus L. l<2 Resedegewächse. Sonntaugewächse. 24. Familie, ßesedegewäclise, Resedaceen. I. Resede, Reseda. XI. 1. Kelch- und Kronblätter 6. a. Blätter ungeteilt oder 3 spaltig bis doppelt - 3 spaltig. aa. Blätter 3 spaltig oder fast doppelt -3 spaltig. Blütenstiele so lang als der Kelch. Kelchblätter lineal - lanzettlich. Krone hellgelb, geruchlos. 20 — 40 cm. Wegränder, sonnige Hügel, Ufer- gebüsch. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Gelbe R., R. lutea L. bb. Blätter ungeteilt, die oberen öfter 3 spaltig. Blütenstiele doppelt so lang als der Kelch. Kelchblätter spateiförmig. Krone weifsgelb, wohlriechend. 15 — 30 cm. Bekannte Zierpflanze. Zuweilen verwildert. Vaterland unbekannt. Juli — Okt. Wohlriechende R., R. odoräta L. b. Blätter fiederteilig, mit genäherten, meist schmal - lanzettlichen Zipfeln. Kelchblätter lanzettlich. Stengel aufrecht. Krone weifs. 15 — 50 cm. Hie imd da verwildert. Aus Südeuropa. Juni bis Okt. Weifse R., R. alba L. 2. Kelchblätter 4. Kronblätter 4, hellgelb. Blütenstiele kürzer als der Kelch. Fruchttrauben sehr verlängert. Blätter ungeteilt, schmal- lanzettlich, am Grunde beiderseits mit i Zahn. Stengel steif -aufrecht. 60 — 100 cm. Wegränder, Schutt, Hügel. Zerstreut. Juli — Sept. Färber -R., G. luteola L. 25. Familie. SoillltaUgewächse, Droseraceen. I. Sonntau, Drosera, v. 1. Stengel aufrecht, 2 — 4 mal so lang als die Blätter. Kapsel ungefurcht. a. Blätter ausgebreitet, fast kreisrund. 7 — 15 cm. Sumpfige Wiesen, Torfsümpfe. Verbreitet. Juli, Aug. Rundblättriger S., D. rotundifölia L. b. Blätter meist aufrecht -abstehend, lineal - länglich bis lineal -keil- föiTnig, 3 — 4mal so lang als breit. 7 — 15 cm. ^ Torfsümpfe, Sehr zerstreut. Juli, Aug. Langblättriger S., D. Anglica Huds. Blätter abstehend oder aufsteigend, keilförmig -verkehrt -eiförmig. 7 — 15 cm. Bastard zwischen D. rotundifölia L. und D. Anglica Huds. Torfsümpfe. Unter den Stammarten. Selten. D. Anglica x rotundifölia. 2. Stengel aufsteigend, wenig länger als die Blätter. Kapsel gefurcht. Blätter aufrecht, keilig - verkehrt - eiförmig. Krone weifs. 3 — 9 cm. Torfsümpfe, Teichränder. Zerstreut. Juli, Aug. Mittlerer S., D. intermedia Hayne. Dickblattgewächse. 153 26. Familie. Dickblattgewächse, Crassulaceen. I. Kelch 5 teilig. Kronblätter 5, frei. Staubbeutel 10. Fruchtknoten 5, Sede 153. II. Kelch 6 — 20 teilig. Kronblätter 6 — 20, am Gmnde unter sich und mit den 12 — 20 Staubblättern verwachsen. Fruchtknoten 6 — 20. Hauswurz 154. I. Sede, Sedum. X. I. Blätter breit, flach, gegenständig oder zu 3. quirlständig. Trugdolde dicht. 1. Stengel aufrecht oder aufsteigend. a. Blätter eiförmig bis länglich, untere geöhrelt- sitzend, obere herzförmig -stengelumfassend. Kronblätter gerade abstehend, grün-gelblichweifs. 20 — 60 cm. Sonnige Hügel, trockene Wälder, Raine, J^Iauern. ^Meist häufig. Aug., Sept. Grofse S., fette Henne, S. mäximum Sut. b, Blätter länglich bis lanzettlich, untere in einen kurzen, breiten Stiel verschmälert, obere mit abgerundetem Grunde sitzend. Kjonblätter von der Mitte an zurückgekrümmt, blafspurpurn. 15—45 cm. Bergabhänge, Raine, "Wegränder. Zerstreut. Juli, Aug. P"ULrpur-S., S. purpureum Lk. 2. Stengel niederliegend oder aus niederliegendem, wurzelndem Grunde aufsteigend. a. Stengel niederliegend, dichtbeblättert, kahl. Blätter ganzrandig, verkehrt-eiförmig bis rundlich, kahl. Krone purpurn. 15 bis 30 cm. Seltenere Zierpflanze aus den Alpen; hie und da auch (auf Mauern) verwildert. Juli, Aug. Wiind-S., S. anacampseros L. b. Stengel aus niederliegendem , wurzelndem Grunde aufrecht, kurzhaarig. Blätter gegenständig, keilig-verkehrt-eiförmig, vorn kerbig-gesägt, am Rande gewimpert. Krone rot bis weifs. 12 — 20 cm. Zierpflanze aus dem Kaukasus. Nicht selten ver- wildert. Juli, Aug. Rosen- S., S. oppositifölium Sims. II. Blätter stielrund oder fast stielrund. Trugdolde locker. I. Krone weifs oder rötlich. a. Ohne kriechende, nichtblühende Stengel. Blätter wie die arm- blütige, rispige Trugdolde drüsig - kurzhaarig. Kronblätter ei- förmig, spitz, hellrosa. 10 — 20 cm. Sumpfige, torfige Wiesen, Zerstreut. Juni, Juli. Behaarte S., S. villösum L. b. Mit kriechenden, nichtblühenden Nebenstengeln. Blätter kahl. Trugdolde reichblütig, kahl oder sehr zerstreut-drüsig-behaart. Kronblätter lanzettlich, stumpflich, weifs. lO — 20 cm. Felsen in Mittel- und Süddeutschland. Auch angepflanzt. Juni, Juli. Weifse S., S. album L. j c/1 Steinbrecligewächse. 2. Krone gelb. a. Blätter mit kurzer Stachelspitze. Pflanze lebhaft grün oder bläulichgrün. Blätter lineal-pfriemlich, am Grunde mit kurzem, spornähnlichem Anhängsel. Trugdolde später zurückgebogen. 15 — 30 cm. Sonnige, trockene Hügel, Nadelwälder, Felsen. Zerstreut. Juli, Aug. Berg-S., S. reflexum L. b. Blätter ohne Stachelspitze. aa. Blätter eiförmig, spitz, am Grunde ohne spornähnlichen Fortsatz, an den nicht blühenden Stengeln dicht 6 zeilig. Gewöhnlich von scharfem, pfefl^erartigem Geschmack. 5 bis 15 cm. Sonnige Hügel, Dämme, Felsen. Meist häufig. Juni, Juli. Scharfe S., Mauerpfeffer, S. acre L. bb. Blätter lineal, stumpf, am Grunde mit einem spornähnlichen, herabgezogenen Fortsatz, an den nicht blühenden Stengeln oberwärts locker 6 zeilig. 5 — 15 cm. Hügel, Grasplätze, Felsen. Weniger häufig. Juni, Juli. G-eschmacklose S., S. mite Gil. 2. Hauswurz, Sempervivum. xi. 1. Kronblätter und Kelchzipfel 12 — ^20, sternförmig ausgebreitet. Blätter der Rosetten länglich - verkehrt - eiförmig, stachelspitzig. Krone rosa, dunkler gestreift. 15 — 45 cm. Felsen in Süddeutschland. Auf Mauern und Dächern oft angepflanzt. Juli, Aug. Dach-H., S. tectörum L. 2. Kronblätter imd Kelchzipfel 6, aufrecht, zusammenneigend. Blätter der Rosetten länglich-keilförmig, spitz. Krone gelblichweifs. 10 bis 20 cm. Felsen, Abhänge im südöstlichen Deutschland. Auch an- gepflanzt und verwildert. Juli, Aug. Gelbe H., S. soboliferum Sims. 2^. Familie. Steinbrechgewäclise, Saxifragaceen. I. Kräuter. A. Fruchtknoten halbunterständig. Griffel 2. 1. Krone 5 blättrig. Staubblätter 10. Kapsel 2 fächerig. Steinbrech 155. 2. Krone fehlend. Staubblätter 8. Kapsel i fächerig. Milzkraut 155. B. Fruchtknoten oberständig. Narben 4. Staubblätter 5 , mit 5 drüsig - gewimperten Nebenstavibfäden abwechselnd. Kapsel I fächerig. Herzblatt 155. II. Sträucher. A. Blätter ungeteilt. Staubblätter zahlreich (16 und mehr). Griffel 4 oder 5. Frucht eine Kapsel. Blüten weifs, mittelgrofs. Pfeifenstrauch 155. B. Blätter 3 — 5 lappig. Staubblätter meist 5. Griffel i. Fntcht eine Beere. Blüten nicht weifs, klein. Stachelbeere, Johannisbeere 155. SteinbrecliCTe wachse. 155 I. Steinbrech, Saxifraga. x. 1. Keine beblätterten Nebenstengel. a. Stengel mehrblättrig, ohne Zwiebelchen, 5 — 15 cm hoch. Untere Blätter spatelfömiig, ungeteilt oder 3 lappig, obere keilfömiig, bandförmig -3 spaltig. Blüten klein. Felsen, trockene Wiesen, sandige Äcker. Zerstreut. April, Mai. Dreifingeriger St., S. tridactylites L. b. Stengel wenigblättrig, am Grunde mit kleinen Zwiebelchen besetzt, 15 — 45 cm hoch. Untere Blätter nierenfönnig, kerbig-gelappt, obere keiKörmig-rundlich, 4 — 5 spaltig. Blüten ziemlich grofs. Trockene Wiesen, Hügel, Abhänge. Meist häufig. Mai, Juni.. Körniger St., S. granuläta L. 2. Aufser dem Blütenstengel beblätterte, rosettige Nebenstengel. Blätter der Rosetten handförmig-5 — Qspaltig, mit lanzettlichen, stumpfen Zipfeln, am Stengel 3 spaltig. Blüten ziemlich grofs. Stengel 5 bis 20 cm hoch. Felsen, steinige Orte in Mittel- und Westdeutschland. Mai, Juni. Rasiger St., S. decipiens Ehrh. 2. Milzkraut, Chrysosplenium. vm. 1. Blätter wechselständig, lang gestielt, nmdlich-nierenförmig, tief -ge- kerbt. Stengel 3 kantig. Blüten und Deckblätter goldgelb. Quellige und sumpfige Stellen in Wäldern, Gebüschen. !Meist häufig. März bis Mai. Wechselblättriges M., Ch. alternifolium L. 2. Blätter gegenständig, kurz gestielt, halbkreisförmig, geschweift-gekerbt, am Gnmde gestutzt. Stengel 4 kantig. Blüten und Deckblätter grünlichgelb. Schattige Stellen an Waldbächen, Quellen. Seltener als vorige Art. April, Mai. Gegenblättriges M., Ch. oppositifölium L. 3. Herzblatt, Parnässia. v. Stengel aufrecht, kantig. Gnmdblätter lang gestielt, das stengelständige sitzend, umfassend, herz-eiförmig. Krone grofs, weifs, längsgestreift, die Nebenstaubfäden gelbgrün. Feuchte Wiesen. Verbreitet. Juli bis Sept. Sumpf -H., P. palustris L. 4. Pfeifenstrauch, Philadelphus. xii. Blätter elliptisch, zugespitzt, gesägt-gezähnelt. Blüten in Rispen. Kelch- zipfel kurz zugespitzt. Griffel oft fast bis zum Grunde getrennt. Blüten stark duftend. Zierstrauch aus Südeuropa. Mai, Juni. Gekrönter Pf., falscher Jasmin, Ph. coronärius L. 5. Stachelbeere, Johannisbeere, Ribes. y. A. Zweige stachelig. Trauben i — 3blütig. Stachelbeere. Blätter nmdlich, 3( — 5) lappig, unterseits nebst den Stielen weich- haarig. Frucht ellipsoidisch, kahl oder drüsenborstig, grün, trüb 156 P 1 a t a n e n g e w ä c h s ^ . purpurn oder gelb. Blüten grünlich. Verwildert. In Wäldern, Ge- büschen, an Felsen. Der Frucht wegen häufig angepflanzt. Mai, Juni. Echte St., R. grossularia L. B. Zweige ohne Stacheln. Trauben mehrblütig. Johannisbeere. 1. Blüten grünlichgelb oder rötlich. Kelchröhre flachbeckenfönnig bis glockig. Blätter 3 — 5 lappig. a. Trauben aufrecht, drüsig-behaart. Deckblätter lanzettlich, länger als die Blütenstiele. Blüten oft 2 häusig. Krone grünlichgelb. Kelchröhre flach-beckenförmig. Beeren rot, fade. 80 — 150 cm. Wälder, Gebüsche, Felsen. Sehr zerstreut. Im Erzgebirge sehr selten. Um Leipzig fehlend. Auch als Zierstrauch an- gepflanzt. Mai, Juni. Alpen -J., R. aipinum L. b. Trauben hängend oder nickend. Deckblätter kürzer als die Blütenstiele. aa. Blätter unterseits drüsig-punktiert. Deckblätter pfriemlich. Kelchröhre glockenförmig. Kelchzipfel zurückgerollt. Krone rötlich. Beeren schwarz. 80 — 150 cm. Gebüsche, Laub- wälder, Bachufer. Zerstreut. April, ISIai. Schwarze J., R. nigmm L. bb. Blätter unterseits nicht drüsig - punktiert. Deckblätter ei- förmig. Kelchröhre flach-beckenförmig, kahl. Kelchzipfel abstehend. Krone grünlich - gelb , Beeren rot, in Gärten auch weifslich. i — 1,50 m. feuchte Wälder, Gebüsche, Hecken. Zerstreut. Häufig kultiviert. April, Mai. Rote J., R. rubrum L. 2. Blüten goldgelb, wohlriechend. Kelchröhre lang, walzlich. Kahl, Blätter ßspaltig. Trauben aufrecht - abstehend. Deckblätter blatt- artig, länger als die Blütenstiele. Kelch goldgelb. Kronblätter vorn rötlich. Frucht gelb, später braun und schwärzlich. 1,50 bis 2,50 m. Häufiger Zierstrauch aus Nordamerika. Selten ver- wildert. April, Mai. Goldgelbe J., R. aüreum Pursh. 28. Familie. Platanengewächse, Platanaceen. I. Platane, Plätanus, xxi, 1. Äste aufrecht. Blätter 5 eckig, kaum gelappt, buchtig -gezähnt, am Grunde meist herzförmig, am Blattstiel ein wenig herablaufend, mit unterseits kurzhaarigen Nerven. Borke in kleinen Schuppen sich ablösend. 9 — 18 m. Zierbaum aus Nordamerika. Mai. Abendländische P., P. Occidentälis L. 2. Äste abstehend, Blätter tief -5 lappig bis 5 spaltig, mit buchtig- gezähnten, zugespitzten Lappen, am Grunde meist keilförmig, unter- seits anfangs kurzhaarig, später kahl, Borke in grofsen Platten sich ablösend. 9 — 18 m. Bisweilen angepflanzt. Von Italien bis zum Himalaja einheimisch. Mai. Morgenländische P., P. Orientälis L. Rosengewächse. IST Blätter am Gninde gestutzt oder schwach - herzförmig, nicht oder sehr wenig am Blattstiel herablaufend und weniger tief gelappt. Häufiger angepflanzt. (P. acerifolia Willd.) P. O. acerifölia Ait. 29. Familie. RosengeTVäcllse, Rosaceen, xii. I. Kräuter. A. Blüten ohne Krone, klein. 1. Kelchzipfel 8, abwechselnd kleiner. Blüten zwitterig, mit 4 oder nur i Staubblatt. Fruchtknoten i. Blätter gelappt oder gespalten. Sinau 174. 2. Kelchzipfel 4. Blüten zAvitterig (Staubblätter 4) oder i häusig (männliche Blüten mit zahheichen Staubblättern). Frucht- knoten I — 3. Blätter gefiedert. Kölbel 174. B. Blüten mit Kelch und Krone. 1. Kelchzipfel 5. a. Krone gelb. Fnichtknoten und Griffel 2. Blätter unter- brochen -gefiedert. Odermennig 174. b. Krone weifs. Fruchtknoten und Griffel zahlreich. Blätter gefingert, 3 zählig. Steinbeere 161. c. Krone weifs. Blüten 2 häusig, in rispig angeordneten Ähren. Früchtchen meist 3, kapselartig aufspringend. Blätter 3 zählig - doppelt - gefiedert. Nebenblätter fehlend. Geifsbart 159. d. Krone weifslich. Blüten zwitterig, wiederholt -trugdoldig. Früchtchen meist mehr als 5, nicht aufspringend. Blätter unterbrochen-gefiedert. Nebenblätter grofs. ^lädesüfs 174. 2. Kelchzipfel 8 — 10, die äufseren kleiner. a. Krone gelb oder rötlich. Fruchtboden trocken, walzlich. Früchtchen durch den bleibenden Griffel lang begrannt. Blätter unterbrochen - leierf örmig - gefiedert. Nelkenwurz 173. b. ICrone gelb, seltener weifs. Fruchtboden trocken. Früchtchen mit abfallendem Griffel. Blätter gefingert , seltener ge- fiedert. Fingerkraut 171. c. Krone dunkelpurpurn, kleiner als der Kelch. Fruchtboden fleischig- schwammig, sich vergröfsernd. Blätter gefiedert. Blutauge 170. d. Krone weifs. Fruchtboden saftig werdend und zu einer Scheinbeere auswachsend. Blätter 3zählig. Erdbeere 170. IL Sträucher oder Bäume. A. Griffel zahheich. Fruchtknoten oberständig oder scheinbar unter- ständig. Stachelige Sträucher. I . Fruchtknoten in dem krugförmigen , zuletzt fleischigen und eine Scheinfiaicht darstellenden Blütenboden eingeschlossen. Früchtchen nufsartig, Blätter gefiedert. Rose 175. j r3 Rosengewächse. 2. Fnichtknoten nicht eingeschlossen. Früchtchen saftig, stein- fruchtartig, zusammen zu einer Scheinbeere verwachsen. Blätter gefingert, seltener gefiedert. Brombeere, Himbeere i6i. B. Griffel i — 5. Fruchtknoten oberständig. 1. Fruchtknoten 5. Früchtchen kapselartig, aufspringend, mehr- samig. Kronblätter dem scheibenartig erweiterten Blüten- boden eingefügt. Spierstrauch 158. 2. Fruchtknoten i. Frucht eine Steinfrucht. Kronblätter dem Kelch eingefügt. Blüten einzeln oder in 2 — mehrblütigen Blütenständen. Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Kirsche, Ahle 180, C. Griffel i — 5. Fruchtknoten imterständig. 1. Blätter einfach, ungeteilt. Blüten einzeln, aufrecht. a. Kelchzipfel länger als die Kronblätter. Frucht mit 5 Steinen. Mispel 160. b. Kelchzipfel kürzer als die Kronblätter, drüsig -gesägt. Frucht mit 5 vielsamigen Fächern. Qviitte 159. 2. Blätter einfach, vxngeteilt. Blüten in 2 — mehrblütigen Dolden, Trauben oder Doldentrauben. a. Kronblätter rundlich, aufrecht, kaum länger als der Kelch. Blüten in i — 5blütigen Doldentrauben, überhängend. Frucht mit 3 — 5 Steinen. Kutte 159. b. Kronblätter rundlich, abstehend, länger als der Kelch. Blüten in wenig -blutigen Dolden, aufrecht. Fnicht mit 5 pergamentartigen Fächern. Apfelbaum, Birnbaum 159. c. Kronblätter keilförmig -lanzettlich, Blüten in endständigen Trauben. Fruchtfächer dünnhäutig. Quantel 160. 3. Blätter gelappt bis gefiedert. Blüten in Doldentrauben oder Doldenrispen. a. Kronblätter gewölbt. Griffel i — 3. Frucht mit i bis 3 Steinen. Blüten in Doldentrauben. Hagedorn 160. b. Kronblätter flach. Griffel 5. Frucht mit 5 dünnhäutigen Fächern. Blüten in Doldenrispen. Eberesche 160. I. Unterfamilie. Spierstrauchgewächse, Spiraeoideen. I. Spierstrauch, Spirsea. I. Blätter länglich - lanzettlich bis fast eiförmig, stumpf oder spitz, un- gleich -gesägt, kahl, Blütenstand dicht - rispig. Früchtchen frei, nicht aufgeblasen. Krone weifslich oder blafsröthch. Häufig als Zier- strauch angepflanzt und verwildert. Aus Südeuropa. Juli, Aug. "Weidenblättriger Sp., Sp. salicifölia L. R o s e n g e \v ä eil s e. 159 2. Blätter 3 lappig, am Gninde keilförmig, im Umrifs rundlich oder eiförmig, magleich doppelt -gekerbt -gesägt. Früchtchen am Grmide verwachsen, bei der Reife aufgeblasen. Nicht selten angepflanzt und hie und da verwildert. Aus Nordamerika. Juni. Schneeballblättriger Sp., Sp. opulifölia L, 2. Geifsbart, Arüncus. xxii. Blätter grofs, 3 zählig -doppelt -gefiedert. Blättchen breit eifönnig, oft lang zugespitzt, scharf -doppelt -gesägt. Blüten klein. Krone weifs oder gelblichw^eifs. Feuchte BergAvälder, Gebüsche in Mittel- und Süddeutschland, fehlt aber im Harz. Zuweilen auch angepflanzt und verwildert. Juni, Juli. Wald-Gr., A. silvestris Kost, 2. Unterfamilie. Apfelfrüchtler, Pomoideen. 3. Kutte, Cotoneäster. Blätter rundlich-eiförm.ig oder elliptisch, ganzrandig, oberseits kahl, unter- seits woliig-weifsfilzig. Frucht kugelig, blutrot, glänzend. Krone rosa. Sonnige Hügel, Felsen in Süd- und ^Mitteldeutschland. Auch an- gepflanzt. April, ]SIai. Blutrote K,, C. integerrima Med. 4. Quitte, Cydonia. Blätter eiförmig, unterseits nebst den Zweigen und der Kelchröhre zottig- graufilzig. Blüten grofs. Kelchzipfel laubartig, eiförmig - länglich, drüsig - gesägt. Krone rötlichweifs. Frucht apfel- oder birnförmig, gelb, wohlriechend. Zuweilen angepflanzt. Aus dem Orient. ]Mai, Juni. Echte Q,., C. vulgaris Willd. 5. Birnbaum, Apfelbaum, Pirus. r. Griflfel frei. Frucht am Grunde verschmälert oder abgerundet. Birn- baum, Blätter etwa so lang als ihr Stiel, nmdlich bis eiförmig, kurz zu- gespitzt, klein - gesägt. Krone weifs. Staubbeutel rot. Laubwälder, Gebüsche, Raine. In vielen Abarten angepflanzt. . April, ISlai. Holz-B., P. communis L. 2. Griffel am Gnmde verwachsen. Frucht oben und am Giimde ver- tieft (beiderseits genabelt). Staubbeutel gelb. Apfelbauni. a. Blätter in der Jugend unterseits filzig, elliptisch. Blütenstiele etwa 2 — 3 mal so lang als die Kelchblätter, nebst den Kelchen dünn- filzig. Griffel die Staubblätter überragend. Krone rosarot. All- gemein angepflanzt. Mai. Garten -A., P. malus L. b. Blätter (auch in der Jugend) kahl, rundlich oder breit - elliptisch, am Guuide oft etwas herzförmig. Blütenstiele melirmal so lang als die Kelchblätter, dünn, wie die Kelche kahl. Griffel die Staubblätter nur beim Aufblühen überragend. Frucht klein. Wälder, Gebüsche. Zerstreut. Mai. Holz-A., P. silvestris Mill. l5o Rosengewächse. 6. Eberesche, Sorbus. 1. Blätter unpaarig -gefiedert, in der Jugend zottig, später kahl oder unterseits etwas behaart. a. Knospen filzig, trocken. Blättchen länglich - lanzettlich, ungleich- stachelspitzig - gesägt. Doldentrauben vielblütig. GiiflFel meist 2 — 4. Meist häufig. "Wälder, Gebüsche. Auch oft (zumal an Strafsen) angepflanzt. Mai, Juni. Vogelbeer-E., S. aucupäria L. b. Knospen fast kahl, klebrig. Blättchen länglich, spitz, scharf- gesägt. Doldentrauben 6 — 12 blutig. Griffel meist 5. Frucht birnförmig, kirschengrofs, rot. Krone weifs. Waldränder in Süd- deutschland. Als Zierbaum angepflanzt. Mai. Spierling-E,, S. domestica L. 2. Blätter einfach, nicht (oder höchstens am Grunde etwas) gefiedert. Griffel 2 oder 3. a. Blätter zuletzt beiderseits kahl, gelappt, beiderseits mit 3 — 5 Seiten- nerven; Lappen ungleich-gesägt, spitz, die unteren viel gröfser, tiefer eindringend, abstehend. Frucht elliptisch, braun, lange hart bleibend. Trockene Bergwälder, Gebüsche. Zerstreut, im nörd- lichen Deutschland selten. Öfter angepflanzt. Mai, Juni. Eisbeer -E., S. torminälis Crantz. b. Blätter zuletzt nur oberseits kahl, unterseits grau- oder weifsfilzig, härtlich, klein gelappt oder nur doppelt -gesägt, beiderseits mit 7 — 10 Seitennerven. Lappen gesägt, vorwärts gerichtet, wie die Sägezähne von der Mitte nach dem Grunde kleiner werdend. Frucht rötlich oder orange, mehlig. Gebirgswälder. Zerstreut. Auch angepflanzt. Mai. Mehlbeer -E., S. äria Crantz. 7. CtuantelStrauch, Amelänchier. Blätter elliptisch, beiderseits abgerundet oder vom gestutzt, kerbig -ge- sägt, anfangs unterseits filzig, zuletzt kahl. Krone weifs. Frucht blauschwarz. Bergabhänge, Felsen in Thüringen und in den Rhein- gegenden. Auch angepflanzt. April, ISIai. (A. rotundifölia C. Koch.) Kundblättriger Q,., A. vulgaris Moench. 8. Mispel, Mespilus. Blätter länglich-lanzettlich, unterseits grün, zartfilzig. Blüten endständig. Frucht mit breiter Mündung, beckenförmig, walnufsgrofs, braun. Krone weifs. Wälder, Gebüsche in Mittel- und Süddeutschland. Auch angepflanzt und verwildert. JSIai, Juni. Deutsche M., M. Germanica L. 9. Uagedorn, Welfsdorn, Crataegus. I. Blätter seicht 3 ( — 5)lappig, mit vorwärts gerichteten, ungleich-gezähnten Lappen, unterseits blässer, nebst den Blütenstielen kahl. Kelchzipfel eiförmig. Griffel meist 2. Frucht mit 2 oder 3 Steinen, kugelig. R OS enge wachse. l5i rot. Krone weifs. Hecken, Gebüsche, "Waldränder. Kleist häufig. In Parkanlagen und Gärten auch mit sogenannten gefüllten Blüten. ]SIai. ZweigrifiFliger H., C. oxyacantha L. 2. Blätter fiederspaltig bis fast fiederteilig, mit mehr abstehenden, wenig gezähnten Zipfeln, unterseits oft weifslichgrün. Blütenstiele meist behaart oder kahl. Kelchzipfel lanzettlich. Griffel meist i. Frucht meist nur mit i Stein, länglich, rot. Krone weifs. 14 Tage später als vorige Art. "Waldränder, Hecken. Weniger häufig. In Gärten und Anlagen in vielen Formen (namentlich mit rosa- oder fleisch- roten, dunkelroten, einfachen und gefüllten Blüten) angepflanzt. 3Iai Juni. EingrifFliger H., C. monögyna Jacq. 3. IJnterfamilie. Rosengewächse. Rosoideen. 10. Steinbeere, Himbeere, Brombeere, Rubus.*) xii. I. Stengel i jährig, krautig. Früchtchen rot, einzeln von dem flachen Fiiichtboden abfallend. Steinbeere. Schöfslinge ausläuferartig, fast stachellos. Stengel aufrecht. Blätter 3 zählig. Nebenblätter eiförmig, an den Schöfslingen schmäler. Krone klein, weifs. 10 — 25 cm. Trockene Laubwälder, Gebüsche, Hügel. Zerstreut. ]Mai, Juni. Kote St., R. saxätilis L. IL Stengel 2 jährig, verholzend, erst im 2. Jalire Blütenzweige treibend. Früchtchen rot, verbunden von dem kegeligen Fruchtboden ab- fallend. Himbeere. 1. Blätter 3 — 7 zählig -gefiedert, unterseits weifsfilzig. Schöfsling bereift, wenigstens unterwärts stachelborstig, kahl. Krone klein, weifs. Früchtchen sammetartig- filzig, in Gärten zuweilen gelb. 60 — 120 cm. Wälder, Gebüsche, Hecken. Häufig. Mai, Juni. Waid-H., R. Idseus L. 2. Blätter einfach, 5 lappig, am Grunde herzförmig, mit dnppelt-ge- sägten, spitzen Lappen. Stengel stachellos, dmsig-behaart. Blüten grofs, wohlriechend. Krone hellpurpurn. 100 — 150 cm. Zier- strauch aus Nordamerika. Xicht selten verwildert. Mai — Aug. "Wohlriechende H., R. odorätus L. III. Stengel 2 bis mehrjährig, verholzend, erst im 2. Jahre Blütenzweige treibend. Früchtchen schwarz oder schwarzrot, seltener blau, mit einander und mit dem kegelförmigen Teil des Fruchtbodens ab- fallend. Brombeere.*) A. Schöfsling flachbogig oder kriechend, mit zerstreuten oder zahl- reichen Stieldrüsen, kahl oder zerstreut-behaart, bereift. Stacheln *) Beim Einsammeln von Rubus - Arten mufs aufser Blüten- und Fruchtzweigen noch ein Stück des Schöfslings (nichtblühenden Stengels) mit einigen Blättern berücksichtigt werden, da sich die Einteilung der Gattung und auch die Unterscheidung der meisten Arten auf die Be- schaffenheit dieser Teile gründet. S chmidlin -Wünsch e , Anleitung. 4. Auflage. II l52 Rosengewäclise. ziemlich gleich. Nebenblätter lanzettlich oder lineal-lanzettlich. Ävifsere Blättchen*) anfangs fast sitzend, im Herbste oft kurz gestielt. Blütenstiele mit Stieldrüsen. 1. Schöfsling oberAvärts kantig, schwach bereift, meist behaart, mit ziemlich kräftigen Stacheln bewehrt. Blätter meist 5 zählig. Blättchen unterseits weichhaarig, grün, die jüngeren oft grau- filzig. Blütenstand vmterbrochen, obersvärts fast doldentraubig- rispig. Fruchtkelch abstehend. Krone weifs oder rot. Frucht häufig unvollkommen ausgebildet, schwarz, nicht deutlich be- reift. Gebüsche, Hecken, Zäune, AVeg- und Ackerränder. Häufig. Juni, Juli. Hecken -B-, R. dumetönmi Whe. 2. Schöfsling rund, bereift, kahl, mit gleichartigen, kleinen, schwachen Stacheln, oft Drüsen führend. Blätter meist 3- zählig. Blättchen eingeschnitten-gesägt, dünn und zart, hell- grün, unterseits blasser, mehr oder weniger kurzhaarig. Blüten- stand locker, mit langen Blütenstielen, oft fast doldentraubig. Blüten ziemlich grofs. Krone weifs. Frucht deutlich bereift. Äcker, Wegränder, Gebüsche, Ufer. Weit verbreitet (kalk- haltigen Boden liebend). Mai — Sept. Bereifte B., R. csesius L. B. Schöfsling aufrecht oder hochbogig, ohne Stieldrüsen, kahl oder fast kahl, imbereift. Stacheln gleichartig. Nebenblätter lineal. Blätter beiderseits grün. Aufsere Blättchen fast sitzend oder kurzgestielt. Blütenstiele ohne Stieldrüsen. Kelchzipfel aufsen grün, weifsfilzig berandet. 1. Stacheln klein, kurz, meist schwarzrot, oberwärts am Schöfs- ling sparsam. Schöfsling sumpfkantig. Blätter 3-, 5- und 7 zählig. Blättchen flach, oberseits fast kahl, unterseits auf den Ner\-en weichhaarig, das endständige herz - eiförmig, lang zugespitzt. Staubblätter die Griffel überragend. Fruchtkelch abstehend. Krone weifs. Frucht braunrot, schliefslich schwarz- rot. Feuchte Gebüsche, Waldränder. Verbreitet. Juni, früher als die anderen Arten aufser der bereiften B. Aufrechte B., R. suberectus Anderson. 2. Stacheln kräftig, am Grunde breit zusammengedrückt. Schöfs- ling besonders oberwärts scharfkantig. Blätter 5 zählig. Frucht schwarz, glänzend. a. Blütenstand traubig. P'ruchtkelch abstehend. Staubblätter kaum so lang als die Griffel. Blättchen gewöhnlich längs der Nerven gefaltet, oberseits zerstreut -striegelhaarig, unter- seits blasser, weichhaarig, das endständige eiförmig, meist kurz zugespitzt. Krone weifs oder blafsrötlich. Wald- ränder, Hecken, Gebüsche. Häufig. Juni, Juli. Faltige B., R. plicätus Wh. et N. *) Die Beschreibung der Blätter bezieht sich stets auf die des Schöfslin£s. Ros enge wachse. 165 b. Blütenstand traubig. Fmchtkelch zurückgeschlagen. Staub- blätter im Aufblühen die Griffel deutlich überragend. Blättchen flach, oberseits fast kahl, etwas glänzend, unter- seits auf den Nerven behaart, das endständige herz -ei- förmig, mit langer, schlanker (im Herbst lebhaft rot ge- färbter) Spitze, Krone weifs. Waldränder, Gebüsche. In Xorddeutschland selten. Juni, Juli. Gefurchte B., R. sulcätus Vest. c. Blütenstand zusammengesetzt, rispig, namentlich am Grunde mit sichelförmigen oder hakigen Stacheln besetzt. Frucht- kelch abstehend. Staubblätter die Griffel überragend. Blättchen flach, oberseits glänzend, uuterseits behaart, mit gelbHchen Nerven, das endständige am Grunde abgemndet, mit undeutlich abgesetzter Spitze. Krone hellrot. Ge- büsche, Waldränder, Bachufer. Zerstreut. Juli, Aug. Glänzende B., R. nitidus Wh. et N, Vergl. auch die Berg-B., S. 167. C. Schöfsling bogig oder kriechend, mit oder ohne Stieldrüsen, meist behaart, bereift oder unbereift. Stacheln gleich oder un- gleich. Nebenblätter lineal bis fädlich. Äufsere Blättchen schon zu Anfang des Sommers deutlich gestielt. I. Blütenstiele mit zahlreichen Stieldrüsen (die längeren weit länger als die Haare oder der Querdurchmesser der Blüten- stiele). Stacheln sehr ungleich, mancherlei Übergänge zwischen Drüsen, Stachelhöckem und Stacheln. Äufsere BlättcheD deutlich gestielt. a. Blütenstand zusammengesetzt, die mittleren Ästchen trug- doldig, die obersten oft einfach. Schöfsling unbereift, flach- bogig, kahl oder spärlich behaart, rotbraun. Gröfsere Stacheln kräftig. aa. Blütenstand ausgebreitet, mit fast wagerecht-abstehenden, kurzfilzigen Ästchen. Krone lebhaft rosenrot. Blätt- chen glänzend, unterseits auf den Nerven behaart. Schöfsling unregelmäfsig kantig. Waldränder, Lich- tungen, Hecken. NiedeiThein. Juli. Rosenrote B., R. rosäceus Wh. et N. bb. Blütenstand verlängert, nach der Spitze kaum ver- schmälert, mit abstehenden, locker behaarten Ästchen. Krone weifs. Blättchen fast lederig, glänzend, unter- seits \veichhaarig. Schöfsling rundlich. Frucht schwarz. Waldränder, Wälder. Bergige Gegenden Mitteldeutsch- lands. Juli. Köhler'sche B., R. Koehleri Wh. et N. b. Blütenstand an der Spitze meist traubig, mit traubig- wenigblütigen Ästchen. Schöfsling flachbogig, meist be- reift, rundlich oder stumpfkantig. Blätter meist 3 zählig. II* 164 Rosengewächse. aa. Gröfsere Stacheln des Schöfslings derb, kräftig, mit breitem Grunde sitzend, rückwärts gebogen, kleinere zurückgeneigt. Schöfsling grün, schwach bereift. Blättchen fast alle gleichgrofs, weich, unterseits dicht anliegend behaart. Blütenstand schmal , oberwärts traubig, vor dem Aufblühen nickend. Fruchtknoten kurzhaarig - filzig. Krone weifs. Waldränder, Gebüsche, Hecken. Meist nicht selten, doch in einzelnen Gegen- den fehlend. Jnni, Juli. Schleichersche B., R. Schleicher! Whe. bb. Stacheln pfriemlich oder nadeiförmig. Schöfsling dicht mit Haaren besetzt, an der Sonne rotbraun angelaufen. Blättchen ziemlich giob- und nach vorn zu sehr un- gleichmäfsig- gesägt, das endständige mit kurzer Spitze. Blütenstand dicht, mit behaarten, durch gedrängte, lange Drüsenborsten violettroten Ästen und Blüten- stielen. Staubblätter die Griffel überragend. Frucht- knoten behaart. Krone weifs, selten rötlich. In Bergwäldern I^Iitteldeutschlands. Juli, Aug. Rauhe B., R. hirtus W. et K. cc. Stacheln pfriemlich oder nadeiförmig. Schöfsling spar- sam behaart. Blättchen gleichmäfsig- gesägt, das end- ständige mit aufgesetzter, oft gebogener Spitze. Blüten- stand locker, mit sperrigen, dicht rotdrüsigen Ästen und langen Blütenstielen. Staubblätter reichlich so lang als die Griffel. Fruchtknoten kahl. Krone weifs. In Wäldern, gern auf quelligem Grunde. Häufig. Juni bis Aug. Drüsige B., R. Bellärdii Wh. et N. 2. Blütenstiele mit Stieldrüsen. Gröfsere Stacheln ziemlich gleich. Stachelhöcker und Stachelchen fehlend oder vor- handen, keine Übergänge zwischen ihnen und den grofsen Stacheln. a. Schöfsling mit kleinen aber kräftigen Stacheln und zahl- reichen oder fast fehlenden Stieldrüsen, kahl oder behaart. Blattstiele oberseits rinnig. Blättchen meist 3 zählig, unter- seits weifsfilzig, die äufsersten sehr kurz gestielt, das end- ständige verkehrt - eiförmig oder verkehrt -eiförmig -keilig, spitz, nach vorn grob- oder eingeschnitten -gesägt. Blüten- stand verlängert, dicht. Krone weifs oder fast gelblich- weifs. Früchte schwarz, gesondert, oft fast saftlos. Schöfs- ling kantig -gefurcht, teils hochbogig, teils kriechend. Steinige Waldränder, Abhänge in Mittel- und Süddeutsch- land. Juni, Juh. Filzige B., R. tomentösus Borkh. b. Schöfsling nur spärliche oder gar keine Stachelhöcker und .Stieldrüsen führend. Blätter beiderseits grün. Blattstiele nicht rinnig. Schöfsling ohne Sternhaare. Ros engewäclise. 165 aa. Schöfsling randlich - stumpf kantig, spärlich behaart, mit kleinen, riickwärts gerichteten Stacheln. Blätter 5 zählig. Blutenstand locker, verlängert, mit abstehenden, meist i_5 blutigen Ästchen. Kronblätter rundlich, lange bleibend, blafsrötlich oder fast weifs. Staubblätter kaum halb so hoch als die Griffel. Fruchtknoten kahl. Frachtkelch abstehend. Gebüsche, Waldränder. Nord- und nordwestliches Deutschland. Juli, Aug. Gelbnervige B., R. Arrheni Lange, bb. Schöfsling randlich -stumpf kantig, dicht -abstehend -be- haart, mit kräftigen, zurückgebogenen, krammen Stacheln. Blätter 3 zählig oder unvollkommen- 5 zählig, schlaff. Blütenstand locker, sperrig, mit langen dünnen Blütenstielen. Kronblätter länglich, rot. Staubblätter fast so hoch als die Griffel. Frachtknoten behaart. Frachtkelch aufrecht. Frucht klein. Wälder, Ge- büsche. In Nord- und Mitteldeutschland. Juni — Aug. Späte B., R. Sprengehi Whe. CG. Schöfsling kantig, flachseitig, mit geraden, rechtwinkelig- abstehenden oder wenig rückwärts -geneigten Stacheln, kurzhaarig. Blätter 5 zählig. Blättchen zienüich schlaff,, das endständige breit -herz -eiförmig. Blütenstand ge- drangen, verlängert, ziemlich schmal, steif -aufrecht. Krone weifs. Staubfäden nach dem Verblühen den Griffeln anhegend. Frachtknoten kahl. Frachtkelch zuriickgeschlagen. Waldränder, Gebüsche, besonders auf Sandboden. Juni, Juli. Schlesische B., R. Silesiacus W. et Grab. c. Schöfsling nur spärliche oder gar keine Stachelhöcker und Stieldrüsen führend. Blätter unterseits grauhaarig oder graufilzig. Stacheln des Schöfslings kräftig, die der Blütenzweige lang, rückwärts gerichtet, aa. Schöfsling locker behaart, ohne Sterahaare, rotbraun, Blätter 3- oder fufsf örmig - 5 zählig. Blättchen unter- seits fast sammetartig- grauhaarig, das endständige elliptisch oder länglich bis kreisförmig. Blütenstand anfangs pyramidal, später fast gleichbreit, mit ab- stehend-filzig-behaarten Ästchen und Blütenstielen. Kronblätter blafsrot. Waldränder, Gebüsche, Abhänge. Im nördlichen und westlichen Deutschland. Juli, Aug. Pyramidenförmige B., R. pyramidalis Kaltenb. bb. Schöfsling dicht behaart, mit Sterahaaren, violettbraun. Blätter 5 zählig. Blättchen am Rande etwas wellig, unterseits meist graufilzig, zuweilen weifsschimmernd, das endständige gewöhnUch fast kreisrand. Blüten- stand nach oben zu nicht verschmälert, mit dicht-filzig- j56 Rosengewächse. zottigen Ästchen und Blütenstielen. Kronblätter beider- seits behaart, weifs bis rot. Waldränder. Besonders im westlichen Deutschland. Juni, Juli. Bekleidete B., R. vestitus Wh. et N. d. Schöfsling von dicht gestellten Stachelhöckern und Stiel- drüsen gleichmäfsig-rauh. Stieldrüsen im Blütenstand die Haare nicht überragend. aa. Blütenstiele filzig - kurzhaarig (Behaarung viel kürzer als der Durchmesser der Blütenstiele), dünn, mit kurzen Stacheln. Blütenstand ausgebreitet, mit sparrig- ab- stehenden Ästchen. Krone meist rosenrot. Staubblätter griffelhoch. Fruchtknoten kahl. Schöfsling kantig, kahl oder fast kahl, Stieldrüsen und Stachelhöcker sehr klein (mehr fühlbar als sichtbar). Blättchen unter- seits grün oder graulich. Waldränder, Gebüsche. Mittel- und Süddeutschland. Juli. Rauhe B., R. rudis Wh. et N. bb. Blütenstiele mit abstehenden Haaren (Haare so lang als der Durchmesser der Blütenstiele), Blütenstand verlängert, mit aufrecht-abstehenden Ästen und langen, pfriemlichen, zurückgeneigten Stacheln. Krone rötlich oder weifs. Staubfäden die grünlichen Griffel weit überragend. Schöfsling kantig, stark, rauh, mit grofsen, kantenständigen, meist geraden, gleichen Stacheln. Blätter meist 5 zählig. Blättchen unterseits grau bis weifsfilzig. Waldränder, Gebüsche. Häufig. Juli. Raspel -B., R. rädula Whe. cc. Blütenstiele mit abstehenden Haaren. Blütenstand durchblättert, mit hin und her gebogener Achse und schwachen Stacheln. Krone rötlich. Fruchtknoten be- haart. Staubfäden die rötlichen Griffel kaum über- ragend. Schöfsling rundlich, dünn, braunrot, mit kleinen, schlanken, ziemlich ungleichen Stacheln. Blätter meist 3 zählig. Blättchen unterseits grün, die des Blüten- standes durch dünnen Filz weifsschimmernd. Gebüsche, Waldränder. Nordwest- und Süddeutschland. Juli. Hain-B., R. sältuum Focke. 3. Blütenstiele ohne Stieldrüsen. Stacheln gleichartig, kanten- ständig. a. Schöfsling kahl oder fast kahl. Blütenstand zusammen- gesetzt, nach der Spitze veijüngt, oft dicht bestachelt, mit aufrecht - abstehenden Zweigen. aa. Fruchtkelch abstehend. Deckblätter (in der Regel) am Rande drüsig-gewimpert. Blütenstiele locker-zottig- behaart. Blütenstand dicht mit langen, geraden oder R o s e n 2 e w ä c h s e. 167 leicht gebogenen Stacheln besetzt. Blättchen gefaltet, oberseits kahl, grün, unterseits dünn -weichhaarig, oft weifsfilzig, das endständige elliptisch, am Gmnde meist gerundet. Krone weifs, selten blafsrötlich. Gebüsche, Hecken. Mittel- und "Westdeutschland. Jnli, Aug. Berg-B., R. montänus Wirtg. bb. Fruchtkelch abstehend oder zuweilen halb zurück- geschlagen. Deckblätter nicht drüsig-gewimpert, Blüten- stiele dicht-abstehend-behaart. Blütenstand unten dicht mit schwach-sichelförmigen Stacheln besetzt. Blättchen meist sehr deutlich gefaltet (nur an schattigen Stellen fast flach), unterseits weichhaarig, meist grün, das end- ständige eiförmig oder herz - eiförmig. Krone weifs. Lichte "Waldstellen, Gebüsche, Hecken. Nordwest- liches Deutschland. Juni, Juli. Heisterblättrige B., R. carpinifölius Whe. cc. Friichtkelch zurückgeschlagen. Blütenstiele dicht -ab- stehend-behaart. Blütenstand unterwärts mit kräftigen, langen, fast geraden Stacheln besetzt. Blättchen meist flach, oberseits dunkelgrün, unterseits blafsgrün, in der Jugend oft grau- oder weifsfilzig, das endständige herz- eiförmig, lang gespitzt. Krone meist blafsrötlich. Waldränder, Hecken, Gebüsche. Juni, Juli. Ähnliche B., R. affinis Wh. et X. b. Schöfsling kahl oder fast kahl. Blütenstand verlängert, schmal, nach der Spitze zu kaum verjüngt. Blättchen oberseits fast kahl, unterseits filzig, fast lederig. Blüten- stiele wenig bestachelt. aa. Schöfsling vom Grunde an mit gefurchten, zuweilen selbst rinnigen Seitenflächen. Blättchen unterseits von fast sammetartigem Filze grau, klein, lederig, das end- ständige nmdlich oder eifömiig- rundlich. Blättchen- stiele filzig. Blütenstiele rauhhaarig -filzig, mit spär- lichen, kleinen, zurückgebogenen Stacheln. Kronblätter aufsen fein behaart, weifs oder blafsrot. Sonnige, steinige Orte, Triften, hchte Gebüsche. In den Rhein- gegenden. Juli. Ardenner B., R. Arduennensis Lib. bb. Schöfsling am Grunde nicht gefurcht, kahl, im Herbste oft wurzelnd, mit derben, am Grunde sehr breiten, meist gekrümmten Stacheln. Blättchen unterseits grau- oder \veifsfilzig. Endblättchen schmal -elliptisch oder verkehrt-eiförmig-länglich, zugespitzt, am Grunde etwas herzförmig, im Alter breiter. Krone weifs, auch blafsrosa. Sonnige Hügel, Abhänge, Waldränder, Raine. Verbreitet. Juni, Juli. Weifsliche B., R. cändicans Whe. l68 Rosengewächse. cc. Schüfsling vom Grunde an tief gefurcht, fast kahl^ v.'urzelnd. Blättchen unterseits grau- oder weifsfilzig. Endblättchen breit-elliptisch oder herz-eiförmig. Blüten- stand in der Regel kürzer und breiter als bei voriger Art. Sonst wie vorige Art. Besonders gern auf kalkigem und mergeligem Boden. Zerstreut. Juli. Straufsblütige B., R. thyrsänthus Focke. c. Schöfsling behaart. Blättchen oberseits kahl, unterseits an- gedrückt - weifsfilzig. aa. Schöfsling scharfkantig (mit rinnigen Seitenflächen), am Grunde stumpfkantig, klimmend oder überhängend oder aus bogig aufsteigendem Grunde hingestreckt, bläulich bereift. Blütenstengel und Blütenstiele an- gedrückt - filzig. Stacheln aus sehr breitem Grunde hakig. Blättchen runzelig. Blütenstand verlängert, reichblütig. Staubblätter so lang als die Griffel. Krone breit , rot. In Deutschland nur bei Aachen und Eupen. In Gärten, nicht selten mit gefüllten Blüten, als Zierstrauch angepflanzt. Juli, Aug. Rüsterblättrige B., R. ulmifölius Schot. bb. Schöfsling stumpfkantig (mit flachen oder gewölbten Seitenflächen), fast immer braun, hingestreckt oder etwas kletternd, unbereift. Blütenstengel und Blüten- stiele abstehend-behaart. Stacheln lang, gerade. Blüten- stand oft ziemlich ausgebreitet. vStaubblätter die Griffel weit überragend. Buschige Abhänge, Felsen, "Wald- ränder. Süd- und "Westdeutschland. Juni — Aug. Zweifarbige B., R. bifrons A^est. d. Schöfsling zerstreut behaart, scharfkantig. Blättchen ober- seits spärlich behaart, unterseits abstehend- und oft noch filzig- behaart. aa. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Stacheln des Blüten- standes sichelförmig oder hakig. Blütenstand mehr oder weniger entwickelt, nach der Spitze verschmälert, mit kurzhaarig-filzigen, meist wenig bestachelten Ästen und Blütenstielen. Deckblätter drüsenlos. Krone weifs oder rot. Blättchen derb, fast lederig, unterseits meist angedrückt -weifsfilzig, seltener grün. Blattstiel oberseits flach, krummstachelig. Schöfsling kräftig, hochbogig. Eine sehr vielgestaltige Art. W^älder, Holzschläge , Steinbrüche in Mittel- , West- und Süd- deutschland. Juli, Aug. Süfsfruchtige B., R. hedycärpus Focke. bb. Fruchtkelch zurückgeschlagen. Stacheln des Blüten- standes lang, gerade, rückwärts gerichtet. Blütenstand lang, unterwärts unterbrochen und beblättert, mit ab- R o s e 11 er e w ä c li s e. 169 stehenden, tiiigdoldigen, abstehend-zottig-filzigen, meist ziemlich dicht bestachelteia Ästchen und Blütenstielen. Krone meist blafsrot. Blättchen imterseits weichhaarig, grün oder graugiiin, selten weifsfilzig. Schöfsling niedrig - bogig , meist rotbraun. Wälder, Gebüsche. Zerstreut. Jnni, Juli. Haarstengelige B., R. villicaülis Koehler. cc. Fmchtkelch abstehend oder aufrecht. Blütenstand kurz, locker, durchblättert, mit sparsamen, kleinen, schwachen Stacheln. Krone blafsrot oder weifs. Blättchen beiderseits grün und zerstreut-behaart. Schöfs- ling niedrig - bogig , meist braun angelaufen. Wald- ränder, Gebüsche, Hecken. Nordwestliches Deutsch- land. Juli. Angenehme B., R. gratus Focke. Vergl. auch die heisterblättrige B., S. 167. Schöfsling oberwärts weichhaarig, stumpfkantig oder mäfsig- scharfkantig , mit ebenen Flächen. Blättchen oberseits spärlich behaart, unterseits weichhaarig oder graufilzig. Fruchtkelch zurückgeschlagen. aa. Blütenstand fast stachellos, ziemlich gedrungen, schmal, filzig -behaart. Krone reinweifs. Fruchtknoten kahl. Blättchen oberseits mattgrün , unterseits weichhaarig oder auch graufilzig, das endständige eiförmig oder elliptisch, am Grunde oft etwas herzförmig, meist ziem- lich lang und schmal bespitzt. Schöfsling ziemlich kräftig, locker abstehend -behaart. Gebüsche. Zer- streut. Juni, Juli. Weifsblütige B. , R. leucändrus Focke. bb. Blütenstand locker, mit mittelgrofsen zerstreuten Stacheln, oberwärts fast traubig, filzig- zottig. Krone blafsrot oder weifs. Fruchtknoten kahl. Blättchen grofs, oberseits fast kahl, unterseits weichhaarig, das endständige länglich -herz -eiförmig oder herz - eiförmig- rundlich, lang zugespitzt. Schöfsling sehr kräftig weichhaarig. Wälder, Gebüsche. Verbreitet, im nord- östlichen Deutschland fehlend. Juli. G-rofsblättrige B., R. macrophyllus Wh, et X. cc. Blütenstand mit sehr feinen kleinen Stacheln, verlän- gert, dicht. Krone weifs oder blafsrot. Fruchtknoten an der Sitze bärtig -zottig. Blättchen beiderseits weich- haarig und grün, das endständige elliptisch, zugespitzt, am Grunde abgerundet (nicht herzförmig). Schöfsling locker abstehend -behaart, mit zahlreichen feinen Sta- chelchen. Wälder, Waldi-änder, Gebüsche. Vorzugs- weise im nordwestlichen Deutschland. Juli. Wald-B., R. silväticus Wh. u. N. 170 R o s e n 2 e w ä eil s e. 11. Erdbeere, P>agäria. I. Blütenstiele wagerecht -abstehend -behaart. Blüten grofs, weifs. a. Stengel deutlich länger als die Blätter. Blätter unterseits dünn seidenartig behaart. Blüten unvollständig - 2 häusig. Staubblätter der mehr weiblichen Pflanze so hoch, die der mehr männlichen Pflanze doppelt so hoch als die Stempel. Fruchtkelch abstehend oder zurückgeschlagen. 15 — 30 cm. Wälder, Gebüsche. Verbreitet. Mai, Juni. (F. elätior Ehrh.) Zimt-E., F. moschäta Dchsn. b. Stengel so lang oder kaum länger als die Blätter. Blätter beider- seits zottig. Fnichtkelch der Frucht anliegend. Frucht spät reifend, grofs, rot, oft hahnenkammförmig. 15 — 20 cm. Angepflanzt. Aus Südamerika. Mai, Juni. Chile -E., F. Chiloensis Ehrh. 1. Blütenstiele sämtlich oder doch die seitlichen aufrecht -abstehend oder angedrückt -behaart. a. Blätter dünn, etwas faltig -runzelig, beiderseits, besonders aber unterseits seidenhaarig. Stengel etwas länger als die Blätter. aa. Fruchtkelch wagerecht-abstehend oder zurückgeschlagen. Blüten zwitterig. Staubblätter kaum so hoch als die Stempel. Krone \veifs. 5 — 15 cm. Wälder, Gebüsche, Abhänge, Raine. Häufig. Mai, Juni. "Wald-E., F. vesca L. bb. Fruchtkelch aufrecht. Blüten unvollkommen - 2 häusig. Staub- blätter der mehr weiblichen Pflanze so hoch, die der mehr männlichen Pflanze doppelt so hoch als die Stempel. Krone gelblich- oder grünlichweifs. 5 — 15 cm. Sonnige Hügel, Ab- hänge, Raine. Zerstreut. Mai, Jimi. (F. viridis Aschs.) Hügel -E., F. coUina Ehrh. b, Blätter dicklich, fast lederig, nicht faltig, oberseits fast kahl. Stengel meist kürzer als die Blätter. Angebaute Arten. Aus Nordamerika. aa. Haare der Blütenstiele auf recht - abstehend. Fruchtkelch auf- recht. Krone weifs. Frucht rötlich -weifs, grofs. 15 — 20 cm. Mai, Juni. Ananas -E., F. grandiflöra Elirh. bb. Haare der Blütenstiele angedrückt. Fruchtkelch abstehend. Frucht giofs, dunkelrot, die einzelnen Früchtchen in tiefe Gruben des Blütenbodens eingesenkt. Krone weifs. 15 — 20 cm. Mai, Juni. Scharlach -E., F. Virginiäna Mill. 12. Blutailge, Cömarum. AVurzelstock kriechend. Stengel aufsteigend. Blätter 5 — 7 zählig ge- fiedert. Blättchen länglich bis lanzettlich, scharf gesägt, unterseits blaugrün, angedrückt behaart. Krone dunkelpurpurn, kürzer als die innen dunkelrotbraunen Kelchblätter. 30 — 80 cm. Sümpfe, Ufer, moorige Wiesen. Verbreitet. Juni, Juli. (Potentilla palustris Scop.) Sumpf- B., C. palüstre L. Rosengewächse. 171 12. Fing-erkraut, Potentilla. I. Krone weifs. A. Untere Blätter gefiedert, obere 3 zählig. Stengel aufrecht, ober- wärts gabelspaltig. Blättchen elf öniiig - rundlich , eingeschnitten- gesägt. 30 — 45 cm. Sonnige Hügel, Felsen, trockene Wälder in Mittel- und Süddeutschland. ISIai — Juli. Felsen -F., P. rupestris L. B. Blätter gefingert, 5- oder 3 zählig. 1. Stengel schwach aufsteigend, meist 3 blutig. Untere Blätter 5 zählig. Blättchen länglich - lanzettlich, oberseits kahl, unter- seits und am Rande seidenhaarig. 7 — 20 cm. Trockene Laubwälder, Gebüsche, BergAviesen. Zerstreut. ]Mai, Juni. Weifses F., P. alba L. 2. Stengel liegend, meist 2 blutig. Blätter 3 zählig. Blättchen oberseits fast kahl, unterseits zottig, seitliche nmdlich- eiförmig, mittleres verkehrt - eiförmig. 5 — 10, Ausläufer bis 30 cm lang. Waldränder, buschige Hügel. Sehr zerstreut. April, Mai. (P. fragariästnun Ehr.) Erdbeer -F., P. sterilis Garcke. IL Krone gelb, kürzer als der Kelch, hellgelb, klein. A. Stengel liegend oder aufsteigend, nebst den Blättern abstehend- behaart. Blätter gefiedert, obere 3 zählig. Blütenstiele nach dem Verblühen abwärts gebogen. 15 — 30 cm. Feuchte Sand- plätze, Ufer, Wege. Zerstreut. Juni — Sept. Liegendes F., P. supina L. B. Stengel aufrecht, nebst den Blättern rauhhaarig. Blätter 3 zählig. Blütenstiele nach dem Verblühen aufrecht oder abstehend. 15 — 30 cm. Ufer, feuchte Stellen. Sehr zerstreut. Norwegisches F., P. Norvegica L. ni. Krone gelb, so lang oder länger als der Kelch. A. Kronblätter meist 4. Blüten einzeln oder zu 2. 1. Stengel aufsteigend, nicht wurzelnd. Blätter sämtlich 3 zählig, sitzend. Nebenblätter 3 — 5 spaltig. Blüten meist 4 zählig. Krone etwa so lang als der Kelch, ziemlich klein. Wurzelstock dick, innen rötlich. 15—30 cm. Wälder, Triften, Wiesen. Gemein. Juni — Aug. Wald -F., Tormentill, P. sihestris Neck. 2. Stengel niederliegend, zottig, oberwärts ästig. Blätter 3 zählig, die oberen sehr kurz gestielt, die unteren meist 5 zählig. Nebenblätter imgeteilt oder 2- oder 3 spaltig. Krone länger als der Kelch, am Gnmde dunkler. 20 — 50 cm. Schattige Wälder in Nord- und Mitteldeutschland. Verbreitet. Juni bis Aug. Gestrecktes F., P. procümbens Sibth. Stengel niederliegend, zerstreut -behaart, oberwärts ästig, mit Laubzweigen. Blätter meist 5 zählig, gestielt. Nebenblätter 172 Rosengewächse. ungeteilt oder 2- oder 3 spaltig. Krone länger als der Kelch, 10 — 40 cm. Sumpf- und Teichränder. Selten. Bastard zwischen P. procumbens Sibth. und P. reptans L. Juni, Juli. P. procumbens x reptans = P. mixta Nolte. B, Kronblätter 5. Blüten einzeln oder zu 2. Stengel auslävifer- artig, oft wurzelnd. 1. Blätter unterbrochen-gefiedert. Blättchen fiederspaltig-gesägt, unterseits seidenhaarig -filzig. Obere Nebenblätter scheiden- artig, vielspaltig. 10 — 50 cm. Grasplätze, Wegränder, Triften, Ufer. Häufig. Mai— Juli. Gänse -F., P. anserina L. 2. Blätter gefingert, meist 5 zählig, gestielt. Blättchen angedrückt- behaart, kerbig -gesägt. Nebenblätter ungeteilt oder 2- oder 3 spaltig. Stengel einfach, ohne Laubzweige. 30 — 60 cm. Wegränder, Wiesen, Triften, Gräben, Ufer. Verbreitet. Juni — Aug. Kriechendes F., P. reptans L. C. Kronblätter 5. Blüten trugdoldig zusammenstehend. I. Blütentragende Stengel endständig. a. Stengel aufrecht oder aufsteigend, 30 — 60 cm hoch. Krone ziemlich grofs. aa. Blätter beiderseits grün, samt dem Stengel von ab- stehenden langen Haaren und dichten Drüsenhaaren rauh, 5 — 7 zählig. Stengel aufrecht. Krone so lang oder länger als der Kelch, meist blafsgelb. Sonnige Hügel, Gebüsche, Waldränder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Aufrechtes F., P. recta L. bb. Blätter unterseits dünn -graufilzig, am Rande und an den Nerven stark behaart, 5 zählig. Stengel aufrecht oder aufsteigend, zottig und zugleich filzig. Krone oft kürzer als der Kelch, goldgelb. Sonnige Hügel. Sehr zerstreut und selten. Mai, Juni. Graues F., P. canescens Bess. b. Stengel aufsteigend oder niederhegend, 15 — 30 cm lang. Krone klein. aa. Stengel aufsteigend, filzig. Blättchen am Rande zu- rückgerollt, unterseits weifs- oder graufilzig. Blütenstiele nach dem Verblühen aufrecht oder abstehend. Weg- ränder, Raine, Hügel. Häufig. Juni, Juli. Silber -F., P. argentea L. bb. Stengel im Kreise ausgebreitet, niederliegend, meist von der Mitte an locker - doldenrispig, dünn -filzig und abstehend behaart. Blättchen unterseits etwas bläulich- grün, flaumig bis dünn - graufilzig, am Rande flach. Blütenstiele nach dem Verblühen wagerecht-abstehend oder zvirückgebogen. Sonnige Hügel, Raine, Wege. Sehr zerstreut. Mai— Juli. Hügel -F., P. collina Wibel. R o s e n o; e w ä eil s e. 173 2. Blütentragende Stengel seitenständig. a. Stengel und Blätter von Sternhaaren graufilzig und meist mit längeren, aufrecht-abstelienden Haaren besetzt. Untere Blätter 5-, obere 3 zälilig. 5 — 15 cm. Trockene Wälder, Hügel, Abhänge, felsige Orte, namentlich in der Ebene; in der Rheinprovinz nur bei Kreuznach, in der nordwest- deutschen Tiefebene fehlend. April, Mai. (P. incana Fl. Watt.) Sand- F., P. arenaria Borckh. b. Stengel und Blätter mit einfachen Haaren besetzt. Gnmd- ständige Blätter 5 — 7 zählig. aa. Stengel und Blattstiele von aufrechten, etwas ab- stehenden Haaren rauh. Blätter kahl oder angedrückt- behaart. Blättchen meist nur vorn grob gesägt, jeder- seits mit i — 4 stumpfen Zähnen. Blütenstiele ziemlich kräftig, mit der Frucht aufsteigend. Stengel meist grün. 5 — 15 cm. Sonnige Abhänge, Hügel, Raine. ^Meist häufig. April, Mai. Frühlings -F., P. verna Roth. bb. Stengel und Blattstiele von wagerecht -abstehenden Haaren zottig. Blätter abstehend-behaart. Blättchen im grofsen Teile des Umfanges eingeschnitten-gesägt, jederseits mit 3 — 6 spitzen Zähnen. Blütenstiele lang, dünn, fädlich, mit der Frucht herabgekrümmt. Stengel rot. 7 — 15 cm. Waldränder, Gebüsche, Hügel. Zer- streut. Mai, Juni. (P. rubens Zimm.) Glanzloses F., P. opaca Roth. 13. Nelkenwurz, Geum. 1. Nebenblätter grols, blattartig. Blüten aufrecht. Kelch an der Frucht zurückgeschlagen. Klronblätter ausgebreitet, unbenagelt. Frucht- köpfchen sitzend. Krone ziemlich klein, goldgelb. 30— 60cm. Laub- wälder, Gebüsche, Hecken, ^Mauern. Gemein. Juni — Aug. Mauer -N., G. urbanum L. 2. Nebenblätter klein, Blüten nickend. Kelch rotbraun, an der Frucht aitfrecht. Kronblätter aufrecht, benagelt. Fruchtköpfchen gestielt. Krone ziemlich grofs, rötlich. 30 — 100 cm. Feuchte Wiesen, Ge- büsche. Verbreitet. Mai, Juni. Bach-N., G. riväle L. Bastard: G. rivale x urbanum; kommt in 2 Formen vor, von denen die eine (G. intermedium Ehrh.) mehr aufrechte Blüten, wagerecht- abstehende Fruchtkelche und fast sitzende Fruchtköpfchen hat, die andere (G. intermedium Willd.) nickende Blüten, aufrecht-abstehende Fruchtkelche und kurz gestielte Fruchtköpfchen besitzt. Unter den Stammarten meist spärlich. Mai — ^Juli. 174 R o s e n 2: e w ä ch s e. 14. Mädesüfs, Filipendula. 1. Stengel beblättert, 60— ^150 cm hoch. Blättchen grofs, eiförmig, beider- seits grün oder unterseits weifsfilzig, ungeteilt, das endständige gröfser, bandförmig 3 — 5 spaltig, alle ungleich - gesägt. Früchtchen kahl, ge- wunden. Blüten weifs oder gelblichweifs , von starkem Geruch. Feuchte Wiesen, Gebüsche, Ufer. Jimi, Juli. (Spiraea ulmäria L., Ulmaria palustris Moench). Sumpf- M., F. ulmäria Maxim. 2. Stengel oben fast blattlos, 30 — 60 cm hoch. Blättchen klein, länglich, fiederspaltig eingeschnitten. Früchtchen behaart, gerade. Blüten weifs, aufsen oft rötlich, gewöhnlich 6 zählig. Wurzelfasern in der Mitte knollig verdickt. Somaige Wiesen, Triften, Hügel. Sehr zer- streut. Juni, Juli. (Ulmäria filipendula J. Hill.) Sechsblättrige M., F. hexapetala Gilib. 15. Sinau, Alchemilla. iv. 1. Untere Blätter nindlich-nierenförmig, 7 — 9 lappig, langgestielt. Lappen fast halbkreisförmig, ringsum gesägt. Blüten in endständigen Trug- dolden. Staubblätter 4. Kelch grün. 15 — 30 cm. Wiesen, Weg- ränder, Wälder. Meist häufig. Mai — Juli. Wiesen- S., Frauenmantel, A. vulgaris L. 2. Blätter handförmig-3( — 5)spaltig, am Grunde keilförmig. Zipfel vorn eingeschnitten, 3 — 5 zähnig. Blüten in blattachselständigen Knäueln. Staubblatt i. Kelch grün. 5 — 10 cm. Äcker, Brachen. Verbreitet. Mai — Sept. Acker -S., A. arvensis Scop. 16. Odermennig, Agrimönia. xi. 1. Kelch dicht - rauhhaarig , bei der Reife mit tiefen, fast bis zum Grunde reichenden Furchen und abstehenden Stacheln besetzt. Blätter unterseits fast drüsenlos. Von angenehmem Geruch, wie die folgende Art. Stengel 30 — 80 cm hoch. Gebüsche, Wegränder. Verbreitet. Juni — Aug. Kleiner 0., A. Eupatöria L. 2. Kelch locker behaart, bei der Reife mit seichten, nur bis zur Mitte reichenden Furchen und zurückgeschlagenen Stacheln. Blätter unter- seits mit zahlreichen kleinen, gelblichen Drüsen besetzt. Stengel höher. Laubwälder, Gebüsche. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Grofser O., A. odoräta Mill. 17. KÖlbel, Sanguisörba. iv. I. Blüten in eiförmig-länglichen, dunkelbraunen Ähren, zwitterig. Staub- blätter 4, so lang als der Kelch. Narbe köpf förmig. Blättchen länglich, am Grunde oft herzförmig, gesägt, unterseits blaugrün. Stengel aufrecht, kantig, 50 — 150 cm hoch. Feuchte Wiesen. Meist häufig. Juli — Sept. Wiesen -K., Wiesenknopf, S. officinälis L. R o s e n 2 e w ä ch s e. 175 2. Blüten in kugeligen, grünlichen Ähren, die unteren männlich, mit 20 — 30 langen, herabhängenden Staubblättern, obere weiblich, mit pinselförmigen Narben, die mittleren oft zwitterig. Blättchen nmdlich oder länglich - eifönuig, unterseits meist nicht blaugrün. Stengel auf- steigend, 30 — 45 cm hoch. Trockene Hügel, Abhänge, Raine. Ver- breitet. Juli, Aug. (Poterium sanguisörba L.) Kleiner K., S. minor Scop. 18. Rose, Rosa. A. Griffel zu einem Säulchen von der Länge der Staub- blätter verwachsen. Strauch mit niederliegenden, selten kletternden Asten. Stacheln gleich, breit, gekrümmt. Blättchen rundlich- oder eiförmig -elliptisch, meist kurz zugespitzt, einfach - gesägt, dünn. Blüten doldentraubig. Krone weifs. Frucht aufrecht, ellipsoidisch oder fast kugelig, scharlachrot. J,2 — 1,8 m. Im südlichen und westlichen Deutschland. Juni, Juli. Feld-R., R. arvensis Huds. B, Griffel frei, meist zu einem Köpfchen vereinigt. I. Schöfsling mit ziemlich gleichen, geraden oder gebogenen bis haken- förmigen Stacheln besetzt. A. Blättchen unterseits ohne Drüsen, oder doch nur spärlich mit Drüsen besetzt, Blütenstiele meist kahl, seltener zerstreut - stiel- drüsig. I. Blättchen kahl. a. Blättchen nicht keilig. Kelchzipfel fiederteilig. Stacheln hakig. aa. Blütenstiele lang. Kelchzipfel zurückgeschlagen und bald abfällig. Griffel behaart bis kahl. Scheinfrucht länglich - ellipsoidisch bis kugelig, knorpelig, sehr spät reifend. Krone hellrosa oder weifs. Sehr veränderlich. I — 3 m. Raine, Gebüsche, Waldränder. Häufig. Juni, Hunds -E.., R. canina L. bb, Blütenstiele kurz. Kelchzipfel aufrecht, lange bleibend. Blättchen breit-eiförmig (weit gröfser als bei R. canina), Griffel ein weifswoUiges Köpfchen bildend. Scheinfrucht birnförmig, kugelig - ellipsoidisch oder kugelig, bereift. Krone lebhaft rosa. 1,5 — 2 m. Hügel, Waldränder. Zerstreut, Juni, Juli. (R. Reuteri Godet.) Graugrüne R., R. glauca Vill. b. Blättchen etwas keilig zulaufend, elliptisch, wie der ganze Strauch bläulich bereift und meist purpurn überlaufen. Kelchzipfel ungeteilt oder fast ungeteilt, länger als die kleinen Kronblätter. Scheinfrucht lang gestielt, kugelig, früh reifend, markig, klein. Stacheln leicht gebogen. 1-75 Rosenge wachse. Krone lebhaft rosenrot. 1,5 — 3 m. "Waldränder, Gebüsche in Süddeutschland. Auch angepflanzt und verwildert. Juni. (R. femiginea Vill.) Rotblättrige R.. R. rubrifölia Vill. 2. Blättchen beiderseits oder doch unterseits behaart. a. Blättchen einfach -gesägt. aa. Blütenstiele kurz. Kelchzipfel abstehend bis aufrecht, lange bleibend. Griffel ein weifs wolliges Köpfchen bil- dend. Blättcheu derb, etwas lederig, drüsenlos, ellip- tisch-verkehrt-eiförmig, anfangs auf beiden Seiten mit weifsgi-auem Filz überzogen, später oberseits fast kahl. Scheinfrucht ellipsoidisch oder birnförmig, ziemlich grofs, bereift, länger als ihr Stiel. Krone lebhaft rosa. Ge- drungener, sehr ästiger Strauch. 1,5 m. Gebüsche, "Wälder, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juni. Lederblättrige R., R. coriifolia Fr. bb. Blütenstiele lang (etwa 2 mal so lang als die Scheinfrucht). Kelchzipfel zurückgeschlagen, bald abfallend. Griffel be- haart bis kahl. Blättchen rundlich - elliptisch oder ellip- tisch, oberseits kahl oder schwach behaart, unterseits, besonders auf den Nennen, anliegend behaart. Blattstiel dicht giau - behaart , mit einzelnen Drüsen, wenig be- stachelt. Krone weifs oder blafsrosa. i — 2,5 m. Ge- büsche, Raine, Abhänge. Verbreitet. Juni. Hecken -R., R. dumetörum Thuill. b. Blättchen kurz - doppelt - gesägt (die Zähne mit drüsentragen- den Zähnchen), rundlich oder rundlich - verkehrt - eiförmig, ziemlich klein, beiderseits mehr oder weniger behaart, ge- rieben schwach duftend. Kelchzipfel nach der Blüte zu- rückgeschlagen, vor der Färbung der Scheinfrucht abfallend. Griffel behaart bis wollig. Krone weifs oder blafsrosa. i bis 1,5 m. Gebüsche, Abhänge, Hügel. Zerstreut in Mittel- und Süddeutschland. Juni. Sehwaehfilzige R., R. tomentella Leman. B. Blättchen unterseits mit (oft in der Behaarung versteckten) Drüsen besetzt, selten drüsenlos, aber dann die Blütenstiele drüsenborstig. I. Blättchen klein, unterseits mit zahlreichen Drüsen (ohne ge- rieben zu werden stark nach Obst duftend). Stacheln meist gebogen bis hakig, breit. a. Blättchen rundlich -eiförmig oder rundlich -elliptisch, mit kurzen, abstehenden Zähnen. Blütenstiele fast immer stiel- drüsig. aa. Griffel behaart, kurz. Krone dunkelrosa. Kelchzipfel auf dem Rücken dicht drüsig, nach dem Verblühen herabgeschlagen, dann wieder aufgerichtet, wenigstens bis zur Färbtxng der Frucht bleibend. Blütenstiele kurz Rosengewächse. 177 (so lang oder kaum länger als die Frucht). Deckblätter eiförmig, spitz. Frucht ellipsoidisch und orangefarben oder kugelig und dunkler gefärbt. Strauch gedrungen, kurzästig. Stacheln oft ungleich. 0,6—1,5 m. Sonnige Hügel, Abhänge, Waldränder, Hecken. Verbreitet. Juni. Wein-R., R. rubiginösa L. bb. Griffel kahl oder fast kahl, verlängert, zu einem Säul- chen verklebt. Krone blafsrosa. Kelchzipfel auf dem Rücken schwach drüsig, nach dem Verblühen nicht wieder aufgerichtet, vor der Färbtmg der Frucht ab- fallend. Blütenstiele ziemlich lang (länger als die Frucht). Deckblätter lanzettlich. Frucht eiförmig, scharlaclirot. Strauch locker- und schlaf f - ästig. Stacheln gleich. 0,8 — 1,5 m. Trockene Hügel, Abhänge. Selten. Schlesien, Thüringen, Rheinprovinz. Juni. Kleinblütige R., R. micräntha Sm. b. Blättchen aus mehr oder weniger keilförmigem Grunde ver- kehrt-eiförmig bis länglich, mit tiefen, schmalen Zähnen. Blütenstiele meist glatt und kahl. aa. Blütenstiele ziemlich lang (länger als die Frucht). Blätt- chen länglich -elliptisch bis länglich - verkehrt - eiförmig, scharf -doppelt -gesägt. Kelchzipfel nach dem Verblühen zurückgeschlagen, sehr schmal, zeitig abfallend. Griffel meist verlängert, kahl oder spärlich behaart. Krone klein, weifslich bis blafsrosa. Frucht länglich bis ei- förmig, orangefarben. Strauch locker -ästig, i — 2 m. Sonnige Abhänge, buschige Hügel, Hecken. In Süd- und Mitteldeutschland verbreitet. Juni. (R. sepium Thuill.) Zaun-R., R. agrestis Savi. bb. Blütenstiele kurz (etwa so lang als die Frucht). Blätt- chen verkehrt -eiförmig, von der Mitte an scharf gesägt und fein drüsig - gezähnelt, unterseits wie die Blattstiele oft flaumhaarig, mitkurz gestielten Drüsen besetzt. Kelchzipfel nach dem Verblühen abstehend, später aufrecht, bis zur Färbung der Frucht bleibend. Griffel kurz behaart. Krone weifs bis blafsrosa. Frucht kugelig - ellipsoidisch, scharlachrot. Stacheln etwas ungleich, die kleineren fast gerade. Strauch gedrungen - ästig, i — 1,5 m. Gebüsche, steinige Abhänge. In Süd- und Mitteldeutschland bis Thüringen und Schlesien. Juni. (R. graveolens Gren.) Elliptische R., R. elliptica Tausch. 2. Blättchen grofs oder mittelgrofs. Stacheln gerade oder fast gerade, schmal. a. Blättchen beiderseits kahl, spärlich - drüsig , länglich - ellip- tisch, spitz oder zugespitzt, fast 3 fach - gezähnt, grofs, etwas starr, ihre Zähne spitz oder zugespitzt, schief - abstehend Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 12 lyS Rosengewäclise. oder vorwärts gerichtet. Krone grofs, lebhaft rosa, gröfser als bei R. canina. Griffel wollig. Scheinfrucht grofs, ellipsoidisch. Stacheln leicht gebogen bis krumm. Zweige oft blau bereift, i — 1,5 m. Waldränder, Hügel, steinige Abhänge, Raine. Zerstreut. Juni. Rauhblättrige R., R. trachyphylla Rau. b. Blättchen unterseits filzig, oberseits fein behaart, graugrün, aa. Griffel kahl oder behaart. Krone blafsrosa bis weifs- lich. Kronblätter ungewimpert. Kelchzipfel abstehend, abfällig. Scheinfrucht langgestielt, aufrecht, eiförmig, länglich oder kugelig, zerstreut - weichstachelig, früh gelb- rot werdend. Blättchen grob - doppelt - gesägt, imterseits spärlich - drüsig, eiförmig bis länglich - elliptisch. Stacheln leicht gebogen, i — 1,2 m. Waldränder, Gebüsche, Raine. Verbreitet bis häufig. Juni. Filz-R., R. tomentösa L. bb. Griffel ein weifswolliges Köpfchen bildend. Krone lebhaft rosa, ziemlich klein. Kronblätter am Rande gewimpert. Kelchzipfel aufrecht, bleibend. Scheinfrucht kurzgestielt, grofs, meist kugelig, stark drüsenstachelig, fast scharlachrot. Blättchen grofs, mehrfach-fein-drüsig- gesägt, unterseits reichlich-drüsig, länglich oder elliptisch. Stacheln lang, gerade. i — 1,5 m. In Gärten und Weinbergen angepflanzt und verwildert. In den Alpen einheimisch. Juni, Juli. (R. villosa L.) Apfel -R., R. pomifera Herrn. II. Schöfsling mit Borsten und eingemischten geraden, pfriemlichen oder gekrümmten Stacheln besetzt, die Blütenzweige oft stachellos. A. Krone rosa bis rot oder weifs. I. Äufsere Kelchzipfel mit mehr oder weniger zahlreichen seit- lichen Anhängseln, nach dem Verblühen zurückgeschlagen, vor der Fruchtreife abfallend. Krone sehr grofs, meist tief- rot. Frucht birnförmig oder fast kugelig, gelbrot. Blüten- stiele und Kelche stieldrüsig. Blätter starr und hart, spät abfallend. Blättchen 5 — 7, grofs, breit-elliptisch, mit breiten, stumpflichen, meist drüsig-gezähnelten Zähnen, oberseits dunkel- grün, unterseits blasser bis weifslich, mehr oder weniger be- haart. Nebenblätter schmal, drüsig -gewimpert. Gröfsere Stacheln mehr oder weniger gebogen. 0,3 — 1,5 m. Gebüsche, Waldränder, Hügel, Raine, gern auf Kalkboden. Zerstreut in Mittel- und Süddeutschland. Mai, Juni. Essig -E-., R. Gällica L. Häufig gezogene Abkömmlinge der R. GäUica sind: Gröfsere Stacheln kräftig, sichelförmig. Blättchen weniger starr, drüsig gewimpert. Blüten nickend, meist hellrosa, fast stets gefüllt. Kelchzipfel eiförmig-lanzettlich. Frucht eiförmig. Eine bemerkenswerte Form ist die Moos-R., R. muscösa L., Rosengewächse. jyn deren Blütenstiele und Kelche durch blattartig ausgewachsene Drüsenborsten fast moosartig bekleidet sind. Garten -R., R. centifölia L. Stacheln ziemlich gleich , gekrümmt , oft rot, Nebenblätter meist kammförmig zerschlitzt. Blättchen meist eiförmig- läng- lich, etwas zugespitzt, einfach -gesägt, oberseits kahl, glänzend grün, unterseits mehr oder weniger behaart. Blüten oft dolden- traubig bis doldig. Kelchzipfel nach dem Verblühen herab- geschlagen. Krone rosa. Frucht länglich - verkehrt - eiförmig. Damascener-R., R. Damascena Mill. Gröfsere Stacheln kräftig, sichelförmig. Blättchen grofs, rundlich - eiförmig oder elliptisch, einfach - gesägt , unterseits etwas behaart und drüsig, etwas derb. Blütenstiele wie die Kelche drüsenborstig, meist ziemlich lang. Kelchzipfel zu- weilen einfach, ungeteilt, zuletzt zurückgeschlagen. Blüten meist gefüllt. Krone reinweifs oder rötlich überlaufen. Frucht eiförmig, rot. "Weifse E,., R. alba L. Stacheln gerade oder gekrümmt. Blütenzweige oft stachel- los. Äste bläulich bereift. Blättchen einfach-gesägt, unterseits behaart, graugrün. Nebenblätter der Blütenzweige und Deck- blätter stark verbreitert. Blütenstiele lang, dicht feinstachelig und drüsenborstig. Kelchzipfel meist einfach, an der Frucht ab- stehend, spät abfallend. Krone grofs, lebhaft rosa bis purpurn, gefüllt. Frucht kreiseiförmig, rot. Kreisel-R., R. turbinata Ait. Kelchzipfel einfach, ungeteilt , nach dem Verblühen aufrecht. a. Nebenblätter der nichtblühenden Zweige mit eingerollten, fast röhrig zusammenschliefsenden Rändern. Stacheln der zimmetbraunen Zweige zu 2 am Grunde der Blattstiele, ge- krümmt. Blättchen 5 oder 7, eiförmig bis länglich, trüb- grün, oft mit rötlichen Nerven, unterseits dicht-grau- weich- haarig. Blütenstiele meist kurz und wie die Kelche kahl und drüsenlos. Kelchzipfel bleibend. Krone klein, lebhaft rosa. Frucht klein, kugelig oder etwas abgeplattet, schar- lach-rot. i — 1,5 m. Sonnige Abhänge in Süd- und Mittel- deutschland. Häufig angepflanzt und verwildert (halb ge- füllt). Mai, Juni. Zimmet-R., R. cinnamomea L. b. Nebenblätter an den nichtblühenden Zweigen breiter, flach. Kelchzipfel länger als die Kronblätter. Fruchtstiele zurück- gebogen. Ältere Zweige stachellos. aa. Blättchen doppelt -gesägt, länglich - elliptisch, kahl oder zerstreut behaart, 7 — 11. Nebenblätter an den nicht- blühenden Zweigen lineal-keüförmig, ihre freien Spitzen eiförmig. Frucht ellipsoidisch-birnförmig, wie ihr Stiel meist kahl. Krone dunkelrosa, grofs. 0,6 — 1,2 m. Schluchten der Gebirgswälder. Juni, Juli. Alpen -R., R. alpina L. 12* jgo Rosengewächse. bb. Blättchen einfach-gesägt, länglich-lanzettlich, kahl, ober- seits glänzend, 7 — 9. Kelchzipfel zur Fnichtzeit ab- fallend. Krone rosa. Sonst wie vorige Art. In Deutschland nur angepflanzt und verwildert. Aus Nord- amerika. Juni, Juli. Spiegel -R., R. lücida Ehrh. c. Nebenblätter der blühenden und nichtblühenden Zweige fast gleich, schmal. Blättchen klein, rundlich bis elliptisch, kurz und scharf gesägt, kahl, unterseits blasser, 7 — 11. Kelchzipfel kürzer als die Kronblätter. Frucht kugelig, schwarz -purpurn, lederartig. Fruchtstiele aufrecht. Krone meist weifs, ziemlich klein. 0,5 — i m. Sonnige Hügel, Sandboden. In Mitteldeutschland und an der Nordseeküste. Auch angepflanzt und verwildert. Juni, Juli. Biebernell-R., R. pimpinellifölia L. B. Krone dottergelb bis scharlachrot. Staubbeutel am Grunde spiefs- förmig. Äufsere Kelchzipfel fiederteilig, kürzer als die Kron- blätter, an der Frucht abstehend oder zurückgeschlagen. Blätter eiförmig - rundlich oder elliptisch, doppelt -gesägt, gleichfarbig. Stacheln ungleich, gerade, i — 4 m. Angepflanzt und verwildert. Aus dem Orient. Juni, Juli. Gelbe R., R. lutea IMill. 4. Unterfamihe. Steinfrüchtler, Prunoideen. 20. Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Kirsche, Ahle, Prunus. A. Blüten einzeln oder zu 2. 1. Blüten kurz gestielt oder fast sitzend. Frucht sammetartig- filzig, auf einer Seite gefurcht, gelb, auf der Lichtseite rötlich überlaufen. Pfirsich, Aprikose. a. Krone trübrosenrot (pfirsichblütenrot). Blattstiel meist ohne Drüsen. Blätter lanzettlich, scharf gesägt, in der Knospe gefaltet. Steinkem unregelmäfsig gefurcht und grubig- punktiert. Ange- pflanzt. Aus Mittelasien. April, Mai. Edle Pf., P. Persica Zucc. b. Kj-one weifs. Blattstiel an der Spitze i- oder 2 drüsig. Blätter eiförmig, am Grunde fast herzförmig, zugespitzt, doppelt- gesägt, in der Knospe eingerollt. Steinkern glatt. An- gepflanzt. Aus Mittelasien. April. Echte A., P. Armeniaca L. 2. Blüten deutlich gestielt. Krone weifs. Frucht kahl, bläulich bereift. Pflaume. a. Blütenstiele kahl. Blüten vor den Blättern erscheinend, meist einzeln in jeder Knospe. Blättchen elliptisch oder länglich- elliptisch, gesägt, zuletzt kahl. Äste domig. Zweige behaart. Frucht kugelig, aufrecht, dunkelblau. Hecken, AValdränder, Hügel. Häufig. April, Mai. Schlehen -Pf, Schwarzdorn, P. spinösa L. b. Blütenstiele weichhaarig. Blüten meist zu 2 in jeder Knospe. Frucht hängend. Blätter unterseits behaart. Rosengewächse. l8l aa. Zweige kurzhaarig. Kronblätter rundlich, remweifs. Fnicht kugelig, mit stumpfem Steinkern. Wenig dornig. Ange- pflanzt vmd verwildert. Aus Südeuropa. April, Mai. Kriechen- Pf., P. insiticia L. bb. Zweige kahl, dünner. Kronblätter länglich, grünlichweifs. Frucht länglich, mit spitzem Steinkern. Ohne Dornen. Angepflanzt und verwildert. Mutmafslich aus Mittelasien. April. Garten -Pf., Zwetscb.e, P. domestica L. B. Blüten in Dolden oder Doldentrauben. Krone weifs. Frucht kahl, unbereift, kugelig. Kirsche. 1. Blüten in 3 bis mehrblütigen Dolden, lang gestielt. a. Blätter vmterseits weichhaarig, dünn, etwas runzelig. Blattstiel an der Spitze i- oder 2 drüsig. Blütenknospen ohne Laub- blätter. Baum mit aufrecht - abstehenden Ästen. Frucht klein, rot oder schwarz, süfslich. Gebaute Formen sind die Herz-K. (Frucht mit weichem Fleisch, rot, gelblich oder schwarz) und die Knorpel -K. (mit hartem, brüchigem Fleisch, rot oder gelblich). Gebüsche, Wälder. Verbreitet. Vielfach angepflanzt. April, Mai. Vogel -K., Süfs-K., P. avium L. b. Blätter kahl, glänzend, etwas derb, flach. Drüsen am Blatt- stiel fehlend oder an den unteren Blattzähnen. Blütenknospen mit einigen Laubblättern. Frucht niedergedrückt - kugelig, sauer. Saft des Fruchtfleisches farblos (Glas-K.) oder rötlich (Morelle). Strauch oder niedriger Baum mit schlanken ab- stehenden oder hängenden Ästen. Häufig angepflanzt und verwildert. Aus Asien. April, Mai. Sauer -K., P. cerasus L. 2. Blüten in kurzen, aufrechten Doldentrauben. Blätter eiförmig oder nmdlich- eiförmig, am Gnmde etwas herzförmig, gekerbt- gesägt, kahl, unterseits etwas bläulich. Kronblätter länglich. Frucht klein, schwarz. Strauch oder kleiner Baum. Felsige Abhänge im südwestlichen Deutschland. Angepflanzt. Mai. Weichsel -K., P. mähaleb L. C. Blüten in vielblütigen Trauben, an der Spitze beblätterter Zweige. Krone weifs. Frucht klein, kahl, unbereift, kugelig. Ahle. Blätter meist doppelt - gesägt , dünn, länglich - verkehrt - eiförmig oder elliptisch, zugespitzt, fast kahl, mit abstehenden Sägezähnen. Trauben meist hängend. Kronblätter verkehrt - eiförmig. Frucht schwarz. Feuchte Laubwälder, Gebüsche, Ufer. Verbreitet, meist häiifig. !Mai. Trauben- A., Traubenkirsche, P. padus L. 30. Familie. Hülsenfrüchtler, Leguminosen, xvn. Die Krone der Hülsenfrüchtler ist unregelmäfsig und zwar Schmetter- lings form ig, d. h. sie besteht aus 5 Kronblättem, von denen das obere und gröfste die Fahne, die 2 seitlichen die Flügel, die 2 unteren, 182 Hülsenfrüchtler. meist kalmförmig verAvaclisenen das Schiffchen bilden. Von den lo Staubblättern sind entweder alle 10 Staubfäden verwachsen, oder 9 sind verwachsen und i ist frei. Die Frucht ist eine Hülse. I. Blätter einfach, ungeteilt. A. Blätter pfriemlich, stechend. Kelch bis auf den Grund 2 lippig. Dorniger Strauch. Hecksame 185. B. Blätter länglich-lanzettlich bis elliptisch, nicht stechend. Kelch nur etwa bis zur Mitte 2 lippig. Stengel dornig oder dornenlos. '.Ginster 184. n. Blätter ßzählig (oder durch grofse Nebenblätter schein- bar 5zählig), wenigstens die unteren. A. Sträucher. 1. Krone gelb. Griffel lang, eingerollt. Kelch 2 lippig. Obere Blätter einfach. Besenstrauch 185. 2. Krone gelb. Schiffchen stumpf. Griffel nicht eingerollt, ge- krümmt. Kelch 2 lippig. Blätter alle 3 zählig. Goldregen 185. 3. Krone rosa. Griffel nicht eingerollt. Kelch 5 spaltig. Schiff- chen geschnäbelt (lang zugespitzt). Hauhechel 186. B. Kräuter. Blüten einzeln oder zu 2. 1. Blätter mit grofsen Nebenblättern (und dadurch scheinbar 5 zählig}. Schiffchen geschnäbelt (zugespitzt). Krone gelb. Wildwachsend. Sparz 191. 2. Blätter ohne Nebenblätter. Schiffchen ungeschnäbelt, stumpf. Krone gelblichweifs. Gebaut. Bockshorn 186. C. Kräuter. Blüten in 3- oder mehrblütigen Blütenständen. 1. Schiffchen nebst den Staubblättern und dem Griffel spiralig eingerollt. Blättchen mit Nebenblättchen, grofs. Krone nicht gelb. Gebaut. Bohne 199, 2. Schiffchen geschnäbelt (zugespitzt). Blätter mit grofsen Neben- blättern (und dadurch scheinbar 5 zählig). Blüten in doldigen Köpfen, gelb. Schüchel 191. 3. Schiffchen weder spiralig eingerollt noch geschnäbelt. a. Blüten in langen, lockeren Trauben, gelb oder weifs. Fruchtknoten und Frucht gerade, kurz, i — 3 sämig. Steinklee 188. b. Blüten in ährigen oder doldigen Köpfen. Kronblätter rot, weifs oder gelb, unter sich und mit den Staubfäden ver- wachsen. Frucht in der bleibenden, verwelkten Krone oder dem (blasigen) Kelch eingeschlossen. Klee 188. c. Blüten in dichten, oft kopfigen Trauben. Kronblätter gelb oder violett oder bläulich, frei, abfällig. Frucht- knoten aufwärts gekrümmt. Hülse sichel- oder schnecken- förmig eingerollt. Luzerne 187. Hülsenfrüchtler. ig^ d. Blüten in langgestielten, kopfigen Trauben. Krone hell- blau, violett gestreift. Hülse länglich - eiförmig, plötzlich in einen borstlichen Schnabel zusammengezogen. Bockshorn i86. HI. Blätter 5 — mehrzählig-gef ingert. Schiffchen geschnäbelt. Blüten in endständigen, öfter quirligen Trauben. Hülse mit schwammigen Querwänden. Lupine 184. IV. Blätter unpaarig-gefiedert (mit Endblättchen). A. Sträucher. 1. Krone weifs (oder rosa). Blüten in Trauben. Hülse flach, lederig. Robinie 191. 2. Krone gelb oder rötlichgelb. Blüten in Trauben. Hülse auf- geblasen, häutig. Blasenstrauch 192. 3. Krone gelb. Blüten in 2- oder 3 blutigen Dolden. Schiffchen geschnäbelt. Hülse stielrund. Krönlein 193. B. Kräuter. Blüten in Trauben. 1. Krone lilaweifs. Schiffchen spitz. Stengel aufrecht, 60 bis 120 cm. Galei 191. 2. Krone rosa, Schiffchen stumpf. Stengel aufsteigend, 30 bis 60 cm. Esparsette 194. 3. Krone gelb. Schiffchen über das stumpfe Ende hinaus pfriemlich zugespitzt. Stengel aufsteigend oder aufrecht, 15 — 30 cm. Fahnwicke 193. 4. Krone gelb, gelblich, violett, purpurn oder lila, Schiffchen stumpf, ohne Spitze. Stengel niederliegend oder unentwickelt. 2 — 120 cm. Tragant 192, C. Kräuter. Blüten in kopfigen Dolden, 1, Krone rotweifs-bunt oder gelb, Schiffchen geschnäbelt. Hülse stielrund oder fast 4 kantig, an den Gelenken zusammen- gezogen. Krön lein 193. 2, Krone gelb, oft rot überlaufen. Kelch bauchig, filzig, welkend, über der Frucht geschlossen. Schiffchen stimipf oder kurz gespitzt. Wundkraut 190. 3. Krone weifsrötlich oder rosa, klein. Kelch röhrig. Schiffchen stumpf. Hülse gegliedert. Vogelfufs 193. 4. Krone gelb. Schiffchen geschnäbelt. Hülse gegliedert, lang, gebogen, Hufeisenklee 194. V. Blätter paarig-gefiedert. A, Sträucher. Blätter in ein Spitzchen endend. Kelch 5 zähnig, Krone gelb. Erbsenstrauch 192. B. Kräuter. I. Blätter ohne Wickelranke. Stengel aufrecht oder aufsteigend. a. Blättchen 2- oder 3 paarig. Krone ziemlich grofs und schwarzweifs oder hellviolett, klein. Griffel fädlich, bärtig. Wicke 194. l34 Hülsenfrüchtler. h. Blättchen 2 — 6 paarig. Krone wenigstens anfangs purpurn. Griffel flach, behaart. Platterbse 197. 2. Blätter mit Wickelranke. Stengel aufrecht. a. Krone kaum länger als der Kelch. Kelch tief 5 teilig. Blättchen meist 6 paarig. Blüten in i — 3 blutigen Trauben. Griffel oberwärts breiter, flach. Linse 197. b. Krone länger als der Kelch. Kelch 5 zähnig oder 5 spaltig. Blättchen 5 — 12 paarig. Trauben 3- bis mehrblütig. Griffel fädlich. Wicke 194. 3. Blätter mit Wickelranke. Stengel Hegend oder kletternd. a. Blüten grofs. Nebenblätter sehr grofs. Griffel der Länge nach rinnig zusammengebogen, bärtig. Gebaut. Erbse 199. b. Blüten mittelgrofs. Griffel oberwärts breiter, flach. Wild- wachsend, seltener gebaut. Platterbse 197. c. Blüten mittelgrofs oder klein. Griffel fädlich, bärtig oder behaart. Wildwachsend oder gebaut. Wicke 194. I. Lupine, Lupinus L. 1 . Pflanze i ährig. a. Unterlippe des Kelches 3 zähnig, Oberlippe 2 teilig. Blüten fast sitzend, in traubig angeordneten Quirlen. Blättchen länglich. Krone hochgelb. 30 — 60 cm. Gebaut. Aus Südeuropa. Juni — Sept. Gelbe L., L. lüteus L. b. Unterlippe des Kelches ungeteilt. Blüten abwechselnd in Trauben, aa. Blättchen verkehrt -eiförmig «länglich, Blüten gestielt. Ober- lippe des Kelches ungeteilt. Krone weifs. 30 — bo cm. Seltener gebaut. Aus Südeuropa. Juni — Sept. Weifse L., L. albus L. bb. Blättchen lineal. Blüten kurzgestielt. Oberlippe des Kelches 2 spaltig. Krone himmelblau. 30 — 60 cm. Zuweilen gebaut. Aus Südeuropa. Juni — Sept. Blaue L., L. angustiföhus L. 2. Pflanze ausdauernd. Krone blau bis purpurn, Fahne in der Mitte gelb oder weifslich. Kelchüppen fast ungeteilt. Blättchen lanzettlich, zu 13 — 15. I — 1,5 m. Zierpflanze aus Südeuropa; auch als Wild- futter angepflanzt und verwildert. Juni — Aug. Vielblättrige L., L. polyphyllus Lindl. 2. Ginster, Genista. A. Blüten einzeln oder zu 2 in den Achseln der Laubblätter, seiten- ständig. Blätter länglich -lanzettlich, unterseits neben den Blüten- stielen, Kelchen, dem Schiffchen, der Fahne und Hülse angedrückt- seidenhaarig. Stengel am Grunde liegend, sehr ästig, dornenlos. Krone goldgelb. 15 — 30 cm. Trockene Abhänge, Hügel, Triften, Heiden. Stellenweise. Mai, Juni. Behaarter G-., G. pilösa L. Hülsenfrüchtler. 185 B. Blüten in endständigen Trauben. I. Stengel ungeflügelt. a. Blätter mit kurzen, lineal-pfriem liehen Nebenblättern am Blatt- stiel, lanzettlich oder lineal- lanzettlich, zerstreut behaart oder kahl, am Rande gewimpert. Kelch, Krone und Hülsen kahl. Stengel aufrecht oder aufsteigend, dornenlos. Krone goldgelb, 30 — 60 cm. Trockene Wiesen, Gebüsche, Wälder. Häufig. Juni — Aug. Färbe -G., G. tinctöria L. b. Blätter ohne Nebenblätter. Stengel meist dornig. aa. Blätter grasgrün, am Rande nebst den Ästen, Blütenstielen, Kelchen und Hülsen rauhhaarig. Deckblätter pfriemlich, halb so lang als der Blütenstiel. Krone goldgelb. 20 bis 60 cm. Trockene Wälder, Hügel. Nicht selten. Mai, Juni. Deutscher G., G. Germanica L. bb. Blätter blaugrün, nebst den Ästen, Blütenstielen, Kelchen und Hülsen kahl. Deckblätter eiförmig, länger als der Blütenstiel. Krone goldgelb. 30 — 80 cm. Torfige Heiden, torfige Wälder im nordwestlichen Deutschland. ^ Verbreitet. IMai, Juni. Englischer G., G. Anglica L. 2. Stengel blattartig geflügelt, niederliegend, aufrechte und aufsteigende, meist einfache Äste treibend. Blätter sitzend, länglich, spitz, nebst den Kelchen rauhhaarig, entfernt. Klrone goldgelb. 15 bis 25 cm. Trockene Wiesen, AValdränder, Hügel in Mittel- und Süddeutschland. Zerstreut. Mai, Juni. (Cytisus sagittälis Koch) Geflügelter G., G. sagittälis L. 3. Hecksame, Ulex. Stengel gefurcht, wie die Blütenstiele, Kelche und Hülsen abstehend behaart. Blätter pfriemlich, steif, stachelspitzig, die blütenständigen so lang als der Blütenstiel. Krone gelb. 60 — 120 cm. Sandige Kiefernwälder, Heiden, Hügel. In Nord- und Mitteldeutschland. Zer- streut. Mai, Juni. Stechender H., Gaspeldorn, U. Europseus L. 4. Besenstrauch, Sarothämnus. Stengel nebst den rutenfürmigen Ästen kantig. Blätter 3 zählig, obere einfach, ungeteilt, alle zerstreut -angedrückt -behaart. Blüten achsel- ständig, einzeln oder zu 2, grofs. Hülse an den Nähten abstehend- behaart. Krone gelb. 50 — 150 cm. Sandige, trockene Wälder, Ab- hänge, Hügel, Wegränder. Verbreitet. Älai, Juni. (Cytisus scopärius Link) Gelber B., S. scopärius Wimm. 5. Goldregen, Cytisus. I. Blüten in Trauben. a. Kleiner, 30 — 80 cm hoher (beim Trocknen schwarz werdender) Strauch. Trauben aufrecht, endständig. Blättchen unterseits nebst l86 Hülsenfrüchtler. den Hülsen angedrückt-beliaart. Krone goldgelb. Trockene AVald- ränder, Gebüsche. Zerstreut. Juni — Aug. Sch-warzwerdender Gr., C, nigricans L. b. Gröfserer Strauch oder kleiner Baum. Trauben hängend, blatt- achselständig. Blättchen unterseits angedrückt - behaart. Hülsen seidenhaarig. Krone goldgelb. 3 — 5 m. Gebirgswälder in Süd- deutschland. Bekannter Zierstrauch. Giftig! Mai, Juni. Traubiger Gr., C. labürnum L. 2. Blüten in endständigen, kopfigen Dolden, seltener auch zugleich seiten- ständig. Blätter beiderseits mit lockeren, etwas abstehenden Haaren, oberwärts kahl werdend. Kelche und Hülsen abstehend -zottig -be- haart. Äste aufrecht - abstehend , nebst den Blattstielen rauhhaarig- zottig. Krone schniutziggelb , innen später rotgelb. 50 — loo cm. Sonnige Orte, lichte Wälder im östlichen Deutschland. Häufiger Zierstrauch. Mai, Juni und Aug. Kopfiger G., C. capitätus Jacq. 3, Blüten seitenständig, meist zu 2 (i — 4). Stengel nebst den Ästen niederliegend, Ästchen aufsteigend, wie die Blätter und Kelche an- gedrückt -seidenhaarig. Krone gelb. 15 — 50 cm. Sonnige Hügel, Heiden, Raine in Süd- und Ostdeutschland. Mai, Juni. Zweiblütiger G., C. Ratisbonensis Schaeff. 6. Hauhechel, Ononis. 1. Hülse so lang oder länger als der Kelch. Blättchen ziemlich kahl. Stengel i- oder 2 reihig behaart. Stengel aufsteigend oder aufrecht, mit zahlreichen, oft gezweiten Dornästen. Blüten entfernt, meist einzeln in den Blattachseln. Fahne stumpflich. Krone rosa, selten weifs. 30 — 60 cm. Raine, Triften, Wegränder, Meist häufig. Juni — Sept. Dornige H., O. spinösa L. 2. Hülse kürzer als der Kelch. Blättchen drüsig-behaart. Stengel rings- um zottig. a. Stengel niederliegend oder aufsteigend, am Grunde wurzelnd, zer- streut-dornig oder dornenlos. Blüten entfernt, meist einzeln, sel- tener zu 2 in den Blattachseln. Fahne zugespitzt. Krone rosa, selten weifs. 30 — 60 cm. Sandige Triften, trockene Wiesen, Wegränder. Verbreitet. Juni — Sept. Kriechende H., O. repens L. b. Stengel aufrecht oder aufsteigend, stets ohne Dornen. Blüten stets zu 2 in den Blattachseln , am Ende des Stengels und der Äste traubig gehäuft. Fahne stumpf. Krone rosa. 40 — 60 cm. Triften, Hügel. Wegränder im östhchen Deutschland. Zerstreut. Juli, Aug. Stinkende H., O. arvensis L. 7. Bockshorn, Trigonella. I. Blüten einzeln oder zu 2, fast sitzend. Krone gelblich oder gelblich- weifs. Hülsen lineal, schwach sichelfönnig. Blättchen keilförmig- Hülsenfrüchtler. 137 länglich, gestutzt, vorn stachelspitzig gezähnelt. Von starkem Geruch. 30 — 60 cm. In einigen Gegenden gebaut (z. B. bei Erfurt) und verwildert. Aus Südeuropa. Juni, Juli. Gelbliches B., T. foenum Graecum L. 2. Blüten in langgestielten, kopfigen Trauben. Krone hellblau, violett gestreift. Hülse länglich - eiförmig , plötzlich in einen borstlichen Schnabel zvisammengezogen. Blättchen länglich - elliptisch , stachel- spitzig - klein - gesägt , die der oberen Blätter länglich. Von starkem Genich. 30 — 60 cm. Gebaut und verwildert. Aus Südeuropa. Juni, Juli. (Melilötus caeruleus Desr.) Blaues B., Siebengezeit, T. caerulea Ser. 8. Liizerue, Schncckenklee, Medicago. 1. Trauben vielblütig. Hülsen dornenlos. a. Blüten mäfsig grofs (etwa i cm lang). Windungen der Hülsen in der Mitte offen. aa. Stengel aufrecht, ziemlich kahl. Blättchen länglich - verkehrt- eiförmig bis lineal-keilförmig. Trauben länglich. Krone bläu- lich oder violett, dunkler geädert, selten wcils. Hülse mit 2 oder 3 Windungen. 30 — 80 cm. Häufig gebaut und oft ver- wildert. Aus Südeuropa. Juni — Sept. Futter - L., M. sativa L. bb. Stengel liegend oder aufsteigend, angcdrückt-behaait. Trauben kurz, oft fast kopfig. Krone gelb. Hülse sichelförmig ge- bogen oder nur mit einer einzigen Windung. 20 — 50 cm. Trockene Wiesen, Hügel, Wegränder, Raine. Zerstreut. Juni bis Sept. Sichel -L., M. falcata L. Stengel aufsteigend oder aufrecht. Trauben eiförmig. Hülse mit Vo bis 2 Windungen. Krone meist erst gelb, dann gras- grün, zuletzt bläulich oder violett. Wegränder, Grasplätze, bisweilen auch gebaut. Sand-L., M. falcata x sativa = M. varia ISIartyn. b. Blüten klein (gegen 3 mm lang). Trauben (zur Blütezeit) fast kugelig. Krone gelb. Hülse nierenförmig, an der Spitze nur mit I Windung, in der Mitte geschlossen, längs - nervig, gewölbt. Ge- stalt der Blättchen und Nebenblätter, Farbe der Blüte und Be- haarung der ganzen Pflanze sehr veränderlich. 15 — 60 cm. Wiesen, Wegränder, Felder. Häufig. Selten gebaut. Mai bis Okt. Hopfen -L., M. lupülina L. 2. Trauben wenigblütig (i — Sblütig). Hülsen dornig. Blättchen beider- seits behaart. Nebenblätter ganzrandig oder am Grunde gezähnelt. Traube i — Sblütig. Kelchzähne so lang als die Kelchröhre. Win- dungen der Hülsen 3 — 4 mm im Durchmesser. Samen nicht durch Scheidewände getrennt. Krone gelb. 10 — 30 cm. Trockene Hügel, sandige Felder, Wegränder auf Sand und Kalk. In der nordwest- deutschen Tiefebene und in Ostpreufsen fehlend, sonst stellenweise. Mai, Juni. Kleinste L., M. minima Bartalini. l38 Hülsenfrüchtler. 9. Steinklee, Honigklee, Melilötus. 1. Nebenblätter aus gezähntem, verbreitertem Grunde pfriemlich, Krone blafsgelb. Flügel länger als das Schiffchen. Hülsen eiförmig, spitz- lich, netzHch - runzelig, kahl. Blättchen aller Blätter länglich oder breit -lanzettlich, dicht stachelspitzig-gesägt. Stengel meist aufsteigend. 15 — 80 cm. Gräben, Wiesen, Wegränder auf Salzboden. Sehr zer- streut. Juli — Sept. Gezähnter St., M. dentatus Pers. 2. Nebenblätter pfriemlich, am Grunde wenig breiter, ganzrandig. a. Krone goldgelb. aa, Stengel avifrecht. Flügel und Schiffchen so lang als die Fahne. Hülse zugespitzt, angedrückt-kurzhaarig, meist 2samig. Riecht wie die beiden folgenden Arten nach Cumarin. 60 — 120 cm. Wiesen , feuchte Gebüsche , Gräben. Zerstreut. Juli — Sept. Hoher St., M. altissimus Thuill. bb. Stengel aufsteigend oder liegend. Flügel länger als das Schiff- chen, so lang als die Fahne. Hülse stumpf, stachelspitzig, kahl, meist i sämig. 30 — 100 cm. Weg- und Ackerränder, Hügel. Ziemlich verbreitet. Juni — Sept. Echter St., M. officinäUs Desr. b. Krone weifs. Flügel so lang als das Schiffchen, kürzer als die Fahne. Hülse stumpf, stachelspitzig, kahl, meist 1 sämig. Stengel aufrecht. 30 — 100 cm. Raine, Wiesen, Wegränder, Ziemlich verbreitet. Juni — Sept. "Weifser St., M. albus Desr, 10. Klee, Trifolium. I. Krone gelb, verblüht bräunlich. A. Obere Blätter gegenständig. Köpfe endständig, zu i — 3, Stengel aufrecht. Köpfe zuletzt längUch-walzenfömiig. Blättchen alle 3 gleich kurz gestielt. Krone goldgelb, zuletzt dunkel- kastanienbraun. 10 — 30 cm. Torfige Wiesen, Triften, Raine. Zerstreut. Juli, Aug. Brauner K., T. spadiceum L. B. Alle Blätter wechselständig. Köpfe end- und seitenständig. 1. Köpfe 5 — 15 blutig, locker, sehr klein. Stengel meist nieder- liegend. Nebenblätter eiförmig. Fahne fast glatt, zusammen- gefaltet. Krone blafsgelb. 5 — 30 cm. Wiesen, Grasplätze, feuchte Äcker, Gemein. Juni — Sept. Faden -K!., T. filiforme L. 2. Köpfe 20 — 40 blutig. a. Nebenblätter länglich - lanzettlich, am Grunde nicht breiter. Blättchen alle 3 fast gleichlang und kurzgestielt. Stengel aufrecht oder aufsteigend, Krone goldgelb, 15 — 30 cm. Wiesen, Gebüsche, Sumpfränder. Verbreitet. Juni — Aug. Gold-IC., T. agrärium L. Hülsenfrüchtler. i3q b. Nebenblätter halb - eiförmig, am Grunde breiter. Mittleres Blättchen auffallend länger gestielt als die seitlichen. Stengel meist niederliegend. Köpfe klein, ihr Stiel bis doppelt so lang als das Blatt. 15 — 30 cm. Wiesen, Wegränder, Grasplätze. Auf Äckern nach der Ernte kommt die Abart mit aufrechtem Stengel, abstehenden Ästen und gröfseren Köpfen, deren Stiel etwa so lang als das Blatt ist, vor. Häufig. Juni — Aug. Liegender K., T. procümbens L. n. Krone rot, rosa, weifs oder gelblichweifs. A. Blüten länger oder kürzer gestielt. 1. Kelchzähne gleichlang. Blütenstiele ^/., oder ^/gmal so lang als die Kelchröhre. Blättchen imterseits behaart, am Rande dicht nervig. Stengel fast aufrecht. Krone weifs. 15 — 30 cm. Trockene Wiesen, Triften, Gebüsche. Verbreitet. Mai — Aug. Berg-K., T. montanum L. 2. Kelchzähne ungleich, die 2 oberen länger. Blättchen kahl. a. Stengel kriechend, wurzelnd. Nebenblätter plötzlich in eine Granne zugespitzt, trockenhäutig. Innere Blütenstiele so lang als die Kelchröhre. Krone weifs, selten rosa. 7 bis 20 cm. Wiesen, Triften, Wege. Gemein. Auch gebaut. Mai — Sept. Weifser K., T. repens L. b. Stengel aufsteigend oder niederliegend, nicht wurzelnd. Innere Blütenstiele 2—3 mal so lang als die Kelchröhre, aa. Stengel aufsteigend, hohl, kahl. Nebenblätter eiförmig, in eine Granne allmählich zugespitzt. Krone anfangs weifs, dann rötlich. 30 — 60 cm. Feuchte Wiesen, Gräben. Verbreitet, Stellenweise auch gebaut. Juni bis Aug. Bastard -K., T. hj'bridum L. bb. Stengel niederliegend, nicht hohl, oberwärts etwas be- haart. Nebenblätter eiförmig- lanzettlich. Krone hell- rosa. Schlanker, sonst wie vorige Art. 30 — 45 cm. Auf Waldwiesen, Triften. Seltener, Juni — Aug. Zierlicher K., T. elegans Savi. B. Blüten sitzend oder sehr kurz gestielt. 1. Kelch nach dem Verblühen blasig aufgetrieben, netznervig, behaart. Köpfe kugelig, lang gestielt, am Grunde mit viel- teiliger Hülle. Stengel kriechend. Krone rosa. 7 — 20 cm. Wiesen, Triften, Ufer, gern auf Salzboden, Juni — Sept. Erdbeer -K,, T. fragiferum L. 2. Kelch aufsen kahl, nur die Zähne gewimpert. Krone purpurn, a. Stengel aufsteigend. Nebenblätter lanzettlich, spitz, ge- wimpert. Köpfe einzeln, kugelig, meist unbehüllt, Kelch lonervig. 15 — 45 cm. Lavibwälder, Gebüsche, trockene Wiesen. Verbreitet. Juni — Aug. Mittlerer K., T. medium L. igo Hülsenfrüchtler. b. Stengel aufrecht. Nebenblätter eiförmig bis lanzettlich, zu- gespitzt, kahl. Köpfe meist zu 2, länglich - "walzenförmig, am Grunde meist behüllt. Kelch 20 nervig. 30 — 60 cm. Bergige Laubwälder. Zerstreut. Juni, Juli. Purpur -K., T. rubens L. 3. Kelch aufen behaart, nach dem Verblühen nicht bauchig auf- geblasen. a. Köpfe kugelig, meist von Blättern umhüllt. aa. Krone gelblichweifs. Köpfe meist einzeln, zuletzt ei- förmig. Kelch lOnei'vig, abstehend-rauhhaarig. Neben- blätter lanzettlich-pfriemlich. 15 — 45 cm. "Waldwiesen, Gebüsche, Wegränder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Gelblichweifs er K., T. ochroleücum L. bb. Krone purpurn oder rosa, seltener weifs. Köpfe meist zu 2. Kelch 10 nervig, feinhaarig. Nebenblätter ei- förmig, plötzlich in eine Granne verschmälert. Blättchen eiförmig oder elliptisch. 15 — 30 cm. Wiesen, Triften, Gebüsche. Gemein. Auch allgemein gebaut. Mai — Sept. "Wiesen -K., T. pratense L. cc. Krone purpurn, seltener weifs. Köpfe meist zu 2. Kelch 20 nervig, wie die ganze Pflanze zottig. Nebenblätter lanzettlich-pfriemlich. Blättchen länglich-lanzettlich. 15 bis 45 cm. Trockene Waldplätze, Gebüsche, Wiesen. Ziemlich zerstreut. Juni — Aug. Gebirgs-K., T. alpestreL. b. Köpfe ei- bis walzenförmig. Pflanzen zottig. aa. Köpfe am Grunde von Blättern umhüllt. Nebenblätter aus eiförmigem Grunde pfriemlich. Blättchen verkehrt- eiförmig. Kelchzähne lanzettlich-pfriemlich, etwa so lang als die rosafarbene Krone. Kelchröhre zur Fruchtzeit bauchig. 7 — 30 cm. Trockene Hügel, Wegränder. Sehr zerstreut. Mai — Juli. Streifen -K., T. striätum L. bb. Köpfe am Grunde ohne Hülle. Nebenblätter eiförmig. Blättchen verkehrt -eiförmig. Kelchzähne lanzettlich- pfriemlich, kürzer als die Krone. Krone blutrot, seltener hellrosa. 15 — 30 cm. Hie und da gebaut und ver- wildert. Aus Südeuropa. Juni — Aug. Blut-K., T. incarnätum L. cc. Köpfe am Grunde ohne Hülle. Nebenblätter pfriemlich. Blättchen lineal- länglich. Kelchzähne borstenförmig, länger als die Krone. Krone weifslich, später rötlich. 15 — 30 cm. Sandige Äcker, Grasplätze. Gemein. Juni bis Okt. Hasen -K., T. arvense L. II. Wundkraut, Wundklee, Anthyllis. Stengel meist aufsteigend, mehrere. Blätter unpaarig -gefiedert, mit gröfseren Endblättchen, die untersten einfach, länglich, lang gestielt. Hülsenfrüchtler. 191 Blüten in kugeligen, mit einem fingerförmig geteilten Deckblatt ver- sehenen Köpfen. Kelch bauchig, filzig. Krone hellgoldgelb. 15 bis 30 cm. Trockene Wiesen, Hügel, Wegränder. Meist häufig. Mai — Aug. Echtes W., A. vulneräria L. 12. Schüchel, Hornklee, Lotus. 1. Köpfe meist 5 blutig. Kelchzähne vor dem Aufblühen zusammen- neigend. Kronblätter gelb, beim Aufblühen oft blutrot überlaufen. Schiffchen rechtwinkelig aufsteigend, plötzlich in den Schnabel zu- gespitzt. Frucht plötzlich zugespitzt. Blättchen breit -lanzettlich bis schief- oder verkehrt - eiförmig, kahl oder zerstreut behaart. Stengel kantig, nicht oder eng -röhrig, hart, aufsteigend oder niederliegend. 10 — 30 cm. Wiesen, Triften, Wegränder. Gemein. ]\Iai — Sept. Wiesen -Seh.., L. corniculatus L. 2. Köpfe meist 10 — 12 blutig. Kelchzähne vor dem Aufblühen zurück- gekrümmt. Krone gelb. Schiffchen bogenförmig, allmählich in den Schnabel zugespitzt. Frucht allmählich zugespitzt. Blättchen läng- lich-verkehrt-eiförmig, Stengel stielrund, meist weilr()hrig, weich, aufrecht oder aufsteigend. 20 — 40 cm. Feuchte Wiesen, Ufer, Gräben. Verbreitet. Juni, Juli. Sumpf- Seh., L. uliginosus Schkuhr. 13. Sparz, Tetragonölobus. 1. Krone hellgelb. Untere Blütenstiele 2 — 3 mal so lang als ihr Blatt. Flügel der Hülse eben, etwa ^'^mal so breit als diese. Blättchen keilig -verkehrt -eiförmig. Stengel niederliegend oder aufsteigend, am Grunde ästig. 8 — 30 cm. Feuchte Wiesen, Grasplätze, gern auf Salzboden. Sehr zerstreut. Mai, Juni. (C. siliquosus L.) Gelber Sp., T. siliquosus Roth. 2. Krone scharlachrot. Untere Blütenstiele so lang als ihr Blatt. Flügel der Hülse wellig, so breit als diese. Stengel meist aufrecht. Rauh- haarig. 15 — 30 cm. Als Zierpflanze, seltener als Gemüsepflanze angepflanzt. Aus Südeuropa. Juli, Aug. Purpurroter Sp., T. purpüreus Moench. 14. Galei, Geisraute, Galega. Stengel aufrecht. Blättchen 9 — 17, länglich -lanzettlich, stachelspitzig, kahl. Nebenblätter halb - pf eilförmig. Blütentrauben länger als das Blatt. Kione lila oder weifs. 60 — 120 cm. Sumpfige Wiesen^ Ufer im südöstlichen Deutschland. Nicht selten angepflanzt und verwildert. Juni — Aug. Heil-G., G. officinäHs L. 15. Robinie, Robinia. Nebenblätter zu starken Stacheln umgebildet. Blütentrauben hängend. Blüten weifs, sehr wohlriechend. Eine häufig angepflanzte, aber fast nie blühende Form ist die Kugelrobinie. Bekannter Zierbaum aus Nordamerika. Hie und da verwildert. Mai, Juni. Weifse E,, R. pseudacäcia L. 192 Hülsenfrüchtler. 16. Blasenstrauch, Colütea. Blättchen meist 1 1 , verkehrt - eiförmig bis elliptisch, meist ausgerandet, deutlich geädert. Traube 3 — 6 blutig. Hülse an der Spitze geschlossen. Krone hochgelb, Fahne mit einem braunen Fleck. 2,5—4 ™- Buschige Hügel in Süddeutschland. Häufiger Zierstrauch. Juni bis Aug. Deutscher B., C. arborescens L. 17. Erbsenstrauch, Caragäna. Blättchen 4 — 6 paarig, elliptisch, stachelspitzig. Nebenblätter oft hart, etwas stechend. Blüten doldig. Krone goldgelb. 2,5 — 4,5 m. Häufiger Zierstrauch aus Sibirien. JNIai. Grofser E., C. arborescens Lmk. 18. Tragant, Asträgalus. A. Stengel unentwickelt (Blätter und Blütenstände daher unmittelbar über dem Boden), dicht -abstehend -behaart. Blättchen eiförmig. Nebenblätter bis zur Hälfte mit dem Blattstiel verwachsen. Blüten- stände viel kürzer als die Blätter. Hülsen eiförmig, abstehend -be- haart. Krone schwefelgelb. 2 — 7 cm. Sonnige Hügel, Weinberge in Thüringen, Böhmen. ]\Iai, Juni. Stengelloser T., A. excäpus L. B. Stengel verlängert. Nebenblätter frei, oder nur am Grunde mit dem Blattstiel ver^vachsen. 1. Krone gelb oder gelblich, a. Stengel ausgebreitet, anliegend - behaart. Blättchen 17 — 25, elliptisch bis länglich. Obere Nebenblätter zusammengewachsen. Hülsen nmdlich, aufgeblasen, rauhhaarig. Krone hellgelb. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Wegränder. Zerstreut. Juni bis Aug. Kücher-T., A. cicer L. b. Stengel niederliegend, fast kahl. Blättchen 11 — 13, elliptisch oder eiförmig, grofs. Untere Nebenblätter zusammengewachsen. Hülsen lineal, etwas gebogen, kahl. Krone grünlichgelb. 60 bis 120 cm. Gebüsche, Hügel, Wegränder. Häufig. Juni bis Aug. Süfsholzblättriger T., A. glycyphy^llos L. 2. Krone rötlich oder blau. Stengel ausgebreitet. a, Flügel 2 spaltig. Hülsen im Kelch sitzend, hängend. Stengel nebst den Blättern angedrückt -fein -behaart. Blättchen 15 bis 21, lineal. Trauben verlängert, lo — 16 blutig. Klrone klein, lila, nach dem Grunde gelbhchweifs. 15 — 30 cm. Sonnige Hügel, Raine in Böhmen, Mähren, Unterösterreich. Juni, Juli. Österreichischer T., A. Austriacus Jacq. b. Flügel ungeteilt. Hülsen im Kelch gestielt. aa. Stengel anliegend -behaart. Blättchen 17 — 23, lanzettlich. Blütentrauben dicht, länger als das Blatt. Krone violett. 7 — 20 cm. Trockene Wiesen, AVegränder. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Dänischer T., A. Dänicus Retz. Hülsenfrüchtler. 193 bb. Stengel von angedrückten Haaren grau. Blättclien 7 — 9, lineal. Blütentrauben locker, wenigblütig, etwa so lang als das Blatt. Krone hellpurpurn. 15 — 30 cm. Sandige Hügel, Triften, Kiefernwälder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Sand-T., A. arenarius L. 19. Fahnvvicke, Oxytropis. Dicht behaart. Blättchen länglich bis lineal. Nebenblätter frei. Blüten- trauben länger als das Blatt. Hülsen aufrecht, lineal. Krone hell- gelb. 15 — 30 cm. Sonnige Hügel, Abhänge. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Behaarte F., O. pilösa DC. 20, Vogfelfufs, Ornithopus. 1. Stengel niederliegend. Blättchen 15 — 25, elliptisch bis länglich. Kelchröhre 3 mal so lang als die eiförmigen Kelchzähne. Krone klein, weifslich, Schiffchen gelblich, Fahne rot gestreift. 5 — 30 cm. Sandige Felder, Nadelwälder. Zerstreut. Mai — ^Juli. Kleiner V,, O. perpusillus L. 2. Stengel meist aufsteigend. Kelchröhre wenig länger als die pfriem- lichen Kelchzähne. Krone rosa, gröfser als bei voriger Art. 30 bis 60 cm. Auf Sandboden hie und da gebaut. Im südwestlichen Europa einheimisch. Juni — Aug. Grofser V., Serradella, O. sativus Brot. 21. Krönicin, Kronwicke, Coronilla. 1. Krone weifs und rosa (Fahne rosa, Flügel weifs, Schiffchen weifs mit purpurnem Schnabel). Stengel krautig, liegend, oder aufsteigend. LKiltchen 11 — 21. Nebenblätter getrennt. Dolden 10 — 2oblütig. 30 — 80 cm. Wegränder, Raine, Gebüsche. Verbreitet. Juni bis Sept. Buntes K., C. väria L. 2. Krone gelb. a. Stengel holzig (strauchartig). Blättchen 5 — 9. Nägel der Kron- blätter 3 mal so lang als der Kelch. Stengel aufrecht. Neben- blätter getrennt. Dolden meist 3 blutig, Krone gelb. 80 bis 150 cm. Gebüsche, Waldränder der Alpen und Voralpen. Auch Zierstrauch. Mai — Juli. Strauch -K., C. emenis L. b. Stengel krautig oder nur unten holzig. Blättchen 7 — 13. Nägel der Kronblätter so lang als der Kelch, aa. Stengel liegend, unten holzig. Unterstes Blättchenpaar vom Gn.inde des Blattstiels entfernt. Nebenblätter grofs, scheidig, zusammengewachsen. Dolden 6 — 10 blutig. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel, Triften. Selten. Mai — ^Juli. Scheiden -K., C. vaginalis Lmk. Schmidlin -Wünsche , Anleitung. 4. Auflage. 13 ig^ Hülsenfrüclitlei'. bb. Stengel aufrecht, krautig. Unterstes Blättclienpaar am Grunde des Blattstiels befindlich. Nebenblätter klein, untere zusammen- gewachsen, obere getrennt. Dolden 15 — 2oblütig. 30 — 45 cm. Auf Kalkboden in Bergwäldern Mittel- und Süddeutschlands, Juni, Juli. Berg-K., C. montäna Scop. 22. Hufeisenklee, Hippocrepis. Stengel liegend oder aufsteigend. Blättchen 11 — 15, länglich. Dolde 4 — 8 blutig. Hülsen gebogen. Krone gelb. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel , meist auf Kalk. Mittel- und Süddeutschland. Zerstreut. Mai — Juli. Behaarter H., H. comösa L. 23. Esparsette, Onobrychis. Stengel aufsteigend. Blättchen 13 — 25, lineal- länglich. Kelchzähne doppelt so lang als die Kelchröhre. Krone rosa. 30 — 60 cm. Kalkige Hügel und BergAviesen in Mittel- und Süddeutschland. Häufig ge- baut. Mai — ^Juli. Wicken -E., O. viciaefolia Scop. 24. Wicke, Vicia. I. Blüten in sehr kurzgestielten Trauben oder einzeln oder zu zwei auf kurzen Stielen in den Blattachseln. A. Blätter 2 — 3 paarig, ohne Wickelranke. 1. Stengel niederliegend oder aufsteigend. Untere Blättchen ver- kehrt-herzförmig, obere länglich -keilfönnig. Blüten klein, einzeln, blattachselständig. Krone hellviolett. 7 — 20 cm. Hügel, Triften, Raine. April — Juni. Platterbsen -W., V. lathyroides L. 2. Stengel aufrecht, kantig, röhrig. Blättchen grofs, elliptisch, eiförmig oder länglich. Blüten in 2 — 4 blutigen Trauben. Krone weifs, die Flügel mit schwarzem Fleck. 50 — 100 cm. Hie und da gebaut. Aus Asien. Mai — Juli. Bohnen -W., V. faba L. B. Blätter 4 — 8 paarig, mit meist geteilter Wickelranke endigend. 1. Blüten in 3 — 5 blutigen Trauben. Kelchzähne ungleich. Hülse bei der Reife kahl. Blättchen eiförmig bis länglich, gewjmpert. Krone schmutzig -lila, seltener fast weifs. 60 bis 80 cm. Gebüsche, Hecken, Wiesen. Gemein. Mai — Aug. Zaun-W., V. sepium L. 2. Blüten einzeln oder zu 2 in den Blattachseln. a. Krone hellgelb. Kelchzähne ungleich, die 2 oberen kürzer. Hülsen rauhhaarig, die Haare auf starken Knötchen sitzend. Blättchen lineal und länglich, stumpf. 30 — 60 cm. Unter der Saat am Mittehhein, in der Wetterau, in Nieder- österreich, Oberbayern. Juni, Juli. Gelbe W., V, lutea L. Hülsenfrüchtler. 195 b. Krone bläulich oder purpurn. Kelchzähne ziemlich gleich. aa. Fahne bläulich, Flügel purpurn. Hülse aufrecht, kurz- haarig, gelblichbraun oder braun. Blättchen verkehrt- eiförmig-länglich, ausgerandet oder gestutzt, stachel- spitzig. 30 — 80 cm. Überall gebaut. Aus Südeuropa? Mai— Juli. Futter- W., V. sativa L. bb. Fahne und Flügel purpurn. Hülse abstehend, bei der Reife kahl und schwarz. Untere Blättchen verkehrt- eiförmig, ausgerandet, obere lineal - lanzettlich bis lineal, abgestutzt oder stumpf, oft auch spitz. 15 — 60 cm. Äcker, Grasplätze, trockene Wälder. Häufig. ISIai bis Juli. Schmalblättrige W., V. angustifölia All. n. Blüten in langgestielten , zuweilen wenig- oder i blutigen Trauben. A. Trauben i — 6 blutig. Blüten klein, blafs oder weifslich. 1. Blättchen 8 — I2paarig, meist lopaarig, länglich, gestutzt, stachelspitzig. Blattstiele in eine Stachelspitze endigend, Nebenblätter gleich, halbpfeilfömiig. Traube meist 2 blutig. Hülsen rosenkranzförmig eingeschnürt. Krone weifslichrosa. 30 — 60 cm. Unter der Saat in den Rheingegenden. Selten gebaut. Juni, Juli. Linsen -W., V. ers-ilia Willd. 2. Blättchen 3 — 8 paarig, lineal. a. Nebenblätter ungleich, eins lineal, ungeteilt, das andere fufsförmig- geteilt, gestielt. Blättchen 5 — 7 paarig, lineal, meist gestutzt. Traiibe i blutig. Kelchzähne länger als die Kelchröhre. Hülse 2 — 4 sämig, kahl. 30 — 60 cm. Auf bebautem Boden in den Rheingegenden. Auch gebaut und verwildert. Juni — Aug. Einblütige W., V, monantha Koch. b. Nebenblätter gleich, halbpfeilförmig. aa. Blättchen 4 — 8-, meist 6 paarig, vorn gestutzt. Traube 3 — 6 blutig. Kelchzähne so lang als die Kelchröhre. Hülse 2 sämig, behaart. Krone bläulichweifs. 30 bis 100 cm. Äcker, Gebüsche, sandige Ufer. Häufig. Juni — Aug. Behaarte "W., V. hirsüta Koch, bb. Blättchen 3 — 4 paarig, stumpf oder spitzlich. Traube I — 3 blutig. Kelchzähne kürzer als die Kelchiöhre. Hülse meist 4 sämig, kahl. Krone blafsviolett, 30 bis 60 cm. Äcker, Wiesen, Gebüsche. Verbreitet. Juni, Juli. Viersamige W., V. tetrasperma Moench. cc. Blättchen 2 — 4 paarig, spitzlich. Traube i — 3 blutig. Blüten gröfser als bei voriger Art. Hülse meist 6 sämig, kahl. Krone blafsviolett mit dunkleren Adern. 15 — 30 cm. Äcker, Hügel in den Rhein- und Main- gegenden, in Thüringen, Juni, Juli. Zierliehe W., V. gracills Loisl. 13=*= 196 Hülsenfrüchtler. B. Trauben vielblütig. Blüten mäfsig grofs. 1. Blätter eiförmig bis länglich. a. Blättchen 3 — 5 paarig. Nebenblätter gezähnt, aa. Unterstes Paar der Blättchen dem Stengel angedrückt, die halbpfeilförmigen, gezähnten Nebenblätter verdeckend. Traube kürzer als das Blatt. Krone hellgelb, i bis 2 m. Buschige Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juni bis Aug. Erbsen -W., V. pisiformis L. bb. Unterstes Paar der Blättchen von dem Stengel entfernt. Nebenblätter halbmondförmig, buchtig - gezähnt. Traube etwa so lang als das Blatt. Krone purpurn, später schmutziggelb, i — 2 m. Gebüsche, Laubwälder. Zer- streut. Juni — Aug. Hecken -"W"., V. dumetörum L. b. Blättchen 6 — 12 paarig. aa. Nebenblätter halbmondförmig, 7 — 10 spaltig. Blättchen 6 — 9 paarig. Traube länger als das Blatt. Hülsen länglich. Krone weifslich, blau oder violett gestreift. I — 2 m. Bergige Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. Juni — Aug. Wald-W., V. silvätica L. bb. Nebenblätter halbpf eilf örmig , ganzrandig. Blättchen 9 — 12 paarig. Traube kürzer als das Blatt. Hülsen fast rautenförmig. Krone purpurnviolett. 30 — 60 cm. Trockene Wälder, Hügel, Gebüsche. Zerstreut. Juni, Juli. Kassubische W., V. Cassübica L. 2, Blättchen lineal oder lanzettlich, 6 — 12 paarig. Nebenblätter halspiefsförmig, ganzrandig. Traube länger als das Blatt. a. Platte der Fahne halb so lang als ihr Nagel. Blättchen meist 8 paarig. Stiel der Hülse länger als die Kelchröhre. Pflanze zottig oder spärlich behaart und der Stengel nur oberwärts ästig. Krone blauviolett. 30 — 120 cm. Unter der Saat. Zerstreut. Juni — Aug. Zottige "W"., V. villösa Roth, b. Platte der Fahne so lang oder länger als ihr Nagel. Blätt- chen meist 10 paarig. aa. Platte der Fahne etwa so lang als ihr Nagel. Stiel der Hülse kürzer als die Kelchröhre. Blättchen mit bogigen Seitenrändern. Stengel weichhaarig. Krone blauviolett. 30 — 120 cm. Wiesen, Gebüsche, Äcker. Häufig. Juni — Aug. Vogel -W., V. cracca L. bb. Platte der Fahne doppelt so lang als ihr Nagel. Stiel der Hülse so lang als die Kelchröhre. Blättchen mit oft fast geraden Seitenrändern. Stengel meist kahl. Krone hellblau. 30 — 150 cm. Hügel, Gebüsche, Berg- wiesen. Zerstreut. Juni, Juli. Feinblättrige W., V. tenuif61ia Roth. Hülsenfrüchtler. igy 25. Linse, Lens, Stengel nebst den Blättern behaart. Blättchen meist 6 paarig, länglich, gestutzt. Nebenblätter lanzettlich, meist ganzrandig. Hülse 2 sämig, Krone bläulichweifs. 15 — 30 cm. Gebaut. Südeuropa. Juni, Juli. Efsbare L., L. esculenta Moench. 26. Platterbsc, Kicher, Lathyrus. I. Blattstiele ohne Blätter. A. Blattstiele meist rankenförmig, nur die untersten Blättchen tragend. Nebenblätter sehr grofs, eifönnig, am Grunde spiefsförmig. Traube I blutig. Krone gelb. 15 — 30 cm. Unter der Saat. In Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. Juni, Juli. Ranken -P., L. äphaca L. B. Blattstiele blattförmig, lineal - lanzettlich, rankenlos. Nebenblätter sehr klein, pfriemlich, am Gnmde halbspiefsfömiig. Traube i- oder 2 blutig. Krone purpurn. 30 — 45 cm. Äcker, Wiesenränder. Zerstreut und selten. Mai — ^Juli. Blattlose P., L. Nissoha L. IL Blattstiele Blättchen tragend. A. Blätter ohne Wickelranke. Stengel aufrecht. 1. Stengel deutlich geflügelt. Blättchen 2—3 paarig, unterseits blaugrün , glanzlos. Wurzelstock an den Gelenken knollig. Krone hellpurpurn, endlich trübblau. 15 — 30 cm. Lichte Wälder, buschige Hügel, trockene Wiesen. Verbreitet. April bis Juni, einzeln bis Aug. Berg-P., L. montänus Beruh. 2. Stengel ungeflügelt oder nur oberwärts sehr schmal geflügelt. a. Blättchen 2 — 4 paarig, unterseits grasgrün, glänzend. Krone purpurn, später blau, zuletzt blaugrün. 30 — 45 cm. Schattige, feuchte LaubM'älder, Gebüsche. Ziemlich häufig. April, Mai. Frühlings - P., L. vernus Beruh. b. Blättchen meist 6 paarig, unterseits blaugrün, glanzlos. Krone purpurn. Ganze Pflanze getrocknet schwärzlich werdend. 30 — 80 cm. Lichte Laubwälder, Gebüsche. Verbreitet. Juni, Juli. Schwarze P., L. niger Beruh. B. Blätter mit Wickelranken. Stengel kletternd. I. Stengel ungeflügelt, kantig. Traube vielblütig. a. Blättchen 4 paarig, elliptisch , stumpf. Nebenblätter pfeil- förmig, mit spitzen Ölirchen. Fahne purpurn, Flügel und Schiffchen bleichblau oder lila. 30 — 100 cm. Am See- strande von Mecklenburg bis Ostpreufsen. Zerstreut. Juli, Aug. Strand -P., L. maritimus Bigl. b. Blättchen i paarig. aa. Blüten dunkelrosenrot, wohlriechend. Blättchen länglich, stumpflich. Nebenblätter lineal. Stengel kahl. Wurzel- igS Hülsenfrüchtler. stock fadenförmig, an den Gelenken mit haselnufsgrofsen Knollen. 30 — 100 cm. Äcker, Raine. Ziemlich ver- breitet. Juli, Aug. Knollige P., L. tuberösus L. bb. Blüten gelb, geruchlos. Blättchen länglich - lanzettlich, spitz. Nebenblätter breit -lanzettlich. Stengel weich- haarig. Wurzelstock ohne Knollen. 30 — 80 cm. Wiesen, Hecken, Gebüsche. Gemein. Juni — Aug. Wiesen -P., L. pratensis L. 2. Stengel deutlich geflügelt. Traube i — 3 blutig. Blättchen I paarig, lineal- lanzettlich. a. Pflanze kahl. Traube i (selten 2) blutig. Hülse am oberen Rande auswärts gekrümmt, 2 flügelig. Samen kantig, glatt. Krone weifs, selten rötlich oder bläulich. 15 — 45 cm. Stellenweise gebaut. Aus Südeuropa. ]SIai, Juni. Saat-P., L. sativus L. b. Pflanze rauhhaarig. Traube 2 blutig. Hülse lineal-länglich, zusammengedrückt. Samen kugelig, runzelig. Krone erst violett, dann blau. 30 — 100 cm. Unter der Saat in Mittel- und Süddeutschland. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Rauhhaarige P., L. hirsütus L. 3. Stengel deutlich geflügelt. Traube mehrblütig. a. Blättchen i paarig. aa. Traube etwas länger als das Blatt. Fahne rosa, aufsen grünlich, Flügel purpurn, Schiff"chen grünlich. Blättchen lanzettlich, seltener länglich. Flügel der Blattstiele schmäler als die des Stengels, seltener fast so breit. 80 — 150 cm. Laubwälder, Gebüsche. Häufig. Juli, Aug. Wald-P., L. silvestris L. bb. Traube mehrmal länger als das Blatt. Krone rosa. Blättchen elliptisch bis lanzetthch. Flügel der Blatt- stiele so breit als die des Stengels. 80 — 150 cm. Waldwiesen, buschige Hügel in Süddeutschland. Häufig angepflanzt. Juli, Aug. Breitblättrige P., L. latifölius L. b. Blättchen, wenigstens die der oberen Blätter, 2 — 3 paarig, aa, Blattstiele geflügelt. Obere Blättchen 2 — 3 paarig, untere I paarig. Trauben viclblütig. Krone purpurrot. 60 bis 100 cm. Gebirgswälder , Gebüsche in Nord- und ISIitteldeutschland. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Verschiedenblättrige P., L. heterophyllus L. bb. Blattstiele ungeflügelt. Blättchen 2 — 3 paarig. Traube 4 — 5 blutig. Krone schmutzigblau. 30 — lOO cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juni — Aug. Sumpf- P., L. palustris L. Storchschnabelgewächse. igg 27. Erbse, Pisum. 1. Blättchen ganzrandig, am Rande wellig. Blütentraube meist 2 blutig. Samen kugelig, gleichfarbig. Krone meist weifs, seltener die Fahne rosenrot. 30 — -loo cm. Überall gebaut. Vaterland unbekannt. Mai bis Juli. Saat-E., P. sativum L. 2. Blättchen fein gekerbt. Traube oft i blutig. Samen eingedrückt- kantig, braun und graugrün gescheckt. Fahne bläulich, Flügel purpurn, Schiffchen weifs. 30 — 100 cm. Seltener gebaut, aber einzeln unter voriger Art. Vaterland unbekannt. Mai — ^Juli. Acker -E., P. arvense L. 28. Bohne, Phaseolus. 1, Stengel stets windend, Traube vielblütig, länger als das Blatt. Hülsen rauh. Krone scharlachrot, seltener weifs. 2 — 3 m. Häufig gebaut. Aus Südamerika. Juni — Sept. Feuer -B., Ph. multiflorus Lmk. 2. Stengel meist windend. Traube wenigblütig, kürzer als das Blatt. Hülse glatt. Krone meist weifs. 30 — 300 cm oder (Zwergbohne) 30 — 60 cm und nicht oder kaum windend. Häufig gebaut. Aus Ostindien. Juni — Sept. Schnitt -B„ Ph. vulgaris L. 31. Familie. Storclischnabelgewäclise, Geraniaceen. I. Staubgefäfse 10, alle mit Staubbeutel. Griffel innen kahl, bei der Reife sich bogenförmig aufwärts ablösend. Storchschnabel 199. IL Staubgefäfse 10, davon 5 ohne Staubbeutel. Griffel innen behaart, bei der Reife sich am Grunde schraubenförmig zusammendrehend. Reiherschnabel 201. I. Storchschnabel, Geranium. XVI. I. Kronblätter ungeteilt, oder nur seicht ausgerandet. A. Kelchblätter aufrecht, zur Fruchtzeit zusammenneigend. Kron- blätter länger als der Kelch. Stengel meist rot. 1. Stengel nebst den Blättern fast ganz kahl und glänzend. Blätter handförmig - geteilt , mit eingeschnitten - gekerbten Zipfeln. Kelchblätter querrunzelig, stachelspitzig. Platte der Kronblätter kürzer als ihr Nagel. Krone rosa. 15 — 30 cm. Felsen, steinige Orte, Gebirgswälder in jSIitteldeutschland. Mai — Aug. Glänzender St., G. lucidum L. 2. Stengel abstehend -drüsig -behaart. Blätter 3 — 5 zählig, mit gestielten, doppelt-fiederspaltigen Blättchen. Kelchblätter glatt, begrannt. Platte der Kronblätter so lang als ihr Nagel. Krone rosa, selten weifs. Von widrigem Geruch. 20— 40 cm. Feuchte schattige Orte, Mauern, Zäune. Häufig. Mai — Herbst. Ruprechts- St., G. Robertiänum L. 200 Storchschnabelgewächse. B. Kelchblätter ausgebreitet. 1. Kronblätter klein, wenig länger als der Kelch, rosa. Stengel ausgebreitet -ästig, weichhaarig. Blattzipfel verkehrt - eiförmig, vorn eingeschnitten. Kelchblätter stachelspitzig. Kronblätter länglich - keilförmig , kahl. Früchte abstehend behaart. 15 bis 30 cm. Äcker, Weinberge. Selten und oft unbeständig. Juni — Okt. Riindblättriger St., G. rotundifölivun L. 2. Kronblätter weit länger als der Kelch, rot oder braun. Stengel oberwärts drüsenlos - behaart. a. Kronblätter dunkel -rotbraun, rundlich - verkehrt - eiförmig. Blütenstiele stets aufrecht. Stengel zerstreut - rauhhaarig, oberwärts aufserdem, wie die Blütenstiele, weichhaarig. 30 bis 60 cm. Gebirgswälder, Gebüsche, Grasplätze. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Brauner St., G. phseum L. b. Kronblätter purpurn, verkehrt -eiförmig. Blütenstiele nach dem Verblühen abwärts gebogen. Stengel oberw^ärts nebst den Blütenstielen mit rückwärts gerichteten Haaren besetzt. 30 — 100 cm. Sumpfige Wiesen, Gebüsche, Ufer. Ver- breitet. Juni — Sept. Sunipf-St., G. palüstre L. 3. Kronblätler weit länger als der Kelch, blau oder violett. Stengel obenvärts nebst den Blütenstielen drüsig- behaart. a. Krone blau. Staubfäden aus eiförmigem Grunde plötzlich verschmälert. Blütenstiele nach dem Verblühen abwärts gebogen, später oft wieder aufrecht. Blätter 7 teilig, mit fast fiederspaltigen Zipfeln. 20 — 80 cm. Wiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juni — Aug. Wiesen -St., G. pratense L. b. Krone violett. Staubfäden lanzettlich, allmählich ver- schmälert. Blütenstiele stets aufrecht. Blätter 7 spaltig, mit eingeschnitten -gesägten Zipfeln. 15 — 60 cm. Bergige Laub- wälder. Sehr zerstreut. Mai — Juli. Wald- St., G. silväticum L. II. Kronblätter deutlich ausgerandet oder 2 spaltig. A. Blätter bis auf den Grund oder fast bis auf den Gnmd geteilt. Kelchblätter lang begrannt. 1. Blütenstände i blutig. Kronblätter grofs, 20 mm lang. Stengel nebst den Blütenstielen abstehend behaart. Kronblätter weit länger als der Kelch, blutrot. 15 — 45 cm. Sonnige Hügel und Abhänge, trockene Wiesen. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Blutroter St., G. sanguineum L. 2. Blütenstände 2 blutig. Kronblätter 5 — 10 nun lang. a. Stengel abstehend-behaart. Blütenstände kurz, so lang oder kürzer als ihr Stützblatt. Früchtchen abstehend drüsen- haarig. Krone so lang als der Kelch, karminrot. 15 — 30 cm. Äcker, Wegränder, .Schutt. Meist häufig. Mai — Okt. Schlitzblättriger St., G. dissectum L. Sauergewächse. . 20I b. Stengel angedrückt - behaart. Blütenstände sehr lang, ihre Stützblätter überragend. Früchtchen kahl oder drüsenlos- weichhaarig. Krone etwas länger als der Kelch, hell-purpur- rot. 30 — 60 cm. Gebüsche, Hügel, steinige Orte. Nicht selten. Juni— Sept. Tauben -St., G. columbinum L. B. Blätter nicht oder kaum über die Hälfte gespalten. 1. Blätter im Umrifs eckig. Kelchblätter mäfsig lang begrannt. Stengel schlaff, ausgebreitet -ästig, mit längeren abstehenden Haaren und kurzen Drüsenhaaren. Blattzipfel fast rauten- förmig, zur Spitze vorgezogen. Kronblätter rosa, kahl. 30 bis 60 cm. Steinige Orte, Hecken, Gebüsche. Juni — Aug. Ausgebreiteter St., G. divaricätum Ehrh. 2. Blätter im Umrifs rundlich. Kelchblätter kurz -stachelspitzig. a. Krone etwa doppelt so lang als der Kelch, 8 — 10 mm lang. Stengel aufrecht, weichhaarig und zottig. Blätter meist gegenständig. Blattzipfel keilförmig-verkehrt-eiförmig, vorn kerbig. Krone violettrot, seltener weifs. 30 — 45 cm. Gras- plätze. In Mittel- und Süddeutschland. Juni — Aug. Pyrenäischer St., G. Pyrenäicum L. b. Krone wenig länger als der Kelch. aa. Stengel weichhaarig. Blattzipfel keilförmig - länglich, vorn meist eingeschnitten-gekerbt. Früchtchen glatt, an- gedrückt-behaart. Krone klein, lila. 15 — 45 cm. Zäune, Schutt, Wegränder. Gemein. Mai — Okt. Kleiner St., G. pusillum L. bb. Stengel weichhaarig und von längeren Haaren zottig. Zipfel der unteren Blätter länglich, vorn eingeschnitten, die der oberen lanzettlich. Früchtchen querrunzelig, kahl. Krone rosa. 15 — 30 cm. Grasplätze, Wegränder, Zäune. Meist häufig. Mai — Okt. "Weicher St., G. molle L. 2. Reiherschnabel, Erödium. xvi. Stengel ausgebreitet, rauhhaarig. Blätter gefiedert. Blättchen fieder- spaltig, mit eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Kelchblätter begrannt. Kronblätter purpurn, gefleckt oder ungefleckt, 8 — 30 cm. Bebauter Boden, Wegränder. Häufig. April — Okt. Schierlingsblättriger R., E. cicutarium L'Herit. 32. Familie. Sauergewächse, Oxalideen. I. Sauer, Sauerklee, Oxalis. x. I. Krone weifs oder rötlichweifs, rot geädert, mit gelben Plecken am Grunde. Stengel nicht beblättert, nur mit 2 Deckblättern, i blutig, länger als die Blätter. 5 — 12 cm. Gebüsche, schattige Laubwälder. Häufig. April, Mai. Hain-S., O. acetosella L. 202 Tropaeolumgewächse. Leingewächse. 2. Krone hellgelb. Blütenstände 2 — 5 blutig. Stengel beblättert. a. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Blattstiele am Grunde ohne Nebenblättchen. Kronblätter abgerundet. 10 — 30 cm. Auf be- bautem Boden, Schutt. Meist häufig: Juni — Okt. Steifer S., O. stricta L. b. Stengel niedergestreckt, am Grunde wurzelnd. Blattstiele am Grunde mit 2 kleinen, angewachsenen Nebenblättchen. Kronblätter ausgerandet. 10 — 30 cm. Auf bebautem Boden. Sehr zerstreut. In Südeuropa einheimisch. Mai — Okt. Gehörnter S., O. corniculata L. 33-. Familie. Tropaeoluillgewächse, Tropaeolaceen. I. Tropaeolum, Tropaeolum. VIII. Blätter fast kreisförmig, ausgcsch^ cift, langgestielt. Kronblätter stumpf, die 3 vorderen am Grunde gefranst, orange mit feuerroten Streifen, grofs. 1,5 — 3 m. Bekannte Zierpflanze aus Peru. Juni — Okt. Grofses T., Kapuzinerkresse, T. majus L. 34. Familie. Leillgewäclise, Lineen. I. Kelch 5 blättrig, mit ungeteilten Blättern. Kronblätter 5. Staub- blätter 5. Lein 202. n. Kelch 4 teilig, die Zipfel 2 — 3 spaltig. Kronblätter 4. Staubblätter 4. Haarkraut 203. I. Lein, Flachs, Linum. v. 1. Blätter gegenständig. Untere Blätter verkehrt - eiförmig, obere lan- zettlich. Stengel fadenförmig, oberwärts gabelästig. Kelchblätter elliptisch, drüsig - gewimpert. Krone klein, weifs, am Grunde gelb. 7 — 20 cm. Wiesen, Triften, AValdränder. Verbreitet. Juni — Aug. Purgier -L., L. carthärticum L. 2. Blätter wechselständig. a. Kelchblätter am Rande drüsig - gewimpert. aa. Stengel und Blätter von weit abstehenden Haaren zottig. Blätter lanzettlich, zugespitzt. Kelchblätter lanzettlich. Krone hellrosenrot. 30 — 60 cm. Triften, Heiden. In Bayern. Juni, Juli. Klebriger L., L. viscösum L. bb. Stengel kahl. Blätter lineal, am Rande wimperig-rauh. Kelch- blätter elliptisch, an der Spitze pfriemlich. Krone hellrötlich. 15 — 30 cm. Trockene Hügel, Kalkberge in Süddeutschland. Juni, Juli. Zarter L., L. tenuifölium L. b. Kelchblätter am Rande drüsenlos, eiförmig. Blätter lineal -lan- zettlich. Raiitengewächse. Simarubagewächse. 20X aa. Stengel zahlreich. Kelchblätter unbewimpert, kürzer als die Kapsel, die inneren sehr stumpf. Krone hellblau. 50 — 80 cm.- Sonnige Hügel, sandige Waldstellen in Süddeutschland. Juli, Aug. Ausdauernder L., L. perenne L. bb. Stengel einzeln. Kelchblätter fein gewimpert, zugespitzt, fast so lang als die Kapsel. Krone himmelblau, seltener weifs. , 30 — 60 cm. Auf Äckern gebaut. Aus Südeuropa? Juni, Juli. Gebauter L., L. usitatissimum L. 2. Haarkraut, Radiola. iv. Stengel fadenförmig, gabelteilig-vielästig. Blätter gegenständig, eiförmig bis länglich. Blüten sehr klein. Krone weifs. 2 — 5 cm. Feuchter Sand- und Moorboden, Äcker. Zerstreut. Juli, Aug. Zwerg -H., R. multiflöra Aschs. 35. Familie. Rauteilgewäclise, Rutaceen. I. Kelch 4 teilig, bleibend. Kronblätter 4, gleich. Staubblätter aufrecht. Raute 203. II. Kelch 5 teilig, abfallend. Kronblätter 5, etwas ungleich. Staubblätter abwärts geneigt. Diptam 203. I. Raute, Ruta. vm. Pflanze kahl, graugrün. Blätter abnehmend-doppelt- bis 3 fach-gefiedert. Blättchen länglich, die endständigen verkehrt -eiförmig. Blüten trtig- doldig, gelb. Von starkem Geruch. 30 — 80 cm. In Gärten hie und da angebaut. Stammt aus Südeuropa. Juni — Aug. Garten -R., R. graveolens L. 2. Diptam, Dictämnus. x. Stengel besonders oberwärts kurzhaarig und drüsig. Blätter unpaarig- gefiedert. Blättchen länglich, klein -gesägt, durchscheinend - punktiert, Blüten in Trauben, grofs, rosa, mit dunkleren Adern. Von starkem Geruch. 60 — 120 cm. Sonnige Hügel, Gebüsche, BergAvälder in Süd- und Mitteldeutschland. Auch häufige Gartenzierpflanze. Mai bis JuU. Eschen -D., D. albus L. 36. Familie. Silliarillba^ewäehse, Simambaceen. I. Götterbaum, Ailäntus. m. Blätter unpaarig-gefiedert, sehr grofs. Blättchen gestielt, aus seicht-herz- förmigem Grunde eiförmig bis länglich - lanzettlich , zugespitzt, am Grunde grobgezähnt, mit einer Drüse an jedem Zahn. Blüten in Rispen, gelblich weifs, von eigentümlichem, holunderartigem Geruch. 204 Ramseigewächse. Von Rhus typhina L. durch die fast kahlen Blattstiele und Blüten- stände leicht zu unterscheiden. 8 — 12 m. Zierbaum aus China. Juni, Juli. Drüsiger G., A. glandulösa Desf. 37. Familie, ßamsclgewäclise, Polygalaceen. I. Ramsel, Kreiizblümchen, Polygala. xvn. A. Blüten gelb, zuweilen mehr oder weniger rötlich überlaufen, einzeln oder zu 2 in den Blattachseln. Vorderes Kronblatt 4 lappig. Blätter länglich - lanzettlich oder elliptisch, stachelspitzig, lederartig, immer- grün. Stengel holzig, ästig, aufsteigend. 10 — 20 cm. Gebirgswälder, steinige Abhänge, Heiden besonders in Süddeutschland. April — ^Juni. Buchsbaum-R,, P. chamsebuxus L. B. Blüten blau, rot oder weifs, in Trauben. Vorderes Kronblatt mit vielteiligem Anhängsel. Blätter sommergrün. 1. Seitennerven der 3nervigen, flügelartigen Kelchblätter an der Spitze nicht mit dem mittleren verbunden, wenig verästelt. Flügelartige Kelchblätter fast so breit und oft länger als die Kapsel. Traube vielblütig. Blüten meist etwa 10 mm lang, violettblau, seltener purpurn, rosa oder weifs. Untere Blätter viel gröfser als die übrigen, verkehrt - eiförmig oder spatelig, rosettig, die oberen länglich - keilförmig. Meist von bitterem Geschmach. 6 — 15 cm. Mäfsig feuchte Wiesen, Zerstreut. Mai, Juni, Herbst. Bitter -R., P. amara L. 2. Seitennerv^en der 3 nervigen, flügelartigen Kelchblätter an der * Spitze durch einen Schrägnerv mit den mittleren verbunden, aufsen netzartig verästelt. a. Trauben 10- und mehrblütig, endständig. Blätter alle wechsel- ständig. aa. Deckblätter halb so lang als der Blütenstiel, die Blüten- traube daher nicht schopfig. Traube an der Spitze ab- gerundet. Flügelartige Kelchblätter etwas länger und ge- wöhnlich breiter als die Kapsel, stumpf. Blätter lineal- lanzettlich, spitz, die untersten kleiner, elliptisch oder ver- kehrt-eiförmig. Stengel niederliegend oder aufsteigend, oft im Kreise ausgebreitet. Blüten blau, seltener rosenrot oder weifs. 6 — 18 cm. Trockene Wiesen, Raine, Wald- ränder. Häufig. Mai — Aug. Wiesen -R., P. vulgaris L. bb. Mittlere Debkblätter länger als der Blütenstiel, vor dem Aufblühen die Blüten überragend, die kegelförmig ver- schmälerte Traube daher schöpf ig. Blüten kleiner als bei P. vulgaris. Stengel aufsteigend, etwas steif. Krone trüb- rosenrot, selten weifs oder blau. 15 — 25 cm. Trockene Wiesen, Raine, Hügel, besonders auf Kalkboden. Ziem- lich verbreitet. INIai, Juni. Schopfige R., P. comösa Schkuhr, Wolf smilclagewächse. 20^ b. Traube wenigblütig, meist 5 blutig, zuletzt seitenständig (durch Seitenzweige übergipfelt). Flügel deutlich länger als die kleine Kapsel. Blätter breiter als bei P. vulgaris, lanzettlich, ge- drängt, elliptisch, die unteren gegenständig oder fast gegen- ständig. Stengel niederliegend , dünn , f ädlich , oft sehr ästig. Blüten klein, hellblau, selten schön himmelblau. 6 — 12 cm. Torfige Wiesen, Heiden. Ziemlich zerstreut. (P. serpyllacea Wh.) Quendel- R., P. depressa Wenderoth. 38. Familie. Wolfsillilcllgewäclisej Euphorbiaceen. I. Pflanzen ohne Milchsaft. Blüten i — 2 häusig. Blütenhülle 3 bis 4teilig. Staubblätter 9 — 12. Fruchtknoten mit kurzem Griffel und 2 Narben. Bingelkraut 205. IL Pflanzen mit Milchsaft. Blüten i häusig. Mehrere aus T Staubblatt bestehende männliche Blüten und i gestielte weibliche Blüte von einer glockigen, am Rande 4 — 5 auswärts gerichtete Drüsen tragen- den Hülle umgeben. Wolfsmilch 205. 1. BingfClkraut, Mercuriälis. XXII. 1. Stengel einfach, stielrund. Blätter länglich - eiförmig bis lanzettlich. Weibliche Blüten langgestielt. Kapsel rauhhaarig. 20 — 30 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Häufig. April, Mai. Ausdauerndes B., M. perennis L. 2. Stengel ästig, 4kantig. Blätter länglich-eiförmig bis lanzettlich. Weib- liche Blüten fast sitzend. Kapsel mit spitzen, ein Haar tragenden Höckern. 20 — 60 cm. Gartenland, Äcker, Schult, Zäune. Zerstreut. Juni — Okt. Einjähriges B., M. ännua L. 2. Wolfsmilch, Euphorbia.*) xxi. A. Randdrüsen der Hülle rundlich oder querelliptisch, ganzrandig. I. Dolde vielstrahlig. Stengel mit nichtblühenden Ästen. a. Blätter länglich -lanzettlich, meist stumpf, ganzrandig, die der nichtblühenden Äste kleiner, schmäler, bis lineal - lanzettlich, spitz, sparsam-kleingesägt. Deckblätter eiförmig oder elliptisch, stumpf, am Grunde verschmälert, Doldenstrahlen zuerst 3-, dann 2teilig. Drüsen braungelb. Kapsel warzig. 60 — 120 cm. Sumpfige Wiesen, Ufer, Gräben. Zerstreut. Mai, Juni. Sumpf -W,, E. palustris L. b. Blätter lineal-lanzettlich bis lineal, kurz zugespitzt bis stumpf- lich, stachelspitzig, blaugi'ün. Deckblätter breit, 3 eckig -ei- förmig, stachelspitzig. Diöisen gelb, oft teilweise halbmond- *) Der Milchsaft aller Arten, E. dulcis ausgenommen, ist scharf und giftig. 2o6 Wolfsmilchgewächse. förmig ausgeschnitten. Kapseln glatt oder nur fein punktiert. 15 — 45 cm. Hügel, Wege. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Sand-W., E. Gerardiana Jacq. 2. Dolde 3 — 5 strahlig. a. Obere Blätter am Grunde etwas herzförmig, länglich-lanzettlich, spitz, sitzend, von der Mitte an klein gesägt. Doldenstrahlen 3 teilig -gabelteilig. Kapsel warzig. aa. Kapsel mit etwas verlängerten, walzenförmigen Warzen besetzt. Dolde meist 3-, seltener 4 — 5 strahlig. Bätter abwärts gerichtet, trübgrün. 30 — 45 cm. Feuchte Orte, Ufer, Gebüsche, besonders in Süddeutschland. Juni — Sept. Steife W., E. stricta L. bb. Kapsel mit fast halbkugeligen Warzen besetzt, gröfser, Dolden meist 5-, seltener 3 — 4 strahlig. Blätter abstehend, hellgrün. 30 — 60 cm. Äcker, Wegränder, Gräben. Zer- streut. Juli — Sept. Weg-W., E. platyph^^llos L. b. Blätter am Grunde nicht herzförmig. aa. Drüsen braunrot. Kapsel warzig. Deckblätter eiförmig- 3 eckig, am Gnmdc abgestutzt oder herzförmig. Dolden- strahlen einfach -gabelteilig. Blätter länglich -lanzettlich, kurzgestielt. 20 — 50 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut, in Norddeutschland fehlend. Mai, Juni. Süfse W., E. dulcis Jacq. bb. Drüsen gelblich. Kapsel warzig. Deckblätter elliptisch, stumpf, am Grunde verschmälert, kurzgestielt. Dolden- strahlen 3 teilig -gabelteilig. Blätter länglich - eiförmig bis länglich, fast sitzend. 30 — 45 cm. Unbebaute Orte, Schutt. In Süddeutschland und in den Rheingegenden. Mai, Juni. Warzen- W., E. verrucosa Lmk. cc. Drüsen grünlich oder gelblich. Kapsel glatt. Dolde meist. 5 strahlig. Doldenstrahlen erst 3 teilig, dann gabelteilig Blätter verkehrt - eiförmig oder spatelig, vorn klein gezähnt, keilförmig in den Blattstiel verschmälert. 10 — 30 cm, Äcker, Wegränder, Gartenland, Schuttstellen. Häufig. Juni — Herbst. Sonnen- W., E. helioscöpia L. B. Randdrüsen der Hülle halbmondförmig oder 2 hörnig. 1. Blätter kreuzweis-gegenständig. Dolde 4strahlig, Kapsel schwach- runzelig. Blätter sitzend, länglich-lanzettlich, stumpf, die obersten am Grunde herzförmig. Dolde sehr gi'ofs, mit wiederholt-2gabcligen Strahlen. 30 — 100 cm. Hie und da angepflanzt und verwildert. Aus Südeuropa. Juni — Aug. Spring -W., E. läthyris L. 2. Blätter wechselständig. Dolde 3( — 5) strahlig. Kapsel glatt. a. Blätter gestielt, alle verkehrt - eiförmig , stumpf. Deckblätter eiförmig, stachelspitzig. Hörner der Drüsen verlängert. Kapsel- Büngelgewächse. 207 fächer auf dem Rücken mit 2 schwach geflügelten Kielen, lo — 30 cm. Gartenland, Äcker, Schutt, Wege. Gemein. Juli — Okt. Garten -W., E. peplus L. b. Blätter sitzend, keilförmig-lanzettlich, spitz oder zugespitzt, iintere spateiförmig, stumpf oder gestutzt. Deckblätter rauten-eiförmig, fein gezähnelt. Hörner der Drüsen kurz. 7 — 15 cm. Unter der Saat in Süd- und Mitteldeutschland. Sehr zerstreut und unbeständig. Juli — Okt. Sichel -W., E. falcata L. c. Blätter lineal, meist mit etwas breitem Grunde sitzend, spitz oder stumpflich, stachelspitzig. Deckblätter aus breiterem, fast herzförmigem Grunde lineal. Hörner der Drüsen verlängert. 6 — 18 cm. Lehmige Äcker, Brachen. Meist häufig. Juni bis Okt. Zwerg -W., E. exigua L. 3. Blätter wechselständig. Dolde vielstrahlig. Kapsel fein-punktiert- a. Deckblätter mehr oder weniger vollständig zu einer flachen Scheibe verwachsen. Blätter verkehrt-eiförmig-länglich, in den Blattstiel verschmälert, weichhaarig. 30 — 60 cm. Schattige Gebirgswälder in Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. April, Mai. Mandel -W., E. amygdaloides L. b. Deckblätter frei, gefärbt, 3 eckig, am Gnmde gestutzt oder fast herzförmig, oder rauten-eiförmig, quer breiter. aa. Blätter über der Mitte am breitesten, nach dem Grunde ver- schmälert, länglich - lanzettlich bis lineal -lanzettlich, meist stumpflich, glanzlos. Stengel mit oder ohne unfruchtbare Äste. 30 — 60 cm. Wegränder, Triften, Äcker. Meist nicht selten. Mai — ^Juli. Esels-W., E. esüla L. bb. Blätter fast gleich breit, schmal -lineal, glanzlos. Stengel meist mit unfruchtbaren Ästen. Pflanze grau- oder gelblich- grün. 15 — 30 cm. Hügel, Triften, Sandfelder, Wege. Meist häufig, im nördlichen Gebiet seltener. April, Mai, Cypressen-W., E. cyparissias Scop. CG. Blätter unter der Mitte am breitesten, von da an allmählich nach der Spitze verschmälert, länglich-lanzettlich bis lineal- lanzettlich, glänzend. Stengel meist ohne unfruchtbare Äste. Pflanze gelblichgrün. 45 — 120 cm. Weidengebüsche, sandige, feuchte Triften in der Nähe der Flüsse im öst- lichen und nordöstlichen Deutschland. Juni, Juli. Glänzende W., E. lücida W. K. 39. Familie. Bttllgelg'eTVäcllse, Callitrichaceen. I. BUiig-cI, Wasserstern, Callitriche. i. Blätter nach dem Grunde verschmälert oder lineal, 3 nervig, die oberen ineist zu einer Rosette gehäuft. Blüten mit sichelförmigen Vor- blättern. 2o8 Buclisbaiimge wachse. — Sumachgewächse. a. Kanten der Frucht schmal gekielt. Untere Blätter meist lineal, obere verkehrt-eiförmig, seltener alle lineal. aa. Frucht länger als breit, fast verkehrt-herzförmig. Narben auf- recht, etwa 2 mal so lang als der Fruchtknoten, selten ganz abfallend. 3 — 25 cm. Stehende und fliefsende Gewässer. Häufig. Juni — Okt. Frühlings -B., C, verna L. bb. Frucht kreisrund oder etwas breiter als lang. Narben sprei- zend, dann zurückgebogen, 6 — 8 mal so lang als der Frucht- knoten, abfallend. 5 — 25 cm. Bäche, Gräben. Weniger häufig. Juni — Okt. Haken -B., C. hamuläta Kütz. b. Kanten der Frucht breit gekielt (geflügelt). Frucht fast kreisrund, ziemlich grofs. Narben aufrecht, bleibend. Blätter rundlich - ver- kehrt-eiförmig bis spateiförmig (an den Formen des tieferen Wassers die unteren lineal). 5 — 25 cm. Stehende und fliefsende Gewässer. Verbreitet. Juni — Okt. Teich- B., C. stagnalis Scop. 2. Blätter lineal, am Grunde breiter, an der Spitze ausgeschnitten, i- ner\'ig, die oberen nie rosettig. Blüten ohne Vorblätter. Frucht kreisrund. Kanten der Frucht breit-flügelig-gekielt. Narben zurück- gekriimmt, abfallend. Pflanze stets unter Wasser, 8 — 25 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer in Norddeutschland. Juli — Okt. Herbst -B., C. auctumnalis L. 40. Familie. Buclisbauiugewäclise, Buxaceen. I. Buchsbauiii, Buxus. xxi. Blätter gegenständig, elliptisch, lederig. Blüten geknäuelt, in den Blatt- achseln, gelblichweifs. 15 — 300 cm. Gebirgige Orte in Süd- und Westdeutschland. Häufig angepflanzt. März, April. Immergrüner B., B. sempervirens L. 41. Familie. KrälieillboergeTVächse, Empetraceen. I. Krähenbeere, Empetrum. xxn. Stengel liegend, mit aufsteigenden, dicht beblätterten Ästen. Blätter fast quirlständig, lineal, am Rande umgerollt. Blüten blattachsel- ständig, sitzend, klein, rosa oder purpurn. Beere schwarz. Torfmoore, moosige Wälder. Sehr zerstreut. April, INIai. Schwarze K., E. nigrum L. 42. Familie. Sumachgewäclise, Anacardiaceen. I. Suiuach, Rhus. V. Blätter zusammengesetzt, unpaarig-gefiedert. Blättchen 11 — 25, länglich- lanzettlich, zugespitzt, scharf-gesägt. Blüten in dichter Rispe, meist 2 häusig, gelblichweifs. Früchte rot. Zierstrauch aus Nordamerika. Juni, Juli. Essig -S., R. typhina L. C elastergewächse. — Ahorngewächse. 20Q 43. Familie. Celasterge wachse, Celastraceen. I. Spindelbäum, Evönymus. v. Äste 4 kantig. Blätter länglich bis eiförmig-länglich, zugespitzt, stachel- spitzig -kleinkerbig- gesägt. Kronblätter länglich, hellgrün. Kapsel rosa. Samenmantel orange. Samen weifs. Gebüsche, Waldränder. Verbreitet. Mai, Juni. Kantiger Sp., Pfaffenhütchen, E. Europsea L. 44. Familie. KlapperiUlfsg-ewäcllSC, Staphylaeaceen. I. Klappernafs, Staphylsea. V. Blätter 5 — 7 zählig-gefiedert. Blättchen länglich-lanzettlich oder länglich, zugespitzt, gesägt. Kapsel rundlich , meist 2 lappig. Krone weifs, aufsen oft rötlich. Bergwälder in Süddeutschland. Auch als Zier- strauch angepflanzt. Mai, Juni. Gefiederte K., S. pinnäta L. 45. Familie. Hülsstraucllgewäclise, Aquifoliaceen. I. Hdlsstrauch, Hülsdorn, Hex. iv. Blätter eiförmig, stachelspitzig, stachelig -gezähnt und wellig, glänzend, lederartig. Blüten in blattachselständigen, i — 3 blutigen Trugdolden. Krone weifs. Früchte rot. AVälder, Triften im nördlichen und nord- westlichen Deutschland. Auch angepflanzt. Mai, Juni. Stechender H., Stechpalme, I. aquifolium L. 46. Familie. Ahorilgewäclise, Aceraceen. I. Ahorn, Acer. vm. I. Blüten in aufrechten Doldentrauben. Flügel der Fnicht wagerecht- abstehend. Blätter beiderseits gleichfarbig. a. Blätter buchtig- 5 — /lappig, unterseits kahl. Lappen mit fast pa- rallelen Seitenrändern, lang zugespitzt, beiderseits mit i — 2 spitzen Zähnen. Buchten stumpf. Blüten mit den Blättern erscheinend, gelbgrün. Blütenstiele fast kahl. 20 — 25 m. Wälder. Sehr zer- streut. Häufig angepflanzt. April, Mai. Spitz-A., A. platanoides L. b. Blätter 3 — 5 lappig, unterseits weichhaarig. Lappen stumpf, ganz- randig oder kerbig - eingeschnitten. Buchten spitz. Blüten kurz nach den Blättern erscheinend, gelblichgrün oder grün. Blüten- stiele weichhaarig. 3 — 6, aber auch bis 18 m. Wälder, Gebüsche. Im ebenen Teile des Gebietes nicht selten. Zu Hecken auch öfter angepflanzt. Mai, Juni. Feld-A., A. campestre L. Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. I4 2IO Rofskas ta niengewächse. Balsaminengewäclise. 2. Blüten in hängenden Trauben oder Doldentrauben. a. Blätter 5 lappig, unterseits blaugrün. Lappen zugespitzt, ungleich- kerbig -gesägt. Blüten in hängenden Trauben, grünlich. Flügel der Frucht etwas abstehend. 20 — 25 m. Berg\välder. Häufig angepflanzt. ISIai, Juni. Berg-A., A. pseudoplätanus L, b, Blätter ßlappig. Lappen stumpf, ganzrandig oder etwas geschweift. Blüten in hängenden Doldentrauben, gelblichgrün. Flügel aufrecht- abstehend. 2 — 8 m. Sonnige Felsabhänge des Rhein- und Mosel- thals. Auch als Zierstrauch angepflanzt. April. Felsen- A, A. monspessulänum L. 47. Familie. Rofskastailieilgeuäclise, Hippocastanaceen. I. Rofskastanie, Sperwe, Aesculus, vii. 1. Kronblätter meist 5. Staubblätter meist 7, niedergebogen. Kapsel stachelig. Blätter 5- oder 7 zählig. Blättchen keilförmig - verkehrt- eiförmig, kurz zugespitzt, gezähnelt, die äufsersten kleiner. Kron- blätter weifs, gelb und hellpurpum gefleckt. 15 — 20 m. Häufig als Zier- und Alleebaum angepflanzt und sich zuweilen selbst aus- säend. Stammt angeblich aus Indien. Mai, Juni, zuweilen im Herbst wieder. Weifse R., A. hippocästanum L. 2. Kronblätter 4. Staubblätter 5 — 8, gerade. Kapseln ohne Stacheln, a. Blätter 5zählig. Blättchen länglich, zugespitzt, gesägt, am Grunde keilförmig, unterseits nebst den Stielen fast kahl, nur in den Nervenwinkeln bärtig. Kronblätter schmutzig- purpurn. 3 — 8 m. Zierbaum aus Nordamerika. Mai, Juni. Rote E.., A. Pävia L. b. Blätter 5 — 7 zählig. Blättchen ungleich - gesägt , unterseits nebst dem Blattstiel weichhaarig. Krone hellgelb. Sonst wie vorige Art. 3 — 8 m. Mai, Juni. Gelbe R., A. flava Ait. 48. Familie. Balsaminen g'CTVächse, Balsaminaceen. I. Blüten in gestielten Trauben. Kapsel länglich, kahl. Klappen der Kapsel sich vom Grunde nach der Spitze nach innen einrollend. Springkraut 210. IL Blüten blattachselständig, einzeln oder in Doldentrauben. Kapsel eiförmig, behaart. Klappen der Kapsel sich beiderseits einrollend. Balsamine 211. I. Springkraut,*) Impatiens. V. I. Trauben kürzer als die Blätter, 3 — 4 blutig. Blüten hängend, grofs, mit gekrümmtem Sporn. Krone gelb, innen rot punktiert. 30 bis *) Die der Reife nahen Früchte springen bei der geringsten Be- rührung elastisch auf und schleudern die Samen mit grofser Kraft umher. Kr euzdorngCAväclise. Rebengewächse. 211 loo cm. Feuchte Stellen in "Wäldern und Gebüschen, an Gräben, Bächen. Meist häufig. Juli, Aug. Empfindliches S., I. noli tängere L. 2. Trauben so lang oder länger als die Blätter, 4 — 10 blutig. Blüten aufrecht, klein, mit geradem Sporn. Krone hellgelb. 30 — 60 cm. Hie und da verwildert. Aus der ISIongolei und dem südlichen Sibirien. Juni — Sept. Kleinblütiges S., I. parviflöra DC. 2. Balsamine. Balsämina. V. I. Blätter länglich bis lanzettlich, knorjDelig-gesägt, die unteren gegenständig. Blüten in Doldentrauben. Sporn gekrümmt. Krone weifs, rosa oder purpurn, auch bunt, oft gefüllt 30 — 60 cm. Bekannte Zierpflanze aus Ostindien. Juli, Aug. Garten -B., B. femina Gaertn. 49. Familie. Kreuzdorngcwächse, Rhamnaceen. I. Blüten unvollständig - 2 häusig. Kronblätter 4 , unbenagelt. Staub- blätter 4. Griffel 2 — 4 spaltig. Zweige und Blätter gegenständig. Dornig. Kreuzdorn 211. II. Blüten zwitterig. Kronblätter 5, benagelt. Staubblätter 5. Griffel ungeteilt. Zweige und Blätter wechselständig. Dornenlos. Faulbaum 2II. 1. Kreuzdorn, Rhamnus. v. 1. Blattstiel 2 — 3 mal so lang als die hinfälligen Nebenblätter. Blätter elliptisch, am Grunde abgenmdet oder herzfönnig. Krone grünlich. Frucht schwarz, i — 3 m. Gebüsche, Waldränder, Zäime. Ver- breitet. Mai, Juni. Wege-K., R. cathärtica L. 2. Blattstiel von der Länge der Nebenblätter. Blätter lanzettlicli - ellip- tisch oder lanzettlich, in den Stiel verschmälert. Krone gelblich. Frucht schwarz. 30 — 80 cm. Sonnige, felsige Orte in Süddeutsch- land. Mai, Juni. Felsen -K., R. saxätilis L. 2. Faulbaum, Frängula. V. Blätter elliptisch, ganzrandig. Krone grünlichweifs. Früchte erst rot, dann schwarz. 2 — 4 m. Gebüsche, Wälder. Häufig. Mai, Juni. Erlen -F., Pulverholz, F. alnus Mill. 50. Familie. ßcbeilgewäcllSC, Vitaceen. I. Kelch seicht - 5 zähnig. Kronblätter oben verbunden , vom Grunde aus mützenartig sich lösend. Griffel kurz. Blätter meist buchtig- gelappt. Weinrebe 212. IL Kelch fast ganzrandig. Kronblätter ausgebreitet, von der Spitze nach dem Grunde sich trennend. Narbe sitzend. Blätter gefingert. Zaunrebe 212. 14* 212 Lindengewächse. Malvengewächse. I. Weinrebe, Vitis. v. Blätter herzförmig- 5 — 5 lappig, grob - gezähnt , im Herbst sich nicht rot färbend. Blüten rispig. Krone gelblichgrün. Beeren kugelig oder länglich, dunkelblau oder bräunlich. i — 8 m. In vielen Abarten kultiviert. Stammt aus dem Orient. Juni, Juli. Edle W., V. vinifera L. 2. Zaunrebe, Ampelöpsis. v. Blätter 3 — 5 zählig, gefingert, im Herbst sich rot färbend, Blüten in Trugdolden. Krone grün. Beeren dunkelblau bis schwärzlich. 6 bis 12 m. An Mauern, Lauben häufig angepflanzt. Stammt aus Nord- amerika. Juli, Aug. Fünfblättrige Z., wilder Wein, A. quinquefolia R. et Seh. 51. Familie. Lindeilgewächsej Tiliaceen. I. Linde, Tilia. xm. 1. Blätter unterseits weichhaarig, in den Nervenwinkeln weifslich- bärtig, beiderseits meist hellgrün. Triigdolden 2 — 5 blutig, hängend. Griffel behaart, mit zusammenhängenden Narben. Nüsse kantig, mit holziger Schale. Krone hellgelb. 18 — 30 m. Laubwälder. Häufig ange- pflanzt. Juni. (T. grandifölia Ehrh.) Sommer- L., T. platyphyllos Scop, 2. Blätter beiderseits kahl, unterseits blaugrün, in den Nerven winkeln rost- farben-bärtig. Tnigdolden 5 — 9 blutig, vorgestreckt. Griffel unbehaart, mit zuletzt abstehenden Narben. Nüsse undeutlich kantig, dünn- schalig. Krone gelblichweifs. 18 — 24 m. Laubwälder, Gebüsche. Häufig angepflanzt. Juni, Juli. (T. parvifölia Ehrh., T. cordäta Mill.) Winter -L., T. ulmifolia Scop. Blätter unterseits grün, in den Nervenwinkeln graugrün, gelblich- oder weifslich - bärtig. Trugdolden 5 — 7 blutig. Griffel nur am Grunde behaart, mit zuletzt wagerecht - abstehenden Narben. Nüsse undeutlich kantig, mit lederartiger Schale. Krone gröfser als bei T. ulmifolia, dunkler. Nicht selten angepflanzt. Juni. T. platyphj'Uos X ulmifolia ^ T. intermedia DC. 52. Familie. Malyeilgewäclise, Malvaceen. xvi. I. Hülle (Aufsenkelch) 6 — 9 spaltig, frei. Eibisch 214. IL Hülle (Aufsenkelch) 3 spaltig oder 3 blättrig. A. Hülle 3 blättrig, am Grunde mit dem Kelch verwachsen. ^lalve 213. B. Hülle 3 spaltig, nicht mit dem Kelch verwachsen. Erne 214. Malvengewächse. 2 13 I. Malve, Malva. 1. Blüten einzeln in den Blattachseln , oder nur oberwärts büsclielig. Blätter handförmig- geteilt oder gespalten. Stengel aufrecht. a. Stengel durch anliegende Sternliaare rauh, graugrün. Blattzipfel 3 spaltig , gezähnt oder fiederspaltig. Hüllblätter eiförmig oder eiförmig -länglich. Früchtchen kahl. Krone rosa, geruchlos. 50 — 80 cm. Sonnige Hügel, "Wald- und "Wegränder. Zerstreut. Juni — Sept. Rosen -M., jSI. älcea L. b. Stengel durch abstehende, meist einfache Haare rauh. Blattzipfel fiederspaltig bis doppelt -fiederspaltig. Hüllblätter lineal- länglich. Früchtchen rauhhaarig. Krone hellrosa bis weifs, schwach nach Moschus duftend. 20 — 30 cm. Hügel, Wegränder, besonders im westlichen Deutschland. Juli — Sept. Bisam -M., M. moschäta L. 2. Blüten in den Blattachseln büschelig -gehäuft. Blätter handf (innig- gelappt. a. Blütenstiele zur Fruchtzeit höchstens doppelt so lang als der Kelch. Stengel aufrecht. Blätter am Rande kraus. Krone so lang als der Kelch, weifslich. Früchtchen querrunzelig. 80 — 150 cm. Zier- und Arzneipflanze. Verwildert. Aus Syrien. Juli — Sept. Krause M., M. crispa L. b. Blütenstiele zur Fruchtzeit mehrmal so lang als der Kelch, ab- stehend oder aufrecht. Kronblätter 3 oder 4 mal so lang als der Kelch, aa. Stengel rauhhaarig, niederliegend bis aufrecht. Blätter meist mit 5 spitzen Lappen. Hüllblätter länglich. Kronblättcr tief ausgerandet, hellpurpurn, mit dunkleren Längsstreifen. 30 bis 100 cm. Zäune, Wegränder, Schutt. Meist häufig. Juni bis Okt. "Wilde M., M. silvestris L. bb. Stengel zerstreut -behaart, fast kahl, aufrecht. Blätter mit 5 stumpfen Lappen. Hüllblätter breit -eiförmig. Kronblätter ausgesclaweift, purpurn, dunkler gestreift. 80 — 150 cm. Zier- pflanze aus Südeuropa. Zuweilen verwildert. Juli — Sept. Mauretanische M., M. ISIauritiäna L. c. Blütenstiele zur Fruchtzeit mehrmal so lang als der Kelch, ab- wärts gebogen. Hüllblätter lineal - lanzettlich. Blüten klein. aa. Kelchzipfel flach. Kronblätter tief ausgerandet, etwa doppelt so lang als der Kelch, rosa bis weifs. Früchtchen glatt, am Rande abgerundet. 15 — 45 cm. Wegländer, Schutt, Mauern. Gemein. Juni — Okt. Kleine M., IM. neglecta Wahr. bb. Kelchzipfel kraus. Kronblätter seicht ausgeschweift, so lang oder kürzer als der Kelch, weifslich. Früchtchen runzelig, scharf berandet. 15 — 30 cm. Ackerränder, Wege. Zerstreut in Nord- und Mitteldeutschland. Juni — Okt. Nördliche M., M. rotundifölia L. ^14 Hartheuee wachse. 2. Eibisch^ Althsea. 1. Blüten in reichblütigen, blattacliselständigen Büscheln. Ganze Pflanze sammetartig- filzig. Stengel aufrecht. Blätter eiförmig, schwach -ge- lappt. Krone rötlichweifs. 60—120 cni. Feuchte Gebüsche, Wiesen, an Gräben. Zerstreut. Juli, Aug. Gebräuchlicher E., A. officinälis L. 2. Blüten einzeln in den Blattachseln. a. Stengel ausgebreitet, wie die ganze Pflanze rauhhaarig. Untere Blätter rundlich, nierenförmig, seicht 5 lappig, obere tief 5- oder 3 spaltig, von den abstehenden Blütenstielen überragt. Krone blafs- rosa oder lila. 30 — 60 cm. Äcker, Weinberge, steinige Orte in Mittel- und Süddeutschland. Juli — Sept. Rauher E., A. hirsüta L. b. Stengel aufrecht, zerstreut -rauhhaarig. Blätter rundlich, am Grunde meist herzförmig, 5 — 7 eckig oder lappig -gekerbt, steifhaarig- filzig. Krone sehr grofs, purpurn oder fast schwarz, weifs, gelb. 150 bis 250 cm. Zierpflanze aus dem Orient. Juli — Okt. , Rosen -E., A. rösea Cav. 3. Erne, Lavatera. Sternhaarig -filzig. Stengel aufrecht. Untere Blätter rundlich, seicht 5 lappig, obere 3 lappig. Blütenstiele aufrecht. Kronblätter tief aus- gerandet. Krone hellrosa. 60 — 100 cm. Sonnige Hügel, Weg- ränder, Gebüsche. Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. Juli bis Sept. Thüringische E., L. Thuringiaca L. 53. Familie. Hartheugewächse, Hypericaceen. I. Hartheu, Hypericum, xvm. 1. Stengel kantig, niederlicgcnd. Kelchblätter ganzrandig, nicht oder sehr sparsam drüsig -gewimpert. Stengel fast 2 kantig, fadenf( innig. Blätter länglich, nur die oberen durchscheinend -punktiert. Kelch- blätter länglich, stumpf, stachelspitzig, doppelt so lang als der Frucht- knoten. Krone hellgelb. 3 — 15 cm. Sandige Äcker, Triften, Gräben, Häufig. Juni — Okt. Liegendes H., H. humifüsum L. 2. Stengel kantig, avif recht. Kelchblätter ganzrandig, nicht oder sehr sparsam drasig- gewimpert. a. Stengel 2 kantig, derb. Kelchblätter doppelt so lang als der Frucht- knoten. Blätter eiförmig -länglich. Kelchblätter lanzettlich, sehr spitz. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Wiesen, Raine, Hügel. Häufig. Juli — Sept. Tüpfel -H., H. perforätum L. b. Stengel 4 kantig, hohl. Kelchblätter etwa so lang als der Frucht- knoten. aa. Stengel schwach - 4 kantig , einfach oder ästig. Blätter breit- eiförmig, nicht oder nur sehr wenig durchscheinend -punktiert. Tännel gewäclise. 215 Kelchblätter elliptisch oder eiförmig, stumpf. Krone hell- goldgelb. 20—50 cm. Waldwiesen, Gebüsche, Laubwälder. Verbreitet. Juli -Sept. Kanten -H., H. quadrangulum L. bb. Stengel geflügelt - 4 kantig, ästig. Blätter eiförmig, dicht, durch- scheinend-punktiert. Kelchblätter lanzettlich, zugespitzt, fast so lang als die Krone. Krone hellgelb. 30 — 60 cm. Feuchte Wiesen, Gräben, Gebüsche. Zerstreut. Juli, Aug. Flügel- H., H. teträpterum Fr. 3. Stengel stielrund. Kelchblätter am Rande drüsig -gesägt oder ge- wimpert. a, Stengel nebst den Blättern kahl. Blätter am Grunde herzförmig, sitzend. aa. Kelchblätter verkehrt - eiförmig , sehr stumpf. Blütenstand langgestreckt. Blätter herz - eiförmig, stumpf, durchscheinend- punktiert, am Rande ohne schwarze Punkte. Krone goldgelb. 30 — 60 cm. Bergwälder, Heiden, schattige Abhänge, besonders in den Rheingegenden. Juli — Sept. Schönes H., H. pulchrum L. bb. Kelchblätter lanzettlich, spitz. Blütenstand fast kopfförmig. Blätter eiförmig bis länglich, spitz, am Rande schwarz punktiert, nur die oberen durchscheinend -punktiert. Krone blafsgelb. 30 — 60 cm. Wälder, Gebüsche. Zerstreut. Juni — Aug. Berg-H., H. montanum L b. Stengel nebst den Blättern behaart. aa. Stengel aufrecht. Blätter kurzgestielt, eiförmig oder länglich. Blütenstand langgestreckt. Kelchblätter lanzettlich, spitz. Krone hell -goldgelb. 60 — 100 cm. Laubwälder, Gebüsche. In Norddeutschland. Zerstreut. Juli, Aug. Rauhes H., H. hirsütum L. bb. Stengel liegend oder aufsteigend, am Gnmde wurzelnd. Blätter sitzend, nmdlich - eiförmig. Blütenstand armblütig. Kelchblätter eiförmig. Krone hellgelb. 8— 30 cm. Sumpfige Wiesen, Torfmoore in Nord- und Westdeutschland. Aug., Sept. Sumpf- H., H. elödes L. 54. Familie. Täniielgewäclise, Elatinaceen. I. Tännel, Elätine. \aii. 1. Blätter quirlständig, sitzend. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Blüten sitzend. Krone 4 blättrig, grünlichweifs. Staubblätter 8. Untergetauchte Blätter lineal - lanzettlich, obere eiförmig. 2 — 25 cm. Teichränder, Sümpfe. Zerstreut. Juli — Sept. Quirl -T., E. alsinastrum L. 2. Blätter gegenständig, gestielt. Stengel kriechend, wurzelnd. Krone rötlichweifs. 2i6 Tamariskengewächse. Cistusgewäclise. a. Blattstiel länger als die Blattspreite. Blüten sitzend. Krone 4 blättrig. Staubblätter 8. Blätter länglich - elliptisch. 2 — 12 cm. Schlammige Ufer. Zerstreut. Juni — Sept. Pfeffer -T., E. hydröpiper L. b. Blattstiel kürzer als die Blattspreite. aa. Blüten sitzend. Kelch 2 teilig. Krone 3 blättrig. Staub- blätter 3. Blätter länglich bis lineal. 2 — 8 cm. Ufer der Sümpfe und Teiche. Selten. Juni — Sept. Kreuz- T., E. triändra Schk. bb. Blüten gestielt. Kelch 3 teilig. Krone 3 blättrig. Staub- blätter 6. Blätter länglich. 2 — 12 cm. Ufer der Teiche und Sümpfe. Zerstreut. Juni — Aug. Stiel -T., E. hexandra DC. 55. Familie. Tailiariskeilgewäclise, Tamariaceen. I. Birzstraueh, Myricäria. XVI. Zweige aufrecht, dichtbeblättert. Blätter klein, bläulichgrün, lineal-lan- zettlich, sich dachziegelartig deckend. Blüten am Ende der Zweige in traubigen Ähren, hellrot, i — 2 m. An den Ufern der Alpenflüsse in Süddeutschland. Seltener Zierstrauch. Juli, Aug. Deutseher B., M. Germanica Desv. 56. Familie. CistllSgewächse, Cistaceen. I. Sonnenröschen, Helidnthemum. xm. 1. Stengel aufrecht, krautig. Untere Blätter gegenständig, verkehrt- eiförmig, nebenblattlos, obere wechselständig, lanzettlich, mit Neben- blättern. Krone citrongelb, am Grunde meist schwarzbraun gefleckt. 8 — 25 cm. Sonnige, sandige Hügel, Kiefernwälder. Brandenburg. Niederlausitz. Juni — Sept. Getüpfeltes S„ H. guttätum Mill. 2. Stengel niederliegend oder fast aufsteigend, holzig. a. Blätter mit Nebenblättern, gegenständig, eiförmig bis lineal- länglich, am Rande zurückgerollt, mehr oder weniger behaart. Griffel 2 — 3 mal so lang als der Fruchtknoten. Krone citrongelb, am Grunde dunkler gefleckt. 10 — 30 cm. Waldränder, Wiesen, Hügel. Verbreitet. Juni — Sept. Heide -S., H. chamsecistus Mill. b. Blätter ohne Nebenblätter, wechselständig, lineal, fein - stachel- spitzig, schwach - gewimpert. Griffel 3 mal so lang als der Frucht- knoten. Krone goldgelb. 7 — 15 cm. Sonnige Hügel, Abhänge, besonders auf Kalk und Gips. Selten. Juni — Aug. Zwerg -S., H. fumäna Mill. V ei Ich enge wachse. 2 17 57. Familie. Yeilclieilg'ewächse, Violaceen. I. Veilchen, Viola, v. I. Pflanzen ohne entwickelte Stengel. Blüten in den Achseln der grund- ständigen Blätter. Die beiden mittleren Kronblätter seitlich abstehend. Kelchblätter stumpf.*) A. Narbe in ein schiefes Scheibchen ausgebreitet. Blütenstiele zur Fruchtzeit aufrecht, an der Spitze hakig. Kapsel 3seitig. 1. Blütenstiele in oder unter der Mitte mit 2 Vorblättern be- setzt. Kronblätter verkehrt -eiförmig, blafslila, das untere dunkler gestreift. Sporn kaum länger als die Kelchanhängsel. Blätter rundlich -nierenförmig, stumpf, kahl, trübgrün. Blatt- stiele ungeflügelt. 5 — 15 cm. Sumpfige Wiesen, Gebüsche, Torfmoore. Verbreitet. Mai, Juni. Sumpf- V., V. palustris L. 2. Blütenstiele über der Mitte mit 2 Vorblättern besetzt. Kron- blätter gröfser, länglich -verkehrt -eiförmig, blafslila oder etwas dunkler. Sporn doppelt so lang als die Kelchanhängsel. Blätter nierenförmig, meist mit einer deutlichen Spitze, unter- seits und öfter auch oberseits kurz behaart, hellgrün, seltener kahl. Blattstiele oberwärts etwas geflügelt. Meist gröfser und kräftiger. 10 — 15 cm. Sumpfige Wiesen, besonders in Nord- deutschland. Mai, Juni. Torf-V., V. epipsila Ledeb, B. Narbe in ein herabgebogenes Schnäbelchen verschmälert. Blüten- stiele zur Fruchtzeit niederliegend, an der Spitze gerade. Neben- blätter mit Fransen. Kapseln kugelig, meist behaart. 1. Wurzelstock kriechend, mit verlängerten Ausläufern. Blätter rundlich -eiförmig, tief herzförmig, die der Sommerausläufer nieren-herzförmig, alle kurzhaarig. Nebenblätter eiförmig-lan- zettlich, spitz, am Rande nebst den Fransen kahl. Blüten wohlriechend. Kronblätter mit Ausnahme der untersten ab- genxndet. Krone violett, seltener weifs oder rosa oder hell- blau. 5" — 10 cm. Gebüsche, Hügel, Hecken. Verbreitet. In Gärten häufig (auch mit gefüllten Blüten) angepflanzt. JSIärz, April. März-V., wohlriechendes V., V. odorata L. 2. Wurzelstock nicht kriechend, ohne oder mit kurzen Ausläufern. a. Blätter 3 eckig - eiförmig (länger als breit), am Grunde herz- förmig, mit seichter, weiter Bucht, gekerbt, grasgrün, kurz- haarig; Sommerblätter länglich - eiförmig mit tiefer Bucht, sehr lang gestielt und grofs (bis 9 cm lang). Nebenblätter nebst den Fransen am Rande kahl, die unteren eiförmig bis lanzettlich, meist spitz. Fransen kürzer als der Quer- durchmesser der Nebenblätter. Blüten hellviolett, selten *) Vergl. auch V. miräbis L. , die anfangs auch unentwickelte Stengel, aber zugespitzte Kelchblätter hat. 2i8 Veilchen ge wachse. weifs oder rosa, geruchlos. 5 — 10 cm. Trockene Wiesen, grasige Abhänge, Hügel, Gebüsche. Verbreitet. April, Mai. Rauhes V., V. hirta L. b. Blätter rundlich-eiförmig, am Grunde herzförmig, mit tiefer, enger Bucht, fein gekerbt, hell-, unterseits etwas graugrün, weichhaarig. Nebenblätter am Rande nebst den Fransen fein rauhhaarig, lanzettlich, verschmälert-haarspitzig. Mittlere Fransen so lang als der Querdurchmesser der Nebenblätter. Blüten hellblau, wohlriechend. 6 — 10 cm. Hügel, Hecken, lichte Gebüsche, besonders auf Kalkboden. April, Mai. Hüg-el-V., V. collina Bess. IL Pflanzen mit entwickeltem Stengel. Blüten in den Achseln stengel- ständiger Blätter. Kelchblätter spitz oder zugespitzt. A. Die beiden mittleren Kronblätter seitlich abstehend. Narben in ein herabgebogenes Schnäbelchen verschmälert. Kelchblätter spitz oder zugespitzt. 1. Stengel anfangs unentwickelt, mit meist unfruchtbaren Blüten in den Achseln grundständiger Blätter, später entwickelt, mit fruchtbaren, aber kronlosen Blüten in den Achseln stengel- ständiger Blätter. Stengel aufrecht, wie die Blattstiele i reihig behaart. Blätter breit-herz-eiförmig, kurz zugespitzt, klein ge- kerbt, untere fast nierenförmig. Nebenblätter ganzrandig, nur gewimpert, länglich-lanzettlich. Blüten blafslila, wohlriechend. Wurzelstock dick, mit schuppenförmigen, braunen Niederblättern besetzt. 10—25 cm. Lichte Gebüsche. Laubwälder, gern auf Kalk. Zerstreut. April, Juni. Wunder- V., V. mirabilis L. 2. Stengel entwickelt, Avenn auch zuweilen kurz, ohne Ausläufer, a. Mit mittelständigem, grundständigem Blätterbüschel. Neben- blätter gewöhnlich viel kürzer als der nicht geflügelte Blatt- stiel, kamraartig gefranst. Kapsel spitz, kahl. aa. Kelchblätter mit sehr kurzen, verkümmerten Kelch- anhängseln. Kronenblätter länglich, 4 — 5 mm breit, violett. Sporn schlank, kaum gefurcht, violett. Blätter unterseits oft violett überlaufen. Nebenblätter lineal- lanzettlich. Stengel niederliegend oder aufsteigend. 8 bis 15 cm. Wälder, Gebüsche. Häufig. April, Mai. (V. sil- vestris Lmk. z. T.) Wald-V., V. silvätica Fr. bb. Seitliche Kelchblätter mit 3 eckig-länglichen, vorgezogenen, meist gezähnten Anhängseln, Kronblätter verkehrt- eifönnig, 8 — 10 mm breit, hellviolett oder hellblau. Sporn dick, unten gefurcht, ausgerandet, gelblichweifs, 2 mal so lang als die Kelchanhängsel. Nebenblätter lanzettlich. Stengel aufsteigend bis aufrecht, meist kräftiger. 12 — 25 cm. Gebüsche, lichte Wälder, buschige Hügel. Weniger häufig. April, Mai, 10 Tage später als V. silvätica. Rivinsches V., V. Riviniäna Rchb. VeilchengeAvächse. , 2 IQ b. Ohne mittelständigen, grundständigen Blätterbüschel. aa. Nebenblätter der mittleren Stengelblätter kürzer als der halbe Blattstiel. Blattstiel ungeflügelt. Blätter aus seicht- herzförmigem oder fast gestutztem Grunde eiförmig oder länglich-eiförmig, stumpflich, kahl. Krone blau, am Grunde gelblichweifs , selten ganz weifs. Sporn fast doppelt so lang als die Kelchanhängsel, walzlich, gelb- lich oder weifslich. Kapsel stumpf oder abgestutzt, mit einem Spitzchen. Stengel meist niederliegend oder auf- steigend. 2 — 30 cm. Wiesen, Triften, Gebüsche, Wälder. Meist häufig. Mai, Juni. Hunds -V., V. canina L.*) bb. Nebenblätter der mittleren Stengelblätter etwa halb so lang als der Blattstiel, fransig gesägt. Blattstiel schmal geflügelt. Stengel kahl. Sporn kaum länger als die Kelchanhängsel. Blätter länglich - lanzettlich , lang ver- schmälert, fahlgrün, dünn, unter der Lupe fein behaart. Blüten klein, die ersten hellblau, die späteren milch- weifs. 5 — 25 cm. Gräben, feuchte Wiesen, Teich- ränder. Ziemlich zerstreut. Mai, Juni. (V. lactea Rchb.) Gräben -V., V. stagnina Kit. cc. Nebenblätter der mittleren Stcngelblätter länger, die der oberen weit länger als der Blattstiel, grofs, blatt- artig, eingeschnitten -gesägt. Blattstiel breit geflügelt. Stengel höher, kräftig, 15 — 50 cm hoch, oberwärts nebst den Blättern mehr oder weniger kurzhaarig. Blätter aus gestutztem oder seicht -herzförmigem Grunde läng- lich-lanzettlich oder lanzettlich, hellgrün. Blüten grofs. Sporn etwas länger als die Kelchanhängsel. Krone meist hellblau. Am Rande feuchter Gebüsche und Wälder. Sehr zerstreut. Mai — ^Juli. (V. persicifolia Schkuhr.) Hochwüclisiges V., V. elätior Fr. B. Die beiden mittleren Kronblätter zu den 2 oberen emporgerichtet und diese mit den Rändern deckend, 1. Narbe gestutzt, flach, fast 2lappig. Krone gelb, bräunlich ge- streift. Kelchblätter spitz. Stengel zart, meist 2blättrig, i- oder 2blütig. Blätter rundlich-nierenförmig, gekerbt. Nebenblätter klein, eiförmig, ganzrandig. 8 — 15 cm. Feuchte, schattige Thäler, in Süd- und Mitteldeutschland. Mai — Aug. Zweiblütiges V., V. biflöra L. 2. Narbe fast kugelig, krugförmig ausgehöhlt, grofs, beiderseits mit einem Haarbüschel. Blätter, wenigstens die oberen, meist länger als breit. *) Bei Viola canina und anderen Orten sind die ansehnlichen Blüten meist unfruchtbar, dagegen die kleinen, unscheinbaren, erst im Sommer sich bildenden Blüten, welche meist ganz geschlossen bleiben, fruchtbar. 220 Kellerhalsgewächse. a. Nebenblätter handförmig geteilt oder fiederspaltig. aa. Nebenblätter leierfömiig-fiederspaltig, mit oft blattartigem, gekerbtem Endzipfel. Blätter nebst dem Stengel kahl oder kurzhaarig, gekerbt, die unteren herz-eiförmig, die oberen länglich - elHptisch bis lanzettlich. Kelchblätter lanzettlich, allmählich zugespitzt. Sporn etwa doppelt so lang als die Kelchanhängsel. Krone in Gröfse und Farbe sehr veränderlich, gelb oder 3farbig. 7 — 30 cm. Äcker, Brachen, Wiesen, Hügel, Waldränder. Mai bis Herbst. Dreifarbiges V., Stiefmütterchen, V. tricolor L. Kronblätter klein, kürzer als der Kelch, gelblich- weifs, das untere dunkler, selten die beiden oberen teilweise bläulich oder hellviolett. So auf Äckern, Brachen gemein. V. tr. arv-ensis Murr. Kronblätter gröfser, meist länger als der Kelch, die beiden oberen violett, die mittleren hellviolett, das untere gelb mit violetten Streifen und violetter Spitze, oder auch die mittleren gelb, oder die 4 oberen gelb und das untere gelblichweifs. So zerstreut. In Gärten auch als Zierpflanze mit gröfseren Blüten. V. tr. vulgaris Koch, bb. Nebenblätter handförmig -vielteilig, mit linealen, ganz- randigen, fast gleichgrofsen Zipfeln. Blätter seicht ge- kerbt, die unteren nmdlich bis herz-eiförmig, die oberen lanzettlich. Kelchblätter länglich - lanzettlich, stumpflich oder kiuz zugespitzt. Kronblätter gelb , selten die oberen oder alle bläulich - violett. Stengel einfach, 4 kantig, nebst den Blättern mehr oder weniger kurz- haarig. Zierpflanze. Zunächst im Riesengebirge ein- heimisch. Juli. Gelbes V., V. lutea Sm. b. Nebenblätter länglich -lanzettlich, eingeschnitten, mit spitzen Zähnen. Stengel nur unten beblättert, i blutig, wie die ei- förmigen oder elliptischen Blätter kahl. Blüten sehr grols. Krone der wildwachsenden Pflanze gelb, die der angepflanzten dunkelviolett und gelb, mit sehr verschiedenen Zeichnungen. Häufige Zierpflanze aus der Krim und Sibirien. Mai, Juni. Altai -V., V. Altäica Fall. Die in Gärten gezogenen grofsblütigen, vielfarbigen Stief- mütterchen (Pensees) sind künstlich erzeugte Bastarde der V. tricolor, V. lutea, V. Altaica und einiger anderen Arten. 58. Familie. Kellerlialsgewächse, Thymelaeaceen. I. Blütenhülle kronartig gefärbt, abfallend. Frucht eine Beere. Strauch. Kellerhals 221. IL Blütenhülle ungefärbt, bleibend. Frucht eine Nufs. Kraut. Spatzenzunge 221. Oleastergewächse. 22 1 I. Kellerhals, Daphne. vm. 1. Blätter abfallend, lanzettlich, am Grunde keilförmig -verschmälert. Blütenstände seitlich, meist 3 blutig, vor den Blättern erscheinend. Blüten dunkelrosa, sehr selten weifs, Beere scharlachrot. 30— 100 cm. Gebüsche, Laubwälder. Zerstreut. Giftig! März, April. Gemeiner K., Seidelbast, D. mezereum L. 2. Blätter bleibend, lineal - keilförmig. Blütenstände endständig, viel- blütig, mit den Blättern zugleich erscheinend. Blüten purpurn. Beere gelblichbraun. 15 — 30 crn. Triften, Heiden in Süddeutschland. Zer- streut. Giftig! ISIai, Juni. Rosmarin -E., D. cneorum L. 2. Spatzenzung'e, Thymelsea. Yiii. Pflanze gelbgrün. Blätter klein, lineal oder lineal -lanzettlich, spitz. Blüten blattachselständig, zwitterig, krugfömiig, grün. 15 — 45 cm. Steinige Anhöhen, Ackerränder. Zerstreut. Juli, Aug. Einjährige Sp., T. Passerina Coss. et Germ. 59. Familie. Oleasterg'CWäellSC, Elaeagnaceen. I. Blüten 2 häusig. Männliche Blüten: Blütenhülle tief-2teilig. Staub- blätter 4. Weibliche Blüten : Blütenhülle röhrig, 2spaltig. Narbe i. Sanddorn 221. II. Blüten zwitterig, zum Teil durch Fehlschlagen des Stempels männlich. Blütenhülle glockig, 4 — 5 spaltig. Staubblätter 4 — 6. Griffel i. Oleaster 221. I. Sanddorn, Hippöphae. xxn. Dorniger Strauch. Blätter lineal -lanzettlich, kurzgestielt, oberseits kahl, unterseits weifs- oder grau - schülf erig. Blüten klein. Blütenhülle bräunlich. Scheinbeere orange. 1,50 — 4,50 m. An den Küsten und Alpenflüssen einheimisch. Häufiger Zierstrauch. Mai, Juni. Weiden -S., H. rhamnoides L. 2. Oleaster, Elaeägnus. IV. 1. Junge Zweige rostfarben-schülferig. Blätter elliptisch, beiderseits silber- weifs-schülferig. Blüten zuletzt abwärts gebogen, wohlriechend, innen gelb. 1,50 — 3,60 m. Zierstrauch, leicht verwildernd. Aus Nord- amerika. Mai, Juni. Breitblättriger O., E. argentea Pursh. 2. Junge Zweige silberweifs - schülf erig. Blätter länglich - lanzettlich bis lanzettlich, unten dicht-, oben locker -silberweifs -schülf erig. Blüten aufrecht. 3,60 — 6 m. Zierstrauch aus Südeuropa. Mai, Juni. Schnxalblättriger O., E. angustifolia F. 222 Weiderichge wachse. Weinb lumengewäclise. 60. Familie. Weiderichg'ewächse, Lythraceen. I. Kelchröhre walzlich. Kronblätter 4 — 7. Staubblätter 4— 12. Kapsel länglich, 2 — 4 zähnig aufspringend. Weiderich 222. II. Kelchröhre glockig. Kronblätter 6, klein, hinfällig. Staubblätter meist 6. Kapsel fast kugelig, unregelmäfsig zerreifsend. Burgel 222. I. Weiderich, Lythrum. xi. 1 . Blätter meist gegenständig oder zu 3 , aus herzförmigem Grunde lanzettlich. Blüten in langer, endständiger, quirliger Ähre. Krone purpurn, grofs. Staubblätter 12. Pflanze 60 — 120 cm hoch, mehr- jährig. Feuchte Wiesen, Gräben, Ufer. Häufig. Juli — Sept. Blut-W., Blutkraut, L. salicäria L. 2. Blätter wechselständig, die unteren oft gegenständig, aus schmälerem Grunde lanzettlich oder lineal. Blüten einzeln in den Blattachseln. Krone klein, rötlichlila. Staubblätter 4 — 6. Pflanze 7 — 20 cm hoch, I jährig. Feuchte Äcker , sandige Triften , Gräben. Zerstreut. Juli bis Sept. Ysop-W., L. hyssopifölia L. 2. Burg^el, Peplis. VI. Stengel liegend, oft am Grunde wurzelnd, rot angelaufen. 5 — 20 cm lang. Blätter gegenständig, länglich - verkehrt- eiförmig, stumpf. Blüten blattachselständig, fast sitzend. Krone rosa. Überschwemmt gewesene Stellen, Ufer, feuchte Äcker. Nicht selten. Juli — Sept. Bach-B., P. pörtula L. 61. Familie. Weillbluincil^'ewächse, Oenotheraceen. I. Staubblätter 8. Krone 4 blättrig. Frucht eine 4fächerige Kapsel. A. Krone rot bis weifslich. Kapsel lineal. Samen mit einem Haarschopf. Weidenröschen 222. B. Krone gelb. Kapsel länglich oder keulenförmig. Samen ohne Haarschopf. Weinblume 225. IL Staubblätter 2. Krone 2 blättrig, weifs, oft rötlich überlaufen. Frucht eine i- oder 2 fächerige Schliefsf rucht , meist mit hakigen Borsten besetzt. Blätter gegenständig. Hexenkraut 225. I. Weidenröschen, Eberich, Epilöbium, vm. I. Blätter zerstreut. Krone ausgebreitet. Staubblätter und Griffel ab- wärts gebogen. A. Blätter verlängert -lanzettlich, sitzend, ganzrandig oder drüsig ge- zähnelt, unterseits etwas graugrün, mit hervortretenden Nerven. Blütentraube verlängert. Kronblätter benagelt, verkehrt -eiförmig, hellpurpurn. 50 — 125 cm. Waldränder, Holzschläge. Häufig. Juli — Sept. Schmalblättriges W., E. angustifölium L. Weinblumengewächse. 2 2'K B. Blätter lineal, meist ganzrandig, beiderseits fast gleichfarbig grün, unterseits ohne hervortretende Nerven. BUitentraube kurz, wenig- blütig. Kronblätter elliptisch -länglich, am Grunde schmäler, hellpurpurn. 30 — 60 cm. Kiesige und sandige Flufsufer in Schlesien und im südlichsten Deutschland. Juli, Aug. Rosmarin -"W"., E. Dodon?ei Vill. II. Untere Blätter gegen- (seltener zu 3 quirl-) ständig, obere wechsel- ständig, Krone trichterförmig. Staubblätter und Griffel aufrecht. A. Narben getrennt, ausgebreitet (wenigstens in ihrer völligen Ent- wickelung). Stengel fast stets stielrund. 1. Blätter sitzend oder fast sitzend, oft etwas herablaufend. Stengel meist zottig. Junge Blüten aufrecht. a. Blüten giofs, 10 — 20 mm lang (2 — 2,5 cm im Durchm.), Krone dunkelpurpurn, 2 — 3 mal so lang als der Kelch. Blätter stengelumfassend, etwas herablaufend, lanzettlich- länglich, stachelspitzig, scharf feingesägt. Stengel mit längeren abstehenden, oberwärts auch mit kürzeren drüsen- tragenden Haaren zottig. Wurzelstock im Herbst lange, fleischige, unterirdische Ausläufer treibend. 60 — 120 cm. Gräben, Ufer, feuchte Gebüsche. Verbreitet. Juni — Sept, Rauhhaariges W., E. hirsütum L. b. Blüten viel kleiner, 6 — 10 mm lang. Krone rosa -violett. Blätter mit abgerundetem oder etwas verschmälertem Grunde sitzend, lanzettlich bis schmal - lanzettlich, spitz, gezähnelt. Stengel von einfachen Haaren zottig oder weichhaarig. Wurzelstock im Herbst kurze, an der Spitze eine Blatt- rosette tragende Ausläufer, selten aufrechte Stengel treibend. 20 — 60 cm. Ufer, Gräben, feuchte Gebüsche. Meist häufig. Juni — Sept. Kleinblütiges "W., E. paniflörum Schreb. 2. Blätter mehr oder weniger deutlich gestielt. Stengel anliegend behaart, ohne herablaufende erhabene Linien. a, Blätter am Grunde abgerundet oder mehr oder weniger herzförmig, kurz gestielt. Junge Blüten nickend, aa. Stengel einfach oder wenigästig. Blätter ziemlich grofs, ungleich gezähnt, eiförmig -lanzettlich, fast kahl, gras- grün, etwa bis zur Mitte gegenständig, selten quirl- ständig. Blütenknospen verkehrt- eiförmig, kurz be- spitzt. Blüten fast mittelgrofs, 8 — 10 mm lang. Krone rosa, selten weifs. Kapsel 6 — 9 cm lang, weichhaarig, 30 — 80 cm, in höheren Lagen auch nur 3 — 10 cm, Wälder, Gebüsche, feuchte Orte. Häufig. Juni — Sept. Berg-W., E. montänum L. bb. Stengel meist vom Grunde an ästig. Blätter klein (i — 4 cm lang, 5 — 15 mm breit), eiförmig, graugrünlich, derb, die mittleren entfernt gezähnelt. Blüten klein. 224 Weinblum engewächse. 4 — 6 mm lang. Knospen kugelig -eiförmig, stumpf. Krone rosa. Kapsel 4 — 6 cm lang. 10 — 50 cm. Steinige, felsige Orte, Abhänge. Verbreitet. Jnni bis Sept. Hügel- W., E. collinimi Gmel. b. Blätter am Grunde allmählich verschmälert, in den 3 — 7 mm langen Blattstiel verlaufend, länglich -lanzettlich oder lanzett- lich, stumpf, entfernt und oft scharf gezähnt, am Grunde ganzrandig, graugrün. Blütenknospen eiförmig -länglich. Blüten schon anfangs fast aufrecht, 6 — 10 mm lang. Krone erst weifslich, dann rosa. Stengel einfach oder ästig, mit steifen, rutenförmigen Ästen. 30 — 60 cm. Steinige Ab- hänge, Waldränder. Zerstreut. Juni — Aug. Lanzettliches W., E. lanceolätum Seb. u. Maur. B, Narben keulenförmig zusammenneigend oder verwachsen. I. Stengel mit 2 — 4 erhabenen (von den Blatträndern herab- laufenden Linien). a. Blätter alle deutlich und ziemlich lang gestielt, länglich, an beiden Enden verschmälert, dicht gezähnelt. Blüten jung nickend, 5 — 6 mm lang. Krone erst weifslich, dann rosa. Kapsel mit gervmdeten Kanten. Stengel meist sehr ästig und reichblütig, undeutlich -4kantig. Wurzelstock im Herbst kurzgestielte oder sitzende, aus kleinen, fleischigen, fast laubartigen, dunkelgrünen Niederblättern bestehende Blatt- rosetten bildend. 15 — 80 cm. Feuchte Orte, Gräben, Bäche. Verbreitet. Juli — Sept. Rosenrotes W., E. röseum Schreb. b. Blätter sitzend oder sehr kurz gestielt. Blüten stets auf- recht. Wurzelstock im Herbst sitzende oder kurz gestielte Blattrosetten entwickelnd. aa. Blätter hellgrün, lanzettlich, scharf gesägt, die mittleren mit blattartigem Grunde angewachsen - herablauf end. Blütenknospen ellipsoidisch , beiderseits allmählich ver- schmälert. Stengel aufrecht, vielästig, mit 2 erhabenen Linien, je 2 von jedem Blatt getrennt bis zum nächsten Blattpaar herablaufend. Krone rosa, klein. 30 — 90 cm. An Gräben, Bächen. Zerstreut. Juni bis Aug. Herablaufendes W., E. adnätum Grisb. bb. Blätter graugrün, mittlere lineal - lanzettlich , sehr kurz "^ gestielt, obere länglich -lanzettlich, schmal (aber nicht blattartig) herablaufend. Blütenknospen verkehrt- eiförmig, am Gntnde plötzlich verschmälert. Stengel einfach oder aufrecht -ästig. Krone klein, rosa. 30 bis 60 cm. Lichte Waldplätze, Hügel, Wegränder, Sehr zerstreut. Juni — Aug. Lamysches W., E. Lämyi F. Schulz. Weinblum enge wachse. 22^ c. Blätter sitzend oder sehr kurz gestielt. Wurzelstock ver- längerte, entfernt beblätterte Ausläufer treibend. Stengel leicht zusammendrückbar, oberwärts weichhaarig, mit 2 oder 4 erhabenen Linien. Blätter dunkelgrün, matt, die mittleren sitzend, länglich bis lineal- lanzettlich, am Grunde meist abgerundet, zuweilen etwas herablaufend, gezähnelt. Blüten 5 — 7 mm lang, vor dem Aufblühen nickend. Krone trübrosenrot. 60 — loo cm. Gräben, Ufer, quellige Wald- stellen. Zerstreut. Juni- — Herbst. Dunkelgrünes "W., E. obscümm Schreb. Stengel ohne erhabene Linien, stielrund, kurzhaarig bis kahl, gewöhnlich mit 2 Haarleisten, meist einfach. Blätter lanzettlich bis lineal, mit keilförmigem Grunde sitzend, gegen die Spitze allmählich verschmälert, ganzrandig, selten entfernt gezähnelt, am Rande etwas umgerollt, mattgrün. Blüten klein, 4 — 8 mm lang, vor dem Aufblühen meist nickend. Krone rötlichweifs, selten weifs. Kapsel weich- haarig. Wurzelstock im Sommer fadenförmige, an der Spitze eine zwiebeiförmige Knospe tragende Ausläufer treibend. 10 — 50 cm. Torfige Wiesen, Gräben, Ufer. Verbreitet. Juli — Sept. Sumpf- W., E. palüstre L. 2. Weinblunic, Nachtkerze, Oenothera. viii. 1. Kronblätter länger als die Staubblätter, grofs, 20 — 26 mm lang, selten nur (parvifiöra Koch) halb so grofs, gelb. Kelchzipfel aufsen glatt, behaart. Blätter der unfruchtbaren Rosetten länglich-verkehrt-eifömiig, stumpf, stachelspitzig. 50 — 100 cm. An Flufsufern, Wegrändern, auf sandigen Feldern nicht selten verwildert. Auch zuweilen der efsbnren Wurzel (Rapontika) wegen gebaut. Aus Nordamerika. Juni bis Aug. Zweijährige W., O. biennis L. 2. Kronblätter so lang als die Staubblätter, meist kleiner als bei voriger Art, gelb. Kelchzipfel aufsen abstehend - rauhhaarig. Haare auf purpurn - gefärbten Knötchen sitzend. Rosettenblätter verlängert - lan- zettlich, zugespitzt. 40 — 80 cm. Flufsufer. Seltener. Aus Nord- amerika. Juni — Aug. Weifsstachelige W., O. muricäta L. 3. Hexenkraut, Circaea. 11. I. Narbe ausgerandet, 2 lappig. Frucht 2 fächerig, jedes Fach i sämig. Kronblätter so lang als der Kelch. Stengel 15 — 50 cm hoch. a. Blüten trauben ohne Deckblättchen, verlängert. Blätter eiförmig bis länglich, zugespitzt, am Grunde abgerundet oder herzförmig, ge- zähnelt, matt, mit oberseits rinnigem, ungeflügeltem Stiel. Frucht verkehrt-eiföniiig, ziemlich locker mit hakigen Borsten besetzt, ihre Fächer gleich. Krone weifs, oft rötlich überlaufen. Stengel meist Scbmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. ^5 226 Wassernufsgewächse. Meerbeerengewächse. zerstreut-weichhaarig. 20 — 50 cm. Schattige Thäler, Laubwälder, Gebüsche, gern auf quelligem Boden. Verbreitet. Juni — Aug. GroTses H., C. Lutetiäna L. b. Blütentrauben mit sehr kleinen, borstenfömiigen Deckblättchen. Blätter aus herzförmigem Grunde eiförmig, zugespitzt, geschweift- gezähnt, etwas fettglänzend, mit oft schmal geflügeltem Stiel. Frucht (nur selten gut entwickelt) dicht mit weichen widerhakigen Haaren besetzt, ihre Fächer meist ungleich. Krone weifs oder rötlich. Kahl. 15 — 30 cm. .Schattige, feuchte Laubwälder. Zerstreut. Juni bis Aug. Mittleres H., C. intermedia Ehrh. 2. Narbe schwach ausgerandet. Frucht i fächerig, schief-birnförmig, von der Seite zusammengedrückt, zerstreut mit hakigen Haaren besetzt. Kronblätter kürzer als der Kelch, weifs, oft rötlich überlaufen. Blüten- trauben mit borstenförmigen Deckblättchen, weniger verlängert. Blätter rundlich - eiförmig , am Grunde herzförmig, geschweift -gezähnt, fett- glänzend, mit geflügeltem, oben flachem Stiel. Stengel kahl. 5 — 15 cm. Schattige Wälder. Zerstreut. Juni— Aug. Kleines H., C. alpina L. 62. Familie. Wassernufsgewäclise, Hydrocaryaceen. I. Wassernufs, Trapa iv. Untergetauchte Blätter gegenständig, lineal, hinfällig, an ihrem Grunde fiederförmig verzweigte "Wurzeln, schwimmende Blätter rosettig, lang- gestielt, rautenförmig, gezähnt, lederig. Blattstiele in der Mitte oft bauchig-aufgeblasen. Blüten einzeln in den Blattachseln. Krone klein, weifs. 60 — 120 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Schwimmende W., T. natans L. 63. Familie. Meei'lbeereilgewächse, Halorrhagidaceen. I. Blüten I häusig. Kelch der männlichen Blüten 4 teilig, Krone 4 blättrig, hinfällig. Staubblätter 8. Narben 4, sehr grofs. Tausendblatt 226. IL Blüten zwitterig. Blütenhülle undeutlich, einen etwas vorstehenden Rand darstellend. Staubblatt i. Griffel i. Tannwedel 227. I. Tausendblatt, Myriophyllum. XXI. I. Obere Deckblätter ungeteilt, kürzer als die Blüten. Blattquirle meist 4 zähl ig. a. Ähren stets aufrecht. Blüten sämtlich in Quirlen. Blattzipfel, meist gegenständig. Krone rosa. 30 — 150 cm. Gräben, Teiche, Flüsse, Seen, Verbreitet. Juli, Aug. Ahriges T., M. spicatum L. b. Männliche Blüten einzeln, abwechselnd, in anfangs überhängender Ähre, an deren Grunde die weiblichen in einem Quirl stehen. Blattzipfel meist wechselständig. Krone rosa. 15 — 30 cm. Stehende Gewässer. Seltener. Jixli, Aug. Wechselblättriges T., M. alteiniflorum DC. E p li c II g e w ä c h s e. Doldengewächse. ^^1 2. Deckblätter alle kammförmig-fiederspaltig oder gefiedert, so lang oder länger als die Blüten. Blattquirle 5- oder 6zälilig. Ähren stets auf- recht. Blüten sämtlich in Quirlen. Krone rosa. 7 — 30 cm. Gräben, Sümpfe, Seen. Zerstreut. Juni — Aug. Quirliges T., M. verticillatum L. 2. Tannwedel, Hippüris. i. Stengel aufrecht, seltener flutend, rührig, dicht beblättert. Blätter zu 8 — 12 quirlständig, lineal, ganzrandig, die untergetauchten zurück- geschlagen. Blüten blattachselständig, sitzend, grünlich. 20 — 60 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Zerstreut. Juni — Aug. Quirliger T., H. vulgaris L, 64. Familie. Eplieugewächse, Araliaceen. I. Epheil, Hedera. v. Stengel kletternd, mit zahlreichen Wurzeln sich anklammernd. Blätter kahl, glänzend, lederartig, eckig-3 — 5 lappig, die der blühenden Zweige eiförmig, ungeteilt. Blüten in Dolden. Krone grünlichgelb. Beeren schwarz. 3 — 15 m. Wälder, Felsen. Verbreitet. Auch häufig an- gepflanzt. Aug., Sept. Echter E., H. helix L. 65. Familie. DoldeilgeiväcllSC, Umbelliferen. v. Der Blütenstand der meisten Doldengewächse ist eine zusammen- gesetzte Dolde, d. h. eine Dolde, die wieder aus kleinen Dolden, welche Döldchen genannt werden, besteht. Die Stiele der Döldchen heifsen Dolden strahlen oder Strahlen. Die kleinen Blättchen am Grunde der Dolde bilden die Hülle, diejenigen am Grunde der Döldchen, das Hü liehen. Die nach aufsen gewendeten Kronblätter der am Rande der Dolde stehenden Blüten sind oft gröfser als die nach innen gewendeten und heifsen in diesem Falle strahlend. Der Kelch ist undeutlich oder als ein unscheinbarer, 5zähnjger Rand am Fruchtknoten sichtbar. Unter dem Stempelpolster (Griffel- polster) versteht man die dem Frucktknotcn aufsitzende, polsterartige Verdickung der beiden Griffel. Der Frucktknotcn zerfällt bei der Reife in 2 Teilfrüchtchen. Jedes Teilfrüchtchen zeigt in der Regel eine Anzahl (meist 5) Längsrippen. I. Blätter stachelig. Pflanze distelartig. Blüten in Köpfen. Hüllblätter dornig- gezähnt. Blätter ungeteilt oder geteilt bis zusammengesetzt. Mannstreu 232. II. Blätter einfach, ungeteilt bis geteilt. A. Blätter ungeteilt, schildförmig, gekerbt. Stengel kriechend, faden- förmig. Dolden klein, kopfförmig, wenigblütig. Hülle 3- bis 5blättrig. Nabclkraut 232. IC* 228 Doldengewächse. B. Blätter ungeteilt, rundlich bis lineal, ganzrandig. Stengel auf- recht. Dolden zusammengesetzt. Hülle i — mehrblättrig oder fehlend. Hüllchen mehrblättrig. Krone eingerollt, gelb. Hasenohr 235. C. Blätter handförmig-geteilt. 1. Dolden zusammengesetzt, aber die Döldchen kopfförmig, mit männlichen Randblüten, Frucht mit hakenförmigen Stacheln besetzt. Sanikel 232. 2. Dolden einfach. Frucht stachellos. Teilfrüchtchen mit 5 stumpfen, gezähnten, hohlen Rippen. Hülle grofs, gefärbt. Strenze 232. ni. Blätter zusammengesetzt. Krone gelb, grünlichgelb oder grünlich. A. Hülle und Hüllchen vielblättrig. Frucht geflügelt. 1. Blätter doppelt-gefiedert. Kelchsaum imdeutlich. Kronblätter rundlich, eingerollt. Alle Rippen der Frucht geflügelt. Liebstöckel 237. 2. Blätter 3 fach - gefiedert. Kelchsaum 5 zähnig. Kronblätter verkehrt-eiförmig, mit eingebogenem Spitzchen. Die 3 mitt- leren Rippen der Frucht fadenförmig. Haarstrang 238. B. Hülle fehlend. Hüllchen vielblättrig. 1. Kelchsaum undeutlich. Frucht nicht geflügelt. a. Kronblätter rundlich, in ein eingebogenes Läppchen ver- schmälert, grünlichgelb. Frucht von der Seite zusammen- gedrückt. Gebaute Pflanze. Petersilie 233. b. Kronblätter länglich-verkehrt-eiförmig, in ein eingebogenes Spitzchen verschmälert, blafsgelb. Frucht im Querschnitt rundlich. Wildwachsende Pflanze. Silau 237. 2. Kelchsaum 5 zähnig. Frucht am Rande geflügelt. a. Blättchen lineal. Kronblätter verkehrt -eiförmig, mit ein- wärts gebogenem Spitzchen, gelb. Ränder der Teilfrücht- chen anemanderliegend (zusammenschliefsend). Haarstrang 238. b. Blättchen eiförmig. Kronblätter elliptisch, einwärts ge- bogen, grünlich. Ränder der Teilfrüchtchen klaffend. Engelwurz 238. C. Hülle und Hüllchen fehlend oder nur aus i — 2 imbeständigen Blättchen bestehend. I. Stengel glatt. Blattzipfel pfriemlich. Kelch undeutlich. a. Blattscheiden an der Spitze mit mützenförmigem Öhrchen. Frucht im Querschnitt nmdlich, nicht geflügelt. Fenchel 236. b. Blattscheiden ohne Öhrchen. Frucht linsenförmig, breit- geflügelt. Dill 239. Doldengewächse. 220 2. Stengel gefurcht. Teilfrüchtchen am Rande geflügelt. a. Blattzipfel lineal. Kelchsaum 5 zähnig. Kronblätter ver- kehrt-eiförmig, mit eingebogenem Spitzchen, gelblichweifs oder grünlich. Haar sträng 238. b. Blattzipfel eiförmig bis lanzettlich. Kelchsaum undeutlich. Kronblätter nmdlich, gestutzt, eingerollt, gelb. Pastinak 239. IV. Blätter zusammengesetzt. Krone weifs oder rötlich. A. Fruchtknoten (Frucht) lineal oder geschnäbelt. Kelchsaum un- deutlich. 1. Frucht mindestens 2 cm lang, kahl, gerippt. a. Frucht lang geschnäbelt (der Schnabel viel länger als die Frucht). Dolden i — 3 strahlig. Hechelkraut 240. b. Frucht ungeschnäbelt, schwarzbraun, firnisglänzend. Dolden vielstrahlig. Myrrhe 242. 2. Frucht kaum i cm lang. Dolden vielstrahlig. a. Frucht kurz*) geschnäbelt (Schnabel höchstens halb so lang als die Frucht, gerippt), rippenlos, kahl oder borstig. Kerbel 241. b. Frucht ungeschnäbelt, stumpf, gerippt, kahl. Kälberkropf 241. B. Fruchtknoten (Frucht) borstig oder stachelig, ungeschnäbelt. Kelchsaum 5 zähnig. 1. Blätter einfach-gefiedert. Hülle und Hüllchen 3 — mehrblättrig. a. Dolde vielstrahlig. Blättchen der Hülle pfriemlich. Frucht linsenförmig, (vor der Reife) steifhaarig. Zirmet 239. b. Dolde 2 — 4strahlig. Blättchen der Hülle länglich, stumpf, häutig. Frucht von der Seite zusammengedrückt, mit stacheligen Rippen. Zwiesel 240. 2. Blätter, wenigstens die unteren, 2 — 3 fach -gefiedert. a. Hülle fehlend oder i blättrig. Hüllchen wenigblättrig. Dolden 2 — 3 strahlig. Frucht länglich, mit stacheligen Rippen. Haftkraut 240. b. Hülle fehlend oder mehrblättrig. Hüllchen vielblättrig. Hüllblätter ungeteilt. Dolde vielstrahlig. Kronen klein, weifs oder rötlich. Frucht mit hakigen Stacheln besetzt. Borstdolde 240. c. Hülle und Hüllchen vielblättrig. aa. Hüllblätter 3 teilig bis fiederteilig, mit linealen Zipfeln. Dolde vielstrahlig. Frucht stachelig. Möhre 240. bb. Hüllblätter ungeteilt. Dolde meist 5 strahlig. Rand- kronen grofs, weifs. Frucht linsenförmig, stachelig. Breitling 240. *) Beim Kerbel erscheint der Schnabel oft nur als ein kurzer, dunkelgrüner, gerippter Hals über dem Fruchtknoten. 230 Doldengewächse. C. Fruclitknoten länglich bis eiförmig oder rundlich, ungeschnäbelt, kahl, höchstens feinhaarig. 1 . Blätter 3 zählig oder doppelt- bis 3 fach - 3 zählig. a. Hülle und Hüllchen fehlend oder nur aus i oder 2 un- beständigen Blättchen bestehend. aa. Blättchen ungeteilt, gesägt. Frucht länglich, schwach seitlich zusammengedrückt, ungeflügelt. Giersch 234. bb. Blättchen 2- oder 3 spaltig. Frucht linsenförmig zu- sammengedrückt, am Rande geflügelt. Gebirgspflanze. Meisterwurz 239. b. Hülle und Hüllchen 3 — mehrblättrig. aa. Kronblätter länglich - elliptisch , stumpf. Blätter grofs, 3 zählig - gefiedert. Frucht eiförmig, flügelig - gerippt. Beutling 242. bb. Kronblätter verkehrt - herzförmig (ausgerandet). Blätter 3 zählig, mit linealen, scharf - stachelig - gesägten, 2 bis 3 spaltigen Blättchen. Frucht länglich, gerippt. Sichelkraut 234. 2. Blätter einfach -gefiedert, seltener nur fiederteilig. a. Hülle fehlend oder nur aus i oder 2 unbeständigen Blätt- chen bestehend. Hüllchen 3 — mehrblättrig. Stengel rauh- haarig. Blättchen gelappt bis fiederspaltig. Frucht linsen- förmig, am Rande geflügelt. Heilkraut 239. b. Hülle und Hüllchen fehlend oder nur aus i oder 2 un- beständigen Blättchen bestehend. Kelchsaum undeutlich, aa. Kronblätter rundlich, ganzrandig, sternförmig ausge- breitet, grünlichweifs. Frucht rundlich, 2 knotig. Eppich 233. bb. Kronblätter verkehrt - herzförmig , mit eingebogenem Läppchen, weifs. Frucht eiförmig oder länglich -ei- förmig. Bibernell 234. c. Hülle und Hüllchen 3 — mehrblättrig. Sumpf- oder Ufer- pflanzen. aa. Stengel kriechend. Dolden blattgegenständig. Kron- blätter eiförmig, spitz. Frucht rundlich, 2 knotig. Scheiberich 233. bb. Stengel aufrecht, stielrund, gestreift. Dolden blatt- gegenständig. Kronblätter herzförmig ausgerandet. Frucht eiförmig, fast 2 knotig. Berle 235. cc. Stengel aufrecht, kantig- gefurcht. Dolden endständig. Kronblätter herzförmig ausgerandet. Frucht länglich- eiförmig. Merk 235. 3. Blätter doppelt- bis 3fach-gefiedert. Blättchen und Blattzipfel grofs (oder klein und dann der Stengel steif haarig). a. Hülle und Hüllchen 3 — mehrblättrig. Kelchsaum 5 zähnig. Doldengewächse. 2 '^ I aa. Stengel stielnmd, gestreift. Blättchen scharf-, fast dornig-gesägt. Frucht nur am Rande geflügelt, linsen- förmig. Haarstrang 238. bb. Stengel kantig-gefurcht und unterwärts steifhaarig oder stielrund und kahl. Frucht 8 flügelig. Laserkraut 239. b. Hülle fehlend oder nur i- oder 2blättrig. Hüllchen 3 bis mehrblättrig. aa. Kelchsaum 5 zähnig. Blättchen lanzettlich bis lineal- lanzettlich, scharf - gesägt. Frucht rundlich, 2 knotig, gerippt. Ufer- oder Sumpfpflanze. Wüterich 233. bb. Kelchsaum 5 zähnig. Blättchen herz - eiförmig , spitz, ungleich -kerb ig -gesägt. Frucht eiförmig, am Rande geflügelt. Stengel kantig-gefurcht. Mutterwurz 238. cc. Kelchsaum undeutlich. Blättchen eiförmig oder breit- lanzettlich. Frucht am Rande 2 flügelig. Stengel stiel- nmd, gestreift. Brust würz 238. Blätter doppelt- bis 3 fach - gefiedert. Blättchen und Blatt- zipfel klein. a. Hülle fehlend oder wenigblättrig. Hüllchen 5 — 8blättrig. Blätter mit haarfeinen, quirligen Zipfeln. Kronblätter spitz. Gebirgspflanze. Bärwurz 237. b. Hülle und Hüllchen fehlend. aa. Blüten 2häusig. Kronblätter ungeteilt, die der männ- lichen Blüten lanzettlich, die der weiblichen oder Zwitterblüten eiförmig, kurz-zugespitzt. Dolden klein, zahlreich, rispig angeordnet. Scherbet 233. bb. Blüten zwitterig. Kronblätter verkehrt-herzförmig, mit eingebogenen Läppchen. Dolden vielstrahlig. Kümmel 234. c. Hülle fehlend oder mehrblättrig. Hüllchen einseitswendig, 2 — 4 blättrig. aa. Hülle fehlend. Kelchsaum undeutlich. Dolden 10 bis 20 strahlig. Hüllchen meist länger als die Döldchen. Frucht kugelig- eiförmig. Gleifse 236. bb. Hülle fehlend. Kelchsaum 5 zähnig. Dolden 3- bis 5 strahlig. Hüllchen kürzer als die Döldchen. Frucht kugeHg. Koriander 242. cc. Hülle vorhanden. Dolden 10 — 20 strahlig. Hüllchen kürzer als die Döldchen. Kelchsaum undeutlich. Frucht rundlich - eiförmig. Schierling 242. d. Hülle fehlend. Hüllchen allseits wendig, 3 — mehrblättrig, aa. Kelchsaum 5 zähnig. Kelchzähne lang, dünn. Griffel lang, aufrecht. Blättchen oder Blattzipfel lineal. Sumpfpflanze. Pferdesaat 236. 2-22 Doldengewächse. bb. Kelchsaum 5 zähnig. Kelchzähne kurz, 3 eckig. Griffel zurückgebogen. Blättchen oder Blaltzipfel lineal. Sesel 236. cc. Kelchsaum undeutlich. Stengel kantig -gefurcht, auf- recht. Blättchen tief-fiederspaltig. Frucht am Rande 2 flügelig. Silge 237. dd. Kelchsaum undeutlich. Stengel kriechend oder im Wasser flutend. Dolden blattgegenständig. Scheiberich 233. ee. Kelchsaum undeutlich. Stengel aufrecht. Frucht nicht geflügelt. Blättchen lineal-lanzettlich. Brennsaat 237. e. Hülle und Hüllchen 3 — mehrblättrig. aa. Kelchsaum 5zähnig. Griffel anfangs sehr kurz. Frucht am Rande geflügelt, linsenförmig. Haarstrang 238. bb. Kelchsaum 5 zähnig. Frucht ungeflügelt, stielrund. Kronen der Randblüten gröfser, strahlend. Sumpf- pflanze. Pferdesaat 236. cc. Kelchsaum 5 zähnig. Frucht ungeflügelt, stielrund. Kronen aller Blüten gleichgrofs. Frucht kurzhaarig. Stengel kantig - gefurcht. Trockene Orte. Hirschwurz 237. dd. Kelchsaum undeutlich. Blätter fast 3 fach - gefiedert. Blattzipfel lineal. Auf Ackern. Kümmel 234. ee. Kelchsaum undeutlich. Blätter doppelt - gefiedert. Blättchen lineal-lanzettlich. Sumpfige Wiesen und Ge- büsche. Brennsaat 237. I. Nabclkraut, Hydrocotyle. Stengel kriechend. Blätter schildförmig, kreisrund, gekerbt. Krone weifs oder rötlich. 5 — 20 cm. .Sumpf- und Moorboden, feuchte Wald- stellen. Zerstreut. Juli, Aug. Wasser -N., H. vulgaris L. 2. Sanikel, Sanicula. Grundblätter handförmig-geteilt, mit 3 spaltigen, eingeschnitten-gezähnten Zipfeln. Zwitterblüten sitzend, männliche kurzgestielt. Krone weifs oder rötlich. 30 — 45 cm. Schattige Wälder. Zerstreut. Mai, Juni. Wund-S., S. Europaea L. 3. Strenze, Asträntia. Grundblätter mit 2 — 3 spaltigen Zipfeln. Hüllblätter weifslich oder rosa, grün geädert. Krone weifs oder rötlich. 30 — lOO cm. Gebüsche, Waldränder, Waldwiesen, besonders in Gebirgsgegenden. Juli, Aug. Grofse St., A. major L. 4. iMannstreil, Eryngium. I. Hüllblätter eiförmig. Untere Blätter ungeteilt, nierenförmig, gestielt, übrige handförmig- gelappt, stengelumfassend. Krone weifslich oder Doldengewächse. 2 ^ ■^ bläulich. Ganze Pflanze weifslich- oder bläulich-meergrün. 30 — 60 cm. Am Strande und auf den Inseln der Nord- und Ostsee. Juni — Aug. Strand -M., E. maritimum L. 2. Hüllblätter lineal-lanzettlich. a. Blätter 3 zählig, mit doppelt - fiederspaltigen , stachelig -gezähnten Blättchen. Köpfe fast kugelig. Krone weifslich oder graugrün. 15 — 50 cm. Triften, Abhänge, Wegränder. Zerstreut. Juli, Aug. Feld-M., E. campestre L. b. Untere Blätter ungeteilt, ei-h erzförmig, gestielt, die übrigen 3- bis 5 spaltig, stachelig-gezähnt, sitzend. Köpfe eiförmig. Krone blau. Der obere Teil der Pflanze blau überlaufen. 30 — 60 cm. Sandige Triften, Flufsufer im östlichen Deutschland. Juli, Aug. Flache M., E. planum L. 5. Wüterich, Cicuta. Wurzelstock hohl, durch Querwände fächerig. Blätter 3 fach - gefiedert, mit scharf -gesägten, lanzettlichen bis linealen Blättchen. Krone weils. 60 — 120 cm. Sümpfe, Teichränder, Gräben. Verbreitet. Sehr giftig! Juli, Aug. Gift-W., Wasserschierling, C. virösa L. 6. Eppich, Apium. Blätter glänzend, gefiedert, obere 3 zählig, mit keilförmigen Blättchen. Dolden sehr kurzgestielt. Krone weifslich. 30 — 80 cm. Am .See- strand und auf Salzboden, besonders an Gräben und Bächen. Häufig gebaut. Aug., Sept. Küchen -E., Sellerie, A. graveolens L. 7. Petersilie, Petroselinum. Blätter oberseits glänzend, untere 2 — 3 fach-gefiedert, mit eiförmig-keiligen, gezähnten bis 3 spaltigen Blättchen. Krone gelblich oder grünlich. Von eigentümlichem Geruch. 60 — 100 cm. Bekanntes Küchen- gewächs. Juni, Juli. Garten -P., P. sativum HofFm. 8. Scherbet, Trinia. Blätter graugrün, die unteren 2 — 3 fach-gefiedert-fiederteilig, mit linealen Zipfeln. Krone weifs oder rötlichweifs. 15 — 30 cm. Sonnige Kalk- hügel in den Rhein- und Maingegenden. April, ISIai. , Hüllenloser Seh., T. vulgaris DG. 9. Scheiberich, Helosciädium. I. Untere Blätter untergetaucht, doppelt -fiederteilig, mit pfriemlichen Zipfeln, obere gefiedert, mit keilförmigen, oft 3 lappigen Blättchen. Dolden 2 strahlig. Krone weifs. 15 — 60 cm. Gräben, Sümpfe in Norddeutschland imd den Rheingegenden. Juni, Juli. Flutender S., H. inundätum Koch. 2^4 Doldengewächse. 2. Blätter sämtlich gefiedert. a. Stengel der ganzen Länge nach kriechend. Blättchen rundlich- eiförmig, ungleich - gesägt oder gelappt. Dolden 3 — 6 strahlig, ge- stielt. Hülle 3 — 6 blättrig. Krone weifs. 15 — 30 cm. Sumpfige Wiesen, an Gräben, Ufern. Sehr zerstreut. Juli — Sept. Kriechender S., H. repens Koch. b. Stengel nur am Grunde liegend und wurzelnd. Blättchen eiförmig- lanzettlich, gleichförmig-gekerbt. Dolden mehrstrahlig, fast sitzend. Hülle I — 2 blättrig. Krone giünlich weifs. 30 — 60 cm. An Gräben und Bächen in den Rheingegenden. Juli — Sept. Knotiger S., H. nodiflorum Koch. 10. Sichelkraut, Falcäria. Blätter meist 3 zählig ; das mittlere Blättchen tief-3 spaltig, die seitlichen 2 — 3 spaltig, alle mit linealen, scharf-stachelig-gesägten Zipfeln. Krone weifs. 40 — 80 cm. Acker, Weg- und Wiesenränder. Zerstreut. Juli, Aug. Acker- S., F. sioides Aschs. 11. Giersch, Aegopödium. Untere Blätter doppelt-^ zählig, mit eiförmig-länglichen, ungleich-kerbig- gesägten Blättchen und bauchigen Scheiden, obere Blätter einfach- 3 zählig. Krone weifs. 50 — 100 cm. Gebüsche, Hecken, Grasgärten. Gemein. Juni, Juli. Zaun-G., A. podagräria L. 12. Kümmel, Canmi. 1. Hülle fehlend. Hüllchen fehlend oder wenigblättrig. Blätter doppelt- gefiedert. Blättchen fiederteilig, die beiden untersten Paare erster Ordnung gekreuzt. Krone weifs. 30 — 60 cm. Wiesen, Wegränder, Raine. Häufig. Mai, Juni. Wiesen -K., C. carvi L. 2. Hülle und Hüllchen mehrblättrig. Blätter fast 3 fach-gefiedert. Stengel am Grtmde knollig-verdickt. Krone weifs. 30 — 60 cm. Äcker auf Kalk- und Thonboden im \vestlichen Deutschland. Mai — ^Juli. Knollen -K., C. bulbocästanum Koch. 13. Biberneil, Pimpinella. 1. Angebaute, einjährige Pflanze. Untere Blätter ungeteilt, rundlich- nierenförmig, mittlere gefiedert, mit keilförmigen, meist 3 spaltigen Blättchen, oberste 3 teilig. Früchte weichhaarig. Krone weifs. 15 bis 45 cm. Zuweilen angepflanzt. Orient. Juli, Aug. Anis-B., P. anisum L. 2. Wildwachsende, ausdauernde Pflanzen. a. Stengel kantig-gefurcht, entfernt beblättert. Blättchen der unteren Blätter gestielt, eiförmig oder länglich, eingeschnitten - gesägt, die der oberen lineal. Krone weifs. 60 — 120 cm. Wiesen, Gebüsche, Waldränder. Zerstreut. Juni — Sept. Grolse B., P. magna L. Doldengewächse. 235 b. Stengel stielrund, gestreift, obervvärts fast blattlos. Blättchen der Grundblätter sitzend, rundlich, die der Stengelblätter fiederteilig, mit lanzettliclien oder linealen Zipfeln. Krone weiCs. 30 — 60 cm. Wiesen, Hügel, trockene Wälder. Gemein. Juli — Sept. Steinbrech -B., P. saxifraga L. 14. Berle, Berula. Blätter gefiedert, untere mit eiförmigen, obere mit länglichen oder lan- zettlichen, gesägten Blättchen. Dolden kurzgestielt. Krone weifs. 30 — 60 cm. Gräben, Teich- und Sumpfränder. Nicht selten. Juli, Aug. Schmalblättrige B., B. angustifölia Koch. 15. Merk, Sium. 1. Wurzeln fadenförmig. Blätter gefiedert. Blättchen schief-lanzettlich, scharf-gesägt, die der untergetauchten Blätter doppelt-fiederteilig, mit linealen Zipfeln. Krone weifs. 60 — 120 cm. Gräben, Sümpfe, Teichränder. Zerstreut. Juli, Aug. Breitblättriger M., S. latifölium L. 2. Wurzeln knollig-verdickt. Untere Blätter gefiedert. Blättchen länglich, das endständige herz-eiförmig, scharf gesägt. Obere Blätter 3 zählig. Krone weifs. 30 — 45 cm. Zuweilen gebaut. Aus Asien. JuH, Aug. Zucker -M., S. sisarum L. 16. Hasenohr, Bupleürum. 1. Blätter, wenigstens die oberen, vom Stengel durchwachsen. Blätter eiförmig. Hülle fehlend. Hüllchen aus 3 — 5 rundlichen Blättchen bestehend. Krone gelb. 15 — 45 cm. Unter der Saat auf Kalk- und Thonboden. Zerstreut, in Norddeutschland sehr selten. Juni bis Aug. Rundblättriges H., B. rotundifölium L. 2. Blätter nicht durchwachsen. a. Endständige Dolde 3 strahlig, seitenständige unvollkommen. Unterste Blätter lineal-lanzettlich, übrige lineal, sitzend. Frucht körnig-rauh. Krone gelb. 10 — 30 cm. Triften, Wegränder auf salzhaltigem Boden. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Feines H., B. tenuissimum L. b. Dolden 4 — 8 strahlig. aa. Unterste Blätter länglich, in den Blattstiel verschmälert, obere lanzettlich, sitzend, oft etwas sichelförmig gekrümmt. Hülle und Hüllchen schmalblättrig. Krone gelb. 20 — loo cm. Ge- büsche, Wegränder, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juni — Aug. Sichelblättriges H., B. falcätum L. bb. Blätter eiförmig-länglich, untere in den Blattstiel verschmälert, mittlere und obere sitzend, stengelumfassend. Hülle und Hüll- chen breitblättrig. Krone gelb. 30 — 100 cm. Bergwälder. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Langblättriges H., B. longifölium L. 2^6 Doldengewächse. 17. Pferdesaat, Oenänthe. 1. Dolden blattgegenständig. Kronen nicht strahlend, Blätter doppelt- gefiedert-fiederspaltig, mit lanzettlichen, eingeschnitten-gesägten Zipfeln, die untergetauchten mit fädlichen Zipfeln. Dolden vielstrahlig, ohne Hülle. Krone weifs. 30 — 120 cm. Gräben, Sümpfe. Häufig. Juli, Aug. Wasser -Pf., O. aquätica Lmk. 2. Dolden endständig. Kronen strahlend. a. Stiele der Stengelblätter (wie der Stengel) röhrig. Untere Blätter doppelt-, obere einfach - gefiedert , kürzer als der Blattstiel, mit linealen, oft 3 spaltigen Blättchen. Endständige Dolde 3 strahlig, fruchttragend, seitenständige 3 — 5 strahlig, unfruchtbar. Hülle fehlend oder i blättrig. Krone weifs. 30 — 60 cm. Gräben, Sümpfe. Zerstreut. Juli, Aug. Röhrige Pf., O. fistulösa L. b. Stiele der Stengelblätter nicht röhrig. Dolden 5 — 10 strahlig. aa. Untere und mittlere Blätter doppelt-gefiedert, mit ei- oder keil- förmigen Blättchen, obere einfach-gefiedert, mit linealen Zipfeln. Hülle meist 4 — 6blättrig. Kronblätter bis zur Mitte gespalten, weifs. 45 — 60 cm. Sumpfige Wiesen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Lachenalsche Pf., O. Lachenalii Gmel. bb. Zipfel aller Blätter lineal. Hülle fehlend oder i blättrig. Kron- blätter nicht bis zur Mitte gespalten, weifs. 30 — 90 cm. Fruchtbare, feuchte Wiesen in den Rheingegenden, Hessen und Württemberg. Juni, Juli. Haarstrang-Pf, O. peucedanifölia Poll. 18. Gleifse, Aethüsa. Blätter glänzend, doppelt- bis 3 fach-gef ledert. Blättchen fiederspaltig bis gesägt. Hüllchen 3 blättrig , zurückgeschlagen , einseitswendig , meist viel länger als die Döldchen, Krone weifs. 30 — 80 oder (auf Stoppel- feldern) 3 — 10 cm. Gartenland, Äcker, Zäune. Gemein. Giftig! Juni — Sept. Garten- G., Hundspetersilie, A. cynäpium L. 19. Fenchel, Foeniculum. Blattscheiden (3 — 5 cm) lang, an der Spitze mit mützenförmigem Ohrchen. Blätter 3 — mehrfach -gefiedert, mit verlängerten, pfriemlichen Zipfeln, blaugrün. Krone gelb. 80 — 150 cm. Zuweilen gebaut. Aus Süd- europa. Juli, Aug. Garten -F., F. capilläceum Gil. 20. Sesel, Seseli. I. Hüllchenblätter in eine becherf ömiige , am Rande gezähnte Scheide verwachsen. Dolden 9— 12 strahlig. Grundständige Blätter 3 fach- gefiedert, mit linealen Zipfeln, statt der obersten nur blattlose Scheiden. Krone weifs oder rötlich. 30 — 45 cm. Sonnige Hügel in Süd- und Mitteldeutschland. Selten. Juli — Sept. Pferde -S-, S. hippomärathrum L. Doldengewächse. 2^7 2. Hüllchenblätter frei, breit - häutig - berandet , lanzettlich. Dolden 15— 20 strahlig. Doldenstrahlen kantig, auf der inneren Seite weich- haarig. Blattstiele rinnig. Krone weifs oder rötlich. 30 — 60 cm. Berg- wiesen, Hügel, Waldblöfsen. Verbreitet. Juli — Sept. (S. coloratum Ehrh.) Starrer S., S. annuum L. 21. Hirschwarz, Libanötis. Untere Blätter meist doppelt-gefiedert. Blättchen fiederspaltig, mit lan- zettlichen Zipfeln, unterseits blaugrün. Krone weifs. 60 — 120 cm. Trockene Hügel, Gebüsche. Zerstreut. Juli, Aug. Berg-H., L. montana Crantz. 22. Brennsaat, Cnidium. Blätter doppelt-gefiedert, mit lineal-lanzettlichen oder linealen Blättchen. Hüllchenblätter pfriemlich, nicht häutig-berandet, so lang als die DcUd- chen. Krone weifs. 30 — 90 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche, be- sonders in Norddeutschland. Aug., Sept. Adrige B., C. venosum Koch. 23. Silau, Silaus. Grundblätter 3 — 4 fach - gefiedert , mit lanzettlich -linealen, fein -gesägten Zipfeln. Krone blafsgelb, 30 — loo cm. Fruchtbare Wiesen, Gräben, Gebüsche. Stellenweise häufig, im nördlichen Gebiet sehr selten. Juni — Aug. Wiesen -S., S. pratensis Bess. 24. Bärwurz, Meum. Blättchen im Umrifs nmdlich, in viele haarfeine, quirlige Zipfel geteilt. Wurzelstock oben schopfig. Krone weifs. 15 — 45 cm. Bergwiesen in Süd- und Mitteldeutschland. Mai, Juni. Echte B., M. athamanticum Jacq. 25. Liebstöckel, Levisticum. Untere Blätter doppelt-, obere einfach-gefiedert. Blättchen breit-verkehrt- eiförmig, am Gnmde keilig, meist eingeschnitten. Krone blafsgelb. I — 2 m. In Dorfgärten angepflanzt und verwildert. Aus Südeuropa. Juli, Aug. G-arten-L., L. officinäle Koch, 26. Silge, Selinum. Untere Blätter 3fach-, obere doppelt-gefiedert. Blättchen tief-fiederspal- tig, mit weifsgespitzten Zipfeln. Krone weifs. 40 — 80 cm. Laub- wälder, Gebüsche, Wiesen. Häufig. Juli, Aug. Kümmel- S., S. carvifölia L. 2^8 Doldengewächse. 27. Mutterwurz, Ostericum. Blätter 2 — 4fach-gefiedert. Blättchen herz-eiförmig, spitz, ungleich-kerbig- gesägt, kurzgestielt. Statt der obersten Blätter blofse Scheiden. Krone weifs. 60 — 90 cm. Sumpfige Wiesen und Gebüsche. Selten. Juli, Aug. Sumpf- M., O. palüstre Bess. 28. Brustwurz, Angelica. Blätter 3 fach - gefiedert. Blättchen meist eiförmig, gesägt. Blattstiele kantig. Blattscheiden bauchig-aufgeblasen. Doldenstrahlen kurzhaarig. Krone weifs. 80 — 150 cm. Wiesen, Gebüsche, Gräben. Häufig. Juli — Sept. Wald-B., A. silvestris L. 29. Engelwurz, Archangelica. Blätter doppelt-, untere oft 3fach-gefiedert. Blättchen eiförmig bis läng- lich, ungleich - gesägt. Blattstiele stielrund. Doldenstrahlen mehlig- weichhaarig. Krone grünlichweifs. i — 2 m. Ufer, Gräben, feuchte Wiesen. Zerstreut. Auch kultiviert. Juni, Juli. Echte E., A. officinälis Hoffm. 30. Haarstrang:, Peucedanum. 1. Hülle fehlend oder wenigblättrig, abfallend. a. Stengel stielrund, gestreift. Blätter wiederholt-3zählig. Blättchen lineal, beiderseits verschmälert. Doldenstrahlen kahl. Krone gelb. 100 — 150 cm. Wiesen, Gebüsche. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Echter H., P. officinäle L. b. Stengel gefurcht. Blätter gefiedert, beiderseits glänzend. Blättchen vielspaltig, mit linealen, am Grunde gekreuzten Zipfeln. Dolden- strahlen auf der Innenseite kurzhaarig. Krone gelblichweifs oder grünlich. 50 — 100 cm. Fruchtbare Wiesen in den Rhein- und Donaugegenden. ' Scheidiger H., P. Chabriei Gaud. 2. Hülle und Hüllchen vielblättrig, bleibend. a. Krone gelblich. Stengel kantig-gefurcht, mit rutenförmigen Ästen. Blätter 3 fach-gefiedert. Blättchen fiederspaltig, mit lineal - lanzett- lichen, am Rande rauhen Zipfeln. Hülle abstehend. 60 — 120 cm. Sonnige, grasige Hügel in Süd- und Mitteldeutschland. Selten. Juli — Sept. Elsässischer H., P. Alsäticum L. b. Krone weifs. Stengel stielrund, gestreift, markig. Hülle zurück- gebogen. aa. Untere Blätter 2 — 3 fach - gefiedert. Verzweigimgen des Blatt- stiels gerade-abstehend. Blättchen scharf-gesägt, unterseits grau- grün, fast lederartig. 50 — 100 cm. Wiesen, Hügel, Laub- wälder. Zerstreut. Juli — Sept. Starrer H., P. cerväria Cuss. bb. Untere Blätter 3 fach-gefiedert. Verzweigungen des Blattstiels abwärts gebogen. Blättchen eingeschnitten bis fiederspaltig, mit länglich - lanzettlichen Zipfeln, beiderseits grün, glänzend. Doldenofe wachse. 239 30 — 100 cm. Bergabhänge, Hügel, lichte Gebüsche, trockene Wälder (Kiefernwälder). Zerstreut. Juni — Aug. Berg-H., P. oreoselinum Moench. c. Krone weifs. Stengel kantig -gefurcht, röhrig. Untere Blätter 3 fach - gefiedert. Blättchen meist tief-fiederspaltig, mit lanzett- lichen, weifsspitzigen Zipfeln. Hüll- und Hüllchenblätter häutig berandet, zurückgeschlagen. 60 — 120 cm. Simipfige Wiesen, Gebüsche. Verbreitet. Juli, Aug. (Thysselinum palüstre Hoffm.) Sumpf- H., P, palüstre Moench. 31. Meisterwurz, Imperatöria. Blätter doppelt - 3 zählig. Blättchen breit - eiförmig , ungleich grobgesägt, imterseits blafsgrün, die seitlichen 2-, die endständigen 3 spaltig. Blatt- scheiden häutig -aufgeblasen. Krone weifs. 50 — 100 cm. Gebirgs- wiesen. Juli, Aug. Echte M., I. ostrüthium L. 32. Dill, Anethum. Blätter 2 — 3 fach -gefiedert, mit mehrteiligen Blättchen und fadenförmigen Zipfeln. Blattscheiden kurz, weifsberandet, an der Spitze ausgerandet. Krone gelb. 40 — 120 cm. Allgemein gebaut und verwildert. Süd- europa. Juli — Sept. Garten -D., A. graveolens L. 33. Pastinak, Pastinaca. Blätter gefiedert. Blättchen eiförmig oder länglich, oft gelappt, unter- seits kurzhaarig. Krone gelb. 30 — 100 cm. Wiesen, Wegränder, Gräben. Verbreitet. Auch gebaut. Juli — Sept. Garten -P., P. sativa L. 34. Heilkraut, Bärenldau, Heracleum. Ganze Pflanze steifhaarig. Blätter gefiedert, seltener nur fiederspaltig. Blättchen breit -eifönnig bis lanzettlich, oft gelappt oder geteilt. Blattscheiden bauchig. Krone weifs, seltener rötlich oder gelblich. 60 — 150 cm. Wiesen, Weg- und AValdränder. Juni— Okt. Wiesen- H., H. sphondylium L, 35. Zirmet, Tordylium. Blätter wie der Stengel rauh, gefiedert. Blättchen stvnnpf- gekerbt, die der unteren Blätter rundlich - eiförmig, die der oberen lanzettlich, das endständige länger und schmäler. Kronblätter weifs, 3 strahlend. 60 — 120 cm. Zäune, Hecken. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Grofser Z., T. mdximum L. 36. Laserkraut, Laserpitium. I. Stengel stielrund, gestreift, kahl. Untere Blätter 3 zählig -doppelt- j^cfiedert. Blättchen herz - eiförmig, gesägt, alle iingeteilt. Blattscheiden aufgeblasen. Krone weifs. 60 — 120 cm. Bergige Laubwälder. Sehr zerstreut und selten. Juli, Aug. Breitblättriges L., L. latifölium L. 240 Doldengewächse. 2. Stengel kantig- gefurcht, steif haarig. Untere Blätter doppelt - gefiedert, am Rande, wie die Blattstiele, steifhaarig. Unterste Blättchen fiederspaltig. Krone weifslich. 30 — 100 cm. Wiesen, Gebüsche. Ziemlich verbreitet. Juli, Aug. Preufsisches L., L. Pmtenicum L. 37. Möhre, Daucus. Stengel steif haarig. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert. Blättchen fiederspaltig, mit länglich - lanzettlichen , haarspitzigen Zipfeln. Das mittelste Döldchen (bei der wildwachsenden Pflanze) häufig ver- kümmert und rotbraun. Krone weifs. 30—100 cm. Wiesen, Wald- und Wegränder. Gemein. Auch überall gebaut. Juni — Sept. Wilde M., D. caröta L. 38. Breitling*, Orläya. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert. Blättchen fiederteilig, mit linealen Zipfeln , unterseits an den Nerven fein - steifhaarig. Krone grofs, strahlend, weifs. 10 — 30 cm. Unter der Saat, besonders auf Kalk- boden. Zerstreut. Juni — Aug. Stralilender B., O. grandiflöra HofFm. 39. Haftkraut, Caücalis. Stengel behaart. Blätter doppelt- bis 3 fach - gefiedert - fiederteilig , mit lanzettlichen oder linealen Zipfeln. Krone weifs, anfänglich rötlich. 10 — 30 cm. Acker- und Gartenland. Zerstreut und oft unbeständig. Juni, Juli. Möhren -H., C. daucoides L. 40. Zwiesel, Turgenia. Stengel kurz -borstig. Blätter gefiedert, mit lineal - länglichen , einge- schnitten -gesägten Blättchen. Krone rötlich oder weifs. 20 — 50 cm. Unter der Saat. Zerstreut und oft unbeständig. Juli, Aug. Breitblättrige Z., T. latifölia Hoflfm, 41. Borstdolde, Törilis. 1. Hülle und Hüllchen 5 — mehrblätlrig. Stacheln der Früchte schwach einwärts gekrümmt, nicht widerhakig. Blätter doppelt - gefiedert, mit fiederspaltigen und eingeschnitten - gesägten Zipfeln. Krone weifs oder rötlich. 60 — 120 cm. Zäune, Hecken, Gebüsche. Gemein. Juni bis Aug. Kletten -B., T. anthriscus Gmel. 2. Hülle fehlend oder i blättrig. Stacheln der Früchte widerhakig. Blättchen mit lang vorgezogener, eingeschnitten - gesägter Spitze. Krone weifs. 60 — 80 cm. Äcker, Wegränder. Zerstreut. Juli, Aug. Schweizerische B., T. infesta Koch. 42. Hechelkraut, ScandLx. Stengel zerstreut -behaart, ästig. Blätter 3 fach -gefiedert, mit vielteihgen Blättchen und lanzettlichen Zipfeln. Schnabel der Frucht 4 — 6 cm lang. Krone weifs. 12—30 cm. Äcker. Sehr zerstreut. Mai — ^Juli. Acker- H., Venuskamm, S. pecten Veneris L. Doldengewächse. 241 43. Kerbel, Anthriscus. 1. Dolde 8 — 15 strahlig, alle gestielt. Pflanzen ausdauernd. Stengel unterwärts nebst den Rippen der Blattscheiden rauhhaarig. Blätter glänzend mit länglich -lanzettlichen, spitzen Zipfeln. Hüllchen 5 blättrig, allseitswendig. Frucht länglich, etwa 5 mal so lang als der Schnabel. Krone weifs. 60 — 150 cm. Zäune, Hecken, Gebüsche. Häufig. ]SIai, Juni. "Wilder K., Pferdekümniel, A. silvestris HofFm. 2. Dolpen 2 — 7 strahlig, teils gestielt, teils sitzend. Pflanzen ijähdg. Hüllchen einseitswendig, 2 — 4 blättrig. a. .Strahlen der Dolde meist fein behaart. Frucht lineal, glatt, doppelt so lang als der Schnabel. Dolde 5 — 7 strahlig. Krone weifs. 30 bis 60 cm. Gebaut und verwildert. Aus Südeuropa. Mai, Juni. Garten -K., A. cerefölium Hoffm. b. Strahlen der Dolde kahl. Frucht eiförmig, dicht mit gekrümmten Borsten besetzt, etwa 3 mal so lang als der Schnabel. Dolde 3 — 5 strahlig. Krone weifs. 15 — 30 cm. Wegränder, Zäune, Hecken. Verbreitet. Mai, Juni. Kletten -K., A. vulgaris Pers. 44. Kälberkropf, Körfel, Chaerophyllum. 1 . Blätter doppelt- bis 3 fach - 3 zählig. Hüllchenblätter gewimpert. Griffel länger als das Stempelpolster. a. Kronblätter gewimpert, weifs oder rötlich. Blätter doppelt -3 zählig mit fiederspaltigen Blättchen und eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Stengel unter den Knoten kaum verdickt. 50 — 90 cm. Feuchte Laubwälder, Gebüsche, an Bächen. Verbreitet. jSIai, Juni. Rauhhaariger K., Ch. hirsütum L. b. Kronblätter nicht gewimpert, weifs. Blätter meist 3 fach -3 zählig- Blättchen ungeteilt, eiförmig - länglich , scharf doppelt -gesägt- Stengel unter den Knoten verdickt. 60 — 120 cm. Schattige, feuchte Laubwälder, an Bächen. Ziemlich selten. Juli, Aug. Gewürzhaiter K., Ch. aromäticum L, 2. Blätter doppelt- bis 4 fach - gefiedert. Kronblätter wimperlos. a. Griffel länger als das Stempelpolster. Blätter 3 fach - gefiedert, mit lang - zugespitzten , am Grunde fiederspaltigen, an der Spitze ge- sägten Blättchen. Stengel unten kurzhaarig, oben kahl. Hüllchen- blätter gewimpert. Krone weifs. Reife Früchte braungelblich (nicht schwarz). 80 — 120 cm. Waldränder, Gebüsche in Mittel- und Westdeutschland. Juni, Juli. Goldgelber K., Ch. aüreum L. b. Griffel so lang als das Stempelpolster. aa, Stengel zerstreut -rauhhaarig, meist überall rot gefleckt. Blätter doppelt -gefiedert, trübgrün, mit fiederspaltigen Blättchen und stumpfen Zipfeln. Hüllchenblätter gewimpert. Krone weifs. 60 — 120 cm. Hecken, Gebüsche, Waldränder. Häufig. Mai bis Juli. Berauschender K., Ch. temulum L. Schmidlin- Wünsche, Anleitung:. 4. Auflage. lo 242 Horns trauchgCAvächse. bb. Stengel unterwärts steif haarig und nur daselbst rot -gefleckt, oberwärts kahl. Blätter 3 — 4 fach - gefiedert , mit spitzen, lanzettlichen bis linealen Zipfeln. Hüllchen fast immer kahl. Krone weifs. 80 — 150 cm. Flufsufer, Gebüsche. Verbreitet. Juni, Juli. Knolliger K., Ch. bulbösum L. 45. Myrrhe, Myrrhis. Blätter 3 fach - gefiedert , weich, kurzhaarig. Blättchen fiederspaltig , mit länglich -eiförmigen, oft gezähnten Zipfeln. Hüllchenblätter gewimpert, später zurückgeschlagen. Krone weifs. 60 — 120 cm. Waldwiesen, Waldränder höherer Gebirge. In Grasgärten oft angepflanzt. Mai, Juni. Wohlriechende M., jSI. odorata Scop. 46. Schierlinj^, Conium. Stengel kahl, am Grunde oft braunrot gefleckt. Untere Blätter 3 fach- gefiedert, mit stielrunden, hohlen Blattstielen, tief - fiederspaltigen Blättchen und eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Hüllchen 3 — 4 blättrig, zurückgeschlagen, einseitswendig. Krone weifs. 80 — 180 cm. vSchutt, Wegränder, Zäune. Zerstreut. Sehr giftig! Gefleckter Seh., C. maculatum L. 47. Beutling*, Pleurospemium. Stengel kahl. Blätter doppelt- bis 3 fach -gefiedert -fiederspaltig, mit länglichen oder lanzettlichen, gesägten Zipfeln. Hülle zuletzt zurück- geschlagen. Krone weifs. 60 — 100 cm. Gebüsche, an Bächen, in Schluchten höherer Gebirge. Juni, Juli. Österreichischer B., P. Austriacum Hoffm. 48. Koriander, Coriandnxm. Untere Blätter gefiedert, mit fiederspaltigen Blättchen und eiförmigen Zipfeln, obere doppelt -gefiedert, mit ungeteilten oder fiederspaltigen Blättchen und linealen Zipfeln. Krone strahlend, weifs. Nach Wanzen riechend. 30 — 60 cm. Angebaut und verwildert. Stammt aus Südeuropa. Juni — Aug. Saat-K., C. sativum M. 66. Familie. Horiistraiicllgewäclise, Cornaceen. I. Hornstrauch, Hartrieg^el, Corpus, iv. I. Blüten gelb, in einfachen, von einer 4 blättrigen Hülle umgebenen Dolden, vor den Blättern erscheinend. Blätter eiförmig, zugespitzt, beiderseits grün, kurzhaarig. Frucht länglich, hängend, kirschrot. 3 — 6 m. Sonnige Hügel, Felsen in Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. Nicht selten angepflanzt. ISIärz, April. Gelber H., Cornel(ius)kirsche, C. mas L. Birnkratitgewächse. 243 2. Blüten weifs, in Trugdolden, nicht von einer besonderen Hülle ein- geschlossen, nach den Blättern erscheinend. Aste im Herbst und Winter blutrot. a. Blätter beiderseits grün, länglich oder eiförmig, zugespitzt. Äste aufrecht. Frucht kugelig, schwarz. 3 — 5 m. Wälder, Gebüsche, Hecken. Zerstreut. In Parkanlagen nicht selten angepflanzt. Juni. Roter B[., C. sanguinea L. b. Blätter unterseits graugrün, eif®nnig bis elliptisch, zugespitzt. Äste abstehend bis herabgebogen. Frucht kugelig, weifs. 2 bis 4 m. In Parkanlagen häufig angepflanzt. Aus Nordamerika. Juni, Juli. Weifser H., C. stolonifera Mchx. B. Sympetalen, verwachsenkronblättrige Netzblättler. 67. Familie. Birilkrautgewäclise, Pirolaceen. I. Pflanzen mit grünen Blättern. A. Blüten in Doldentrauben , fast doldig. Narbe auf sehr kurzem Griffel, die Staubblätter nicht überragend, scheibenfrirmig. Wintergrün 243. B. Blüten einzeln oder in Trauben. Narbe auf verlängertem Griffel^ die Staubblätter überragend. Birnkraut 243. IL Pflanzen ohne grüne Blätter. Blütenstand traubig. Endblüte 5-, Seitenblüten 4 zählig. Kelch und Krone freiblättrig. Kronblätter am Grunde höckerig ausgehöhlt. Ohnblatt 244. I. Wintergrün, Chimöphila. x. Blattet länglich -lanzettlich, vorn breiter, stumpflich, scharf gesägt, keil- förmig in den kurzen Stiel verschmälert, scheinbar quirlständig, lederig, immergrün. Krone weifs oder hellrosa. 7 — 15 cm. Schattige, trockene Wälder, meist Kiefernwälder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Doldiges W., Ch. umbelläta Nutt. I. Birnkraut, Pirola. x. A. Blüten einzeln, endständig, grofs. Kapsel aufrecht. Mönesis Salisb. Kronblätter flach ausgebreitet, weifs. Kelchzipfel eiförmig, stumpf. Blätter rundlich oder rundlich-spatelförmig, kerbig-gesägt, so lang als ihr Stiel. 5 — 10 cm. Schattige, feuchte Waldstellen. Sehr zer- streut. Mai, Juni, Einblütiges B., P. uniflöra L. B. Blüten in Trauben. I. Traube allseits wendig, locker. a. Krone offen, glockig. Staubblätter aufwärts-, Griffel abwärts- gekrümmt. aa. Blätter kürzer als ihr Stiel. Blütenstengel stumpfkantig. Kelchzipfel eiförmig -lanzettlich, zugespitzt. Griffel länger 16* 244 Heidegew^ächse. als die Krone. Krone weifs, selten rötlich. 15 — 30 cm. Schattige Wälder, Gebüsche. Verbreitet. Juni, Juli. Rundblättriges B., P. rotundifölia L. bb. Blätter länger als ihr Stiel. Blütenstengel unten scharf- kantig. Kelchzipfel rundlich-eiförmig. Griffel nur so lang als die Krone. Krone grünlichweifs. 10 — 25 cm. Schattige, trockene Wälder. Zerstreut. Juni, Juli. Grünliches B., P. chlorantha Sw. b. Krone kugelig, geschlossen, weifs oder rötlich. Staubblätter zusammenneigend. Griffel gerade oder doch wenig gekrümmt. aa. Kelchzipfel eiförmig -lanzettlich. Griffel länger als die Krone , etwas abwärts gekrümmt. Narbe schmäler oder so breit als der Ring des Griffels. Krone weifs. 15 bis 30 cm. Schattige Wälder. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Mittleres B., P. media Sw. bb. Kelchzipfel 3 eckig-eiförmig. Griffel kürzer als die Krone, gerade, ohne Ring. Narbe doppelt so breit als der Griffel. Krone hellrosa oder weifs. 7 — 20 cm. Schattige Wälder, Gebüsche. Ziemlich zerstreut. Juni, Juli. Kleines B., P. minor L. 2, Traube einseitswendig, dicht, vielblütig. Krone glockig, grünlich- weifs. Griffel länger als die Krone. Blätter eiförmig, spitz, klein-gekerbt, länger als ihr Stiel. 7 — 15 cm. Schattige Wälder. Verbreitet. Juni, Juli. (Ramischia secunda Garcke) Nickendes B., P. secunda L. 3. Ohnblatt, Monötropa. x. 'Ganze Pflanze blafsgelb, später schwarz werdend. Stengel einfach, brüchig, mit Schuppenblättern besetzt. Blütenstand dicht, übergeneigt, zur Fruchtzeit aufrecht. Von Orobanche durch die regelmäfsige Blüte zu unterscheiden. 10 — 25 cm. In humusreichen Wäldern. Ver- breitet. Juni, Juli. Fichten -O., hypöpitys L, 68. Familie. Heidegewäclise, Ericaceen. I. Krone nach dem Verblühen abfallend. A. Fruchtknoten oberständig. Staubblätter 10. 1. Krone 5blättrig, regelmäfsig, weifs. Staubbeutel ohne Hörner. Frucht eine scheidewandspaltige (in den Scheidewänden sich öffnende) Kapsel mit 5 von unten sich lösenden Klappen. Porst 245. 2. Krone 5zähnig, krugförmig, rötlich bis weifs. Staubbeutel in 2 Hörner ausgezogen. a. Frucht eine 5fächrige, fachspa^tige (in der Mitte der Klappen sich öffnende) Kapsel. Blätter am Rande umgerollt. Gränke 245. Heidegewächse. 245. b. Fnicht eine Steinfrucht mit 5 einsamigen Steinen. Blätter am Rande nicht umgerollt, stumpflich. Bärentraube 245. B. Fruchtknoten unterständig. Krone krug- oder glockenförmig und 4- oder 5 zähnig oder radförmig, 4teilig, mit zurückgeschlagenen. Zipfeln. Staubblätter 8 oder 10. Frucht eine Beere. Moosbeere, Heidelbeere, Preifselbeere 245, IL Krone bis zur Fruchtzeit bleibend, welkend, verwachsenblättrig. Staubblätter 8. Frucht eine Kapsel. A. Kelch länger als die Krone, 4 teilig. Krone 4 teilig. Kapset scheidewandspaltig (in den Scheidewänden sich öffnend.) Heide (Callüna) 246. B. Kelch kürzer als die Krone, 4blättrig oder 4teilig. Krone 4zähnig oder 4spaltig. Kapsel fachspaltig (in der Glitte der Klappen sich öffnend). Heide (Erica) 246. I. Porst, Ledum. x. Blätter länglich -lineal bis lineal, am Rande staik umgerollt, unterseits nebst den jüngeren Ästen rostrot -filzig. Blüten doldig. Krone weifs. Kapseln hängend. Von betäubend-gewürzhaftem Geruch. 60 — 120 cm. Torfsümpfe, moorige Wälder. Fehlt in Süd- und Westdeutschland. Mai bis Anfang Juli. Sumpf- P., Mottenkraut, L. palüstre L. 2. Gränke, Andrömeda. x. Stengel aus liegendem Grunde aufsteigend. Blätter lineal-lanzettlichj am Rande umgerollt, unterseits bläulichgrün. Blüten in endständigen, wenigblütigen Dolden. Kelch und Blütenstiele rosa. Krone rosa bis weifs. 15 — 45 cm. Auf Torf- und Moorboden. Zerstreut. Mai, Juni. Polei-G., A. polifölia L. 3. Bärentraube, Arctostaphylos. x. Stengel niederliegend. Blätter länglich - verkehrt - eiförmig, stumpf, ganz- randig, unterseits blafsgrün, netzadrig. Blüten in kurzen, endständigen Trauben. Krone weifs, am Saume rosa. Beere rot. 20 — 60 cm. Sandige, trockene Nadelwälder, Heiden in Nord-, seltener in Mittel- und Süddeutschland. April, Mai. Echte B., A. uva ursi Spr. 4. Moosbeere, Heidelbeere, Preifselbeere, Vaccinium. ^^^. 1. Krone radförmig, 4- oder 5 teilig, mit zurückgeschlagenen Zipfeln. Stengel fadenförmig, kriechend. (Oxycöccos Trn.) Moosbeere. Blätter immergrün, klein, eiförmig bis länglich, spitz, am Rande um- gerollt, unterseits weifsgrün. Blüten langgestielt, nickend, zu i — 4. Krone rot. Beere braunrot. 15 — 45 cm. Auf Torfboden. Ziem- lich verbreitet. Juni, Juli. (O. palustris Pers.) Rote M., V. oxycöccos L. 2. Krone krug- oder glockenförmig, 4- oder 5 zähnig. Stengel aufrecht oder aufsteigend. 246 Heidegewächse. a.. Blätter immergrün, lederig, am Rande iimgerollt. Blüten in Trau- ben, 4 zählig. Krone glockenförmig. Frei fs elbeer e. Äste stielrund. Blätter glänzend, verkehrt -eiförmig oder elliptisch, stumpf, oberseits dunkel-, untersei ts hellgrün, zerstreut dunkel punktiert. Blütentrauben dicht, nickend. Krone weifs, meist rosa überlaufen. Beere rot, sehr selten weifs. 5 — 15 cm. Nadel- wälder, trockene Heiden. Mai, Juni und Juli, Aug. Rote P., V. vitis Idsea L. Äste stumpfkantig. Blätter eiförmig, spitz, stumpf, gezähnelt, am Rande etwas umgerollt, unterseits sparsam punktiert. Blüten ein- zeln oder wenige, 4- oder 5 zählig. Krone rötlichweifs. In Wäldern. Unter den Stammarten. Sehr selten. V. myrtillus x vitis Idaea = intermedium Buthe. b. Blätter sommergrün, dünn, flach. Blüten meist in den Achseln von Laubblättern, hängend, meist 5 zählig. Krone krugförmig. Staubbeutel auf dem Rücken mit 2 Grannen. Heidelbeere, aa. Äste scharfkantig. Blätter eiförmig oder länglich - eiförmig, spitz, klein gekerbt-gesägt, beiderseits hellgrün. Krone rötlich- grün. Beere blauschwarz, innen purpurn, selten weifs. 15 bis 50 cm. Wälder, seltener Gebüsche. Häufig, meist ganze Strecken überziehend. Mai, Juni. Wald-H., Schwarzbeere, V. myrtillus L. bb. Äste stielrund. Blätter elliptisch oder verkehrt-eiförmig, stumpf- lich, ganzrandig, oberseits dunkel-, unterseits blaugrün. Krone grünlich- bis rötlichweifs. Beere schwarzblau, innen weifslich, mit farblosem Saft. 30 — loo cm. Auf Moorboden. Stellen- weise. Sumpf- H., Trunkelsbeere, V. uliginösum L. 5. Heide, Callüna. vm. Rlätter 4 reihig, dachziegelartig -gedrängt, lineal - lanzettlich. Blüten in ziemlich einseitswendigen Trauben. Kelch und Krone blafsrot, sel- tener weifs. 30 — 100 cm. Wälder, Heiden, Hügel. Gemein, Aug. bis Okt. (Erica vulgaris L.) Sand-H., C. vulgaris Salisb. 6. Heide, Erica, vin, 1. Blätter nebst den Kelchzipfeln steifhaarig -gewimpert, zu 3 oder 4 quirlständig. Blüten zu 5 — 12 in endständigen, köpf igen Dolden. Kelch und Blütenstiele wollig - filzig. Staubbeutel begrannt, einge- schlossen. Krone rosa, seltener weifs. 15 — 45 cm. Moorige Wald- und Heidestellen. Sehr zerstreut. In Süddeutschland fehlend. Juli, Aug. Moor-H., E. tetralix L. 2. Blätter -wie die ganze Pflanze kahl, am Rande schärf lieh, zu 4 quirl- ständig. Blüten in meist einseitswendigen Trauben. Staubbeutel un- begrannt, hervorragend, am Ende 2 spaltig. Krone rosa. 10 — 30 cm. Nadelwälder, Heiden. Im Vogtlande und im nordwestlichen Böhmen. In Bayern (Hochebene, Alpen). März — Mai. Schnee -H., E. cärnea L. Primelgewächse. 247 69. Familie. Primelgewächse, Primulaceen. I. Blätter kammförmig-fiederteilig. Wasserpflanze. Krone mit kurzer walzlicher Röhre und flachem, 5 teiligem Saum. W a s s e r f e d e r 249. II. Blätter ungeteilt, alle in grundständiger Rosette. Landpflanzen. A. Blüten einzeln. Krone mit verlängerten, zurückgeschlagenen Zipfeln. Kapsel kugelig, 5 klappig aufspringend. Erdscheibe 248. B. Blüten doldig. 1. Krone mit eiförmiger, oben verengter Röhre und 5 teiligem Saum. Blüten klein, weifs. Mannsschild 249. 2. Krone mit walzlicher, oben erweiterter Röhre und 5 lappigem Saum. Blüten gelb oder rot. Primel 249. III. Blätter ungeteilt, stengelständig. Landpflanzen. A. Blüten klein, weifs oder rötlich. 1. Blätter wechselständig. Kelch 4 teilig. Krone weifs oder röt- lich. Stengel 2 — 8 cm hoch. Kleinling 247. 2. Blätter meist gegenständig. Kelch 5 spaltig, hellrosa. Krone fehlend. Stengel 5 — 15 cm hoch, dicht beblättert. Sermel 247. 3. Blätter wechselständig. Kelch 5 spaltig. Krone weifs, am Schlünde gelb. Stengel 7 — 30 cm hoch. Bunge 249. B. Blüten mittelgrofs, seltener klein. Krone rot, blau, gelb oder weifs. 1. Kelch und Krone 7 teilig. Staubblätter 7. Blätter in der Mitte des Stengels fast quirlständig. Siebenstern 248. 2. Kelch und Krone Steilig oder 5 spaltig. Blätter gegen-, sel- tener quirlständig. Staubblätter 5. a. Blüten blattachselständig, rot oder blau. Kapsel ringsum mit einem Deckel aufspringend. Gauchheil 247. b. Blüten end- oder blattachselständig, gelb. Kapsel mit 5 oder 10 Klappen aufspringend. Felberich 248. I. Serrael, Milchkraut, Glaux. y. Blätter länglich-lanzettlich oder eiförmig-länglich, etwas fleischig. Blüten emzeln, blattachselständig, sitzend, hellrosa. 5 — 15 cm. Wiesen, Weg- ränder auf Salzboden. Mai, Juni. Strand- S-, G. maritima L. 2. Rleinlin^, Centünculus. iv. Blätter eiförmig, sehr kurzgestielt, spitz. Blüten einzeln, blattachsel- ständig, sehr kurz gestielt. Krone weifs oder rötlich, nur mittags offen. 2 — 8 cm. Feuchte, sandige Acker. Zerstreut. Juni — Aug. Acker- K., C. minimus L. 3. Gauchheil, AnagäUis. V. I. Krone mennigrot, selten fleischfarben oder lila. Zipfel der Krone vorn gezähnt und dicht drüsig -gewimpert. Kapsel 5 streifig. 8 bis 15 cm. Äcker, Gartenland. Häufig. Giftig! Juni — Okt. Acker- Gr., A. arvensis L. 248 Primelgewächse. 2. Krone blau. Zipfel der Krone gezähnelt, aber drüsenlos. Kapsel mehr als 5 streifig. Stengel mehr aufrecht. Blätter spitzer. 8 — 15 cm. Sehr zerstreut. Am Eibufer bei Königstein auch mit weifsen Blüten. Juni — Okt. Blauer Q., A. caerulea Schreb. 4. Felberich. Lysimächia. V. (VI.) 1. Blüten klein (etwa 4 mm breit), meist 6 zählig. Stengel aufrecht. Blätter meist gegenständig, lanzettlich bis lineal- lanzettlich. Blüten in blattachselständigen , langgestielten, dichten Trauben. Krone mit linealen Zipfeln. 30 — 60 cm. Sümpfe, Ufer. Zerstreut. Mai — ^Juli. Straufs-F., L. thyrsiflöra L. 2. Blüten mittelgrofs (7 — 20 mm breit), 5 zählig. a. Stengel avifrecht. Blüten traubig. Staubfäden fast bis zur Mitte verwachsen. aa. Stengel rundlich -4 kantig, zottig. Blätter gegenständig, selten quirlständig. Kelchzipfel dunkel berandet. Kronzipfel am Rande kahl. 50 — 100 cm. Feuchte Gebüsche, Gräben, Ufer. Häufig. Juni, JuU. G-old-F., L. vulgaris L. bb. Stengel 4 kantig, die Kanten schmal - 2 flügehg. Blätter quirl- ständig (zu 3 — 4), seltener gegenständig. Kelchzipfel nicht dunkel berandet. Kronzipfel drüsig-gewimpert. 60 — 120 cm. Gräben, Ufer, feuchte Gebüsche im südöstlichen Deutschland. Häufige Zierpflanze. Juni, Juli. Punkt -F., L. punctata L. b. Stengel kriechend. Blüten einzeln, seltener zu 2, in den Blatt- achseln. Staubfäden frei oder nur am Grunde verwachsen. aa. Blätter laindlich, stumpf. Blütenstiele meist kürzer als ihr Blatt. Kelchzipfel fast herzförmig. Staubfäden am Grunde verwachsen. Krone grofs, goldgelb. 10 — 50 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche, Ufer. Häufig. Juni, Juli. Egel -F., Münzkraut, L. nummuläria L. bb. Blätter eiförmig, spitz. Blütenstiele meist viel länger als ihr Blatt. Kelchzipfel schmal-lanzettlich oder lineal. Staubfäden frei. Krone klein, dottergelb. 10 — 30 cm. Feuchte Wälder. Gebüsche. Zerstreut. Mai, Juni. Hain -F., L. nemorum L. 5. Siebenstern, Trientalis. vu. Blätter sitzend, untere stumpf, einzeln, klein, obere gröfser, quirlig zu- sammengedrängt, spitz. Blüten langgestielt, weifs. 4 — 20 cm. Schattige Laub- und Nadelwälder. Zerstreut. Mai, Juni. "Weifser S., T. Europsea L. 6. Erdscheibe, Cycldmen. V. Wurzelstock knollig. Blätter rundlich-herzförmig, wellig -klein -gekerbt. Fruchtstiel spirahg gedreht, niederliegend. Krone purpurnrosenrot, wohlriechend. 5 — 10 cm. Bergwälder der Voralpen, in Böhmen. Juli, Aug. Europäische E., Alpenveilchen, C. Europium L. Primelgewächse. 249 7. 31annSSChild, Anclrösace. Y. 1. Äufsere Doldenstiele zuletzt meist abstehend. Kelch fein-sternhaarig, länger als die Krone. Krone weifs, mit gelbem Schlund. 2 — 7 cm. Äcker, grasige Anhöhen. Ziemlich selten. April, ]SIai und Juli^ Aug. Langer M., A. elongäta L. 2, Doldenstiele alle aufrecht. Kelch kahl, kürzer als die Krone. Krone weifs, am Schlünde gelb. 7 — 20 cm. Sandige Äcker, Hügel. Zer- streut. April, Mai. Nördlicher M., A. septentrionäle L. 8. Primel, Himnielschlüsselchen, Primula. v. 1. Blätter runzelig, unterseits behaart. Blütenstiele einseitswendig. a. Kelch walzlich, oben wenig erweitert, weifslich mit grünen Kanten, Kelchzähne lang zugespitzt. Krone mit flachem Saum, hellgelb, mit dottergelbem Fleckenring am Schlünde, fast geruchlos. 10 bis 30 cm. Wiesen, Gebüsche, AVälder. Häutig. jSIärz — ]Mai. Geruchloses P., P. elätior Jacq. b. Kelch glockig-erweitert, ganz weifslich. Kelchzähne kurz zugespitzt. Krone mit vertieftem Saum, dottergelb, mit 5 orangegelben Flecken am Schlünde, wohlriechend. 10 — 25 cm. Hügel, trockene Wiesen, Waldränder. Häufig, in manchen Gegenden selten oder fehlend. April, Mai. Wohlriechendes P., P. officinalis Jacq. 2. Blätter nicht runzelig. a. Blätter kahl, unterseits, wie der Stengel, die Blütenstiele und Kelche dicht mehlig -bestäubt. Krone fleischfarben. Kronröhre wenig länger als der Kelch. 10 — 30 cm. Moorige Wiesen. Zer- streut. ]Mai, Juni. Mehliges P., P. farinösa L. b. Blätter am Rande drüsig-gewimpert und mehlig-bestäubt. Kron- röhre doppelt so lang als der Kelch. Krone gelb, purpurn oder bunt. 15 — 30 cm. Häufige Zierpflanze aus den Alpen Süd- deutschlands. März — Juni. Aurikel, P. auricula L. 9. Wasserfeder, Hottöma. v. Blätter untergetaucht, rosettig, kammförmig-fiederteilig. Blüten in end- ständiger, lockerer Traube. Krone weifs oder blafsrosa, am Schlünde gelb. 15 — 45 cm. Gräben, Sümpfe. Zerstreut. ]Mai. Juni. Weifse W., H. palustris L, IG. Bung'e, Sämolus. T. Blätter verkehrt-eiförmig bis länglich, die untersten rosettig. Blüten in endständiger, zuletzt verlängerter Traube. Krone weifs, am Schlünde gelb. 7 — 36 cm. Feuchte Wiesen, Ufer auf Salzboden. Sehr zer- streut. Juni — Sept. Salz-B., S. Valerändi L. 2CO Bleiwurzgewächse. Ölbaumgewächse. 70. Familie. Bleiwurzgewächse, Plumbagineen. I. Blüten in einem von Hüllblättern eingeschlossenen Kopfe. Stengel astlos. Pinke 250. II. Blüten in einseitswendigen Ähren, ohne Hüllblätter. Stengel ästig. "Wiederstofs 250. I. Pinke, Grasnelke, Armeria. v. 1. Blütenstandstiel 4 — 6 mal so lang als die Blätter, kahl, 20—40 cm hoch. Blätter lineal, spitzlich, i nervig. Äufserste Hüllblätter haar- spitzig. Krone lila oder rosa. Trockene Wiesen, Grasplätze. Ver- breitet. Juni— Sept. Gras-P., A. vulgaris Willd. 2. Blütenstandstiel 2 — 3 mal so lang als die Blätter, feinhaarig, 10 bis 15 cm hoch. Blätter stumpf. Äufserste Hüllblätter ohne Spitze oder mit kurzer, dicker Stachelspitze. Krone lila oder rosa. Wiesen am Seestrande. Häufig in Gärten als Einfassung angepflanzt. Juni — Sept. Strand -P., A. maritima Willd. 2. Wiedcrstofs, Stätice. v. "Stengel mit aufrecht -abstehenden, fast doldentraubigen Ästen. Blätter länglich - verkehrt - eiförmig, stachelspitzig, kahl, i nervig. Ästchen zu- letzt zurückgebogen. Krone violett. 30 — 50 cm. Am Seestrande. Aug., Sept. Echter "W., St. limönium L. 71. Familie. ÖlbauiU^ewächse, Oleaceen. I. Kelch und Krone fehlend. Frucht eine Flügelfrucht. Blätter ge»- fiedert. Esche 250. II. Krone verwachsenblättrig, 4 spaltig. Blätter einfach, ungeteilt. A. Kelch 4 zähnig, bleibend. Krone bläulich, lila, violett oder weifs. Frucht eine Kapsel. Flieder 250. B. Kelch 4 zähnig, abfallend. Krone weifs. Frucht eine Beere. Liguster 251. 1. Esche, Fräxinus. ii. Knospen schwarz. Blättchen 9 — 13, länglich -lanzettlich, zugespitzt, klein -gesägt. Blüten vor den Blättern erscheinend, in kleinen, ge- drängten Rispen. Staubbeutel dunkelrot. 15 — 30 m. Feuchte Wälder. Zerstreut. Oft angepflanzt. April, Mai. Edel-E., F. excelsior L. 2. Flieder, Syringa. u. I. Blätter am Gnmde herzförmig. Blätter breit - eiförmig , zugespitzt, ganzrandig, kahl. Saum der Krone etwas vertieft. Krone bläulich, lila, violett oder weifs. 3 — 6 m. Häufiger Zierstrauch aus Ungarn. Nicht selten verwildert. Mai, Juni. Türkischer F., S. vulgaris L. Enziangewächse. 251 2. Blätter am Grunde verschmälert. a. Blätter eiförmig -lanzettlich, zugespitzt. Saum der Krone flach. Krone rötlich oder lila. 3 — 4,50 m. Häufiger Zierstrauch aus China. IMai, Juni. Chinesischer F., S. Chinensis Willd, b. Blätter lanzettlich, am Grunde breiter, znweüöi fiederspaltig ein- geschnitten. Saum der Krone etwas vertieft. Krone blauHla oder weifs. 1,50 — 3 m. Zierstrauch aus Persien. Mai, Juni. Persischer F., S. Persica L. 3. Liguster, Ligiistmm. n. Blätter länglich - lanzettlich bis lanzettlich , ganzrandig. Blüten in ge- drängter Rispe. Krone weifs. Beere schwarz, 1,20 — 3 m. Wald- ränder, Gebüsche in Süd- und ]Mitteldeutschland. Häufig zu Hecken und in Anlagen angepflanzt. Juni, Juli. Hecken-L., L. vulgäre L. yz. Familie. Eliziangewächse, Gentianaceen. I. Landpflanzen. Blätter gegenständig, einfach, ungeteilt. A. Griffel fadenförmig, vom Fruchtknoten deutlich abgegrenzt. Krone mit 5 teiligem Saum. Blüten trugdoldig. Staubbeutel nach dem Verblühen schraubenförmig zusammengedreht. Tausendgüldenkraut 251. B. Griffel kurz oder fehlend. Narben 2. 1. Krone glockig, trichterig oder stieltellerförmig, mit 4 — Qspal- tigem Saum, ihre Zipfel ohne Honiggruben. Enzian 252. 2. Krone radförmig, tief - 5 teilig, ihre Zipfel am Grunde mit zwei gewimperten Honiggruben. Tarant 255. n. Sumpf- oder Wasserpflanzen. Blätter schwimmend oder 3 zählig, wechselständig. A. Krone trichterförmig, mit bärtigem Saum. Fruchtknoten am Grunde von einem gewimperten Drüsenring umgeben. Blätter 3 zählig. Sumpfpflanze. Dreiblatt 255. B. Krone radförmig, mit bärtigem Schlünde. Fruchtknoten am Gninde mit 5 Drüsen, welche mit den Staubblättern abwechseln. Wasserpflanze. Tauche 255. I. Taasendgüldenkraut, Er}thraea. v. I. Untere Blätter rosettig gehäuft. a. Stengelblätter länglich-eiförmig bis lineal-lanzettlich, meist 5nervig, am Rande glatt. Blüten der Trugdolden stets ziemlich gleichhoch. Kelch beim Aufblühen halb so lang als die Kronröhre. Krone rosa. 15 — 45 cm. Wiesen, feuchte Triften, Gebüsche. Meist nicht selten, Juli — Sept. G-roIses T., E. centaürium Pers. b. Stengelblätter lineal, meist 3 nervig, am Rande gezähnelt-rauh. Blüten der Trugdolden in verschiedener Höhe. Kelch beim Auf- 252 E n z i a n o[ e w ä c h s e. blühen so lang als die Kronröhre. Krone rosa. 8 — 25 cm. Wiesen, Triften, besonders auf Salzboden. An der Küste der Nord- und Ostsee. Juli — Sept. (E. linäriifolia Pers.) Strand -T., E. litorälis Fr. . Untere Blätter entfernt , nicht rosettig. Stengel gabelästig. Blätter eiförmig. Kelch beim Aufblühen so lang als die Kronröhre. Krone dunkelrosa. 2 — 12 cm. Feuchte Äcker, Wiesen, Gräben, gern auf Salzboden. Juli— Sept. Kleines T., E. pulchella Fr. 2. Enzian, Gentiäna. y, I. Schlund der Krone innen kahl. Zipfel der Krone vingefranst. A. Blüten in den oberen Blattachseln und an der Spitze des Stengels quirlig gehäuft. 1. Krone gelb, stieltellerförmig, mit kurzer Röhre und 5teiligem Saum. Kelch halbiert- scheidenförmig. Blätter elliptisch- ei- förmig, untere in den Stiel verschmälert, obere sitzend. 60 — 120 cm. Wiesen und Triften der Gebirge in Süddeutsch- land. Juli, Aug. Gelber E., G. lutea L. 2. Krone aufsen graublau, innen azurblau, mit keulenförmiger R()hre und 4spaltigem Saum. Kelch glockig. 4 zähnig oder 2spaltig. Blätter länglich-lanzettlich, imtere am Grunde lang-, obere kurzscheidig. 15 — 45 cm. Sonnige Hügel, Abhänge, Wiesen. Zerstreut. Juni — Aug. Kreuz -E., G. cruciata L. B. Blüten in den Blattachseln einzeln oder zu i- oder 2 endständig, Krone meist blau. I. Krone keulenf(")rmig - glockig, oberwärts erweitert. a. Stengel 15 — 80 cm hoch, meist mehrblütig. aa. Blätter eiförmig - lanzettlich , lang zugespitzt, meist 7nerA-ig. Kelchröhre 4 — 5mal so lang als die Kelch- zipfel. Stengel endständig. Krone azurblau, dunkler punktiert, aufsen blasser. 30 — 60 cm, AValdwiesen, Bergabhänge. Im Iser- und Riesengebirge, in Süd- deutschland. Aug., .Sept. Schwalbenwurz -E., G. asclepiädea L. bb. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich, i — 3nervig. Kelch- röhre kaum länger als die Kelchzipfel. Stengel seiten- ständig. Krone dunkel-azurblau, grün punktiert, aufsen mit 5 grünen Streifen. 15 — 45 cm. Feuchte, torfige Wiesen. Zerstreut. Juli — Sept. Lungen -E., G. pneumonänthe L. b. Stengel 3 — 10 cm hoch, i blutig. Grundblätter rosettig, elliptisch bis lanzettlich, spitz, i — 3nervig. Stengelblätter klein. Krone azurblau , aufsen grünlichblavi. Wiesen und Triften der Alpen und Voralpen, bayrische Hoch- ebene (z. B. München, Augsburg). Auch Zierj^flanze. Mai — ^Juli. Stengelloser E., G. acaülis L. Enzianse wachse. 253 2. Krone stieltellerförmig, mit walzlicher Röhre. Grundblätter rosettig, 3 nervig. Stengelblätter entfernt. a, Stengel i blutig, meist mehrere, mit nichtblühenden Laub- rosetten. Blätter elliptisch oder lanzettlich, spitz. Kelch röhrig, mit schmal geflügelten Kanten. Krone azurblau, aufsen grünlich. 3 — 7 cm. Feuchte Wiesen und Triften höherer Gebirge in Süd- und Mitteldeutschland, sehr selten in der Ebene (wie z. B. bei Französisch - Buchholz bei BerHn). April, Mai. Frühlings -E., G. venia L. b. Stengel meist vom Gnmde an ästig, mehrblütig, ohne nichtblühende Laubtriebe. Blätter eiförmig oder länglich, stumpf. Kelch aufgeblasen, länglich-eif öniiig , mit breit- geflügelten Kanten. Krone azurblau. 5 — 18 cm. Feuchte Wiesen in Süddeutschland , auch bei Mainz (zwischen ISlombach und Gonsenheim). Mai, Juni. Schlauch -E., G. utriculösa L. IL Schlund der Krone innen kahl. Zipfel der Krone gefranst. Stengel I blutig oder mit einigen i blutigen Ästen. Blätter lineal, spitz. Zipfel der 4 spaltigen Krone in ihrer unteren Hälfte lang gefranst. Kapsel lang gestielt. Krone grofs, blau. 8 — 25 cm. Kalkboden. Sehr zerstreut. Aug. — Okt. Gefranster E., G. ciliäta L. III. Schlund der Krone innen bärtig. Zipfel der Krone ungefranst. A. Kelch fast bis zum Grunde 4 teilig. Kelchzipfel ungleich, die beiden äufseren breit - eiföraiig. Krone 4 spaltig. 1. Stengel zur Blütezeit noch mit den Keimblättern und nur wenigen grofsen eifömiigen oder lanzettlichen Gnmdblättern. Untere Stengelblätter eiförmig -lanzettlich, spitz. 3 — 20 cm. Kurzgrasige Wiesen, sandige Strandweiden, Hügel. Nord- und Mitteldeutschland bis Bayern. Krone violett, selten weifs. Aug. — Okt. Baltischer E., G. Bältica Murbeck. 2. Stengel am Grunde mit braunen, häutigen Blattresten. Grund- blätter und untere Stengelblätter spateiförmig oder zungen- förmig. Krone violett , selten gelblichweifs. Kommt mit stumpfen mittleren Stengelblättern und 3 — 5 Stengelgliedern (Sommerform) und mit spitzen mittleren Stengelblättern und 4 — 8 Stengelgliedern (Herbstform) vor. 5 — 30 cm. Hoch- gelegene Wiesen, Triften. Zerstreut. Mitte Juni — Okt. Feld-E., G. campestris L. B. Kelch und Krone meist 5 spaltig. I. Krone klein (9 — 18 mm lang), walzlich, oberwärts kaum erweitert. Kapsel sitzend. a. Stengel unterhalb der wenigen eiförmigen oder lanzett- lichen Grundblätter zur Blütezeit noch mit den Keim- blättern versehen. Untere Stengelblätter eiförmig-lanzett- lich oder lanzettlich, spitz. Kelchzipfel lineal - lanzettlich, 254 Enziangewächse. über doppelt so lang als die Kelchröhre, ungleich, die längeren den Gnind der Kronzipfel erreichend oder etwas überragend. Krone trübviolett, selten gelblichweifs. 5 bis 20 cm. Feuchte, kurzgrasige Wiesen, Triften. Nord- und Mitteldeutschland. Aug. — Okt. Sumpf- E., G. uliginösa Willd. b. Stengel von braunen, häutigen Blattresten umgeben. Grund- blätter zungenförmig oder spatelig. Untere Stengelblätter zungenförmig oder spatelig. Kelchzipfel lineal, fast gleich oder 2 mehr lanzettlich. Krone rötlichlila, selten gelblich- weifs. Koramt mit stumpfen mittleren Stengelblättern und 3 — 6 Stengelgliedern (Sommerform auf feuchten Wiesen Ostpreufsens) und mit spitzen mittleren Stengelblättern und 6 — 12 Stengelgliedern (Herbstform auf trockenen Abhängen, besonders auf Kalk) vor. 5 — 30 cm. Mitte Juni bis Ende Sept. Bitterlicher E., G. amarella L. Krone gröfser (18 — 45 mm lang), oberwärts erweitert. Kapsel deutlich gestielt. a. Mittlere Stengelblätter spitz. Im Herbst blühend. aa. Stengel einfach oder oberwärts mit kurzen Ästen, der Blütenstand daher traubig. Kelch ganz kahl. Kelch- zipfel mit scharf gespitzten Buchten, anemanderstofsend, 3 eckig, lang zugespitzt, am Rande oft umgerollt, länger als die Kelchröhre, ihre Ränder an der Röhre als grüne Rippen herablaufend. Krone grofs, 18 bis 27 mm lang, violett, oft mit weifslicher Röhre, selten ganz weifs oder gelb. 7- — 25 cm. Triften, AViesen, Hügel. Zerstreut in Mittel- und Süddeutschland. Aug. bis Okt. Deutscher E., Germanica Willd. bb. Stengel meist vom Grunde an mit langen Ästen, der Blütenstand daher doldenrispig. Mittlere Stengelblätter stumpf-3 eckig. Kelch mehr oder weniger flaumhaarig. Kelchzipfel mit scharfgespitzten Buchten aneinander- stofsend, 3 eckig, lang zugespitzt, länger als die Kelch- röhre, ungleich, ihre Ränder an der Röhre als Flügel- kanten herablaufend. Krone glockig - trichterig oder röhrig-glockig, 25 — 45 mm lang, violett. 15 — 30 cm. Triften, Wiesen, Hügel in Sachsen, Thüringen, Bayern. Aug. — Okt. Sturmscher E., G. Sturmiäna Kern. b. Mittlere (und untere) Stengelblätter stumpf, zungenförmig, obere eiförmig - lanzettlich, stumpf oder spitzlich. Kelch flaumhaarig (so in Südbayem) oder kahl. Kelchzipfel fast lineal und durch abgerundete Buchten von einander getrennt oder 3 eckig und mit scharf gespitzten Buchte« aneinanderstofsend. Krone violett, seltener gelblichweifs. Immergrüngewächse. Seidenpflanzengewächse. 2 '^ =^ i8 — 35 mm grofs. 6 — 20 cm. Bergwiesen, Gebirgs- triften. In Schlesien, Sachsen, Thüringen, Bayern. Juni bis Anf. Aug. Stumpfblättriger E., G. obtusifölia Willd. 3. Tarant, Sweertia. V. Grundblätter eiförmig oder elliptisch, langgestielt. Stengelblätter entfernt,, untere kurzgestielt, obere sitzend. Blütenstiele fast geflügelt - 4 kantig. Krone stahlblau, dunkler punktiert, am Grunde grünlich. 15 — 45 cm. Moorige Wiesen und Triften. Zerstreut. Juni — Aug. Blauer T., S. perennis L.- 4. Dreiblatt, Menyänthes. v. Blätter 3 zählig, langgestielt, grundständig. Blättchen verkehrt-eiförmig, fast sitzend. Blüten in endständiger Traube. Krone rötlichweifs oder weifs. 15 — 30 cm. Sümpfe, Gräben, Teichränder. Ziemlich verbreitet, Mai, Juni. Sumpf- Dr., Bitterklee, M. trifoliäta L. 5. Tauche, Limnänthemum. v. Blätter schwimmend, langgestielt, herzförmig -kreisrund, unterseits wie die Stiele kleinhöckerig. Blüten doldenartig, in den Blattachseln. Krone goldgelb, Zipfel mit dunklerem Mittelstreif. 80 — 150 cm. Stehende und langsam fliefsende Gewässer. Sehr zerstreut. Juli, Aug. See-T., L. nymphaeoides Lk, 73. Familie. Immergrün g'ewächse, Apocynaceen. I. liuinerg^rUii, Vinca. v. Stengel kriechend. Blätter kurzgestielt, elliptisch- oder eiförmig-lanzett- lich, kahl. Blüten einzeln. Kelch kahl; Krone hellblau, selten weifs, 15 — 60 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. In Gärten nicht selten angepflanzt. April, Mai. Kleines I., V. minor L, 74. Familie. Seidenpflaiizengewächse, Asclepiadaceen. I. Krone radförmig. Staubbeutel aufsen mit Anhängseln, welche zu einem 5 spaltigen Kranze verwachsen sind. Narbe mit kurzen Spitzchen. Schwalbenwurz 255. IL Krone mit zurückgeschlagenen Zipfeln. Anhängsel der Staubbeutel getrennt, kapuzenförmig, innen mit einem hörnchenartigen Fortsatz. Narben ohne Spitzchen. Seidenpflanze 256. I. Schwalbenwurz, Vincetöxicum. v. Blätter kurzgestielt, zugespitzt, ganzrandig, herz-eiförmig-länglich, oberste länglich-lanzettlich. Blüten in Trugdolden. Krone kahl, weifs. Staub- 256 Windengewächse.' beutelkranz gelblich. 30 — 100 cm. Hügel, Abhänge, Felsen, Ge- büsche. Ziemlich verbreitet. Juni — Aug. (Cynänchum vincetöxi- cum R. Br.) "Weifse Schw., V. ofiicinäle Moench. 2. Seidenpflanzc, Asclepias. v. Stengel oberwärts grau - kurzhaarig. Blätter elliptisch, unterseits grau- filzig. Krone fleischrot, starkriechend. 100 — 150 cm. Als Zier- pflanze gebaut und verwildert. Stammt aus Nordamerika. Giftig ! Juni — Aug. Syrische S., A. Syriaca L. 75. Familie. Windende wächse, Convolvulaceen. I. Stengel beblättert. Blüten grofs. Krone glockig-trichterförmig. Winde 256, II. Stengel blattlos. Blüten sehr klein, geknäuelt. Krone glockig oder krugförmig. Seide 256. I. Winde, Convölvulus. v. 1. Deckblätter grofs, herz-eiförmig, den Kelch bedeckend. Blätter läng- lich-eiförmig, am Grunde pfeilförmig, mit abgestutzten Öhrchen, Krone grofs, schneeweifs. 150 — 300 cm. Feuchte Gebüsche, Hecken. Häufig. Juh — Herbst. Zaun-W., C. sepium L. 2. Deckblättter klein, lineal, von den Blüten entfernt. Blätter länglich- eiförmig bis lanzettlich, am Grunde pfeilförmig oder spiefsförmig. Krone kleiner, weifs oder rötlich, aufsen mit 5 roten Streifen. 30 bis 60 cm. Äcker, Wegränder. Gemein. Juni — Herbst. Acker -"W., C. arvensis L. 2. Seide, Cuscüta. V. 1. Kronröhre fast kugelig, doppelt so lang als der Saum. Stengel bleich, meist einfach. Schuppen der Kornröhre angedrückt. Griffel kürzer als die Krone. Krone weifs. 30 — 60 cm. Äcker (auf Lein- schma- rotzend). Zerstreut. Juni — Aug. Flachs -S., C. epilinum Weihe. 2. Kronröhre walzlich, etwa so lang als der Saum. Stengel meist röt- lich, ästig. a. Kronröhre durch zusammenneigende Schuppen geschlossen. Griffel länger als die Krone. Krone weifs oder rötlich. 30 — 60 cm. Äcker, Triften, Heiden (auf Klee, Thymian, Ginster, Heide schma- rotzend). Ziemlich zerstreut. Juli, Aug. Quendel -S., O. epithymum Murr. b. Kronröhre nicht geschlossen. Schuppen der Kronröhre angedrückt. Griffel so lang als die Krone. Krone rötlich, 60 — 150 cm. Gebüsche, Ufer (auf Nesseln, Hopfen, Weiden etc. schmarotzend). Meist häufig. Juni — Aug. Hopfen- S., C. Europsea L. Sperrkrautgewächse. — Rauhblättler. 257 76. Familie. Sperrkrautgewäclise, Polemoniaceen. I. Blätter gefiedert. Krone mit selir kurzer Röhre, weit-glockig oder radförmig. Sperrkraut 257. II. Blätter einfach, ungeteilt. Krone mit langer dünner Röhre und ab- stehendem Saum. Collomie 257. I. Sperrkraut, Polemonium. v. Stengel kahl. Blätter vielpaarig-gefiedert. Blättchen eiförmig-lanzettlich. Blütenstand rispig, drüsenhaarig. Krone himmelblau oder weifs. 30 — 80 cm. Feuchte Wiesen, Waldränder in Nordost- und jNIittel- deutschland. Auch häufig als Zierpflanze kultiviert und an Zäunen etc. verwildert. Juni, Juli. Blaues Sp., Himmelsleiter, P. caerüleuni L. 2. Colloillic, Collömia. V. Stengel oberwärts nebst den Blättern und Kelchen drüsig- kurzhaarig. Blätter länglich -lanzettlich, sitzend. Blüten in Köpfen. Krone mit erweitertem Schlund, anfangs gelbhch, schmutzig - fleischrot. 30 bis 60 cm. Zierpflanze aus dem westlichen Amerika. Nicht selten ver- wildert. Juni, Juli. Grofsblumige C, C. grandiflora Douglas. -]-]. Familie. Wasscrblattgcwäclise, Hydrophyllaceen. I. Pliaeelie, Phacelia. V. Blätter gefiedert. Blättchen fiederspaltig, mit eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Blüten in dichten, einseitswendigen, schneckenföniiig einge- rollten, ährigen Trauben (Wickeln). Krone trichterförmig, mit 10 halbmondförmigen Schuppen, blau oder rosa. 30 — 60 cm. Als Zier- pflanze und als Bienenfutter angepflanzt und zuweilen verwildert. Aus Kalifornien, Juli, Aug. Rainfahnblättrige Ph., Ph. tanacetifölia Benth. 78. Familie. Boret selige wachse, Boraginaceen. v. I. Pflanze kahl, blaugrün bereift. Krone gelb, walzlich-glockig. Nüfs- chen 2, ungeteilt. Wachsblume 259. II. Pflanze behaart. Krone radföniiig oder ziemlich radförmig, blau • oder weifs. A. Blüten grofs. Kronzipfel spitz. Schlund der Krone mit kurzen, ausgerandeten Anhängseln. Borret seh 259. B. Blüten klein oder mittelgrofs. Kronzipfel stumpf. Schlund der Krone durch 5 Höcker geschlossen. Den km ein 259. III. Pflanze behaart. Krone trichterig, glockig oder stieltellerförmig. A. Blüten klein oder ziemlich klein. I. Schlund der Krone offen. Krone weifs oder gelblich. Schmidlin- Wünsche , Anleitung. 4. Auflage. I? 25« Rauhblättler. a. Fruchtknoten zur Blütezeit ungeteilt. Krone stiel tellerför- mig, mit gefaltetem Saum, weifs. Sonnenwende 258. b. Fruchtknoten schon zur Blütezeit in 4 einsamige Xüfschen geteilt. Krone trichterig, weifslich oder gelblich, am Schlünde ohne Schuppen oder mit sehr kleinen Schuppen. Stein same 261. 2. Schlund der Krone durch Schuppen geschlossen oder ver- engert. Krone meist blau oder violett (wenigstens zuletzt). a. Krone mit gekrümmter Röhre, trichterig. Xüfschen stachel- los. Ochenzunge 260. b. Krone trichterig. Kelch nach der Blütezeit sehr vergröfsert, zusammengedrückt, 2 buchtig- gezähnte Lappen bildend. Xüfschen warzig-rauh. Stengel niederliegend. Schärfling 259. c. Krone stieltellerförmig. Schlundschuppen gelb, den Schlund der Krone fast schliefsend. Stengel aufrecht oder schlaff. Vergifsmeinnich t 2bi, d. Krone stieltellerförmig, hellblau. Xüfschen mit wider- hakigen Stacheln besetzt. Stengel aufrecht. Igelsame 259. B. Blüten mittelgrofs. 1. Schlund der Krone offen. a. Krone mit schiefem, ungleich-5 lappigem Saum, am Schlünde kahl. Staubblätter hervorragend. Xatternkopf 260, b. Krone mit regelmäfsigera Saum, am Schlünde mit 5 Haar- büscheln. Lungenkraut 260. c. Krone mit regelmäfsigem Saum, ohne Haarbüschel am Schlünde. Blätter lanzettlich. Steinsame 261, d. Krone mit regelmäfsigem Saum, dunkelbraun, am Schlünde mit 5 kleinen behaarten Schüppchen. Xapfkraut 260. 2. Schlund der Krone durch Schuppen geschlossen oder ver- engert. a. Krone braimrot oder purpurnviolett, trichterförmig. Xüfs- chen mit widerhakigen Stacheln besetzt. Pflanze weich- haarig. Hundszunge 259. b. Krone purpurnviolett, seltener blau oder weifs, trichter- förmig. X'^üfschen stachellos. Pflanze steifhaarig. Ochsenzunge 260. c. Krone walzenförmig -glockig, rosapurpurn oder gelblich, seltener weifs. Schlundschuppen lanzettlich -pfriemlich, kegelförmig zusammengeneigt. Beinwell 260. I. Sonnenwende, Heliotröpium. Stengel ästig, dicht behaart, Blätter eiförmig-elliptisch. Kelchzipfel bei der Fruchtreife sternförmig ausgebreitet. Krone weifs. 15 — 30 cm. Auf bebautem Boden, Schutt in den Rheingegenden und Süddeutsch- land einheimisch. Juni — Aug. Weifse S., H. Europaeum L. Rauhblättler. 259 2, Schärfling-. Asperiigo. Stengel niederliegend, durch rückwärts gerichtete Stacheln rauh. Blätter elliptisch-lanzettlich oder länglich. Blüten einzeln oder zu 2. Krone blau, mit weifser Röhre, anfangs purpurnviolett. 15 — 60 cm. Weg- ränder, Schutt, Mauern. Zerstreiit. Mai, Juni. Nie d erliegender Seh., A. procümbens L. 3. Jg-elsarae, Lappula. Pflanze steif harig, meist grau. Blätter länglich -lanzettlich oder lanzett- lich. Blütenstiele auch nach dem Verblühen aufrecht. Krone hell- blau. 15 — 30 cm. Trockene Hügel, Wegränder, Mauern. Zerstreut, Juli, August. Kletten -J., L. myosötis Moench. 4. Hundszung'e, Cynoglössum. 1. Pflanze kurzhaarig, grau. Blätter länglich - lanzettlich, weich, beider- seits kurzhaarig, mittlere und obere halb -stengelumfassend. Krone braunrot, selten weifs. 30 — 60 cm. AVegränder, Schutt, HügeL Zerstreut. Mai — ^Juli. Gebräuchliche H., C. officinäle L. 2. Pflanze zerstreut-behaart, grün. Blätter oberseits fast kahl, glänzend. Krone purpurnviolett. 30 — 60 cm. Bergränder, besonders in den Rheingegenden. Juni, Juli. Berg-H., C. Germanicum Jacq.. 5. Denkniein, Omphalödes. 1. Blätter länglich -lanzettlich, sitzend, w'echs eis tändig, die untersten spateiförmig bis länglich-verkehrt-eiförmig, gegenständig. Blütenstände verlängert, beblättert. Blüten ziemlich klein. Krone hellblau. 15 bis 30 cm. Schattige, feuchte Gebüsche. Sehr zerstreut. April, Mai. "Wildes D., O. scorpioides Schrank.. 2. Blätter eiförmig -lanzettlich, die grundständigen eiförmig oder herz- eifönnig. Blütenstände wenigblütig, nur am Grunde beblättert oder unbeblättert. Blüten mittelgrofs. Krone himmelblau. 5 — 15 cm. Zierpflanze aus Krain, Steiermark, Salzburg, Tirol. Hin und wieder verwildert. April, ]Mai. Frühlings -D., O. verna Moench. 6. Wachsblame, Cerinthe. Untere Blätter verkehrt - eiförmig, obere eiförmig-länglich mit tief -herz- förmigem Grunde stengelumfassend. Krone gelb. Staubbeutel 4 mal so lang als die Staubfäden. 15 — 45 cm. Wegränder, Äcker, Gras- plätze in Süd- imd Mitteldeutschland. Juni — Aug. Kleine "W., C. minor L.. 7. Boretsch, Borägo. Stengel ästig, steifhaarig. Untere Blätter elliptisch, obere eiförmig-läng- lich bis länglich - lanzettlich. Krone blau, selten weifs. Gurkenartig schmeckend. 30 — 60 cm. Gebaut und auf bebautem Boden, Schutt > nicht selten verwildert. Im südöstlichen Europa einheimisch. Juni bis Aug. Gurken -B., Gurkenkraut, B. officinälis L. 17* 2 5o Rauh blättler. 8. Ochscnzung-e, Anchüsa. 1. Kronrölire gerade. Blätter länglicli bis lanzettlich, ganzrandig. Krone purpurnviolett, seltener blau oder weifs. 30 — 60 cm. Wegränder, Äcker, Hügel. Nicht selten. Mai — Aug. Bellte O., A. officinälis L. 2. Kronröhre knie förmig gekrümmt. Blätter länglich bis lineal- lanzett- lich, ausgeschweift -gezähnt. Krone hellblau, mit weifser Röhre. 15 — 30 cm. Äcker, Wegränder. Verbreitet. Juni — Okt. Acker- O., Krumrahals, A. arvensis M. B. 9. Napfkraut, Nönnea. Pflanze graugrün. Blätter länglich -lanzettlich, undeutlich ausgeschweift. Krone dunkel - purpurbraun , selten hellgelb. 20 — 50 cm. Äcker, Wegränder. Zerstreut. Mai —Juli. Braunes N., N. pulla DC. 10. Beinwell, Wallwurz, Symphytum. I. Stengel ästig. Blätter lang herablaufend, untere grofs, in den Blatt- stiel verschmälert. Krone schmutzig-rosapurpurn oder violett, seltener gelblichweifs. Wurzelstock spindelförmig, ästig. 30 — 100 cm. Gräben, Ufer, feuchte, schattige Orte. Häufig. Mai, Juni. Roter B., S. officinale L. .2. Stengel einfach oder oberwärts 2 spaltig. Blätter halb - herablauf end, die untersten klein, gestielt, zur Blütezeit schon versvelkt. Krone gelblichweifs. Wurzelstock schief, ästig, mit knolligen Anschwellungen. 15 — 30 cm. Schattige Bergwälder in Süd- und Mitteldeutschland. April, ]Mai. Weifser B., S. tuberosum L, II. Natternkopf, Echium. Borstig- steifhaarig. Blätter lanzettlich, sitzend, nicht stengelumfassend. Kronröhre kürzer als der Kelch. Krone anfangs rötlich, dann blau, seltener weifs oder fleischfarben. 30 — 100 cm. Äcker, Hügel, Weg- ränder. Gemein. Juni — Sept. Blauer N., E. vulgäre L. 12. Lung^enkraut, Pulmonäria. I. Grundständige Blätter (die Blätter der nichtblühenden Triebe) am Grunde herzförmig oder abgerundet, plötzlich in den Stiel verschmälert, oberseits von kleinen (nur unter der Lupe sichtbaren) Stachelhöckerchen und Borstenhaaren besetzt. a. Grundständige Blätter herz - eiförmig, spitz , I ^/^mal so lang als breit, weifslich gefleckt. Blattstiel so lang oder meist etwas kürzer als die Spreite. Krone anfangs rot, dann blauviolett. 15 — 30 cm. Schattige Laubwälder und Gebüsche. Zerstreut, häufiger im süd- lichen Gebiet. März, April. Echtes L., P. officinäHs L. b. Grundständige Blätter herz - eiförmig - länglich , zugespitzt, doppelt so lang als breit, ungefleckt oder höchstens hellgrün gefleckt. Blattstiel länger als die Spreite. Blüten kleiner. Krone rot- Rauh blättler. 201 violett. 15 — 30 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche. Verbreitet,- besonders im nördlichen Gebiet. März, April. Dtmkles L., P. obscüra Dum. Grundständige Blätter elliptisch -lanzettlich bis lanzettlich, allmählich in den breitgeflügelten Blattstiel verschmälert, oberseits ohne Stachel- höckerchen. a. Stengel , Blätter und Kelche drüsig - weichhaarig. Stengelblätter länglich- oder eiförmig -lanzettlich. Kronröhre unter dem Haar- ring behaart. Krone anfangs rötlich , dann violett oder blau. 30 — 45 cm. Schattige Gebüsche in Süddeutschland. April, Mai. "Weiches L., P. mollis Wolff. b. Stengel steifhaarig. Blätter nebst den Kelchen kurz - rauhhaarige die stengelständigen lanzettlich, sitzend. Kronröhre unter dem Haarring kahl. Krone anfangs rötlich, dann lebhaft blau, selten weifs. 15 — 30 cm. Gebüsche, Laubwälder. Zerstreut. April, Mai. Schmalblättriges L., P. angustifölia L. 13. Steinsame, Lithospermum. Krone anfangs rötlich, dann blau, mittelgrofs. Blätter lanzettlich, mit undeutlichen Seitennerven. 30 — 60 cm. Gebüsche, Hügel in Süd- und Mitteldeutschland. Zerstreut. Mai, Juni. Blauroter St., L. purpüreo-caerüleum L, Krone weifslich oder gelblich, klein. a. Xüfschen glatt, glänzend, weifslich. Krone mit kurzer Röhre, grünlichgelb. Blätter lanzettlich, mit deutlichen Seitennerven. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Gebüsche. Zerstreut. Mai, Juni. Echter St., L. officinäle L. b. Nüfschen runzelig, fast glanzlos, braun. Krone mit langer, dünner Röhre, weifslich, selten bläulich. Blätter mit undeutlichen Seiten- nerven, lineal -lanzettlich. 30 — 60 cm. Äcker, Wegränder. Ge- mein. Mai, Juni. » Acker- St., L. anense L. 14. Verglfsineinnicht, Myosötis. Kelch angedrückt -behaart. a. Stengel kantig. Blätter länglich -lanzettlich, spitzlich. Kelch 5 zähnig. Griffel etwa so lang als der Kelch. Krone himmel- blau, seltener weifs. 15 — 45 cm. Gräben, feuchte Wiesen. Ge- mein. jNIai — Aug. Sumpf -V., M. palustris J^. b. Stengel stielrund. Blätter länglich, vorn breiter, stumpf. Kelch 5 spaltig. Griffel sehr kurz, kaum halb so lang als der Kelch, Krone himmelblau. 15 — 45 cm. Wiesen, Gräben. Ziemlich zer- streut. Juni — Aug. Rasiges V., M. caespitösa Schultz. Kelch mit abstehenden , meist zurückgekrümmten Haaren besetzt, 5 spaltig. 262 Eisenkraiitgewächse. a. Fruchtstiele kürzer als der Kelch. Blüten klein. aa. Kronröhre kurz , höchstens so lang als der Kelch. Trauben am Grunde beblättert. Fruchtstiele aufrecht. Krone hellblau. 8 — 20 cm. Sandige Äcker, Hügel. Meist gemein. April bis Juni. Acker -V., M. arenaria Schrad. bb. Kronröhre länger als der Kelch, zuletzt doppelt so lang. Trauben unbeblättert. Fruchtstiele wagerecht-abstehend. Krone anfangs gelblich, dann violett, zuletzt blau, 10 — 20 cm. Äcker, Waldränder, Grasplätze. Seltener als vorige Art. Mai bis Aug. Buntes V., M. versicolor Sm. b. Fruchtstiele so lang oder wenig länger als der Kelch. aa. Blätter alle länglich. Blüten klein. Fruchtkelch offen. Kron- röhre kürzer als der Kelch, ihr Saum vertieft. Krone hellblau. 15 — 30 cm. Hügel, Wegränder, trockene Wälder. Ziemlich häufig. Mai, Juni. Rauhes V., M. hispida Schldl. bb. Grundständige Blätter spateiförmig. Blüten mittelgrofs. Frucht- kelch auf rech t-zusammenschliefsend. Krön röhre so lang als der Kelch, ihr Saum flach. Krone himmelblau, selten weifs. 15 bis 45 cm. Gebüsche, schattige Laubwälder. Zerstreut. Mai — Juli. Wald-V., M. silvätica Hoffm. cc. Grundständige Blätter spateiförmig. Trauben kürzer, dichter. Blütenstiele dicker, wie die Kelche stärker behaart. 5 bis 15 cm. Wiesen der höheren Gebirge. Häufig in Gärten und daraus verwildert. Mai —Juli. Gebirgs -V., M. alpestris Schmidt. c. Fruchtstiele mindestens doppelt so lang als der Kelch. aa. Trauben vielblütig, unbeblättert. Fruchtstiele doppelt so lang als der Kelch, zuletzt wagerecht - abstehend. Fruchtkelch ge- schlossen. Krone himmelblau. 15 — 60 cm. Schattige AVälder, feuchte Äcker. Nicht selten. Mai — Herbst. Mittleres V., M. intermedia Lk. bb. Trauben wenigblütig, locker, am Grunde beblättert. Frucht- stiele vielmal länger als der Kelch, zuletzt zurückgeschlagen. ^ Fruchtkelch offen. Krone hellblau. 8 — 30 cm. Feuchte, schattige Laubwälder und Gebüsche. Sehr zerstreut, in den Rheingegenden fehlend. Mai, Juni. Hain-V., ^NI. sparsiflöra Mik ' 79. Familie. Eiseilkrautgewächse, Verbenaceen. I. Eisenkraut, A^erbena. xiv. Stengel 4 kantig. Blätter gegenständig, eingeschnitten-gekerbt, die mitt- leren 3 spaltig, mit grofsem Mittel zipfel. Blüten klein, in dünnen Ähren. Krone blafslila. 30 — 100 cm. Wegränder, Dorfplätze, Mauern. Verbreitet. Juli— Okt. Echtes E., V. officinalis L. Lippenblütler. 263 80. Familie. Lippenblütler, Labiaten, xiv. I, Krone fast regelmäfsig- 4 spaltig. A. Staubblätter 2, aufserdem meist noch 2 fädliche Nebengebilde (unfruchtbare Staubblätter). Krone weifslich. Wolf strapp 267. B. Staubblätter 4, die unteren deutlich länger. Kelch 5 zähnig. Krone rötlichlila. Elfsholzie 265. C. Staubblätter 4, fast gleichlang. Kelch 5 zähnig, 2 spaltig. Krone rötlichlila oder lila bis weifs. Minze 265. II. Krone (scheinbar) i lippig. A. Oberlippe sehr kurz, 2 lappig, Unterlippe 3 spaltig. Krone blei- bend. Günsel 274. B. Oberlippe tief gespalten, ihre Zipfel der Unterlippe anliegend, daher diese scheinbar 5 spaltig. Krone abfallend. Gamander 275. III. Krone deutlich 2 lippig. Staubblätter 2. A. Oberlippe der Krone ganzrandig oder schwach ausgerandet. Staubblätter in der gewölbten Oberlippe verborgen, mit langem, bogigem Mittelband. Salbei 269. B. Oberlippe der Krone 2 spaltig. Staubblätter hervorragend, am Grunde mit je einem rückwärts gerichteten Zahn. Rosmarin 269. IV. Krone deutlich 2 üppig. * Staubblätter 4, 2 längere und 2 kürzere. A. Oberlippe der Krone flach oder doch nur wenig gewölbt. 1. Blätter ganzrandig, lineal-lanzettlich bis lineal. Krone blau. a. Staubbeutel in der Kronröhre verborgen. Oberlippe der Krone 2lappig. Blätter am Rande umgerollt. Lavendel264. b. Staubbeutel der 2 längeren Staubblätter unter der Ober- lippe hervorragend. Oberlippe nur etwas ausgerandet. Blätter nicht umgerollt. Ysop 268. 2. Blätter ganzrandig oder undeutlich gezähnt. Krone rötlich, lila oder weifs. a. Staubbeutel unter der Oberlippe hervorragend. Kelch 5- zähnig oder ungezähnt, schief gespalten. Blüten mit öfter gefärbten Deckblättern. Dost 267. b. Staubbeutel unter der Oberlippe hervorragend. Kelch deutlich 2 lippig. Blüten ohne Deckblätter. Quendel 267. c. Staubbeutel nicht unter der Oberlippe hervorragend. Kelch 5 zähnig. Stengel aufrecht. Pfefferkraut 268. 3. Blätter gekerbt oder gesägt. Kelch 5- oder 10 zähnig. a. Krone blau. Staubbeutel paarweise ein Kreuz bildend. Blätter zerstreut -behaart, grün. Stengel kriechend, mit aufsteigenden Blütenästen. Gundermann 270. b. Krone weifs, rötlichweifs oder violett. Staubbeutel nach dem Verblühen auswärts gebogen. Stengel aufrecht. Katzenkraut 269. 264 Lippenblütler. c. Krone weifs, klein. Staubbeutel in der Kronröhre ein- geschlossen. Stengel aufrecht, nebst den Blättern filzig, Andorn 273. 4. Blätter gekerbt oder gesägt. Kelch 2 lippig. a. Krone kleiu, weifs. Kelch regelniäfsig - 2 lippig (Ober- lippe 3-, Unterlippe 2 zähnig), nicht aufgeblasen. Ober- lippe der Krone etwas gewölbt. Melisse 269. b. Krone lila, rot oder weils. Kelch regelniäfsig -2 lippig. Oberlippe der Krone flach. Kölme 268. c. Krone aufsen weifs, die Unterlippe mit innen rotem Mittel- zipfel. Kelch unregelmäfsig- 2 lippig, aufgeblassen. Oberlippe der Krone fast kreisrund, wenig gewölbt. Immblatt 273. B. Oberlippe der Krone ausgehöhlt oder gewölbt. 1. Kelch 5 zähnig, Blüten klein. Staubblätter mehr oder weniger aus der Kronröhre hervorragend. Zipfel der Kronunterlippe stumpf (durch Einrollen der Ränder spitz erscheinend). Nüfs- chen 3 kantig, oben gestutzt. Herzgespann 273. 2. Kelch 5 zähnig. Blüten grofs oder mittelgrofs, a. Unterlippe der Krone mit spitzen, oft sehr kleinen und zahnförmigen oder fehlenden Seitenzipfeln, Krone gelb, weifs oder rot. Saug 270. b. Unterlippe der Krone mit 3 stumpfen oder ausgerandeten Zipfeln (der ]Mittelzipfel grölser), am Schlünde beiderseits mit einem hohlen, aufrechten Zahn. Hohlzahn 271. c. Unterlippe der Krone mit 3 stumpfen oder ausgerandeten Zipfeln (der ]\Iittelzipfel etwa doppelt so grofs als die Seitenzipfel), ohne hohle Zähne. aa. Kelch röhrig-glockig, 5- oder 10 nervig. Längere Staub- blätter meist nach dem Verblühen gewunden und nach aufsen gebogen. Ziest 272. bb. Kelch trichterförmig, hervorspringend- 10 nervig. Staub- blätter auch nach dem Verblühen gerade, unter der Oberlippe gleichlaufend. Bulte 273. 3. Kelch 2 lippig. a. Kelch zur Fruchtzeit geschlossen, seine beiden Lippen ungeteilt, ganz, die obere am Rücken mit einer aufrechten, hohlen Schuppe. Helmkraut 274. b. Kelch zur Fruchtzeit geschlossen, seine Oberlippe kurz- 3 zähnig, die Unterlippe 2 spaltig. Bruunelle 274. c. Kelch zur Fruchtzeit nicht geschlossen, mit 3 spaltiger Oberlippe und 2 teiliger Unterlippe. Wohlriechend. Drachenkopf 270. I. Lavendel, Lavändula. Blätter lineal,' am Rande umgerollt, graufilzig. Scheinquirle eine unter- brochene, endständige Ähre bildend. Krone blauviolett. 30 — 60 cm. Lippenblütler, 26 s In Gärten angepflanzt und zuweilen verwildert. Stammt aus Süd- europa. Juli— Sept. Garten -L., L. spica L. 2. Elfsholzle, Elsshölzia. Blätter gestielt, eiförmig, beiderseits verschmälert. Scheinquirle dichte, einseitswendige Ähren bildend. Deckblätter breit-eiförmig, gewimpert,. einseilswendig. Krone rötlichlila. 30 — 60 cm. Infolge früheren An- baues auf Schutt, an Zäunen etc. hie und da verwildert. Stammt aus Asien. Juli, Aug. Kamm-E., E. Patrini Garcke. 3. Minze, Mentha. I. Kelch 2 lippig, sein Schlund nach der Blütezeit durch einen Haar- kranz geschlossen. Stengel aufsteigend, am Gnmde wurzelnd. Blätter gestielt, eiförmig oder elliptisch, sparsam gezähnt. Scheinquirle alle gesondert, blattachselständig, kugelig. Krone hellpurpurn oder lilarot. 15 — 30 cm. Ufer, feuchte Triften, Grasplätze. Zerstreut. Juli — Sept. Polei-M., M. pulegium L. II. Kelch 5 zähnig, mit offenem Schlund. A. Scheinquirle, wenigstens die unteien, in den Achseln der Laub- blätter. 1. Scheinquirle an der Spitze des Stengels kopfig zusammen- gedrängt, oft noch I oder 2, selten mehr gesonderte daninter. Blätter gestielt, eiförmig oder eiförmig-länglich, meist zerstreut- behaart, selten stärker behaart oder kahl. Kelch walzlich- trichterig. Kelchzähne aus 3 eckigem Gmnde pfriemlich zu- gespitzt. Krone heller oder dunkler rötlichlila. 30 — 80 cm, Ufer. Gräben. Gemein, Juni — Okt. "Wasser-M., M. aquatica L. 2. Scheinquirle alle deutlich gesondert, von einander entfernt. Stengel mit einem Blätterbüschel endend. a. Fruchtkelch kurz, glockig, nicht oder schwach gefurcht, seine Zähne 3 eckig-eiförmig, kurz, etwa so lang als breit. Blätter gestielt , eiförmig oder elliptisch. Stengel meist liegend oder aufsteigend. Krone lila. 15--45 cm. Feuchte Äcker, Gräben, Ufer. Gemein. Juli — Okt. Acker -M., M. arvensis L. b. Fruchtkelch röhrig - glockig oder röhrig - trichterig, gefurcht. . Kelchzähne 3 eckig -lanzettlich, zugespitzt, länger als breit. aa. Kelch am Grunde kahl, oberwärts steiflich behaart. Kronröhre innen kahl. Blätter kurz gestielt, die oberen fast sitzend, elliptisch oder elliptisch-lanzettlich bis lan- zettlich, gesägt, mit zugespitzten vorwärts gerichteten Sägezähnen. Pflanze meist ziemlich kahl, oft rot über- laufen, reichdrüsig, von Basilicum-Geruch. Krone lila. 30 — 100 cm. Feuchte Wiesen, L^fer. Sehr zerstreut. In Gärten angepflanzt und verwildert. Juli — Sept. Edel-M., M. gentilis L. 206 Xippenblütler. bb. Kelch durchweg behaart. Kronröhre innen behaart. Blätter deutlich gestielt, eiförmig - elliptisch , mit ab- stehenden Sägezähnen. Stengel aufrecht oder aufsteigend. Pflanze abstehend behaart (hirsüta Koch) oder kahl oder fast kahl (glabra Koch). Krone heller oder dunkler lila. 25 — 80 cm. Ufer, Gebüsche. Zerstreut. Juli, Aug. (M. sativa L., M. aquatica X arvensis). Wirtel-M., M. verticilläta L. B. Scheinquirle zu endständigen Ähren vereinigt. 1. Blätter deutlich (mäfsig lang) gestielt. Ähren dick, länglich- walzenförmig, am Grunde meist ununterbrochen. a. Kelch am Grunde kahl, gefurcht. Kelchzähne lanzettlich- pfriemlich. Kronröhre innen kahl, Früchtchen glatt. Blätter mäfsig lang gestielt, länglich oder länglich - eiförmig, zerstreut behaart oder fast kahl, seltener (Krause M.) kraus, eingeschnitten, im Umrifs eiföiTtiig. Von starkem, aroma- tischem Geruch. Krone lila. 30 — 60 cm. Gebaut und verwildert. Juni — Aug. Pfeffer -M., ]M. piperita L. b. Kelch durchweg behaart. Kelchzähne lineal- pfriemlich. Kronröhre innen behaart. Früchtchen warzig. Blätter ziemlich kurz gestielt, eiförmig oder herz -eiförmig, beider- seits behaart, unterseits grauhaarig. Blätter der AVasser-]SI., Ähren der Rofs-M., aber dicker. Gräben, Ufer. Zerstreut. Juli, Aug. Dickährige M., M. nepetoides Lej. 2. Blätter sitzend oder die unteren kurz gestielt. a. Deckblätter und Zähne des fast kugeligen, steifhaarigen Fruchtkelchs lanzettlich-pfriemlich. Blätter rundlich eiförmig, stumpf oder mit einem Spitzchen, nie noch einmal so lang als breit, kerbig - gesägt , netzig - runzelig , unterseits grau- oder weifslichf ilzig , seltener kraus. Krone helllila, fast weifs. 30— 60 cm. Gräben, feuchte Wegränder, Hecken in den Rhein- und Maingegenden. Juli — Sept. Rundblättrige M., M. rotundifolia L. b. Deckblätter und Zähne des glockigen Fruchtkelchs lineal- pfriemlich. Blätter länglich - lanzettlich bis länglich - eifönnig, meist doppelt so lang als breit, gesägt. Krone rötlichlila. aa. Blätter beiderseits fast kahl oder unterseits zerstreut- behaart. Scheinähren dünn, schlank. Früchtchen fast glatt. Ausläufer überirdisch, beblättert. Von ange- nehmem pfefferminzartigem Geruch. Eine gebaute Form hat krause Blätter. 30 — 80 cm. Gräben, Ufer. Zer- streut. Juli — Sept, G-rüne M., ^I. viridis L, bb. Blätter beiderseits oder wenigstens unterseits dicht weifslich- filzig (mit angedrücktem Filz), länglich - lan- zettlich bis lanzettlich, am Grunde abgenmdet oder Lippenblütler. 207 kaum etwas herzförmig, ziemlich eben. Früchtchen warzig. Ausläufer unterirdisch, schuppig. 50 — loo cm. Ufer, Gräben, Zerstreut. Juli — Sept. Rofs-M., M. silvestris L. cc. Blätter unterseits graufilzig (mit lockerem Filz), eiförmig oder länglich -eiförmig, am Grunde oft etwas herzförmig, etwas runzelig. Früchtchen warzig. Scheinähren dick. Ausläufer unterirdisch. 30 — 80 cm. Ufer, Gräben. Zerstreut. Juli — Sept. Hain-M., M. nemorösa Willd. 4. Wolfstrapp, Lycopus. II. 1. Stengel ästig. Blätter länglich -eiförmig bis eiförmig -lanzettlich, grob- buchtig -gezähnt, am Grunde fiederspaltig. Unfruchtbare Staubblätter fehlend. Krone weifs, innen purpurn punktiert. 30 — 80 cm. Gräben, Ufer, feuchte Orte. Gemein. Juli, Aug. Ufer-W., L. Europseus L. 2. Stengel meist einfach. Blätter tief fiederspaltig, die unteren und mittleren im Umrifs breit -eiförmig, obere lanzettlich. Blüten kleiner. Unfruchtbare Staubblätter vorhanden. Krone weifs, purpurn punktiert. 60 — 120 cm. Gräben, Ufer, feuchte "Wegränder. Selten. Juli, Aug. Hoher W., L. exaltätus L. fil. 5. Dost, Origanum. 1. Blätter länglich-eiförmig, undeutlich gezähnt, fast kahl, durchscheinend- punktiert. Deckblätter elliptisch, spitzlich, meist dunkelpurpurn. Kelch 5 zähnig. Krone hellpurpurn, selten weifs. 30 — 60 cm. Waldränder, Gebüsche, Hügel. A^erbreitet. Juli, Aug. Wilder D., O. vulgäre L. 2. Blätter elliptisch, beiderseits graufilzig. Deckblätter quer breiter, abgerundet. Kelch ungezähnt, vorn fast bis zum Grunde gespalten. Krone weifs oder hellrötlich. 20 — 40 cm. In Gärten kultiviert. Stammt aus Xordafrika. Juli — Sept. Garten -D., Mairan, O. majoräna L. 6. Quendel, Thymian, Thymus. I. Stengel niederliegend oder aufsteigend. Blätter flach oder schwach uragerollt. a. Äste oberwärts deutlich 4kantig, an den Kanten behaart. Blätter ziemlich dünn, elliptisch, eiförmig oder rundlich, plötzlich in den Blattstiel zusammengezogen, unterseits mit wenig hervortretenden Nerven, am Grunde oft kaum gewimpert, seltener zottig behaart oder fast kahl. Untere Scheinquirle öfter entfernt. Stengel auf- steigend, nur am Gnmde wurzelnd. Krone hellpurpurn, zuweilen weifs. 5 — 25 cm. Hügel, Raine, Triften, Wegränder. Gemein. Juni — Herbst. Gamander- Q, T. chamjedn,s Fr. b. Äste oberwärts stielrund oder undeutlich 4 kantig, ringsum kurz- haarig. Blätter etwas derb, klein, lineal bis länglich, allmählich 258 Lippenblütler. in den Blattstiel verschmälert, mit unterseits (besonders getrocknet) stark hervortretenden Nerven, am Grunde gewimpert, seltener zottig behaart. Scheinquirle kopfig gedrängt. Stengel nieder- liegend, überall wurzelnd, mit kurzen, meist reihenweise angeord- neten blütentragenden Ästen. Krone hellpurpurn. lo — 30 cm. Sandige Wälder (Kiefernwälder), Hügel, Triften, Wegränder. Weniger häufig. Juni — Herbst. (T. angustifölius Schreb.) Feld-Q., T. serpyllum L, 2. Stengel aufrecht oder aufsteigend, am Grunde nicht wurzelnd, sehr ästig. Blätter sitzend, länglich bis lineal, am Rande stark umgerollt, in ihren Achseln mit verkürzten Zweigen (Blätterbüscheln). Krone hellrot. 15 — 20 cm. In Gärten gebaut. Aus Südeuropa. Mai, Juni, Garten- Q., T. vulgaris L. 7. Ysop, Hyssöpus. Blätter lineal -lanzettlich oder lineal, ganzrandig. Scheinquirle dicht, endständige, einseitswendige Ähren bildend. Krone dunkelblau, seltener rosa oder weifs. 30 — 60 cm. Steinige Orte in Süddeutschland, sonst angepflanzt und versvildert. Juli — Sept. Garten -Y., H. officinälis L. 8. Pfefferkraut, Satureja. Stengel aufrecht, sehr ästig. Blätter lineal-lanzettlich, ganzrandig, spitz- lich, gewimpert, glanzlos. Blüten klein, meist zu 5 in den Blatt- achseln, scheinquirlig. Krone lila oder weifslich, am Schlünde rot punktiert. 30 — 45 cm. In Gärten gebaut. Aus Südeuropa. Juli bis Okt. Garten -Pf., S. hortensis L. 9. Köliue. Calamintha. 1. Scheinquirle am Grunde von lineal -pfriemlichen, langzottigen Deck- blättchen umgeben. Stengel abstehend-zottig. Blätter eiförmig, unter- seits mehr blafsgrün. Scheiuquirle reichblütig. Kelchschlund nicht durch Haare geschlossen. Krone purpurn. 30 — 60 cm. Wälder, buschige Hügel, Wegränder. Verbreitet. Juli — Sept. Borsten -K., C. clinopödium Spen. 2. Scheinquirle ohne pfriemliche Deckblätter. a. Scheinquirle 6 blutig, aus kurzgestielten Blüten bestehend. Kelch- schlund durch einen Haarkranz geschlossen. Blätter eifönnig oder länglich-rautenförmig, spitzlich gezähnelt. Krone lila, selten weifs. 10 — 40 cm. Triften, Hügel, Weg- und Waldränder. Nicht selten. Juni — Sept. Berg-K,, C. äcinos Clairv. b. Scheinquirle aus 3 — 5 blutigen Trugdolden zusammengesetzt. Blätter eiförmig oder rundlich-eiförmig, stumpf, angedrückt-gesägt. Krone purpurn. 30 — 60 cm. Hecken, Gebüsche, Wälder in Süddeutsch- land und den Rheingegenden. Juli, Aug. Wald-K., C. officinähs Moench. Lippenblütler. 260 10. Melisse, Meter, Melissa. Blätter gestielt, eiförmig, gekerbt oder kerbig- gesägt, am Gnxnde fast herzförmig. Scbeinqiiirle wenigblütig, ein seits wendig. Krone weifs. 30—80 cm. In Gärten angepflanzt. In Süddeutschland einheimisch. Juli, Aug. Garten -M., ^I. officinälis L. II. Salbei, Sälvia. II. 1. Krone hellgelb, blaurot punktiert. Blätter langgestielt, länglich-eiförmig, zugespitzt, am Grunde herz-spiefsförmig, eben. Pflanze zottig, ober- ■ wärts drüsig-zottig. 60 — 120 cm. BergAvälder Süddeutschlands, be- sonders auf Kalk. Juni — Aug. Klebrige S., S. glutinösa L. 2. Krone blau, violett, seltener rosa oder weifs, nie gelb. a. Scheinquirle 15 — 30 blutig. Stengel krautartig. Untere Blätter eiförmig, am Blattstiel mit 2 Öhrchen, obere fast 3 eckig, alle am Grunde herzförmig, ungleich-gekerbt-gezähnt. Krone klein, violett- blau. 30 — 60 cm. Raine, AVeg- und Waldränder. Zerstreut. Juni — Aug. Quirlige S., S. verticilläta L. b. Scheinquirle 3 — 6 blutig. Stengel am Grunde holzig. Blätter länglich, fein gekerbt, in der Jugend fast weifsfilzig. Krone violett. 30 — 60 cm. In Gärten angepflanzt. Aus Südeuropa. Juni, Juli. Garten -S., S. officinälis L. c. Scheinquirle 3 — 6 blutig. Stengel krautartig. aa. Stengel mit wenigen Blätterpaaren. Grundblätter rosettig, länglich oder länglich -eiförmig, am Grunde herzfönnig, kerbig- gezähnt, ungeteilt oder 3 lappig. Deckblätter grün. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Wiesen, Raine. Ziemlich verbreitet, stellenweise häufig. Mai — ^Juli. Wiesen- S., S. pratensis L. bb. Stengel dicht beblättert, ohne grundständige Rosette. Blätter länglich -lanzettlich, am Grunde abgerundet oder herzförmig, gekerbt. Deckblätter meist purpurn. 30 — 60 cm. Weg- ränder, Raine, Hügel. Zerstreut. Juli, Aug. Wilde S., S. silvestris L. 12. Rosmarin, Rosmarinus. n. Immergrüner Strauch mit rutenfönnigen , aufrechten Zweigen. Blätter sitzend, lineal, lederig, am Rande umgerollt, unterseits graufilzig. Krone klein, blafsblau. 50 — 150 cm. Oft in Gärten angepflanzt. In Südeuropa einheimisch. April— Juni. Garten-R., R. officinälis L. 13. Katzenkraut, Nepeta. I. Blätter langgestielt, herz-eiförmig, alle spitz, grob-gesägt-gezähnt, ober- seits kurzhaarig, grün, unterseits graufilzig. Scheinquirle am Ende des Stengels und der Äste einen gedrängten, meist länglichen Blüten- stand bildend. Krone weifs oder rötlich, die Unterlippe purpurn punktiert. Hat oft Citronengeruch. 45 — 80 cm. Wege, Schutt, Zäune. Zerstreut. Juni — x\ug. Echtes K-, N. catäria L, 2^0 Lippenblütler. 2. Blätter ziemlich kurz gestielt, länglich, stumpf, die oberen spitzlich oder spitz, am Gnmde herzförmig, gekerbt, unterseits kurzhaarig oder dünn graufilzig. Scheinquirle einen lockeren, oft verlängerten Blüten- stand bildend. Krone blau. 60 — 120 cm. Zierpflanze aus Kau- kasien. Hie und da verwildert. Juli — Sept. Grofsblütiges K., N. grandiflöra M. B. 14. Gundermann, Glechöma. Stengel kriechend, blütentragende Zweige aufsteigend. Blätter nieren- oder rundlich-herzförmig, gekerbt. Scheinquirle meist 6blütig. Krone hellviolett, selten fleischfarben. 15 — 6c cm. Wälder, Gebüsche, Äcker. Gemein. April — Juni. Epheu-G., G. hederäcevuu L. 15. Drachenkopf, Dracocephalum. Blätter lanzettlich, eingeschnitten-gekerbt, unterseits drüsig-punktiert, all- mählich in die schmäleren, unterwärts haarspitzig-gesägten Deckblätter übergehend. Krone blauviolett oder weifs. Von melissenartigem Ge- ruch. 30 — 45 cm. In Gärten gebaut und wohl auch verwildert. In Innerasien einheimisch. Juli, Aug. Türkischer D., D. Moldavica L. 16. Saug^, Taubnessel, Lamium. A. Krone gelb. Unterlippe der Krone mit 3 ziemlich gleichen, spitzen Zipfeln. Staubbeutel kahl. Untere Blätter langgestielt, doppelt- gekerbt, stumpf, oft weifslich gefleckt, obere kürzer gestielt, spitz. Kronröhre gekiümmt, innen mit einem schrägen Haarring. 15 bis 45 cm. Feuchte Gebüsche, Laubwälder. Meist nicht selten. Mai, Juni. G-elber S., G-oldnessel, L. galeöbdolon Crantz. B. Krone rot oder weifs, Unterlippe der Krone mit sehr kleinen, zahn- förmigen oder fehlenden Seitenzipfeln. Staubbeutel bärtig. 1. Obere Blätter sitzend, stengelumfassend. Kronröhre innen ohne Haarring. Untere Blätter herz - eiförmig oder rundlich, gestielt, obere nierenf örmig , alle gekerbt. Krone purpurn. 15 — 30 cm. Äcker, Gartenland. Verbreitet. April — Okt. J5!laminer-S., L. amplexicaüle L. 2. Blätter gestielt. Kronröhre innen mit einem Haarring. a. Kronröhre gerade, plötzlich in den Schlund erweitert. Blüten ziemlich klein (10 — 20 mm lang). Krone hellpurpurn, selten w^eifs. Untere Blätter rundlich, langgestielt, obere herz -ei- förmig, kurzgestielt, alle gekerbt. 7 — 30 cm. Äcker, Garten- land, Schutt. Gemein. März — Okt. Roter S., L. purpureum L. b. Kronröhre gekrümmt, allmählich in den Schlund ersveitert. Blüten gröfser. aa. Krone hellpurpurn, Unterlippe dunkler gefleckt. Haarring der Kronröhre quer verlaufend. Blätter herz-eiförmig, ge- Lippenblütler. 271 kerbt oder kerbig-gesägt. Kurze Sprossen treibend. 30 bis 60 cm. Feuchte Gebüsche, Laubwälder, Hecken. Ver- breitet. April — ^Juni. Gefleckter S., L. maculätum L, bb. Krone weifs. Haarring der Kronröhre schräg aufsteigend. Blätter zugespitzt , schärfer gesägt. Ausläufer treibend. 30 — 50 cm. Schutt, Hecken, Zäune. Gemein. April — Okt. Weifser S., L. album L. 17. Dann, Dohlzahn, Galeöpsis. A. vStengel unter den Gelenken nicht oder wenig verdickt, mit weichen, abwärts angedrückten Haaren besetzt. 1. Krone grofs (25 — 30 mm), gelblichweifs. Blätter eiförmig bis eiföniiig- lanzettlich, beiderseits dicht seidenhaarig. Scheinquirle 10 — 3oblütig. Kelch abstehend-drüsenhaarig. Oberlippe der Krone eingeschnitten-gezähnt. 15 — 45 cm. Sandige Äcker, besonders im westlichen Deutschland. Juli — Okt. Gelblichweifs er D., G. ochroleüca Lmk. 2. Krone mittelgrofs bis klein, hellpurpurn, selten ganz weifs. a. Blätter länglich bis länglich - lanzettlich, jederseits mit 4 — 8 Zähnen. Kelch abstehend-drüsenhaarig, seine Zähne fast gleich, zur Fruchtzeit aufrecht. Stengel meist buschig-ästig. 7 — 30 cm. Äcker, besonders auf Sandboden. Juli— Okt. Breitblättriger D., G. latifölia Hoffm. b. Blätter lanzettlich bis lineal- lanzettlich, jederseits mit i — 4 seichten, entfernten Zähnen. Kelch angedrückt -behaart, seine Zähne ungleich, zur Fruchtzeit abstehend. Stengel meist locker- ästig. 15 — 50 cm. Äcker, Wegränder, besonders auf Kalk- boden. Juli — Okt. Schmalblättriger D., G. angustifölia Ehrh. B. Stengel unter den Gelenken deutlich verdickt. Blätter eiförmig bis länglich-eiförmig, zugespitzt. 1. Krone grofs (30 — 40 mm lang), schwefelgelb. Kronröhre doppelt so lang als der Kelch. jSIittelzipfel der Unterlippe der Krone violett, rundlich - 4 eckig, flach, gekerbt. 50 — 100 cm. Gebüsche, feuchte "Waldplätze. Zerstreut. Juni — Okt. Bunter D., G. versicolor Curt. 2. Krone klein oder mittelgrofs, rot oder weifs, oft gelblich gefleckt. a. Stengel nur unter den Gelenken steifhaarig, sonst angedrückt weichhaarig. Krone mittelgrofs, purpurn, mit weifser, oberwärts bräunlicher Röhre. Kronröhre länger als der Kelch. 30 bis 70 cm. Äcker. Wegränder, Gebüsche, Holzschläge. In Mittel- und Süddeutschland häufig. Juli — Okt. Weicher D., G. pubescens Bess. b. Stengel durchaus steifhaarig. aa, ]SIittelzipfel der Kronunterlippe fast quadratisch, flach, klein, gekerbt oder undeutlich ausgerandet. Kronröhre so lang 2'12 Lippenblütler. oder kürzer als der Kelch, auf dem Rücken etAvas ein- gedrückt. 30 — 70 cm. Äcker, Schutt, Holzschläge. Gemein. Juni — Okt. Stechender D., G. tetrahit L. bb. ]SIittelzipfel der Kronunterlippe länglich - 4 eckig (länger als breit), deutlich ausgerandet oder gespalten, später am Rande umgerollt. Krone kleiner, blafsrot, am Rücken nicht ein- gedrückt. 30 — 70 cm. Äcker, Gebüsche. Sehr zerstreut. Juli — Okt. Ausgerandeter D., G. bifida Boeningh. 18. Ziest, Stachys. A. Krone rot. Kronröhre innen ohne Haarring. Stengel einfach. Blätter länglich-eiförmig, am Grunde herzförmig, gekerbt, untere sehr lang, obere kurzgestielt. Blütenstand endständig, dicht. Kelchzähne 3 eckig, lang gewimpert. Krone purpurn, selten weifs. 30 — loo cm. Lichte Waldstellen, trockene Wiesen, Hügel. Häufig. Juli, Aug. Heil-Z., Batunge, S. belönica Benth. B. Krone hellgelb. Kronröhre innen mit einem Haarring. 1. Blätter meist kahl, gestielt, untere länglich, stumpf, obere lanzett- lich, spitz. Kelchzähne lanzettlich, mit behaarter Stachelspitze. 15 — 30 cm. Äcker, Weinberge, besonders auf Kalkboden. Zer- streut. Juli— Okt. Sommer -Z., S. annua L. 2. Blätter kurzhaarig, länglich bis lanzettlich, die untersten sehr kurz- gestielt, obere sitzend. Kelchzähne 3 eckig, mit kahler Stachel- spitze. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Weinberge, Wegränder. Zerstreut. Juni — Okt. Berg-Z., S. recta L. C. Krone rot. Kronröhre innen mit einem Haarring. 1. Scheinquirle 10- bis mehrblütig. a. Stengel dicht wollig -zottig, meist einfach. Blätter eiförmig- länglich oder länglich, spitz, gekerbt, weifswoUig-filzig, untere gestielt, obere sitzend. Kelchzähne zugespitzt, stachelspitzig. Krone hellpurpurn. 50 — 100 cm. Sonnige Hügel, Wegränder, steinige Äcker, gern auf Kalk. Zerstreut. Juli, Aug. Woll-Z., S. Germanica L. b. Stengel rauhhaarig, ober^värts ästig und drüsenhaarig. Blätter eiförmig, klein gekerbt, oberste ganzrandig, schwach-graufilzig, Kelchzähne stumpflich, stachelspitzig. 60 — 80 cm. Gebirgs- wälder in ISIittel- und Süddeutschland. Juli, Aug. Alpen -Z., S. alpina L. 2. Scheinquirle meist 3 — 6 blutig. a. Krone kaum länger als der Kelch. Kelchzähne lanzettlich. Blätter gestielt, rundlich -eiförmig, am Grunde gestutzt oder seicht -herzfönnig, obere länglich, sitzend. Stengel niederliegend oder aufsteigend. Krone blafsrosa. 7 — 30 cm. Äcker. Sehr zerstreut. Juli — Okt.- Acker-Z., S. arvensis L. Lippenblütler. 27^ b. Krone doppelt so lang als der Kelch. Kelchzähne pfriemlich, aa. Blätter breit, tief herz - eiförmig, mit Ausnahme der obersten langgestielt, zugespitzt, grob -kerbig -gesägt, weich. Krone schmutzig- dunkelpurpurn. 60 — 120 cm. Schattige Laub- wälder, Gebüsche, Hecken, Häufig. Juni — Aug. Wald-Z., S. silvätica L. bb. Blätter schmal, am Gnmde schwach -herzförmig, länglich- lanzettlich bis lanzettlich, spitz, klein -gekerbt, untere kurz- gestielt, obere sitzend, halbstengelumfassend. Krone schmutzig -rosa. 30 — 60 cm. Feuchte Äcker, Gräben, Ufer. Häufig. Juli, Aug. Sumpf- Z., S. palustris L. 19. Bulte, Ballote. Blätter kurzgestielt, grob -kerbig -gesägt, herz - eiföniiig , die untersten herzförmig -rundlich. Kelchzähne 3 eckig - eiförmig oder 3 eckig- lanzettlich, in eine mehr oder weniger lange Stachelspitze zugespitzt. Krone bläulichrot, selten weifs. 60 — 100 cm. Schutt, "Wegränder, Zäune. Häufig. Juni — Okt. Sehwarze B., B. nigra L. 20. Herzgespann, Leonürus. 1. Untere Blätter handförmig- 5 spaltig, am Grunde herzfömiig, obere am Grunde keilförmig, 3 spaltig oder 3 lappig, alle oberseits dunkel-, unterseits hellgrün. Krone aus dem Kelch hervorragend, aufsen dicht zottig, rosa. Kronröhre mit schiefem Haarring. Staubblätter weit aus der Kronröhre hervorragend , die längeren nach dem Verstäuben abwärts gebogen. 30 — 100 cm. Wegränder, Zäune, Schutt. Ver- breitet. Juli, Aug. Echtes H., L. cardiaca L. 2. Blätter grob -kerbig -gesägt, untere rundlich - eiförmig, obere eiförmig lanzettlich bis lanzettlich, alle unterseits graufilzig. Krone kürzer als die Kelchzähne, aufsen weichhaarig, hellrosa. Staubblätter wenig aus der Kronröhre hervorragend, nach dem Verstäuben nicht abwärts gebogen. 60 — 120 cm. Zäune, Weg- und Waldränder, Schutt. Zerstreut. Juli, Aug. (^Chaetürus marrubiästrum Rchb.) Andorn -H., L. marrubiästrum L. 21. Andorn, Mamibium. Stengel ästig, weifswoUig- filzig. Blätter stark runzelig, grau- oder weifs- filzig, rundlich - eiförmig , untere lang-, obere kurz- aber breitgestielt. 20 — 60 cm. Wegränder, Zäune, Dorfplätze. Sehr zerstreut. Juni bis Aug. Mauer -A., M. vulgäre L, 22. Immblatt, Melittis. Blätter herz- oder eiföniiig -länglich, giob - gekerbt. Blüten grofs, zu I — 3 in den Blattachseln. Krone aufsen weifs, Oberlippe innen rötlich punktiert, Unterlippe innen rosa, der Mittelzipfel purpurn, weifs ge- Schmidlin- Wünsche, Anleitung, 4, Auflage. lo ZJA Lippenblütler. säumt. 30 — 45 cm. Laubwälder. In Süd- und Mitteldeutschland zerstreut, in Norddeutschland sehr selten. Mai, Juni. Melissen -J., M. melissophyllum L. 23. Helmkraut, Scutelläria. 1. Blüten klein. Kronröhre gerade. Krone rötlich. Kelch drüsenlos- weichhaarig. Untere Blätter eifönnig, obere lanzettlich, am Grunde beiderseits mit i — 2 stumpfen Zähnen oder völlig ganzrandig. 7 bis 20 cm. Sumpfige Wiesen, Moorboden. Sehr zerstreut. Juni — Okt. Kleines H., S. minor L. 2, Blüten mittelgrofs. Kronröhre gebogen. a. Krone blauviolett, selten rötlich oder weifs. Kelch meist kahl. Blüten entfernt, gegenständig, einseits wendig. Blätter entfernt- stumpf-gekerbt, aus herzförmigem Grunde länglich -lanzettlich. 30 — 60 cm. Gräben, Sumpfränder, feuchte Waldstellen. Nicht selten. Juni — Aug. Grofses H., S. galericuläta L. b. Krone blauviolett. Kelch drüsig -weichhaarig. Blüten traubig- gehäuft. Blätter ganzrandig, länglich -lanzettlich, mittlere am Grunde beiderseits mit wagerecht -abstehenden Öhrchen, fast spiefs- förmig, 15 — 30 cm. Gräben, Wiesen. Seltener als vorige Art. Juni — Aug. Lanzen -H., S, hastifolia L. 24. Braiinelle, Brunella. 1. Krone gelblich weifs, sehr selten hellpurpvirn , etwa i^/^mal so lang als der Kelch. Zähne der Kelchoberlippe zugespitzt. Zahn der längeren Staubfäden pfriemlich, gebogen. Blätter eiförmig bis lanzett- lich, ganzrandig, gezähnt oder fiederspaltig. 10 — 20 cm. Hügel, trockene Triften, besonders auf Kalkboden. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Weifse B., B. alba Fall. 2. Krone blauviolett oder rötlich, sehr selten weifs. a. Zähne der Kelchoberlippe sehr kurz, gestutzt. Krone höchstens doppelt so lang als der Kelch. Kronröhre gerade. Zahn der längeren Staubfäden pfriemlich, gerade. Blätter gestielt, eiförmig bis lanzett- lich, gezähnt oder ganzrandig. 10 — 30 cm. AViesen, Grasplätze, Wälder. Häufig. Juni^ — Okt. Kleine B., B. vulgaris L. b. Zähne der Kelchoberlippe zugespitzt. Krone grofs, 3 — 4mal so lang als der Kelch. Kronröhre etwas aufwärts gekrümmt. Zahn der längeren Staubfäden kurz, stumpf. 5 — 25 cm. Trockene Wiesen, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juli — Sept. Grofse B., B. grandiflöra Jacq. 25. Günsel, Ajuga. I. Krone gelb. Blüten einzeln in den Blattachseln. Blätter 3 teilig, mit linealen Zipfeln, die untersten ungeteilt, lineal. Stengel zottig, meist am Grunde mit mehreren aufsteigenden Ästen. 5 — 15 cm. Acker, Hügel, gern auf Kalkboden. In Mittel- und Süddeutschland. Ziemlich selten. Juni — Aug- Acker -G., A. chameepitys Sclireb. Lippenblütler. 2*^S 2. Krone blau, selten rosa oder weifs. Blüten in ährig zusammen- gerückten Scheinquirlen. a. Mit beblätterten Ausläufern. Stengel kahl oder wenig behaart. Grundblätter grofs, langgestielt, spateiförmig. Stengelblätter ent- fernt, klein. Scheinähre am Grunde unterbrochen, Deckblätter seicht gekerbt bis ganzrandig, oberste kürzer als die Blüten. 15 bis 30 cm. Wiesen, Gebüsche, Laubwälder. Häufig. Mai, Juni. Kriechender G-., A. reptans L. b. Ohne Ausläufer. Stengel behaart. aa. Stengel dichtzottig. Gnindblätter meist aufrecht, langgestielt, zur Blütezeit meist nicht mehr vorhanden. Stengelblätter ent- fernt. Scheinähre ziemlich locker. Untere Deckblätter ßlappig, die oberen kürzer oder kaum so lang als die Blüten. 8 bis 20 cm. Trockene Wälder, Triften, Hügel. Häufig. ]Mai, Juni, öfter Aug., Sept. wieder. Heide G., A. Genevensis L. bb. Stengel meist kurzhaarig. Grundblätter rosettig, in einen kurzen, breiten Stiel verschmälert. Stengelblätter genähert. Scheinähre anfangs sehr dicht, 4 kantig. Deckblätter ganzrandig oder fast ganzrandig, oberste doppelt so lang als die Blüten. Krone hellblau. 8 — 30 cm. Lichte Waldplätze, Heiden. Zerstreut. Mai, Juni. Gülden- Gr., A. pyramidalis L. 26. Gamander, Teücrium. 1. Blüten in einen endständigen Kopf zusammengedrängt. Krone hell- gelb. Stengel niederliegend, aufsteigend. Blätter lineal- lanzettlich, ganzrandig, am Rande umgerollt, oberseits glänzend grün, unterseits graufilzig. 7 — 20 cm. Sonnige Kalkberge in Mittel- und Süddeutsch- land. Juni- — Aug. Berg-G., T. montänum L. 2. Blüten einzeln in den Achseln kleiner Hochblätter , zu end- und achselständigen Ähren vereinigt. Krone hell -grünlichgelb. Stengel aufrecht. Blätter gestielt, aus herzförmigem Grunde eiförmig oder länglich. Kelch 2 lippig; Operlippe ungeteilt, Unterlippe 4 zähnig, 30 — 45 cm. Trockene Wald- und Gebüschränder, lichte AValdstellen. Zerstreut. Juli, Aug. "Wald-G., T. scorodönia L, 3. Blüten zu 2 oder 3 in den Achseln von Laubblättern oder gröfseren Hochblättern. Krone rot, selten Aveifs. a. Blätter doppelt-fiederspaltig. Blätter gestielt, im Umrifs eiförmig. Blüten in 2 — 6 blutigen, entfernten Scheinquirlen. Krone trübrosa, Mittelzipfel der Unterlippe gelblich, selten weifs. Pflanze drüsig- kurzhaarig und zottig. 15 — 30 cm. Sonnige Kalkberge, Abhänge in Mittel- imd Süddeutschland. Juli — Okt. Trauben- G., T. botrys L. b. Blätter ungeteilt. aa. Blätter sitzend, länglich bis länglich - lanzettlich, grob - gekerbt^ die unteren am Grunde abgerundet, die oberen keilförmig ver- 276 Naclitscliattenge wachse. sclimälert. Scheinquirle meist 4 blutig. Krone hellpurpiirn. 15 — 45 cm. Feuchte Wiesen, Gräben, Gebüsche. Meist nicht selten. Juli, Aug. Lauch- Gr., T. scördium L. bb. Blätter gestielt, länglich, keilförmig in den Stiel verschmälert, eingeschnitten -gekerbt. Scheinquirle meist 6 blutig, zu einer endständigen Traube vereinigt. Krone purpurn , selten weifs. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel, Anhöhen, besonders auf Kalk, in Mittel- und Süddeutschland. Zerstreut. Juli — Sept. Edel-G-., T. chamgedr}'s L. 81. Familie. Naclltscliattengewächse, Solanaceen. I. Sträucher. Frucht eine Beere. A. Kjrone trichterig, lila. Staubblätter hervorragend, nicht zu- sammenneigend. Bocksdorn 276. B. Krone radförmig, violett. Staubblätter zusammenneigend. Nachtschatten 277. II. Kräuter. Krone radförmig. Frucht eine Beere. A. Blüten doldig- traub ig. Kelch nach der Blütezeit nicht ver- gröfsert. Blätter einfach bis gefiedert. Nachtschatten 277. B. Blüten einzeln, nickend. Kelch nach der Blütezeit sehr ver- gröfsert, die Beere einschliefsend. Blätter einfach, ungeteilt, ganzrandig. Schlutte 278. ÜI. Kräuter. Krone glockig, trichterig oder stieltellerförmig. A. Krone hellblau oder violettbraun, glockig. Frucht eine Beere. 1. Krone hellblau, am Grunde weifs. Staubbeutel zusammen- neigend. Kelch nach der Blütezeit vergröfsert. Giftbeere277. 2. Krone violettbraun. Staubbeutel nicht zusammenneigend. Kelch nach der Blütezeit vergröfsert, ausgebreitet. Tollbeere 278. B. Krone gelblich, weifs oder rosa. Frucht eine Kapsel. 1 . Krone schmutziggelb , violett geädert , glockig , ungleich bis 5lappig. Kelch kriigförmig bleibend. Bilsenkraut 278. 2. Krone weifs, grofs, trichterig, 5 faltig. Kelch bis auf den bleibenden, abgestutzten Grund abfallend. Kapsel stachelig. Stechapfel 278. 3. Krone gelblich oder rosa, trichterförmig oder stieltellerförmig. Kelch bleibend. Kapsel glatt. Tabak 278. I. Bocksdorn, Teufelszwirn, L;fcium. Zweige schlank, teilweise aufrecht, teilweise überhängend, oft dornig. Blätter länglich-lanzettlich, allmählich in den Stiel verschmälert. Blüten einzeln oder in wenigblütigen Trugdolden in den Blattachseln. Kelch 2 lippig. Kronzipfel fast so lang als die Kronröhre. Staubfäden am Grunde wollig-zottig. Krone violettrot. Beere länglich, rot. I — 3 m. Häufig angepflanzt und verwildert. Aus Südeuropa und Nordafrika. Giftig! Juni — Sept. Meldeblättriger B., L. halimifölium Mill. Nachtschattengewächse. 277 2. NachtSChatteil, Solanum. A. Blätter unterbrochen-unpaarig-gefiedert. 1. Krone bläulich, lila oder weifs. Staubbeutel frei, an der Spitze mit 2 Löchern aufspringend. Mit Knollen (an der Spitze knolli- gen Ausläufern). Beere kugelig, ungefurcht, grünlich. 50 — loocra. Überall gebaut. Stammt aus Südamerika. Juli, Aug. Knolliger W., Kartoffel, S. tuberosum L. 2. Krone gelb. Staubbeutel verwachsen, innen mit Längsspalten auf- springend. Ohne Knollen. Beere grofs, niedergedrückt-kugelig, ge- furcht, glänzend scharlachrot, selten gelb oder weifs. 60 — 120 cm. Angepflanzt und zuweilen auch verwildert. Im tropischen Amerika einheimisch. Juli — Okt. Liebesapfel-N"., S. lycopersicum L. B. Blätter nicht gefiedert. 1. Krone violett, am Gnmde mit grünen, weifs gerandeten Flecken. Pflanze strauchartig. Stengel oft kletternd, kahl. Blätter länglich- eiförmig, am Grunde oft herzförmig, die obersten oft spiefsförmig, oder geöhrt - 3 zählig. Beere scharlachrot. 30 — 150 cm. Ufer, feuchte Gebüsche, Mauern. Meist häufig. Giftig! Juni — Aug. Rankender N., Bittersüfs, S. dulcamära L. 2. Krone weifs. Blätter eiförmig oder fast 3 eckig, meist buchtig- gezähnt. Pflanzen krautartig. a. Stengel und Äste stumpfkantig. Stengel fast filzig und be- sonders oberwärts von zahlreichen, abstehenden, gegliederten Drüsenhaaren zottig. Blätter fast filzig-kurzhaarig, am Grunde verschmälert oder abgerundet, buchtig-geschweift. Beere meist gelb. 10 — 40 cm. Schutt, Wegränder. Zerstreut. Giftig! Juni — Okt, Zottiger N., S. villosum Lmk. b. Stengel und Äste mehr oder weniger scharfkantig. aa. Stengel, Äste und Blätter mit zerstreuten, einwärts-gekrümm- ten oder angedrückten Haaren besetzt oder fast kahl. Blätter keilig in den Stiel verschmälert. Beere schwarz, glänzend, oder grünlichgelb oder grünlich. lo — 80 cm. "Wegränder, Schutt, Acker- und Gartenland. Nicht selten. Giftig! Juni — Okt. Schwarzer W., S. nigrum L. bb. Stengel und Äste dichter behaart, besonders oberwärts und auf den Blattstielen fast filzig, fast flügelig-kantig. Blätter am Grunde fast gestutzt. Beere mennig- oder wässerig-rot. Geruch moschusartig. IG — 80 cm. Acker- und Gartenland. Zerstreut. Giftig ! Juni — Okt. (S. miniatum Bernh.) Greflügelter N., S. alätum Moench. 3. Giftbeere, Nicändra. Blätter eiförmig - länglich oder länglich, meist buchtig -gezähnt. Blüten, einzeln, ziemlich grofs. Krone hellblau, am Grunde weifs, 30 — loocm. Auf Schutt, in Gärten zuweilen verwildert. Aus Peru. Juli — Okt. Blaue G., N. physaloides Gaert. 278 N a ch t s eil a 1 1 e n s: e w ä eil s e. 4. Schlutte, Phj^salis. Blätter eiförmig, fast ganzrandig, die oberen zu 2, Beere orange. Kelch später scharlachrot. Krone weifslich. 30 — 60 cm. Schutt, trockene Hügel, Weinberge. Zerstreut. Juni — Aug. Juden -Sch., Judenkirsche, E. Alkekengi L. 5. Tollbeere, Tollkraut, Atropa. Blätter eiförmig, ganzrandig, in den Stiel verlaufend, obere zu 2, davon I kleiner. Beere glänzend-schwarz, mit violettem Saft. Krone violett- braun. 50 — 150 cm. Schattige BergAvälder. Zerstreut. Sehr giftig! Juni — Aug. Braune T., Tollkirsche, A. belladonna L, 6. Bilsenkraut, Hyoscyamus. Stengel, Blätter und Kelche klebrig - zottig. Blätter länglich - eiförmig, grob -buchtig -gezähnt, obere stengelumfassend. Blüten fast sitzend. Kj-one schmutziggelb, zierlich violett geädert. 30 — 60 cm. Wegränder, Schutt, wüste Stellen. Nicht selten. Sehr giftig! Juni — Okt. Sch^STvarzes B., H. niger L. 7. Stechapfel, Datüra. Blätter eiförmig, ungleich-buchtig-gezähnt, kahl. Blüten sehr grofs, ein- zeln. Krone weifs, selten hellviolett. Kapsel eiförmig. Samen nierenf örmig , schwarz. 10 — 100 cm. Schutthaufen, wüste Plätze, Gartenland. Zerstreut. Eingebürgert. Aus dem Orient? Sehr giftig! Juli, Aug. "Weifser St., D. stramönium L. 8. Tabak, Nicotiana. 1 . Krone grünlichgelb, stieltellerförmig, mit kurzer, walzlicher Röhre und abgerundeten, stumpfen Saumlappen. Blätter gestielt, eiförmig, oft am Grunde etwas herzförmig, stumpf. Kapsel breit - eiförmig - kugelig. 60 — 125 cm. Zuweilen gebaut. Aus Mexiko. Giftig! Juli — Sept. Bauern -T., N. rüstica L. 2. Krone rosa, trichterförmig mit bauchiger Röhre und abstehenden, spitzen Saumlappen. a. Blätter länglich-lanzettlich, zugespitzt, untere herablaufend. Rispe ausgebreitet. Kapsel länglich, spitzlich. 100 — 125 cm. Gebaut. Aus Südamerika. Giftig! Juli— Sept. Feld-T., N., tabäcum L. b. Blätter breit-elliptisch oder eiförmig-lanzettlich, am Grunde geöhrt, sitzend, die unteren zuweilen in einen kurzen, geflügelten Stiel verschmälert. Rispe zusammengezogen. Kapsel kugelig-eiförmig, stumpf. 100— 150 cm. Gebaut. Aus Südamerika. Giftig! Juli bis Sept. Maryland -T., X. latissima Mill. Braun wurzge wachse. 270 82. Familie. Braunwurzgewäclise, Scrophulariaceen. I. Staubblätter 5. Krone radförmig, 5 spaltig. Staubblätter ungleich, zum Teil oder alle mit violetter oder weifslicher "Wolle besetzt. Wollkraut 280. II. Staubblätter 2. A. Kelch 5 teilig, dicht unter demselben 2 Deckblättchen. Krone 2 lippig, mit verlängerter Röhre. Aufser den fruchtbaren 2 un- fruchtbare Staubblätter. Gnadenkraut 283. B. Kelch 4-, seltener 5 teilig, ohne Deckblättchen. Krone meist radförmig, 4 teilig, mit etwas ungleichen Zipfeln. Keine un- fruchtbaren Staubblätter. Ehrenpreis 284. III. Staubblätter 4, 2 längere und 2 kürzere. A. Krone am Grunde mit einem Sporn oder Höcker, 2 lippig, rachenförmig. 1. Krone am Giamde mit einem Höcker. Kapsel an der Spitze mit 3 Löchern aufspringend. Löwenmaul 282. 2. Krone am Grunde mit einem längeren Sporn. Kapsel klap- pig, aufspringend. Leinkraut 282. B. Krone ohne Sporn oder Höcker. 1. Blätter in grundständiger Rosette. Kelch 5 zähnig. Krone fast regelmäfsig- 5 spaltig. Kleines, 2 — 5 cm hohes Pflänzchen. Schlammkraut 283. 2. Blätter wechselständig. Kelch 5 teilig, 5 zähnig oder 2 spaltig. a. Krone mit kurzem , 4 lappigem Saum , bauchig - röhrig. Blätter tmge teilt. Fingerhut 283. b. Krone deutlich 2 lippig, rachenförmig, mit helmfönniger, zusammengedrückter Oberlippe. Blätter fiederteilig. Rodel 290. 3. Blätter gegenständig. Kelch 5 zähnig bis 5 teilig. a. Kelch 5 spaltig oder 5 teilig. Krone fast kugelig, 2 Hppig, mit schmalem, 5 lappigem Saum. Mittellappen der Unter- lippe zurückgeschlagen. Als Ansatz zu einem 5. Staub- blatt meist eine drüsige Schuppe. Braun würz 281. b. Kelch 5 zähnig, röhrig, 5 eckig. Krone röhrig - trichterig, 2 lippig, mit 2 lappiger Ober-, und 3 lappiger, am Schlünde öfter mit 2 Höckern versehener Unterlippe. Gauklerblume 283. 4. Blätter gegenständig. Kelch 4 zähnig oder 4 spaltig. Krone 2 lippig. a. Kelch eiförmig, flach gedrückt, aufgeblasen. Oberlippe der Krone zusammengedrückt, unter der Spitze beiderseits mit I Zahn. Klapper 289. b. Kelch röhrig, nicht aufgeblasen. Oberlippe der Krone ohne Zähne. Laubblätter (nicht zu verwechseln mit den gefärbten Deckblättern !) ganzrandig. Wachtelkraut 290. 28o Brau n Wurzgewächse. c. Kelch röhrig oder glockig, nicht aufgeblasen. Oberlippe der Krone ohne Zähne, Blätter alle oder doch die un- teren mehr oder weniger deutlich gesägt, aa. Oberlippe der Krone 2 lappig, an den Rändern um- geschlagen. Zipfel der Unterlippe tief ausgerandet oder 2 spaltig. Untere Staubbeutelhälfte der kürzeren Staubblätter mit einer längeren Stachelspitze. Augentrost 288. bb. Oberlippe der Krone ungeteilt oder seicht ausgerandet, an den Rändern nicht umgeschlagen. Zipfel der Unterlippe stumpf oder seicht ausgerandet. Staub- beutelhälften alle mit gleichlangen Stachelspitzen. Zahntrost 289. I. Wollkraut, Königskerze, Verbäscum. v. A. Blüten in einfacher, verlängerter Traube. Staubfäden violett-wollig. Blätter nicht herablaufend. 1. Blätter kahl, die unteren länglich-verkehrt -eiförmig, buchtig, kurz- gestielt, obere mit etwas herzförmigem Grunde sitzend. Blüten- stiele i^ 2 — 2 mal so lang als die Deckblätter. Krone hellgelb, aufsen vor dem Aufblühen rötlich. 60 — 120 cm. Wegränder, feuchte Gebüsche, Ufer. Zerstreut. Juni — Aug. Motten-W., Schabenkraut, V. blattaria L. 2. Blätter unterseits kurzhaarig, die grundständigen rosettig, eiförmig oder länglich, grob-gekerbt, gestielt, die stengelständigen klein, sitzend. Blütenstiele mehrmal länger als die Deckblätter. Krone violett. 30 — 60 cm. Sonnige Waldränder. Sehr zerstreut. Mai bis Juli. Violettes W., V. phoeniceum L. B. Blüten in ährenförmig angeordneten Knäueln (Trugdolden). I. Blütenstiele während der Blütezeit sehr kurz. Nur die oberen Staubfäden weifswollig, die 2 unteren, längeren kahl oder fast kahl, mit schief angehefteten, mehr oder weniger herablaufenden Staubbeuteln, Blätter beiderseits wollig-filzig. a. Krone vertieft. Die 2 längeren Staubfäden (mindestens) 4 mal so lang als ihre kurz herablaufenden Staubbeutel. Narbe kopf- förmig, nicht herablaufend. Blätter länglich-elliptisch, die mitt- leren und oberen spitz, von Blatt zu Blatt herablaufend. Krone mittelgrofs, hellgelb, innen etwas dunkler, seltener ganz blafs- gelb oder weifs. 30 — 150 cm. Wegränder, Hügel, wüste Stellen, Waldschläge. Zerstreut. Juli — Sept. Kleinblumiges "W., V. thapsus L. b. Krone flach ausgebreitet. Die 2 längeren Staubfäden i^j^ bis 2 mal so lang als ihre lang herablaufenden Staubbeutel, Narbe am Griffel herablaufend. Braunwurzgewächse. 2S1 aa. Blätter meist länglich-elliptisch, gekerbt, die mittleren und oberen von Blatt zu Blatt herablaufend. Krone doppelt so grofs als an voriger Art, heller gelb, selten weifs. 30 bis 150 cm. Hügel, wüste Stellen, Wegränder. Nicht selten. Juli — Sept. Grofsblumiges "W., V. thapsiförme Schrad. bb. Blätter eiförmig, die mittleren länglich - eiförmig, spitz, die mittleren und oberen kurz herablaufend. Krone hellgelb. 60 — 120 cm. Hügel, wüste Plätze, AVegränder. Zerstreut. Juli, Aug. Filziges "W., V. phlomoides L. 2. Blütenstiele während der Blütezeit doppelt so lang als der Kelch. Alle Staubfäden wollig. Staubbeutel ziemlich gleich, nierenfönnig, Blätter nicht herablaufend. a. Staubfäden violett -wollig. Blätter oberseits fast kahl, unter- seits wie der Stengel dünn-filzig, die unteren am Grunde herz- förmig, gestielt, obere sitzend. Stengel oberwärts scharfkantig. Krone hellgelb, am Grunde blutrot gefleckt, selten weifs. 60 bis 120 cm. Wegränder, Hecken, Gebüsche. Häufig. Juni bis Sept. Schwarzes W., V. nigrum L. b. Staubfäden weifswollig. Untere Blätter in den Blattstiel ver- schmälert. aa. Stengel und Äste stielrund. Blätter beiderseits dicht-flockig- filzig. Krone hellgelb. 30 — 120 cm. Sonnige Hügel, be- sonders in den Rheingegenden. Juli, Aug. Flockiges "W., V. pulverulentum Vill. bb. Stengel oberwärts und Äste scharfkantig. Blätter oberseits fast kahl, unterseits staubig-filzig. Krone hellgelb, zuweilen weifs. 60 — 120 cm. Sonnige Hügel, Wegrände'-. Ziemlich häufig. Juni — -Aug. Mehliges W., V. lyclmitis L. 2. Braunwurz, Drofswurz, Scrophuläria. xiv. A. Blüten blattachselständig, trugdoldig. Blätter rundlich, gesägt -gezähnt. Stengel 4 kantig. Ganze Pflanze drüsig -zottig. Krone grünlichgelb. 15 — 45 cm. Feuchte, schattige Orte, Hecken in Süddeutschland. April — ^Juni. Frühlings -Br., S. vernalis L. B. Blüten in endständiger Rispe. 1. Blätter fiederteilig bis doppelt - fiederteilig. Rispe drüsig -punktiert. Kelchzipfel breit häutig berandet. Ansatz des 5. Staubfadens lanzettlich, spitz oder fehlend. Krone klein, violett, mit weifs berandeten Zipfeln. 30 — 60 cm. Steinige Ufer, Dämme in den Rheingegenden. Juni, Juli. Hunds -Br., S. canina L. 2. Blätter ungeteilt. a. Stengel scharf - 4 kantig , nebst den Blattstielen ungeflügelt. Kelchzipfel kaum häutig berandet. Blätter länglich - eiförmig, doppelt - gesägt , die unteren Sägezähne länger. Ansatz des 282 Braunwiirzgewächse. 5. Staubfadens rundlich, quer breiter. Krone schmutzigbraun, sehr selten gelbgiün. 40 — 120 cm. Gräben, Gebüsche, feuchte Wälder. Häufig. Juni — Sept. Knotige Br., S. nodosa L. b, Stengel und Blattstiele breit geflügelt. Kelchzipfel breit häutig berandet. aa. Blätter spitz oder spitzlich, länglich - eiförmig, scharf - gesägt, (die unteren Sägezähne kleiner). Ansatz des 5. Staubfadens quer - länglich, oben seicht 2 lappig, mit abstehenden Lappen. Krone grünlich -rotbraun. 60 — 120 cm. Gräben, Bäche. Nicht selten. Juli — Sept. (S. umbrösa Dum.) Geflügelte Br., St. aläta Gil. bb. Untere Blätter stumpflich, gekerbt, obere gezähnt. Ansatz des 5. Staiibfadens quer - länglich , fast 3 mal so breit als lang, unten gestutzt mit plötzlich abgesetztem Stiele. Krone grünlich - rotbraun. 60- — 120 cm. Gräben, Bäche. Juli bis Sept. Bach-Br., S. Neesii Wirtg. cc. Blätter herzförmig -länglich, abgerundet stumpf, stumpf ge- kerbt, am Gnmde oft geöhrelt. Ansatz des 5. Staubfadens rundlich - nierenförmig , kaum ausgerandet. Krone gröfser als bei voriger Art, purpurbraun, nur am Grunde grün. 60 — 150 cm. Sumpfige Orte, Ufer in den Rhein- und Maingegenden. Juni — Sept. "Wasser -Br., S. aquätica L. 3. Löwenmaul, Antirrhinum. XIY. 1. Stengel rauhhaarig. Kelchzipfel lineal, so lang oder länger als die Krone. Krone mittelgrofs, blafsrot, sehr selten weifs. 8 — 30 cm. Äcker, Schutt. Zerstreut. Juli — Okt. Feld-L., A. oröntiimi L. 2. Stengel unterwärts kahl. Kelchzipfel rundlich - verkehrt - eiförmig, kürzer als die Krone. Krone grofs, purpurn, selten weifs. 30 bis 60 cm. Häufige Zierpflanze aus Südeuropa. Juni — Sept. Garten- li., A. majus L. 4. Leinkraut, Linaria. XIY. I. Stengel niederliegend oder kriechend. Blätter gestielt. Blüten einzeln in den Blattachseln. a. Blätter langgestielt, kahl. Blätter herzförmig-rundlich, eckig- 5 bis 7 lappig, unterseits meist purpurn. Krone hellviolett, Gaumen mit 2 gelben Flecken. 30 — 60 cm. Mauern, Felsen. Zerstreut. Juni — Aug. Zymbel-L., Zymbelkraut, L. cymbaläria L. b. Blätter kmzgestielt, drüsig- weichhaarig. aa. Mittlere Blätter spiefs-, obere pfeilfönnig. Blütenstiele meist kahl. Kelchzipfel lanzettlich. Sporn gerade. Krone gelblich- weifs. Oberlippe innen violett, Unterlippe hochgelb. 8 bis 45 cm. Kalkige und lehmige Äcker. Zerstreut. Juli — Okt. Tännel-L,, L. elätine Mill. Braun Wurzgewächse. 283 bb. Alle Blätter am Grunde abgerundet. Blütenstiele meist rauh- haarig. Kelchzipfel eiförmig-lanzettlich. Sporn gebogen. Krone wie bei voriger Art. 8 — 30 cm. Meist mit voriger Art, aber seltener, in Norddeutschland fehlend. Juli — Sept. Bastard -L., L. spüria Mill. 2. Stengel aufrecht. Blätter sitzend. a. Blüten blattachselständig , sehr lockere Trauben bildend. Krone etwas oifen. Blütenstiele 3 — 4mal so lang als der Kelch. Blätter lanzettlich, stumpf. Pflanze drüsig- behaart. Kj-one hellviolett, mit blafsgelbem Gaumen. 8 — 20 cm. Äcker, Wegränder, Mauern. Zerstreut. Juni — Okt. Kleines L., L. minor L. b. Blüten in endständigen Trauben. Pflanzen kahl, nur der Blüten- stand drüsenhaarig. aa. Untere Blätter (zu je 4) quirlständig, blaugrün. Blütenstiele kürzer als der Kelch. Krone klein, hellblau, mit dunkleren Streifen. Gaumen weifs, violett geädert. 15 — 30 cm. Sandige Äcker. Zerstreut. Juli, Aug. Acker -L., L. ar\ensis L. bb. Alle Blätter wechselständig. Blütenstiele etwa so lang als der Kelch. Krone hellgelb, selten fast weifs. Gaumen orange. 30 — 60 cm. Äcker, Wegränder, Mauern. Gemein. Juni bis Okt. Flachs -L., Frauenflachs, L. vulgaris Mill. 5. Gauklerblume, Mimulus. xiv. Blätter rundlich bis länglich- eiiörmig, meist gezähnelt, untere gestielt, obere sitzend oder halbstengelumfassend. Krone grofs , hell- oder dottergelb, bisweilen mit grofsen, roten Flecken. 30 — 60 cm. An Ufern eingebürgert. Aus Amerika. Juni — Okt. Gelbe G-., M. lüteus L. 6. Gnadenkraut, Gratiola. u. Blätter gegenständig, lanzeltlich, halbstengelumfassend, nach vorn schwach gesägt. Blüten gestielt, einzeln, blattachselständig. Krone gelblich- weifs oder blafsrötlich. 15 — 30 cm. Ufer, Gräben, Wiesen. Zer- streut. Juni — Aug. Gottes -G., G. officinälis L. 7. Schlammkraut, Limosella. XIV. Blätter in grundständiger Rosette, langgestielt, lineal - spateiförmig oder länglich, länger als die Blütenstiele. Krone weifslich oder rötlichweifs. 3 — 6 cm. Schlammige Ufer, ausgetrocknete Gräben. Zerstreut. Juni bis Okt. "Wasser -Sch., L. aquätica L. 8. Fing-erhut, Digitalis. XIV. I. Krone hellpurpurn, mit weifs timrandeten Flecken. Stengel und Blütenstiele graufilzig. Blätter eiförmig - lanzettlich, unterseits grau- filzig, gekerbt. Krone selten ganz weifs. 40 — 120 cm. Gebirgs- wälder in Mitteldeutschland. Bekannte Zierpflanze. Giftig! Juni bis Aug. Roter F., D. purpürea L. 284 Braunwurzgewächse. 2. Krone hell- oder bJafsgelb. a. Krone grofs (30 — 45 mm lang), weitglockig, innen gefleckt. Blüten- stiele drüsig - weichhaarig. Blätter länglich - lanzettlich , vinterseits oder beiderseits weichhaarig. 60 — 120 cm. Laubwälder, Ge- büsche. Zerstreut. Giftig! Juni, Juli. Blafsgelber F., D. ambigua Murr, b. Krone kleiner (20 — 22 mm lang), röhrig, innen ungefleckt. Blüten- stiele kahl. Blätter kahl, gewimpert. 60 — 100 cm. Steinige Hügel und Berge in Süd- und Westdeutschland. Juni, Juli. Gelber F., D. lutea L. g. Ehrenpreis, Verönica. 11. I. Blüten in scharf begrenzten, gestielten Trauben. A. Trauben (am Stengel oder auch zugleich an den Ästen) end- ständig, dichtblütig. Kronröhre länger als breit. 1. Blätter spitz, bis zur Spitze scharf-, am Grunde fast doppelt- gesägt, zu 3 — 4 quirlständig oder gegenständig. Krone himmel- blau. 60 — 120 cm. Ufer, Gräben, feuchte Wiesen. Zerstreut. Auch als Zierpflanze in Gärten gezogen. Juli, Aug. Langblättriger E„ V. longifölia L. 2. Blätter stumpf, gesägt-gekerbt, an der Spitze ganzrandig, gegen- ständig. Krone himmelblau, selten rosa. 20 — 40 cm. Son- nige Hügel, Triften, Wegränder. Zerstreut. Juni — Aug. Ähriger E., V. spie ata L. B. Trauben blattachselständig. Kronröhre sehr kurz. I. Kelch 5 teilig, der 5. Zipfel kleiner. a. Stengel niederliegend-aufsteigend. Blätter lineal-lanzettlich, kurzgestielt, sparsam grob -gezähnt oder ganzrandig, am Rande zurückgerollt. Traube ziemlich kurz. Krone hell- blau, selten rosa oder weifs. 8 — 20 cm. Sonnige Hügel, Wegränder, Triften. Zerstreut. Mai, Juni. Gestreckter E., V. prosträta L b. Stengel aufrecht oder am Gnmde aufsteigend. Blätter ei förmig bis lanzettlich, am Grunde etwas herzförmig, un gleich-eingeschnitten-gesägt, sitzend, die unteren kurzgestielt Trauben verlängert. Krone himmelblau. 15 — 45 cm Sonnige Hügel, trockene Wiesen, Wegränder. Zerstreut Juni, Juli. (V. latifölia der Schriftst., nicht L.) Breitblättriger E., V. teücrium L. c. Stengel aufrecht oder am Grunde aufsteigend. Blätter schmal, lineal-lanzettlich, etwas gestielt, entfernt -gekerbt- gesägt, bisweilen ganzrandig. Krone blau. 20 — 45 cm. Die Abart mit doppelt-fiederteUigen Blättern (multifida L.) hie und da eingeschleppt. In Ost- und Süddeutschland sehr zerstreut. Juni, Juli. (V. dentäta Schmidt) Österreichischer E., V. Austriaca L. Braunwiirzgewächse. 285 2. Kelch 4 teilig. Stengel und Blätter meist kahl. a. Trauben nicht gegenständig, sehr locker. Stengel schlaff. Blätter lineal bis lanzettlich, spitz, sitzend, rückwärts ge- sägt. Kapsel flach, tief ausgerandet. Krone weifslich, rot oder bläulich geädert. 15 — 45 cm. Gräben, Sumpf- und Teichrändsr. Ziemlich häufig. Juni — Aug. Schild-E., V. scutelläta L. b. Trauben gegenständig. Stengel fast 4 kantig, hohl. Blätter eiförmig bis lanzettlich, entfernt klein-gesägt oder fast ganz- randig, mittlere und obere sitzend, halb - stengelumfassend. Kapsel gedunsen, spitz ausgerandet. aa. Traube gedrungen, selten drüsenhaarig. Fruchtstiele schlank, spitzwinkelig abstehend. Kapsel so lang oder kaum so lang als die schmal -länglichen Kelchzipfel, Krone mittelgrofs. bläulich -lila. 10 — 60 cm. Gräben, Ufer. Nicht selten. Juni — Okt. Gauchheil - E., V. anagällis L. bb. Traube sehr locker, meist drüsenhaarig. Fruchtstiele derb, wagerecht -abstehend. Kapsel länger als die ei- förmig-länglichen Kelchzipfel. Krone kleiner, blafs- rötlich. 10 — 60 cm. Gräben, Ufer. Im Gebiet viel- leicht nur übersehen. Juni — Okt. Wasser -E., V. aquätica Beruh. c. Trauben gegenständig. Stengel fast stielrund. Blätter alle kurz gestielt, elliptisch oder länglich, stumpf, unregelmäfsig gekerbt-gesägt oder fast ganzrandig. Trauben kahl. Kapsel gedunsen, rundlich, seicht und stumpf ausgerandet, so lang als die stumpflichen Kelchzipfel. Krone himmelblau. 20 bis 60 cm. Gräben, Quellen. Ziemlich häufig. Mai — Sept. Bach-E., V. beccabünga L. 3. Kelch 4 teilig. Stengel und Blätter behaart. a. Stengel 2 reihig behaart, aufrecht. Blätter eiförmig oder herz-eiförmig, sitzend oder kurzgestielt, gekerbt. Trauben gegenständig, locker. Krone himmelblau, dunkler geädert. 15—25 cm. Grasplätze, Gesträuch, Hecken. Gemein. Mai, Juni. Gamander -E., V. chamaedrys L. b. Stengel gleichmäfsig behaart. aa. Blätter langgestielt, rundlich-eiförmig, runzelig, zart, wie der schlaffe Stengel und die wenigblütigen Trauben zerstreut -behaart. Kapsel grofs, oben und unten aus- gerandet. Krone bläulichweifs, mit dunkleren Adern. 15 — 45 cm. Schattige Laubwälder. Zerstreut. Mai bis Juli. Berg-E., V. montana L. bb. Blätter kurzgestielt, verkehrt - eiförmig , elliptisch oder länglich, gekerbt. Blütenstiele kurz, aufrecht. Stengel 286 Braunwiirzgewächse. kriechend, rauhhaarig. Krone hellblau oder lila, selten weifs. IG — 30 cm. Trockene Wälder, Triften. Häufig. Juni — Aug. Echter E., V. officinälis L. cc. Blätter sitzend, eiförmig oder herz - eiförmig, scharf -ge- sägt, die oberen lang zugespitzt. Blütenstiele abstehend. Stengel aufrecht, zerstreut-behaart. Klrone hellblau oder rötlich, dunkler gestreift. 30 — 60 cm. AVälder, Ge- büsche der Voralpen. Mai — Juli. Nesselblättriger E., V. urticifölia L. fil. IL Blüten in lockeren, nicht scharf begrenzten Trauben oder einzeln in den Blattachseln. A. Die Blätter, in deren Achseln die Blüten stehen, wenigstens die oberen, anders gestaltet als die übrigen, meist einfacher. Blüten bei vollständiger Entwickelung traubig. Kronröhre kürzer als breit. 1. Pflanzen ausdauernd. Stengel einfach, am Grunde wurzelnd, aufsteigend. Blätter ungeteilt, schwach gekerbt, kahl, eiförmig oder länglich , die untersten oft rundlich. Traube vielblütig, verlängert. Blütenstiele etwas länger als der Kelch, aufrecht. Griffel lang. Krone weifslich, bläulich gestreift. 5 — 20 cm. Feuchte Äcker, Triften, Wegränder. Nicht selten. Mai bis Sept. Quendelblättriger E., V. serpyllifölia L, 2. Pflanzen ijährig. Stengel (wenigstens der der gröfseren Pflanzen) ästig. Blätter gekerbt bis geteilt. a. Blütenstiele so lang oder etwas länger als der Kelch. Blätter eingeschnitten -gekerbt bis geteilt, oft rötlich über- laufen. Samen vertieft, beckenfönnig. Dunkelgilin. aa. Blätter alle kurzgestielt, eingeschnitten-gekerbt, rundlich- eiförmig, die unteren am Grunde herzförmig. Deckblätter I - oder 2 zähnig oder ganzrandig. Kapsel länger als breit. Krone dunkelblau, ziemlich klein. 3 — 20 cm. Äcker. Zerstreut. April, Mai. Früher E., V. praecox All. bb. Mittlere und obere Blätter sitzend, handförmig-3- bis 5 teilig, imlere gestielt, eiförmig, gekerbt. Deckblätter 3 teihg. Kapsel rundlich. Krone blau , mäfsig grofs. 5 — 15 cm. Äcker. Meist häufig. März, April, selten später. Dreiteiliger E., V. triphyllos L. b. Blütenstiele kürzer als der Kelch. Samen flach, schild- förmig. ISIittlere Blätter fiederteilig, stielartig verschmälert. Krone blau. aa. Pflanze oberwärts kurzhaarig, nicht oder wenig drüsig. Blätter dünn, grasgrün. Griffel kaum ^/gmal so lang als die Scheidewand der Kapsel. Kapselfächer 6- bis Ssamig. Krone klein. 3 — 30 cm. Sandige Äcker. Meist nicht selten. Im nordwestlichen Gebiet fehlend. April, Mai. Frühlings -E., V. verna L, Braun wurzgewäch se. 287 bb. Pflanze oberwärts drüsig-zottig. Blätter dicklich, trüb- giäin. Griffel etwa halb so lang als die Scheidewand der ausgewachsenen Kapsel. Kapselfächer 9- bis I3sainig. Krone gröfser. Wird beim Trocknen leicht schwarz (V. verna nicht). 30 cm. Äcker. Zerstreut. April, Mai. (V. succulenta All.) Dicklicher E., V. Dillenii Crantz, c. Blütenstiele kürzer als der Kelch. Blätter ungeteilt. Krone hellblau oder weifs. aa. Pflanze zerstreut-behaart. Blätter herz-eiförmig, kerbig- gesägt. Kapsel tief spitzwinklig -ausgerandet. 3 bis 30 cm, Wegränder, Grasplätze, Acker. Häufig. April bis Okt. Feld-E., V. arvensis L. bb. Pflanze kahl, oder oberwärts mit kleinen, sitzenden Drüsen. Blätter länglich-verkehrt-eifönnig, ganzrandig oder scharf gezähnelt, nach dem Grunde keilförmig verschmälert. Kapsel nicht ausgerandet. 7 — 30 cm. Bebaute Orte. Am häufigsten am Rheinufer bis Bonn. Aus Amerika eingeschleppt. April — Juni. Fremder E., V. peregrina L. B. Alle Blätter gleichgestaltet (die obersten zuM-eilen kleiner), ge- stielt. Blüten blattachselständig. Stengel mit verlängerten, nieder- liegenden Ästen. I. Kelchzipfel nicht herzförmig. Blätter gekerbt-gesägt. Kapsel ausgerandet- 2 lappig. a. Blütenstiele mehnnal länger als die Blätter. Blätter ei- förmig, tief gekerbt-gesägt, am Grunde gestutzt oder herz- förmig. Kelchzipfel länglich, spitz. Kapsel netzig -adrig. Krone himmelblau. 15 — 30 cm. Äcker, bebauter Boden. Stellenweise. April, Mai und Juli — Herbst. (V. Persica Poir.) Grofser E., V. Tournefortii Gmel. b. Blütenstiele so lang oder wenig länger als die Blätter. Stavibfäden dicht über dem unteren Rande der Krone ein- gefügt. Blätter etwas dicklich. aa. Krone bläulich- oder rötlich -weifs, dunkler geädert. Kelchzipfel eiförmig -länglich, stumpf, spärlich behaart und gewimpert. Kapselfächer doppelt so hoch als breit, schwach gekielt. Blätter hell -olivengrün oder gelblichgrün, spärlich behaart, länglich-eiförmig, kerbig- gesägt. 8 — 30 cm. Äcker. Zerstreut. April, Mai imd Juli — Herbst. Acker -E., V. agrestis L. bb. Krone dunkelblau (sehr selten einfarbig weifs.) Kelch- zipfel breit - eiförmig, spitzlich , am Grunde spärlich- angedrückt-behaart, steif-gewimpert. Kapselfächer kaum höher als breit, am Rücken nicht gekielt. Blätter etwas dunkelgrün, glatt, zerstreut behaart, rundlich oder 288 Braunwurzgewächse, rundlich-eiförmig, tief-kerbig-gesägt. 8 — 30 cm. Äcker, Gartenland, Schutt. Zerstreut. März — Mai und Aug. bis Herbst. Glatter E., V. polita Fr. c. Blütenstiele etwa so lang als die Blätter. Staubfäden in der Mitte der Kronröhre eingefügt. Krone dunkelblau. Kelchzipfel stumpf, am Rande dicht abstehend -graulich- behaart. Blätter rundlich - eiförmig, ziemlich weich, trüb- grün, grau-kurzhaarig. Kapselfächer wenig höher als breit, deutlich gekielt. 15 — 30 cm. Äcker, bebauter Boden. Stellenweise. Im nordwestlichen Gebiete fehlend. April, Mai und Juli — Herbst. DunMer E., V. opaca Fr. 2. Kelchzipfel breit-herz-ei förmig, zur Fruchtzeit mit ihren Seiten- rändern auswärts gebogen. Blätter rundlich - eiförmig , am Grunde schwach -herzförmig, 3 — 5( — 7) lappig. Kapsel fast kugelig-4 lappig. Krone klein, hellblau oder lila. 8 — 30 cm. Äcker, Wegränder, Hecken, Gebüsche. Gemein. März — Mai. Epheu-E., V. hederifölia L. 10. Augentrost, Euphrdsia. XTY. I. Krone klein, 4 — 9 mm lang. Kronröhre nicht oder kaum aus der Kelchröhre hervorragend. a. Blätter mit begrannten Zähnen, beiderseits 3 — 5 zähnig, kahl, gras- grün, ohne Drüsenhaare, Kelch kahl oder mit kleinen Borsten be- setzt. Krone 6» — 9 mm lang, blafsblau, violett gestreift, am Schlünde mit gelbem Fleck. Stengel steif-aufrecht, im unteren Teil ästig. 10 — 30 cm. Triften, Waldränder, Raine. Verbreitet? Juni bis Okt. Steifer A., E. stricta Host. b. Blätter mit spitzen, aber nicht begrannten Zähnen, nebst den Deck- blättern kahl. Krone 4 — 6 mm lang. aa. Stengel derb, im unteren Teile bis zur Mitte ästig. Blätter jederseits 4 — 7 zähnig, nebst den Deckblättern im trockenen Zustande graugrün, glanzlos. Deckblätter abstehend oder zu- rückgekrümmt. Krone weifslich, bläulich gestreift und mit gelbem Fleck auf der UnterHppe oder mehr oder weniger bläulich. 7 — 40 cm. Triften, Waldränder. Verbreitet. Juni bis Sept. Hain-A., E. nemorösa Pers. bb. Stengel dünn, oft fadenförmig, einfach oder im mittleren Teile mit steif-aufrechtem, fadenförmigen Ästen. Blätter jederseits 3- oder 4 zähnig, im trockenen Zustande glänzend, nicht ge- faltet, oft schwärzlich. Deckblätter aufrecht. Krone weifslich, bläulich oder violett gestreift und mit gelbem Fleck auf der Unterlippe oder mit bläulicher Oberlippe oder ganz bläulich oder violett. 3 — 15 cm. Dürre Hügel, Heiden. Zerstreut. Juni bis Sept. (E. micräntha Rchb.) Schlanker A., E. gräciHs Fr. Braun Wurzgewächse. 280 2. Krone gröfser, 8 — 14 mm lang. Kronröhre deuüich, namentlich am Ende der Blütezeit, aus der Kelchröhre hervorragend. Stengel auf- . steigend, unterwärts ästig. Blätter genähert, breit-eiförmig, kurz zu- gespiti&t, jederseits 3 — 6 zähnig, mit spitzen Zähnen. Deckblätter nebst den Kelchen meist dicht drüsig. Krone weifs, violett gestreift, die Unterlippe mit gelbem Fleck. 5 — 40 cm. Wiesen, Triften. ]Meist gemein. Juni — Okt. (E. Rostkoviäna Hayne) Wiesen -A., E. pratensis Fr. Stengel aufrecht, einfach oder wenigästig, weichhaaiig. Blätter entfernt, stumpf, mit stumpflichen Zähnen. Deckblätter nebst den Kelchen spärlich drüsig. Frühlingsform. April — Juni. E. pr. montäna Jordan. II. Zahntrost, Odontites. XIV. 1. Krone rot, selten weifs, zottig. Staubblätter die Krone wenig über- ragend. Staubbeutel an der Spitze durch Zotten verbunden. Deck- blätter so lang oder meist länger als die Blüten. Blätter lanzettüch bis lineal-lanzettlich, spitz, am Grunde breiter, entfernt-gesägt. Stengel aufrecht, meist mit abstehenden oder aufsteigenden Ästen. 25 — 50 cm. Feuchte Acker, Wiesen. Meist nicht selten. Mai bis Anf. Aug. (Euphräsia odontites L. z. T.) Frühlings -Z., O. verna Bellardi. Stengel stets stark verästelt. Blätter am Grunde verschmälert. Deckblätter kürzer als die Blüten. ^Moorige Wiesen. Herbst- form. Aug. — Okt. O. V. serotina Lmk. 2. Krone dottergelb, bärtig gewimpert. Kronröhre kurz. Staubfäden länger als die Krone. Staubbeutel kahl, frei. Deckblätter kürzer als die Blüten. Blätter lineal-lanzettlich bis lineal, die oberen ganzrandig. 15 — 40 cm. Sonnige, steinige Hügel, Selten. Zerstreut, im nörd- lichen und östlichen Gebiet fehlend. Juli — Sept. (Euphräsia lutea L.) Gelber Z., O. lutea Rchb. 12. Klapper, Alectorölophus. XIV. 1. Kronröhre fast gerade, kürzer als der Kelch. Oberlippe der Krone mit 2 sehr kurzen, eiförmigen, violetten oder weifslichen Zähnen (Zähne breiter als lang). Kelch kahl. Krone dunkelgelb. Deckblätter grün, oft bräunlich überlaufen. .Stengel meist grün. 15 — 30 cm. Wiesen. Gemein. Mai, Juni. (Rhinänthus minor Ehrh.) Kleiner Kl., A. minor W. u. Grab. 2. Kronröhe gekrümmt, meist so lang als der Kelch. Oberlippe der Krone mit 2 längeren, meist blauvioletten Zähnen (Zähne länger als breit). a. Unterlippe der Krone aufrecht, den Schlund verschliefsend. Deck- blätter bleich, breit, am Grunde meist mit 3 eckig- lanzettlichen, fein zugespitzten Zähnen. Blätter länglich bis längHch-lanzettlich, am Gnmde etwas stengelumfassend. Stengel einfach oder ästig, Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. I9 2QO Braunwurzge wachse. schwarzbraun gestrichelt. Krone hellgelb. Samen breit geflügelt. 20 — 50 cm. Fruchtbare Wiesen. Meist häufig. Mai — ^Juli. (Rhi- nanthus major Ehrh.) Grofser Kl., A. major Rchb. Stengel mit vielen bogig aufsteigenden Ästen und 2 oder mehreren Blattpaaren zwischen der obersten Verästelung und dem Blütenstande. Blätter lineal. Blüten und Früchte klein. Herbstform. Aug., Sept. A. m. serötinus Schönh. Kelch nebst den Deckblättern mehr oder weniger zottig. Samen schmal geflügelt oder ganz ungeflügelt. Unter der Saat. Zerstreut in Mittel- und Süddeutschland, in den höheren Gegenden fehlend. (Rhinänthus alectorölophus Poll.) A. m. hirsütus All. b. Unterlippe der Krone abstehend, der Schlund daher offen. Deck- blätter bleichgrün, am Grunde mit langen, schmalen, grannenartig zugespitzten Zähnen, fast doppelt so lang als der Kelch. Kelch klein. Blätter hneal bis lineal-lanzettlich, am Grunde abgerundet. Stengel abstehend-ästig. Krone gelb (1,2 cm lang). 30 — 50 cm. Wiesen, Abhänge, lichte Wälder, besonders in Süddeutschland. JuU — Sept. Schmalblättriger Kl., A. angustifölius Gmel. 13. Rodel, Läusekraut, Pediculäris. xiv. 1. Krone rosa, selten weifs, ihr Schlund ofifen. a. Stengel mehrere, fast vom Grunde an Blüten tragend, die äufseren niederliegend. Kelch ungleich -5 zähnig, am Rande zottig. Ober- lippe der Krone vorn mit 2 spitzen Zähnen. 2 — 10 cm. Moorige Wiesen und Waldplätze. Ziemlich häufig. Mai, Juni. Wald-E., P. silvätica L. b. Stengel einzeln, aufrecht, ästig. Kelch 2 spaltig, mit blattartigen, krausen, eingeschnitten-gezähnten, am Rande kahlen Lappen. Ober- lippe der Krone in der Mitte ihrer Länge beiderseits mit einem Zahne. 15 — 30 cm. Sumpfige Wiesen, Moorboden. Zerstreut. Mai — ^Jvili. Sumpf- R., Moorkönig, P. palustris L. 2. Krone schwefelgelb, mit blutrot gerandeter Unterlippe, ihr Schlund durch die zusammenneigenden Lippen geschlossen. Oberlippe zahnlos. Kelch 5 zähnig, kahl. 30 — 80 cm. Torf wiesen. Sehr zerstreut. Juni bis Aug. Scepter-R., P. sceptrum Carolinum L. 14. Waehtelkraut, Wachtelweizen, Melampyrum. xiv. I. Blüten in allseitswendigen Ähren. a. Ähren 4 kantig, dicht. Deckblätter rundlich -herzförmig, aufwärts zusammengefaltet, kammföniiig-gezähnt, grünlichweifs oder rötlich. Krone gelblichweifs, purpurn überlaufen, Unterlippe gelb. 15 bis 30 cm. Trockene Laubwälder, Gebüsche. Zerstreut. Jvini — Sept. Kamm.-W.- M. cristätum L. AVasserhelmgewächse. 2QI b. Ähre gleichförmig, locker. Deckblätter eiförmig-Ianzettlich, borsten- förmig gezähnt, obere hellpurpurn, unterseits schwarz punktiert. Krone purpurn, mit weifslichem Ring. 15 — 30 cm. Äcker, Weg- ränder. Nicht selten. Juni — Sept. Acker -W., M. arvense L. 2. Blüten in einseitswendigen Ähren. a. Deckblätter herzförmig -lanzettlich, borstenföiTnig- gezähnt, obere blauviolett, selten rötlich oder weifslich. Kelchzähne lanzettlich. Krone goldgelb, Röhre rotbraun. 20 — 50 cm. Gebüsche, Laub- wälder. Häufig, in den Rheingegenden und in Westfalen fehlend. Juni — Aug. Hain-W., ^I. nemorösum L, b. Deckblätter lanzettlich, ganzrandig oder am Grunde mit einigen Zähnen, grün. aa. Deckblätter am Grunde mit pfriemlichen Zähnen. Blüten wage- recht-abstehend. Kelchzähne lineal, kürzer als die Kronröhre. Krone gelblich weifs, vorn dunkler. 10 — 30 cm. Waldwiesen, Gebüsche. Häufig. Juni — Aug. Wiesen -"W., M. pratense L. bb. Deckblätter ganzrandig oder die oberen am Grunde mit kurzen Zähnen. Blüten aufrecht. Kelchzähne eiförmig-lanzettlich, so lang oder länger als die Kelchröhre. Krone dunkelgelb. 15 bis 30 cm. Bergwälder. Zerstreut. Juli, Aug. Wald-W., M. silväticum L, 83. Familie. WasserhellUgewächse, Lentibulariaceen. I. Blätter in grundständiger Rosette, eiförmig bis elliptisch, klebrig- drüsig, fettglänzend, gelbgrün, Krone rachenförmig. Anke 291. II. Blätter im Wasser untergetaucht, vielteilig, mit linealen Zipfeln und rundlichen Luftbehältern. Krone maskiert, gelb. Wasserhelm 291. I. Anke, Fettkrant, Pinguicula. n. 1. Krone blauviolett, innen oft mit 2 weifsen Flecken oder Streifen. Sporn pfriemlich, ziemlich gerade, halb so lang als die Krone. 5 bis 15 cm. Moorige Wiesen. Zerstreut. Mai, Juni. Blaue A., P. Aoilgäris L. 2. Krone weifs, mit 2 citrongelben, oft zusammenfliefsenden Flecken am Schlünde. Sporn kegelförmig, zurückgekrümmt, mehrmal kürzer als die Krone. 2 — 15 cm. Moorige Wiesen der Alpen und Voralpen. April, Mai. Alpen- A., P. alpina L. 2. Wasserhelm, Utriculäria. n. I. Blattzipfel ungewimpert. Sporn sehr kurz (höckerförmig). Blätter bandförmig- wiederholt -gabelteilig. Oberlippe der Krone so lang als der Gaumen. Unterlippe am Rande umgerollt. Krone blafsgelb, mit rotbraun gestreiftem Gaumen. 10 — 15 cm. Gräben, Torfstiche, Sümpfe. Zerstreut. Juni — Aug. Kleiner W., U. minor L. 19* 202 Sommerwurzgewächse. 2. Blattzipfel borstlich-gewimpert. Sporn melirmal länger als breit. a. Blätter 2 zeilig angeordnet, bandförmig - wiederholt - gabelteilig , im Umrifs nierenfönnig. Blätter ohne Luftbehälter, die einiger Zweige verkümmert, mit wenigen grofsen Luftbehältern. Oberlippe der Krone doppelt so lang als der Gaumen. Unterlippe flach. Krone blafsgelb, Gaumen und Oberlippe purpurn gestreift. 15 — 20 cm. Torfsümpfe. Zerstreut. Juni — Aug. Mittlerer W., U. intermedia Hayne, b. Blätter nach allen Seiten hin abstehend, 2 — 3 fach - gefiedert - viel- teilig, im Umrifs eiförmig. aa. Oberlippe der Krone ntndlich- eiförmig, etwa von der Länge des 2 lappigen Gaumens. Unterlippe mit zurückgeschlagenen Rändern. Blütenstiele 3 mal so lang als das Deckblatt. Krone dottergelb, mit orange gestreiftem Gaumen. 15 — 30 cm. Gräben, Sümpfe, Teiche. Verbreitet. Juni — Aug. Grofser W,, U. vulgaris L. bb. Oberlippe der Krone eiförmig -länglich, 2 — 3 mal so lang als der abgerundete Gaumen. Unterlippe flach oder fast flach. Blütenstiele 4 — 5 mal so lang als das Deckblatt. Krone citron- gelb, mit orange gestreiftem Gaumen. 15 — 20 cm. Sümpfe, Teiche. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Übersehener W., U. neglecta Lehm. 84. Familie. Soiumerwurzg-ewächse, Orobanchaceen. I. Schuppenblätter wechselständig. Blüten allseitswendig. Krone sich über dem Grund quer abtrennend, ihr unterster Teil stehen bleibend. Fruchtknoten am Grunde mit einer mehr oder weniger angewachsenen Drüse. Sommerwurz 292. IL Schuppenblätter gegenständig. Blüten einseitswendig. Krone sich ganz ablösend. Unter dem Fruchtknoten eine freie, halbmond- förmige Drüse. Schuppenwurz 294. I. Sommerwurz, Orobänche. XIV. A. Kelch 4 — 5 zähnig, mit i unteren und 2 seitlichen Deckblättern. 1. Stengel meist einfach. Blüten ziemlich grofs. Kelch 5 zähnig. a. Kelchzähne lanzettlich. Krone vorwärts gekrümmt, mit spitzen, flachen Zipfeln. Krone meist lila, dunkler geädert. Narbe gelblichweifs. 15 — 30 cm. Auf Schaf -Garbe, Zerstreut. Juni, Juli. (O. caerulea Vill.) Garben- S., O. purpürea Jacq. b. Kelchzähne lanzettlich - pfriemlich. Krone fast gerade, mit stumpfen, am Rande öfter umgerollten Zipfeln. Krone blau- violett. Narbe hochgelb. 15 — 30 cm. Auf Feld - Beifufs. Zerstreut. Juli, Aug. Sand-S., O. arenaria Borkh. 2. Stengel meist ästig. Blüten klein. Kelch 4 zähnig. Kelchzähne aus eiförmigem Grunde pfriemenförmig. Krone über dem Frucht- Somm er wurzgfe wachse. 293 knoten stark zusammengeschnürt, mit stumpfen Zipfeln. Krone gelblich, vorn blauviolett überlaufen. Narbe hellgelb. 15 — 20 cm. Auf Tabak und Hanf. Zerstreut. Juli. Aug. Ästige S., O. ramosa L. B. Kelch 2 blättrig, öfter 2 spaltig, nur durch ein einziges Deckblatt gestützt. 1. Staubblätter über dem unteren Drittel der Krone angeheftet. Griffel kahl. Zipfel der Kronunterlippe fast gleich. a. Narbe wachsgelb. Kelchblätter kürzer als die Kronröhre. Krone aus gekrümmtem Grunde röhrig - glockig, auf dem Rücken gerade. Oberlippe helmförmig- abschüssig, 2 lappig, mit ab- stehenden Lappen. Staubfäden unterwärts bis zur Glitte dicht- zottig. Krone gelblich, rötlich überlaufen. 30 — 45 cm. Auf Luzerne. Verbreitet. Mai — Juli. Rote S., O. rtibens Wallr. b. Narbe purpurn oder lila. Kelchblätter etwa so lang als die Kronröhre. Krone röhrig, am Rücken sanft gekrümmt. Ober- lippe 2 lappig, mit vorgestreckten Lappen. Staubfäden am Grunde spärlich behaart. Krone weifslich, lila oder rötlich ge- ädert. 15 — 30 cm. Auf Klee. Zerstreut. Juni, Juli. Kleine S., O. minor Sutt. 2. Staubblätter nahe am Grunde der Kronröhre eingefügt. Griffel drüsenhaarig. a, Narbe gelb, Krone glockig, vorn am Grunde bauchig. aa. Kelchblätter länger als die Kronröhre. Krone am Rande drüsig- gefranst. Zipfel der Kronunterlippe fast gleich. Staubfäden am Grunde behaart. Krone innen blutrot, aufsen dunkelgelb, purpurn überlaufen. 15 — 45 cm. Auf Schüchel (Hornklee) und Hufeisenklee in Süddeutschland (Bayern). Juni — Aug. (O. cruenta Bert.) Schlanke S., O. grdcilis Smith. bb. Kelchblätter etwa so lang als die Kronröhre. Krone am Rande schwach gezähnelt. ^littelzipfel der Unterlippe doppelt so lang als die seitlichen. Staubfäden unterwärts ganz kahl. Krone hellrötlich -braun oder fleischfarben. 45 — 60 cm. Auf Besenstrauch, besonders in den Rhein- gegenden. Mai — Juli. Rüben-S., O. rapum genistae Thuill. b. Narbe rotbraun oder dunkelpurpurn. Staubfäden unterwärts behaart. aa. Kelchblätter kürzer als die Kronröhre, 2 spaltig. Krone am Rücken gekrümmt, am Rande gezähnelt. Oberlippe ausgerandet, mit vorgestreckten Lappen. Zipfel der Unter- lippe fast gleich. Krone meist bräunlichrot. 30 — 45 cm. Auf Labkraut. Verbreitet. ]Mai, Juni. Nelken- S., O. caryophylläcea Sm^ 2QA Kugelblumengewächse. Wegerichgewächse. bb. Kelchblätter länger als die Kronröhre, meist ungeteilt. Krone am Rücken schwach gekrümmt, am Rande kraus. Oberlippe 2 lappig, mit abstehenden Lappen. Mittelzipfel der Unterlippe doppelt so lang als die seitlichen. Krone gelbrot, purpurn überlaufen, mit dunkelroten Drüsenhaaren besetzt. 15 — 20 cm. Auf Feld -Quendel in Mittel- und Süddeutschland. Juni, Juli. Quendel-S., O. epithymum DC. 2. Schuppenwurz, Lathraea. XIY. Ganze Pflanze blafsrosenrot , die Blüten dunkler. Blüten in einseits- wendiger, nickender Traube. Staubbeutel behaart. 10 — 20 cm. Feuchte Gebüsche, Laubwälder (namentlich auf Wurzeln des Hasel- strauchs schmarotzend). Verbreitet. März — INIai. Rötliche Seh., L. squamaria L. 85. Familie. Kugelbllimengewächse, Globulariaceen. I. Kug^elblume, Globuläria. IV. I. Stengel aufrecht, krautig, beblättert. Gnmdblätter spateiförmig, aus- gerandet, mit einem Zähnchen in der Ausrandung. Stengelblätter lanzettlich. Krone blau, sehr selten weifs. 5 — 15 cm. Sonnige Hügel, trockene Wiesen, besonders auf Kalk, in Süd- und Mittel- deutschland. Mai, Juni. Kalk-K., G. vulgaris L. .2. Stengel niederliegend, holzig, fast blattlos. Grundblätter verkehrt- eiförmig, am Grunde keilförmig -verschmälert, an der Spitze ab- gerundet oder tief - ausgerandet. Krone blau. 2 — 10 cm. Steinige Triften, Abhänge der Alpen und Voralpen. Mai, Juni. Herz-K., G. cordifölia L. 86. Familie. We^erichg'ewächse, Plantaginaceen. I. Blüten zwitterig, in Ähren. Krone röhrig, mit 4 teiligem, zurück- geschlagenem Saum. Wegerich 294. IL Blüten i häusig. ISIännliche Blüten einzeln, auf langem Stiele, weib- liche Blüten am Grunde desselben zu 2 oder 3, sitzend. Strandling 295. I. Wegerich, Plantago. iv. 1. Stengel beblättert. Blätter gegenständig. Stengel ästig, aufrecht oder ausgebreitet, kurz - steifhaarig. Blätter ungeteilt, lineal. Obere Ährenstiele fast doldig. Ähren kugelig bis länglich. 15 — 30 cm. Sandige Äcker, Sandplätze, Wegränder. Sehr zerstreut. Juni — Sept. Sand-W., P. arenaria W. K. 2. Stengel blattlos. Blätter grundständig. a. Blätter fiederspaltig oder doppelt -fiederspaltig. Ährenstiele stiel- rund, nicht gestreift. Ähre lineal - walzlich. Kronröhre behaart. Rötegewächse. 2Q5 Krone weifslich. 2 — 30 cm. Triften, Wiesen in Norddeutschland und am Meeresstrande. Juni — Sept. Krähenfufs-W., P. corönopus L. b. Blätter ungeteilt, lineal oder lanzettlich. aa. Blätter lineal, rinnig, fleischig. Ährenstiele stielrund, nicht ge- streift. Ähre lineal -walzlich. Kronröhre behaart. Krone weifslich. 15 — 60 cm. AViesen, Triften, Wegränder auf salzhaltigem Boden und am Meeresstrande. Juni — Okt. Strand- W., P. maritima L, bb. Blätter lanzettlich. Ährenstiele gefurcht. Ähren eiförmig- länglich. Kronröhre kahl. Krone durchscheinend. Staubfäden gelblichweifs. 15 — 45 cm. Wiesen, Triften, Äcker, Weg- ränder, Gemein. Mai — Sept. Spitz-'W., P. lanceoläta L. c. Blätter ungeteilt, eiförmig oder elliptisch. Ährenstiele nmdlich schwach gestreift. aa. Blätter eiförmig oder elliptisch, 3 — 5 nervig, kahl, mit ziemlich langem Stiel. Ährenstiele weniger länger als die Blätter. Ähren lineal -walzlich. Krone bräunlich. Staubfäden weifslich. 15 — 30 cm. Wege, Grasplätze, Triften. Gemein. Juni — Okt. Breit -W., P. major L. bb. Blätter elliptisch, 7 — 9 nervig, kurzhaarig, mit kurzem Stiel. Ährenstiele mehrmal länger als die Blätter. Ähren länglich- walzlich. Krone durchscheinend. Staubfäden lila. 15 — 45 cm. Wiesen, Triften, Wegränder. Häufig. Mai, Juni. Mittlerer W., P. media L. 2. Straiidliiig^, Litorella. xxi. Blätter in grundständiger Rosette, lineal -pfriemlich, am Grunde rinnig, untere breitscheidig. Krone weifslich. 5 — 10 cm. Sandige und schlammige Ufer von Teichen und Seen. Juni — Aug. (L. lacüstris L.) Simsen -Str., L. juncea Bergius. 87. Familie, ßötegewäclise, Rubiaceen. I. Krone trichterförmig oder glockig. A. Kelchsaum 4 — 6zähnig. Krone lila, trichterförmig. Xolde 295. B. Kelchsaum undeutlich. Krone weifs oder blau, trichterförmig oder glockig. Meister 296. IL Krone radförmig, flach. Kelchsaum undeutlich. A. Krone gelbgrün. Frucht saftig, steinfruchtartig. Röte 296. B. Krone weifs oder gelb. Frucht trocken. Labkraut 297. I. Xolde, Sherärdia. iv. Stengel meist liegend, ästig. Blätter elliptisch bis lanzettlich, stachel- spitzig, zu 4 — 6. Blüten kopfförmig- gehäuft. 5 — 20 cm. Äcker, besonders auf Kalk- und Thonboden. Meist häufig. Juni — Okt. Acker -N., S. arv-ensis L. 2q6 Rötege wachse. 2. Kleister, Aspemla. IV. A. Krone blau. Deckblätter borstig -gewimpert. Blätter unterseits und am Rande rauh, untere verkehrt- eiförmig, zu 4, obere lineal- lanzettlich, zu 6 — 8. Blüten kopfförmig- gehäuft, kürzer als die äufseren Deckblätter. Krone 4 spaltig, blau. Frucht grofs, glatt. 15 — 30 cm. Lehmige oder kalkige Äcker. Sehr zerstreut. Mai, Juni. Acker -M., A. arvensis L. B. Krone veifs oder rötlich. 1. Früchte mit hakigen Borsten besetzt. Stengel 4 kantig. Blätter am Rande rauh, stachelspitzig, untere zu 6, spateiförmig, obere zu 8, lanzettlich. Blüten trugdoldig, langgestielt. Krone 4 spaltig, weifs. 15 — 30 cm. Schattige Laubwälder, Gebüsche, besonders in Gebirgsgegenden. Mai, Juni. Wald-M., A. odoräta L. 2. Früchte kahl. a. Blätter lanzettlich. Pflanze grasgrün. Blätter zu 8, am Rande und unterwärts am Nerven, wie der Stengel rückwärts-stachelig- rauh. Krone 4 spaltig, weifs. Frucht körnig-rauh. 60 — 80 cm. Feuchte Gebüsche, Ufer. Ziemlich selten. Juli, Aug. Kletten -M., A. aparine M. B. b. Blätter lineal. Pflanze graugrün. Blätter stumpf, stachel- spitzig, am Rande umgerollt, rauh, am Stenge] zu 8. Krone fast glockig, weifs, wie die Frucht glatt. 30 — 60 cm. Sonnige, steinige Hügel, gern auf Kalk. In Norddeutschland und Schlesien fehlend. Mai — ^Juli. Lab-M., A. glauca Bess. c. Blätter lineal. Pflanze grasgrün. Krone trichterförmig. aa. Stengel meist einzeln, aufrecht. Blätter spitzlich, untere zu 6, obere zu 4. Deckblätter eiförmig, spitz. Krone 3 spaltig, weifs, wie die Frucht glatt. 30 — 60 cm. Son- nige Hügel, trockene Wälder. Sehr zerstreut. Mai — ^Juli. Färbe - M., A. tinctöria L. bb. Stengel, zahlreich, ausgebreitet. Blätter stachelspitzig, meist zu 4. Deckblätter lanzettlich oder länglich, stachelspitzig. Krone meist 4 spaltig, weifs, aufsen oft rötlich. Frucht körnig-rauh. 5 — 30 cm. Sonnige Hügel, Wälder. Zer- streut. Juni — Aug. Hügel - M., A. cynanchica L. 3. Röte, Krapp, Rübia. iv. Stengel 4 kantig, an den Kanten rückwärts -stachelig -rauh. Blätter lan- zettlich, mit unterseits stark hers^ortretendem Adernetz, zu 4 — 6. Blüten in lockeren Tnigdolden. Krone gelbgrün. Frucht schwarz. 60 — 100 cm. Hie und da gebaut. Aus Südeuropa. Juni, Juli. Färber -E,., R. tinctörum L. Rötegewächse. 207 4. Labkraut, Gälium. iv. I. Blüten gelb, gelblich oder grünlich. A. Blätter länglich oder elliptisch, zu 4. Tnigdolden blattachsel- ständig. 1 . Stengel rauhhaarig - zottig. Blätter länglich - elliptisch, stumpf, rauh, gewimpert. Trugdolden rispig, mit lanzettlichen Deck- blättchen, viel kürzer als die Blätter. Krone gelb. 15 bis 50 cm. Gebüsche, Wiesen, AVegi'änder. Meist häufig, in Xorddeutschland sehr selten. April — ^Juni. Kreuz -L., G. cruciata Scop. 2. Stengel kahl oder untenvärts fein kurzhaarig. Blättchen ellip- tisch-lanzettlich. Trugdolden ohne Deckblättchen. Krone blafsgrün. 7 — 30 cm. Schattige "Wälder, feuchte Wiesen in Südostdeutschland. Mai, Juni. Frühlings-L., G. vernum Scop. B. Blätter lineal oder lineal-lanzettlich, zu 6 — 12. Trugdolden end- und seitenständig. 1. Krone citrongelb, honigartig duftend. Kronzipfel kurz be- spitzt. Rispe etwas gedrängt. Blätter zu 6 — 12, lineal, weichhaarig, umgerollt. Stengel stielrund, mit 4 feinen Rippen, aufrecht oder aufsteigend. 30 — 60 cm. Wiesen, Triften, Hügel. ISIeist häufig. Juni — Sept. "Wahres L., G. verum L. 2. Krone goldgelb, geruchlos. Kronzipfel kurz bespitzt. Rispe einfach, schmal, unterbrochen, ihre Äste kurz, die unteren entfernt. Blätter zu 10 — 12, sehr lang. Stengel steif -auf recht, unten deutlich 4 kantig. 30 — 60 cm. Seltenere Abart der vorigen Art. Mai, Juni. Aufrechtes L., G. Wirtgeni F. Schultz. 3. Kjone gelblichweifs bis hellgelb. Kronzipfel kurz begrannt. Rispenäste mehr oder weniger abstehend. Blätter zu 8 oder mehreren, mehr oder weniger umgerollt. Stengel nindlich- 4 kantig bis 4 kantig. 30 — 60 cm. Wiesen, Raine, Triften. Bastard zwischen G. venmi und G. mollügo. Juni — Herbst. Gelblichweifses L., G. ochroleücum Wolf, n. Blüten weifs oder weifslich. A. Blätter 3 nervig (neben dem Mittelnerv^ noch ein schwächerer Seitennerv^), zu 4. Stengel ohne rückwärts gerichtete Stachelchen. 1. Stengel aufrecht, steif. Blätter derb, lanzettlich bis lineal- lanzettlich, stumpflich, ohne Stachelspitze. Trugdolden in dichter Rispe. 30 — 50 cm. Wiesen, lichte AVälder. Zer- streut. Juli, Aug. Nordisches L., G. boreäle L. 2. Stengel aufsteigend, schlaff. Blätter zart, untere eiförmig, obere elliptisch, kurz - stachelspitzig. Blüten in sehr lockerer Trugdolde. 15 — 30 cm. Schattige Wälder. Ziemlich ver- breitet. Juni — Aug. Rundblättriges L,, G. rotundiföliumL. 2q8 Rötegewächse. B. Blätter i nervig, zu 6 — 8, seltener zix 4. Stengel fast stets durcli rückwärts gerichtete Stachelchen rauh. 1. An feuchten Orten. Durchmesser der Krone gröfser als der der reifen Frucht. Blütenstiele nach dem A^'erblühen aufrecht. a. Blätter zu 6 — 8, lineal - lanzettlich , spitz, stachelspitzig. Frucht körnig-rauh. Krone weifs. 15 — 30 cm. Feuchte Wiesen, Sumpf ränder, Ufer. Meist nicht selten. Juni bis Sept. Moor-L., G. uliginösum L. b. Blätter meist zu 4, lineal - länglich, vorn breiter, stumpf, ohne Stachelspitze. Frucht sehr feinkörnig - rauh. Krone weifs. 15 — 60 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Häufig. Mai— Sept. Sumpf- L., G. palüstre L. 2. An trockenen Orten. Durchmesser der Krone kleiner als der der reifen Frucht. Blätter lineal-lanzettlich, stachelspitzig. a. Blätter am Rande vorwärts -stachelig -rauh, meist zu 6. Blütenstiele nach dem Verblühen gerade. Trugdolden zu- sammengesetzt, kürzer als das Blatt. Stengel niederliegend. 10 — 20 cm. Äcker, besonders auf Kalkboden. Zerstreut. Juni — Sept. Zartes L., G. Parisiense L. b. Blätter am Rande rückwärts-stachelig-rauh, zu 6 — 8. aa. Blütenstiele nach dem Verblühen zurückgekrümmt. Frucht warzig. Trugdolden meist 3 blutig, kürzer als das Blatt. Stengel niederliegend. Krone weifs oder gelblichweifs. 15 — 45 cm. Acker auf Lehm- und Kalkboden. Ziemlich zerstreut. Juli — Okt. Dreihörniges L., G. tricorne With. bb. Blütenstiele nach dem Verblühen gerade. Frucht meist hakig-borstig. Trugdolden zusammengesetzt, länger als das Blatt. Stengel niederliegend oder kletternd. Krone weils. 60 — 120 cm, Äcker, Hecken, Zäune, Gebüsche. Gemein. Juni — Okt. Kletten -L-, G. aparine L. C. Blätter i nervig, zu 6 — 12. Stengel ohne rückwärts gerichtete Stachelchen, kahl oder behaart. I. Zipfel der Krone einfach -spitz. Stengel 4 kantig, liegend oder aufsteigend. a. Stengel niederliegend, die blühenden aufsteigend. Blätter meist zu 6, untere verkehrt-eiförmig, genähert, obere läng- lich-lanzettlich, entfernt. Früchte dicht-körnig-rauh. 7 bis 25 cm. Feuchte, steinige Triften, Heiden in Nord- und Mitteldeutschland. Juni— Aug. Stein-L., G. saxätile L. b. Stengel niederliegend oder aufsteigend, gleichgestaltet, meist alle blühend. Blätter meist zu 8, vorn breiter, untere läng- lich, obere lineal, alle entfernt. Frucht fast glatt. 15 bis 30 cm. Trockene Wälder, Hügel. Verbreitet. Juni bis Aug. Heide -L., G. silvestre Poll. Geifsblattgewächse. 290 2. Zipfel der Krone stiiinpflich, begrannt oder stachelspitzig. Stengel rundlich oder 4 kantig. a. Rispe doldentraubig, mit verlängerten, unterwärts blüten- losen Seitenästen. "Wurzelstock meist einzelne, entfernte Stengel treibend. Blätter meist zu 8. aa. Krone beckenförmig vertieft, mit kurzbespitzten Zipfeln, milchweifs. Stengel stielrundlich. Blätter länglich-lan- zettlich, meist stumpf, stachelspitzig, besonders unter- seits blaugrün. Wurzelstock kurzgliedrig, fast knollig verdickt. 30 — loo cm. Wälder, Gebüsche. Meist häufig. Juli, Aug. Wald-L., G. silväticum L. bb. Krone flach ausgebreitet, mit lang-fädig-bespitzten Zip- feln, weifs, gröfser. Stengel 4 kantig. Blätter lanzett- lich, nach beiden Enden zu verschmälert, spitz, grau- grün. Wurzelstock langgliedrig, kriechend, Ausläufer treibend. 30 — 120 cm. Lichte Laubwälder. In Ost- und Westpreufsen und Schlesien verbreitet, sonst sehr selten. Juli, Aug. (G. aristätum der Schriftst.) Begranntes L., G. Schultesii Vest. b. Rispe traubig, mit kurzen, ziemlich vom Gnmde an blütentragenden Seitenästen. Kronzipfel begrannt. Blätter vorn mehr oder weniger verbreitert, stachelspitzig, am Rande meist auf wärts - stachelig - rauh , beiderseits grün. Stengel meist zahlreich, 4 kantig. Krone weifs oder gelb- lichweifs. Früchte kahl, etwas nmzelig. Wiesen, Gebüsche, Wald- und Wegränder. Gemein. Mai — Sept. Wiesen -L., G. moUügo L. Stengel aufsteigend oder liegend (in Gebüschen), auch kletternd, schlaff, bis 120 cm lang. Blätter länglich- lanzettlich, stumpf, glanzlos. Rispe locker, mit wage- recht-abstehenden Ästen. Krone weifs oder etwas gelblichweifs. Frucht klein. G. m. elätum ThuilL Stengel aufrecht, kleiner, 30 — 60 cm hoch. Blätter lineal- lanzettlich bis lineal, spitz, mit 2 glänzenden Streifen neben den Rückennerven. Rispe dichter, mit aufrecht -abstehenden Ästen. Krone reinweifs, gröfser. Frucht grofs. G. m. erectum Huds, 88. Familie. Geifsblattgewäclise, Caprifoliaceen. I. Kleiner, niederliegender Strauch. Staubblätter 4, 2 länger. Krone trichterig - glockig, ziemlich regelmäfsig - 5 lappig. Blüten meist zu 2. Rande 302. II. Gröfsere, aufrechte oder windende Sträucher oder Bäume. Staub- blätter 5, selten 4. 300 Geifsblatteewächse. A. Krone radförniig bis glockig, mit kurzer Röhre. Griffel kurz oder fehlend. Narben 3. Blüten in Trugdolden. 1. Blätter vmpaarig-gefiedert. Krone radförniig, 5 teilig. Frucht- knoten 3fächerig. Holunder 300. 2. Blätter gelappt oder ungeteilt. Krone glockig oder radförmig, 5 spaltig. Fruchtknoten i fächerig. Schneeball 300. B. Krone röhrig, trichterförmig oder glockig. Griffel vorhanden, fädlich. Blätter einfach, ungeteilt, ganzrandig. 1. Fruchtknoten kugelig bis länglich. Frucht eine mehrsamige Beere. a. Krone glockig, fast regelmäfsig, 4- oder 5 lappig. Frucht- knoten 4fächerig. Schneebeere 302. b. Krone röhrig, trichterig oder glockig, mit unregelmäfsigem bis 2 lippigem Saum (seltener regelmäfsig und dann gelb). Fruchtknoten 2- oder 3 fächerig. Geifsblatt 301. 2. Fruchtknoten walzlich, stielförmig. Frucht eine 2 fächerige Kapsel. Krone trichterförmig, mit fast regelmäfsig-5 spaltigem Saum (gegen 3 cm lang). Dierville 302. I. Holunder, Sambücus. v. 1. Krautartige Pflanze. Nebenblätter blattartig, lanzettlich, gesägt. Blüten in flachen Trugdolden. Hauptäste der Trugdolde zu 3. Staubbeutel rot, zuletzt schwarz. Blättchen länglich -lanzettlich. Krone rötlich- weifs. Früchte schwarz. 60 — 150 cm. Waldränder, Gebüsche in Süd- und Mitteldeutschland. Juni, Juli. Zwerg -H., Attich, S. ebulus L. 2. Sträucher. Nebenblätter klein, warzenförmig, oder fehlend. Staub- beutel gelb. a. Blüten in flachen Trugdolden. Blättchen eiförmig, lang zugespitzt. Krone weifs. Früchte schwarz. Mark der Zweige weifs. 3 — 6 m. Wälder, Gebüsche, Hecken. Nicht selten. Auch häufig angepflanzt. Juni, Juli. Schwarzer H., S. nigra L. b. Blüten in eiförmigen Rispen. Blättchen länglich-elliptisch. Krone grünlichgelb. Früchte scharlachrot, selten goldgelb. Mark der Zweige gelblichbraun. 1,5 — 3 m. Gebüsche, Waldränder. Ver- breitet. Auch als Zierstrauch in Parkanlagen nicht selten an- gepflanzt. April, Mai. Roter H., S. racemösa L. 2. Schneeball, Vibürnum. V. I. Blätter 3 lappig, grob gezähnt, oberseits fast kahl, unterseits grün, weichhaarig. Mittlere Blüten der lockeren Trugdolden glockig, frucht- bar, gelblich, die der äulseren viel gröfser, radförniig, strahlend, un- fruchtbar, weifs. Früchte scharlachrot. In Gärten und Parkanlagen sind die Trugdolden kugelig und alle Blüten grofs und geschlechtslos. 1,5 — 3 m. Feuchte Gebüsche, Laubwälder. Verbreitet. Mai, Juni. Wasser -Sch., V. öpulus L, Geifsblattfje wachse. 301 Blätter ungeteilt, elliptisch oder elliptisch-länglich, spitz, gesägt-gezähnt, oberseits locket - sternhaarig, unterseits sternhaarig - filzig - grauweifs. Blüten der dichten Trugdolden sämtlich fruchtbar, glockig - radfönnig, regelmäfsig, weifslich. Früchte hochrot, zuletzt schwarz. i — 3 m. Bergwälder, buschige Hügel in Süd- und Mitteldeutschland. Ver- breiteter Zierstrauch. Mai, Juni. "Wollige Sch., X. lantana L. 3. Geifsblatt, Lonicera. v. Stengel windend. Blüten quirlig-kopfig. Geifsblatt. a. Blätter alle getrennt, die oberen sitzend, abfallend. Blüten in ge- stielten Köpfen, aufsen behaart, wohlriechend. Krone gelblich- weifs, seltener purpurn. 2 — 3 m. Waldränder, Gebüsche. Zer- streut. Auch vielfach angepflanzt. Juni — Aug. Deutsches G., L. periclymenum L. b. Blätter der blühenden Zweige am Grunde verwachsen. Blüten in einem sitzenden Kopfe, sehr wohlriechend. Krone hellpurpurn, gelblichweifs oder weifs, in der Farbe mit der Zeit wechselnd. 3 — 4,5 m. Waldränder, Gebüsche in Österreich. Zur Bekleidung von Lauben etc. nicht selten angepflanzt. Hie und da auch ver- wildert. Mai, Juni. Italienisches Gr., L. caprifölium L. Stengel nicht windend, aufrecht. Blüten zu 2. Heckenkirsche. a. Fruchtknoten und Beeren nur am Grunde verwachsen. aa. Blätter beiderseits weichhaarig, oberseits auf den Nerven nicht glänzend, elliptisch oder eiförmig, spitz oder bespitzt. Blüten- stiele etwa so lang als die Blüten, weichhaarig. Deckblätter so lang oder länger als die Fruchtknoten, pfriemlich. Krone behaart, gelblichweifs. Früchte scharlachrot. 1,2 — 2 m. Laub- wälder, Gebüsche. Zerstreut. Mai, Juni. Rotes Gr., L. xylösteum L. bb. Blätter kahl, nur anfangs unterseits zerstreut behaart, ober- seits auf den Xer\'en glänzend, länglich oder elliptisch. Blüten- stiele länger als die Blüten, zerstreut behaart, später kahl. Deckblättchen mehrmal kürzer als die Fruchtknoten. Krone ziemlich klein, rötlichweifs oder weifslich. Früchte schwarz. 50 — 150 cm. . Gebirgswälder, Gebüsche in Süd- und Mittel- deutschland. Mai, Juni. Schwarzes G-., L. nigra L. cc. Blätter und Blütenstiele kahl. Blätter eiförmig-lanzettlich oder eiförmig, am Grunde meist etwas herzförmig. Deckblätter viel länger als der Fruchtknoten. Krone rosa, rötlichweifs oder weifs. Früchte rot oder gelblich. 1,5 — 3 m. Häufiger Zier- strauch aus dem südöstlichen Europa. !Mai, Juni. Tatarisches G., L, Tatärica L. b. Fruchtknoten und Beeren vollständig verwachsen. aa. Krone gelb, fast regelmäfsig, behaart. Blütenstiele kürzer als die Blüten. Blätter elliptisch bis länglich, stumpf oder spitzlich, ^02 Bisamkravitgewächse. Baldriangewäclise. zerstreut behaart, iinterseits blaugi-ün. Frucht blau. Im süd- lichsten Deutschland und den Alpen ehiheimisch. Häufiger Zierstrauch. Mai, Juni. Blaues Gr., L. caerulea L. bb. Krone rötlich, deutlich 2 lippig. Blütenstiele viel länger als die Blüten. Blätter grofs, eiförmig-lanzettlich, zugespitzt, kahl, nur am Rande fein gewimpert. Frucht rot. Alpen und süd- lichstes Deutschland. Mai, Juni. Alpen -G., L. alpigena L. 4. Schneebeere, Symphoricärpus. v. Blätter rundlich, eiförmig oder elliptisch, ganzrandig, imterseits blaugrün. Krone innen dicht behaart, rötlich. Früchte weifs. i — 1,5 m. Häufiger Zierstrauch aus Nordamerika. Juli, Augiist. Traubige Seh., S. racemösus Mich. 5. Dierville, Diers-illa. V. Zvveigspitzen behaart. Blätter kurzgestielt, länglich bis verkehrt-eiförmig, zugespitzt, gesägt, unterseits auf den Nerven mehr oder weniger dicht weichhaarig, am Gnmde gewimpert. Kelchzipfel lanzettlich, meist bis zur Hälfte verwachsen. Krone rosa bis weifs. I — 2 m. Häufiger Zierstrauch aus Nordchina. Ende Mai — ^Juli. (Weigelia rösea Lindl.) Rosenrote D., D. flörida Sieb. u. Zucc. 6, Rande, Linnaea. xiv. Stengel fadenförmig, weit umherkriechend. Blätter rundlich - eiförmig, fast lederartig, kurz gestielt. Blüten meist zu 2, auf langen Stielen. Krone aufsen hellrosa, innen purpurn gestreift. 30 — 120 cm. Moosige Wälder in Norddeutschland. Mai, Juni. Moos-R., L. boreälis L. 89. Familie. BisaiukrautgewäcllSe, Adoxaceen. I. Bisarakraut, Moschusblümchen, Adöxa. v. Grundständige Blätter langgestielt, doppelt -3 zählig, das stengelständige Paar 3 zählig. Blüten zu 5 — 7 in endständigem, fast würfelförmigem Köpfchen. Krone grünlichweifs. Pflanze schwach nach Moschus duftend. 7 — 20 cm. Feuchte Gebüsche, Laubwälder. Ziemlich ver- breitet. März, April. Frühlings -B., A. moschatellina L. QO. Familie. Baldriangewächse, Valerianaceen. I. Kelchsaum eingerollt, später zu einem Haarkrönchen auswachsend. Stengel einfach. Blätter leierförmig bis gefiedert. Krone weifs oder rötlich. Baldrian 303. II. Kelchsaum nicht eingerollt, zur Blütezeit kaum merklich. Stengel gabel- ästig. Blätter einfach, ungeteilt. Krone bläulich. Rapünzchen 303. K a r d e n g e w ä c h s e. 303 I. Baldrian, Valeriana, m. 1. Grundblätter ungeteilt, rundlicli bis elliptisch. Untere Stengelblätter leierförmig-geschnitten, obere meist 7 zählig-fiederteilig. Blüten unvoll- kommen - 2 häusig, die gröfsten männlich. Krone weifs oder rosa. 10 — 30 cm. Sumpfige Wiesen, Gebüsche. Meist häufig. Mai, Juni. Kleiner B., V. dioeca L. 2. Blätter sämtlich unpaarig-gefiedert. Blüten zwitterig. a. Blättchen 15 — 21, eiförmig bis lanzettlich, eingeschnitten-gezähnt, an den obersten Blättern lineal, ganzrandig. Trugdolde mehr oder weniger gedrängt. Krone hellrötlich. 50 — 100 cm. Feuchte Ge- büsche, Ufer, Wiesen. Meist häufig. Juli — Sept. Echter B., V. officinälis L. b. Blättchen 9 — ii, länglich, eiförmig bis lanzettlich, gezähnt-gesägt. Sonst wie vorige Art. Krone rötlichweifs. 30 — 100 cm. Feuchte Laubwälder, Waldschluchten, an Quellen. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Holunderblättriger B., V. sambucifolia Mik. 2. Rapünzchen, Valerianella. m. 1. Kelchsaum an der Fnicht undeutlich, kaum gezähnt. Trugdolden sehr gedrungen. a. Obere Blätter lanzettlich, spitzlich, ganzrandig, untere spatelförmig, stumpf. Frucht seitlich zusammengedrückt, querelliptisch. 8 bis 25 cm. Äcker, Gartenland, Wegränder. Ziemlich häufig. April, Mai und Juli, Aug. Salat -R., V. olitöria Moench. b. Obere Blätter stumpflich. Frucht länglich, fast 4 kantig, auf der vorderen Fläche kahnförmig vertieft. 8 — 15 cm. Äcker, Wein- berge. Selten. April, Mai. Gekieltes R., V. carinata Loisl. 2. Kelchsaum an der Frucht deutlich, gezähnt, i Zahn (der hintere) merklich gröfser. a. Frucht ei-kegelförmig, mit vertieftem, länglichem Mittelfeld. Kelch- saum halb so breit als die Frucht. 15 — 30 cm. Äcker. Zer- streut. Juli, Aug. G-ezähntes E,., V. dentäta Poll. b. Frucht fast kugelig-eiförmig, aufgetrieben. Kelchsaum ^2^^^ ^° breit als die Frucht. 15 — 30 cm. Äcker. Zerstreut. Juni, Juli. (V. auricula DC.) Gefurclites R., V. rimösa Bastard, 91. Familie. Kardengewächse, Dipsaceen. I. Stengel und Blütenstiele stachelig. Kelch ohne Borsten. Blüten- boden mit stechenden Spreublättchen besetzt. Aufsenkelch 8 furchig. Karde 304. II. Stengel und Blütenstiele nicht stachelig. Kelch in Borsten geteilt. A. Blütenboden ohne Spreublättchen, rauhhaarig. Krone 4 spaltig. Aufsenkelch ungefurcht. Wi ttwenblvime 304. "ZOA. Kardengewächse. B. Blütenboden mit Spreublättchen. Aufsenkelch gefurcht. 1. Krone 4 spaltig. Randblüten nicht strahlend. Aufsenk eich mit krautigem Saum. Abbifs 305. 2. Krone 5 spaltig. Randblüten strahlend. Aufsenkelch mit trockenhäutigem Saum. Grindkraut 305. I. Karde, Dipsacus. iv. 1. Köpfe fast kugelig, klein. Blätter gestielt, nicht verwachsen. Hüll- blätter nicht stechend. Blätter elliptisch, 3 teilig, mit kleinen Seiten- zipfeln. Hüllblätter kaum so lang als die Spreublättchen, diese so lang als die Blüten. Krone weifslich. Staubbeutel schwärzlich. 60 — 120 cm. Gebüsche, Wegränder. Zerstreut. Juli, Aug. Behaarte K., D. pilösus L. 2. Köpfe länglich - eiförmig , grofs. Stengelblätter sitzend, am Gnmde breit verwachsen. Hüllblätter stechend. a. Stengelblätter am Rande dicht borstig -gewimpert, stets fieder- spaltig. Hüllblätter lanzettlich-pfriemlich, weit abstehend, länger als die Blüten. Krone weifslich. 60 — 120 cm. Feuchte Triften, Gräben, Wegränder. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Sehlitzblättriger K., D. laciniätus L. b. Stengelblätter am Rande kahl oder zerstreut -stachelig, nicht ge- wimpert. Krone lila. aa. Spreublättchen biegsam, gerade, länger als die Blüten. Hüll- blätter lineal-pfriemlich, bogenförmig gekrümmt. 80 — 150 cm. Weg- und Waldränder, Hügel. Juli, Aug. Wilde K., D. Silvester MilV bb. Spreublättchen sehr steif, an der Spitze zurückgekrümmt, etwa so lang als die Blüten. Hüllblätter lanzettlich-pfriemlich, wage- recht-abstehend. 100 — 150 cm. Hie imd da gebaut. Aus Südeuropa. Juli, Aug. Weber -K., D. fullönum Alill. 2. Wittwenbluinc, Knaütia. IV. 1. Mittlere Stengelblätter meist fiederspaltig, behaart. Stengel von sehr kurzen Haaren gravi, von längeren Haaren steifhaarig. Randblüten meist strahlend. Krone bläulich oder lila. 30 — 100 cm. Raine, Waldränder, trockene Wiesen. Häufig. Juli, Aug. Acker - W. , K. arv^ensis Coult. 2. Blätter elliptisch - lanzettlich, ganzrandig, gekerbt, ungeteilt oder am Grunde eingeschnitten -gezähnt. Stengel am Grunde von zwiebeligen Haaren steifhaarig, oben von sehr kurzen Haaren flaumig vmd von längeren steifhaarig. Krone bläulichrot. 30 — 100 cm. Bergabhänge, Wälder. Zerstreut. Juli — Sept. Wald-W., K. silvätica Dub. Kürbisgewächse. ^O^ 3. Abbifs, Siiccisa. IV. Stengel angedrückt - behaart oder kahl. Untere Blätter länglich oder länglich - lanzettlich, in den Blattstiel verschmälert, obere lanzettlich. Blütenköpfe halbkugelig, später kugelig. Krone blau, seltener weifs- lich. 15 — 80 cm. Wiesen, Grasplätze, Raine. Meist häufig. Juli bis Sept. Teiifels-A., S. pratensis Moench. 4. Grindkraut, Scabiosa. iv. a. Stengel unten kahl, oben angedrückt-behaart. Blätter der nichtblühen- den Triebe stumpf, gekerbt, eingeschnitten oder leierf ünnig ; unterste Stengelblätter leierförmig oder fiederteilig. Kelchborsten schwarzbraun. Krone blau oder rötlich, oder gelblichweifs. 30 — 60 cm. Trockene Hügel, Wiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juli — Sept. Tauben -G., Sc. columbäria L. b, Stengel kurz - grauhaarig. Blätter der nichtblühenden Triebe spitz, ganzrandig. Stengelblätter fiederteilig. Kelchborsten gelblichweifs. Elrone hellblau, rötlich oder weifs, selten gelblich, wohlriechend. 15 — 60 cm. Trockene Anhöhen, Triften, Heiden. Zerstreut. Juli bis Okt. Wohlriechendes G., Sc. suaveolens Desf. 92. Familie. Kürbisgewächse, Cucurbitaceen. I. Staubbeutel verwachsen. Krone 5 spaltig, grofs, rotgelb. Xarben 2 spaltig. Beere 3 fächerig, vielsamig, stachellos. Kürbis 305, IL Staubbeutel frei. Krone 5 teilig. A. Krone grofs, rotgelb. P acher der Beere vielsamig. Gurke 305. B. Krone klein, gelblichweifs. Fächer der Beere 2 sämig. En t w i n 306. I. KürbiS; Cucurbita, xxi. Stengel kletternd, nebst den Blättern steifhaarig. Blätter sehr grofs, herzförmig, seicht -5 lappig. Wickelranken ästig. Frucht nmdlich oder länglich, orange, grün oder weifslich, seltener gestreift. Krone dottergelb. 3 — 8 m. Häufig angebaut. Aus Amerika. Juni — Aug. Garten- K., C. pepo L. 2. Gurke, Cucumis, xxi. 1. Blätter spitz- 5 eckig-gelappt, ungleich-gezähnt, am Grunde mit tiefem, schmalem Einschnitt. Frucht länglich, grün, weifs ödes gelb. Frucht- fleisch grün oder weifslich. Krone dottergelb. 50 — 300 cm. Über- all der Frucht wegen gebaut. Stammt aus Indien. Juni — Sept. Garten- G., C. sativus L. 2. Blätter 5 lappig, mit abgerundeten Lappen, am Grunde breit herz- förmig -eingeschnitten. Frucht kugelig oder elliptisch, wohlriechend. Fruchtfleisch orange oder rötlich , selten grün. Krone blafsgelb, kleiner. 150 — 300 cm. Der Frucht wegen gebaut. Stammt aus Indien und Afrika. Juni — Sept. Melonen-G., Melone, C. melo L. Schmidlin- Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 20 -?o6 Glockengewäclise. 3. Entwill, Zaunrübe, Bnönia. xxi. (xxn.) 1 . Blüten I hcäusig. Kelch der weiblichen BUiten so lang als die Krone. Narben kahl. Blätter tief herzförmig, 5 lappig. Stengel kletternd. Krone gelblichweifs. Beere schwarz. 2 — 3 m. An Zäunen und Hecken eingebürgert. Zerstreut. Juni — Avig. "Weilser E., B. alba L. 2. Blüten 2 häusig. Kelch der weiblichen Blüten halb so lang als die Ki'one. Narben rauhhaarig. Krone gelblichweifs. Beere kirschrot. 2 — 3 m. Hecken, Zäune, besonders im westlichen Deutschland. Meist seltener als vorige Art. Juni — Sept. Roter E., B. dioeca Jacq. 93. Familie. Glockeilgewäclise, Campanulaceen. I. Zipfel der Krone lineal, anfangs verbunden, später vom Grunde aus sich ablösend. Blüten kopfig oder ährig, von einer gemeinschaft- lichen Hülle umgeben. A. Staubfäden am Grunde nicht verbreitert, pfriemlich. Staubbeutel am Grunde leicht zusammenhängend. Monke 306. B. Staubfäden am Grunde verbreitert. Staubbeutel frei. Rapunzel 306. 11. Zipfel der Krone frei, breit. Blüten meist traubig oder rispig, ohne gemeinschaftliche Hülle. A. Krone regelmäfsig. Staubbeutel frei. 1. Krone glockenförmig bis trichterig. Staubfäden am Grunde verbreitert. Kapsel kreiseiförmig, mit 3 — 5 Löchern aufsprin- gend. Glockenblume 307. 2. Krone radförmig. Staubfäden nicht verbreitert. Kapsel läng- lich-prismatisch, mit Seitenritzen aufspringend. Frauenspiegel 309. B. Krone unregelmäfsig, 2 lippig, der Länge nach oben aufgeschlitzt. Staubbeutel verwachsen. Kapsel an der Spitze 2- oder 3 klappig sich öffnend. Spleisse 30g. I. Monke, Jasione. v. Wurzel einfach. Stengel meist mehrere, aufrecht oder aufsteigend, ober- wärts blattlos und kahl. Blätter ziemlich ganzrandig, am Rande wolligkraus, die untersten verkehrt-eiförmig, stumpf, obere lanzettlich bis lineal, spitzlich. Blüten klein. Krone himmelblau, seltener weifs oder rötlich. 30 — 45 cm. Sonnige Hügel, Äcker t:nd Waldränder. Häufig. Juni — Aug. Berg-M., J. montäna L. 2. Rapunzel, Triftwurz, Phyteüma. v. I. Blütenstand kugelig. Krone himmelblau. Äufsere Hüllblätter eiför- mig -lanzettlich, zugespitzt. Blätter gekerbt, untere am Grunde ver- schmälert, abgerundet oder herzförmig. 15 — 30 cm. Trockene Wiesen. Zerstreut. ^Slai, Juni. Kopfige R., Ph. orbiculäre L. Glockengewächse. SOT 2. Blütenstand länglich oder eiförmig, zuletzt fast walzenförmig. a. Krone gelblichweifs , an der Spitze grünlich. Hüllblätter lineal- lanzettlich bis borstenförmig. Blätter fast doppelt-gekerbt-gesägt, untere stets herzf()rmig, nindlich bis länglich-eiförmig. 30 — 80 cm. Gebüsche, Wiesen, Triften. ISIeist häufig. Mai, Juni. Ährige R., Ph. spicätum L. b. Krone dunkelviolett. Blätter ungleich-gekerbt. Blütenstand mehr eiförmig. Sonst wie vorige Art. 20 — 50 cm. Wiesen, Triften. Zerstreut. Mai, Juni. Sehwarze R., Ph. nignxm Schmidt. 3. Glockenblume, Campänula. v. I. Buchten zwischen den Kelchzipfeln mit zurückgeschlagenen Anhäng- seln. Blüten nickend. A. Blüten mittelgi'ofs, langgestielt, in schmaler, kurzästiger, trauben- förmiger Rispe. Kelchanhängsel spitz. Krone am Rande auf- recht, himmelblau. Kapsel 3 fächerig. 15 — 40 cm. Sonnige Hügel, Wegränder. In Brandenburg. Schlesien, Posen, Pommern, Westpreufsen. Juni, Juli. Sibirische Gr., C. Sibirica L. B. Blüten sehr grofs, kurzgestielt, in endständigen Trauben. Kelch- anhängsel stumpf. Krone am Rande umgebogen, hellblau oder weifs. Kapsel 5 fächerig. 60 — 80 cm. Häufige Zierpflanze aus Südeuropa. Juni — Sept. Grarten-G-., C. medium L. II. Buchten zwischen den Kelchzipfeln ohne Anhängsel. A. Blüten sitzend, kopfig oder knäuelartig gehäuft. 1. Stengel nebst den Blättern steifhaarig. Untere Blätter lanzett- lich, in den Blattstiel verschmälert, obere mit halbumfassen- dem Gnmde sitzend, Kelchzipfel eiförmig, stumpf. Krone hellblau. 40 — 80 cm. Lichte Waldstellen, Gebüsche, Hügel. Zerstreut. Juli, Aug. Borsten -G., C. cervicäria L. 2. Stengel meist grau - kurzhaarig. Untere Blätter eiförmig bis lanzettlich, am Grunde abgerundet oder herzförmig. Kelch- zipfel lanzettlich, spitz. Krone hellviolett. 30 — 60 cm. Hügel, Abhänge, Gebüsche. Sehr zerstreut. Juli — Sept. Büschel - Gr., C. glomeräta L. B. Blüten gestielt, traubig oder rispig. I. Blätter herz-eiförmig oder eiförmig, weich- oder rauhhaarig, a. Blüten überhängend. Kelchzipfel lanzettlich. aa. Stengel weichhaarig, stielrund. Blätter unterseits grau- filzig, untere herzförmig-länglich, langgestielt, obere herz- eiförmig, halb-stengelumfassend. Blüten in allseitswendiger Rispe. Krone am Rande kahl, hellblau, selten rötlich. 40 — 120 cm. Sonnige Abhänge, Hügel, Weinberge. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Filz-Gr., C. Bononiensis L. bb. Stengel wie die Blätter beiderseits kurzhaarig - rauh, stumpfkantig. Untere Blätter länglich, langgestielt, obere 20* ■2o8 Glockengewächse. länglich-lanzettlich, sitzend. Blüten in einseitswendiger Traube. Krone am Rande gewimpert, meist hellviolett. 30—80 cm. Äcker, Gebüsche, Zäune. Meist häufig. Juli — Sept. Milch -G., C. rapunculoides L. b. Blüten abstehend oder aufrecht. Kelchzipfel eiförmig-lan- zettlich. Krone ziemlich grofs, gewimpert. aa. Stengel scharfkantig, wie die Blätter zerstreut-steifhaarig. Untere Blätter herz - eiförmig, langgestielt oder sitzend. Blütenstiele am Grunde mit 2 Blättchen. Krone blau- lila, selten weifs. 60 — 100 cm. Gebüsche, Laubwälder, Hecken. Häufig. Juli, Aug. Nessel-G., C. tracheliumL. bb. Stengel stumpfkantig, kahl. Blätter beiderseits zerstreut- weichhaarig, untere mit geflügeltem Stiele, kaum herz- förmig, obere sitzend. Blütenstiele unter der Mitte mit 2 Blättchen. Krone hellviolett. 60 — 80 cm. Laub- wälder, Gebüsche, Gebirgsschluchten. Sehr zerstreut. Juni, Juli. Breitblättrige Gr., C. latifölia L. 2. Blätter (mit Ausschlufs der unteren) lanzettlich bis lineal, meist kahl. a. Krone weifs, weit-glockig. Kelchzipfel lanzettlich. Blüten in wenigblütigen Trauben. Seitliche Blütenstiele am Grunde mit 2 Blättchen. Blätter kahl, derb, lanzettlich bis lineal, sitzend, untere länglich -keilförmig, in den-- Blattstiel ver- schmälert. Krone himmelblau, seltener weifs. 30 — 80 cm. Waldränder, Gebüsche, Hügel. Ziemlich zerstreut. Juni bis Aug. Pfirsich- G., C. persicifölia L. b. Krone mittelgrofs, trichterförmig, 5 lappig. Blüten in viel- blütigen, lockeren Rispen. Untere Stengelblätter länglich- spatelformig oder länglich - keilförmig. aa. Blätter flach. Rispe fast doldentraubig, ihre Äste ab- stehend. Seitliche Blütenstiele über der Mitte mit 2 Blättchen. Kelchzipfel lanzettlich - pfriemlich. Krone blau -lila. 30 — 60 cm. Wiesen, Gebüsche, AVälder. Gemein. Mai — ^Juli. Wiesen- G., C. pätula L. bb. Blätter am Rande wellig. Rispe schmal, mit kurzen, aufrechten Ästen. Seitliche Blütenstiele nahe am Grunde mit 2 Blättchen. Kelchzipfel lineal - pfriemlich. Krone blau. 50 — 80 cm. Wiesen, Wegränder, Hügel. Zer- streut, in der Rheinprovinz und in Westfalen gemein. Juni — Aug. Rapunzel- G., C. rapünculus L. c. Krone klein oder ziemlich klein , 5 lappig. Kelchzipfel pfriemlich. aa. Untere Stengelblätter elliptisch, meist kerbig- gesägt. Blüten in i — 5 blutiger, einseitswendiger Travibe, klein. Blütenstielchen vor dem Aufblühen aufrecht oder aufrecht- Kopfblütler. ^OQ' abstehend. Krone halbkugelig - glockig, blafsblau, 5 bis 12 cm. Felsen, Triften, Abhänge der Alpen und Vor- alpen. Juli, Aug. Zwerg -Gr., C. pusilla Hnk. bb. Untere Stengelblätter lanzettlich, meist ganzrandig. Grundblätter (meist zur Blütezeit nicht mehr vorhanden) nierenfömiig oder herz -eiförmig, gekerbt. Blüten in meist mehrblütiger , lockerer Rispe. Blütenstielchen vor dem Aufblühen zurückgekrümmt. Krone fast bauchig - glockig , dunkelblau. 15 — 30 cm. Trockene Wälder, Wiesen, Triften. Häufig. Juni — Okt. Gras-G., C. rotundifölia L, 4. Fraueiispieg'el, Speculäria, v. 1. Kelchzipfel lineal, so lang als die Kelchröhre imd die Krone. Blüten end- und achselständig, entfernt, eine lockere Rispe bildend. Blätter schwach gekerbt, länglich, untere verkehrt -eiförmig. Krone violett, seltener weifs. 10 — 30 cm. Unter der Saat in Süddeutschland. Zerstreut. Juni — Aug. Echter F., S. speculum DC. fiL 2. Kelchzipfel lanzettlich, halb so lang als die Kelchröhre, doppelt so lang als die Krone. Blüten genähert, kleiner. Krone purpurn. Sonst wie vorige Art. 10 — 25 cm. Unter der Saat im westlichen Mitteldeutschland. Zerstreut. Juni, Juli. Unechter F., S. hybrida DC. fil. 5. Spleifse, Lobelia. y. Stengel fast blattlos. Blätter in dichter, grundständiger Rosette, lineal» hohl, 2 fächerig, untergetaucht. Blüten in wenigblütiger Traube, nickend. Krone weifs, mit bläulicher Röhre. 30 — 60 cm. Sümpfe, Teiche im nordwestlichen Deutschland. Juli, Aug. Wasser -Sp., L. Dortmännia L, 94. Familie. Kopfbltttler, Compositen. xix. Bei den Kopfblütlem sind mehrere oder viele kleine Blüten auf gemein- schaftlichem Blütenboden zu einem Kopfe vereinigt und von einer gemeinschaftlichen Hülle imigeben. Die gemeinschaftliche Hülle be- steht aus spiralig gestellten, seltener 1- oder 2 reihigen Hüllblättern (Deckblättern). Wenn die äufserslen Hüllblätter von den übrigen an Gestalt, Grofse und Lage verschieden sind, so werden sie als Aufsen- hülle bezeichnet. Der gemeinschaftliche Blütenboden ist nicht selten mit sogenannten Spreublättchen, den kleinen spreuartigen Deckblättchen der einzelnen Blüten, besetzt. Die einzelnen kleinen Blüten sind entweder Röhren bluten, d. h. ihre Krone ist röhrig und 5 zähnig oder 5 spaltig, oder Zungenblüten, d. h. ihre Krone ist einseitig zungenförmig verlängert. Häufig nehmen, wie z. B. bei dem Gänseblümchen, die Röhrenblüten die Mitte (Scheibe) des Kopfes, rzio Kopfblütler. die Zungenbltiten den Rand desselben ein; die ersteren werden in diesem Falle Scheibenblüten, die letzteren, die dann in der Regel nur einen Stempel oder gar keine Befnichtungsorgane enthalten (also weiblich oder geschlechtslos sind), Strahlblüten genannt. Die Staubbeutel der 5 Staubblätter sind zu einer Röhre verwachsen, durch welche der Griffel mit den beiden Narben hindurchwächst, die Staub- fäden sind frei. Der Kelch ist meist zu einem aus einfachen oder gefiederten Haaren bestehenden Saum (Kelch säum, Pappus) aus- gewachsen, seltener bildet er einen häutigen, oder in spreuartige Blättchen geteilten Rand, noch seltener ist er ganz undeutlich. Die kleinen Früchte der Kopfblütler sind einsamige Schliefsfrüchte. I. Kronen aller Blüten flach, zungenförmig. A. Kronen blau. Kelch nicht aus Haaren gebildet. Stengel be- blättert. Hüllblätter 2 reihig, die äufseren abstehend, die inneren aufrecht. Warte 338, B. Kronen blau. Kelch aus Haaren gebildet. 1. Köpfe traubig. Kronen blau. Blätter leierförmig mit sehr grofsem Endzipfel. Melk würz 342. 2. Köpf e rispig - doldentraubig. Kronen violettblau. Blätter fieder- spaltig, mit lineal - lanzettlichen Zipfeln, Salat 341. C. Kronen purpurn oder rötlich oder violett. Kelch aus Haaren gebildet. 1. Köpfe 5 blutig, klein. Hüllblätter 6 — 8, die äufseren sehr kurz, Kronen purpurn. Nickwurz 340. 2. Köpfe vielblütig, ziemlich grofs. Hüllblätter zahlreich, i reihig, am Grunde verwachsen, gleichlang. Kronen violett. Bocksbart 339. 3. Köpfe vielblütig, ziemlich grofs. Hüllblätter zahlreich, dach- ziegelartig, frei. Kronen lila -rosenrot. Schwarzwurz 339. D. Kronen gelb. Kelch nicht aus Haaren gebildet. 1. Stengel unterwärts beblättert. Hüllblätter 8 — 10, nach dem Verblühen aufrecht. Milchkraut 337. 2. Stengel blattlos. Hüllblätter 6 — 10, nach dem Verblühen aufrecht. Sengel 338. 3. Stengel blattlos. Hüllblätter 16 — 20, nach dem Verblühen zusammenneigend. Lammkraut 337. E. Kronen gelb oder orange. Kelch, wenigstens der der mittleren Blüten, aus Haaren gebildet. I. Blätter in grundständiger Rosette. a. Kelch der Randblüten einen kurzen, vielspaltigen Saum darstellend. Hüllblätter schwarz berandet. Äufsere Kronen unterseits graublau gestreift. Zinnsaat 338. b. Kelch aller Blüten aus Haaren gebildet; Haare (wenigstens zum Teil) gefiedert (mit Seitenhärchen versehen). Kopf blütler. ^ I I aa. Blütenboden mit kleinen schmalen Blättchen (Spieu- blättchen) besetzt. Früchte geschnäbelt oder die rand- ständigen schnabellos. Hüllblätter dachziegelartig. Kosten 340. bb. Blütenboden ohne Spreublättchen. Früchte kurz ge- schnäbelt. Löy^enzahn 338. c. Kelch aller Blüten avis Haaren gebildet. Haare des Kelchs einfach. aa. Stengel glänzend, röhrig, i köpfig. Früchte in einen langen Schnabel verschmälert. Schnabel am Grunde von spitzen Höckern umgeben. Kettenblume 340. bb. Stengel nicht glänzend. Früchte oben verschmälert oder geschnäbelt. Äufsere Hüllblätter kürzer, meist eine Aufsenhülle bildend. Feste 342. cc. Stengel nicht glänzend. Früchte oben abgestutzt, unten verschmälert. Äufsere Hüllblätter meist keine Aufsen- hülle bildend. Habichtskraut 344. Blätter am Stengel verteilt. a. Köpfe meist wenigblütig (5 — 15 blutig. Haare des Kelchs einfach. Früchte geschnäbelt. aa. Schnabel der Früchte am Grunde von 5 knorpeligen Schuppen umgeben. Hüllblätter mit kurzer Aufsenhülle. Krümling 340. bb. Schnabel der Früchte am Gnmde ohne .Schuppen. Hüll- blätter dachziegelartig. Salat 341. b. Köpfe vielblütig. Haare des Kelchs gefiedert (mit Seiten- härchen versehen). aa. Hüllblätter i reihig, am Grunde verwachsen, gleichlang. Früchte meist lang geschnäbelt. Bocksbart 339. bb. Hüllblätter dachziegelartig, frei. Früchte oben etwas verschmälert. Blätter ungeteilt. Schwarzwurz 339. cc. Hüllblätter dachziegelartig. Früchte sehr kurz ge- schnäbelt. Blätter ungeteilt, gezähnt. Bitterich 338. dd. Hüllblätter dachziegelartig. Früchte oben nicht ver- schmälert. Blätter meist fiederteilig. Stielsame 340. c. Köpfe vielblütig, Haare des Kelchs einfach. aa. Blätter am Rande stachelig gezähnt. Früchte stark zu- sammengedrückt. Hülle ei- oder fast kegelförmig. Sonche 342. bb. Blätter am Rande nicht stachelig. Früchte stieln;nd, oben verschmälert oder geschnäbelt. Feste 342. cc. Blätter am Rande nicht stachelig. Früchte stielrund, oben abgestutzt, unten verschmälert. Habichtskraut 344^. :2I2 Kopfblütler. II. Kronen aller Blüten rührig oder trichterig, die der Rand- blüten zuweilen fädlich. A. Blätter stachellos (zuweilen aber der Stengel mit Stacheln). Krone grünlich. Blüten i häusig. Weibliche Blüten zu 2 , in einer gemeinschaftlichen, stacheligen, zu einer Scheinfrucht auswachsenden Hülle eingeschlossen. Männliche Blüten zahlreich, in Köpfen. Staubbeutel frei. Klisse 321. B. Blätter stachelig- gezähnt oder gewimpert. Disteln und distel- artige Pflanzen. 1. Kronen blauviolett oder blau. a. Köpfe I blutig, in einen gemeinschaftlichen kugeligen Kopf zusammengestellt. Kelch krönchenartig , aus verwachsenen Borsten gebildet. Knopf würz 331. b. Köpfe vielblütig, grofs. Kelch aus Haaren gebildet. Blütenboden fleischig. Artischocke 337. 2. Krone purpurn. Kelch aus Haaren gebildet. a. Haare des Kelchs gewimpert, rötlich. Blütenboden bienen- zellig - grubig , fleischig, die Ränder der Gruben fransig- gezähnt. Distel (Onopördon) 334. b. Haare des Kelchs gefiedert (mit Seitenhärchen versehen). Blütenboden borstig, kaum fleischig. Distel (Cirsi um) 335. c. Haare des Kelchs einfach, gezähnelt. Blütenboden kaum fleischig. Blätter nicht gefleckt. Distel (Carduus) 334. d. Haare des Kelchs einfach, gezähnelt. Blütenboden flei- schig. Staubfäden verwachsen. Blätter weifsgefleckt oder marmoriert, grofs. Stechkraul 337. 3. Kronen gelb oder gelblich oder doch nicht blau oder purpurn. a. Innere Hüllblätter strahlend, gelblich oder weil's, trocken- häutig, äufsere laubartig. Haare des Kelchs gefiedert, am Gnuide zu spreuartigen Blättchen verwachsen. Eberwurz 331. b. Innere Hüllblätter in einen fiederteiligen , äufsere in einen einfachen Dorn ausgehend, breit, laubartig. Randblüten 3 spaltig, kleiner als die übrigen. Kronen gelb. Benedicte 331. c. Innere Hüllblätter lederig, spitz, äufsere laubartig, stachelig- gezähnt. Kelch ganz fehlend. Kronen gelb, zuletzt orange bis feuerrot. Saflor 331. d. Innere und äufsere Hüllblätter laubartig, bleich. Kelch aus gefiederten Haaren bestehend. Kronen bleichgelb. Distel (Cirsium) 335. C. Blätter ohne Stacheln, höchstens scharf - gesägt. Krone gelb oder orange. I. Blätter gegenständig. Kelch nicht aus Haaren gebildet. Kopfblütler. ^l'^ a. Hüllblätter 2reiliig, die äufseren abstehend. Kelch aus 2 — 4 widerhakigen Grannen bestehend. Blütenboden flach. Zweizahn 322. b. Hüllblätter i reihig, meist 5. Kelch (der inneren Blüten) aus länglichen, zerschlitzten Spreublättchen gebildet. Blüten- boden kegelfönnig. Köpfe klein. Knopfkraut 322. 2. Blätter wechselständig. Kelch nicht aus Haaren gebildet. a. Köpfe rispig oder traubig, sehr klein (kaum bis 0,5 cm breit), kugelig oder eifönnig. Blütenboden kahl oder zottig. Beifufs 324. b. Köpfe in flachen Doldentrauben, halbkugelig, klein (aber über 0,5 cm breit). Blütenboden kahl. Rain f ahn 326. c. Köpfe an den Asten des liegenden Stengels einzeln, klein. Blütenboden kahl. Laugenblume 325. d. Köpfe doldentraubig, grofs. Äufsere Hüllblätter stachelig- gezähnt. Kronen gelb, zuletzt orange bis feuerrot. Saflor 331. Vergleiche auch Canadisches Berufkraut Seite 319 und strahllose Kamille Seite 326. 3. Blätter wechselständig. Kelch aus Haaren gebildet. a. Hüllblätter mit handfönuig- geteiltem Stachel. Pflanze graufilzig. Flockenblume 331. b. Hüllblätter trockenhäutig, goldgelb, glänzend, kahl, dach- ziegelartig. Pflanze wollig-filzig. Immerschön 324. c. Hüllblätter krautartig, an der Spitze meist schwärzlich, I reihig. Pflanze kahl oder weichhaarig. Senwurz 328. d. Hüllblätter krautartig, grün, dachziegelartig, nicht wollig, aa. Alle Blüten 5 zähnig, zwitterig. Stengelblätter lineal. Aster (Aster) 317. bb. Randblüten 3 zähnig, weiblich. Scheibenblüten 5 zähnig, zwitterig. Blätter lanzettlich bis eiförmig. Alant 320. D. Blätter ohne Stacheln, höchstens scharf gesägt. Kronen nicht gelb, höchstens gelblich weifs. 1 . Stengel beblättert. Blätter gegenständig. Blätter meist 3 teüig. Köpfe 5 — 6 blutig. Hülle walzlich. Kronen rötlich. Kunigundenkrau t 316. 2. Stengel ohne Laubblätter. Kronen purpurn oder weifs. a. Stengel i köpfig. Blüten mit den Blättern erscheinend. Blacke 316. b. Stengel vielköpfig. Köpfe ti-aubig. Blüten fast 2 häusig, vor den Blättern erscheinend. Pestwurz 316. 3. Stengel beblättert. Blätter wechselständig. Köpfe klein oder sehr klein. a. Kelch nicht aus Haaren gebildet. Köpfe rispig oder traubig. Hüllblätter kahl, behaart oder filzig. Beifufs 324. i}lA Kopfblütler. b. Kelch der mittleren Blüten ans Haaren gebildet. Hüll- blätter wollig, höchstens am Rande trockenhäutig. Filzkraut 323. c. Kelch aller Blüten aus Haaren gebildet. Hüllblätter kahl, trockenhäutig, meist gefärbt, glänzend. aa. Alle Blüten eines Kopfes entweder weiblich, fädlich, oder zwitterig, 5 zähnig. Blütenboden gewölbt. Hüll- blätter weifs oder rosenrot. Katzenpfötchen 323. bb. Innere Blüten der Köpfchen zwitterig, die äufseren weiblich, fädlich, mehrreihig. Blütenboden gewölbt. Hüllblätter oft bräunlich. Ruhrkraut 323. cc. Weibliche Randblüten i reihig oder fehlend. Blüten- boden flach. Hüllblätter goldgelb. Immerschön 324. 4. Stengel beblättert. Blätter wechselständig. Köpfe grofs oder mittelgrofs. Kronen purpurn oder blau. a. Hüllblätter mit einem trockenhäutigen Anhängsel oder mit einem Stachel. Randblüten meist gröfser, trichterig. Kelch kurz oder fehlend. Flockenblume 331. b. Hüllblätter an der Spitze (zuweilen mit Ausnahme der innersten) hakenförmig gekrümmt. Randblüten nicht gröfser. Blätter ungeteilt, mehr oder weniger graufilzig. Klette 333. c. Hüllblätter nicht hakenförmig gekrümmt, ohne Anhängsel, aa. Blätter kahl. Blüten 2 häusig. Haare des Kelchs getrennt abfallend, nicht verwachsen. Scharte 333. bb. Blätter unterseits weifsfilzig. Blüten nicht 2 häusig. Haare des Kelchs am Grunde verw-achsen. Flockenwurz 333. III. Kronen der Randblüten zungenf örmig, meist einen deutlichen Strahl bildend, die der mittleren (der Scheibenblüten) röhrig. A. Strahlblüten (Zungenblüten) weifs, rot oder blau, nie gelb. 1. Blätter nach den Blüten erscheinend. Stengel ohne Laub- blätter, vielköpfig. Köpfe traubig. Blüten fast 2 häusig. Kronen purpurn oder weifs. Pestwurz 316. 2. Blätter grundständig. Stengel i köpfig. a. Kelch nicht aus Haaren gebildet. Blütenboden ohne Spreublättchen. Strahl weifs. Gänseblümchen 319. b. Kelch aus Haaren gebildet. Gebirgspflanze. Ruckel 819. 3. Blätter stengelständig. Kelch aus Haaren gebildet. a. Hüllblätter dachziegelartig. Strahlblüten i reihig, deutlich zungenf örmig, weifs, rot, blau oder lila. Aster (Aster) 317. b. Hüllblätter dachziegelartig. Strahlblüten mehrreihig, sehr schmal, fast fädlich, lila oder weifslich. Berufkraut 319. c. Hüllblätter 2- oder 3 reihig. Strahlblüten 2 reihig, weifslich. Köpfe doldentraubig, ziemlich klein. Feinstrahl 319. Kopfblütler. 315 d. Hüllblätter mehrreihig. Strahlblüten i reihig, verschieden- farbig. Köpfe einzeln, groTs. Aster (Callis tephus) 319. 4. Blätter stengelständig. Kelch nicht aus Haaren bestehend. a. Blütenboden ohne Spreublättchen. Hüllblätter mit deut- lichem Hautrand. Köpfe mittelgrofs. aa. Hüllblätter wenigreihig, ziemlich gleichlang. Blätter doppelt bis 3 fach - fiederteilig mit linealen bis fast fadenförmigen Zipfeln. Kamille 326. bb. Hüllblätter vielreihig, die äufseren kürzer. Blätter ungeteilt oder fiederteilig oder gefiedert -fiederteilig mit länglichen oder lanzettlichen Zipfeln. Rainfahn 326. b. Blütenboden mit Spreublättchen. aa. Blätter gegenständig. Köpfe sehr klein. Hüllblätter I reihig. Strahlblüten meist 5. Scheibenblüten gelb. Knopfkraut 322. bb. Blätter wechselständig. Köpfe klein. Hüllblätter dach- ziegelartig. Scheibenblüten weifslich. Garbe 325. cc. Blätter wechselständig. Köpfe mittelgrofs. Hüllblätter dachziegelartig. Scheibenblüten gelb. Hermel 325. B. Strahlblüten (Zungenblüten) gelb oder orange. Kelch, wenigstens der der mittleren Blüten, aus Haaren gebildet. 1. Hüllblätter i reihig, mit einer Aufsenhülle. Blätter nach den Blüten erscheinend. Stengel mit Schuppen besetzt, i köpfig. Randblüten weiblich, mittlere Blüten zwitterig. Lattich 316. 2. Hüllblätter i — 3 reihig. Blätter vor den Blüten erscheinend. a. Köpfe grofs, einzeln. Hüllblätter 2- oder 3 reihig. Blätter wechselständig. Gemswurz 328. b. Köpfe grofs, einzeln. Hüllblätter 2 reihig. Blätter gegen- ständig. Wohlverleih 328. c. Köpfe mittelgrofs oder klein, rispig oder doldentraubig. Hüllblätter i reihig, oft mit einer kurzen Aufsenhülle am Grunde. Blätter wechselständig. Senwurz 328. 3. Hüllblätter dachziegelartig. a. Strahlblüten meist 5—8. Staubbeutel ohne Anhängsel. Köpfe klein. Goldrute 320. b. Strahlblüten zahlreich. Staubbeutel mit Anhängseln. Haar- kelch am Grunde ohne Krönchen. Alant 320. c. Strahlblüten zahlreich. Staubbeutel mit Anhängseln. Haar- kelch von einem borstig -zerschlitzten Krönchen umgeben. Flohkraut 321. C. Strahlblüten (Zungenblüten) gelb oder orange. Kelch nicht aus Haaren bestehend. I. Köpfe sehr grofs. Stengel über i m hoch. a. Blätter gegenständig. Hülle doppelt, die äufsere aus 5 ab- :ji5 Kopfblütler. stehenden, die innere aus 12 — 16 anliegenden, am Grunde verwachsenen Hüllblättern bestehend. Kelch fehlend. Georgine 321. b. Blätter wechselständig. Hüllblätter 2 reihig, abstehend. Kelch ein kurzer gezähnter Rand. Sonne nhut 222. c. Blätter wechselständig. Hüllblätter dachziegelartig. Kelch aus 2( — 4) spreuartigen, abfälligen Blättchen bestehend. Sonnenblume 322. 2. Köpfe mittelgrofs oder klein. a. Blätter gegenständig. Hüllblätter 2 reihig, die äufseren ab- stehend. Kelch aus 2 — 4 widerhakigen Grannen bestehend. Zweizahn 322. b. Blätter wechselständig, fiederteilig. Hüllblätter dachziegel- artig. Kelch ganz fehlend. Hermel 325. c. Blätter wechselständig, ungeteilt, giob gesägt. Blütenboden ohne Spreublättchen. Hüllblätter dachziegelartig. Wucherblume 326. d. Blätter wechselständig, ungeteilt, ganzrandig oder schwach gezähnt. aa. Hüllblätter 2 reihig. Kelch fehlend. Blütenboden ohne Spreublättchen. Ringelblume 330. bb. Hüllblätter dachziegelartig, haarspitzig. Kelch krönchen- artig. Blütenboden mit Spreublättchen. Rindsauge 3 20. I. Runigundenkraut, Eupatörium. Stengel aufrecht. Blätter gegenständig, meist 3 teilig, grobgesägt, mit lanzettlichen Zipfeln. Köpfchen in dichten Doldentrauben. Kronen rosa, selten weifs. 50 — 150 cm. Ufer, Gräben, feuchte Gebüsche. Meist nicht selten. Juli, Aug. Hanfartiges K., E. cannäbinum L. 2. Blacke, Homögyne. Blätter langgestielt, nierenförmig oder herzförmig-rundlich, gezähnt, kahl^ nur unterseits auf den Ner\^en weichhaarig. Kronen rötlich oder weifs. 15 — 30 cm. Feuchte Stellen der höheren Gebirge, selten in der Ebene. Mai, Juni. Alpen-B., H. alpina Cass. 3. Lattich, Tussüägo. Stengel mit meist rötlichen Schuppenblättern besetzt. Blätter herzförmig- rundlich, eckig, ungleich -gezähnt, unterseits weifsfilzig. Krone gold- gelb. 7 — 20 cm. Weg- und Ackerränder, Ufer. Verbreitet. ISIärz, April. Huf-L., T. färfara L. 4. Pestwurz, Petasites. I. Kronen purpurn oder rötlich. Schuppenblätter und Hüllblätter pur- purn überlaufen. Blätter herzförmig-rundlich, ungleich-gezähnt, unter- Kopfblütler. 317 seits graugrün, weichhaarig, oft über 30 cm breit. 15 — 45 cm. Ufer, Gräben, feuchte Wiesen, Verbreitet. JSIärz, April. Rote P., P. officinälis Moench. 2. Kronen gelblichweifs oder hellgelb. Schuppenblätter und Hüllblätter gelblichgrün. a. Blätter rundlich-herzförmig, stachelspitzig-gezähnt, unterseits weifs- lich, düim wollig-filzig. Lappen des Grundes abgerundet. Kronen gelblichweifs. 8 — 30 cm. An Gebirgsflächen, auf feuchten Berg- wiesen in Süd- und Mitteldeutschland. April. "Weifse P., P. albus Gaertn. b. Blätter 3 eckig-herzfönnig, ungleich-gezähnt, unterseits schneeweifs- filzig. Lappen des Grundes einwärts gekrümmt, verbreitert, 2 bis 3 lappig. Kronen hellgelb. 15 — 30 cm. P'lufsufer Xorddeutsch- lands und am Seestande. April. Filzige P., P. tomentösus DC. 5. Aster, Aster. 1, Strahlblüten fehlend. Scheibenblüten goldgelb. Stengel einfach, dichtbeblättert. Blätter lineal, die oberen priemlich, sitzend. Köpfe dicht doldenrispig. Hüllblätter lineal, spitz, locker. Kronen gelb. 30 — 45 cm. Sonnige Hügel, Abhänge. Sehr zerstreut. Juli — Sept. Goldhaar, A. linösyris Bernh. 2. Strahlblüten blaulila, blau, rötlich oder weifs, nur ausnahmsweise fehlend. a. Stengel nebst den Blättern kahl, oberwärts ästig. Blätter etwas fleischig, lineal-lanzettlich, 3 nervig, ganzrandig. die grundständigen langgestielt, elliptisch bis lanzettlich, vorn breiter, etwas gesägt. Hüllblätter angedrückt, lanzettlich, stumpf, die inneren länger. Strahlblüten blaulila. 50 — 100 cm. Am Meeresstrand, auf sum- pfigen Wiesen und an Gräben und Bächen auf Salzboden. Juli bis Sept. Strand-A., A. tripölium L. b. Stengel und Blätter kahl. aa. Stengel oberwärts doldentraubig-mehrköpfig, gleichmäfsig be- blättert. Blätter ganzrandig oder schwachgezähnt, die untersten ziu- Blütezeit vertrocknet, die folgenden länglich - elliptisch, ge- stielt, die oberen länglich - lanzettlich, sitzend. Hüllblätter ab- gerundet, stumpf, die inneren an der Spitze purpurn. Strahl- blüten blauviolett. 25 — 40 cm. Sonnige Hügel, felsige Ab- hänge. Zerstreut, Aug., Sept. Virgil's-A., A. amellus L. bb. Stengel einfach, i köpf ig, oberwärts ziemlich nakt. Die unter- sten Blätter rosettig gedrängt, zur Blütezeit noch frisch, spate- lig, die oberen lineal-länglich. Hüllblätter lanzettlich, spitz ge- wimpert. Köpfe ansehnlich. Strahlblüten hell-blauviolett. 5 bis 15 cm. Felsige Bergabhänge. Selten. Juli, Aug. Alpen -A., A. alpinus L. ojg Kopfblütler. Als Zierpflanzen in Gärten und ver^vildert an Flufs- und Bachufern kommen hie und da folgende, aus Nordamerika stammende Arten vor: 1. Hüllblätter angedrückt - dachziegelartig, nur an der Spitze etwas ab- stehend. Stengelblätter am Grunde verschmälert, nicht umfassend. a. Hüllblätter fast gleich lang, die äufseren \venig kürzer als die inneren. Köpfe ziemlich grofs (12 — 14, mit dem Strahl 24 bis 26 mm Durchm.). Strahlblüten weifs oder bläulich. Äste und Ästchen des Blütenstandes doldenrispig. Blätter lanzettlich, lang zugespitzt, ganzrandig oder mit wenigen abstehenden Sägezähnen. 60 — 150 cm. Flufsufer, Ufergebüsche. Zerstreut. Wahrschein- lich einheimisch. Aug. — Okt. "Weidenblättrige A., A. salicifölius Scholl. b. Hüllblätter ungleich, die äufseren kaum halb so lang als die inneren. Äste und Ästchen des Blütenstandes nahezu dolden- traubig. aa. Blätter lineal-lanzettlich, zugespitzt, am Rande entfernt klein- gesägt. Köpfe klein (etwa 8, mit dem Strahl 13 — 14 mm im Durchm.). Strahlblüten weifs, beim Verblühen bläulich. 60 bis 150 cm. Aug. — Okt. "Weifsblütige A., A. leucänthemus Desf. bb. Blätter verlängert lanzettlich -lineal, lang zugespitzt, ganzrandig oder mit ganz einzelnen kleinen Zähnen. Köpfe klein (8 — 12, mit dem Strahl 16 — 24 mm im Durchm.). Strahlblüten röt- lich-lila, später verbleichend. 60 — 150 cm. Aug. — Okt. Kleinblütige A., A. parviflörus N. v. E. 2. Hüllblätter sehr locker, die äufseren fast vom Grunde an abstehend. Stengelblätter am Grunde deutlich umfassend. a. Stengel doldentraubig- ästig. Köpfe an den Ästen meist traubig oder doldemispig. Blätter länglich-lanzettlich bis lanzettlich, spitz, derb, die unteren angedrückt - klein - gesägt, die oberen ganzrandig. 60—150 cm. Sept., Okt. JS"eubelgisclie A., A. Novi-Belgii L. b. Stengel traubig - ästig. Köpfe meist einzeln an den Spitzen der Äste, ziemlich grofs (etwa 3 cm im Durchm.). Strahlblüten blafs- blau (getrocknet himmelblau). Blätter längHch- lanzettlich, zuge- spitzt, in der Mitte angedrückt-gesägt. 60 — 120 cm. Okt., Nov. Winter -A., A. brumälis X. v. E. c. Stengel lockerrispig- oder doldenrispig -ästig, kahl. Äste I köpfig oder mit i — 3 blättrigen, i köpfigen Ästchen. Blätter derb, glatt, nur oberseits am Rande rauh, sparsam, klein -gesägt, lanzettlich, die der Ästchen sehr klein. Hüllblätter dicht dachziegelartig, die äufseren kaum ^L^ mal so lang als die inneren, die mittleren 3 eckig zugespitzt, mit grünen Mittelstreifen. Strahlblüten blau. 60 bis 120 cm. Sept., Okt. Glatte A., A. laevis L. Kopfblütler. 3IQ 6, Aster, Callistephus. Untere Blätter gestielt, spateiförmig, grobgezähnt oder gesägt, mittlere sitzend, länglich-rhombisch, etwas gezähnt, obere ganzrandig. Köpfe grofs, einzeln. Strahlblüten blau, lila, weifs etc. 20 — 50 cm. Be- kannte Zierpflanze ans China. (Aster Chinensis L.) Aug. — Okt. Garten -A., C. Chinensis Nees. 7. Feiiistrahl, Stenäctis. Stengel einfach, nebst den Blättern zerstreut behaart. Untere Blätter lang gestielt, verkehrt-eiförmig-länglich, in den Blattstiel verschmälert, gesägt, obere länglich bis lanzettlich, oft ganzrandig. Köpfe dolden- rispig. Hüllblätter rauhhaarig. Strahlblüten weifs, oft bläulich. 50 bis 100 cm. Früher Zierpflanze, jetzt vielfach verwildert und ein- gebürgert. Aus Nordamerika. Juni — Sept. Einjähriger F., St. ännua X, v. E. 8. Berufkraut, Erigeron. 1. Köpfe sehr klein (4 — 5 mm lang), sehr zahlreich, in länglicher Rispe. Äste und Astchen traubig. Strahlblüten weifslich, kaum länger als die Hülle. Hüllblätter locker, breit häutig berandet, fast kahl. Blätter lineal-lanzettlich, gewimpert, die unteren entfernt-gesägt. 30 bis 100 cm. Wegränder, Ufer, Acker. Meist gemein. Stammt aus Nordamerika.*) Juli — Okt. Kanadisches B., E. Canadensis L. 2. Köpfe mittelgrofs, traubig oder doldenrispig. Aste meist i köpfig. Strahlblüten rötlich oder bläulich, fast doppelt so lang als die Hülle. Hüllblätter angedrückt, die äufseren ganz krautig, behaart. Blätter länglich bis lineal- länglich, ganzrandig. Kelch weifs oder rötlich. 10 — 30 cm. Hügel, Triften, Weg- und Ackerränder. Verbreitet. Juni — Sept. Raulies B., E. acer L. 9. Ruckel, Bellidiästnmi. Blätter grundständig, länglich -verkehrt -eiförmig, stumpf, grob -gekerbt, weichhaarig. Strahlblüten weifs, zuweilen rötlich oder violett über- laufen. 8 — 20 cm. Grasige, feuchte Abhänge der Alpen und Vor- alpen. Juni, Juli. Stern -R., B. Michelii Cass. 10. Gänseblümchen, Maafsliebehen, Bellis. Blätter grundständig, spateiförmig oder verkehrt-eiförmig, gekerbt. Hüll- blätter vorn gewimpert, stumpf. Strahlblüten weifs, unterseits oft rot. 2 — 15 cm. Grasplätze, Wiesen, Triften. Meist gemein. In Gärten mit gefüllten Blüten (Tausendschönchen). Fast das ganze Jahr. Ausdauerndes Gr., B. perennis L. *) Die ersten Samen sollen um die Mitte des 1 7 . Jahrhunderts in einem A'ogelbalge aus Kanada nach Europa gekommen sein; 1655 wurde die Pflanze auf Feldern um Paris schon in Menge gefunden; jetzt ist die- selbe als eines der gemeinsten Unkräuter über ganz Europa verbreitet.. ■J20 Kopfblütler. II. Goldrute, Solidago. 1. Köpfe in aufrechten, allseitswendigen Trauben, Untere Blätter elliptisch, mit geflügeltem Stiel, obere lanzettlich, fast sitzend. Strahl- blüten verlängert, goldgelb. 30 — 100 cm. Trockene Wälder, Ge- büsche, Hügel. Häufig. Juli — Sept. Wilde Gr., S. virga aürea L. 2. Köpfe in rispig -gehäuften, einseitswendigen Trauben, klein. Blätter länglich - lanzettlich bis lanzettlich, zugespitzt, scharf gesägt. Strahl- blüten sehr kurz, etwa so lang als die Scheibenblüten. 50 — 150 cm. Häufige Zierpflanze aus Nordamerika. Avig. — Okt. Kanadische Gr., S. Canadensis L. 12. Rindsaug'e, Buphthalmum. Blätter weichhaarig, lanzettlich, schwach -gezähnt, untere stumpf, in den Blattstiel verschmälert, obere sitzend, spitz. Hüllblätter lanzettlich, haarspitzig. Kronen gelb. 30 — 60 cm. Trockene Gebirgstriften und Gebüsche, besonders auf Kalk, in Süddeutschland. Juli— Sept. Weidenblättriges R., B. salicifölium L. 13. Alant, Inula. A. Strahlblüten rötlich, fast röhrig, 3 spaltig, so lang als die Hülle. Hüllblätter an der Spitze abstehend. Stengel dünnfilzig. Blätter eiförmig bis lanzettlich, unterseits filzig, obere mit verschmälertem Grunde sitzend. Köpfe klein, doldentraubig. Scheibenblüten hell- bräunlich. 50 — 80 cm. Sonnige Hügel, Abhänge, Gebüsche. Zer- streut. Juli — Okt. Sparriger A., Dürrwurz, I. conyza DC. B. Strahlblüten zungenförmig, hochgelb. 1. Innere Hüllblätter an der Spitze breiter, lineal- spatelig, äufsere eiförmig, laubartig. Blätter grofs, ungleich -gezähnt, unterseits filzig, die stengelständigen herz - eif önnig, stengelumfassend. Kronen hochgelb, i — 1.5 m. Feuchte AViesen, Ufer, besonders in Nord- deutschland. In Dorfgärten auch gebaut und verwildert. Juli, Aug. Echter A., I. helenium L. 2. Hüllblätter lineal - lanzettlich, innere spitz. a. Stengel und Blätter kahl oder fast kahl. Obere Blätter am Gnmde herzförmig -stengelumfassend, spitz. Äufsere Hüll- blätter kürzer als die inneren, an der Spitze abstehend. 30 bis 60 cm. Fruchtbare Wiesen, Waldränder. Zerstreut. Juli, Aug. Weiden -A., I. salicina L. b. Stengel und Blätter behaart. aa. Strahlblüten kaimi länger als die Scheibenblüten. Köpfe klein, zahlreich, gedrängt - doldentraubig. Blätter länglich, am Gnmde etwas herzförmig. 30 — 60 cm. Sonnige Hügel, Gebüsche. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Deutscher A., I. Germanica L. Kopfblütler, ^2 1 bb. StraMblüten viel länger als die Scheibenblüten. Köpfe mittelgrofs, meist einzeln. Blätter eiförmig -lanzettlich, die oberen mit verschmälertem Grunde sitzend. Früchte kahl. 15 — 45 cm. Sonnige Hügel und Gebüsche. Zerstreut. Juni, Juli. Raiiher A., I. hirta L. cc. Strahlblüten viel länger als die Scheibenblüten. Köpfe ziemlich grofs. Blätter länglich - lanzettlich, die oberen mit herzförmigem Grunde stengelumfassend. Früchte behaart. 15 — 60 cm. Feuchte Wiesen, Gräben, Gebüsche. Häufig. Juli — Sept. Wiesen -A., I. Britannica L. 14. Flohkraut, Pulicäria. Köpfe klein. Strahlblüten aufrecht, kaum länger als die Hülle. Untere Blätter kurzgestielt, obere mit abgerundetem Gnmde sitzend. Kronen dottergelb. 10 — 30 cm. Dorfplätze, Triften, Ufer. Meist häufig. Juli — Sept. Kleines F., P. vulgaris Gaertn. Köpfe mittelgrofs. Strahlblüten ausgebreitet, viel länger als die Hülle. Blätter mit herzförmigem Grunde stengelumfassend, unterseits grau- filzig. Kronen dottergelb. 30 — 60 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Gräben. Zerstreut. Aug., Sept. Grofses F., P. dysenterica Gaertn. 15. Georgine, Dählia. Stengel unbereift. Blätter meist 5 zählig -gefiedert, mit eiförmigen, zugespitzten, gesägten Blättchen. Randblüten mit (fruchtbaren und unfruchtbaren) Stempeln. Wurzelstock mit länglichen Knollen. Strahl- blüten weifs, rosa, purpurn, rot, violett, seltener hellgelb, an den so- genamiten gefüllten Blüten meist unfruchtbar. 100 — 180 cm. Zier- pflanze aus Mexiko. Aug. — Okt. Verschiedenfarbige G., D. variabilis Desf. Stengel bereift. Blätter etwas blaugrün. Köpfe kleiner. Randblüten ohne Stempel. Sonst wie vorige Art. Strahlblüten scharlachrot, orange oder gelb. 100 — 150 cm. Zierpflanze aus Mexiko, Aug. bis Okt. Scharlachrote G., D. coccinea Cav. 16. Rlisse, Spitzklette, Xanthium. Stengel am Grunde der Blattstiele mit l oder 2 starken , 3 teiligen, gelben Stacheln. Blätter am Grunde keilförmig, meist 3 lappig, mit verlängertem Mittellappen, unterseits weifsfilzig. Früchte zwischen den Stacheln kurzhaarig, mit aufrechten, geraden Schnäbeln. Kronen grünlich. 30 — 100 cm. Auf Schutt, an Wegrändern verwildert, oft unbeständig. Stammt aus Süd- und Südosteuropa. Aug., Sept. Stachelige K., X. spinösum L. Stengel ohne Stacheln. a. Pflanze graugrün. Blätter am Grunde herzförmig, unterseits blässer. Früchte zwischen den Stacheln kurzhaarig, grün, mit ge- Schmidlin-Wünsche, Anleitung. 4. Auflage. 2 1 ^22 Kopfblütler. raden, abstehenden oder zusammenneigenden Schnäbeln. Kronen grünlich. 30 — 120 cm. Dorfstrafsen , Schutt, Wegränder, Ufer. Zerstreut. Juli — Okt. Kropf- K., X. strumärium L. b. Pflanze gelbgrün. Blätter am Grunde gestutzt oder keilförmig. Früchte zwischen den bräunlichen Stacheln steifhaarig, braun, mit gekrümmten, abstehenden Schnäbeln, Kronen grünlich. 30 — 100 cm. Ufer, Wegränder. Stellenweise häufig. Aug., Sept. Haken- K., X. Italicum Mor. 17. Sonnenhut, Rudbeckia. Untere Blätter 5 — 7 zählig -gefiedert, mit eingeschnittenen Blätlchen, obere 3 — 5 spaltig oder -teilig. oberste eiförmig. Köpfe einzeln, grofs, Strahlblüten dottergelb, herabhängend, Scheibenblüten bräunlich. I — 2 m. Zierpflanze aus Nordamerika. An Flufsufern nicht selten verwildert. Juli — Aug. Schlitzblättrige R., R. laciniata L. 18. Sonnenblume, Heliänthus. 1. Blätter sämtlich herz - eifönuig. Köpfe sehr grofs (bis 30 cm breit), nickend. Strahlblüten hochgelb; Scheibenblüten braun. i — 2 m. Bekannte Zierpflanze aus Amerika. Zuweilen venvildert. Juli — Okt. Einjährige S., H. ännuus L. 2. Untere Blätter herz - eiförmig, obere eiförmig. Köpfe mittelgrofs, auf- recht. Kronen dottergelb. ]SIit länglichen Knollen. 1,2 — 2 m. Ge- baut und verwildert. Nordamerika. Aug. — Okt. Ausdauernde S., Tobinambur, H. tuberösus L. 19. Zweizahn, Bidens. 1. Blätter dunkelgrün, gestielt, meist 3( — 5) teilig, seltener ungeteilt. Köpfe aufrecht, meist ohne Strahlblüten. Früchte mit 2 Grannen. Kronen gelbbraun. 15 — 100 cm. Gräben, Sumpfränder, feuchte Wiesen. Häufig. Juli — Okt. Dreiteiliger Z., B. tripartitus L. 2. Blätter gelbgrün, sitzend, am Gnmde etwas verwachsen, lanzettlich. Köpfe nickend, mit oder ohne Strahlblüten. Früchte mit 3 bis 4 Grannen. Kronen dottergelb. 15 — 100 cm. Gräben, Sümpfe, Teichränder, überschwemmt gewesene Stellen. Ziemlich häufig. Aug.-Okt. Nickender Z., B. cemuus L. 20. Knopfkraut, Galinsoga. Stengel sehr ästig. Blätter gegenständig, kurzgestielt, herz - eiförmig, ge- zähnelt. Köpfe klein. Strahlblüten meist 5, weifs, zuweilen fehlend. 30 — 45 cm. Auf Äckern, Gartenland, an Zäunen, Wegen verwildert. Im westlichen Südamerika einheimisch. Juni — Sept. Kleinblütiges K., G. parviflöra Cav. Kopfblütler. 323 21. Filzkraut, Schimmelkraut, Filägo. 1. Hüllblätter begrannt, bei der Fruchtreife nicht ausgebreitet, länglich- lanzettlich, gekielt, an der Spitze gelb oder bräunlich, die Granne meist rot. Köpfe zu je 20 — 30 in end- und gabelständigen Knäueln. Stengel unregebnäfsig- gabelästig. Kronen gelblichweifs. Pflanze grünlichgelb- oder graulich -wollig -filzig. 15 — 30 cm. Acker, Hügel, Abhänge. Zerstreut. Juli— Sept. Deutsches F., F. Germanica L. 2. Hüllblätter stumpf, bei der Fruchtreife sternförmig -ausgebreitet. Köpfchen zu 2 — 7 geknäuelt. a. Pflanze dicht - weifswollig. Stengel meist traubig- oder rispig- ästig, mit fast einfachen, aufrechten Ästen. Köpfchenknäuel nicht von Blättern überragt. Hüllblätter nicht gekielt. Kronen gelblich- weifs. 15 — 30 cm. Äcker, Triften. Häufig. Juli — Sept. Acker -F., F. arvensis L. b. Pflanze graufilzig. Stengel rispig -ästig, mit gabelspaltigen Ästen. Köpfchenknäuel von Blättern überragt. Hüllblätter gekielt. Kronen gelblichweifs. 3 — 15 cm. Äcker, Triften, Waldschläge. Zer- streut. Juli — Sept. (F. montana Rchb.) Zwerg-F., F. minima Fr. 22. Katzenpfötelien^ Antennäria. 1. ISIit wurzelnden Ausläufern. Stengel einfach. Gnmdblätter spatei- förmig. Stengelblätter lineal- lanzettlich. Hüllblätter der männlichen Blüten meist weifs, die der weiblichen meist rosa. Kronen weifs oder rötlich. 7 — 20 cm. Hügel, trockene Wälder, Wiesen. Häufig. Mai, Juni. (Gnaphälium dioecum L.) Zw^eihäiisiges K., A. dioeca Gaertn. 2. Ohne Ausläufer. Stengel oberwärts ästig -dolden traubig. Blätter lineal, lang zugespitzt. Hüllblätter schneeweifs. Kronen weifs. 40 — 60 cm. Nicht selten angepflanzt und verwildert. Aus Nord- amerika. Juli, Aug. (Gnaphälium margaritäceum L.) Perlblütiges K., A. margaritäcea Rafin. 23. Rulirkraut, Gnaphälium. I. Köpfe knäuelartig gehäuft. a. Stengel vom Grunde an ausgebreitet -ästig. Blätter lineal - länglich, am Grunde verschmälert. Köpfchenknäuel beblättert. Hüllblätter gelblich oder bräunlich. Kronen gelblichweifs. 5 — 20 cm. Feuchte Äcker, Ufer, ausgetrocknete Gärten und Sümpfe. Gemein. Juli — Okt. Sumpf -R., Gn. uliginösum E. b. Stengel meist einfach, seltener mit aufsteigenden Ästen. Blätter halbstengelumfassend , die unteren länglich, die oberen lineal- länglich. Köpfchenknäuel blattlos. Hüllblätter gelblichweifs. Kronen gelblichweifs. 15 — 30 cm. Sandiger, feuchter Boden, Triften, Teichränder. Zerstreut. Juli, Aug. Gelblich-weifses R., Gn. lüteo-album L. 21* ^24 Kopfblütler. 2, Köpfe im oberen Teile des Stengels ährenförmig oder traubig an- geordnet. Stengel aufrecht, einfach, weifsfilzig. Blätter alle gleich- lang oder obere allmählich kleiner, meist i nervig, oberseits kahl werdend. Köpfchen meist zahlreich, in verlängerter, meist ästiger Ähre, Kronen gelblichweifs. 20 — 45 cm. Trockene Wälder, Ge- büsche, Hügel. Häufig. Juli — Sept. Wald-R., Gn. silväticum L. 24. Immerschön, Helichrysum. Stengel nebst den Blättern wollig -filzig. Untere Blätter länglich - ver- kehrt-eiförmig, obere lineal - lanzettlich. Köpfe dicht -doldentraubig. Hüllblätter citrongelb, seltener orange. Kronen orange. 10 — 30 cm. Trockene Wälder, Hügel, Wegränder. Verbreitet. Juli, Aug. Sand-J., H. arenarium DC. 25. Beifufs, Artemisia. A. Blätter ungeteilt, höchstens die untersten 3 spaltig. Blätter lanzettlich bis lineal - lanzettlich , stachelspitzig, nebst aem Stengel kahl. Köpfchen sehr klein, fast kugelig, aufrecht. Hüllblätter kahl. Kronen weifslich. 60 — 120 cm. In Gemüsegärten angebaut. Aus Südrufsland. Aug., Sept. Estragon, A. dracünculus L. B. Blätter, wenigstens die unteren und mittleren, geteilt oder zu- sammengesetzt. 1, Blätter (wie die Stengel) beiderseits weifs- oder graufilzig, 2 — 3 fach - fiederteilig. Hüllblätter filzig. a. Blätter seidenartig weilsgrau- filzig, mit lanzettlichen, stumpfen Zipfeln. Randblüten weiblich, Kronen hellgelb. 60 — 120 cm. Sonnige Felsen, Mauern in Süddeutschland, anderwärts an- gebaut und verwildert. Juli — Sept. Wermut -B,, Wermut, A. absinthium L, b. Blätter schneeweifs - filzig , mit kurzen, stumpfen, lineal- fädlichen Zipfeln. Blüten alle zwitterig. Kronen gelb. 15 bis 60 cm. Wiesen, Sandplätze am Meeresstrande und auf salz- haltigem Boden. Sept., Okt. Strand -B., A. maritima L. 2. Blätter kahl oder doch später kahl. Hüllblätter kahl. Stengel meist rot. a. Kronen goldgelb. Blütenboden behaart. Köpfe etwas grofs. Blätter kahl, alle mit linealen, spitzen Zipfeln. 8 — 45 cm. Salzhaltige Triften und Wegränder. Selten. Sept., Okt. Felsen -B., A. rupestris L. b. Kronen rotbraun. Köpfe klein, eiförmig. Blütenboden kahl. Blätter anfangs seidenhaarig- filzig, später kahl, 30 — 60 cm. Trockene Hügel, Äcker, Wegränder. ISIeist häufig. Aug. bis Okt. Feld-B., A. campestris L. Kopfblütler. 3-25 3. Blätter, Avenigstens uaterseits, behaart oder filzig. Hüllblätter behaart oder filzig. a. Blätter iinterseits grau behaart, am Gninde des Blattstiels nicht geöhrt, untere doppelt -gefiedert, mit schmal -linealen Zipfeln , obere und blütenständige 3 teilig oder ungeteilt, lineal. Köpfe fast kugelig. Kronen gelb. 60 — 140 cm. In Gärten gebaut und verwildert. Südeuropa. Sept., Okt. Eberreis -B., Gartheil, A. abrotänum L. b. Blätter unterseits glanzlos -weifsfilzig, am Grunde des Blatt- stiels geöhrt, doppelt -fiederteilig, oberseits graugrün. Köpfe kugelig. Kronen gelb. 45 — 100 cm. Steinige Hügel, Ab- hänge, Wegränder in Süd- und Mitteldeutschland. Sept., Okt. Römischer B., A. Pöntira L. c. Blätter unterseits weifsfilzig, am Grunde des Blattstiels geöhrt^ fiederteilig, mit lanzettlichen Zipfeln, oberseits grün, kahl, am Rande zurückgerollt. Köpfe länglich -eiförmig, aufrecht. Kronen gelb oder rotbraun. Stengel meist rot. 60 — 120 cm. Hecken, Mauern, Gebüschränder. Gemein. Juli — Sept. Echter B., A. vulgaris L. 26. Laugenblume, Cötula, Stengel liegend, mit iköpfigen Ästen. Blätter lineal -lanzettlich, fieder- spaltig -gezähnt, seltener ganzrandig, kahl, stengelumfassend. Kronen gelb. 7 — 15 cm. Wege, Gräben längs der Seeküste von Ostfriesland bis Holstein. Juli, Aug. KJrallen-L., C. coronopifölia L. 27. Garbe, Achillea. 1. Blätter ungeteilt, lineal - lanzettlich, scharf- gesägt, sitzend, nebst dem Stengel kahl. Strahlblüten etwa 10, so lang als die Hülle, weifs; Scheibenblüten gelblichweifs. 30 — 80 cm. Wiesen, Gräben, feuchte Gebüsche. Häufig, Juli, Aug. Sumpl-Gr., A. ptärmica L. 2. Blätter 2 — 3 fach - fiederteilig, im Umrifs fast lineal, mit meist linealen, stachelspitzigen Zipfeln, nebst dem Stengel mehr oder weniger be- haart bis wollig -zottig. Strahlblüten weifs oder rosa. 10 — 40 cm. Wiesen, Triften, Raine, Wegränder. Gemein. Juni — Herbst. Schaf- G., A. millefölium L. 28. Herinel, Anthemis. I, Strahlblüten gelb oder weifs. Blütenboden gewölbt oder halbkugelige Spreublättchen in eine Stachelspitze verschmälert. a. Strahlblüten gelb. Spreublättchen schmal -rautenförmig, in eine Stachelspitze verschmälert. Blätter meist doppelt -fiederteilig, mit sparsam - gesägten Zipfeln. 30 — 60 cm. Weg- und Ackerränder, Mauern. Stellenweise. Juni — Sept. Färbe -H., A. tinctöria L, ^26 Kopfblütler. b, Strahlblüten weifs. Spreublättchen länglich, plötzlich in eine lange Stachelspitze zugespitzt. Blätter doppelt - fiederteilig , mit ganz- randigen Zipfeln. 30 — 50 cm. Unter der Saat in Böhmen, Öster- reich, Bayern. Juli— Sept. Österreichische H„ A. Austriaca Jacq. 2. Strahlblüten weifs. Blütenbuden bei der Fruchtreife verlängert, walz- lich oder kegelförmig, innen markig. a. Spreublättchen stumpf oder zerschlitzt. Köpfe ziemlich lang- gestielt. Blätter mit linealen , ungeteilten oder 2 — 3 spaltigen Zipfeln. 15 — 30 cm. Angebaut und verwildert. Stammt aus Frankreich und England. Juni — Aug. Edel-H., A. nöbilis L. b. Spreublättchen spitz, ganzrandig. aa. Spreublättchen lanzettlich, mit deutlichem Mittelnerv. Hüll- blätter zuletzt an der Spitze zurückgeschlagen. Köpfe mäfsig langgestielt. Blätter mit ganzrandigen oder gezähnten Zipfeln. 15 — 50 cm. Äcker, Wegränder. Gemein. Juni — Sept. Acker -H., A. arvensis L. bb. Spreublättchen lineal - pfriemlich , nervenlos. Hüllblätter stets aufrecht. Köpfe kurzgestielt. Blätter mit linealen, ungeteilten oder 2 — 3 spaltigen Zipfeln. 30 — 50 cm. Zäune, Wege, Schutt. Verbreitet. Juni — Okt. Hunds -H., A. cötula L. 29. Kamille, Matricäria. 1. Blütenboden lang kegelförmig, hohl. a. Blätter doppelt -fiederteilig, mit schmal - linealen, flachen, entfernten Zipfeln. Köpfe ziemlich langgestielt. Zunge der Strahlblüten länger als die Hülle. Scheibenblüten 5 zähnig. 20 — 40 cm. Äcker, Wegränder. Stellenweise häufig. Alai — Aug. (Chrysanthemum chamomilla Bemh.) Echte K., M. chamomilla L. b. Blätter doppelt- bis 3 fach fiederteilig, mit lineal - lanzettlichen bis linealen, genäherten Zipfeln. Köpfe kurzgestielt, ohne Strahlblüten. Scheibenblüten 4 zähnig. 5 — 30 cm. Verwildert und eingebürgert. In Ostasien und im westlichen Nordamerika einheimisch. Juni bis Aug. (Chrysanthemum suaveolens Aschrs.) Strahllose K., M. discoidea DC. 2. Blütenboden kurz kegelförmig, markig. Blätter doppelt -fiederteilig, mit fast fadenförmigen, unterseits gefurchten Zipfeln. Strahlblüten länger als die Hülle. Frucht querrunzelig, mit 3 kantigen Längs- rippen, oben mit zwei vertieften Harzpunkten. Kelchsaum krönchen- artig. 15 — 45 cm. Äcker, AVegränder, Gemein. Juni — Herbst. (Chrysanthemum inodorum L.) Geruchlose K., M. inodöra L. 30. Wucherblume, Rainfahn, Chrysanthemum. I. Köpfe am Stengel und an den Ästen einzeln. Wucherblume, a. Strahlblüten dottergelb. Früchte der Strahlblüten anders ge- staltet als die der Scheibenblüten. Blätter länglich -verkehrt- Kopfblütler. -227 eiförmig bis lanzettlich, die unteren stielartig verschmälert, oft fast fiederspaltig, mit gesägten Zipfeln, die oberen grob gesägt, vorn breiter, oft 3 spaltig, mit herzförmigem Gmnde stengelumfassend. 20 — 60 cm. Unter der Saat. Juni — Aug. Saat -W., Ch. segetum L. b. Strahlblüten weifs, selten fehlend. Früchte alle gleichgestaltet, die der Strahlblüten meist ohne Kelchsaum. Untere Blätter langgestielt, verkehrt-eiförmig-spatelig, meist gekerbt, obere sitzend, länglich- keilförmig bis lanzettlich, meist entfernt - grobgesägt, am Grunde oft fiederspaltig. Stengel i köpfig oder mit wenigen i köpfigen Ästen. 30 — 60 cm. Wiesen, lichte Wälder. Gemein. Juni bis Herbst. (Leucänthemum vulgäre Lmk.) Wiesen-W., Ch. leucänthemum L. Köpfe doldentraubig angeordnet. Tanacetum Schultz bip. Rainfahn. a. Strahlblüten (meist) fehlend. aa. Blätter fiederteilig, mit lanzettlichen, an den unteren Blättern fiederteiligen, an den oberen eingeschnitten -gesägten Zipfeln, fiederteiligen , an den oberen eingeschnitten -gesägten Zipfeln. Köpfe in dichter Doldentraube. Kronen gelb. 60 — 120 cm. Raine, Wiesen und Waldränder, Ufer. Häufig. Juli — Sept. (T. vulgare L.) Wilder R., Ch. vulgare Beruh. bb. Blätter ungeteilt, elliptisch oder länglich, kerbig- gesägt, obere meist geöhrt. Köpfe in lockerer Doldentraube. Kronen gelb. 60 — 120 cm. Besonders in Dorfgärten und auf Kirchhöfen angepflanzt. Stammt aus Südeuropa. Aug. — Okt. (T. balsa- mita L.) Wohlriechender R., Balsamkraut, Ch. majus Aschers. Vergl. auch Matricäria discoidea DC. b. Strahlblüten vorhanden, weifs. Blätter fiederteilig bis gefiedert- fiederteilig. aa. Strahlblüten lineal- länglich. Frucht 5 kantig, kaum harzig punktiert. Blätter etwas derb, im Umrifs länglich, die unteren langgestielt, am Grunde gefiedert, an der Spitze fiederteilig, die mittleren sitzend, fiederteilig, mit gesägter Spindel, alle mit länglichen bis lanzettlichen, spitzen Zipfeln und lanzett- lichen, scharfgesägten Zipfelchen. 50 — 100 cm. Sonnige Hügel, Gebüsche, Felsen in Süd- und Mitteldeutschland. Juni bis Aug. (T. corymbosum Schultz bip.) Traubiger R., Ch. corymbosum L. bb. Strahlblüten kurz, verkehrt - eiförmig. Von widerlichem Ge- ruch. Frucht 10 kantig, harzig punktiert. Blätter zart, im Umrifs eiförmig, alle gestielt, fiederteilig, mit länglichen oder länglich - eiförmigen , stumpflichen, fiederspaltigen Zipfeln und länglichen, oft eingeschnitten - gesägten Zipfelchen und nicht gesägter Spindel. 30 — 60 cm. Auf Schutt, an Wegrändern, Zäunen verwildert, in Dorfgärten und auf Kirchhöfen be- •228 Kopfblütler. sonders mit gefüllten Blüten angepflanzt. Aus Südeuropa. Juni — Aug. (T. parthenium Schultz bip.) Mägde -R., Ch. parthenium Bernh. 31. Gemswurz, Dorönicum. Wurzelstock am Grunde des Stengels knollig angeschwollen, Ausläufer treibend. Grundständige Blätter gestielt, tief - herzförmig, mittlere mit geöhrtem Grunde sitzend, obere herzförmig -stengelumfassend. Köpfe grofs. Kronen goldgelb. 50 — 100 cm. Gebirgswälder in Süd- und Westdeutschland. Früher auch beliebte Zierpflanze. Juni. Kraft -G-, G. pardalianches L. 32. Wohlverleih, Arnica. Stengel einfach, i( — 3)köpfig. Blätter gegenständig, die grundständigen verkehrt -eiförmig, die stengelständigen länglich bis lanzettlich. Köpfe grofs. Kronen orange. 20 — 50 cm. Waldwiesen, Triften, besonders in Gebirgsgegenden. Meist häufig. Juni, Juli. Berg-W., A. montäna L. 33. Senwurz, Kreuzkraut, Senecio. I. Köpfe ohne Aufsenhülle. Hüllblätter an der Spitze nicht oder kaum gekerbt. A. Stengel meist ästig, klebrig -zottig, dick, hohl. Blätter lanzett- lich, halbstengelumfassend, die unteren buchtig -gezähnt. Köpfe gedrängt. Hüllblätter spitz. Früchte kahl. Kronen goldgelb. 30 — 60 cm. Sümpfe, Torfstiche in Nord- und Westdeutschland. Mai — ^Juli. Sumpf- S., S. palüster DC. B. Stengel einfach, spinnwebig -wollig oder fast kahl. 1. Untere Blätter am Grunde herzförmig. Früchtchen kahl. Blätter eiförmig oder eiförmig- länglich, am Blattstiel flügelig herablaufend, die oberen länglich, sitzend, halbstengelumfassend, alle grob - gezähnt, zuweilen nebst den Blattstielen wellig- kraus. Kronen dottergelb. 30 — 100 cm. AValdwiesen, Torf- stiche, quellige Orte der Gebirgsgegenden. Mai, Juni. Krause S., S. crispätus DC. 2. Untere Blätter am Grunde nicht herzförmig. Früchtchen kurz- haarig. a. Blätter oberseits spinnwebig, unterseits dicht weifswollig, die untersten eiförmig, am Gninde fast abgestuzt, die folgenden länglich-fürmig, in den breiten Stiel verschmälert, die oberen sitzend, halbstengelumfassend. Hülle wollig. Kronen hell- gelb. 50 — 100 cm. Bergwälder. Zerstreut. Mai, Juni. Spatel -S., S. spathulifölius DC. b. Blätter sparsam spinnwebig- wollig, die untersten rundlich oder eiförmig, kurzgestielt, die folgenden länglich, mit ver- Kopfblütler. ^2Q schmälertem Grunde sitzend. Hülle fast kahl. Kronen hellgelb. 7 — 20 cm. Sonnige Hügel, gern auf Kalk. Selten. Mai, Juni. Feld-S., S. campester DC. II. Köpfe mit Aufsenhülle. Hüllblätter an der Spitze gefleckt. A. Blätter ungeteilt. Früchte kahl. 1. Blätter verlängert -lanzettlich , mit breitem Grunde sitzend. Strahlblüten etwa 12. Blätter unterseits spinnwebig - filzig bis kahl. Aufsenhülle etwa 10 blättrig. Hülle glockig - halb- kugelig, 18 — 20 blättrig. Stengel am Grunde oft rot. 60 bis 180 cm. Sumpfige Wiesen, feuchte Gebüsche, Ufer. Zerstreut. Juni — Aug. Sumpf -S., S. paludösus L. 2. Blätter elliptisch- oder länglich - lanzettlich, in den Blattstiel verschmälert. Strahlblüten 4—8. Aufsenhüllblätter 3 — 5. a. Strahlblüten 6 — 8. Hülle walzenförmig -glockig, 10 bis 12 blättrig. Blätter mit vorwärts gerichteten Zahnspitzen, untere in den geflügelten Blattstiel verschmälert, obere mit breitem Grunde sitzend. 80 — 150 cm. An Flufsufern zwischen Weidengebüsch. Zerstreut. Aug., Sept. Türken -S., S. Saracenicus L. b. Strahlblüten meist 5. Hülle glockig, 10 — 20 blättrig. Blätter unterseits kurzhaarig, in einen breit -geflügelten, am Grunde ohrförmig verbreiterten Stiel verschmälert, halb-stengelum- fassend. 60 — 120 cm. Bergwälder, Gebirgswiesen in Mittel- und Süddeutschland. Juli, Aug. Hain-S., S. nemorensis L. c. Strahlblüten meist 5. Hülle walzenförmig (fast doppelt so lang als breit), meist 8 blättrig. Blätter kahl oder ziemlich kahl, in einen schmalgeflügelten , am Grunde kaum ver- breiterten Blattstiel verschmälert. Stengel oft rot. 80 — 150 cm. Schattige Laubwälder. Zerstreut, in Norddeutschland sehr selten. Juli — Sept. Weiden -S., S. Füchsii Gmel. B. Blätter buchtig - fiederspaltig bis fiederteilig. 1. Strahlblüten fehlend. Aufsenhüllblätter sehr kurz, etwa zur Hälfte schwarz. Blätter meist kahl, buchtig -fiederspaltig, mit (nach dem Grande) allmählich abnehmenden Zipfeln. 10 — 30 cm. Äcker, Gartenland, Wegränder. Gemein. Blüht fast das ganze Jahr. Kreuz -S., S. vulgaris L. 2. Strahlblüten kurz, schmal, meist zurückgerollt. a. Pflanze drüsenhaarig - klebrig. Aufsenhüllblätter locker, halb so lang als die Hülle, an der Spitze schwärzlich. Früchte zuletzt kahl. 15 — 50 cm. Waldschläge, Schutt, Sand- plätze. Häufig. Juni — Okt. Klebrige S., S. viscösus L. b. Pflanze spinnwebig - weichhaarig , drüsenlos. Aufsenhüll- blätter angedrückt, etwa ^/^mal so lang, meist nicht T^o Kopfblütler. schwärzlich. Früchte angedrückt - kurzhaarig. 15 — 80 cm. Waldschläge, Sandfelder, Wegränder. Häufig. Juni — Aug. Wald-S., S. silväticus L. 3, Strahlblätter flach ausgebreitet, abstehend. a. Aufsenliüllblüten 6 — 12, ^/^mal so lang als die Hülle, fast bis zur Hälfte schwarz. Früchte kurzhaarig. Hüllblätter lanzettlich, spitz. Blätter buchtig -fiederteilig, ungleich- gezähnt, kraus. Pflanze spinnwebig - wollig. 15 — 45 cm. Seltener. Äcker, Waldränder, im nordöstlichen Deutsch- land. Mai, Juni. Frühlings -S., vernälis W. et K. b. Aufsenhüllblätter 4 — 6, halb so lang als die Hülle. Früchte sämtlich kurzhaarig. Hüllblätter verkehrt -eiförmig. Blätter fiederteilig, mit linealen, ungeteilten oder fiederspaltig- ge- zähnten, am Grunde oberseits geöhrten Zipfeln. Pflanze oberwärts sparsam spinnwebig. Wurzelstock kriechend. 30 — 120 cm. Wiesen, Gebüsche, Gräben. Zerstreut. Aug., Sept. Ruken-S., S. erucifölius L. c. Aufsenhüllblätter i — 4, mehrmal kürzer als die Hülle. Randständige Früchte kahl. aa. Früchte der Scheibenblüten dicht behaart. Untere Blätter zur Blütezeit meist abgestorben, mittlere (mit vielteiligen Öhrchen) fiederteilig, mit fast rechtwinkelig abstehenden Zipfeln. Blütenstiele aufrecht, eine grofse, ziemlich dichte Doldentraube bildend. 30 — lOO cm. Sonnige Hügel, Abhänge, AVegränder. Häufig. Juli bis Okt. Jakobs -S., S. Jacobsea L. bb. Früchte der Scheibenblüten kahl oder schwach behaart. Untere Blätter zur Blütezeit meist noch frisch, mittlere mit rechtwinkelig abstehenden oder wenig vorwärts ge- richteten Seitenzipfeln. Blütenstiele ausgespreizt, in un- regelmäfsig-rispiger Doldentraube. 30 — 120 cm. Wiesen, Ufer, feuchte Gebüsche. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Barben- S., S. erräticus Bert. cc. Früchte der Scheibenblüten kahl oder schwach behaart. Untere Blätter zur Blütezeit noch frisch, mittlere mit stark vorwärts gerichteten Seitenzipfeln. Blütenstiele aufrecht -abstehend, in regelmäfsiger Doldentraube. 30 bis 60 cm. Feuchte Wiesen, Gebüsche. Zerstreut. Juli, Aug. Wasser- S., S. aquäticus Huds. 34. Ring-elblnme, Calendula. I. Blätter sämtlich länglich -lanzettlich. Äufsere Früchte lineal, ge- schnäbelt, mittlere kahnförmig, innere kreisförmig eingerollt. Kronen hellgelb. 10 — 20 cm. Äcker, Weinberge, Schutt in Süddeutschland. Juni — Okt. Acker- R., C. arvensis L. Kopfblütler. riiii 2. Unterste Blätter stielartig verschmälert, fast spateiförmig, obere läng- lich bis lanzettlich. Früchte fast sämtlich kahnförmig, nur einige der innersten lineal. Kronen orange. 30 — 45 cm. Häufige Zier- pflanze aus Südeuropa. Juni — Okt. Garten -R. C. officinälis L. 35. Knopfwurz, Echinops. Stengel weifsfilzig, oberwärts drüsig -zottig. Blätter fiederspaltig, unter- seits grau- oder weifsfilzig, stachelig -gewimpert. Köpfe einzeln. Kronen weifslich. Staubbeutel blau. 60 — 120 cm. Hügel, Wein- berge, Ufer. Sehr zerstreut. Juni — Aug. Binsen- K., E. sphaerocephalus L. 36. Spreublume, Xeränthemum. Blätter lineal -lanzettlich, stachelspitzig. Hüllblätter stachelspitzig, die äufseren eiförmig, bräunlichweifs, die inneren länglich -lanzettlich, hell- purpurn, doppelt so lang als die Blüten. Kronen purpurn. 30 bis 50 cm. Zierpflanze aus Südeuropa. Hie und da verwüdert. Juni, Juli. Jährige Sp. X. ännuum L. 37. Eberwurz, Carlina. 1. Stengel verlängert, 2 — mehrköpfig. Blätter länglich, lanzettlich, buch- tig-gezähnt, unterseits meist schimmlig -filzig. Köpfe mittelgrofs. Innere Hüllblätter strohgelb. 10 — 50 cm. Trockene Hügel, Weg- ränder. Ziemlich häufig. Juli — Sept. Stengel -E., C. vulgaris L. 2. Stengel selir kurz, mit einem einzigen, dicht am Boden sitzenden, grofsen Kopf, seltener bis 30 cm hoch. Blätter rosettig, tief -fieder- spaltig bis gefiedert. Innere Hüllblätter schneeweifs. Trockene, stei- nige Hügel, Abhänge, gern auf Kalk. Zerstreut. Juli, Aug. Erd-E.. C. acaülis L. 38. Saflor, Cärthamus. Blätter kahl, länglich -eiförmig, mit herzförmigem Grunde halb -stengel- umfassend, stachelig -gezähnelt. Köpfe grofs, doldentraubig. Kronen erst gelb, dann orange, endlich feuerrot. 50 — 80 cm. Als Zierpflanze, seltener als Färbepflanze gebaut. Aus Äg}'pten. Juli, Aug. Färber- S., C. tinctörius L. 39. Benedikte, Cnicus. Blätter buchtig- bis fiederspaltig -dornig -gezähnt. Innere Hüllblätter mit fiederteiligem, äufsere mit einfachem Dorn, breit, deckblattartig. Kronen blafsgelb. 30 — 50 cm. Hie und da gebaut. Stammt aus Südeuropa. Juni — Aug. Gelbe B., C. benedictus L. 40. Flockenblume, Tremse, Centaurea. A. Hüllblätter mit trockenhäutigem, ungeteiltem oder gefranstem An- hängsel. Endfranse den übrigen gleich. I. Anhängsel der Hüllblätter rvmdlich, gewölbt, ungeteilt, zerrissen oder die untersten kammartig gefranst. Kelch fehlend. Blätter 7.2 2 Kopfblütler. ' länglich -lanzettlich bis lineal, ungeteilt oder die untersten buchtig- gezähnt bis fiederspaltig. Kronen trüb - hellpurpurn. lo — 80 cm. Trockene Wiesen, Wegränder, Gebüsche. Gemein. Juni — Okt. Wiesen -Fl., C. jacea L. 2. Anhängsel der Hüllblätter lanzettlich, fiederig gefranst, aufrecht, meist schwarz. Kelch kurz ('/gmal so lang als die Frucht). Randblüten meist zwitterig, gleichgrofs. Fransen stark borsten- förmig, doppelt so lang als die Breite ihres Mittelfeldes. Blätter lanzettlich. Kronen hellpurpurn. 30 — 80 cm. Gebirgige Orte in West- und Süddeutschland. Bisweilen verschleppt. Juli bis Herbst. Schwarze FL, C. nigra L, 3. Anhängsel der Hüllblätter aus lineal -lanzettlichem Grunde pfriem- lich , fiederig - gefranst , zurückgekrümmt. Kelch kurz. Rand- blüten strahlend, unfruchtbar. a. Anhängsel der drei inneren Reihen der Hüllblätter fransig zerschlitzt, die äufseren überragend. Köpfe eiförmig. Blätter länglich, spitz, gezähnelt, die unteren in den langen Stiel ver- schmälert, die oberen halb - stengelumfassend. Kronen hellpur- purn. 30 — 60 cm. Wiesen, Waldränder im östlichen und nordöstlichen Gebiete. Juli, Aug. (C. Austriaca Willd.) Phrygische FL, C. Phrygia L. b. Anhängsel der innersten Reihe der Hüllblätter fransig zer- schlitzt, von denen der nächst- unteren bedeckt. Köpfe kuge- lig. Kronen hellpurpurn. Blätter wie bei voriger Art. 30 bis 100 cm. Wiesen, Triften, Waldränder. Zerstreut; fehlt in der nordwestdeutschen Tiefebene. Juli — Sept. Perücken -Fl., C. pseudophrygia C. A. Meyer. B. Hüllblätter am Rande und an der Spitze trockenhäutig, fransig zer- schlitzt. Die Endfranse breiter. 1. Blätter ungeteilt, zuweilen die untersten fiederspaltig. Kronen, wenigstens die randständigen, blau, selten rosenrot oder weifs. Scheibenblüten violett. a. Blätter herablaufend, länglich -lanzettlich, ganzrandig oder ent- fernt -gezähnelt, seltener die unteren buchtig. Hülle kugelig. Kelch ^/gnial so lang als die Frucht. 30 — 60 cm. Im Ge- biet nur als Zierpflanze angepflanzt. Zunächst in Schlesien, Böhmen, Thürmgen einheimisch. Mai — Herbst. Berg -FL, C. montäna L. b, Blätter nicht herablaufend, lineal - lanzettlich, untere zuweilen 3 teilig, am Grunde gezähnt, obere ganzrandig. Hülle ei- förmig. Kelch etwa so lang als die Frucht. 30 — 60 cm. Unter der Saat. Meist gemein. Juli — Herbst. Korn -FL, Kornblume, C. cyanus L. 2. Blätter fiederteilig bis doppelt -fiederteilig. Hüllblätter borstig- gefranst. Kronen trübpurpurn, selten weifs. Kopfblütler. :? o tj a. Köpfe einzeln am Ende des Stengels und der Äste, grofs. Hülle kugelig. Kelch so lang als die Frucht. Blätter mit lanzettlichen, in einen schwieligen Punkt endigenden Zipfeln. Kronen trübpurpurn. 50^ — 100 cm. Hügel, Abhänge, Ge- büsche. Zerstreut. Juli, Aug. Grind -FL, C. scabiösa L. b. Köpfe risp ig - gehäuf t, klein. Hülle rundlich- eiförmig. Kelch halb so lang als die Frucht. Blätter mit linealen, am Rande abwärts gerollten Zipfeln. Kronen blalspurpurn. 30 — 80 cm. Wegränder, Hügel. Sehr zerstreut. (C. paniculäta Jacq.) Juli — Sept. Rheinische Fl., C. Rhenäna Boreau. C. Hüllblätter mit handförm ig -geteiltem Stachel, nicht gefranst. 1. Pflanze grün, kurzhaarig. Blätter nicht herablaufend, untere unter- brochen - fiederteilig mit stachelspitzig -gezähnten Zipfeln, gestielt, oberste lineal, stachelspitzig, sitzend. Hülle kahl. Kelch fehlend. Kronen hellpurpurn, selten weifs. 15 — 60 cm. Steinige Hügel, Wegränder. Sehr zerstreut. Juli, Aug. Stern -FL, C. calcitrapa L. 2. Pflanze graufilzig. Blätter herablaufend, untere leierförmig- fieder- teilig, gestielt, die übrigen lineal, ganzrandig, stachelspitzig, sitzend. Hülle wollig. Kelch länger als die Fnicht. Kronen citron- gelb. 30 — 80 cm. Äcker. Selten und unbeständig. Aus Süd- europa eingeschleppt. Juli — Sept. Sommer- Fl., C. solstitiälis L. 41. Scharte, Serrätula. xxii. Blätter eiförmig, scharf - gesägt, ungeteilt oder mehr oder weniger fieder- spaltig, untere langgestielt, obere sitzend. Köpfe fast doldentraubig, 2 häusig. Kronen purpurnlila. 30 — 100 cm. Wiesen, Gebüsche. Verbreitet. Juli — Sept. Färber -Seh., S. tinctöria L. 42. Flokenwurz, Jminea. Blätter unterseits graufilzig, fiederteilig, unterste und oberste öfter un- geteilt, die grundständigen rosettig. Köpfe einzeln, lang gestielt. Hüll- blätter aufsen graufilzig. Kronen purpurn. 30 — 45 cm. Sandige Hügel. Zerstreut. Juli — Sept. Ästige Fl., J. cyanoides Rchb. 43. Klette, Lappa. 1. Innere Hüllblätter stumpf oder stumpflich, mit aufgesetzter kurzer Spitze, rot, fast strahlend. Köpfe etwas klein, genähert -dolden- traubig, dicht -spinnwebig -wollig. Kronen purpiu'n. 60 — 120 cm. Weg- ränder, wüste Plätze, Ufer. Verbreitet. Juli — Sept. Filzige K., L. tomentösa Lmk. 2. Hüllblätter alle mit hakenförmiger Spitze oder nur die innersten in eine gerade Spitze verschmälert. Köpfe kahl oder wenig spinnwebig. ■Z2A Kopfblütler. a. Köpfe locker -doldentraubig. Hüllblätter sämtlich grün. Köpfe ziemlich grofs, fast kahl. Stiele der grundständigen Blätter markig. Kronen purpurn. 80 — 150 cm. Wegränder, Schuttplätze, Zäune. Verbreitet. Juli, Aug. Gebräuchliche K., L. officinähs All, b. Köpfe traubig oder traubig -rispig. Innere Hüllblätter oder alle an der Spitze rot. Stiele der grundständigen Blätter hohl. aa. Köpfe ziemlich klein, etwa haselnufsgrofs , etwas spinnwebig- wollig. Hüllblätter kürzer als die Blüten. Früchte 5 — 7 mm lang. Stengel mit aufrechten Ästen. Kronen purpurn. 50 bis 100 cm. Wüste Plätze, Wegränder, Zäune. Häufig. Juli bis Sept. Kleine K., L. minor DC. bb. Köpfe grofs, fast kahl. Hüllblätter etwa so lang als die Blüten. Früchte 8 — 11 mm lang. Stengel mit langen, ab- stehenden, zuletzt fast überhängenden Ästen. Kronen purpurn. I — 2,5 m. Gebüsche, W'älder. Sehr zerstreut. Aug. Wald-K., L. nemorösa Körnicke. 44. Distel, Onopördon. Stengel etwas wollig, durch die herablaufenden Blätter breit -geflügelt, stachelig. Köpfe einzeln , rundlich , ziemlich grofs. Kelch rötlich, Kronen hellpurpurn. 30 — 150 cm. Wege, Schutt, unbebaute Orte. Meist nicht selten. Juli, Aug. Esels- D., O. acänthium L, 45. Distel, Carduus. 1 . Hüllblätter über dem breiten Grunde eingeschnürt und daselbst zurück- geknickt. Köpfe grofs, einzeln, nickend, niedergedrückt -kugelig, auf ziemlich langen, ungeflügelten, fleischigen Stielen. Blätter fiederteilig, mit fast handförmig-3 — 5 spaltigen Zipfeln, beiderseits grün, lang- und derb - stachelig. Kronen purpurn. 30 — 100 cm. Weg- und Acker- ränder, Hügel, Triften. Häufig. Juli, Aug. Nickende D., C. nutans L, 2. Hüllblätter über dem Grunde nicht eingeschnürt. Köpfe und Kopf- stiele ungeflügelt. Köpfe einzeln, zuletzt nickend. Blätter lanzettlich, fast kahl, unterseits etwas meergrün, stachelig -gewimpert. Kronen purpurn, selten weifs. 40 — 70 cm. Trockene Wiesen, steinige Orte in Älittel- und Süddeutschland. Juli, Aug. Berg-D., C. defiorätus L. 3. Hüllblätter über dem Grunde nicht eingeschnürt. Köpfe und Kopf- stiele meist bis an die Köpfe kraus - geflügelt. Blätter fiederspaltig bis fiederteilig. a. Köpfe einzeln oder zu 2, aufrecht. Blätter beiderseits grün, ober- seits fast kahl, unterseits kurzhaarig. Blätter tief -fiederspaltig, mit fast handförmig-3 — 5 lappigen Zipfeln, lang und ziemlich derb - stachelig. Kronen hellpurpurn. 30 — lOO cm. Weg- und Ackerränder, Triften. Meist häufig. Juni — Sept. Wege-D., C. acanthoides L. Kopfblütler. 335 b. Köpfe meist zu 3 — 5 gehäuft. Blätter unterseits mehr oder weniger dicht spinnwebig - filzig. aa. Stengel und Äste breit kraus - geflügelt. Blätter buchtig - fieder- spaltig mit 2 — 3 lappigen Zipfeln und gröfserem Endzipfel, die oberen bisweilen nur seicht buchtig - gelappt. Hüllblätter kürzer als die Blüten. Kronen purpurn, selten weifs. 60 — 120 cm. Hecken, Gebüsche, an Bächen und Gräben. Zerstreut. Juli bis Sept. Krause D., C. crispus L. bb. Stengel und Äste schmal und nicht kraus - geflügelt. Untere Blätter leierförmig-fiederteilig oder nur buchtig -gelappt, die oberen eiförmig -lanzettlich. Hüllblätter länger und breiter als bei voriger Art. Kronen purpurn. 60 — 120 cm. Feuchte Wiesen, Ufergebüsche. Selten. Juli, Aug. Kletten -D., C. personäta Jacq. 46. Distel, Cirsium. I. Kronen gelblichweifs. Pflanze gelbgrün. Stengel beblättert. Blätter weich, nicht herablaufend, mit geöhrtem Grunde stengelumfassend, fast kahl. Köpfe mittelgrofs, gehäuft, von grofsen, bleichen^ eiförmigen Deckblättern umgeben. 50 — 150 cm. Feuchte Wiesen, Ufer, Gräben. Meist gemein. Juli — Sept. Kohl-D., C. oleräceum Scop. n. Kronen rot. Pflanzen grasgrün. A. Stengel sehr verkürzt (und meist iköpfig), seltener 15 cm und darüber hoch (und dann der ganzen Länge nach beblättert). Blätter rosettig, in einen geflügelten Stiel verschmälert, fieder- spaltig bis fiederteilig, unterseits kurzhaarig. Köpfe grofs, kurz- gestielt oder fast sitzend. Trockene Wiesen, Triften, Raine. Verbreitet. Juli — Sept. Stengellose D., C. acaüle All. B. Stengel verlängert. Blätter oberseits von kleinen Stacheln rauh. Köpfe einzeln. 1. Blätter herablaufend, unterseits kurzhaarig, dünn -graufilzig, am Rande wenig zurückgerollt. Köpfe ziemlich grofs. Hülle eiförmig, etwas spinnwebig. Kronen hellpurpurn. 60 bis 120 cm. Weg- und Ackerränder, Schutt, trockene Hügel. Gemein. Juni — Okt. Speer -D., C. lanceolätum Scop. 2. Blätter nicht herablaufend, unterseits weifsfilzig, am Rande stark zurückgerollt. Köpfe sehr grofs. Hülle kugelig, meist dicht spinnwebig. Kronen violettpurpurn. 80 — 150 cm. Trockene Hügel, Wald- und Wegränder. Selten. Juli — Sept. Woll-D., C. eriöphorum Scop. C. Stengel verlängert. Blätter oberseits nicht stachelig. I. Blüten (durch Fehlschlagen) teilweise zweihäusig. Blätter wenig herablaufend. Stengel mit beblätterten nichtblühenden Seitenästen. Stengel beblättert. Blätter meist buchtig bis •2:?5 Kopfblütler. fiederspaltig, meist wellig -kraus. Köpfe ziemlich klein, meist gehäuft, auf spimiwebig- filzigen Stielen. Hülle eiförmig. Kronen hellpurpurn, selten weifs. 50 — lOO cm. Acker, Triften, Waldschläge. Gemein. Juli — Sept. Acker -D., C. arvense Scop. 2. Blüten alle zwitterig. Blätter deutlich herablaufend, a. Stengel oben fast blattlos. Blätter länglich - lanzettlich, buchtig' oder ausgeschweift - gezähnt , seltener fiederspaltig, derb , graugrün. Köpfe einzeln auf langen , grau - spinn- webigen Stielen, Wurzelfasern büschelig, spindelförmig verdickt. 30 — 100 cm. Fruchtbare Wiesen. Selten. Juli, Aug. Graue D., C. canum M. B. , b, Stengel bis oben beblättert, nebst den Blättern spinnwebig. Blätter herablaufend, lineal- lanzettlich, buchtig -fieder- spaltig, mit 2 — 3 lappigen Zipfeln. Köpfe gehäuft, auf kurzen, weifs - spimiwebigen Sti